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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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L.   AUF DER STUFE DIREKT VOR DER EHE:
DEM SAKRAMENT DER EHE

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Im Anschluss an das zuvorige

Nach den Erwägungen, die wir in diesem Teil des hiesigen Kapitels vor allem der Verhaltensweise der Mädchen und stramm heranwachsenden weiblichen Jugend gewidmet haben, gehört es sich nun auch an diese Lebensstufe zu blicken, wann die Mädchen schon ganz ernst an die Bindung an einen Jungen denken und sich entschieden auf Ehe einstellen möchten. Diese Zeit stellt im Leben sowohl der Jungen, wie auch der Mädchen etwas völlig anderes als die früheren Lebensphasen dar.

Bisher schloss sich ob ein Junge, oder ein Mädchen – an eine Mädchen- oder eine Jungen-Gruppe an, eventuell an ein einzelnes Mädchen, einen konkreten Jungen oder umgekehrt – eher nur im Rahmen der freien Freundschaft: weil es schlechterdings Kollegen waren. Im Maß, wie die Jahre zunehmen und die Bemühungen um notwendiges Wissen allmählich zu Ende laufen, weil das Abitur bald abgelegt werden wird, oder auch die grundlegende Ausbildung auf andere Weise beschlossen werden wird, wobei es einigen gegeben war, höhere Studien zu unternehmen, die zumindest mit dem ‘Magisterium’ beendet werden o.dgl. – wird auch das weitere tiefere Nachdenken beim Jungen, wie auch beim Mädchen, immer mehr seriös. Es geht jetzt immer mehr um die weiteren Lebensperspektiven – eines immer mehr selbstständigen Lebens.

Der junge Mensch denkt immer mehr seriöse darüber, ob und wie er das Leben einrichten könnte, jetzt schon zu zweit – in der Ehe, die eine normale, grundsätzliche Stabilisation des Lebens zu sichern imstande wäre. Die Zeit, wann das heranwachsende Kind eigentlich alles von seinen Eltern vor allem ‘empfangen’ hat, wobei diese sich selbst des Öfteren vieles abgesagt haben, um nur dem Kind einen würdigen Start zum selbstständigen Leben zu sichern, läuft definitiv ihrem Ende zu.

Zur immer mehr dringenden Wirklichkeit wird die von der Natur selbst herkommende Verpflichtung: jetzt vor allem den immer älter werdenden Eltern das irgendwie zurückerstatten, was diese beiden bisher in ihr Kind investiert haben. Es wird zur Gewissensverpflichtung, den Eltern die Fürsorge und Hilfe zu sichern, vielleicht auch den Großeltern und so manchen anderen, die mit ihrem Gut zur Entwicklung und Ausbildung des jetzt schon erwachsenen Jünglings, beziehungsweise des Fräuleins beigetragen haben.

Das alles setzt eine vielfältige Verantwortung voraus und die Unternehmung selbstständiger Entscheidungen. Es muss die Berufsarbeit gefunden werden, die die Erhaltung eines selbstständigen Lebens – des eigenen, und außerdem der Ehe und Familie ermöglichen würde.
– Dazu muss vor allem ein entsprechendes eigenes ‘Nest’ geschaffen werden, wo die ... ‘Küklein’ unterbracht werden können. Man muss für sie ein eigenes ‘Zuhause’ schaffen, um sie gehörig ernähren zu können.

Kein Wunder, dass die Entscheidungen des jungen Menschen auf dieser Lebensstufe immer mehr in der Perspektive der sich abzeichnenden immer weiteren Zukunft – sowohl bewertet, wie unternommen werden müssen. Das aber löst in immer höherem Grad die Verantwortung aus – nicht nur für sich, sondern auch die Ehe, die Familie, die eigenen Eltern und Großeltern, wie auch diese des Mitgatten, und zuletzt für das eigene Volk und das Vaterland, dessen lebendiges Teilchen jedermann darstellt.

Vorläufig halten wir von neuem an auf der Stufe der immer mehr unmittelbaren Vorbereitung der Wahl dieses ‘anderen’ im Hinblick auf ... die Ehe: das Sakrament der Ehe. Wir suchen dabei beharrlich, die Hinsicht der untrennbar miteinander verflochtenen menschlichen und Göttlichen Wirklichkeit hervorzuheben!

Die Ehe ist keine Angelegenheit nur solcher zweien Leute, die ganz zufällig einander getroffen und gewählt haben. Die Ehe selbst wurde von Gott, dem Dreieinigen, erschaffen: ganz bestimmt nicht von irgendjemandem der Menschen.

Nachdem Gott den Menschen schuf: die Person des Menschen-Mannes, die Person des Menschen-Frau – hat Er ihnen die Möglichkeit geschenkt, dass sie sich nach freiwilliger Wahl mit einem ungemein verpflichtenden Bund der Ehe mit jemandem andersgeschlechtlichen verbinden können. Nur dass es im Gottes Vorhaben der Liebe keine andere Ehe gibt, als nur – Jetztzeit die Ehe als Sakrament, und in der Zeitepoche, die der vollbrachten Erlösung voranging, als das Ur-Sakrament der Ehe.
– Alle anderen partnerschaftlichen und nicht-partnerschaftlichen Bände bleiben immer Ehebruch und Aneignung zum eigenen Nutzen der Gabe, die niemals Eigentum irgendjemandes der Menschen war, noch es werden wird.

In den vorigen Erwägungen haben wir unsere Aufmerksamkeit grundsätzlich der männlichen Jugend auf der Stufe ihrer unmittelbaren Vorbereitung zur Ehe gewidmet: zum Sakrament der Ehe (sieh ob., VII. Teil,3.Kap., § G – samt dem vorangegangenen und nachfolgenden Zusammenhang: Auf Probe ausgesetzte Keuschheit in Verhaltensweisen der Jungen). Jetzt gehört es sich vor allem wieder zur Welt der Mädchen zurückzukehren. Alles, was wir weiter betrachten, wird offenbar vollgültig aktuell auch, oder vielleicht umso mehr – für die Jungen-Jünglinge. Trotzdem sprechen wir jetzt hauptsächlich von Mädchen-Fräuleins auf der Stufe vor der Ehe.

Es ist klar, es wäre verfehlt, nicht auch an ethisch negative Aspekte anzuknüpfen, die allzu oft, wenn nicht beinahe allgemein, mit dieser Stufe des Mädchenlebens einherzugehen pflegen (und daselbst selbstverständlich des Lebens der Jünglinge). Wie könnte es übrigens anders sein, wenn unsere Internet-Seite so manches zum Bewusstsein bringen, aber außerdem so manches auch begründen möchte, darunter auch die Tatsache, warum jedes Surrogat der ‘Liebe’ – ‘Liebe’ die ihres Namens würdig wäre, nicht ist und deswegen früher oder später unmöglich nicht an vielfältigem ‘Tod’ enden muss.

So lautete auch das Wort Gottes im Paradies. Dieses ‘Wort’ Gottes sollte bei diesen zweien die Empfindung um ihre große Würde und die ungemeine, empfangene Berufung mobilisieren. Es sollte auf keinen Fall die Rolle einer eigenartigen ‘Vogelscheuche’ spielen, die dazu dienen würde, dass sie die Größe des Menschen als Gottes lebendigen Ebenbildes angesichts des Weltalls demütigte. Das Wort Gottes im Paradies, einschließlich die Vorwarnung wegen des ‘Todes’, war Ausdruck Gottes Liebe, die um das irdische und ewige Geschick des Menschen, dieses Geschöpfes seiner Vorliebe, besorgt war:

„Dann gebot Jahwéh-Elohim dem Menschen:
‘Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,.
Doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen.
Denn sobald du davon isst, wirst du unbedingt sterben’ ...” (Gen 2,16f.; sieh dazu: VSp 35).

Ob der Mensch-der-Mann und der Mensch-die-Frau dem Dreieinigen, der ihnen mit seiner ganzen Schöpfer-Liebe den Weg hingewiesen hat, dass sie sich in der ihnen geschenkten Würde und Berufung zum Leben hin im Eins-mit-Sich als dem Gott-Liebe-Leben aufschließen und anvertrauen? Der Völkerapostel Paulus fasst diese Gottes ‘Lösung’ in mobilisierende Worte:

„Ihr seid mit Christus auferweckt. Darum strebt nach dem,
was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.
Richtet euren Sinn auf das Himmlische, und nicht auf das Irdische.
Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.
Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet
auch ihr mit Ihm offenbar werden in Herrlichkeit” (Kol 3,1-4).

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Erklärung

Wir sind uns bewusst, wie dramatisch und tragisch die ‘Geschichte’ des Gottes lebendigen Ebenbildes angesichts des Weltalls abgelaufen ist. Und doch – nur deswegen ist der Sohn Gottes vom Himmel herabgestiegen, um den vom ‘Bösen, dem Satan’ betrogenen Menschen: Mann und Frau – zu retten und ihm von neuem den Weg zu zeigen zum Wiedererlangen dessen, was durch die Sünde befleckt war und tiefgehende Schändung an Würde und empfangener Berufung nach sich gezogen hat.

Daher ist die Erlösung fortwährend weiter gültig! Es gibt weiter die Auferstehung von der Sünde! Es gibt das Neue Leben! Für alle, die sich dafür ... und sei es ein ganz Bisschen, auftun (sieh: Offb 3,20)!

Allerdings gerade deswegen müssen wir einmal mehr die Wirklichkeit zumindest vieler Brautpaare noch einmal betrachten und ihnen in ihre Augen und ihr Herz ... hineinblicken. Um ihnen beim Bewusstwerden und der Unterscheidung zwischen Trugbild – und freudevoller Wahrheit des Gottes Vorhabens zu Hilfe zu kommen. Es geht um das Vorhaben dieses Gottes, der dauernd das eine vor hat, indem Er nicht an sich, sondern an das Gut denkt, das ins Unendliche der Glückseligkeit seines lebendigen Ebenbildes angesichts des Weltalls hingreift:

Denn so sehr hat Gott [= der Vater] die Welt geliebt, dass Er seinen Eingeborenen Sohn dahingegeben hat,
damit jeder, der an Ihn glaubt [= Ihm sich selber anvertraut],
nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben – habe.
Denn Gott [= der Vater] hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit Er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch Ihn erlöst wird” (Joh 3,16f.).

Es drängen sich einige Aspekte zum Überlegen auf, die die reifgewordenen Fräuleins auf dieser Stufe ihres Lebens vor der Eheschließung betreffen können:

1. Junges Mädchen in der Zeit ihrer tatsächlichen Einstellung auf Ehe.
2. Noch einmal: grundlegende Arten der Liebkosungen.
3. Liebe über die Entscheidung für Verkehr?
4. Gemeinsame Wohnung der Brautleute.
5. Zusätzliches.

