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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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M.   IM KAMPF UM DIE TREUE ZU CHRISTUS BIS ZUM
BLUTVERGUSS

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Im tödlichen Kampf um Bewahrung der Keuschheit ‘um Christi willen’

Zu Ende des Kapitels über die „Jugendlichkeit angesichts der Ehe: des Sakraments der Ehe” gehört es sich das eine oder andere Beispiel anzuführen solcher Personen – zumal Mädchen-Frauen, die wegen des ihnen vom Dreieinigen geschenkten Schatzes ihrer Jungfräulichkeit und Keuschheit gekämpft und ihn verteidigt haben. In manchen Fällen geschah es im tödlichen Kampf um Bewahrung der Reinheit des Leibes und der Seele bis zum Verguss des Blutes im Märtyrertod – mit dem Beweggrund: „um Christi willen”.

Im Lauf aller Jahrhunderte, nicht nur der Zeitepoche nach Christus, aber bestimmt auch vor Christus, könnte jedes Jahrhundert viele Tatsachen anführen, wo jemand die Treue zu Gottes VI. oder IX.Gebot bis zum Verguss des eigenen Blutes einschließlich bewahrt hat. Ganz oft geschah es unter ganz überraschend unverhofften Umständen.

Beweggrund war dann immer die Bewahrung der Treue zum Gebot Gottes, das im Herzen des Menschen seit Morgenfrühe eingeprägt ist. In der Zeitepoche nach der vollbrachten Erlösung wurde der Beweggrund, dass die Treue zum Gebot Gottes bewahrt bleibt, gewöhnlich wesentlich deutlicher als Zeugnis der Treue zu Jesus Christus, dem Erlöser, also zum Gottes Bräutigam-vom-Kreuz erlebt. Es ging dann um Bewahrung der Treue zu Christus um den Preis selbst des vergossenen eigenen Blutes, nicht selten unter tödlichem Ringen mit einem Aggressor.

Äußeres Zeichen, dass der führende Beweggrund damals die Bewahrung der Treue zum Gebot Gottes gewesen war, wurde dabei die Haltung der Vergebung dem Aggressor gegenüber, beziehungsweise den Angreifern des Verbrechens. Erst solche Haltung wird in solchen Fällen immer auch zum Grund, dass das in solchen Umständen umkommende Mädchen oder die Frau als Märtyrer anerkannt werden kann.

Es kann verwundern, aber umso mehr ist es erstaunlich, wie leicht ein Junge, ein Jüngling oder schon ein erwachsener Mann, benommen, oder eher besessen vom Götzen des ‘Sexus’, außerstande wird, eine Frau, oder das vielleicht noch ein ganz junges Mädchen ist – anders anzuschauen, als nur als lebendigen Gegenstand zur Sättigung seiner Begierde dank einem wilden Austoben an ihrem jungfräulichen Leib, der vielleicht noch ein Kindesleib darstellt. Trifft er aber auf irgendwelchen Widerstand vonseiten des Mädchens und kommt er zum Schluss, dass selbst bei Anwendung der physischen Kraft, die entschiedene Haltung vonseiten dieses Kindes-Mädchens unmöglich gebrochen werden kann, geht er skrupellos auf Ermordung dieser Blume der Unschuld über – in wildem Wahnsinn eines blindlings versetzten Stoß auf Stoß, bis er sieht, dass das Opfer ... nicht mehr lebt.

Ob der Dreieinige, der auf der zweiten Tafel der Gebote das Fünfte Gebot: „Du sollst nicht töten” und unmittelbar danach das Sechste: „Du sollst nicht die Ehe brechen” (Ex 19,13f.; und: Mt 19,18; usw.) so direkt dicht nebeneinander eingeprägt hat, es nur zufällig geschaffen hat, beinahe ohne tiefere Überlegung?

Die Beobachtung hinsichtlich des Zusammenlaufs dieser zwei Gebote Gottes bestätigt sich immer wieder, und in unserer Zeitepoche nur umso häufiger – fast von Sekunde zu Sekunde. Denn auch David, der Ehebruch mit Batseba, der Frau seines hochangestellten Offiziers begangen hat, hat für sich selbst in entsetzend genierenden Umständen einen Todesurteil auf den völlig unschuldigen ihren Mann Uriaja, den Hetiten, seinen doch treuesten Militäroffiziers, erlassen (s. ob.: „Bei Ansicht der Batseba entstande Begehrlichkeit (2 Sam 11f.)”.

Und was erst soll mit Bezug auf das Umbringen Millionen Empfangener – und in Kürze Getöteter gesagt werden, wenn Eheleute und unzählige andere Sex-Partner, ‘Sex’ mit Abortivmitteln betreiben? Wie sehr wörtlich zieht auch in diesem Bereich die Überschreitung des VI.Gebotes: „Du sollst nicht die Ehe brechen” – beinahe sofort die Metastase nach sich in Form der Überschreitung jetzt auch des V.Gebotes: „Du sollst nicht töten” !

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Erklärung

Unter Tausenden Beispielen von Frauen-Fräulein-Kleinmädchen, Märtyrerinnen der Jungfräulichkeit und Keuschheit, weniger oder mehr laut gewordenen in Weltskala, möchten wir zumindest ein paar solche Beispiele darstellen. Vielleicht werden sie für so manches Mädchen zur Ermutigung, dass sie auf Misshandlung ihrer Würde als Frauen und Jungfrauen nicht zustimmen. Und noch, dass die Mädchen selbst, bewegt mit dem Beispiel des Martyriums, es lernen, sich zu sich selbst mit Gottes Ehrfurcht und Dankbarkeit zu beziehen für die ihnen geschenkte Gabe u.a. des Schatzes ihrer Jungfräulichkeit.

Zugleich aber ist jedesmaliges solches Beispiel Signal eines laut tönenden Alarms für Männer jeder Altersstufe, dass eine Frau niemals mit dem Auge der Begehrlichkeit und Leidenschaftlichkeit angeblickt werden darf. Ein Mann, darunter auch ein Jüngling, darf für ein Mädchen – dieses seine oder ein fremdes Mädchen – nicht „Wolf’ werden, sondern sich vor ihm als Ritter darstellen (vgl. das oben angeführte Beispiel: „Das Skapulier Mariens hat beschützt ...”). Er darf nicht zulassen, dass er von der Leidenschaft so regiert wird, wie diese es möchte.

Ein Mann soll „seinem Selbst herrschen”, wie es der Hl. Johannes Paul II. bezeichnen würde. Zum Mädchen und zur Frau soll man sich immer mit höchster Distanz einer unveräußerlichen Ehre beziehen, und zugleich sich zur schöpferischen Gestaltung des eigenen Charakters verpflichtet finden. Man darf nicht die Situation zulassen, dass die Begehrlichkeit des Fleisches den Leib und die Seele so weit umfangen sollte, dass dieser Mensch irgendwie seinen ‘Verstand’  verliert. Denn in solcher Lage kommt es gerade leicht dazu, dass falls sich das Mädchen, beziehungsweise diese Frau seiner bis zum Wildwerden erhitzten Leidenschaftlichkeit des Jungen oder Mannes nicht fügt, dieser nicht zögert ihr gegenüber mit Kraftaufwand umzuschalten. Wenn auch das ‘nicht hilft’, bringt er dem Widerstand leiststenden Mädchen den Tod bei – beinahe in der Regel unter besinnungslos zugesetztem Messerstich auf Stich.

Wie präzise das dann davon zeugt, dass der betreffende Jüngling, oder auch schon ein älterer Mann, in keinem Fall nach ‘Liebe’ sucht, sondern dass er sich sexuell wild auf der wehrlosen Frau austobt, nicht selten auf einem kaum von allerjüngster Kinderzeit heraufwachsenden Mädchen. Es bestätigt sich wörtlichst die Warnung Gottes vom Paradies:

„... Denn sobald du davon isst
[= vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse: des Entscheiden-Könnens,
was es das Gut-Böse, Leben-Tod sein soll]
,
wirst du unbedingt sterben” (Gen 2,17).

Den Inhalt dieses Gottes Wortes wiederholt Paulus, der Völker-Apostel, indem er ihm nur ein ein wenig anderes Äußeres schenkt:

Denn der Lohn der Sünde ist der Tod,
die Gnadengabe Gottes aber –
ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn”
(Röm 6,23).

Wir möchten hier flüchtig die Silhouetten von acht Mädchen-Fräulein darstellen, die in Verteidigung der Tugend der Keuschheit ihr eigenes Leben dahingegeben haben. Möge solches Ergänzungswort am Ende dieses Kapitels, in dem von vielem Missbrauch und Entartung im Bereich der Geschlechtlichkeit gesprochen wurde, zum Anhangen an Gottes Erwartungen und Bewahrung einer unbedingten Treue zum Dreieinigen, selbst um den Preis des dahingegebenen eigenen Lebens, beitragen.

1. Sel. Karolina Kózka (1898-1914).
2. Hl. Maria Goretti (1890-1902).
3. Anna Suppan (1891-1910).
4. Sel. Therese Bracco (1924-1944).
5. Sel. Schw. Lindalva Justo de Oliveira (1953-1993).
6. Brigitte Irrgang (1943-1954).
7. Sel. Albertina Berkenbrock (1919-1931).
8. Josefine Vilaseca (1940-1952).
Die Präsentationen beenden wir dann mit einer:
Zusammenfassung: Treue zum Gebot bis zum Lebensopfer.

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1. Sel. Karolina Kózka (1898-1914)

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Kinderzeit – religiöses Klima zu Hause

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Erklärung

In der einheimischen Geschichte Polens ist es nicht schwierig so manches Beispiel der Haltung eines Mädchens und einer Frauen angesichts der Männer zu finden, die – üblich ganz unverhofft und in böser Absicht: des sexuellen Auslebens an ihrem Leib – sie überfallen haben. Viele von ihnen sind in solchen Umständen in Verteidigung der Keuschheit zu Tode gerichtet worden.

Nur die wenigsten Mädchen sind nach solchem Tod zur Ehre der Seligsprechung gekommen, oder selbst Heilig gesprochen worden.
– Eines der verhältnismäßig nicht so entfernten solchen Beispiele ist die polnische Selige – Karolina Kózka. Um ihre Gestalt näher kennen zu lernen, benützen wir die bündige Internet-Bearbeitung über ihr Leben und heldenhaften Tod, geschrieben vom Geistlichen Stanisław Hołodok
(http://www.opoka.org.pl/biblioteka/T/TS/swieci/b_kozkowna.html). Selbstverstständlich ergänzen wir diese Bearbeitung mit Einzelheiten aus anderen bündigen Internet-Präsentationen über die Sel. Karolina.


Bemerkung:
Internet-Bearbeitungen über die Sel. Karolina Kózka, die hier benutzt wurden. Sieh u.a.:
1) http://www.bryk.pl/teksty/liceum/pozosta%C5%82e/religia/14368-b%C5%82ogos%C5%82awiona_karolina_k%C3%B3zk%C3%B3wna.html – „Błogoslawiona Karolina Kózkówna”
(Bemerkung: Autor nicht angegeben).
2) http://adonai.pl/rcs/?id=2 – ks. Krzysztof Bochenek: „Bł. Karolina Kózka (1898-1914)”.
3) http://www.krakow.ksm.org.pl/formacja/bl--karolina-kozkowna---patronka-ksm-u – Bogusław Ceklarz: „Bł. Karolina Kózkówna – patronka KSM-u”.
4) http://misjonarz.info/bl_karolina.php – ks. Radosław Pawłowski, CM misjonarz św. Wincentego á Paulo: „Bl. Karolina Kózkówna”.


Karolina kam am 2. August 1898 in die Welt, in der Ortschaft Wał-Ruda (Diözese Tarnów) in einer armen Bauernfamilie von Jan Kózka und Maria vom Haus Borzęcka. Die Karolina war das vierte Kind unter elf Kindern dieser Familie. Getauft wurde sie in 5 Tagen nach der Geburt, in der Pfarrkirche in Redłów.

Die Eltern der Karolina waren tief gläubige Leute. In ihrer Familie wurden die religiösen Traditionen und Sitten wachsam gepflogen. Der Lebensstil war eher streng, arbeitsam und mit Frömmigkeit durchsättigt. Die Kinder gingen samt den Eltern jeden Sonntag und an Feiertagen regelmäßig in die Kirche zur Heiligen Messe und traten verhältnismäßig oft zur Heiligen Beichte und Kommunion an. Täglich wurden gemeinsam „Gebete” verrichtet, es wurden die „Stundengebete zu Ehren der Gottesmutter” gesungen, an Sonntagen der Fastenzeit feierte man zu Hause die Andacht der „Passion Jesu Christi” wegen der weit entfernten Kirche. In der Weihnachtszeit veranstaltete der Vater zu Hause eine Krippe, bei der fast jeden Abend Weihnachtslieder und Pastoralgesänge gesungen wurden.

Im Haus der Karolina sammelten sich des Öfteren Leute aus der Nachbarschaft, um dort Artikel aus religiösen Zeitschriften zu hören, das Leben der Heiligen, und auch die Heilige Schrift. Die Rolle der Vorlesenden der Artikel usw. erfüllte oft die Karolina.
– Besonders geehrt wurde unter Bewohnern des Dorfes der Onkel der Karolina – Franciszek Borzęcki. Er verbreitete in der Pfarrgemeinde den Kultus des Heiligsten Herzens Jesu, führte die Mai- und Oktoberandachten und beförderte stark das katholische Lesenwesen. Er selbst hat auch eine nicht allzu große Leihbibliothek organisiert, die auch von der Karolina benutzt wurde.

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Erklärung

Das Leben der Karolina verlief schlicht und gewöhnlich, ähnlich wie das Leben ihrer vielen Kolleginnen im Dorf. In Jahren 1906-1912 hat Karolina die lokale Grundschule mit sehr guter Note beendet, nachher hat sie ein Jahr lang an Kursen teilgenommen, die ihr erreichtes Wissen in der 6-jährigen Grundschule erweiterten.

Es haben sich ein paar Bilder mit Karolina erhalten. Auf einem von ihnen steht sie ganz nahe bei dem Schulleiter – Herrn Franciszek Stawiarz. Die Gesichtsrisse der Karolina waren deutlich, das Antlitz war harmonisch. Eine hohe Stirn, volles Kastanienhaar, das sie nach hinten gekämmt hat. Ihr Gesicht war liebevoll, anziehend. Auf dem Gesicht sieht man Fleckchen mit Sommersprossen. Sie überragte ihre Gleichältrigen mit Körperbau und ihrem Wuchs.
– Diese, die sie gekannt haben, äußerten sich über sie, dass sie ein wahrer Engel war. Sie wurde als das frömmste Mädchen gehalten. Ihr Leben für den Alltag konnte die erwähnten Kennzeichen völlig bestätigen.

Als sie 16 Jahre alt war, empfing Karolina das Sakrament der Firmung. Diese Feier erlebte sie in der Pfarrkirche in Zabawa, wohin ihr Familiendorf mittlerweile zugeteilt worden ist. In religiöses Leben ihrer Pfarrgemeinde engagierte sich Karolina mit ganzem Herzen. Sie gehörte zum ‘Apostolat des Gebetes’, war Führerin des ‘Kreises des Lebendigen Rosenkranzes’. Die Mädchen der einzelnen Rosenkranz-Rosen sorgten der Reihe nach um die Ordnung in der Pfarrkirche. Die Karolina hat auch öfter an Pilgerwanderungen teilgenommen, u.a. zum Ablassfest in Odporyszów, Bielcz, Zaborów, Tuchów. Sie träumte von einer Pilgerwanderung nach Kalwaria Zebrzydowska und sammelte dazu ihr kleines Spargeld.

Über die Karolina ist u.a. die folgende Notiz erhalten:

Als heranwachsendes Mädchen zeichnete sie sich unter ihren Gleichaltrigen mit Bescheidenheit in Haltung und ihrer ganzen Verhaltensweise aus. Auch wenn sie sich zum Sonntag gern schön anzuziehen verstand, hat sie an Schmuck und andere Sachen, auf die Mädchen in ihrem Alter viel Gewicht gelegt haben, nicht viel Aufmerksamkeit geknüpft. Sie wollte Gott in lebenslanger Jungfräulichkeit dienen” (J. Białobok).

Es muss auch hervorgehoben werden, dass Karolina ab ihrer Kinderzeit viel und schwer gearbeitet hat, indem sie der Mutter bei Hausbeschäftigungen und Feldarbeiten geholfen hat. Gelegentlich hat sie sich gern auch am Hof oder anderen Bauern zur Arbeit gedingt, um so die Eltern materiell zu unterstützen.

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Weltkrieg in 1914 und nahe werdende Russische Truppen

Es war 1914. Der Erste Weltkrieg ist ausgebrochen. Österreich zog sich zurück, und immer weitere Gebiete wurden von Truppen des Russischen Militärs besetzt. In Tarnów sind die ersten Kosaken-Spähtruppen am 10. November 1914 erschienen. Am 15. November wurde Radłów besetzt, und zwei Tage später Zabawa und Wał-Ruda. Die Bewohner von Wał-Ruda haben schon die Entsetzlichkeiten des Krieges kennen gelernt und waren sich bewusst, was das heißt, dass die Frontlinie nahe wird, samt aller Requisition der Habe und des Gutes, der Ungewissheit um das eigene weitere Geschick. Bald wurde es auch laut, dass die Russischen Soldaten die Frauen und Mädchen schänden. Viele Frauen flohen vor Furcht vor den Soldaten, indem sie nach irgendeinem sicheren Schlupfloch suchten. Auch Karolina fürchtete, wie übrigens alle im Haus des Kózka-Hofs.

Am 16. November trat die Karolina noch zur Heiligen Beichte heran. Es war die letzte Beichte in ihrem Leben. Sie kam zu dieser Beichte gleichsam als ob sie die nahewerdende Gefahr verspürte. Die damals empfangene Heilige Kommunion wurde ihr Viatikum: Stärkung auf den Weg des letztlichen Ringens um die Treue zu Christus.
– Am nächsten Tag: dem 17.November war Karolina gerade bei der Nähmaschine, als in das Haus der Kózka’s ein Zaren-Soldet gekommen war. Erschrocken, hat sie sich hinter den Ofen verborgen – und der Soldat ist weggegangen.

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Der 18. November 1914: der letzte Tag im Leben der Karolina

Der letzte Tag im Leben der Karolina ist angekommen: es ist der 18. November (1914). In das Dorf kam dieses Mal ein anderer einzelner Russischer Soldat. Schwer irgendetwas genaueres von ihm zu sagen. Es ist nicht einmal bekannt, was für eine Nationalität er war. Er ist in das Haus der Gulik’s eingetroffen. Dort wollte er ein 13-jähriges Mädchen mit sich herausschleppen. Diese Absicht ist ihm aber nicht gelungen, so ist er in das Haus der Kózka‘s gekommen.

Indessen in der Familie der Kózka‘s ist es an diesem Tag zu heiliger Auseinandersetzung gekommen. Und zwar, in der Kirche der benachbarten Ortschaft Zabawa wurde gerade die Novene zu Ehren des Hl. Stanislaus Kostka gefeiert. Diese Novene wollte sehr die Mutter besuchen, aber die Karolina ebenfalls. Die Karolina, als ob sie ihre schwierige Lebensprobe vermutete, sagte zur Mutter: „Ich möchte gern in die Kirche gehen, denn ich habe heute eine solche Furcht”. Aber die Argumente der Mutter haben überwogen: in die Kirche ging also die Mutter.
– Es zeigt sich, dass auch die Mutter eine nicht gute Vorahnung gehabt hat. Sie hat der Karolina entschieden verboten, irgendwo weg zu gehen, indem sie meinte, es wäre sicherer, wenn die Karolina zu Hause bleibt. So ging sie also zur Novene allein – mit der jüngeren Tochter Therese. So ist es auch geworden. Die Mutter ist also in die Kirche gegangen, die Karolina blieb zu Hause, zusammen mit dem Vater, mit ihrer Schwester Rosalia und dem kleinen Bruder Władysław in der Wiege.

Wie erwähnt, an diesem Tag, am 18. November, kreiste am Morgen ein anderer Russischer Soldat von Haus zu Haus. Als es die 13-jährige Maria Gulig des Nachbarn bemerkte, lief sie die Karolina zu warnen. Diese – erschrocken, aber beherrscht, vielleicht beruhigt mit Worten der Mutter, mit der sie früher gestritten hat: wer in die Kirche gehen soll, stand gerade vor dem Haus. Es drängt sich eine Analogie zum Bericht über die Gefangennahme Jesu im Ölgarten: Jesus ging der Kohorte selbst entgegen, die ihn gefangen nehmen sollte: „Jesus ... ging hinaus und fragte sie: ‘Wen sucht ihr’ ...”? (Joh 18,4).

Um 9.00 Uhr trat jener Zaren-Soldat in das Haus der Kózka‘s ein. Er begann sinnlose Fragen über die Bewegungen der Österreichischen Truppen zu stellen. Der Vater wollte ihn mit Brot, Butter, Sahne bescheren, aber der Soldat schieb das alles weg. Als das Karolina gesehen hat, versuchte sie von der Wohnung zu verschwinden. Aber der Soldat hat den Ausgang versperrt, er hielt dabei die Tür an der Klinke. Er fasste Karolina an der Hand und befiel ihr und dem Vater, dass sie sich auf den Weg anziehen – anscheinend zum Kommandanten, indem er zugleich zur Karolina sagte: ‘Schön bist du! Du zeigst mir den Weg’ !