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1. Junges Mädchen in der Zeit der tatsächlichen
Einstellung auf Ehe

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Gebot Gottes und das Wort Jesu über lüsternes Anblicken

Die früheren Erwägungen über die Verhaltensweisen der Mädchen galten großenteils, obwohl offenbar nicht ausschließlich, jungen Mädchen, wie auch diesen in Schulklassen. Viele Aspekte der schon erörterten Fragen im Anschluss an die Keuschheit im Sinn des VI. oder IX.Gebotes Gottes behalten weiter ihre vollgültige Bedeutung hinsichtlich schon erwachsener Fräuleins und erwachsener Frauen, verheiratete Frauen nicht ausgeschlossen. Dennoch es gehört sich manches noch einmal gesondert zu erwägen, jetzt im Anschluss an die gerade unternommenen Betrachtungen über die Lebensstufe der Fräulein in unmittelbarer Vorbereitung zur Ehe.
– In Gottes Sicht gibt es offenbar keine andere Ehe außer dieser einen: das Sakrament der Ehe. Darüber wurde schon so oft auf unserer Homepage mit klarem Nachdruck gesprochen.

Unsere Erwägungen legen sich im Rahmen unserer ganzen Internet-Seite dauernd im Blickpunkt der Ethik, wie sie mit den Geboten Gottes verbunden sind. Auch jetzt greifen wir auf keine neue Themen über, auch wenn sich so manche andere, lebendigst nötige Aspekte des Lebens in Ehe und Familie aufdrängen, und sollten sie noch so wichtig sein. Wir sammeln uns auf der Problematik der Ethik der gegenseitigen Beziehungen – dieses Mal auf der Stufe der Brautzeit.

In bisherigen Erwägungen haben wir die Fragen der Keuschheit der gegenseitigen Beziehungen schon mehrmals erörtert, wobei wir auch so manches Mal selbst in Details eintreten mussten, so dass es Jetztzeit wohl genügt, bei den hiesigen Überlegungen nur noch bündig, in Form sich aufdrängender Schlüsse, einige mehr charakteristischen Fragen hervorzuheben, die mit der Stufe der gerade erlebten nicht nur Freundschaft, sondern Verlobung – samt dem schon bestimmten Heiratsdatum, direkt zusammenhängen.

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Junge Leute auf der Stufe schon ihrer eigentlichen Brautzeit, die dabei deutlich vorhaben, ihre Treue gegenüber den Erwartungen Christi zu bewahren, wenden sich immer wieder an den Priester mit ganz konkreter Frage: „Wie weit können wir vorangehen, wenn wir uns gegenseitig unsere Braut-Liebe zum Ausdruck bringen möchten? Wir sind schon wahrhaft Brautpaar. In Kürze wird unsere Heirat stattfinden ...” !

Es ist urewige Frage so mancher Brautpaare, die sich wohl alle Jahrhunderte hindurch wiederholen. Auf unserer Seite wurde diese Frage schon an vielen Stellen erörtert, darunter u.a.:

im VI. Teil (das 1.Kapitel),
im II. Teil (das 1.-2.Kapitel; aber auch die nächsten),
im III. Teil (besonders im 1., 3.-4.Kapitel),
schon ungeachtet des gerade laufenden, 3.Kapitels des VII.Teiles, das im Ganzen der Thematik der „Jugendlichkeit angesichts der Ehe: des Sakramentes der Ehe” gewidmet ist.

Dennoch es wird wohl gut sein, hier in Form einer Handvoll Schlüsse einiges der schon erörterten diesbezüglichen Feststellungen bündig zu wiederholen und noch einmal deutlich darzulegen.

Es besteht kein Zweifel, dass solange diese zweien eine Ehe, die „im Herrn” geschlossen wurde (1 Kor 7,39), wie es der Völkerapostel ausgedrückt hat, noch nicht sind, das heißt ihre Ehe wurde entsprechend den Festsetzungen, die in Gottes Namen von der Kirche ausgearbeitet wurden, noch nicht geschlossen wurde (wobei die Kirche in dieser Hinsicht den Gott-Menschen Jesus Christus selbst auf sakramentale Art und Weise vergegenwärtigt), sind diese beiden weiter noch mit dem Wortlaut des Gebotes Gottes gebunden: sowohl dieses VI., wie auch dieses IX.

Diese Gebote lauten folgender:

Du sollst nicht die Ehe brechen” (Ex 20,14; Mt 19,18)
Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen” (Ex 20,17).

Der Inhalt dieser zwei Gebote Gottes wurde vom Sohn Gottes selbst präzisiert. Und auch mit dem Wort, in dem der Sohn Gottes und zugleich Menschen-Sohn sehr deutlich über die strikt inneren Sünden in diesem Bereich spricht. Wir führen dieses letzte Wort Gottes hier noch einmal an (sieh dazu auch ob. z.B.: „Wer eine Frau lüstern ansieht ...”):

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‘Du sollst nicht die Ehe brechen’.
Ich aber sage euch:
Jeder, der eine Frau begehrlich anblickt,
hat in seinem Herzen schon die Ehe mit ihr gebrochen
...’
– Wenn dich daher dein rechtes Auge zur Sünde reizt, so reiß es aus und wirf es von dir.
Es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und wenn dich deine rechte Hand zur Sünde reizt,
so haue sie ab und wirf sie von dir. Denn es ist besser für dich,
dass eines deiner Glieder verloren geht,
als dass dein ganzer Leib in die Hölle fährt ...” (Mt 5,27-30).

Jesus weist hier offenbar auf keine wahrhafte Verstümmlung des Leibes hin – niemandem steht doch das Recht zu, dass er sich tötet, verstümmelt u.dgl. (vgl. das V. Gebot Gottes – „Du sollst nicht töten”: Ex 20,13). Wir sind einzig Verwalter unserer selbst, dagegen der einzige Besitzer unser selbst bleibt immer Gott allein.

Jesus hebt dagegen in den angeführten Worten einmal mehr den Aspekt der Radikalität des Evangeliums hervor. Möchte ich nämlich das ewige Leben erlangen, kann ich keine Kompromisse mit all dem eingehen, was sich der „... Erlösung, dem Bund, ... der Vereinigung des Menschen zu Gott”  (DeV 27) widersetzt.

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Gottes Zäsur zwischen Brautzeit und Ehe

Der gerade erst zur Erinnerung gebrachte Wortlaut des Gebots dieses Gottes, der Liebe – IST, ist gleichbedeutend mit Hinweis auf die klare Zäsur [= Querschnitt; unüberschreitbare Grenze] zwischen dem Stand der Ehe und Nicht-Ehe.

Man muss sich also einmal mehr ganz klar zum Bewusstsein bringen: der Wortlaut des Gottes Gebotes bestimmt zugleich die eindeutige Grenze, die ohne Verschweigung, präzise den Brautstand vom Ehestand abgrenzt.
– Die Bestimmung dieser Grenze ist keine Ersinnung eines konkreten ‘Priesters-Geistlichen’, eines Bischofs oder Papstes, noch im allgemeineren Sinn: der ‘Kirche’.

Sie wurde seinem lebendigen Ebenbild: Mann und Frau vorgeschlagen und ihre Befolgung für das ganze Leben zur Pflicht aufgetragen, die Stufe der Brautzeit nicht ausgeschlossen – von Diesem, der „der Eine Gute” (Mt 19,17) ist und auch in diesem Fall außerstande ist, irgendeinen Schaden zuzufügen: weder ihrer ‘Liebe’, der Braut – zum Bräutigam, noch der ‘Liebe’ des Bräutigams zur Braut.
– Gott verteidigt dagegen dauernd die Größe und Würde – in diesem Fall vor allem der Frau-des-Fräuleins als Person, d.h. als Nicht-Sache-zur-Nutznießung. Jede gegenteilige Betätigung kann nicht angenommen werden, weil sie sich dem Wesen selbst der „Liebe” widersetzte. Sie ist doch, und soll es sein – „Gabe der Person für die Person” (BF 11), nicht aber Sex-anstelle-der-Person.

In diesem Zusammenhang wäre es gut, die Worte des Hl. Johannes Paul II. über die Tugend der Keuschheit in Erinnerung zu bringen. Der Heilige Vater knüpft an gewisser Stelle seiner Apostolischen Adhortation „Familiaris Consortio” (1981) gerade an die Frage an, die direkt mit der künftigen Ehe zusammenhängt.
– Er erinnert nämlich und ermutigt vor allem die Mädchen, dass sie ihren biologischen Fruchtbarkeitsrhythmus sehr gut im Blickpunkt des künftigen Lebens in Ehe kennen lernen. Dennoch das Nutzen dieses Wissens soll völlig auf Gottes Erwartungen und die Friedensordnung der Liebe, wie sie im Herzen jedes Menschen eingetragen ist, gesammelt bleiben.
– In der Ehe kann dieses Wissen offenbar nicht selbstsüchtig angewandt werden, um sich systematisch von der Pflicht der Elternschaft zu drücken. Alles soll gemäß des Willens und der Erwartungen des Himmlischen Vaters geschehen.

Hier noch einmal die wegweisenden Worte des Heiligen Vaters:

„Zu den notwendigen Voraussetzungen [= es geht um die genaue Erkenntnis der Hinweise des Lehramtes der Kirche hinsichtlich der Ehe: die Kirche ist nicht ‘Autor’ der moralischen Norm, noch ihr ‘Arbiter’ = willkürlicher Deuter: FC 33]
zählt aber auch die Kenntnis des Körpers und der Zyklen seiner Fruchtbarkeit.
In diesem Sinn muss alles getan werden, dass alle Eheleute und vorher schon die Jugendlichen,
mit Hilfe einer klaren, rechtzeitigen und soliden Information und Erziehung – bei Teilnahme von Ehepaaren, Ärzten und sonstigen Fachleuten, zu einer solchen Kenntnis gelangen können.
– Diese Kenntnis muss dann in eine Erziehung zur Selbstbeherrschung einmünden.
Von hier aus ergibt sich die absolute Notwendigkeit der Tugend der Keuschheit
und der ständigen Erziehung zu ihr.
– In christlicher Sicht besagt Keuschheit keineswegs eine Verdrängung oder Missachtung
der menschlichen Geschlechtlichkeit:
Sie bedeutet vielmehr eine geistige Energie,
die die Liebe gegen die Gefahren von Egoismus und Aggressivität zu schützen
und zu ihrer vollen Entfaltung zu führen versteht” (FC 33).

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Erklärung

Sollten wir an die Bedingungen anknüpfen, die in Kürze in der schon eingegangenen Ehe erscheinen (Jetztzeit erörtern wir erst die Stufe der Brautzeit, also noch nicht die Zeit der Ehe !), muss man sich bewusst werden, dass die gerade erst zur Erinnerung gebrachten Worte des Hl. Johannes Paul II. selbstverständlich umso mehr das Leben schon in Ehe betreffen. Es geht um die Problematik der Anpassung der schon ehelichen Beziehungen an den diesen zweien geschenkten biologischen Fruchtbarkeits-Rhythmus. Es geht also um die Anpassung der beiderseitigen Beziehungen an den Zyklus der Ehefrau, das heißt an die Zeiten und Tage der schon bestehenden Möglichkeit der Lebensweitergabe, beziehungsweise noch nicht bestehender Möglichkeit einer Empfängnis.