Es half kein Flehen des Vaters, dass er die Karolina in Ruhe sein lässt und ihr erlaubt, dass sie sich um die jüngeren Kinder kümmert. Die Karolina konnte nur noch zum letzten Mal einen Blick auf das Bild der Gottesmutter der Immerwährenden Hilfe werfen. Sie warf schnell die Jacke vom Bruder auf sich und das Tuch auf den Kopf und musste mit dem Soldaten, zusammen mit Vater, vom Haus weggehen.
– Die allein gelassene Rosalie ging vom Haus heraus und rief weinend: „Tata, komm zurück! Karolina, komm zurück” ! Der Soldat kehrte sich um und drohte dem Mädchen mit seiner Faust.

Als sie vom Haus weggegangen waren, richtete sich der Vater mit Karolina zum Dorf hin in der Hoffnung, dass es falls Gefahr leichter sein wird dort eine Rettung zu finden. Allerdings der Soldat wies mit der Hand die Richtung in den Wald hin als ihren Weg. Sowohl der Vater, wie Karolina erklärten, dass sie den Weg nicht kennen. Das löste aber beim Soldaten nur umso größeren Groll heraus.

Der erste Abschnitt ihres Weges, nachdem sie vom Zuhause weggingen bis zum Rand des Waldes, zählte etwa 175-195 Meter. Vater und Karolina gingen mit Widerstand: der Soldat zwang sie schneller zu gehen. Kurz nachdem sie in den Wald hineingingen, hat der Soldat dem Vater den Lauf des Gewehrs an den Kopf gelegt und befiel ihm nach Hause zurück zu gehen. Der Vater viel vor dem Soldaten auf seine Knie und flehte ihn, dass er mit ihm selbst geht, dagegen die Karolina nach Hause zurückkehrt. Auch Karolina bat: „Tata, geh nicht weg”. Aber die Bitten haben nichts geholfen und der terrorisierte Vater, betäubt mit der Geschwindigkeit der aufeinanderfolgenden Tatsachen, kehrte um und ging schnell zu seinem Schwager Maciej Głowa. Als er bei ihm eingetroffen war, konnte er kein Wort herausholen. Er sprach nur verworren: „Im Wald ... Karolina ... Soldat ...” !

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Karolina allein mit dem Soldaten

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Erklärung

Der zweite Abschnitt, schon in der Tiefe des Waldes, zählte etwa 250 Meter. Die Karolina war zu dieser Stunde ganz allein mit dem wütenden Soldat, der sie durch den Wald mit Kraft führte. Der Soldat war mit dem Gewehr durch die linke Hand bewaffnet. Er stoß die Karolina mit der rechten Hand und zwang sie vor ihm zu gehen. Diesen Abschnitt des Ringens der Karolina mit dem Zaren-Soldaten wurde von zwei Jungen beobachtet, die im Wald verborgen waren.

Es waren Franciszek Zaleśny und Franciszek Broda. Sie erzählten, was sie vom Verborgenen gesehen haben, wie der Soldat ein Mädchen vor sich zu laufen zwang, wobei sie ihm Widerstand leistete und sich mit starken Stoßen wehrte und zurückzukehren versuchte. Ihr Bericht hat das Dorf gewaltig bewogen. Diese zwei Jungen haben das dann beim Seligsprechungsverfahren der Karolina bekundet. Nach ihren Aussagen lief der Kampf so ab, dass sie beide sehr langsam weiter gingen, weil der Soldat die Karolina vor sich stoß, wogegen sie sich ihm widersetzte und immer wieder wegzulaufen versuchte.

Die letzte Stufe des Märtyrertums verlief schon ohne Zeugen ab. Dieser Abschnitt lief vom Waldgraben zuerst grade, auf einem Waldpfad ab. Karolina befand sich auf einer Stelle, wo sich ein weiter Waldweg geradeaus erstreckte, und von ihm nach rechts ein schmaler Pfad lief. Links davon war sumpfiges Terrain, bedeckt mit kleinen Bäumen und Gesträuch, so dass das Mädchen drei Wege zur Flucht gehabt hat. Sie wählte das sumpfige Walddickicht. Die Leute haben dann erzählt, dass sie sich augenscheinlich retten wollte, indem sie in Richtung des Feldes ihres Vaters lief in Hoffnung, dass dort vielleicht jemand da sein wird und sie errettet. In Wellenlinie zählte dieser Abschnitt ca. 810 Meter. Die Karolina verlor im Wald die Pantoffel und die Jacke.

In gewissem Moment benutzte Karolina die Unaufmerksamkeit des Soldaten und begann die Flucht. In ein paar Hundert Metern Jagd nahm der tollwütende und ermüdete Soldat vor, sie zu Tode zu richten. Er begann ihr Stoße mit dem Säbel zuzufügen. Die zahlreichen Wunden auf ihren Händen und ihrem Leib zeugten vom schwerem Kampf der Karolina in Verteidigung der Reinheit, und zugleich von ihren schweren Leiden. Sie wurde ein paarmal mit dem Säbel geschnitten, dennoch sie riss sich vom Häscher heraus und lief durch den Sumpf in Richtung des Dorfes weg. Dieser Abschnitt zählte ca. 58 Meter.

Die Karolina war infolge des schweren Kampfes mit dem Soldaten, mit Blutverguss, Schmerz und der Flucht – bis zum Letzten erschöpft. Ihr junges Leben wurde mit der Schneide des Bajonettes, mit dem der Soldat sein Opfer zu Tode schlug, unterbrochen. Die Karolina fiel in einer Weile um, übergossen mit eigenem Blut, und übergab ihre Seele Gott.

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Nachsuche und Finden der Karolina

Als die Nachricht von der Entführung der Karolina an den lokalen Pfarrer – ks. Mendrala, angekommen war, schickte er in den Wald sofort eine Gruppe von Leuten, dass sie nach Karolina suchen. Selbst begab er sich persönlich mit dem Protest zum Kommandanten des Russischen Militärs, um dort eine Beschwerdung im Anschluss an dieses Ereignis abzulegen. Es wurden zur Suche der Karolina ein paar Soldaten zugeteilt. Das Militärkommando überwies – wie es versichert wurde – entsprechende Meldungen an alle Wachtposten in der Umgebung. Aber alles war umsonst: die Suche war erfolglos.

Man kann sich ohne Schwierigkeit vorstellen, was in dieser Zeit die Familie Kózka erlebte. Ihr Haus sank in Trauer. Die Mutter hat sich vorgeworfen, dass sie die Karolina nicht in die Kirche gelassen hat. Der Vater konnte sich nicht verzeihen, dass er die Karolina allein mit dem Soldat gelassen hat.

Anfangs war es nicht klar, ob Karolina lebt, oder auch sie wurde nur entführt. Alle erlebten in dieser Zeit die schwärzesten Stunden. Jedes Mal, wenn die Tür geknarrt hat, sprangen alle voller Hoffnung auf: „Karolina ist zurück”. Aber sie war nicht mehr zurück. Maria Kózka, die Mutter, warf ihrem Mann vor und sagte, sie hätte sich eher in Stücke zerhacken lassen, als die Karolina verlassen. Aber die Bewohner des Dorfes haben den Vater nicht verschuldigt. Sie kannten ihn und wussten, dass er es in größter Erschrockenheit getan hat, wobei er sich nicht einmal bewusst war, was er eigentlich tut.
– Er selbst erlebte alles doppelt schmerzhaft und indem er keine andere Erklärung für die stattgewordenen Ereignisse finden konnte, pflegte er bis zum Lebensende zu sagen: „Es ist so geworden – Gott hat es so gewollt”.

Der Leichnam der Karolina wurde zufällig nach zwei Wochen, am 4.Dezember, von einem der Bewohner des Dorfes, dem Franciszek Szwiec, gefunden. Er sammelte im Wald Brennholz und so stieß er auf den toten Leib der Karolina. Er lag auf der entgegengesetzten Seite des Waldes, also nicht dort, wo man nach Karolina gesucht hat, sondern an jenem Sumpf, entfernt kaum ein paar Zehnte Meter vom offenen Feld. Die Karolina lag etwa 100 Meter vom Wald, und 1 Kilometer von der Stelle, wo ihr Vater zurückkehren musste.

Selbst die Karolina lag auf dem Rücken, mit rechter zusammengedrückter Hand, gestützt am Ellenbogen der zweiten Hand und gerichtet in die Höhe. Die linke Hand, die das Tuch in der zusammengedrückten Faust drückte, lag auf der Erde. Unter dem Kopf und der Schulter war eine Blutlache gefrorenes Blut, das in die Erde hineingesickert war. In einiger Entfernung fand man die liegen gelassenen Schuhe der Karolina, und noch weiter die Jacke. Karolina dachte vielleicht, dass es ihr so die Flucht erleichtert.

Der Franciszek Szwiec begab sich mit der schmerzhaften Botschaft sofort in das Haus der Kózka’s. Er konnte nur das Wort herausstottern:
Ich habe euch die Tochter gefunden. Sie liegt getötet im Wald”. Der Vater wiederholte nur: „Getötet! Getötet”.
– So hat er sofort das Pferd an die Fuhre eingespannt und fuhr in den Wald zusammen mit noch ein paar Nachbarn, um den toten Leib des Mädchens nach Hause zu holen. Es wurde auch der Pfarrer benachrichtigt. Die Ansicht der massakrierten Karolina war erschütternd. Wie erwähnt, in der Lage des Leichnams war etwas Besonderes. Der erstarrte Leib lag am Rücken: der rechte Ellenbogen gestützt auf der Erde, mit zusammengedrückter Hand, die nach oben gerichtet war; die linke Hand lag auf der Erde, und drückte den Kopftuch zusammen. Den heimgeholten Leib brachte man in das Haus, wo sie geboren wurde und die kurzen 16 Jahre ihres Lebens wohnte.

Der Pfarrer beauftragte, dass der Leib unter dem Blickpunkt der zugesetzten Wunden und der Jungfräulichkeit untersucht werde. Es ist sofort das Erachten entstanden, dass Karolina „Märtyrerin in Verteidigung der Keuschheit” geworden ist. Der Pfarrer wandte sich an das Bischofsamt wegen der Beerdigung und informierte es, dass eine allgemeine Überzeugung von der Heiligkeit der Karolina herrscht, wie auch von ihrem Martyrium. Vorläufig aber entschloss man sich die Karolina in einem gewöhnlichen Grab in der Erde des Pfarrfriedhofs beizusetzen.

Es dürfte die Reflexion hinzugefügt werden: Die Karolina ist die Jahre hindurch ihrer Kinderzeit und ihres frühen Jugendalters zum Ablegen dieses schwierigen Zeugnisses ihrer Treue zu Christus reifgeworden. Sie lebte die Eucharistie, sie liebte innig Maria und das Herz Jesu, sie engagierte sich in Katechisation der Kinder, und selbst in Evangelisierung der Erwachsenen.

Markant ist das Zeugnis, das von ihr J. Białobok abgelegt hat:

„... Sie wünschte Gott in lebenslanger Jungfräulichkeit zu dienen”.

Gott hat das Opfer ihres Lebens angenommen. Ihr vergossenes Blut bringt bis heute reichliche Frucht. Es wurde zur ständigen Ermutigung für viele Jungen und Mädchen, dass sie dem Wort Gottes – selbst um den Preis des eigenen Lebens treu bleiben.

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Beisetzung der Karolina – Kultus – Seligsprechung

Die Beisetzung der Karolina, die am Sonntag stattfand, dem 16. Dezember 1914, nahm den Charakter einer patriotischen und religiösen Manifestation zugleich an. Ungeachtet der Kriegshandlungen, sammelten sich über drei Tausend Leute.

Der Pfarrer hat bei der Beerdigungszeremonie dreimal seine Überzeugung über die Heiligkeit ihres Lebens und ihres Märtyrertodes in Verteidigung der Unschuld zum Ausdruck gebracht. Unabhängig von der Meinung des Pfarrers, die Bewohner selbst zeugten über das Leben der Karolina in Überzeugung, dass Karolina in ihrem Leben wohl nicht einmal eine lässliche Sünde begangen hat, und ihre Tugenden kennzeichneten sich mit dem Mal des Heroismus.

Die Beerdigung der Karolina wurde also zu großer Manifestation des Patriotismus, aber umso mehr umwandelte sie sich in einen ersten Akt des Kultus zu Ehren der Karolina, der sich im Lauf der Zeit immer mehr verbreitete. Dennoch trotzdem der private Kultus eigentlich sofort ab dem Tode der Karolina anfing, musste ihre Erhöhung zur Würde der Altäre über 70 Jahre warten.

Am zweiten Jahrestag des Martyriums der Karolina wurde vorgenommen, den Ort, wo die Karolina ihr Leben hingab, denkwürdig zu gestalten. Dicht bei der Stelle, wo der Leib dieser jungen Märtyrerin gefunden wurde, wurde ein 6 m großes Eichenkreuz mit einer Marmortafel aufgestellt:
Zu Ehren der 16-jährigen Karolina Kózka, die am 18.XI.1914 ermordet wurde. – Eltern”.
Darunter wurde das Gedicht eines Geistlichen, ks. P. Wieczorek zugefügt.

Anstatt der Mitgift, haben ihre Eltern ein Grabdenkmal gegründet. Nach dem Willen des Bischofs Leon Wałęga wurde es auf dem Friedhof bei der Kirche aufgestellt. Es stellt die Figur der Unbefleckt Empfangenen Gottesmutter dar. Sowohl das Kreuz im Wald, wie die Figur der Gottesmutter Maria, wurde am 18. November 1916 aufgestellt. In einem Jahr später wurde der Leichnam von Karolina vom gewöhnlichen Friedhof – auf den Friedhof bei der Kirche herübergebracht. Die sterblichen Reste der Märtyrerin wurden im Grabmal hingelegt, das bei der Figur der Gottesmutter gebaut wurde. Sie wurden in einen speziellen Metallsarg hingelegt. Diese Trauerandacht wurde vom Bischof Leon Wałęga verrichtet. Er bemerkte zwar, dass er nicht dazu hingefahren ist, um die Karolina heilig zu sprechen, denn das gehört zum Papst, dennoch er sucht danach, die Ehre ihrer Tugend zu huldigen.

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Erklärung

Wichtiges Anzeichen für den Kultus der Karolina waren literarische Werke, die ihr gewidmet sind. Es besteht kein Zweifel, dass Karolina ab sofort viele Kulturschöpfer „bezaubert” hat: Dichter, Komponisten usw. ... Man kann sagen, dass dieser privat gepflegte Kultus der Karolina allmählich die Bemühungen um ihre Seligsprechung vorbereitet haben.

Besonders wichtig beim Seligsprechungs-Vorgang ist die Sammlung einer glaubwürdigen Dokumentation. Zeugnisse im Blickpunkt der Seligsprechung wurden eigentlich sofort ab ihrer Beerdigung gesammelt, daher braucht man sich nicht wundern, dass die diesbezügliche Dokumentation sehr detailliert und reich ist.

Offizielle Bemühungen um die Seligsprechung der Karolina wurden leider unterbrochen wegen dem plötzlichen Tod des Bischofs Franciszek Lisowski, und später infolge des Ausbruchs des II. Weltkriegs.
– Zum Informations-Verfahren auf dem Niveau der Diözese ist es erst zurzeit des Bischofs Jerzy Ablewicz gekommen. Als persönlicher Verehrer der Karolina war er von ihrer Heiligkeit überzeugt. Das Diözesan-Verfahren wurde 1967 beendet. Alle Dokumente wurden damals nach Rom überwiesen. Es begann die Römische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse zu wirken.
– Endlich, nach beinahe 20 Jahren, am 30. Juni 1986, am Festtag der Heiligen Ersten Märtyrern der Römischen Kirche, hat Johannes Paul II. feierlich das Martyrium der Karolina Kózka bestätigt. Der Weg zur Seligsprechung war daselbst aufgeschlossen.

Die Seligsprechung der Karolina Kózka erfolgte in einem Jahr später, bei der Dritten Pilgerreise Johannes Paul II. nach Polen (1987). Und zwar, am 10. Juni 1987, bei der Heiligen Beatifikationsmesse in Tarnów, erhob Johannes Paul II. die 16-jährige Karolina zur Ehre der Altäre.
– In seiner Homilie huldigte er der neuen Beschützerin der Polnischen Erde. Er hat festgestellt, dass die Karolina mit ihrem Leben und Tod vor allem die jungen Leute anspricht:

Die Mädchen und Jungen. Die Männer und Frauen. Sie spricht von der großen Würde der Frau: der Würde der menschlichen Person. Sie spricht von der Würde des Leibes, der zwar in dieser Welt dem Tod unterliegt und so zerstört werden kann, wie auch ihr junger Leib dem Tod vonseiten des Töters erlag, dennoch dieser Leib trägt in sich den Eintrag der Unsterblichkeit, die der Mensch erreichen soll in Gott – diesem ewigen und lebendigen. Er soll sie durch Christus erreichen”.

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2. Heilige Maria Goretti (1890-1902)

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Extreme Lebensbedingungen der Familie

Eine der besonders bekannten jugendlichen Heiligen, die ihre Keuschheit angesichts der Feuerprobe um die Treue zum Gebot Gottes verteidigt haben, ist die Hl. Maria Goretti. Wir benutzen hier die Darstellung ihres Lebens und Märtyrertodes, geschrieben von René Lejeune unter dem Titel: „Heilige Maria Goretti (1890-1902) – Jungfrau und Märtyrerin” (s. die unterhalb angegebenen Links – unter ‘Nr.1’: http://voxdomini.com.pl/sw/sw53.html). Wir ergänzen diese Bearbeitung aber mit Einzelheiten aus anderen zugänglichen Internetquellen.

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Erklärung

Bemerkung:
Unter Internet-Seiten, die der Hl. Maria Goretti gewidmet sind, sieh z.B.:
1) http://www.voxdomini.pl/sw/sw53.html – René Lejeune, „Sw. Maria Goretti (1890-1902) – dziewica i meczennica” [Hl. Maria Goretti, Jungfrau und Märtyrerin]
2) http://www.wierze.fora.pl/swieci-i-blogoslawieni,31/swieta-maria-goretti,279.html – „Święta Maria Goretti – dziewica i męczennica” [Hl. Maria Goretti, Jungfrau und Märtyrerin]
3) http://www.wielkie-serce.alleluja.pl/tekst.php?numer=22526 – Louis Couette Stella Maris, nr 327 (6/97): „Swieta Maria Goretti: Raczej umrzec niz zgrzeszyc” [Heilige Maria Goretti, Eher sterben als sündigen]
4) http://www.opoka.org.pl/biblioteka/T/TS/swieci/s_goretti.html – Ks. Stanisław Hołodok, „Święta Maria Goretti” [Heilige Maria Goretti]
5) Es gibt viele Homepages zu Ehren der Hl. Maria Goretti in anderen Sprachen: italienisch, englisch, französisch ...
6) Deutsch: http://elsalaska.twoday.net/stories/31628815/ – Gedenktag der Hl. Maria Goretti., Elsas Nacht(b)revier.


Eltern der Heiligen waren Luigi Goretti und Maria Assunta Angiolina Ida Carlini. Diese Eheleute, die ihre Ehe 1886 eingegangen waren, waren schlichte Leute. Sie waren arm, aber reich an lebendigem Band zu Gott – und Maria.

Luigi war beinahe wie eine biblische Gestalt: ein gerechter Mann, er lebte die Gottes Furcht. Er bearbeitete ein Stück Erde, von der er jedes Jahr wörtlich irgendetwas herauszureißen suchte, um seine Kinder zu ernähren.
– Seine Ehefrau, die Maria Assunta, die von allen ‘Mamma Assunta’ genannt wurde, war die sprichwörtliche „tapfere Frau”, deren Muster im Alten Testament das Buch der Sprichwörter darstellt (vgl. Spr 31,10). Sie verband in ihrem Leben die Tugend der Mannesmut und Entschiedenheit mit der Tugend der Güte, Sanftmut und Demut. Ab dem früher Morgen bis zur späten Nacht hielt sie in der Hand den Webstuhl, den Rechen, oder verrichtete andere Arbeiten, sie sorgte um das Haus, nährte die Kinder, betete ...

Ihr erstes Kind, ein Sohn, ist in 10 Monaten gestorben. Kurz danach ist ihr zweiter Sohn, der Angelo geboren. Als junger Knabe hat er den Eltern bei Feldarbeiten geholfen. Später siedelte er nach Amerika um (er ist 1965 gestorben).
– Die Familie Goretti zog in dieser Zeit in die Gegend nahe der Stadt Pregiagna um, wo Luigi am gepachteten Feld arbeitete. Dort ist in ihrem armen Haus ihre Tochter Maria, die künftige Heilige, in die Welt gekommen. Sie war am 16. Oktober 1890 geboren. Schon am nächsten Tag wurde sie in der Pfarrkirche des Hl. Petrus de Corinaldo getauft. Es war ein Dorf, das hoch oben lag, auf einem Hochland, das dauernd auf heftigen Wind ausgesetzt war – zwischen den Bergen Nevalo und Cesano, südlich von Ancona.