Die Anpassung der gegenseitigen Erweise der ehelichen Liebe an die Gottes Gabe des Fruchtbarkeitsrhythmus setzt manchmal nicht wenig Enthaltsamkeit voraus, das heißt die Verlegung des ehelichen Aktes auf Tage der zyklisch erscheinenden unmöglich werdenden Empfängnis, wenn diese beiden in Gottes Augen zählende Gründe haben, dass sie sich zurzeit auf eine neuerliche Elternschaft gerade nicht einstellen möchten.

Wie sehr solche Situation dann zur ‘Feuerprobe’ auf die Qualität und Reinheit der ehelichen Liebe dieser beiden werden kann! Gerade in solchen Situationen, die sich anderswo beinahe von Zyklus zu Zyklus wiederholen, wird es sich jedesmalig mit ganzer Offensichtlichkeit zeigen, ob die sich erwiesene Zärtlichkeiten und die gegenseitige Hingabe als Erweise von Liebe qualifiziert werden können im Sinn der ‘Person’-Gabe, oder auch ob die erfahrene gegenseitige Intimität nur scheinbare Liebe darstellt.

Sie strebten in solchem Fall nach der Sicherung für sich allein – jedes für sich selbst, der Annehmlichkeit des erlebten ‘Sexus’, nicht aber der Vereinigung ihrer beiden als ‘Personen’. Die eheliche Hingabe entartete dann in Zusicherung sich gegenseitig letztlich nur der erfahrenen Masturbation – einseitig oder mit beiderseitiger Zustimmung. Die Aufmerksamkeit sammelte sich dann um den ‘Sex’, nicht aber um die Person – diese eigene, noch diese des anderen in der Ehe.

In diesem Sinn dürften hier wiederholt die Worte des Hl. Johannes Paul II. angeführt werden, im Anschluss an gerade solche Situationen, und zwar der Erfahrung der ehelichen Intimität mit Ehre vor den Erfordernissen, die aufgrund der zeitweise erscheinenden Fruchtbarkeit erscheinen, beziehungsweise ihrer Zerstörung:

„Wenn dagegen die Ehegatten, indem sie sich an Zeiten der Unfruchtbarkeit anpassen, den untrennbaren Zusammenhang des Sinngehaltes von Vereinigung und Zeugung bei der menschlichen Geschlechtlichkeit respektieren, handeln sie als ‘Diener’ Gottes Vorhabens und ‘wenden’ die Geschlechtlichkeit an gemäß ihrer ursprünglichen Dynamik der ‘ganzheitlichen Beschenkung’, ohne Manipulation und Entstellungen [Verweise auf Enzyklika: HV 13-14] ...
... Die Wahl des natürlichen Rhythmus, zieht nämlich die Bejahung des Zyklus der Person mit, das heißt der Frau, und demzufolge die Bejahung des Dialogs, der gegenseitigen Achtung, der gemeinsamen Verantwortung, des Herrschens seiner selbst.
Die Annahme des Zyklus und des Dialogs heißt ferner, die zugleich geistige und körperliche eheliche Kommunion zu anerkennen, wie auch die personale Liebe in Treue zu leben, die von ihr beansprucht wird.
– In diesem Zusammenhang nimmt das Ehepaar wahr, dass ihre eheliche Gemeinschaft mit solchen Werten bereichert wird, wie Zärtlichkeit und Herzensbegegnung, die Faktoren bilden, mit denen die menschliche Geschlechtlichkeit tief belebt wird, selbst auch im körperlichen Ausmaß.
So wird die die Geschlechtlichkeit in ihrem wahrhaft und voll menschlichem Ausmaß geachtet und gefördert, sie wird dagegen nicht als ‘Gegenstand’ – ‘gebraucht’, das indem es die personale Einheit von Seele und Leib zerstört, in das Erschaffungswerk Gottes selbst in seiner tiefsten Zusammenknüpfung von Natur und Person schlagen würde” (FC 32).

Die angeführten zwei Fragmente der Adhortation „Familiaris Consortio” von Johannes Paul II. betreffen das Intimleben in schon eingegangener Ehe. Sie hängen also nicht unmittelbar mit der Stufe der Brautzeit zusammen. Dennoch die Zeit der Verlobung, wenn diese beiden miteinander gehen und manchmal lange Stunden nahe miteinander zu sein pflegen, werden für sie zugleich zum großen Schlachtfeld um die Einhaltung der Treue zur Liebe, die in Kürze Gegenstand ihrer lebenslangen Verbindung mit dem Gelöbnis werden soll: Liebe-Treue-eheliche-Ehrlichkeit.

Man kann nicht auf ein Wunder zählen, wenn in der schon eingegangenen Ehe des Öfteren von Zyklus auf Zyklus die Notwendigkeit erscheint, die Zeiten der gegenseitigen ehelichen Vereinigung verlegen zu müssen, wenn diese beiden sich die Haltung einer bewusst unternommenen vollen Keuschheit bei gegenseitigen Beziehungen an Tagen ihrer Verlobungsstufe nicht angeeignet haben, als sie nämlich erst nur ‘miteinander gegangen’ sind.
– Diese Haltung muss als von allein verständliche Voraussetzung auftauchen und Zeugnis der beiderseitigen personalen Liebe, die jedenfalls es sieht und es in diesem anderen, geliebten sehen will – dass sie Person ist, und dass der eine der anderen Person das beste Gut in Perspektive des ewigen Lebens wünscht.

Gerade aus diesem Grund nimmt sie es gern an, die ‘Liebe’ als Nicht-Beschleunigung der Erweise gegenseitiger Hingabe zu verwirklichen, solange sie ihnen noch nicht vom Dreieinigen selbst eingehändigt werden. Dies wird nicht früher geschehen, als erst in der Stunde, wenn sie sich gegenseitig den ehelichen sakramentalen Konsens zum Ausdruck bringen – angesichts der Zeugen, die von Gott eingesetzt wurden, wie auch vonseiten der Gemeinschaft der Kirche..

Wir kommentieren nicht mehr die gerade erst angeführten Worte des Papstes – mit Bezug auf die absolute Notwendigkeit der Tugend der Keuschheit, wie auch die personalen, das heißt nicht ‘nutznießerischen’ Beziehungen zwischen Mann und Frau in der Ehe.

Wir bemerken immer wieder unabänderlich die hervorgehobene Sicht dessen, worum in der Gabe seiner Gebote vor allem selbst der Dreieinige ‘kämpft’. Erst danach, das heißt im ‘zweiten Rang’, erscheint die Stimme der Kirche.
– Diese ist aber nicht usurpatorische Institution, sondern sie wurde von Jesus Christus gegründet, um so dem Volk Gottes den authentischen und zugleich autoritativen Sinn des Gottes Vorhabens, u.a. im Bereich der Friedensordnung der ehelichen Liebe, zu bezeugen.
– Umso mehr betrifft das alles selbstverständlich die Phase der Verlobung.

Der Hl. Johannes Paul II. zögert nicht die der Kirche aufgetragene Sendung im erörterten Bereich in Erinnerung zu bringen. Er tut es in folgenden Worten, die voller Besorgtheit sind, aber auch Schmerz wegen den immer wieder sich erhebenden Stimmen eines entrüsteten Widerspruchs vieler in aller Welt gegen die Kirche:

„Als Lehrerin wird sie [die Kirche] nicht müde, die sittliche Norm zu verkünden, die die verantwortliche Weitergabe des Lebens leiten soll.
Die Kirche ist weder Urheberin dieser Norm, noch ist sie ‘Schiedsrichter’ darüber
[latein hier: ‘cuius autem normae Ecclesia profecto nec auctor est nec árbitra (AAS 1982, p.81). Das heißt: die Kirche kann hier nicht auf ‘arbitrale’ Weise handeln: sie ist nicht bevollmächtigt, hier irgendetwas zu ändern].
Die Kirche, gehorsam gegen die Wahrheit, die Christus – IST und dessen Ebenbild sich in der Natur und Würde der menschlichen Person widerspiegelt, deutet die moralische Norm und legt sie allen Menschen guten Willens vor, ohne zu verbergen, dass sie Radikalismus und Vollkommenheit beansprucht” (FC 33).

Es geht unabänderlich um den Schutz der wahren Liebe, die ihres Namens würdig wäre – vor dieser manipulierten Liebe, die gründliche Verfälschung des Begriffs der Liebe darstellt: um sie vor ihrer ‘utilitaristischen’ Ausnutzung für die Begehrlichkeit des Fleisches zu beschirmen – auch schon im Eheleben, und umso mehr auf der Verlobungsstufe.
– So ist der reine, Gottes Begriff der „Liebe”. Es wird niemals eine „Liebe” geben die ihres Namens würdig wäre, ohne sie nach dem „ethischen Personalismus” begriffen und verwirklicht zu haben (S. dazu ob.: Biblischer Personalismus – und: Synthese von Natur und personalistischer Norm: Tugend der Liebe, und noch: Anthropologisch-personalistisches Argument).

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2. Noch einmal: grundlegende Arten der Liebkosungen

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Liebkosung an Geschlechtsorganen

Sollten wir noch einmal auf mehr praktische Anempfehlungen übergehen, also eigenartige Wegweiser für Brautpaare, dürfte hier nur das alles bündig wiederholt werden, was an oben angeführten Stellen unserer Homepage schon genügend klar gesagt wurde (sieh ob., vor allem: „Wenn aber ‘Liebe’ doch erst über den ‘Sexus’ wird?”).

Wir behalten im Bewusstsein dauernd die Tatsache, dass Gott selbst mit seinen Geboten vor dem freien Willen des einzelnen Menschen stehen bleibt – und an ihm niemals irgendetwas erpresst.

Allerdings wenn Gott die Gebote für Mann und Frau so und nicht anders formuliert hat, bleiben sie in keinem Fall etwas ‘Beliebiges’, das heißt etwas, was gleich gut berücksichtigt werden kann – oder auch nicht. Die Gebote Gottes sind von Natur aus verpflichtend, dass es sich so, und nicht anders, zu verhalten gilt. Allerdings immer mit diesem Vorbehalt, dass dem einzelnen Mensch die Möglichkeit zusteht, Gott und seine Gebote zurückzuweisen.

In solchem Fall: der Zurückweisung des Gebots Gottes, bedeutete es schlechten Gebrauch von der dem Menschen geschenkten Freiheit zu machen.
– Wir erinnern uns, dass Gott mit der Gabe des „freien Willen” ausschließlich eine Person beschenkt (sei es die Person des Engels, sei es dann des Menschen). Diese Gabe: des freien Willens, zielt darauf, dass wahre Liebe auftauchen kann (sieh dazu ob.: „Freiheit – Gottes Gabe: funktionell-instrumentale Gabe”).