Die Bewohner dieses Dorfes verehrten mit viel Liebe ihre Beschützerin – Maria die Königin der Märtyrer. Dem Mädchen wurde der Name Maria Theresia gegeben. Taufmutter wurde ihre Tante Pasqualina Goretti. Die Familie zählte damals schon vier Kinder. Mutter Assunta war damals 35 Jahre alt, der Vater Luigi 41 Jahre. Insgesamt hat Mamma Assunta sieben Kinder in die Welt gebracht

Die Familie Goretti lebte dauernd beinahe in äußerstem Elend. Dennoch es gab dort immer Frieden und Christi Freude. Alle waren trotz der Armut glücklich. Es war wirklich Familie der Heiligen. Die Maria Therese wurde Heilige Märtyrerin in Verteidigung der Keuschheit. Ihre Schwester Therese wird einst Missionarin Franziskanin Mariens werden.

Die Maria wurde von allen mit dem Namen „Marietta” gerufen. Sie ging niemals in die Schule: die Familie war dafür zu arm. Alles hat ihrer Tochter vor allem die Mutter Assunta beigebracht, angefangen von den grundlegenden Gebeten: Vater unser, Gegrüßet seist Du, Maria, Ich glaube an Gott. Sie hat der Maria vor allem die Liebe zum Rosenkranzgebet eingeprägt. Mamma Assunta hat sie auch in das Verständnis der Grundlagen des Glaubens und der Tugenden eingeübt.

So kniete also Maria ab ihrer frühesten Kinderzeit zusammen zum Gebet mit ihren Schwestern und Brüdern und Eltern, um den Rosenkranz zu beten, die Litanei und das Gebet des Hl. Bernhard: „Gedenke o Allergütigste Jungfrau Maria ...”, wie auch andere Gebete.
– Kurz vor der Beendung ihres 6. Lebensjahres hat Maria das Sakrament der Firmung (4. Oktober 1896): von Händen Bischofs Senigalla, in der Pfarrkirche in Corinaldo empfangen. Zum Empfang dieses Sakramentes hat sie die Mutter vorbereitet, und nachher auch der Lokalpfarrer. Wie mächtig die Wirkung des Heiligen Geistes im Herzen der kleinen Maria wirken musste! Das konnte man in ihrem Alltagleben sehen. Gott stärkte sie und bereitete sie vor zum Ablegen in wenigen Jahren des höchsten Zeugnisses des Glaubens (vgl. Röm 16,26), wie auch der verzeihenden Liebe!

Im Maß wie die Kinder heranwuchsen, wurden ihre Appetite immer größer. Der Vater der Familie – Luigi, war nicht imstande die anwachsende Familie zu ernähren. Er war beinahe krank, als er die Tränen der Kinder sah, wenn sie weinten, weil sie hungrig waren. Jeden Abend erhoben sich flehende Gebete zum Heiligen Kreuz, das auf der Wand der kleinen, reinen Küche hang. Die Assunta sorgte um dieses Kreuz gleichsam eines Kleinodes.

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Erklärung

Eines Tages ging bei ihrem Häuslein ein Landstreicher entlang. Die Assunta gab ihm eine Hand voll Kastanien. Trotz ihrer eigenen Armut teilte sie mit den Nächsten ihr Essen. Ob das Vorbeigehen dieses Landstreichers Zeichen der Vorsehung war? Der Wanderer erzählte der Familie von verlassenen Farmen auf fruchtbaren Erden ringsherum von Rom. Er fragte: Warum steigt ihr nicht hinab von diesen ungastlichen Bergen auf die Ebene, die es euch erlaubte, auch wenn um den Preis einer schweren Arbeit, eine Habe zu erreichen ?

Als sich der Wanderer entfernte, begannen Assunta und Luigi über dieses Vorhaben nachzudenken. Es entstand die Frage: wie das Geld für eine Umsiedlung zu gewinnen? Vor allem aber war die Assunta an ihr Haus und den kleinen Acker sehr gebunden. Aber die Tränen der Kinder, die vom Tisch hungrig aufstanden, haben die Eheleute zur harten Wirklichkeit gerufen. Der Landstreicher sprach von Wirtschaften um Rom, wo auch er selbst beim Fürst Mazzoleni, einem großen Landbesitzer, gearbeitet hat. Es ist dort „ein wahrhaftes Paradies” – sagte er zum Abschied. Luigi hat keinen Zweifel gehegt. Es musste nur die Ehefrau überzeugt werden. Zuletzt haben sie sich beide entschieden, dem sich abzeichnenden Abenteuer die Stirn zu halten. Sie haben das Haus und das Feld verkauft und begaben sich auf den Weg, wobei sie auf die Hilfe der Unbefleckten gezählt haben.

Ihre Entscheidung war darüber hinaus mit der Tatsache begründet, dass der Eigentümer dieses Feldes die Pacht nicht mehr verlängern wollte. So sind sie großenteils ins Unbekannte aufgebrochen, zusammen mit noch ein paar anderen Familien (am 28.X.1896). Nach mühseligem Weg sind sie südlich von Paliano zum großen Gut Collegianturco in der Nähe von Rom angewandert. Es sollte für sie ihr neuer Arbeitsplatz werden.

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Neuer Wohnungsort und neue Arbeit

Der neue Wohnungsort hat sich großenteils als Niederlage gezeigt. Anstatt des versprochenen Paradieses – trafen sie auf Pontische Sümpfe, feuchtigen Acker und sehr ungesundes Klima. Graf Mazzoleni mietete ihnen um niedrigem Preis eine seiner Wirtschaften in Ferriere di Conca. Auf dem Erdgeschoss waren Schuppen, dagegen am Stock oben, wohin man über steinerne Treppen auswärts der Hausmauer steigen musste, waren Dorfwohnungen eingerichtet. Mamma Assunta erzählte, dass sie sich über zwei Jahre beinahe ausschließlich mit Maisbrot mit Polenta befriedigen mussten, so dass man an diesen Aufenthalt das Sprichwort anwenden konnte: „Viel Steine – wenig Brot”.

Neben dem Haus, das der Besitzer ihnen zugeteilt hat, wohnten noch andere Dorfleute, u.a. die Familie des Witwers Giovanni Serenelli, der zwei Söhne hatte: den Vincenzo und Alessandro. Sein Sohn Vincenzo wurde bald in die Militär einbezogen, es blieb dagegen der Alessandro, der künftige Mörder der Maria. Die Familie der Serenelli’s hat sich mit keinem guten Ruhm gefreut. Der Vater, Witwer, erlag der Trunksucht. Die Mutter beendete ihr Leben in einer Irrenanstalt. Die Kinder haben keine Erziehung gehabt: sie wussten nicht, was Gebet bedeutet, Religion, Gottes Gebote ...

Der Besitzer der Habe ordnete jenen Giovanni Serenelli zur Arbeit in seinem Weinbau. Dieser hat sich aber von dieser Arbeit entwonnen, so dass der Besitzer ihn zusammen mit Familie Goretti wohnen ließ, um zusammen mit ihnen auf seinem Feld zu arbeiten.
– Mutter Assunta war über die gemeinsame Wohnung mit dem Witwer Serenelli und seinen Söhnen nicht entzückt, aber es gab damals keinen anderen Ausweg. Die Familie Goretti besetzte drei Zimmer am Stock, wogegen die Familie Serenelli zwei Zimmer besetzte, die unterhalb ihrer Wohnung waren. In der Mitte war die Küche, die beide Familien untereinander teilen mussten. Diese Küche wurde – wie man leicht voraussehen konnte – Quelle ständiger Spannungen.

Die Familie Goretti litt des Öfteren wahren Hunger. Brot wurde nur jede zwei Wochen gebacken. In ein paar Tagen war das Brot schon hart wie Stein. Hier auch, auf diesem neuen Wohnungsort der Familie Goretti, kam die weitere Tochter in die Welt – die Ersilia Goretti.

Von dieser Lebenszeit der Maria kommt das bemerkenswerte Zeugnis ihrer damaligen Gleichaltrigen Kollegin – der Angela Terenzi. Sie zeichnet die Haltung der kleinen Maria und ihren Lebensstil in folgenden Worten ab:

Maria war damals so viel Jahre alt wie ich. Mir viel bei ihr vor allem ihr Geist einer Opferwilligkeit, Ergebenheit und ihr verwundernder Ernst. Diese Kennzeichen waren was Erstaunliches bei einem Mädchen in diesem Alter. Wenn es irgendetwas zu machen galt, ging sie immer zu Fuß. Im August geschah es bei glühender Sonne, wann die Wege den ganzen Tag hindurch auf Einwirkung der Sonne ausgesetzt waren, und die Pfade selbst mit heißgewordenen Steinen ausgeschüttet waren. Im Winter waren die Wege dagegen mit Spuren der schweren Wagen aufgepflügt.
– Es kam vor, dass ich der Maria näher werden wollte, wie es übrigens die Kinder in diesem Alter tun. Aber sie mäßigte ihren Schritt nur auf eine kurze Weile, schaute mich ein wenig an, wonach sie wieder weiter ging, als ob sie sich vor mir ein wenig fürchtete”
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Erklärung

Trotz allem wurde gerade dieser kurze Aufenthalt in Collegianturco, auf Gottes Vorsehung, die Zeitphase der entschiedenen inneren Entwicklung für Maria. Sie hat sich innerlich und äußerlich zu einem gesunden Dorfmädchen entwickelt, das fortwährend von nahe her mit der Natur umherging. Sie war ein nicht verdorbenes und der Manieren nicht verfallenes Mädchen. Gerade deswegen war sie so „übernatürlich”, weil sie immer in nicht verfälschter Art und Weise „natürlich” war und es so blieb.

Der Vater der Familie, Luigi, packte voller Energie die Arbeit auf dem neuen Arbeitsort an. Es musste das Brachland bearbeitet werden, die Sümpfe mussten trocken werden. Leider diese Felder waren Herd des Sumpf-Fiebers. Überall gab es voller Stechmücken, die Malaria-Viren ausstreuten. Außerdem trieben in diesen Gegenden ganze Räuberbanden herum.

In kurzer Zeitspanne erlag sein erschöpfter Organismus der Malaria. Es gesellte sich der Typhus hinzu, Lungenentzündung und Hirnhautentzündung. Der Arzt streckte seine Hände aus und stellte fest, dass es schon keine Rettung gibt.

Die Familie Goretti wurde so vom schlimmsten der möglichen Unglücke heimgesucht: der Mann und Vater, Nährer der Familie – war am Sterben. Die Mamma Assunta rief den Priester herbei. Alle beteten den Rosenkranz zusammen. Die Maria, die damals 10 Jahre alt war, half der Mutter und dem sterbenden Vater wie sie nur konnte. Sie stürmte fortwährend im Gebet auf dem Rosenkranz, und flehte um die Genesung für den für sie so teuren „Babbo”. Ihre Hingabe, die Tapferkeit ihres Geistes und ihrer Frömmigkeit machten tiefen Eindruck. Maria entfernte sich vom Bett ihres Vaters nicht.

Allerdings Luigi Goretti ist gestorben: am Sonntag, dem – 6 Mai 1900 r., in 10 Tagen seit seiner schweren Erkrankung. Luigi war damals 41 Jahre alt. Seine Beisetzung war so arm, wie arm seine Familie lebte, und so wurde er auch beerdigt. Sie beiden mit seiner Frau erlagen leider den täuschenden Worten jenes Streichwanderers, der ihnen das Bild eines Paradieses in Besitzgütern in der Nähe von Rom gezeichnet hat.

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Lebensbedingungen nach dem Tod Luigi Goretti

Das traurige Ereignis dieses Todes machte es, dass Maria noch mehr ernst geworden ist. Der geliebte „Babbo” galt für sie bis jetzt das alles. Von nun an betete sie am Rosenkranz jeden Abend um den Frieden seiner Seele. Sooft sie nach Borgo Montello zum Einkauf ging, kniete sie immer beim Grab des Vaters und betete für seine Seele. Von nun an konnte man auch ihre oft wiederholten Worte vernehmen: „Sollten wir die Mutter nicht haben, was würden wir da anfangen” ?

Maria war 10 Jahre alt, als ihr Vater gestorben ist. Wie sie konnte, hat sie ihre Mutter getröstet, als diese das alles als eine große Ansammlung von Leiden erlebte. Von nun an vertrat Maria auch die Mutter bei der ganzen Familie, sooft diese in die schwere Arbeit im Feld gehen musste. Zu gleicher Zeit floss sie in die Herzen ihrer Brüder und Schwestern die Empfindung der Gottes Furcht ein, wie auch der Abscheu vor der Sünde. „Maria ist ein wahrer Engel” – sprachen die Leute zu Assunta von ihrer Tochter.

Die Familie Goretti, ganz unerwartet des Hauptes der Familie beraubt, musste vor den neuen Herausforderungen stehen bleiben. Der sterbende Vater hat zwar seiner Frau geraten: „Assunta, ich muss sterben. Wenn ich sterbe, kehre nach Corinaldo zurück”. Aber die Durchführung dieser Absicht war nur Traum, der unmöglich verwirklicht werden konnte. Vor allem aber war es nicht bekannt, ob es in Corinaldo für diese schwer heimgesuchte Familie irgendwelche Möglichkeiten zur Ansiedlung und Leben geben könnte. Außerdem ein drittel Jahr vor dem Tod von Luigi ist ihre jüngste Tochter in die Welt gekommen: die Theresia.

Die Mamma Assunta fragte in dieser Situation den Witwer Serenelli, ob er weiter mit ihrer Familie arbeiten wird. Er sagte dazu, dass ja, wenn nur der Graf darauf zustimmt. Selbst der Graf wollte noch zuerst gesondert mit Serenelli darüber sprechen – und ist deswegen zu ihnen gekommen. Giovanni Serenelli stellte sich aber hinter die Mutter Assunta. Als sie der Graf fragte, ob sie zusammen arbeiten wollen, hat der Giovanni dem Graf mit dem Finger zu kennen gegeben, dass ‘NEIN’, was aber die Familie Goretti nicht sehen konnte. Da hat der Graf die Antwort gegeben, dass er auf ihre weitere Arbeit nicht zustimmt – wegen der Befürchtung, dass sich Serenelli vom Vertrag zurückziehen kann. Mutter Assunta bemühte sich, den Graf zu überzeugen, dass er keinen Verlust leiden wird, wenn er sie von seinem Hof nicht entlässt. Sie wird so viel arbeiten, wie ihr Mann zur Lebenszeit gearbeitet hat.
– Daselbst musste sie die kleine Maria beinahe mit allen Hausarbeiten belasten – samt der Sorge um die ein paar Monate alte kleine Schwester. Sie selbst ging in die Arbeit auf dem Feld, zusammen mit ihrem Sohn Angelo, wiewohl dieser auch noch klein war.

Das Leben der Familie Goretti nach dem Tod ihres Vaters Luigi – mit dem Witwer Serenelli und seinem Sohn Alessandro zeigte sich immer schwieriger. Giovanni Serenelli konnte die Tatsache nicht durchhalten, dass die Mutter Assunta die Mädchen in ihr Schlafzimmer nahm, so dass ihnen ein Zimmer frei wurde. Herr Serenelli ist für die Familie Goretti immer lästiger geworden. Er wollte dazu bringen, dass die Familie nach Corinaldo zurückwandert. Trotzdem schlug er in gewisser Stunde der Witwe Assunta die Ehe vor. Aber Mamma Assunta war entschlossen, die Treue ihrem Mann auch nach dem Grab zu bewahren und nicht mehr zu heiraten, umso mehr, dass sie schon gut den Charakter von Giovanni Serenelli kennen gelernt hat. Außerdem fand sie sich für ihre Kinder verpflichtet. Es hat sich gezeigt, dass die Zeiten der Ruhe für die Familie Goretti zu Ende gegangen sind.

Maria wurde in dieser schwierigen Zeit zum guten ‘Engel’  für die Familie. Sie tröstete die Mutter, übernahm die Arbeiten zu Hause, und selbst sie nahm die religiöse Erziehung der übrigen Geschwister auf sich. Sie hat keine Kolleginnen zum Spielen gehabt, war gehorsam, voller Gottes Furcht, ernsthaft, nicht leichtsinnig noch oberflächlich, wie es bei anderen Mädchen zu sein pflegt. Man hat niemals beobachtet, dass sie irgendeines der Gottes Gebote überschreitet. Es hat bei ihr niemals eine Lüge gegeben. Sie vermied gefährliche Bekantschaften – nach den Hinweisen ihrer Mutter. Sie hat niemals mit Jungen, ihren Altersgleichen, gescherzt. Niemals konnte man bei ihr irgendeine Betätigung bemerken, die im Widerspruch zur Keuschheit stehen würde.

Ihr Herzenswunsch war das frühere Herantreten zur Heiligen Kommunion. Wie sehr sie sich nach dem Empfang Jesu des Herrn gesehnt hat! Gemäß der dort angenommenen Gewohnheit wurden Kinder zu Ersten Heiligen Kommunion erst im 11.Jahr zugelassen. Indessen sie war erst 10 Jahre alt. Dennoch sie hat oft wiederholt: „Ich verlange nach Jesus, ich kann ohne Jesus nicht länger leben” ! Aber die Mutter hatte kein Geld, um ihr ein Kleid zu kaufen, einen Schleier, die Schuhe. Zuletzt aber ließ sie sich bewegen und hat die Frage dem Bischof in Nettuno vorgestellt. Dieser befragte das Kind. Maria hat ihn mit seinem Wissen, mit Durchsichtigkeit ihrer Seele und inniger Liebe zu Gott überrascht.

Es kam der freudevolle Tag im Leben der Maria: ihre Erste Heilige Kommunion. Es war am 29. Mai 1902, am Fronleichnamsfest: in nicht ganzem einanderthalb Monat vor ihrem Märtyrertod. Maria und ihr Bruder Angelo, und dazu noch zwölf andere Kinder, sind damals zur Ersten Heiligen Kommunion herangetreten. Es geschah in der kleinen Kirche in Ferriere. Vor der Heiligen Kommunion ging noch Maria zu allen Mitgliedern der Familie, und auch zum Herrn Giovanni Serenelli und seinem Sohn Alessandro mit der Bitte, sie mögen ihr alles verzeihen, womit sie sich ihnen gegenüber verschuldigt hat. Maria war sehr um die Reinheit des Herzens besorgt. Nach dem Empfang der Heiligen Kommunion hat sie Jesus bekannt, dass sie Jungfrau bleiben wollte.

Von nun an betete Maria noch intensiver und beinahe ununterbrochen. Nicht nur beim Beten des Rosenkranzes, sondern auch bei anderen Beschäftigungen, und auch als sie in der Hauswirtschaft arbeitete, wann sie die Mutter vertreten musste. Eine ihrer Freundinnen – die Teresa, hat sie eines Tages gefragt: „Warum betest du so viel?” Maria antwortete auf der Stelle: „Ich bete, um Jesus und Maria zu trösten wegen so vieler Sünden” ! Und die Tränen sind ihr auf die Wangen geflossen.

Ab dem Tod des Vaters, musste Familie Goretti die Arbeiten in der Wirtschaft mit Familie Serenelli teilen. Herr Giovanni Serenelli, ähnlich wie sein Sohn Alessandro, war aber von Natur aus faul und flegelig. Wie schon erwähnt, Herr Giovanni war dabei Trinker. Seine Frau, psychisch krank, ist im Heim in Ancona gestorben. Ständiges Problem schaffte auch dauernd die gemeinsame Küche. In solchen Umständen begann das Vergehen mit der Tugend zusammen zu laufen.

Der Sohn von Herr Serenelli – Alessandro, der damals 19 Jahre alt war, war nicht erzogener, ungeschliffener Mensch. Er wusste nichts über irgendwelche moralische Prinzipien. Beinahe nichts wusste er vom Glauben, von Moralität. In seinem Zimmer gab es in Fülle ‘Porno’-Bilder. Die Assunta würde dieses Haus gern verlassen haben, aber vorläufig war sie mit dem Vertrag um Arbeit gebunden. Sie behielt sehr gut die letzten Worte ihres sterbenden Mannes: „Assunta, kehre nach Corinaldo zurück”. Die Umsiedlung ihrer Familie in die Pontischen Sumpfgebiete hat sich als Lebenskatastrophe erwiesen.

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Maria in Konfrontation mit dem auf sie lauernden Alessandro

Indessen der Alessandro, der Sohn des Witwers Serenelli, begann immer deutlicher auf die Tugend der Maria zu lauern. Eines Tages kam er ihr entgegen und hat ihr deutliche unsittliche Vorschläge gemacht. Maria antwortete ihm von vornherein eindeutig, dass sie auf keine solche Taten zustimmt. Sie gab dem Allessandro unabänderlich zu verstehen: „Dies ist Sünde, Gott erlaubt das nicht”. Und entschlüpfte sofort vor Allessandro. Aber für Allessandro war der Begriff selbst ‘Sünde’ ganz unbekannt. Später, von der Perspektive der Zeit, bekannte er: „Dieses Mädchen hat mir gefallen, auch wenn sie nicht allzu schön war. Aber in ihrer Haltung gab es etwas Besonderes. Kurz gesagt: sie hat mir gefallen”.