Der freie Wille – ist wahrhaft „frei”. Daselbst kann jeder Mensch diese Gabe sowohl zu Gutem, wie zu Bösem gebrauchen.
– Falls der Mensch die Gabe des freien Willens zu Bösem gebrauchen würde, wäre es gleichbedeutend mit der Entscheidung, von Gott-der-Liebe und dem ewigen Leben ... weg zu gehen. Es wäre nämlich nicht nur Zurückweisung Gottes-der-Liebe, sondern daselbst ... Zurückweisung und Strich über sich selbst, da der Mensch niemals anders ‘Mensch’ ist, als nur als ... „Ebenbild und Ähnlichkeit Gottes”. Es bedeutete daselbst die Wahl für das Leben im Weiter-Existieren – also im ewigen Leben, allerdings im ewigen Leben der Verdammnung.

Eines ist hier sicher: Gott zieht die Gabe des jeder einzelnen Person geschenkten freien Willens, das heißt die ihm geschenkte Fähigkeit der Selbst-Bestimmung – niemals zurück.


Hier also noch einmal die wohl nützlich zu besprechende Einteilung der grundsätzlichen Liebkosungen und Erweise der Liebe unter zweien Menschen – Brautleuten, Ehegatten, oder nur Partnerschaften, die also in keinem Fall vorhaben, die Ehe einmal einzugehen.

Die Grenze zwischen einer schon Ehe, und noch nicht Ehe (Sakrament der Ehe), die vom ethischen Blickpunkt nicht überschritten werden darf, sind alle Betätigungen, die mit Geschlechtsorganen zusammenhängen. Vom Gottes Gesichtspunkt aus kann hier von keinem ‘Kompromiss’  gesprochen werden.

Sollte man das mehr präzise sagen, müsste festgestellt werden: Solange diese Zweien nicht Ehepaar – das Sakrament der Ehe bilden, können sie auf keine genitale Liebkosungen übergehen. Demzufolge muss alle Berührung und Anblicken der Geschlechtsorgane ausgeschlossen werden. Und daselbst alles, was zur Auslösung der sexuellen Erregung führen könnte – sei es bei einem ihrer beiden, sei es bei beiden zu gleicher Zeit.

Ein Versuch, dass diese, so bestimmte Grenze noch näher, genauer umschrieben werde, wäre ganz überschüssig: Das Gebot Gottes – ist Gebot GOTTES. Demzufolge kann es hier keine zusätzliche Auseinandersetzung geben. Das Beschreiten des Terrains der genitalen Intimität ist „eigen und ausschließlich” (sieh: HV 8; GS 49; FC 11) allein im Rahmen der schon eingegangenen Ehe: des Sakraments der Ehe.

Der Wortlaut des Gebotes Gottes, das Gott im Herzen ausnahmslos jedes Menschen bei seiner Herausrufung vom Nicht-Existieren eingeprägt hat, lässt Platz für keinen Zweifel, noch Zweideutigkeit zu. Hier gibt es also keine Diskussion. Die Kirche, der einzelne Papst, Bischof oder Priester ist eine allzu ‘niedrige’ Instanz, um über die Macht zu verfügen, die die Gebote zu modifizieren imstande wäre: ist doch Autor dieses Gebotes Gott-die-Liebe, Gott-das-Leben allein.

Demzufolge: Gehen Verlobte u.dgl. auf Initimitäten über, die irgendwie die Geschlechtsorgane aktivieren, weisen sie direkt Gott-die-Liebe zurück und begehen daselbst jedes Mal eine Todsünde (s. auch ob.: Moralische negative Normen – samt der weiteren Folge).

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Austausch von Küssen

Eine andere Form, wie Liebe erwiesen werden kann, besteht auf gegenseitigem Küssen. Dieses Thema wurde auf unserer Homepage schon an mehreren Orten erörtert (s. ob.: „Küsse ... ”. Und auch: Küsse schon in Ehe: „Heilige Beichte der Eheleute mit Sünden beim ehelichen Verkehr” ). Daselbst besteht kein Bedarf, dass diese Form der Liebe-Erweise wiederholt besprochen wird.

Niemand der Brautpaare, und jedenfalls der ‘Verliebten’ kann leugnen, dass Küsse unter ihnen wesentlich anders sind, als Küsse, die es z.B. beim Willkommen und Verabschiedung in Familie gibt: ‘nichtssagende’ Küsse zwischen Kollegen-Kolleginnen usw. Bestes Zeugnis dafür ist die Tatsache, dass viele junge Leute das ‘Küssen’ beim Sakrament der Heiligen Beichte bekennen. Das zeugt davon, dass es keine ethisch gleichgültigen und unschuldigen Küsse waren. Sie haben sinnliche Reize, manchmal schlechterdings heftiges sexuelles Erlebnis ausgelöst. Das heißt: sie haben einen Riss am Gewissen hinterlassen – in Form der Unruhe des Gewissens, oder geradeaus der Schuld.

Brautleute sollen nicht zulassen, dass ihre Küsse zur Sünde entarten – es wäre dann die so betriebene Sexualität. Wenn diese zweien sich gegenseitig küssen möchten, müsste es mit höchst möglicher Distanz und Ehre vor der Würde der Person – dieser eigenen, und der Person dieses anderen unternommen werden. Der Kuss soll eine Fülle von Subtilität und Ehrerbietung zum Ausdruck bringen. Er kann sich mit nichts zusammenreimen, das die Würde dieser beiden beleidigen würde. Das bedeutet unter anderen, dass das Küssen nicht auf solche Weise unternommen werden darf, die Widerwillen und Überdruss wecken müsste, und zumindest Ungeschmack bei zufälligen Zeugen.

Außerdem, wie auch schon hervorgehoben wurde, besonders das Mädchen soll eine weit vorgeschobene Wachsamkeit behalten, dass nicht irgendwelche erregende unkeusche Berührungen mit Küssen einhergehen. Dazu kann es nämlich sehr leicht kommen.

Ganz gesondert sollte wiederholt an die Praxis des ‘Oral-Sex’ angeknüpft werden. Auch darüber wurde schon mehrmals ausführlich gesprochen (sieh ob.: „Noch einmal: der Oral-Sex ” – im ganzen Zusammenhang).

Sollte man selbst Priestern – Geistlichen begegnen, die die ethische Richtigkeit des Oral-Sex verteidigten, kann seine ethische Qualifikation keinem Zweifel unterliegen. Es ist völlig entartete Form des betriebenen Sex-um-des-Sex willen. Sie trotzt der Natur und Würde des Menschen. Sie ist objektiv jedesmalig schwere Sünde – wenn schon nicht um anderer Gründe willen, da wegen der ganz grundlegenden Unterscheidung und die eigenartige Einteilung aller Erweise der Intimität – abhängig davon, ob damit die Geschlechtsorgane selbst aktiviert werden, oder nicht.
– Das Betreiben des Oral-Sex strebt immer direkt die Aktivierung der Geschlechtsorgane an. Diese aber setzen – im Rahmen der schon bestehenden Ehe, nicht aber unabhängig von ihr, die völlige Ehre sowohl vor der Friedensordnung der Struktur des Vereinigungsaktes, wie seiner Dynamik voraus. Die Erfüllung dieser grundsätzlichen Bedingungen schließt sich einzig bei Unternehmung des Geschlechtsaktes in der Scheide auf, und daher: nicht im Mund, noch mit Hilfe des Mundes, beziehungsweise der Zunge u.dgl.

Da helfen nichts Proteste sei es daran interessierter Eheleute, bei denen solche Art und Weise des ‘Sex-Betreibens’ zur Alltäglichkeit geworden ist. Noch Proteste auch ganzer Mengen von jungen Leuten – Fräuleins und Jünglings, die auf ‘Oral-Sex’ umschalten, u.a. um eine maximale Annehmlichkeit zu erfahren – ohne damit um des Schwangerwerdens bekümmert sein zu müssen.
– Nichts helfen hier auch Proteste einiger Priester, sollten sie sich noch selbst auf das ‘Imprimatur’ der Kirchlichen Autorität berufen haben (NB.: hinterlistig erreichtes Imprimatur, infolge der nicht gebührenden Informierung der betreffenden Bischöfe) als Befürwortung ihrer Auseinandersetzungen hinsichtlich immer mehr raffinierter Sex-Künstlereien der Eheleute (sieh ob. die ausführliche Rezension eines der Bücher von P. Ksawery Knotz – nur polnisch: „O. Ksawery Knotz: Seks jakiego nie znacie. Dla malzonków kochajacych Boga” – in ganzem Zusammenhang; Titel auf Deutsch: Sex den ihr nicht kennt. Für Eheleute die Gott lieben. – S. dort ebd.: Noch einmal: Oral-Sex ).

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Liebkosung an der Brust

Es bleibt noch diese Liebkosung: an der Brust, dem Busen. Auch darüber wurde schon genug genau gesprochen – im Anschluss an das betreffende Fragment des hiesigen Kapitels: „Auf Probe ausgesetzte Keuschheit in Verhaltensweisen der Jungen” (sieh ob.: „Liebkosung am Busen” – im ganzen Zusammenhang). Daher ist es hier zwecklos, darauf noch einmal zurückzukehren.


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Erklärung

Dennoch es lohnt sich ein paar Bemerkungen dazu zu sagen. Die Liebkosung am Busen scheint in der Zeit der Verlobung als etwas von allein verständliches und ‘natürliches’ zu sein – und daselbst als selbstverständlich ... erlaubt. Diesen Zweien scheint es, ihnen stehe ein vollgültiges Anrecht zu solcher Liebkosung: der Liebkosung am Herzen zu.
– Dennoch niemand kann leugnen, dass auch diese Liebkosung in verschiedenen Abänderungen vorkommen kann, die daselbst eine unterschiedliche ethisch-moralische Bewertung voraussetzen. Es geht fortwährend um die Treue zum Gebot Gottes. Diese zweien bilden noch weiter kein Ehepaar, sollte auch ihre Ehe ganz bald, in Minuten, feierlich geschlossen und besiegelt werden.

Das ‘Anschmiegen’ aneinander pflegt unterschiedlich zu sein. Das gegenseitige Anschmiegen im Sinn einer herzensreichen Umarmung bei Begrüßung bzw. beim Abschied zwischen Mitgliedern der Familie, mit Kollegen und Kolleginnen ist völlig angenommen. Es dauert im Prinzip auch nur ganz kurz und oberflächlich – und hängt in keinem Sinn mit sexueller Absicht Richtung Erregung zusammen.

Zurzeit geht es uns aber um das ‘Anschmiegen’  verliebter Personen, die vielleicht schon Verlobt sind. Dem hier schreibenden Priester ziemt es sich nicht in allzu genauere Details einzudringen. Es handelt sich dauernd um den Hinweis auf die moralische Norm, die direkt mit dem Wortlaut und Geist des Gebotes Gottes zusammenhängt: „Du sollst nicht die Ehe brechen”.
– Die ethische Wertung der Qualität des gegenseitigen Anschmiegens zwischen Verliebten kann zweifelsohne einigermaßen ‘balancieren’. Es ist wohl nicht leicht, und vielleicht nicht einmal nötig, allzu sehr in Einzelheiten herabzudringen, die die ethische Wertung jenes ‘Anschmiegens’ bestimmen können.

Die Verliebten sind sich aber allzu gut bewusst, dass ihr Anschmiegen als Verliebter entschieden anders ist, als eine ganz kurze gegenseitige Umarmung beim Willkommen oder bei Verabschieden mit irgendjemandem der Kollegen-Kolleginnen. Daher die ihrerseits, auch im Beichtstuhl, erscheinende Frage, ob im betreffenden Fall nicht etwa die Grenze der Anständigkeit und daselbst der Sündhaftigkeit – und daselbst des Gebotes Gottes überschritten wurde.

Diese zweien – Verliebten, oder vielleicht schon tatsächlich Brautpaar, wissen guten Bescheid, dass die Liebkosung, die direkt am Herzen, an der Brust unternommen wird, Domäne nicht des Brautpaars, sondern erst der Ehe ist. Niemand kann leugnen, dass wenn das Mädchen ihre Brust zum Berühren und Streicheln aufschließt, ist es jedes Mal eine ganz weit vorgerückte Intimität. Gott hat diese zweien auf dieses Terrain bisher noch nicht eingeführt: sie haben das Ehe-Sakrament noch nicht empfangen.
– Die ethische Qualifikation solcher Liebkosung ist hier daher eigentlich dieselbe, wie im Fall der Liebkosung, die an Geschlechtsorganen unternommen werden würde: Berühren und Anschauen. Diese zweien stellen fortwährend noch keine Ehe dar, sollten sie auch auf die Ehe schon völlig entschieden sein.

Anders gesagt, es gibt hier keinen Zweifel: jede Unternehmung einer Liebkosung an der Brust – zugehüllten oder enthüllten – fällt unmittelbar unter das VI.Gebot Gottes. Daselbst kann es für die Liebkosung an der Brust vor der Ehe schlechterdings keinen Platz geben.
– Die Verliebten sollen nicht nervös werden, dass diese Norm hier so ausdrücklich zum Bewusstsein gebracht wird. Es ist keine Erfindung des Geistlichen, noch der Kirche, noch irgendein neu eingeführtes Hindernis für die sich dann spontan entwickelte Gefühlsstunde. Es ist schlechterdings unmittelbarer Schluss, der aus dem Gebot Gottes folgert.

Diese beiden müssen geduldig weiter warten – bis zur Stunde des wahrhaft eingegangenen Ehe-Sakraments. Diese Tatsächlichkeit müssen sie untereinander ohne jede Zweideutigkeiten ab Anfang an ihrer Verlobungszeit klar festsetzen. Erst in der Stunde des feierlich geäußerten Ehegeständnisses als Ehe-Sakraments – führt der Dreieinige diese zweien auf das Terrain ihrer vollgültigen, gegenseitigen Intimität ein.

Selbstverständlich auch dann, und gerade erst dann – müssen alle Erweise des sich gegenseitig bezeugten Bandes und der Gefühle-Liebe von Anfang an bis zum Ende aufgrund der inneren Friedensordnung der personalen Liebe gestaltet werden – mit voller Ehrachtung vor der Struktur und Dynamik der Zeiten ihrer ehelichen intimen Vereinigung und des Wesens aller personalen Liebe. Es geht fortwährend um die Vereinigung der Personen der beiden Ehegatten, nicht aber um nutznießerische Betreibung des Sexus um des Sexus willen.

Das Anschmiegen in der Verlobungszeit – selbst in Form nur kurzer liebender, oberflächlicher gegenseitiger Umarmung kann zweifelsohne ebenfalls unterschiedlich unternommen und verstanden werden. Sollte es eine Umarmung sein voller Distanz und Subtilität, tatsächlich nur kurz und oberflächlich, mit reiner Absicht, könnte sie sich wohl des Segens Gottes freuen.
– Sollten sich aber diese beiden so einander anschmiegen, dass sie gut die Formen ihrer Leiber spüren, und zugleich dass dieses Anschmiegen sie in Erregung bringt, wäre es schwer, dass es als gute Tat anerkannt werden kann, die die Anwesenheit Gottes im Herzen nicht beleidigte.

Wie schon mehrere Male bemerkt wurde: zusätzliche Belästigung bei ethischer Bewertung der gegenseitigen Anschmiegung – darunter auch beim Küssen, werden des Öfteren parallel dabei unternommene Berührungen und Streicheln. Diese aber streben im Prinzip nach Auslösung sinnlicher Erregung.
– In solcher Situation kann das innere Sanktuar des Gewissens, in dem Gott verweilen möchte, sich nicht schuldlos finden, was die reine Absicht und Betätigung angeht.

Mögen diese ein paar allgemein formulierten Bemerkungen im Anschluss an die Verlobungszeit genügen.


Ist es den zweien Verlobten aufrichtig daran gelegen, dass sie die durchscheinende Reinheit des Herzens in Gottes Antlitz – und daselbst sich gegenüber ebenfalls bewahren, ist es sehr angewiesen, dass sie sich beide deutlich von ganz Anfang an – wie oben angedeutet – so verabreden, wie es im Fall der vorher angeführten Erzählung war von solchen zweien, die zum Altar mit tatsächlich behaltener Reinheit ihres Herzens gekommen sind. Sie haben sich eine völlige Keuschheit zu bewahren vorgesetzt – und daran haben sie auch bis zum Ende eindeutig gehalten. Trotzdem auch in ihren Venen lebendiges Blut kreiste, also nicht allein ‘Himbeersaft’. Daher ist es auch nach ihrem, deutlich verabredetem Vorsatz, weder zu einem Kuss, noch einer Umarmung, und umso mehr einer Liebkosung am Busen gekommen. Es lohnt sich dieses Zeugnis hier noch einmal anzuführen (sieh ob.: „Ohne Kuss, ohne Umarmung” :

„... Ich möchte meine Erfahrungen und Überlegungen für Unverheiratete mitteilen.
Küssen’ wird zwar von aller Welt als so harmlos hingestellt. Aber die Verführung zur Sünde ist dabei sehr groß. Verliebt und verblendet, sieht man die Fehler des Anderen nicht mehr. Ich hoffe jetzt verstanden zu werden: ich schreibe aus Erfahrung. Ich bin 40 Jahre alt und habe 4 Kinder und bin jetzt gut 15 Jahre verheiratet.
– Es war für mich nicht leicht, den Mann zu finden, der nach dem Willen Gottes für mich der Richtige war. Eines Abends betete ich wieder viel in diesem Anliegen. Ich hatte Angst, ob es wirklich der Richtige ist, mit dem ich befreundet war. In meiner Not erbat ich ein Zeichen, das mir auch gegeben wurde. Die Gewissheit, im Willen Gottes zu sein, gibt mir Kraft und Freude mein ganzes Leben lang.
– Bevor ich meinen Mann kennen lernte, war ich mit einem anderen befreundet, mit dem ich sogar mit einer Pilgergruppe bis nach Fatima pilgerte 18 Tage lang, mit 21 Jahren. Wir haben uns nicht geküsst oder umarmt. Wenn man weiß, warum und es nicht anders gewohnt ist, geht das ganz gut und man findet es ganz normal, wie Bruder und Schwester zu sein.
Bestimmt wäre ich an ihm ‘hängengeblieben’, wenn wir uns geküsst hätten. Ich bezweifle, ob ich dann so glücklich und zufrieden geworden wäre, wie ich es jetzt bin. Nur immer den Willen Gottes suchen und beten und treue Pflichterfüllung aus Liebe zu Gott hilft einem wirklich durchs Leben” (FMG-Information, Nr. 61, 37b).

Sind etwa diese schlichten Worte jener 40-jährigen schon Mutter nicht entzückend, wenn sie jetzt, schon von langer Perspektive aus, über die Tage ihrer Verlobung mit so rührender Aufrichtigkeit schreibt:
Wenn man weiß warum und es nicht anders gewohnt ist, geht das ganz gut und man findet es ganz normal, wie Bruder und Schwester zu sein” ?


Es wäre vielleicht gut, hier auch noch ein Fragment aus einem anderen Brief anzuführen, das Zeugnis einer anderen Ehefrau. Sie erwähnt darin auch – ebenfalls von der Perspektive eines längeren Lebens in Ehe und Familie – davon, wie sie beiden in Keuschheit bis zum Ende ausgeharrt haben. Obwohl sie über ein ganz leeres Haus verfügte, und falls sie es nur wollte, könnte sie zu Hause, das heißt ‘bei sich’, ohne geringste Störung vonseiten irgendjemandes, in diesen Stunden des Besuchs ihres Bräutigams tun, was ihr nur gefallen würde. Hier ihre Worte:

„... Herr Pater, Sie wissen nicht, was es über die ‘Jungfräulichkeit’ zu schreiben gilt. Dürfte ich was einfügen, sagte ich aufgrund meiner eigenen Erfahrung, wie man diesen ‘Schatz’ bis zur Trauung bewahren kann.
Möchten die Brautleute die Keuschheit bewahren, sollen sie möglichst ganz wenig allein zu Hause weilen. Denn dann tauchen am leichtesten Versuchungen auf. Diese aber entwickeln sich am meisten angefangen vom unschuldigen ‘Kuss’.
Als ich meinem heutigen Mann begegnet habe, wohnte ich zu Hause ganz allein – und ich weiß, was ich sage.
In Zeiten der Versuchungen – suchten wir irgendwo nach draußen gehen. Wir waren uns bewusst, womit das enden könnte.
Anderes ist schon ein paar Jahre nach der Heirat: dann wird die gegenseitige Anziehungskraft nicht mehr so stark verspürt. Dagegen in der Verlobungszeit pflegt es ganz anders zu sein: alles ist so neu und zieht an.
– Meine Kolleginnen beneideten uns dieses ‘leere Zuhause’. Sie dachten wohl, dass es nicht bekannt ist, was wir dort nur betrieben haben. Dagegen wir sind ‘gegen den Strom’ gelaufen.
Allerdings nach der Heirat – hat mir mein Mann gedankt, dass ich nur für ihn da war. Das ist für mich eine riesige Freude, für ihn ebenfalls. Er hat auch keine Erfahrungen gehabt. Er musste es mir nicht einmal sagen: das kann man bemerken.
– Anderseits Mangel an Erfahrungen mit anderen Partnern ist deswegen gut, dass es keinen Vergleich gibt, es entsteht kein Bedauern, dass es mir z.B. mit diesem besser im Bett ging, als jetzt mit meinem Mann. So was habe ich von meiner Kollegin in der Arbeit gehört. Sie hat einen guten Mann, aber im Bett ‘gelingt es ihnen irgendwie nicht’ – und sie sehnt sich nach ihrem früheren Partner, mit dem es ihr gut erging ...” (Email: 5.II.2010: Kinga).

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3. Liebe über die Entscheidung auf Verkehr?