Als Maria ihm zum zweiten Mal zu erkennen gab, dass sie auf Übertretung des Gebotes Gottes nicht zustimmt, begann Allesandro sie einzuschüchtern: „Sagst du das deiner Mutter, töte ich dich” ! Maria fürchtete offenbar. Zur Flucht für sie wurde das Gebet zu Jesus in der Eucharistie, zur Gottesmutter und zum Hl. Josef, den Beschützer der Keuschheit.

Die Androhung des Allesandro, dass er sie tötet, wenn sie seine Vorschläge vor Mamma Assunta verrät, hat Maria mit Schweigen verhüllt. Maria war damals 11 Jahre alt. In dieser Zeit wurde sie immer mehr traurig und empfindsam. Sie wandte sich zwar im Gebet zu Gott und zu ihrer Himmlischen Mutter Maria. Aber ein so kleines Mädchen brauchte zweifelsohne irgendeine irdische Hilfe, die von ihrer geistigen Pein Bescheid wüsste.
– Außerdem hat Maria wohl auch deswegen geschwiegen, um der Mutter zusätzliche Sorgen nicht bereiten und die sowieso schon beständig gespannten Verhältnisse mit Familie Serenelli nicht noch mehr zu verschlimmern. Die Mutter bemerkte aber, dass Maria viel geweint hat.

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„Besser sterben, als die Sünde begehen”

Ihren entschlossenen Vorsatz, um die Sünde nicht zu begehen, hat Maria am Gründonnerstag 1902 vorgenommen. Damals begab sie sich in Gesellschaft der Freundin ihrer Mutter – Theresia Cimarelli, nach Nettuno zur Feier des Leidens des Herrn. Bei der Predigt des Prälaten bei dieser Feier verstand Maria in allem Ernst das Geheimnis des Leidens Christi. Sie hat mit tiefster Bewogenheit verstanden, wie unermesslich die Liebe Gottes zu uns ist und was für eine entsetzende Wirklichkeit die Sünde darstellt. Sie begriff, dass die Sünde nicht nur irgendein unschuldiger Seitensprung ist, beziehungsweise allein nur Übertretung einer Polizei-Vorschrift, sondern irgendwie „Mordtat Gottes” bedeutet, neuerliche Kreuzigung Jesu Christi. Mit diesem Gedanken war sie so erschüttert, dass sie den unbeugsamen Vorsatz vorgenommen hat: „Besser sterben, als die Sünde begehen” !

Vor ihrer Ersten Heiligen Kommunion ist Maria zweimal zum Sakrament der Heilige Beichte herangetreten. Ihr Gewissen war sehr empfindsam. Bei der Feier der Ersten Kommunion hatte sie auf dem Kopf einen Kranz, der aus Feldblumen geflochten war. Ohrringe hat ihr ihre Mutter geborgen. Später hat sie die Mutter bis zum Tod getragen – zum Andenken an Maria. Mamma Assunta bekannte beim Verfahren unter Eid: „Die Maria hat ihre Erste Kommunion wie eine Heilige empfangen”. Insgesamt hat Maria die Eucharistie wohl nur dreimal empfangen.

Es kam der Tag an, der 5. Juli 1902, der Erste Freitag im Monat – vor dem Festtag des Kostbarsten Blutes Christi. Maria sagte zur Mutter: „Mama, lass mich nicht allein”. Unter Tränen konnte sie nur so viel von sich herausholen. Die Mamma Assunta hat aber nicht geahnt, wie viel es in diesen Worten tödliche Furcht gegeben hat. Maria verhielt sich zu Allesandro mit großer Reserve und schlich ihm vom Weg, insofern es ihr nur möglich war. Ihre Vermeidung, oder selbst ihre Flucht vor diesem Jungen waren Zeugnis ihrer Klugheit und der Liebe zur Tugend.

Es ist aber die Stunde der Probe gekommen – an diesem heißen Tag, dem 5. Juli: zwei Tage vor der äußeren Feier des Kostbaren Blutes. Maria wiederholte an diesem Tag ein paarmal: „Dass es schon morgen wäre! Ich kann die Stunde nicht erwarten, wann ich Jesus empfangen werden kann”.

Der Himmel war an diesem Tag wie Stahl, und im Hof wurde für diesen Tag das Dreschen der Ackerbohne geplant. Die Dreschtage galten überall als einigermaßen Feiertage. Maria wachte den Tag bei der Wiege, wo ihre kleine Schwester Therese schlief. Sie bereitete das Essen zum Mittag vor. Beim Tisch herrschte eine gute Stimmung. Nach der Gewohnheitsruhe, ca. 15.00 Uhr, sagte Herr Serenelli zu seinem Sohn Allesandro und Angelo Goretti: „Jungs, die Ochsen einspannen! Die Sonne hat die Bohnenschoten getrocknet, sie werden besser wegfallen”. Beide Jungs haben die Anordnung erfüllt und sind vom Haus etwa 20 Schritte auf die Tenne unter dem freien Himmel weggegangen. Sie sollten das Dreschen anpacken.

Bevor aber Alessandro zu dieser Arbeit ging, wandte er sich noch an Maria: „Maria, schau mal auf mein Bett: dort liegt das Hemd: man muss es flicken”. Maria hat darauf keine Antwort gegeben. Der Mutter Assunta schien es, dass Maria ihn nicht verstanden hat, daher sagte sie zur Tochter: „Maria, hast du gehört, was dir Alessandro gesagt hat? Er hat ein Hemd zur Reparatur”. Die Mutter erzürnte und warf selbst den Pantoffel auf Maria, der sie auf den Kopf getroffen hat. Da sagte Maria: „Gut, Mama, da werde ich demnach selbst bleiben ...”!

Zum Alessandro sagte sie: „Wo hast du dieses Hemd” ?
Alessandro antwortete: „Es liegt auf meinem Bett, und daneben liegen die Artikel zum Nähen”. Alessandro wollte so das Mädchen in sein Zimmer heranlocken. Maria hat seine Absicht gut durchgeschaut.
Als sie mit der Ordnung in der Küche zu Ende war, nahm sie den Kissen und setzte sich oben auf der Treppe, um das Hemd zu stopfen. Es war heiß: schwer die Sonnenglut ertragen.

Alessandro bemerkte die Maria von weitem. Es schien ihm, dass die eigentliche Stunde gekommen war, um sein sündhaftes Vorhaben zu verwirklichen. Er kam zu Maria, kam bei ihr vorbei und nahm das Messer mit, aber vorläufig hat er es verborgen. Dann kehrte er zu Maria zurück und schrie sie an: „Komm mit mir!” Er begann nachzudrücken: „Komm” ! Sie antwortete darauf nicht und hat sich von der Stelle nicht gerührt. Da packte er sie kräftig an ihrem Arm an und zog sie in die Küche hinein, weil sie ihm Widerstand leistete. Maria hat verstanden, dass Alessandro eine selbe Probe machen will, wie es schon zweimal früher war. Sie begann um Hilfe rufen, aber niemand konnte ihre Stimme hören wegen des Getöses des Dreschens am Außen. Alessandro hat den Mund der Maria geknebelt, es ist ihr aber gelungen sich davon zu befreien. Sie sprach ihn an: „Nein! Nein! Das ist Sünde! Gott will das nicht! Wenn du das tust, kommst du in die Hölle” !

Als Alessandro zum Schluss kam, dass sich Maria seiner Begierde um jeden Preis nicht fügt, geriet er in Raserei, fasste das Messer und begann ihr einen Stich nach dem anderen zuzusetzen. Maria versuchte sich zu wehren, sie wollte entkommen, sie sprang ein paarmal über und wiederholte im Schmerz ein paarmal: „Mein Gott, Mama, ich sterbe” !
– Als Alessandro das Blut auf ihrem Kleid sah, hat er sie gelassen. Er war überzeugt sie lebe nicht mehr. Er schloss sich in seinem Zimmer zu. Aber in einer Weile vernahm er, dass Maria stöhnt. Da kehrte er in die Küche zurück und stoß in sie noch ein paar weitere Stiche mit dem Messer. Es waren insgesamt 14 Stoße. Er sagte zu sich: „Jetzt lebt sie nicht mehr. So kann sie also jetzt nichts mehr sagen”. Er warf das Messer hinter einen großen Kasten und begab sich in sein Zimmer. Er blieb an der Stelle, ergriff keine Flucht, sondern er sperrte sich nur zu. Aber am selben Tag wurde er gefangen genommen.

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Rettung der tödlich verwundeten Maria

In dieser Weile ist die kleine Therese in der Wiege aufgeweckt. Als sie die Maria nicht sah, begann sie gellend zu weinen. Indessen Maria ist es gelungen, zum Eingang zu kriechen. Dort wurde sie vom Vater Serenelli von der Tenne aus bemerkt. Er begann die Assunta zu rufen, und sie war sofort da. Maria stöhnte und sprach: „Alessandro! Er wollte, dass ich eine große Sünde begehe. Ich wollte nicht”.

Es wurde ein Arzt herbeigerufen. Als er das Mädchen sah, wurde er sich sofort bewusst, dass die zugefügten Wunden tödlich sind. So ordnete er einen sofortigen Transport der Maria ins Krankenhaus in Nettuno. Mittlerweile haben sich die Bewohner des Dorfes um das Haus des Verbrechens gesammelt. Man forderte den Tod des Mörders. Alessandro hat sich in seinem Zimmer versperrt. Zwei Leute der Gendarmerie haben aber die Tür in sein Zimmer aufgebrochen und ihn verhaftet. Er wurde gebunden vom Haus weggebracht. Als die Leute ihn gesehen haben, erhoben sie sich und wollten ihn auf der Stelle lynchen. Er wurde aber von der Gendarmerie-Eskorte beschützt.

In selber Zeit wurde die tödlich verwundete Maria auf eine Fuhre gelegt. Ihre Bewegungen auf dem zerfahrenen Weg verursachten Maria unerträgliches zusätzliches Leiden. Erst um 18.00 Uhr gelang der Wagen in das Krankenhaus. Das sterbende Mädchen wurde sofort der ärztlichen Untersuchung unterzogen. Es wurde festgestellt, dass der Täter seinem Opfer 14 Stiche mit dem Messer zugefügt hat. Neun von ihnen waren tief. Das Messer des Täters hat das Herz beschädigt, den Herzbeutel, die Eingeweide, die linke Lunge. Nach den Ärzten sollte die Patientin nicht mehr gelebt haben ...


Erklärung

Als Maria schon am Operationstisch lag – mit blaugewordenem Gesicht, mit üppigen Haaren, die ihren Kopf gleichsam einer Aureole bedeckten, hat sie noch das Glück erlebt, einem Priester zu begegnen. Sie hat die Beichte abgelegt. Wonach die Operation begann. Sie dauerte zwei Stunden. Der Chirurge hat die Eingriffe auf dem sterbenden Leib ohne Anästhesie unternommen, weil die Furcht um Bauchfellsentzündung bestand. Maria ertrug die Schmerzen – ähnlich wie die Schmerzen des Gekreuzigten.

Ähnlich wie Jesus, hat auch Maria großen Durst empfunden: „Mama, gib mir etwas Wasser” ! Aber die Mutter antwortete beständig das gleiche: „Meine Liebe, der Arzt hat es verboten. Das würde noch größeren Schmerz hervorrufen”. Die ganzen zwölf Stunden bis zu ihrem Hinscheiden wurde sie sehr von Durst geplagt. Die zugefügten Wunden hörten nicht auf, einen unheimlich großen Schmerz zu bereiten. Maria konnte sich wirklich Jesus dem Gekreuzigten angleichen, den sie so innig geliebt hat. Sie ertrug ihre ‘Kalvaria’ als Gottes Gabe.

Vor ihrem Tod hat Maria noch zwei große Gnaden erfahren.
– Die erste war die Aufnahme zur Vereinigung der Kinder Mariens. Auf ihre schwer atmende Brust wurde die Medaille der Vereinigung gelegt.
– Die zweite Gnade, die noch größer war, wurde die Heilige Kommunion, und außerdem auch noch der Empfang des Sakraments der Ölsalbung.

Bevor ihr der Priester die Heilige Hostie gereicht hat, hat er Maria gefragt, ob sie ihrem Töter verzeiht, wie Jesus, der am Kreuz seinen Häschern verziehen hat. Maria antwortete darauf ohne Zögern: „Ja, ich habe ihm aus Liebe zu Jesus verziehen. Ich wünsche, dass er mit mir ins Paradies kommt. Möge ihm Gott verzeihen, denn ich habe ihm verziehen”.

In den Saal sind noch zwei Vertreter der Gendarmerie gekommen. Sie haben die Nachforschung durchgeführt. Sie stellten der sterbenden Fragen im Anschluss an Umstände der Tragödie. Das wurde auch von Mamma Assunta gefordert. Als diese Herren weggegangen sind, fragte die Mutter Maria: „Warum hast du mir früher von den bösen Absichten des Alessandro nichts gesagt” ? Maria erklärte, dass er ihr angedroht hat, er werde sie töten, wenn sie was der Mutter sagt.

Die Kranke erlebte Weilen eines Fiebertraums und Agonie. Sie wiederholte Worte, die sie zu Allesandro bei seinem Verbrechen sprach. Am Ende rief sie in gewisser Weile: „Vati” ! Sie wollte ihn wohl bei ihrem in Kürze zu erfolgenden Wiedersehen herbeirufen. Oder auch es wurde ihr gegeben, ihren eigenen Vater zu erblicken?
Dann wandte sie ihre Augen zur Figur der Muttergottes und wiederholte mit Liebe: „Mutter Gottes” ! Es kann sein, dass sich Maria ihr vorgestellt hat und zu ihr gekommen ist, um sie mit sich in den Himmel zu nehmen?

Es kam der Tag an, der 6. Juli 1902, der Erste Samstag im Monat. Es gab schon die erste Vesper vor dem Fest des Kostbaren Blutes Christi. In gewisser Weile warf Maria ihren Kopf nach hinten: ihre Hände erstarrten im krampfhaften Druck auf der Brust. So hat sie ihren letzten Atem abgegeben. Es war genau 15.45 Uhr: 20 Sterbestunden nach dem tödlichen Angriff. Maria war 11 Jahre und 7 Monate alt. Sie starb, indem sie zärtlich das Kreuz geküsst hat. Ihre reine Seele floh in den Himmel.

Kurz darauf begannen sich ganze Mengen von Leuten zu sammeln, um der verstorbenen heiligen Märtyrerin die Ehre zu huldigen. In ihrem Märtyrertum war sie ähnlich wie die Hl. Agnes.

Die Beerdigung der Maria fand am Montag, dem 8. Juli stand. Die Beerdigungsfeier verwandelte sich in einen großen triumphalen Aufzug. Die Heilige Totenmesse zelebrierte der Erzbischof – in Assiste von zwei Priestern. Es geschah in der überfüllten Kollegiatkirche in Nettuno. Der Leib der Märtyrerin wurde auf dem Friedhof in Nettuno beigesetzt – in Erwartung auf ihre Translation in die Kirche der Heiligsten Maria der Gnadenreichen, die von Maria besonders geehrt wurde.

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Umkehr im Leben des Alessandro

Am 18. Oktober 1902 wurde Allesandro in Kraft des Gerichtsurteils auf 30 Jahre schwere Arbeiten verurteilt. Es war aber innerlich dauernd derselbe Mensch: unrein, unzüchtig, ‘Tier im menschlichen Leib’ – wie ihn die Wächter im ersten Jahr seines Gefängnisses in der Strafanstalt in Noto auf Sizilien bezeichnet haben. Aber Maria Goretii hat vom Himmel aus über seinen Schächer gewacht.
– Eines Tage bot sie dem Bischof der Diözese, J. E. Blandini, an, er möge ihren Mörder im Gefängnis besuchen. Der Bischof begab sich wirklich in das Gefängnis. Der Direktor des Gefängnisses sagte dem Bischof gleich am Eingang: „Ekszellenz, Sie vergeuden nur die Zeit! Es ist ein verstockter Mensch, Ihre Ekszellenz werden es sehen” ! Dennoch der Bischof ging in die dunkle Zelle hinein – sie war feucht und hässlich. Auswärts blieb ein Wächter – falls nötig, bereit zur Aktion.

Allesandro fragte den Bischof: „Was möchte Ihre Exzellenz von mir” ? – Der Bischof antwortete: „Mein Sohn, dein Bischof ist zu dir gekommen, um dich zu grüßen und trösten”.
Allesandro antwortete darauf: „Ich habe um Ihren Besuch nicht gebeten! Ich will keinen Trost, noch welche Predigten”. Und spie auf die Erde.
Der Bischof ließ sich nicht entmutigen: „Du willst mich hören, wenn du erfährst, wer mich hier schickt. Ich bin hier gekommen, um mit dir über Maria Goretti zu sprechen”.
Allesandro: „Über Maria Goretti” ? – rief überrascht Alessandro.
– Der Bischof fand die eigentlichen Worte, die das Herz des Alessandro angesprochen haben. Der Bischof erzählte ihm vom Tod der Maria, von den Worten die sie gesprochen hat, als sie ihren letzten Atemzug gegeben hat, vom Wunsch, dass ihr Töter auch mit ihr ins Paradies kommt.

Als er das gehört hat, warf sich der bisher in seinem Verbrechen eingeschlossene Alessandro dem Bischof in die Hände. Umfangen mit tiefster Bewegung, ist er in Tränen ausgebrochen. Er weinte auch, nachdem der Bischof Blandini schon weggegangen ist. Für die Wächter des Gefängnisses war diese Tatsache eine unwahrscheinliche Überraschung. Ab dieser Stunde begann Allesandro ein neuer Mensch zu werden. Sein Bewusstsein hat sich geändert wegen der Verzeihung vonseiten seines Opfers und der fürbittenden Gebete, die Maria für ihn bei Gott im Himmel erhob.

Außerdem ist in einer Nacht auch Maria selbst dem Alessandro erschienen. Sie hatte an sich ein weißes Kleid, sie sammelte Blumen im Paradiesgarten und reichte sie ihrem Töter. Alessandro blickte auf seine Tragödie, die er verübt hat – allerdings jetzt schon im Licht der Verzeihung und des Wunsches vonseiten Maria, dass sie auch ihn zusammen mit ihr im Paradies sehen kann. Allesandro hat damals an den Bischof Blandini einen Brief geschrieben. Er hat Reumut wegen seines Verbrechens erwiesen.

Nach 27 Jahren (d.h. 1929) wurde Alessandro vom Gefängnis freigesprochen – wegen guten Benehmens. Im Jahr 1937 hat er sich nach Corinaldo begeben, wohin mittlerweile die Mamma Assunta umgesiedelt war. Als Assunta ihn sah, schien es ihr zuerst, es wäre ein Bettler. Indessen der Unbekannte warf sich zu ihren Füßen und bekannte: „Das bin ich, Alessandro! Ich komme, um um Verzeihung zu bitten dafür, dass ich Ihnen die Tochter getötet habe” !
– Mamma Assunta sagte da ohne irgendwie zu zögern: „Maria hat dir verziehen, warum sollte ich dir nicht verzeihen” ?
Auf den nächsten Tag fiel das Weihnachtsfest. Assunta ging zusammen mit Alessandro in die Kirche. Nachher wurden beide vom Erzbischof zum Frühstück eingeladen.

Nach diesen Begebenheiten hat sich Alessandro mit den Patres Kapuzinern in Ascola Piceno verbunden. Dort lebte er und arbeitete als Gärtner im Klostergehöft. Zuletzt schrieb er sich in den Dritten Orden ein und führte ein Bußleben. Er starb 1970.

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Zur Ehre der Altäre

Am 31. März 1935 wurde mit dem Seligsprechungsverfahren der Maria Goretti begonnen. Selbst Alessandro wurde als einer der Zeugen gerufen. Er hat sein Opfer belobigt, hob ihre Güte hervor, ihre Sittsamkeit, Keuschheit. Er bekannte: „Ich wurde von der tierischen Leidenschaft blind. Sie war wahre Märtyrerin”.
Die irdischen Reste der Maria Goretti wurden am 28. Januar 1929 in festlicher Prozession in die Kirche der Gottesmutter der Gnadenreichen in Nettuno übertragen.

Am 27. April 1947 haben sich auf dem Petrusplatz der Basilika in Rom riesige Mengen von überall gesammelt, um an der Feier der Seligsprechung Marias teilzunehmen. Ihre Reliquien ruhten auf dem Altar. Bei der Seligsprechungsfeier in der Basilika hat auch die Mutter der Maria, Mamma Assunta, teilgenommen. Sie war damals 81 Jahre alt. Sie kam zu dieser Festveranstaltung in Umgebung ihrer Kinder und Enkel herangefahren. Als Papst Pius XII. sie erblickte, rief er: „Siehe da eine Mama! Was hast Du getan, dass Du ein so heiliges Kind gehabt hast?”
– Die Assunta wies auf den Himmel hin und sagte nur: „Ich habe der Maria die Furcht Gottes eingeprägt und habe in ihr Herz die Abscheu vor der Sünde eingegossen. Den ganzen Rest hat Jesus vollbracht”.
Im Anschluss an diese Worte, sagte Papst Pius XII.: „Ach, siehe da die gute, alte Methode für die Erziehung! Sie kann mit nichts ersetzt werden. Wenn sie in Familien weggelassen wird, geht ihr Glück zugrunde”.

Es nahte das große Jubiläum der Erlösung: das Heilige Jahr 1950. Am 26. Juni hat Papst Pius XII. die feierliche Heiligsprechung von fünf bisherigen Seligen vollbracht – darunter auch der Maria Goretti. Der Papst stellte sie vor als „Muster und Beschützerin der weiblichen Jugend”.

Schon bei der Seligsprechungsfeier hat der Papst starke Worte aufgegriffen gegen die „bewussten und freiwilligen Demoralisatoren, die durch Erzählungen, Tagesblätter, die Presse, den Theater, Film wirken, wie auch durch die Verbreitung einer unsittlichen Mode ...” Er fügte auch hinzu, dass über diese „bewusst wirkenden Demoralisatoren und ihre gleichgültigen Gesellschaftern eine furchtbare Gerechtigkeit Gottes lastet”.

Seit der Zeit des Pius XII. und jenes Heiligen Jahres – hat sich das Versenken der Welt in Vergehen, Niedertretung der privaten und öffentlichen Moralität, die enorme Ausmaßen von allerlei Vergehen einnimmt, leider entsetzlich nur vertieft. Die Kluft zwischen dem authentischen Christentum und der „Welt” hat sich unwahrscheinlich vertieft.
– Und doch, von der Welt soll man nicht fliehen, sondern sie verändern. Würde sich der Glauben der Maria Goretti verbreiten, würde sich auch die Welt verändern.
Pius XII. hat sich streng über die ‘laugewordenen Christen’ geäußert. Er wiederholte:

Wehe ihnen! Sie sollten Zeugen werden, so wie in ihren Spuren ganze Legionen
von Menschen wandern, um mit dem Ärgernis anzukämpfen.
Indessen sie bleiben gleichgültig
...”.


Hier noch ein Gebet um Gottes Gnaden durch die Fürsprache der Hl. Maria Goretti:

Heilige Maria Goretti, bitte zum Herrn,
den Du von Gesicht zu Gesicht anschaust,
dass Er uns mit deiner Vorliebe zur Keuschheit begeistert
und Deiner Abscheu zur Sünde,
die das Herz der Liebe Gottes verwundet” !

(Stella Maris, Juni 2002, S. 1-4. Übersetzung [auf der angeführten Internet-Seite] Auf Genehmigung des Verlags du Parvis.


Man könnte noch hinzufügen, dass es ähnliche Fälle von Märtyrertod in Verteidigung der Keuschheit viele in der Welt gegeben hat und es weiter geben wird. Seligsprechungen und Heiligsprechungen, selbst im Fall der Märtyrer, die „um Christi willen” getötet werden, geschehen eher selten. Heilige im Himmel gibt es eine unumfassende Anzahl. Es weiß davon Gott selbst – ab dem Beginn der Erscheinung der Menschheit bis zu heute.
– Dennoch die Selig- und Heiliggesprochenen Heilige bekommen von Gott eine weitere, besondere Gabe: sie strahlen mit ihrer Heiligkeit als Ermutigung für immer andere Geschlechter die Jahrhunderte hindurch der Menschheit und der Kirche, dass sie in Treue zu Gott und den Geboten Gottes verharren, selbst bis zum Butverguss einschließlich.

In aller Welt besteht ein großer Kultus der Hl. Maria Goretti. Es bestehen auch viele Vereinigungen, vor allem der Jugendlichen, wo als besondere Patronin sie gerade gewählt wird und wo besonders durch ihre Fürsprache um die Bewahrung der Keuschheit gebetet wird.

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3. Anna Suppan (1891-1910)

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In tödlichem Kampf um die Keuschheit

Hier kurz über die Märtyrerin der Keuschheit aus Süd-Österreich: Anna Suppan. Sie wurde im Dorf Wörth geboren, am 28. Mai 1891 (Quelle: FMG-Information, 2011, Nr. 103, 34-36). Es ist eine der Märtyrer-Jungfrauen, die bisher nicht seliggesprochen wurde (großenteils wohl ... infolge der Vernachlässigung der lokalen Kirchenhirten).

Ihre Erste Heilige Kommunion fiel auf den 26. April 1903. Die Anna erlebte dieses Ereignis mit außergewöhnlichem Eifer. Als 12-jähriges Mädchen musste sie zur Arbeit außerhalb des Zuhause, um der mittlerweile verwitweten Mutter bei der Erhaltung der Familie zu Hilfe zu kommen. Sie zeichnete sich mit besonders großer Liebe zur Unbefleckten. Als sie 17 Jahre alt war, widmete sie sich ganz an Maria.

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Erklärung

Nicht lange vor ihrem Tod, am Tag des Hl. Josef (19. März1910) hat sich Anna nach der Ortschaft Gnas zur Heiligen Messe begeben, wo der Hl. Josef besonders verehrt wurde. Nachmittags hielt der dortige Pfarrer eine Vorlesung-Betrachtung zum Mädchenverein. Er sprach besonders von der Bewahrung der heiligen Keuschheit. Er hat das leuchtende Beispiel der Märtyrerin angeführt, Agnes Pfeifer aus Finthen bei Mainz, die ein anderthalb Jahrhundert früher, am 16. April 1754 in Verteidigung der Keuschheit von einem demoralisierten Schäfer ermordet wurde. Bei ihrem furchtbaren Todeskampf um die Reinheit, wurde sie mit vielen Messerstichen von ihm ermordet. Die Pfarrkirche, wohin ihr Leichnam übertragen wurde, wurde alljährlich zum Wallfahrtsort zahlreicher Pilgerwanderungen bis heute.
– Anna geriet unter starken Eindruck dieser Predigt. Sie nahm die Worte des Pfarrers als ob direkt an sich gerichtet.

Am darauffolgenden Tag – dem 20. März (1910) war gerade Palmsonntag. Die Anna hat sich von neuem nach Gnas begeben, und betete dort lange. Nachmittags bat sie ihre Arbeitsgeberin in die Ortschaft Aschau gehen zu dürfen, um dort das mittlerweile fertig gemachte Osterkleid zu holen. Diese Ortschaft lag etwa eine Dreiviertelstunde Wegs entfernt von der Familienortschaft Wörth.

Als nun Anna schon nahe Aschauerberg war, bemerkte sie, dass ein 17-jähriger Bursche ihr nachfolgte. Anna schien es, sie könne ihn erkennen – und erschrak. Es war Sohn des in der Nähe wohnenden wohlhabenden Bauern: ein wilder Kerl, der schon mehrmals bestraft wurde. Die Anna dachte sofort an das nicht lange her Gehörte beim Jungfrauenverein. Es wurde ihr bewusst: Heute bin ich dran!

Der Bursche hat sie bald eingeholt. Er sprang auf sie zu, packte sie stürmisch am Hals und verriet damit seine schlechte Absicht. Die Anna wehrte sich: „Geh weg von mir! So was tue ich nicht, das bin ich nicht gewohnt”. Er ließ aber von seiner Zudringlichkeit nicht ab: „Ich gehe nicht weg. Deinetwegen bin ich hier gekommen”. Der Junge versuchte sie vom Weg in den Wald hineinziehen. Anna widersetzte sich mit aller Kraft und beschwor ihn: „Eher soll‘s mir das Leben kosten, als dass ich so was tue”.

Nach weiterem Gezerre wurde sich der Junge bewusst, dass alle seine Schmeicheleien und Zudringlichkeiten vergeblich sind. So wollte er also sein Ziel mit Gewalt erreichen. Anna wehrte sich mit aller Kraft. Da zog der Bursche wütend sein Taschenmesser und stieß es ihr in den rechten Oberschenkel. Der Anna gelang es aber sich dem Angreifer zu entziehen und auf den Weg zurückzulaufen. Er holte sie aber sofort ein und stieß ihr das Messer mit aller Wucht in die linke Kniescheibe, so dass das Taschenmesser im Knie steckenblieb. Anna hat es selber herausgezogen und wollte es fortwerfen. Da entriss er es ihrer Hand, brachte ihr am Daumen eine Schnittwunde bei und warf sie zu Boden. Anna wehrte sich weiter, schrie laut zur Gottesmutter und den Heiligen um Hilfe. Da kniete er sich auf sie, riss ihr das Tuch vom Kopf und stopfte es ihr in den Mund. Als sie es aus ihrem Mund wegzog, stieß er ihr sein Messer in die Brust.

Soweit konnte Anna ihren Kampf mit dem Angreifer schildern. Der Kampf dauerte drei Viertelstunden. Anna wäre wohl in Qualen im Wald verblutet, wenn nicht zufällig ein anderer Junge des Weges gekommen wäre. Entsetzt mit der Sicht dessen, was hier vorgekommen war, holte er die Hilfe herbei.

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Woche des Sterbens mit Christus

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Erklärung

Das blutüberströmte, zerschundene, verwundete Mädchen wurde in das nur 10 Minuten entfernte Haus der Näherin, in das Anna sich begeben wollte, gebracht. Es wurde schnell ein Arzt herbeigerufen.

Er hat neun tiefe, schwere Wunden festgestellt, von denen fünf tödlich waren. Der Arzt sah sofort, dass er allein nichts ausrichten kann. Bei der gerichtlichen Obduktion wurde außer den erwähnten Stichen noch ein dazugezählt: in die rechte Brustseite, der die fünfte Rippe und den unteren Lungenlappen durchschnitt. Ein anderer Stich ging zwischen den Rippen hindurch in die Brusthöhle. Der lebensgefährlichste Stich in den rechten Unterleib durchschnitt Bauchfell und Leber: die Wunde eiterte und bereitete der Anna große Schmerzen.

Ein weiterer Stich durchdrang ebenfalls das Bauchfell.
Eine fünfte tödliche Wunde klaffte auf dem Rücken über dem rechten Schulterblatt. Dieser Stich hatte das Brustfell durchschnitten und die sechste Rippe durchstochen.
Große Schmerzen bereitete Anna auch die Wunde unter dem linken Schlüsselbein, und ein Stich hatte die Gegend der Magengrube getroffen.

Durch den enormen Blutverlust litt Anna an heftigem Durst. Aber wegen den Magenverletzungen konnte sie nichts behalten. So vermehrte das Erbrechen die großen Schmerzen.

Anna hatte das sehnlichste Verlangen, mit den Heiligen Sterbesakramenten versehen werden zu können. Der Herr hat sie gehört. Nach ihrem Empfang war sie sehr glücklich: „Gott sei Dank, dass es vorüber ist! Gott sei Lob und Dank, dass ich noch versehen worden bin, dass ich so lange gelebt habe” !

Nach dem Empfang des Sakramentes der Ölsalbung und der Heiligen Kommunion war sie wie verklärt. Sie verzieh ihrem Mörder aus vollem Herzen. Als die die Mutter des Täters sie aufsuchte, nahm sie diese liebevoll auf und versicherte sie: „O nein, ich bin auf ihn nicht böse und auf Sie auch nicht” ! Die Näherin, die die Pflege der Schwerverletzten übernommen hat, bezeugte, sie habe vom Mund der Anna die Worte vernommen: „Meinem Mörder habe ich von Herzen verziehen. Auch für ihn opfere ich meine Schmerzen auf, damit er sich bekehre. Und wenn ich in den Himmel komme, werde ich dort für ihn bitten”.

Trotz den schrecklichen Verwundungen lebte Anna noch die ganze Karwoche hindurch. Allerdings ihre Schmerzen waren unsagbar. Es kamen viele sie zu besuchen. Alle sahen ergriffen, wie heroisch sie die Leiden angenommen hat, indem sie sich zugleich ganz dem Willen Gottes gefügt hat und geduldig betete und litt. Nach dem Urteil des behandelnden Arztes und aller, die sie auf ihrem Schmerzenslager sahen und betreuten, reifte sie zum Grad der Heiligkeit. Die Eiterungen der durchstochenen inneren Organe und der Wundbrand ließen sie mehrmals laut aufschreien: „Weil es mich innerlich so brennt”. Doch nie klagte sie wirklich, auch nicht über ihren Mörder. Sie betonte dagegen mehrmals: „Ich habe keinen Groll, ich bin auf keinen Menschen böse. Meinem Mörder habe ich von Herzen verziehen”.

Als sich die Schmerzen ins Unerträgliche steigerten und sie nicht mehr zu beten imstande war, nahm sie den Rosenkranz, den ihr ein Jerusalempilger geschenkt hatte, in ihre Hände und drückte ihn immer wieder an ihre Lippen. In den letzten qualvollen Stunden hielt sie ihn fest umklammert und hauchte immerzu: „In Gottes Namen”. Sie flüsterte verschiedene Stoßgebete. Dankbar war sie, wenn die Anwesenden mit ihr beteten, und bat darum. Oder sie fügte nur noch hinzu: „Kniet nieder und betet vor, dann tue ich mich leichter”. Oder auch: „Nehmt es mir nicht übel, mitbeten kann ich nicht, ich kann nur Stoßseufzer machen”.

Der behandelnde Arzt kam täglich zweimal, um ihr beizustehen. Er war auch bei ihrem Heimgang in der Osternacht anwesend. Fest hielt Anna den Rosenkranz in Händen, küsste innig das Kreuz, ohne Klage.
– Als man ihr ein paar Tropfen Kognak zur Stärkung gab, vermehrte das ihr Leiden, da sie alles erbrechen musste. Ihre Arbeitsgeberin, die für sie gleichsam ihre zweite Mutter war, hat sie ermuntert, dreimal nachzusprechen: „Mein Jesus, Barmherzigkeit”. Die Anna tat es zweimal, aber beim dritten Mal hauchte sie: „Ich kann nicht mehr”. Da gab ihr jene geliebte Frau ein paar Tropfen geweihtes Wasser zu trinken, was Anna mit Andacht nahm.

Der Todesschweiß trat stark hervor, so dass sie innerhalb weniger Minuten mehrmals abgetrocknet werden musste. Diese Frau sprach über sie auch den Segen. Seine letzten Worte: „... und des Heiligen Geistes. Amen” sprach auch Anna nach und küsste mehrmals das Kreuz am Rosenkranz. Und da hat sie, um 23.30 Uhr in der Osternacht, ihr Leben Gott zurückgegeben.

Der Arzt war vom Miterleben dieses Sterbens ganz ergriffen. Er sagte in höchster Bewunderung: „Bringt alle Blumen her zu dieser reinen Jungfrau, um sie so schön wie möglich aufzubahren! So ein Tod kommt in St. Stefan nicht mehr vor”.

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Erklärung

Beisetzung und die Ehre die Anna gehuldigt wird

Zum Sterbehaus der Anna strömten zahlreiche Pilger von Gläubigen, um an der Leiche dieser tapferen Märtyrerin zu beten. Das Begräbnis wurde zu einem großen Triumphzug mit Teilnahme einer großen Volksmenge, die auch aus Nachbarpfarreien und von weiter her herangezogen waren. Der Sarg sank in Blumen.

Der Arzt, der Anna beigestanden hatte, legte als schon Hochbetagter Mensch 1952 ein schriftliches Zeugnis ab. Er tat es in Anwesenheit von zwei Priestern und einem anderen Arzt:

„Meine Untersuchung ergab, dass das Mädchen mehrere schwer tödliche Verletzungen, hauptsächlich am Unterleib, erlitten hatte. Trotz des Kampfes mit dem Angreifer und der dabei erhaltenen Unterleibsverletzungen war sie nach meiner Untersuchung bestimmt geschlechtlich unberührt. Ich habe sie nachher noch jeden Tag, auch manchmal täglich mehrmals besucht. Bei diesen Besuchen erklärte sie mir auch noch vor ihrem Tode wiederholt bei vollem Bewusstsein, dass sie ihrem Angreifer verzeihe. Am 26. März um halbzwölf Uhr nachts ist Anna Suppan an inneren Verletzungen und Erschöpfung gestorben”.

Auf dem Grabstein am Friedhof Sankt Stefan im Rosental steht die Inschrift: „Hier ruht Anna Suppan, die Zierde des Jungfrauenvereines von Gnas, welche 18 Jahre alt, am Palmsonntage 1910, nach heldenmütiger Vereidigung ihrer Unschuld in Wörth, von vielen Stichen tödlich verwundet, in der Osternacht verstorben und am Osterdienstag hier beerdigt wurde”.

Ein Pfarrer: Franz Wohlgemuth (1910-1983), der aus Wörth stammte (er ist in der Nacht geboren, wann Anna Suppans gestorben ist), verehrte die Märtyrin sehr. Er ließ 1937-38 in Wörth eine Anna-Suppan-Gedächtniskapelle errichten. Diese Kapelle wurde der Gottesmutter von der Immerwährenden Hilfe geweiht. Nach Angaben im Internet wurde sie 1998 renoviert.

Sicherlich auch für Anna Suppan treffen die Worte, die Papst Pius XII. bei der Heiligsprechung der Hl. Maria Goretti sagte:

Alle wissen, dass diese Jungfrau wehrlos einen bitteren Kampf zu bestehen hatte. Urplötzlich brach der wilde Sturm gegen sie los und versuchte ihre engelgleiche Reinheit zu brechen. Doch in diesem harten Kampf konnte sie dem Göttlichen Erlöser die Worte des goldenen Büchleins von der ‘Nachfolge Christi’ wiederholen: ‘Wenn ich von vielen Bedrängnissen versucht und gequält werde, fürchte ich kein Unheil. Denn Du bist bei mir! Die Reinheit ist meine Stärke. Sie bringt Rat und Hilfe. Sie ist mächtiger als alle Feinde. So half ihr die Gnade des Himmels, und ihr Wille antwortete großmütig und tapfer. Sie vergoss ihr Blut und wahrte den Ruhm der Jungfräulichkeit”.

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4. Sel. Therese Bracco (1924-1944)

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Jugendliche Jahre

Ein weiteres Mädchen, das mit ihrem Märtyrertod die Tugend ihrer Reinheit tapfer verteidigt hat, ist die 20-jährige Therese Bracco (24.II.1924–28.VIII.1944). Wir benutzen wieder die Monatsschrift „Freundeskreis Maria Goretti – Information”. Hier beinahe die wörtliche Kopie des Artikels, wo den Lesern die Gestalt dieser Märtyrerin nahegebracht wird (FMG-Information, 1998, Nr. 64, 33).

Es geschieht dieses Mal in Nord-Italien, gegen das Ende des Zweiten Weltkrieges. Italien war im Grund genommen von der Deutschen Militär besetzt. Es gab aber aktive Partisanentruppen, die um die Unabhängigkeit und Bewahrung der Identität Italiens kämpften.

Therese Bracco stammte aus einer kinderreichen Familie tief gläubiger Bauer. Die ganze Familie sammelte sich täglich zum Rosenkranzgebet und Lektüre der Heiligen Schrift. Diese, die die Therese gekannt haben, bestätigen, dass sie arbeitsam, schlicht und im Gespräch enthaltsam war. Sie vermied eine lärmende Gesellschaft und oberflächliche Vergnügen.

Als Therese 3 Jahre alt war, hat sie binnen 3 Tagen ihre Brüder verloren: der eine war 9 Jahre alt, der zweite 15 Jahre. Zur Ersten Heiligen Kommunion ist Therese am 21. April 1931 angetreten. Im August 1933 sah die damals 9-jährige Therese das Bild mit dem Hl. Domenico Savio. Sie las den Kernsatz seines Lebens: „Eher den Tod als die Sünde”. Zum Sakrament der Firmung trat sie am 2. Oktober 1933 heran.

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Nachdem sie die Grundschule beendet hat, musste sie den Dienst einer Hirtin verrichten. Nachher ging diese Funktion auf ihre jüngere Schwester über. Therese arbeitete dann an der Seite ihres Vaters und ihrer älteren Schwester. Es war eine Arbeit in der Landwirtschaft. Es mussten Wiesen, Felder und Saaten, Kastanienhaine und Weinberge gepflegt werden. Der Vater ist aber im Juli 1944 gestorben: kurz vor dem Märtyrertod seiner Tochter.

In den letzten drei Jahren ihres Lebens hat Therese ihr Herz ganz Gott geöffnet. Das Gebet wurde zu ihrer täglichen Speise und Ruhe. Die Allerseligste Jungfrau und der Eucharistische Jesus wurden ihre beständigen Gesprächspartner. Sie verlobte sich Jesus und weihte sich Maria. Davon zeugt ein Ring aus dem Heiligtum von Todocco: der Ring wurde an ihrem Ringfinger bei der Exhumierung ihrer sterblichen Überreste 1989 gefunden.