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Umschlag auf Verkehr

Viele Brautpaare ... können in reiner Gestaltung ihrer Beziehungen nicht aushalten. Sie wissen selbstverständlich besten Bescheid um das Lautwort des Gebotes Gottes, das auf ganz besondere Art und Weise ihre Lebensphase betrifft: „Du sollst nicht die Ehe brechen” (Mt 19,18). Aber bei den sich des Öfteren verlängernden Begegnungen lassen sie sich dieses Gebot mit keinem geringsten Wort selbst nur erwähnen.

Dieses Gebot kann sie nicht allzu ‘... freuen’, wie sie darüber sprechen. Wie sehr möchten so manche Paare, dass es ein solches Gebot überhaupt ... nicht gäbe.
– Das ist aber ganz unmöglich. Dieses Gebot kommt von Gott her, der nur allzu gut weiß, was die menschliche Natur bedeutet. Er weiß es auch ganz gut, was dem wahren Gut dient: im sofortigen Sinn, und umso mehr in Perspektive der unvermeidlichen letzten Dinge.

In dieser Situation überschlagen manche Verliebte Paare – vielleicht sind sie selbst sehr zahlreich, trotzdem es auch viele andere Verlobte gibt, die die Treue zum Wort Gottes halten – früher oder später auf immer mehr und mehr vorangeschiebene und erregende Liebkosungen, bis es endlich zur Unternehmung des ersten geschlechtlichen Verkehrs kommt.
Wenn aber die bisher unüberschrittbare Grenze trotz allem schon überschritten wurde, wird die sich neuerlich meldende Versuchung weiterer Experimente im Laufe der Zeit zur immer öfteren Praxis. Der anfangs erscheinende irgendein Widerstand schmilzt immer mehr. Ein Leben gleichsam in völlig und längst stabilisierter Ehe wird für sie letztlich zum ‘Alltags-Brot’  fast Tag für Tag.


Es gibt dann aber auch nicht wenige solche ‘Paare’, die ein ‘Paar’ darstellen und zugleich es eigentlich nicht darstellen. Sie haben sich kennen gelernt, einige Sachen untereinander festgelegt – und haben mit regelmäßigem Verkehr ... angefangen. Alles geschieht hier ohne irgendwelche Verpflichtungen: zu jeder Zeit können sie sich ohne Wehmut voneinander trennen. Sie kennen schlechterdings einander – und leben miteinander, sie haben eine gemeinsame Wohnung. Beiden ist es miteinander bequem – und dabei sinnlich ... angenehm. Über eine weitere Zukunft sprechen sie im Prinzip überhaupt nicht.

Solche Paare kommen im Allgemeinen von Anfang an auf weit vorgerückte Intimität. Sie betreiben ‘Sex’ in allen möglichen Varianten: Petting, Oralsex und mehrere andere Formen, zum Trotz der Menschennatur: der Person. Sie unternehmen selbstverständlich auch geschlechtliche Kopulation.

Ob solche zweien – Brautpaare oder Nicht-Verlobte, sich dessen bewusst sind, dass indem sie den Bereich der Intimität beschreiten, sie eine Macht an sich reißen, über die sie nicht verfügen und die ihnen niemals zur Verfügung stehen wird? Man müsste zuerst ‘Gott’ werden, um die Gottes Schöpfung zu verändern, darunter vor allem die Gottes Friedensordnung, wie sie mit der Würde des Menschen als Person, gerufen zum ewigen Leben, zusammenhängt: die Friedensordnung der Liebe, deren Ausdruck die Zehn Gebote Gottes darstellen (sieh ob. noch einmal: „Neuerlich gestellte Anfrage: Besitzer und Verwalter”). Allerdings: Wer sollte da in der Stunde des ‘Verliebtseins’ sich noch bemühen, um an ... Gott zu denken und sich deswegen, wegen der Unruhe des ein Bisschen schreienden seines Gewissens Sorge zu machen?

Das usurpatorische Beschreiten des Terrains der Intimität als ‘unabdingbaren Anrechts, das Verliebten Paaren zusteht’, schiebt selbstverständlich der Böse vor: Satan. Satan ist ‘Meister’ in Sache der „Verführung der ganzen bewohnten Erde” (Offb 12,9). Er ist es, der dem Menschen einredet, dass ihm alles erlaubt ist, was sich zwar der Liebe des Dreieinigen deutlich widersetzt, aber gerade deswegen ist es „... köstlich, von dem Baum zu essen, und lieblich es anzusehen” (Gen 3,6).

Der ‘Böse’ ist Meister in arglistiger (vgl. 2 Kor 11,3; und sieh: „Arglistig angestellte verführerische Künstlereien”) Vorführung dem Menschen der Begehrlichkeit verschiedenster Künstlereien im Bereich der ‘Sex-Praktiken’ (= Herabführung der Person zum Rang einer Sache-zum-Ausleben-an-ihr) als Gipfels der sich gegenseitig bewiesener ‘heißen Liebe’. Um nur möglich am wirksamsten „... das Werk der Schöpfung gegen die Erlösung, gegen den Bund und die Vereinigung des Menschen mit Gott zu benützen” (DeV 27).

Ganz oft gelingt es ihm auf diese Weise ohne große Schwierigkeiten das bisherige Anvertrauen des Menschen auf Gott abzuwenden, und es auf blindes Anvertrauen seiner Selbst auf ihn, den Bösen, zu übertragen (sieh: DeV 37: „Eröffnung dieser Freiheit ... angesichts dessen, der ‘Vater der Lüge ist’ ...”). Wer sollte sich noch mit der vorläufig weit entfernten Perspektive des ... ewigen Lebens kümmern, wie auch dessen, was der Völkerapostel so bündig – zur Ernüchterung gesagt hat:

„... Dem Menschen ist es bestimmt ein einziges Mal zu sterben,
worauf dann das Gericht folgt
...” (Hebr 9,27).

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Perspektive auf Ehe

Viele Paare der ‘Verliebten’ nehmen die Perspektive einer eventuellen Verbindung mit dem ehelichem Bund überhaupt nicht in Bedacht. Das Szenario legt sich des Öfteren auf folgende Art und Weise:
– das Mädchen zieht sich bei dauernden Drängeleien seitens des Jungen immer mehr zurück und führt ihn in ihren Leib Zentimeter auf Zentimeter immer weiter ein. Er redet ihr ein, dass indem sie hier irgendwelchen Widerstand erlebt, es Anzeichen ist, dass sie ihn offensichtlich ... nicht liebt.
– Sie richtet sich demnach nach dem manipulierten Begriff der ‘Liebe’ und erlaubt ihm letztlich auf immer mehr. Sie täuscht sich mit der Hoffnung, dass der Junge auf solche Art und Weise endlich ihr Mann wird. Ehrlich gesagt, strebt sie die Stabilisierung ihres Lebens und der Bindung mit dem Ehegelöbnis auf Gut und Böse an wie es in der Ehe sein soll. Die Ehe würde dann bald zum Nest für die sich allmählich entwickelnde Familie.

Im Gewissen tut es ihr weh und die Tatsache ‘beißt’ sie beständig, dass sie im ‘Sex’-Betreiben so forangeschritten ist. Sie spürt es vortrefflich, dass dieser ‘Sex’ nichts mit ‘Liebe’, die ihres Namens würdig wäre, zu tun hat. Sie erfährt es immer mehr klar, dass in jenem ‘Sex’ – er, dieser ihr Junge, nur sich selbst ‘liebt’, nicht aber sie! Er nutznießt ihren Leib zur ... Masturbation: Selbstbefriedigung. Und das nennt er ... ‘Liebe’.
– Sie beiden leben miteinander, als ob sie schon ein vieljähriges Ehepaar bildeten. Zugleich aber muss sie bekennen, dass sooft sie das Gespräch auf das Thema zu lenken sucht, dass sie sich endlich mit tatsächlichem Ehebund binden, oder zumindest auf Perspektive der Eheschließung, ihr Junge – der Bräutigam, oder vielleicht nicht einmal ihr ‘Bräutigam’, sehr ausweichend antwortet. Er schiebt jedes mehr seriöse Gespräch über dieses Thema auf ‘später’ ab, oder auch er bricht jeden Versuch einer Diskussion darüber schlechterdings sofort ab.

In vorigen Erwägungen haben wir schon solcher Art Bekenntnisse der Mädchen angeführt. Diese Mädchen schalteten manchmal ohne größeren Widerstand auf Verkehr um, wobei sie überhaupt keine Gewissheit gehabt haben, ob der betreffende Junge irgendeinen Gedanken an die Ehe zulässt, oder selbst von Bindung mit Ehebund absolut nichts hören will. Den Jungen interessiert das Mädchen ausschließlich ‘um des Sexus’ willen, den er beliebig nutznießen kann, umso mehr, dass dieses Mädchen sich doch ... ‘umsonst: ganz for free’ zur Verfügung stellt (sieh ob., z.B.: „Vom Briefaustausch mit Christine-Wladek” – und noch: „Vertrautes von Ania und Wieslaw”).

Das Mädchen wird sich mit immer größerer Gewissheit bewusst, dass die Haltung ihres ‘Geliebten’ ein typisches Sich-Drücken vor irgendwelcher Verantwortung darstellt. Sie spürt es immer mehr unzweideutig, dass sie von ihm nur getäuscht wird. Zu gleicher Zeit wird sie von ihrem Geliebten, auf dem sie ihr Vertrauen gelegt und den sie doch irgendwie geliebt hat, sklavischauf der Leine’ gehalten: gleichsam ein Hund am Riemen ...: dieses Mal am Riemen des ‘Sexus’. Ihm ist es damit ganz gemütlich. Dank ihrem Frauenleib kann er beinahe zum Sattwerden beliebig Sex betreiben – ganz als ‘freeware: Gratis-Ware’. Damit ist es ihm angenehmer und wesentlich mehr attraktiv, als wenn er nur auf allein zu praktizierende ‘Masturbation’ angewiesen wäre. Sie erlaubt ihm doch auf alles, was ihm in seinen sex-erfüllten Kopf einfällt: alles ‘um der heißen Liebe willen zu ihm’ !

Es ist unwahrscheinlich, dass das Mädchen im Laufe der Wochen nicht immer mehr tiefschneidend verspürt, dass die Tiefe ihres fraulichen Seins von ihrem ‘Geliebten’ systematisch demütigend geschändet wird. Sie versteht es mit immer größerer Deutlichkeit, dass sie Opfer des ‘Sexus’ ihres sie vermeintlich liebenden Jungen geworden ist. Was er ‘Liebe’ nennt, ist alles andere, nicht aber ‘Liebe’, nach der sie sich gesehnt und die sie von ihm erwartet hat.