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Tod in Verteidigung der Keuschheit vom Deutschen Soldat zugefügt

Im Herbst 1943 haben die Italienischen Partisanen ihre Truppen in Wäldern der Diözese Acqui verteilt. Am 24. Juli 1944 ist es in der Nähe des Familiendorfes der Seligen zu kämpfen zwischen ihnen und der Deutschen Militär gekommen. Am nächstfolgenden Tag kamen die Deutschen auf das Schlachtfeld zurück, um ihre Gefallenen zu beerdigen. Sie begannen auch die umgebenden Gebäude zu zerstören und verbrennen. So wollten sie die Bauern für ihre Mitarbeit mit den Partisanen bestrafen. Am 28. August sind sie in Santa Giulia eingeschritten. Sie haben eine Razzia auf die Bewohner des Dorfes organisiert, schossen zu den Wehrlosen und nahmen ihr Habe ein. Ein paar Soldaten haben außerdem drei Mädchen entführt.

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Erklärung

Unter diesen Mädchen fand sich auch die Therese Bracco. Einer von ihnen zog sie in den Wald hinein und versuchte sie zur Sünde nötigen. Therese versuchte von ihm wegzulaufen und in die Nähe der Häuser zu kommen. Aber das ist ihr nicht gelungen. Sie widersetzte sich dem Soldaten mit aller Kraft. Das hat ihn zur Tollwut gebracht. Er begann die Therese zu würgen, und zuletzt tötete er sie mit zwei Schüssen aus der Pistole.

Ihren gemarterten Leib fand man erst am dritten Tag, das ist am 30. August. An diesem Ort wurde nachher ein Marmordenkmal aufgestellt – mit der Inschrift::

„Teresa Bracco. Am 28. August 1944 wurde sie
in der Blüte ihrer zwanzig Jahre bei der Verteidigung des Glanzes ihrer Reinheit
barbarisch ermordet von einem grausamen Soldaten”.

Ihre Beerdigung fand am 31. August statt.

Papst Johannes Paul II. erhob die Therese Bracco in Turin am 24. Mai 1998 zur Würde der Seligen.

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5. Die Sel. Lindalva Justo de Oliveira (1953-1993)

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Die Anfangsjahre des Lebens der Lindalva

Wir begeben uns nach Brasilien. Hier eine Handvoll Einzelheiten über den Märtyrertod in Verw in Verteidigung der Reinheit der Ordensschwester, der Sel. Schw. Lindalva Justo de Oliveira.
(s.ieh.: FMG-Information, 2008, Nr. 93, 33f.).

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Erklärung

Der Vater der Lindalva war Bauer in armen Gegenden von Grande do Norte. Als Witwer heiratete er zum zweiten Mal – die Maria Lúcia de Oliveira. Die Lindalva war das 6. Kind unter insgesamt 13 Kindern dieser Ehe. Die Familie war arm, aber reich an Glauben. Der Vater zog mit seiner Familie nach Açu, damit seine Kinder die Schule besuchen konnten. Dort, an diesem neuen Ort, ist die Lindalva in die Welt gekommen.

Lindalva wurde am 7. Oktober 1953 geboren, und getauft am 7. Januar 1954. Lindalva entwickelte sich rasch, indem sie auf das Beispiel des Glaubenslebens ihrer beiden Eltern schaute. Der Vater las ihr und den übrigen Kindern oft die Heilige Schrift vor. Die Lindalva selbst half spontan ihrer Mutter bei der Erhaltung des Hauses. Sie zeichnete sich mit natürlicher Empfindsamkeit für die Armut aus und verbrachte viel Zeit mit armen Kindern. Manchmal verteilte sie ihnen ihre eigenen Kleider.

Die Erste Heilige Kommunion empfing sie, als sie 12 Jahre alt war (am 15.XII.1965). Nach dem Ende der Grundschule ging sie nach Natal, und machte dort ihre Berufsausbildung. Sie wohnte dort bei der Familie ihres Bruders und half bei der Erziehung seiner drei Neffen. Nachher arbeitete sie auf verschiedenen Stellen: im Handel und als Kassiererin einer Tankstelle, wobei sie das verdiente Geld ihrer Mutter schickte. Sie fand jeden Tag die Zeit, um Menschen im Altersheim zu besuchen. Wenn ihre Freundinnen und Angehörigen das Thema Heirat ansprachen, wechselte sie das Thema und sagte, sie hätte schon „drei Söhne – ihre Neffen”.

Im Jahr 1982 ist ihr Vater gestorben: es war Folge einer unheilbaren Krebserkrankung. Die Lindalva stand ihm liebevoll bei. Als der Vater das Ende nahen fühlte, rief er seine Kinder, die in der Umgebung lebten, zu sich. Er bat dann um einen Priester und empfing das Sakrament der Ölsalbung, wonach er seine Kinder segnete, indem er sie ermahnte, den Glauben zu bewahren und nach Gottes Willen zu handeln. Am selben Tag ist er zu Gott gegangen.

Die Lindalva entschied sie nach dem Tod ihres Vaters, den Armen zu dienen. Sie begann immer mehr Christus in ihnen zu erblicken. Dabei hat sie viel Freude erfahren. Sie machte einen Pflegekurs. Sie fand auch die Freude daran, Freundschaften zu schließen, Gitarre zu lernen und kulturelle Interessen zu pflegen. Im 1987 empfing sie das Sakrament der Firmung.

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Bei den Schwestern – Töchtern der Christlichen Liebe

Schon einige Zeit hatte Lindalva Kontakt zu Schwestern des Hl. Vinzentius a Paulo geknüpft: „Töchtern der Christlichen Liebe”. Die Oberin des Klosters in Natal – Schw. Djanira, war überzeugt, dass Lindalva die Gnade der Berufung hat.
Am 2. Februar 1988 wurde Lindalva in das Postulat des Ordens aufgenommen. Sie erbaute ihre Gefährtinnen mit ihrer Freude und ihrer natürlichen Zuneigung zu Armen. In ihrem Gesuch schrieb sie:

Ich bin schon ... 33 Jahre alt und, Gott sei Dank, sehr gesund... Schon lange habe ich den Ruf Gottes vernommen, aber erst jetzt bin ich frei, darauf zu antworten und mich Ihm im Dienst an den Armen zu weihen ... Ich möchte alle Freude des Himmels haben, ich möchte überströmen vor Freude und dem Nächsten helfen, ich möchte unermüdlich Gutes tun”.

Hier ein paar Schnappschüsse im Anschluss auf ihre eigenen Geschwister. Der eine von ihren Brüdern – Antonio, ist dem Alkohol verfallen. Lindalva schrieb zu ihm:

Denk darüber nach und tu dir selbst Gutes. Ich bete sehr viel für dich und werde das weiterhin tun, und wenn es nötig ist, will ich Buße tun, dass du für die Sündenvergebung bereit bist. Folge Jesus, der bis zum Tod für das Leben der Sünder kämpfte und der Sein eigenes Leben hingab – nicht als Gott, sondern als Mensch, für die Vergebung der Sünden. Wir müssen zu Ihm Zuflucht nehmen. Nur in Ihm ist das Leben lebenswert”

In einem Jahr hörte er auf zu trinken.

Nach dem Jahr des Postulats wurde Lindalvia an andere Siedlungen ihres Ordens übertragen. 1989 wurde sie zusammen mit noch 5 anderen Schwestern in das Noviziat aufgenommen. Nach der Bekleidung sagte sie: „Ja, jetzt bin ich eine Tochter der Christlichen Liebe”.

Im Januar 1991 wurde sie in das kommunale Altenheim Dom Pedro II nach Salvador, Bahia gesandt, um dort auf der Krankenabteilung mit vierzig alten Menschen zu arbeiten. Sie war für den Männerpavillon verantwortlich. Diesen Dienst versah sie mit Kompetenz und Festigkeit. Energisch und hilfsbereit strahlte sie viel Freude aus. Man verspürte ihr an, dass sie ihre Berufung liebte und sich als Dienerin der Armen verstand. Sie behandelte jeden liebevoll und bevorzugte, noch benachteiligte keinen.

Ihren Dienst machte sie als Apostolat des Wortes, des Zeugnisses, des Zuhörens, des Betens. Sie bereitete die Kranken auf ein gutes Sterben vor. Sie begeisterte alle in ihrer Umgebung. Ihr bescheidenes, einfaches und diskretes Auftreten strahlte Liebe und Reinheit aus. Neben diesen Aufgaben fand sie auch Zeit, um die Armen in den Wohnungen zu besuchen und Spenden zu sammeln. Die Triebkraft in ihrem Herzen war die Gottesliebe. Sie sagte selbst: „Wir müssen dem ärmsten Bruder mit Liebe und ganzer Hingabe dienen, denn Gott wohnt in Ihm und wartet auf uns”.

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In letztlicher Probe auf die Reinheit

In die Männerstation des Altenheimes wurde im Januar 1993 Augusto da Silva Peixoto aufgenommen. Er war erst 46 Jahre alt. Er kam hier wohl aufgrund einer dringenden Empfehlung. Er war jähzornig und stellte bald Schwester Lindalva nach, tat ihr auch seine unsittlichen Absichten kund. Die Schwester suchte, sich von ihm fernzuhalten, wo immer es möglich war. Sie vertraute ihre Angst anderen Schwestern an und nahm Zuflucht zum Gebet. Glaube und Gebet hatten sie zu einer starken Persönlichkeit geformt, die bereit war, die Reinheit des Herzens und Leibes zu verteidigen. Ihre Liebe und Fürsorge für die alten Menschen aber bleib ungetrübt. Dies war es auch, was sie im Altenheim bleiben ließ, wie sie einer Schwester anvertraute: „Ich ergieße lieber mein Blut, als diesen Platz zu verlassen”.

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Erklärung

Am 30. März dieses Jahres (1993) wurden die unsittlichen Angebote des Augustins so aufdringend und furchterregend, dass die Schwester um Hilfe eines der Beamten des Gesundheitswesens gebeten hat. Obwohl Augustin versprach, sein Verhalten zu ändern, nährte er in seinem Herzen Hass und Rache und plante Schlimmes.

Es kam der Tag an, der 9. April (1993), Karfreitag. Schw. Lindalva nahm schon am frühen Morgen um 4.30 Uhr morgens, zusammen mit den anderen Schwestern der Pfarrgemeinde ‘Boa Viagem’ – am Kreuzweg teil, wonach sie rasch zu ihrer Krankenstation zurückkehrte, um gegen 7.00 Uhr den betagten Leuten das Frühstück zu bereiten. Als sie in der Krankenabteilung an einem Tisch Kaffee ausgab, spürte sie eine Berührung an der Schulter. Sie wandte sich um und blickte in das wutentbrannte Gesicht des Augustins. Er trug ein Messer in der Hand und versetzte ihr sogleich in den Hals einen Stich, der ihre Schlagader traf. Trotz ihrer abwehrenden Bewegung stach er weiter auf sie ein. Schw. Lindalvia rief mehrmals: „Gott, schütze mich” ! und sank zu Boden. Die gerichtsmedizinische Autopsie stellte später neununddreißig tiefe und fünf kleine Stiche fest.

Ein alter Mann, der im Moment des Anschlags in der Nähe war, flehte den Mörder an, von der Schwester zu lassen. Der entgegnete ihm: „Geh weg, sonst tu ich dir das Gleiche an”. Anderen, die hinzukamen, sagte er: „Ich hätte es schon früher tun sollen”. Eine Mitschwester, die auf einer anderen Station das Frühstück servierte, eilte auf den Schrei herbei. Sie hatte den Mut, den Arm des Mörders zu packen, konnte aber nichts ausrichten, weil sie in Gefahr war, selber mit dem Messer angegriffen zu werden. Gerade in diesem Augenblick tat Schwester Lindalva ihren letzten Atemzug.

Der Mörder bedrohte auch die alten Leute der Station, wenn sie ihm nahekämen, und wiederholte mehrmals: „Ich bin froh über meine Tat!”. Als eine weitere Schwester nichts ahnend hinzukam und erschreckt ausrief: „Mein Gott, wer konnte so etwas tun”, drohte der Mörder wieder allen, die in seine Nähe kämen, dasselbe anzutun. Dann wurde er ruhig, setzte sich auf die Bank, wisch das Messer an seiner Hose ab, stieß es in den Tisch und rief: „Sie wollte mich nicht ...!” Zu einem Arzt gewandt, der gerade hinzukam, sagte er: „Sie können die Polizei rufen, ich werde nicht weglaufen. Ich habe getan, was getan werden musste”.

Die Polizei traf einige Minuten später ein und nahm den Mörder fest. Er erklärte auch vor den staatlichen und kirchlichen Gerichten, er habe sie getötet, weil sie sich ihm verweigert hatte.

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Seligsprechung der Schw. Lindalva

So starb Schwester Lindalva an diesem Karfreitag 1993 – nach dem Kreuzweggebet, auf der Krankenabteilung ihres Altenheimes, in Vereinigung mit dem Opfer Christi. Der Leichnam wurde dann in das rechtsmedizinische Institut gebracht. Abends brachte man den Sarg in die Kapelle Dell’Abrigo, wo die jährliche Karfreitagsprozession vorbeizog. Tausende von Menschen aus allen Teilen der Stadt kamen noch in der Nacht zum Sarg. Am Morgen des Karsamstags hielt dann der Kardinal Lucas Moreira Neves OP, Primas von Brasilien, das Begräbnis für die 39-jährige Schwester. Bei der Hl. Messe am Weißen Sonntag sagte er:
Ein paar Jahre genügen für Schwester Lindalva, um ihr Ordensleben mit dem Martyrium zu krönen”.

Am 2.Dezember 2007 wurde Schwester Lindalva Seliggesprochen. Ihre Reliquien ruhen in der Kapelle des Altenheimes Dom Pedro II. Die Seligsprechungsfeier wurde im Stadion von Salvador gehalten. Sie wurde vom Kardinal Saraiva Martins gehalten – in Gegenwart der Mutter der Seligen und bei Teilnahme von Tausenden Gläubigen. Der Kardinal nannte sie
eine Märtyrin unserer Tage, ein Vorbild vor allem für die Jugend – durch ihr Zeugnis der Einfachheit, der Reinheit, der Lebensfreude und der Hingabe an Christus”.

Der Kardinal hat gelegentlich auch den Spruch der Seligen angeführt, als sie eines Males wegen ihrer spruchsweisen Fröhlichkeit gefragt wurde. Schwester Lindalva antwortete damals folgender:

Das Herz gehört mir – und kann leiden.
Dagegen das Gesicht gehört den anderen – und soll lächeln”
.

Als Gedenktag der Seligen wurde ihr Tauftag, das heißt der 7. Januar, festgesetzt. Denn ihr Todestag würde häufig in die Fastenzeit, bzw. die Ostertage fallen.

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6. Brigitte Irrgang (1943-1954)

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Aus der Slovakei nach Pommerland

Jetzt kommen wir auf das Gebiet der Slovakei und des Baltischen Pommerlandes. Wir haben vor uns ein nächstes Mädchen, das ihr Leben in Verteidigung der Tugend der Keuschheit hingegeben hat. Es ist Brigitte Irrgang (s.: FMG-Information, 2000, Nr. 70, 35f.).

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Erklärung

Brigitte ist in der Slovakei in Krickerhau geboren (am 10. Februar 1943. Heute: Handlová), und starb in Loitz (früher das Polnische: Łozice) in Mecklenburg bei Greifswald (am 29.IX.1954). Der Vater, ein Lehrer, zusammen mit der Mutter, haben ihren Kindern (sie waren sechs) eine religiöse Erziehung gegeben. Zwei ihre Söhne sind Priester geworden. Selbst die Brigitte war ein sehr fröhliches Mädchen. Die Mutter lehrte sie, dass alles, was es schwieriges gibts, aufzuopfern gilt.

Gegen das Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Deutschen aus diesen Gebieten weggetrieben. Die Familie Irrgang hat sich im Pommerland angesiedelt – in Loitz (Polnisches: Łozice). Es war ein Städtchen, beinahe ausschließlich Evangelisch. Der Vater wurde dort Rektor der Oberschule. Die Erziehung der Brigitte verlief vorbildlich. Das kleine Mädchen mit blonden Locken war die eifrigste in der Schule, u.a. im Religiosunterricht. Ungeachtet der in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik Deutschlands herrschenden gegen-christlichen Atmosphäre und des starken Nachdrucks des politischen kommunistischen Regimes, engagierte sich die Familie Irrgang mutig in die Lebenspraxis nach dem Katholizismus. Die Klassenlehrerin, Charlotte Gaede, schrieb über das Mädchen Brigitte:

In den Frühjahrsmonaten 1954 kam mir deine körperliche und seelische Schönheit und Reinheit besonders stark zum Bewusstsein ... Oft sah ich dich an und musste denken: Du schöne Blüte!... Ja, so warst du, Brigitte, entflammt für alles Gutes, Edle und Schöne, stets bereit zur helfenden Tat, rein in deinem Wollen und Streben, dürstend nach Erkenntnis, mit tiefstem Ernst bemüht um Läuterung der Seele”.

Zur Ersten Heiligen Kommunion trat Brigitte am 27. Juli 1952 an. Zu gleicher Zeit begann sie sich zum Sakrament der Firmung vorbereiten: es war auf den 18. Oktober 1954 geplant. Zur Patronin der Firmung wählte sie sich die Hl. Maria Goretti. Noch zwei Tage vor ihrem Tod betrachtete sie das Bild der vor 4 Jahren heiliggesprochenen Heiligen (Heiligsprechung der Hl. Maria Goretti: 1950) und sagte zur Mutter: „Wie schön sie ist! Mutter, ich weiß alles von ihr”.

Schon als 7-jähriges Kind war Brigitte eine der Eifrigsten bei der Kindermission gewesen. Sie ging nun regelmäßig zu den Heiligen Sakramenten und betete gern den Rosenkranz. Man konnte bei ihr schwer eine klare Hinordnung auf Gott nicht bemerken. Für ihren persönlichen Gebrauch hat sie sich ein Heft angelegt mit einer Gewissenserforschung, mit Erklärungen und Fragen zu den Zehn Geboten Gottes. Nach dem 6. Gebot hat sie dort das Gebet der kleinen Marienweihe eingefügt: „O meine Gebieterin ...”.

Der damalige Pfarrer von Demmin (ihm fiel die Seelsorge über Loitz zu) kannte die Familie Irrgang gut. Von ihm stammt aus dem Januar 1955 ein ausführlicher Bericht (von den vier Brüdern der Brigitte 1998 als zuverlässiges Zeugnis bestätigt), in dem er die Brigitte als Märtyrerin der Keuschheit schildert.

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Erklärung

Von diesem Pfarrer kommt auch u.a. das Detail von der Religionslehre,
(Religionslehrerein war dort eine Hedwigsschwester),
dass ihr Eifer und das religiöse Wissen der Brigitte geradezu sprichwörtlich geworden war. Die Lehrer und die Kinder sprachen immer:

Fragen Sie doch Brigitte, die weiß immer alles”.

Nach dem Unterricht trug Brigitte alle Merksätze in ein Heft ein, und prägte sie sich ein.

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Plötzliches, unerwartetes Martyrium in Verteidigung der Keuschheit

Am 29. September 1954, am Festtag des Hl. Erzengels Michael, konnte die Brigitte von den Erklärungen der Religionslehrerin zum Wort Jesu Christi: „Wen dürstet, der komme zu Mir, und es trinke, wer an Mich glaubt” (Joh 7,37) gar nicht genug bekommen. Als die anderen Kinder schon gegangen waren, bat sie die Schwester, ihr noch Messlieder vorzusingen. Doch die Schwester musste der nahenden Dunkelheit nach einem langen Arbeitstag aufbrechen.

Brigitte sprang in das Schulhaus hinauf, wo sie mit ihrer Familie wohnte. Die Mutter schickte sie schnell noch etwas einzukaufen. Ihr älterer Bruder überholte sie, als sie sich auf dem Rückweg befand, kurz vor dem Haus. Doch Brigitte kam nicht mehr an. Die Familie war in Aufregung und die Brüder suchten sie. Während einer der Brüder im Dunkeln einen Mann aus dem Gebüsch vor dem Haus schleichen sah, fand er dann zuerst die Einkaufstasche und verstreute Kleider der Brigitte. Voll Grauen sah er Brigitte dann unter einem Strauch liegen, ihre linke Schläfe im Blut, am Hals Würgemale, am Unterleib sehr verletzt. Der Vater kam hinzu und trug das Mädchen ins Haus, zunächst noch im Glauben, sie sei nur verletzt und bewusstlos. Doch er erkannte, dass sie tot war.

Der sogleich gerufene Priester spendete ihr bedingungsweise die Heilige Salbung. Die Polizei konnte, durch des Bruders Hinweis, den Täter rasch ergreifen. Er wurde vor sein Opfer geführt, leugnete aber stundenlang, bis er unter der Last der Beweise zugab, er habe, weil ihn eine junge Frau versetzte, dem Mädchen aufgelauert, es mit dem Kopf gegen die Mauer geschlagen, erwürgt und ihm Gewalt angetan. Allerdings am Bildchen der Pfarrgemeinde ist es geschrieben: „Der Täter hatte ihr Gewalt angetan und wollte sie missbrauchen, doch zur Vergewaltigung war es nicht mehr gekommen”.

Der tote Leib der Brigitte kam noch in der Nacht zur gerichtsmedizinischen Untersuchung nach Greifswald. Der Leib wurde am 1. Oktober freigegeben. Am Schutzengelfest, dem 2. Oktober 1954, wurde die Märtyrerin nach dem feierlichen Requiem, genannt „Engelamt” (wie es der Pfarrer Wessels in seinem Bericht bezeichnet hat), beigesetzt.

Es geschah in der überfüllten evangelischen Marienkirche. Ein langer Trauerzug ging durch die mit teilnehmenden Menschen gefüllten Straßen der Stadt und richtete sich zum Loitzer Friedhof.

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Erklärung

Der erwähnte Pfarrer schrieb:

„Schweigend, erschüttert, tief ergriffen nimmt die Menge die Worte des Priesters auf:

Wer eines von diesen Kleinen, die an Mich glauben, ärgert, dem wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde ...
Denn ihre Engel schauen immerfort das Antlitz Meines Vater, der im Himmel ist’
... (Mt 18,6).

In der Rückschau enthüllt der unschuldige Tod dieses reinen Mädchens seine Kraft als Symbol. Schon dass die kleine Brigitte wie in Vorahnung ihres Schicksals zur Firmung den Namen der jungen Heiligen Maria Goretti wählte, die auf gleiche Weise als Opfer ihrer Reinheit starb, ist tief bedeutsam ...” (Pfarrer Wessels).

Die ganze Familie Irrgang übersiedelte 1958 nach Westdeutschland. Trotzdem die Bevölkerung von Loitz beinahe ausschließlich evangelisch ist, wird das Grab der Brigitte bis heute so gepflegt, als ob sie gerade erst umgekommen wäre. In der ganzen Gegend wird sie wegen ihres Todes als Märtyrerin der Keuschheit gehalten, wie es übrigens der Pfarrer Wessels in seinem Bericht 1955 hervorgehoben hat.

Ein Jahr nach dem Tod der Brigitte wurde in Loitz eine Katholische Kapelle in Erinnerung an Brigitte errichtet unter dem Patronat der Hl. Maria Goretti. In seinem aus den „Pfarrmitteilungen”  von Demmin entnommenen, in der Berliner Kirchenzeitung abgedruckten Artikel, ruft H.G.Tappert auf, dem fürbittenden Gebet Brigittes die persönlichen Anliegen zu anvertrauen.
Er erwähnt auch, dass das Grab der Brigitte – der Kardinal Sterzinsky von Berlin besucht hat und an ihm gebetet hat (FMG-Information, 2000, Nr. 70, 35f.).

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7. Sel. Albertina Berkenbrock (1919-1931)

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Kinderjahre der Albertina

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Erklärung

Wir wandern in die südlichen Gegenden Brasiliens, nach Santa Catarina. In jener gesunden Gebirgsgegend siedelten sich vorwiegend, um die Hälfte des 19. Jahrhunderts, Leute aus Deutschland, Westfalen. Die Familie Berkenbrocks stammte eben aus solchen Ansiedlern-Kolonisten. Diese Leute begannen hier landwirtschaftliche Höfe und Baueranlagen einzurichten.

Familie Berkenbrock wohnte in der Pfarrgemeinde Vargem do Cedro (Diözese Tubarão, früher Florianopolis). Die Albertina war eines von neun Kindern der Familie Berkenbrock (sieh: FMG-Information, 2007, Nr. 91, 46f.). Sie wurde geboren am 11. April 1919. Von ihren tiefgläubigen Eltern lernte Albertina das Beten, sie erkannte die wichtigsten Geheimnisse des Glaubens, sie nahm regelmäßig teil an der Sonntagsmesse und beachtete die Gebote Gottes. Sie hat ganz Jungfrau Maria lieb gehabt, und verehrte den Hl. Aloisius von Gonzaga (Jugendheiliger, Vorbild besonders die Allerseligste der Reinheit). Zu Hause betete sie zusammen mit den Angehörigen laut den Rosenkranz und die täglichen Fürbitten.

Mit Eifer und Freude bereitete sie sich vor auf die Erste Heilige Kommunion, die sie am 16. August 1928, also 9-jährige, empfing. Es war ein Tag, an den sie sich im Lauf der folgenden Jahre als an den glücklichsten in ihrem Leben erinnerte. Sie empfing auch die Salbung des Firmsakraments – schon am 9. März schon 1925, also als sie nicht ganze 6 Jahre alt war.

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Erklärung

Aufgrund des Zeugnisses ihrer Mutter erfahren wir, dass Albertina „überaus gehorsam, sanft und fromm war... Im Haus war sie stets ohne Aufbegehren zur Mithilfe bereit. Sie hatte ein ruhiges, eher ängstliches Gemüt. Gern spielte sie mit Puppen... Von allen Altersgenossen wurde sie geliebt. Nie dachte sie daran, Schlimmes mit Schlimmen zu vergelten... Sie hatte ein sehr einfaches, offenes Wesen, kleidete sich bescheiden, blieb immer freundlich. Nie habe ich aus ihrem Mund ein unschickliches Wort gehört. Mit den Schulkameraden teilte sie das Pausenbrot”.

Zu ihrer Bildung trug außer der Familie ihr Grundschullehrer sehr viel bei. Er hat Albertina nicht nur Lesen und Schreiben beigebracht, sondern auch Katechismus, und hat sie auf die Erstkommunion vorbereitet. Dieser Katechet berichtete, Albertina habe „den Katechismus gut verstanden und auch das 6. Gebot vollkommen begriffen”.

Andächtig nahm sie an der Heiligen Messe teil und ging jedes Mal, wenn ein Priester zur Messfeier auf ihr Landgut kam, zur Hl. Beichte.

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Der plötzlich erduldete Tod in Verteidigung der Keuschheit


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Erklärung

Am 15. Juni 1931, gegen 16.00 Uhr nachmittags, hütete Albertina das Vieh, das ihrer Familie gehörte. Da trug ihr der Vater auf, sie solle noch einen Zugochsen suchen, der von der Weide ausgebrochen war. Albertina lief barfuss, in weißrotem Kattunkleid, begegnete dabei unversehens einem jungen Mann von 33 Jahren, Maneco Palhoca, einem schwarzhäutigen Arbeiter. Er wohnte seit Jahren mit seiner Frau, einer – Mulattin und seinen drei Kindern in einer Hütte, die etwa 30 Meter oberhalb Berkenbrocks Haus lag. Er arbeitete in der Landwirtschaft der Vaters von Albertina. Er stand in ungutem Ruf und hatte betrunken Drohungen gegen die angesiedelten Landbesitzer ausgesprochen.

Die Albertina kannte ihn offenbar gut, weil sie oft mit seinen Kindern spielte. In dieser Weile hat Maneco die Albertina getäuscht, indem er behauptete, er wisse, wo sich das Tier befände – und wies sie in den Wald. Albertina fand dort aber den Ochsen nicht und kehrte enttäuscht zurück. Da lauerte ihr der Maneco auf.

Albertina durchschaute sofort seine Absicht, ihr Gewalt anzutun. Sie wollte ihm vorbeigehen und rief: „Niemals, Maneco” ! Es kam zu einem Kampf, denn Albertina wehrte sich aus Leibeskräften. Immer wieder gab sie sich alle Mühe, dem Angreifer zuzureden, er solle doch diese schwere Sünde nicht tun, sonst werde sie ihrem Vater von seinem Verhalten berichten.

Als Maneco merkte, dass die Weigerung des Mädchens unüberwindlich blieb, setzte er ihr das Messer an die Kehle. Albertina war sofort tot. Auf diese Weise erlangte Albertina ihrer unangetasteten Jungfräulichkeit wegen den Siegespreis des Martyriums. So hat sie ihr 12-jähriges Leben Christus gegeben, indem sie das Martyriumsblut für Ihn vergossen hat.

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Ereignisse nach dem Martyrium der Albertina und ihre Seligsprechung

Die Leiche der Albertina wurde von ihrem Vetter gefunden. Die Nachricht vom Verbrechen verbreitete sich rasch. Reitertruppen fahndeten sofort nach dem flüchtigen Mörder.

Um jeden Verdacht von sich abzulenken, nahm Maneco selbst an der Streife teil. Nach ein paar Tagen wurden endlich die Umstände geklärt. Der Verdächtigte hatte anfangs widersprochen, als ob er mit dem Verbrechen was Gemeinsames zu tun hätte. Dennoch er wurde in einem entfernten Ort erkannt – und verhaftet.

Nach vergeblichem Leugnen gestand er unter dem Druck der Beweise und wurde zur Höchststrafe von 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Er starb aber schon nach etwa sieben Jahren. In der Folgezeit hatte er mehrmals erzählt, wie sich die Tat zugetragen hatte und wie die Dienerin Gottes bis zum Vergießen ihres Blutes dem Gebot Gottes treu geblieben war.

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Erklärung

Gleich nach dem Tod bekannten die Leute die Albertina als Märtyrerin der Keuschheit. Ihr Grab und der Ort ihres Todes wurden zum Ziel zahlreicher Wallfahrten. Am Ort des Martyriums wurde zuerst ein Kreuz errichtet, und später eine Gedächtniskapelle erbaut.

Von Verehrung, die dieser Märtyrerin der Reinheit gehuldigt wurde, zeugen die vielen Votivgaben, die dort von weither pilgernden Betern dargegeben werden. Ein Deutscher Missionar, der in Brasilien seelsorglich tätig war, P. Heinrich Sebastian Rademacher, hatte schon 1932/33 die Lebensgeschichte Albertinas niedergeschrieben und veröffentlicht („Das Heldenmädchen von Vargem do Cedro”).

Die Geschwister der Märtyrerin leben weiter am selben Ort.
Der Tod und das Zeugnis der Tugend dieses kaum 12-jährigen Mädchens übten ab Anfang an großen Eindruck auf die ganze Umgebung. Ab Anfang an erkannte man Albertina als das Symbol der Reinheit und Beharrlichkeit im Glauben. Ihr Ruf als Märtyrerin wurde bestätigt, als die lokale Hebamme, die ihren Leib untersuchte, bestätigt hat, dass es zur Vergewaltigung des Mädchens nicht gekommen war.

Der Ruf vom Martyrium der Albertina nahm im Lauf der Jahre zu. Es gab mehrere Zeichen und Wunder. So leitete der Erzbischof von Tubarão 1952 den diözesanen Informativprozess über das Leben und den Märtyrertod der Albertina ein. Ein Ergänzungsprozess wurde dann 1958 eröffnet und nach einer Unterbrechung wurde es 2001 in der Diözese abgeschlossen
– Am 18. Februar 2001 wurden die Gebeine der Albertina exhumiert. Die folgenden Prüfungen in Rom führten im Herbst 2006 zur Anerkennung des Martyriums durch die Theologischen Konsultoren und danach durch die Vollversammlung der Kardinäle und Bischöfe, die der zuständigen Kongregation angehören. Die Seligsprechung der Albertina wurde von Papst Benedikt XVI. am 20. Oktober 2007 durchgeführt.

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8. Josefina Vilaseca (1940-1952)

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Tage der Kindheit, Arbeit und Vertiefung des religiösen Lebens

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Erklärung

Hier noch eines der Zeugnisse des Martyriums in Verteidigung der Tugend der Keuschheit – dieses Mal aus Spanien: die 12-jährige Josefina Vilaseca.
(FMG-Information, 1997, Nr. 61, 34f.).

Wir befinden uns in einem kleinen Dorf: Horta de Avinyó in der Diözese Vich, Provinz Barcelona. Das Ehepaar Jaime Vilaseca und die Antonia Alsina Coll haben sieben Kinder gehabt. Sie führten ein religiöses Leben in der Familie – mit täglichem Rosenkranz, häufigem Sakramentenempfang und dem lebendigen Teilnahme an Festen des Kirchenjahres. Die Josefina war ihr fünftes Kind.

Ihr 49-jähriger Vater war ziemlich schlecht mit seiner Gesundheit, so dass ihm die Feldarbeit oft unmöglich wurde. Er half aber vielfach in der Pfarrei mit. Die Mutter arbeitete in einer der beiden Textilfabriken. Die älteren Kinder halfen bei der Landarbeit oder waren in einer Arbeitsstellung. Die beiden jüngsten nach Josefina gingen noch zur Schule.

Josefina kam am 9. März 1940 in die Welt. Am anderen Tag, d.h. am 10. März, wurde sie in der Pfarrkirche getauft. Es wurde ihr der Name gegeben: Josefina Francisca Assunción. Das Sakrament der Firmung hat Josefina schon in ein anderthalb Jahr später empfangen – am 2. November 1941.

Die Dorfschule begann sie mit vier Jahren zu besuchen. Die Erste Heilige Kommunion empfing Josefina als 9-jähriges Mädchen am 12. Juni 1949. Der Priester, Dr. Ginés Padrós, der das Mädchen gleich nach ihrer Einlieferung in die Klinik in Manresa kennenlernte, beschrieb Josefina damals, zwölf Jahre und neun Monate alt, als von festem Körperbau, mittlerer Statur, mit rötlichem Haar, großen leuchtenden Augen, weder ausgesprochen schön noch hässlich, mit nie weichendem Lächeln am Gesicht.

Nach dem Bericht der Dorflehrerin, die Josefina sechs Jahre in ihrer Klasse hatte, zeigte Josefina eine Vorliebe für Handarbeit und Zeichnen. In anderen Fächern erreichte sie kaum eine mittlere Leistung, überragte aber die Gefährtinnen in der Kenntnis des Katechismus und der biblischen Geschichte.

Im April 1952 kam Josefina für ein halbes Jahr zu den Herz-Jesu-Schwestern in der Ortschaft wenige Kilometer entfernt: Avinyó. Dort half sie in einer Krippe für Kinder der Fabrikarbeiterinnen bei der Aufsicht über die Kleinen, und zugleich besuchte sie eine Abendschule. Josefina zeigte sich in dieser Zeit als unschuldiges, frommes, nicht von altersentsprechenden Fehlern freies Bauernmädchen. So konnte sie mitunter in heftigen Zorn geraten, verfiel auch manchmal der Verlockung, die kleinen Trinkgelder, die sie erhielt, für Süßigkeiten auszugeben, die sie dann aber gern an die ihr anvertrauten Kinder austeilte. Es fiel ihre große Aufrichtigkeit und eine besondere Liebe zur Reinheit auf. Sie lachte viel und sang mit großer Freude die im Religionsunterricht oder bei der Volksmission gelernten Lieder.

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Erklärung

Ihr religiöses Leben war für ihr Alter und die Umstände überdurchschnittlich. Zum täglichen Morgen- und Abendgebet kamen häufige Besuche des Allerheiligsten in der Dorfkirche. Dazu musste sie vom Pfarrer den Schlüssel zur Kirche erbitten. An allen Sonn- und Feiertagen, manchmal auch wochentags, besonders an den Herz-Jesu-Freitagen, empfing Josefina die Heilige Kommunion.

Sie hegte eine innige Liebe zur Gottesmutter. Die Mutter der Josefina hatte sowohl die Josefina, wie ihre Geschwister schon früh der Gottesmutter geweiht. Josefina betete häufig den Rosenkranz. Es ist bezeichnend, dass sie Weg-Entfernungen nach dem Rosenkranzgebet bestimmte.

Dezember 1951 ist in das Heimatdorf Josefinas ein neuer Seelsorger gekommen. Er begann mit Eifer die Katholische Aktion zu organisieren, die von der Kirche damals sehr gefördert wurde. Die Josefina wurde zur Sekretärin der Anwärterinnen der Mädchenjugend berufen, ohne allerdings wegen der Kürze der Zeitdauer bis zu ihrem Tod hier besonders tätig werden zu können.

Ehe am 21. Oktober 1952, nach einem halben Jahr, der Aufenthalt im Kloster und in der ‘Kinderkrippe’ von Aninyó dem Ende ging, erlebte Josefina sehr tief die Volksmission mit, die in der Pfarrei in Avinyó stattgefunden hat. Bei einer der Ansprachen berichtete der Missionar den Kindern über das Leben der Hl. Maria Goretti, die 2 Jahre früher vom Papst Pius XII. heiliggesprochen wurde.

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Im tödlichen Ringen in Verteidigung der Keuschheit

An den Tagen vom 11. November bis zum 8. Dezember 1952 sollte Josefina im Gutshof ‘Salabarnada’ der Herrin des Hofes, einer Witwe, Gesellschaft leisten. Sie sollte dabei auch mit kleineren Arbeiten beistehen, bis die neuen Verwalter des Gutes kämen.

Salabarnada war ein reicher Hof, abseits der nächsten Ortschaft gelegen. Im Haus lebte seit zwei Monaten noch ein junger, kräftiger Mann von sympathischem Aussehen, der 24-jährige José Garriga Junyent. Er war von hartem Gemüt und wenig, oder gar nicht religiös gebildet. Es war seine Aufgabe, für das Vieh zu sorgen. Sonst aber bot er keinen Anlass zu Argwohn.

Josefina, die unter der Trennung von den Schwestern in Avinyó und der plötzlichen Einsamkeit zunächst gelitten hatte, fügte sich bald ein. Sie spielte mit den Enkelkindern der Hausherrin, mit der sie sich gut verstand. Sonntags durfte sie nach Hause gehen.

Mittlerweile musste der ihr künftige Angreifer seine Absichten schon bemerkbar gemacht haben, denn am Sonntag vor dem Überfall sagte sie zu Hause bemerkbar: „In Salabarnada ... gefällt es mir nicht, denn ... José ist schlecht”. Aber die Mutter verstand diese Aussage in ihrem ganzen Ernst nicht und tröstete ihre Tochter, sie müsse ja nur noch für einige Tage dorthin zurück.

Am 4. Dezember 1952 musste die Hausherrin weggehen, um einzukaufen. In der Küche blieben allein José und Josefina, wo sie soeben gefrühstückt hatten. Diese Weile nutzte José, um seine sündhafte Absicht in Tat umzuschmieden. Die Josefina wies seine Aufforderung mit einem scharfen, entschiedenen ‘Nein’ zurück. Es folgte ein schwerer, ungleicher Kampf.

Um den Widerstand zu brechen, drückte der Bursche schließlich den Kopf der Josefina über den Spülbecken der Küche und verwundete sie ein wenig mit einem Messer am Hals. Josefina gab nicht nach, und konnte sich sogar vom Angreifer freimachen: sie flüchtete in ein benachbartes Zimmer. Doch gelang es ihr nicht die Tür ganz zu schließen: der Junge war stärker und überwältigte sie. Er warf sich schließlich auf das Mädchen, versetzte ihr zwei Messerstiche in die linke Brustseite nahe dem Herzen und verletzte ihren Hals schwer.

Nach der Diagnose des Gerichtsarztes von Manresa durchschnitt eine querlaufende Wunde an der Vorderseite des Halses die Luftröhre zu zwei Dritteln. Schnittwunden auf den Handflächen belegen besonders ihre abwehrende Verteidigung. Josefina fiel, furchtbar blutend, zu Boden und wurde ohnmächtig. Nach einer Weile kam sie vorübergehend zu sich und betete, wie sie später erzählte, „drei Ave Maria” und einen Akt der vollkommenen Reue, weil sie dachte, dass sie sterben müsse.

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Erklärung

Als die Hofsbesitzerin nach einer guten Stunde Abwesenheit zurückkehrte, vermisste sie das Mädchen und begann, die Zimmer nach ihr zu durchsuchen. Sie fand die Ohnmächtige in ihrem Blut und verband, obgleich sie sie für tot hielt – den blutenden Hals und fing an, ihre Schläfen zu reiben.

Nach einer Weile kam Josefina etwas zu sich und konnte auf die Fragen zu verstehen geben, dass José der Übeltäter gewesen war. Die durchschnittene Luftröhre machte ihr das Sprechen unmöglich.

Auf das Rufen der Frau kam der Knecht die Treppe herauf, in der Annahme, Josefina sei tot. Er hat sich ahnungslos gestellt. Als die Herrin sagte, Josefina habe selber angegeben, dass er die Wunden zugefügt habe, sagte er: „Sie hat es gesagt? Lebt sie denn?” – „Ja” !
Ganz verworren konnte er von sich nur herausholen: „Ich habe einen schlechten Augenblick gehabt”. Wie er später bekannte, er dachte, dass wenn Josefina schon gestorben wäre, würde das Ganze weiter keine große Bedeutung haben.

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Im Kampf um die Erhaltung der Josefina am Leben

Beide machten sich nun auf den Weg, um an unterschiedlichen Orten Hilfe herbeizuholen. Die schwerverletzte Josefina wurde schließlich in die St. Josephs-Klinik in Manresa gebracht. Die Ärzte unterzogen die Josefine sofort einer Operation. Alle waren beeindruckt von der unerschütterlichen Ruhe des Mädchens während des Eingriffs und während verschiedener notwendiger Nachbehandlungen, obgleich einige davon ohne Narkose durchgeführt werden mussten. Als der erwähnte Priester, Dr. Padrós, die Josefine im Krankenhaus fragte, wer ihr Angreifer war, bekannte sie nur mit den Lippen sprechend:

José, der Knecht”.
„Warum hat er es getan”?
Er wollte mich zwingen, etwas Böses zu tun”.
„Warum hast du es nicht getan”.
Weil man es nicht tun darf, weil es eine Sünde ist”.
„Hast du ihm das gesagt”?
Ja. Aber jedesmal, wenn ich es ihm sagte, wurde er noch wütender und tat mir noch mehr weh”.