Bei alledem findet sie in sich nicht so viel Kraft, um mit beiden Füßen entschieden aufseiten Christi und des Gebotes Gottes stehen zu bleiben. Sie sieht immer mehr klar, dass Gott doch ‘Recht’ hatte, wenn Er dem Menschen – darunter auch ihnen beiden, seine Zehn Gebote eingehändigt hat. Sie sieht es nun, dass die Gebote Zeugnis der Besorgtheit Gottes, seiner größten Liebe zum Menschen, dem Geschöpf seiner Geliebtheit, darstellen.
– Das Mädchen beginnt zu lavieren: zwischen Christus mit der ganzen Radikalität seines Evangeliums, und diesem, der der ‘Böse’ ist und beständig zur Ignorierung der Gottes Erwartungen versucht. Solches Lavieren ist selbstverständlich von vornherein auf Misserfolg verurteilt.
– Übrigens so wird es auch von Jesus zu verstehen gegeben:

„Niemand kann zwei Herren dienen.
Er wird entweder den einen hassen und den andern lieben;
oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten ...” (Mt 6,24).

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Übertretung des Gebotes als ‘Zeugnis des Glaubens’ angesichts des Jungen

Wenn der Junge, dem das Mädchen ohne größeren Widerstand auf ‘alles erlaubt’, wobei er selbst nicht allzu religiös ist, wogegen aber das Mädchen von einer Familie herkommt, wo das Leben nach den Geboten gepflegt wurde und ihre Eltern vielleicht des Öfteren ihr dringend eingeprägt haben, dass sie die Treue zu Christus auf der Stufe der Verlobung mit dem Jungen hält – kann man sich vorstellen, wie dieser Junge angesichts der Haltung ihres ‘Nein’ reagieren würde, wenn sie um der Treue zu Christus willen zumindest von nun an sich nicht einmal zu berühren erlaubte.

Sollte die Reaktion angesichts ihrer Rückkehr zu Gottes Geboten seine Nervosität auslösen, oder schlimmer: sollte er mit Groll ausbrechen, samt Androhungen ihr gegenüber, wäre es unfehlbares Zeichen, dass er dieses Mädchen niemals als Verlobte und Braut trachtete. Er hat allein ihre sexuellen ‘Dienste’ nutznießt – als einer der ‘Dirnen’. Er betrachtete ihren geschlechtlichen Leib rein utilitaristisch: ‘nutznießerisch’. Sie hat es ‘gegeben-und-erlaubt’, er dagegen hat alles was es möglich war – ‘genommen’. So konnte er sich an ihr sexuell beliebig austoben. Er sah doch, dass sie ihm ohne größeren Widerstand den Zugang zu allen möglichen Bereichen ihrer Intimität frei gelassen hat.

Er selbst spricht vom Glauben überhaupt nichts. Er spielt vor, die Fordernisse im Bereich der Moralität – sind Thema, das nicht für ihn geschaffen ist.

Dagegen das, was er in seinem Herzen von diesem Mädchen denkt, kann ohne Schwierigkeit erahnt werden. Es herrscht kein Zweifel, dass er dieses Mädchen überhaupt nicht seriöse nimmt. Er sieht es für den Alltag, was sie mit ihrer Verhaltensweise darstellt.
– Wenn sie vor ihm ihren Glauben an Christus bekennt, werden diese ihre Worte eine einzige aktive Verleugnung ihres Zeugnisses um Christus. Mit ihrer Haltung zum Jungen und indem sie ohne größeren Widerstand sich ihm völlig zugänglich tat, legte sie unwillkürlich ein sich nur fixierendes Bekenntnis ihres ‘Glaubens’ darüber, wer  für sie dieser ‘Christus’ ist, an den sie scheinbar glaubt, und parallel: wer Christus für ihren ... ‘Jungen’ sein sollte.

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Erklärung

Er bemerkt das alles unwillkürlich. Und kommt zum grundlegenden – seiner Meinung nach unumstößlichen Schluss, dass man sich mit Christi Geboten den Kopf nicht zerbrechen braucht ! Es gibt keine Pflicht, dass man sich nach den Geboten Gottes richtet ! Sie können zwar irgendwie an sich selbst ‘gut’ sein – für eine schmale, auserwählte Gruppe von Befürwortern einer ‘Religion’ und Verehrer Christi. Der größte Teil der Menschen braucht aber auf Christus absolut nicht achten!
– Sollte Christus letztlich irgendwie wirklich bestehen – seiner Meinung nach wird es angenommen, dass Christus irgendwie tatsächlich ‘existiert’, möge Er sich ganz weit, in seinem ‘Himmel’ existieren und wohnen. Jesus Christus ist doch kein Partner für diese, die sich lieben ! Jedenfalls uns als Verlobten, oder schlechterdings: die wir miteinander sexuell leben, hat Christus absolut nichts zu sagen. Umso mehr darf Er uns nichts diktieren!

Er folgert mit bester Begründung: Wenn dieses mein Mädchen mir so viel von Christus und Gottes Geboten erzählt, und mir dabei so überaus leicht – den Geboten Christi zum Trotz, sexuell erliegt, und wenn sie dazu nach dem Verhältnis und dem ‘sexuellen Austoben’ bis zum Satten nichts mehr von eventuellen Gottes Sanktionen infolge der Übertretung gerade dieser Gebote erwähnt, heißt das für mich dieses eine:
dieser Christus und diese ‘Gebote Gottes’ sind nur ‘gemalte’ Wirklichkeit! Kräftig gesagt: Christus und seine Gebote sind große Einbildung, nichts mehr!

So sind die unmittelbaren Folgen des ‘abgelegten Gegen-Zeugnisses’ für Christus, auf den dieses Mädchen scheinbar ‘glaubt’, nur dass sie mit ihrer Haltung und in ihrem Erliegen diesem Jungen auf jeden seinen Wink, über diesen Glauben – wahrscheinlich zu großer Verwunderung dieses Jungen – einen völligen Strich führt.

Dasselbe betrifft selbstverständlich die umgekehrte Situation: falls das Mädchen eine ‘Atheistin’ wäre, oder sie spielte zumindest vor, sie wäre gerade so, und ihren Jungen, der sich vor ihr als tief Gläubigen erklärt, ohne größeren Widerstand zum ‘Sex’-Betreiben verführen lässt.

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Soll man auf Gott wegen seiner Gebote ... böse sein?

Es ist unwahrscheinlich, dass samt dem Umschlagen auf Verkehr, und sollte es auch auf Betreiben allein des ‘Pettings’ sein, das heißt des beiderseitigen Spielens an der Intimität, was zur Erregung und sexueller Erfahrung führt, nicht eigentlich sofort die Perspektive einer potentiellen Elternschaft erscheint. Vorläufig aber greifen wir diesen Aspekt der Betätigungen dieser beiden nicht auf.

Im laufenden Kapitel wurde an die in einigen Milieus von Mädchen und Fräuleins fast allgemein praktizierte Aussetzung der Jungfräulichkeit ‘auf Verkauf ’ angeknüpft – für einen kleineren oder größeren Groschen, der gelegentlich gewonnen werden kann – bisweilen für ein an sich durch und durch belobigungswertes Ziel. Allerdings: um welchen Preis das hier geschieht?

Vielleicht erinnern wir uns aus den früheren Erwägungen an dieses Mädchen, das in ihren Briefen an den hier schreibenden Priester-Pater – einmal schrieb, dass sie sich entschlossen hat mit der Unternehmung des Verkehrs (endlich) mit ihrem Geliebten nicht länger mehr zu warten, indem sie sich auf ihre ‘wahre, große’ Liebe berief, Liebe mit großgeschriebenem ‘L’. Wir erinnern uns an ihre Worte voller Entrüstung angesichts dieses Geistlichen, auf ihre sophistisch formulierten Worte und Argumente gegen die Gebote Gottes selbst:

„... Vielleicht machen Sie mir, Herr Pater, den Vorwurf, ich hätte keinen Glauben, aber außer dem Glauben (das Herz) verstehe ich auch noch zu denken (ich verfüge über die Vernunft). Jeder, der über auch nur ein Bisschen Intelligenz verfügt, gibt zu, dass es keine Vernunft ohne Herz gibt, noch ein Herz ohne Vernunft.
– Ich bin schon reifgewordene Person (NB.: 20 Jahre alt) und bin wohl imstande, über meine Verhaltensweise nachzudenken. Daher stimme ich mit Ihrer Schrift überein, wenn ich sie vom Standpunkt her des Glaubens betrachte. Allerdings wenn ich sie dem Leben gegenüberstelle, ist Ihr Buch ein großer Blindgänger.
– Ich kann die mir geliebte Person, die mich ebenfalls liebt, moralisch und physisch nicht peinlich quälen. Es besteht doch das Gebot: um die eigene Gesundheit besorgt zu sein. Dieser Mensch (mein Bräutigam) gerät doch in Erregung nicht nur infolge meiner Berührung, aber auch wenn er meine Stimme vernimmt, und selbst wenn er mich nur anblickt.
– Soll ich ihm alles verbieten, wenn er sich mir ganzheitlich dahingibt, sich meinem Willen fügt, mit einem Wort, er gerät ‘unter die Pantoffel’ von allein? Nein, das darf ich nicht machen! Der Schmerz der angeschwollenen Samenleiter – der schmerzhaften Hoden – ist unerträglich! Ich würde ihn zur Selbstbefriedigung bringen, oder noch schlimmer: dass er irgendwelcher anderen Frau erliegt. Ich muss ihm helfen, wenn wir zusammen leben wollen und es sollen. Sollte er mich selbst sein lassen (daran kann ich zweifeln), muss ich ihm zu Hilfe kommen. Ich liebe ihn doch und kann nicht zuschauen, was für Quälereien er durchzustehen hat. Ist es doch einer Person nicht würdig, die Gott liebt. Gott hat doch gesagt, dass wenn ihr einem dieser Wesen Hilfe leistet, so ist es Mir erwiesene Hilfe. Ich muss außer den Menschen in ihm auch noch Gott sehen. Könnte etwa eine glaubende Person die Pein Gottes erdulden? Nein, und nochmals: Nein !
– Mein künftiger Ehemann erfährt nicht nur körperliche und geistige Pein. Ich sehe ihn so manches Mal in Tränen, als ich ihm nicht ‘helfen’. wollte. Er hat es mir begreiflich gemacht, dass ich ihn nicht für die kostbarste Person halte, sondern für einen Straßenlümmel, der seine Bedürfnisse zu erledigen gekommen ist, für die er zahlen muss und weggeht. Nein, so darf man nicht!
– Daher – allen Weisungen von Ihnen, Herr Pater, zum Trotz und allen guten Erklärungen vom religiösen Gesichtpunkt aus – erlag ich. Sie können mich verurteilen, aber ob Gott mich verurteilt, das weiß ich nicht. Gott sieht alles und weiß, dass es hier keinen anderen Ausweg gegeben hat ...” (sieh oben: Von der stürmischen Korrespondenz Frau Cälina: Brief 2: VII.1982).

Wir sind hier Zeugen einer Korrespondenz, die vonseiten dieses Mädchens, dieser 20-jährigen, die von sich behauptet, sie verfüge „außer über dem Glauben auch noch über die Vernunft und den Verstand”, mit entsetzenden Bedrohungen gegen das Leben des Geistlichen endet. Die Verwirklichung jener ‘Androhungen’ sollte von ihrem Jungen durchgeführt werden. Alles nur deswegen, dass der Priester es gewagt hat, ihr die Gebote Gottes in Erinnerung zu bringen.