Aufgrund dieses Bekenntnisses sieht man, dass sich Josefina nicht nur instinktivmäßig wehrte wegen des natürlichen Schamgefühls, sondern sie hat vollbewusst den grausamen Tod vorgezogen, als die Sünde zu begehen.

Übrigens stimmen die Angaben der Josefine völlig überein mit den Aussagen, die der Mörder beim Verhör machte.
Er wurde zu 30 Jahren Gefängnis wegen Mordes und zu weiteren 20 Jahre wegen Vergewaltigung verurteilt, da er noch versucht hatte, sich am ohnmächtigen Körper zu vergreifen, ohne aber das Letzte tun zu können.

Der Priester fragte Josefine auch, ob ihr das Leben von Maria Goretti bekannt ist. Als die Oberin, unterstützt von der Mutter Josefinas, die Geschichte der italienischen Märtyrin zu erzählen begann, erinnerte sie sich, bei der Mission von ihr gehört zu haben. Darauf sagte der Priester:

„Weißt du, dass Maria Goretti ihrem Mörder verziehen hat” ?

Josefina erwiderte schnell:

„Aber ich verzeihe José ja auch”!

Josefina nahm gern das Angebot an, am nächsten Tag – es war der Herz-Jesu-Freitag, die Heilige Kommunion zu empfangen. Sie sagte spontan dazu:

Und ich werde die Kommunion dafür aufopfern,
dass José sich bekehrt und gut wird”
.

Nicht weniger heroisch fügte die Mutter an:

Sehr gut, Josefina! Auch ich werde kommunizieren
und mit dem gleichen Gedanken”
.

Die Josefina lag in der Klinik in Manresa 3 Wochen. Zunächst schien sich eine Besserung anzubahnen, doch nach einem Erstickungsanfall musste ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden. Die Josefina atmete nun durch eine Kanüle, konnte aber gar nicht mehr sprechen. Ihre Antworten gab sie durch Lippenbewegung oder schriftlich.

In diesen Tagen erhielt sie Besuch der Angehörigen, von Geistlichen, und auch von den Diösanführerinnen der Aspirantinnen der Katholischen Aktion, die ihr ein Marienbild und das Abzeichen brachten. Da in dieser Zeit in Manresa ein großer Wettbewerb für Puppenkleidung durchgeführt wurde, beschloss jene Kommission, dem Mädchen eine der schönsten Puppen, in der Kleidung einer Erstkommunikantin gekleidet, zu schenken.

Josefina empfing jeden Tag Jesus in der Heiligen Kommunion. Jedes Mal bat sie um die Bekehrung und Besserung des Angreifers. Eines Tages fragte sie der Priester, ob sie in den Himmel – oder gesund werden wollte. Josefina erwiderte darauf: „Das ist gleich. Wie Gott und die Jungfrau Maria es wollen!”

Da man der Hoffnung war, sie werde wieder genesen, wurde sie von dem Priester Dr. Padrós auch ermahnt, später, wenn die Versuchung vielleicht in einer lockenderen Gestalt käme, ebenso treu zu Christus reagieren. Auf die Frage des Priesters, ob sie auch dann eher sterben als sündigen wolle, bestätigte sie ihre Haltung mit ein paarmal wiederholtem Kopfnicken.
– Sie schloss ihre wenigen Briefe, oder, als sie wieder sprechen konnte, ihre Abschiedsgrüße gegenüber Besuchern nun immer mit den Worten: „Bittet Gott für mich, damit ich immer sehr gut bin”.

Am 20. Dezember kam es neuerlich zu Atembeschwerden. Die Josefina wurde beständig von Ärzten überwacht. In der Heiligen Nacht hörte sie auf ihren Wunsch über Radio Vatikan der Weihnachtsmesse des Papstes zu. In der Nacht, um 2.00 Uhr, empfing Josefina noch einmal die Heilige Kommunion. Dann verschlimmerte sich ihr Zustand weiter, so dass eine erneute Operation geplant wurde. Diese aber wurde nicht mehr durchgeführt. Nachmittags des Weihnachtsfestes, dem 25. Dezember 1952, hat Josefina ihren Geist Gott abgegeben. Es war um 13.20 Uhr.

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In Erwartung auf die Seligsprechung der Josefina

Bald setzte ein Besucherstrom ein. Bis zur Überführung auf den Friedhof in Manresa schätze man die Zahl derer, die die aufgebahrte Märtyrin der Reinheit besucht haben, auf 25.000.

Bei der Trauerfeier, die unter großer Beteiligung des gläubigen Volkes und vieler Priester stattfand, sagte der Weihbischof: „Ohne dem endgültigen Urteil der Kirche vorzugreifen, wagen wir es zu behaupten, dass Josefina Vilaseca sich vor Gott reiches Verdienst erworben hat. Ihr Martyrium für den Glauben und die Jungfräulichkeit bereitet uns den Weg zum Himmel”.
Am 28. Dezember, dem Fest der Unschuldigen Kinder, wurde Josefinas Leichnam dann in ihrem Heimatort beigesetzt.

In wenigen Tagen nach ihrer Beerdigung, am 6. Januar 1953, feierte sie der Diözesanbischof in seinem Hirtenwort als Märtyrin der Reinheit. Er schrieb u.a.:

Noch niemand ist plötzlich gut oder schlecht geworden. Der Mensch wird vielmehr allmählich im Guten gestaltet, oder im Bösen missbildet. Wenn Josefina also den Gipfel des Starkmuts erreicht hat, so verdankt sie das zum großen Teil und nicht zuletzt ihrer Formung durch den christlichen Unterricht”.

Kurz später kam ein spanisches Büchlein heraus,versehen mit einem Vorwort des Weihbischofs. Im Sommer 1953 erschien dann eine deutsche Übersetzung in Kevelaer: „Dr.Ginés Padrós: ‘Nein! Das ist Sünde... – Leben und Opfertod der Josefina Vilaseca”.

Das Seligsprechungsverfahren wurde schon bald darauf eingeleitet. Schon 1958 wurde das sogenannte Dekret über die Schriften erlassen. Trotzdem aber die Medien anfangs die Kenntnis über den Tode der Spanischen Märtyrerin der Keuschheit verbreitet haben, so ist es später leider still geworden.
Im Jahr 1989 wurde auf Anfrage vom Bischof von Vich mitgeteilt, das Verfahren der Josefina sei im Augenblick zurückgestellt, um mit anderen Diözesanen Prozessen den Vorrang zu geben.

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ZUSAMMENFASSUNG
Treue zu Geboten bis zum Lebensopfer

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Man kann schwer neben den wenn auch nur acht angeführten lebendigen Beispielen einer Treue in Keuschheit bis zum Blutvergießen einschließlich gleichgültig vorbeigehen. In jedem dieser Fälle richteten sich die betreffenden Märtyrerinnen, grundsätzlich beinahe noch Kinder: Mädchen, es geht hier nämlich vor allem gerade um Mädchen, nach dem Prinzip und dem Wahlspruch: „Eher sterben, als sündigen”. Sie haben diesen inneren Imperativ im wörtlichen Sinn verstanden, ohne irgendwelchen Kompromiss.

Wir können die innere Reife des Geistes bei diesen Kindern bewundern. Wie deutlich hat sich in ihren reinen Seelen das Wirken des Heiligen Geistes abgezeichnet! Eine dieser Mädchen hat das Sakrament der Firmung, das heißt Sakrament der Probe nicht nur des ‘Glaubens’ – dieses ist vor allem das Sakrament der Heiligen Taufe, sondern auch das Sakrament „der Probe des Charakters” – das ist gerade das Sakrament der Firmung – empfangen, als sie kaum ein anderthalb Jahre alt war. In einem anderen Fall empfing das Kind das Sakrament der Firmung im Alter seines 6. Jahres.

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Erklärung

Die Reifung dieser jungen Persönchen zum Grad des Heroismus in Befolgung der Gebote Gottes, die verteidigt werden sollen falls des Angriffs bis zum Hinopfern des eigenen Lebens, wäre beinahe unmöglich, wenn es hier nicht das Klima eines tiefen Gebetslebens der ganzen Familie gegeben hätte – es waren grundsätzlich kinderreiche Familien. Diese Kinder konnten für den Alltag beobachten, dass sowohl der Vater, wie die Mutter, den Kindern nicht nur Befehle geben, dass sie beten sollen, regelmäßig zu den Heiligen Sakramenten herantreten sollen und unbedingt jedesmal an der Sonntagsmesse teilnehmen sollen, sondern sie standen selbst an der Spitze der lebendigen Verbundenheit zu Gott für den Alltag.

Wenn die Eltern im Alltagsleben im Zustand der heiligmachenden Gnade leben, sehen die Kinder ihr nicht trügerisches Beispiel. Es ist ihnen dann leichter auf den Spuren Christi zu wandern – in Nachahmung des guten, verantwortlichen Umschmiedens ins Leben der Versprechungen der Heiligen Taufe ihrer eigenen Eltern. Das Leben der Eltern wird dann zum lebendigen Zeugnis für den Alltag dessen, wie ernst sie die einst abgelegten ihre Taufversprechen trachten:

„Widersagt ihr der Sünde, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben?”
Wir widersagen.
„Widersagt ihr den Verlockungen des Bösen, damit die Sünde nicht Macht über euch gewinnt?”
Wir widersagen.
„Widersagt ihr dem Satan, dem Urheber der Sünde”?
Wir widersagen.

„Glaubt ihr an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde ...?”
Wir glauben.
„Glaubt ihr an Jesus Christus ...?”
Wir glauben.
„Glaubt ihr an den Heiligen Geist ...?”
Wir glauben.

Bei diesen Mädchen-Märtyrerinnen verwundert ihre kindliche, und zugleich innigste Liebe zur Unbefleckten Mutter-Jungfrau Maria. Umso inniger sehnten sich diese Mädchen nach Jesus Christus, dem Eucharistischen und der Möglichkeit, Ihn in der Heiligen Kommunion empfangen zu können. Wenn es nur möglich war, gingen diese Kinder gern, spontan, zusätzlich in die Kirche, um Jesus den Eucharistischen anzubeten. Kein Wunder, dass Jesus diese kindliche, aufrichtige Liebe nicht ohne Antwort seiner Göttlich-Menschlichen Liebe gelassen hat. Sie äußerte sich im Opfer des Kreuzes, das jedesmalig in der Heiligen Messe vergegenwärtigt wird.

Es ist erstaunend, dass die Probe selbst auf die Treue zu Christus bis zum Zeugnis des Blutes plötzlich, überraschend und unerwartet ankam. Trotzdem in machen Fällen das betreffende Mädchen es seit längerer Zeit vermutet hat, es könne zu einem Angriff auf ihre Tugend kommen, wegen des unzweideutigen Verhaltens ihrer künftiger Aggressoren-Mörder. Es würde aber diesen Mädchen niemals in den Kopf kommen, dass die Probe auf die Bewahrung der Treue zu Christus ein so dramatisches Ende finden wird: im Ringen – bis zum Verguss des eigenen Blutes.

Eine weitere Beobachtung, die mit solcher Stunde der abgelegten „Probe des Charakters” nach der Richtschnur des Sakraments der Firmung zusammenhängt, wird das verbissene Ringen in der Stunde des unerwarteten Angriffs vonseiten des Aggressors. Dieses Ringen beugte sich infolge der Schmeichelungen oder Versprechungen nicht. Das Ringen mit angewandter Gewalt wurde jedes Mal zum schweren physischen und zugleich geistigen Kampf in Verteidigung der Unberührtheit des eigenen Leibes und Geistes. Der Aggressor, leidenschaftlich von Begierde entbrannt, wegen des unüberwindlichen Widerstandes seines wehrlosen Opfers zur Tollwut gebracht, ist außerstande sich ihm anders zu widersetzen, als nur indem er mit tödlichem Werkzeug besinnungslos – einen Todesstich nach dem anderen zufügt.

Es verwundert bei jedesmaligem tödlichen Ringen des betreffenden Mädchens um die Wahrung der Treue zum Gottes VI.Gebot: „Du sollst nicht die Ehe brechen” die Tatsache, dass das erfolglos beendete Streben des Angreifers, um zur Sünde zu bringen, unwiderruflich mit Greifen, im Tollwutanfall der nicht befriedigten Begehrlichkeit des Fleisches, schon nur noch nach dem Messer endet. Dass das Opfer demzufolge getötet-abgeschlachtet werden muss.
– Die Übertretung des VI. Gebotes schafft blitzschnell eine Metastase auf Übertretung jetzt des V. Gebotes: „Du sollst nicht töten”. Die nicht befriedigte Begierde fordert nach Grauen erregender Rache: ... Da steche ich dich zu Tode nieder !

So ist gerade ... Satan: dieser ‘Böse’. Es ist dieser, den der Erlöser entlarvt: „Von Anfang an war er Mörder ...” (Joh 8,44).

Ein Junge, ein Mann – sucht gelegentlich des ‘Sexus’ – scheinbar nach ... Liebe ! Wenn er auf Widerstand vonseiten des überfallenen Opfers begegnet, nimmt der Böse-Satan ihm: dem lebendigen Gottes Ebenbild, die Vernunft. Er aber ... stimmt darauf zu. Dieser Mensch, vom Bösen eigentlich völlig besessen, ist nicht mehr fähig auf menschliche Art ... ‘zu denken’ ! Er wird so weit von der ihn verblindenden Begierde regiert, dass falls unmöglich gewordener ihrer Befriedigung um jeden Preis, er sich am Opfer grausam – und verwildert rächt. Sein Streben ... nach Sicherung für sich (vermeintlich) ‘der Liebe’ entartet blitzschnell in Metastase der Übertretung des V. Gebotes: in ... Mordtat am Opfer, indem er ihm möglich grausamste Qualen zufügt. Des Öfteren ist es ... ein ganz kleines, total wehrloses Mädchen.

So ist das Gesicht einer sogenannten ‘Liebe’, die nicht ‘Liebe’ ist, sondern ... ‘Sex’. Sie hat sich von Gott-der-Liebe abgeschnitten. Dagegen hat sie dem Bösen: Satan ... anvertraut.
– Die ‘Liebe’ in Satans-Ausgabe wird „Mordtat”. Des Öfteren ist es vervielfältige Mordtat: Zerstampfen der Leichnamen der Opfer jener ‘Liebe’. So geschieht es bei ‘Absicherung’ mit Abortivmitteln. Um nur das angestrebte Ziel der Begehrlichkeit zu erreichen.
– Bis zur eigenen Landung im Reich ... des ‘Bösen’.

Sollte sich etwa der erste Papst, Petrus der Apostel, irren, wenn er im Namen Jesu Christi warnt:

„Euer Widersacher, der Teufel,
geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht,
wen er verschlingen kann ...”? (1 Petr 5,8)

Gott bewahre, dass sich auf jemandem die Worte der Besorgtheit Jesu Christi des Erlösers bestätigen sollten – mit Bezug auf das ewige Geschick dieser, die von Gott und den Geboten Gottes weggehen! Mögen sich auf niemanden die Worte des Barmherzigen Jesus beziehen müssen:

„... Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird,
so wird es auch am Ende der Welt sein.
Der Menschensohn wird seine Engel aussenden,
und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen,
die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben,
und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt.
Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen” (Mt 13,40ff.).

Diese aber, die aufgrund der eigenen Wahl verdammt werden, werden sich die weiteren Worte des Erlösers vom selben Fragment des Evangeliums zum Bewusstsein bringen müssen – leider definitiv schon ... zu spät:

„Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters
wie die Sonne leuchten ...” (Mt 13,43)

Die hier dargestellten Tatsachen und Worte sind keineswegs Vorführung von irgendetwas, was ‘in den Wind gesprochen” wird.

(0,35 kB)  Für diese, die das wollen, ist es freudevolle Wirklichkeit.
(0,36 kB)  Für die anderen, die sich das deutlich nicht wünschen, wird es umgekehrt werden:
(0.6 kB)ihre dramatische, sich nicht mehr zurückwenden lassende Wahl auf Verdammnung –
(0.6 kB)für die Ewigkeit zu Ewigkeit.

Wie immer: die Wahl der Option für die Ewigkeit-in-Ewigkeit
– in „Plus” (= Leben im Haus des Vaters),
beziehungsweise:
– in „Minus” (Weggang von Gott für immer, in die Verdammnung des sowieso ewigen Existierens)
ist nicht Sache Gottes-anstelle-des-Menschen, sondern des einzelnen Menschen selbst.

Gott schenkt jedem genügend viel Kraft und Möglichkeiten, dass die von ihm getroffene Wahl im definitiven Sinn die best vorteilhafte Wahl für ihn selbst wird.

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RE-Lektüre: VII.Teil, Kapitel 3, ad ‘o’.
Stadniki, 30.IX.2015.
Tarnów, 9.VII.2018.


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M. IM KAMPF UM DIE TREUE ZU CHRISTUS BIS ZUM BLUTVERGUSS

Im tödlichen Kampf um Bewahrung der Keuschheit ‘um Christi willen’

1. Sel. Karolina Kózka (1898-1914)
Kinderzeit – religiöses Klima zu Hause
Bemerkung. Internet-Seiten über die Sel. Karolina Kózka
Weltkrieg in 1914 und nahe werdende Russische Truppen
Der 18. November 1914: der letzte Tag im Leben der Karolina
Karolina allein mit dem Soldat
Nachsuche und Finden der Karolina
Beisetzung der Karolina – Kultus – Seligsprechung

2. Heilige Maria Goretti (1890-1902)
Extreme Lebensbedingungen der Familie
Bemerkung. Ein paar Links über die Hl. Maria Goretti
Neuer Wohnungsort und neue Arbeit
Lebensbedingungen nach dem Tod Luigi Goretti
Maria in Konfrontation mit dem auf sie lauernden Alessandro
„Besser sterben, als die Sünde begehen”
Rettung der tödlich verwundeten Maria
Umkehr im Leben des Alessandro
Zur Ehre der Altäre

3. Anna Suppan (1891-1910)
In tödlichem Kampf um die Keuschheit
Woche des Sterbens mit Christus
Beisetzung und die Ehre die Anna gehuldigt wird

4. Sel. Therese Bracco (1924-1944)
Jugendliche Jahre
Tod in Verteidigung der Keuschheit vom Deutschen Soldat zugefügt

5. Die Sel. Lindalva Justo de Oliveira (1953-1993)
Die Anfangsjahre des Lebens der Lindalva
Bei den Schwestern – Töchtern der Christlichen Liebe
In letztlicher Probe auf die Reinheit
Seligsprechung der Schw. Lindalva

6. Brigitte Irrgang (1943-1954)
Aus der Slovakei nach Pommerland
Plötzliches, unerwartetes Martyrium in Verteidigung der Keuschheit

7. Sel. Albertina Berkenbrock (1919-1931)
Kinderjahre der Albertina
Der plötzlich erduldete Tod in Verteidigung der Keuschheit
Ereignisse nach dem Martyrium der Albertina und ihre Seligsprechung


8. Josefina Vilaseca (1940-1952)
Tage der Kindheit, Arbeit und Vertiefung des religiösen Lebens
Im tödlichen Ringen in Verteidigung der Keuschheit
Im Kampf um die Erhaltung der Josefina am Leben
In Erwartung auf die Seligsprechung der Josefina

ZUSAMMENFASSUNG. Treue zu Geboten bis zum Lebensopfer

Bilder-Fotos

Abb.1. Großes Kreuz umgeben mit Bäumen in Schnee
Abb.2. Karolina Kózka
Abb.3. Karolina Kózka in der Schule
Abb.4. Bild der Sel. Karolina Kózka bei der Seligsprechung
Abb.5. Märtyrerstätte der Karolina
Abb.6. Haus wo Maria Goretti tödlich verwundert wurde
Abb.7. Bild von Hl. Maria Goretti
Abb.8. Figur der Hl. Maria Goretti
Abb.9. Bild der Hl. Maria Goretti
Abb.10. Vom Grabstein der Anna Suppan
Abb.11. Kapelle-Grabmal an der Stelle wo Anna tödlich verwundet wurde
Abb.12. Grab der Anna Suppan am Friedhof
Abb.13. Bild der Sel. Therese Bracco
Abb.14. Ort des Martyriums der Sel. Therese Bracco
Abb.15. Bild der Sel. Therese Bracco
Abb.16. Foto der Schw. Lindalva
Abb.17. Foto der Schw. Lindalva mit angeschmiegener Schutzbefohlenen
Abb.18. Foto von Birgitte Irrgang – im Gras
Abb.19. Anderes Foto der Birgitte Irrgang
Abb.20. Stein-Bildwerk zum Gedenken des Märtyrertums von Birgitte Irrgang
Abb.21. Foto der Albertina
Abb.22. Bild der Albertina mit Kirche am Hintergrund
Abb.23. Albertina im Sarg
Abb.24. Prozessionsfigur mit der Sel. Albertina
Abb.25. Foto der kleinen lächelnden Josefina
Abb.26. Foto der Josefina im Krankenhaus nach Operationen, mit Puppe daneben
Abb.27. Josefina im Sarg
Abb.28. Großer Regenbogun über die Bucht