Die Briefe dieses 20-jährigen Mädchens wimmeln von angesammelter Sophistik. Das Mädchen behauptet, dass sie mit dem Aufopfern der Jungfräulichkeit ihrem Bräutigam zugute – die Liebe zu Gott selbst erweist. Ihrer Meinung nach ist es dann Erfüllung des Gebotes Gottes hinsichtlich der Nächstenliebe ...

Gott handelt selbstverständlich niemals im Widerspruch zu sich selbst. Es ist von vornherein unmöglich, dass ein Gebot Gottes – im Widerspruch zum anderen Gottes Gebot sein kann.

Selbst Jesus hat die verpflichtende Hierarchie im Bereich der Nächstenliebe des Öfteren hervorgehoben. Den unbedingt ersten Platz muss immer Gott selbst – und nur Er, einnehmen:

„Sucht vielmehr zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit,
und dies alles wird euch hinzugegeben werden ...” (Mt 6,33; Lk 12,31).

Und noch – in enger Verbindung an die Hierarchie der Nächsten in Zusammenstellung mit dem unbedingt ersten Platz für Gott:

„Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht würdig.
Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht würdig.
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und Mir nachfolgt, ist Meiner nicht würdig.
Wer sein Leben gefunden hat, der wird es verlieren,
und wer sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird es finden” (Mt 10,37ff.).

Die Worte Jesu lassen keinen Zweifel übrig. Niemals kann der Ehemann oder die Ehefrau, noch das Kind usw., höher gestellt werden, als die unbedingte Treue zu Gott und Gottes Geboten. Alle Diskussion in dieser Hinsicht ist schlechterdings gegenstandslos.

Wenn dieses Mädchen immer wieder dazu einstimmt, dass der Junge sie an ihrer ganzen fraulichen Intimität berühren kann, sie erlaubte ihm, dass er sie liebkoste, oder sie hat ihn selbst darauf geleitet – wie sollte es da bei ihm, aber auch bei ihr – zur immerwährenden starken sexuellen Erregung nicht gekommen sein?

Unabhängig davon bleiben die grundsätzlichen Fragen vollgültig, die hier die schlüsselhaftige Rolle spielen. Darauf haben wir schon viele Male aufmerksam gemacht. Diese Fragen wiederholen wir hier noch einmal in Kurzfassung:

Wer hat es euch erlaubt?
Bist du etwa Eigentümer deiner Selbst?
Hast du dich selbst erschaffen, oder auch bist du im Existieren von Jemandem total abhängig?
Bist du etwa Eigentümer deiner Selbst, oder nur Verwalter – du ganz, samt deiner Geschlechtlichkeit?
Gott erlaubt dir nicht, dieses Terrain zu beschreiten. Er führt auf das Terrain der Intimität dich und diesen anderen außer Zweifel ein, allerdings erst zur Stunde des Ehegelöbnisses: des Sakraments der Ehe
...

Es erlaubt dagegen dieses Terrain zu erobern – Zentimeter auf Zentimeter, und selbst er nötigt zu seiner siegreichen ‘schturmartigen’ Eroberung – derjenige, der seinem Wesen nach der ‘Böse’ ist. Aber dieser ist unfähig dem Menschen, darunter auch diesen zweien, irgendein ‘Gutes’ zu wünschen! Nur dass diese zweien gerade diese Feststellung auf keine Art und Weise zur Kenntnis zu nehmen ... gnädig sind!

Er ist es, dieser ‘Böse’, der die Begehrlichkeit des Fleisches anreizt und diesen zweien perfide einredet, dass sie sich erst auf diese Art und Weise ihre heiße ‘Liebe’ erweisen können! Dass nur alles, was sie tun, den Lösungen zum Trotz geschieht, die dieser ’NICHT-Gute’ Gott vorschlägt (sieh dazu oben: Wer hat Euch das erlaubt ? – und auch: Wer hat es erlaubt? – Der Mensch nur Verwalter seiner selbst)!

Sollte etwa das alles, was hier der Geistliche sagt, dazu berechnet werden, dass die ganze Freude bei Begegnungen der Brautpaare versalzt werden wäre?

Du Gottes Kind – und Ihr beiden: Gottes Kinder!
Seid nicht böse – weder auf diesen Priester, noch umso mehr auf Gott!
Gott kämpft darum, dass die Liebe – Liebe sei. Nicht aber ... Betreiben einer Masturbation zu zweit, mit bewusst gewordener Verlogenheit sich gegenüber, dass erst DAS ‘Liebe’ heißt.

Die wachsam gepflegte Keuschheit und der Zustand der heiligmachenden Gnade in der Stunde der gegenseitigen Begegnung – wird zum wunderbaren „Vermählungsgewand”, das diesen „Glanz der Gottes Glorie” strahlt, mit dem Gott-die-Liebe die Ersten Eltern zur Stunde ihrer Erschaffung beschenkt hat.

Sie waren ab Anfang an ‘nackt’. Allerdings diese ihrer ‘Nacktheit” haben sie nicht bemerkt.
Erst nach dem Fall haben sie auf einmal wahrgenommen, dass sie ... „nackt” sind. Sie haben nämlich plötzlich – erst jetzt, also in Situation der schon begangenen Sünde, als Satan von ihnen den sie bisher bedeckenden „Glanz der Glorie” herabgerissen hat – es geschah dabei auf ihre freiwillige Übereinstimmung, an der Sünde so viel ‘gewonnen’ – und zwar sowohl für sich selber, wie auch für die ganze Menschen-Familie bis zum Ende der Zeiten:

Rozmiar: 58 bajtów„Da gingen ihnen die Augen auf:
Rozmiar: 58 bajtówund sie erkannten, dass sie nackt waren!
Rozmiar: 58 bajtówSie hefteten Feigenblätter zusammen
Rozmiar: 58 bajtówund machten sich einen Schurz
...” (Gen 3,7).

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‘Sex’: ... selbstverständlich nur mit ‘Verhütung’!

Wenn die Partner, sollten sie auch Verlobte sein, auf Unternehmung sexuellen Verkehrs umschalten, ist es beinahe 100% sicher, dass sie sich dabei ... ‘absichern’.

Das Thema der ‘Verhütung’ vor der Schwangerschaft wurde auf Spalten unserer Seite schon viele Male behandelt! Sollte es jemand nicht merken, verweisen wir erinnerungshalber noch einmal auf die betreffenden Stellen aus unserer Seite hin, wo eine dokumentierte populär-wissenschaftliche Besprechung des Wirkungsmechanismus immer anderer Mittel zur Verhütung der Schwangerschaft erörtert wird. Dieses Thema wurde vor allem im II.Teil analysiert – in seinem 3.Kapitel (sieh genauer: „Betätigungen ‘CONTRA’: Was sagt die Medizin dazu?” Sieh auch: „Heilige Beichte der Eheleute mit Sünden beim ehelichen Verkehr”. – Aber auch noch: „Treue des Beichtvaters zum Apostolischen Glauben: mit Petrus und unter Petrus”).

Außerdem ist es angewiesen, noch einmal den III.Teil unserer Homepage durchzublättern – sein 3.-4.Kapitel (Sieh: „Wir lieben uns! Nur ... Dieses Kind ...!” Und: „Vorehelicher Verkehr: ist’s wirklich Liebe”). Es sind zwei Kapitel, deren erstes den Verkehr mit Berücksichtigung der Empfängnismöglichkeit erörtert, dagegen das zweite Kapitel – schon unabhängig davon, ob der geschlechtliche Verkehr zur Empfängnis führt oder nicht: ob solcher Erweis der ‘Liebe’  – tatsächlich ‘Liebe’, würdig dieses Namens, ist, oder nicht?

Es gehört sich wiederholt mit aller Kraft und empfundener Verantwortung für diese Worte hervorzuheben: es gibt keine Mittel, die allein vor der „Empfängnis” hüten würden. Alle Techniken des Sex-Business sind immer zugleich Abortiv-Mittel.

Das betrifft ebenfalls die Anwendung des „Präservativs”, das bis zu unlängst – und in vielen Milieus weiterhin, als ‘unschuldiges’ Mittel anerkannt wurde, beziehungsweise es wird weiter aufgenötigt, es wäre gerade eben nur so: es solle ein Mittel sein, das die Samenfäden weiter zu dringen wirksam verhindert.

Über die ‘abortierende’ Wirkung auch des Präservativs in seinen verschiedenen Abänderungen (für Männer und Damen) wird auf unserer Internet-Seite gegen das Ende des 3.Kapitels im II.Teil gesprochen (s. genauer: „Präservativ: die täuschende ‘Wirksamkeit’ dieses ebenfalls Abortiv-Mittels”).

Im Anschluss an die moralische Zurechnung muss wiederholt festgestellt werden, was auf unserer Seite mehrmals, jedes Mal stark hervorgehoben wurde. Die moralische Zurechnungsfähigkeit und Verantwortung der Personen, die nach irgendwelcher Abortiv-Technik greifen, betrifft ebenfalls solche Situationen, wenn es im betreffenden Zyklus dieser Frau zur Empfängnis mit 100% Gewissheit nicht gekommen ist. In Gottes Augen zählt der Akt des freien Willens selbst, der mit Greifen nach irgendeinem Abortivmittel bestätigt wird – unabhängig davon, ob dieses Mittel die Vernichtung des Empfangenen nach sich zieht, oder nicht.

Diese zweien sprechen sich auf keine Weise von ihrer Absicht und Determination aus, die mit dieser ihrer Absicht bei Anwendung des betreffenden Mittels einhergeht. Ihr Willen strebt das folgende an:
Die Kopulation und das Sex-Erleben soll es geben; dagegen das Kind – alles gleich ob infolge des unternommenen Verkehr die Empfängnis zustande kommt oder nicht, soll es auf keinen Fall geben.

Diese Absicht ist also jedes Mal gleichbedeutend mit eindeutiger Determination und dem klar ausgedrückten Willen, dass der eventuell Empfangene nicht erscheinen soll. Niemand und nichts hebt diese Verantwortung und Zurechnung des einen und anderen der sich Betätigenden Partner auf, die den Verkehr mit Anwendung irgendeines Abortivmittels unternommen haben.

Aufgrund der Erfahrung (und sollte es auch nur die Beichterfahrung eines Priesters sein) müsste man zum Schluss kommen, dass auf Pönitenten, denen der Beichtvater bewusst tut, dass ihr sexueller Verkehr eine Reihe ihres mit Tat geäußerten Willens wird, das Kind ihrer scheinbar beiderseitigen ‘Liebe’ von Zyklus zu Zyklus zu töten, weder auf der Frau, noch auf dem Mann irgendwelchen Eindruck macht.

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Erklärung

Es kommt vor, dass der Priester dem Pönitenten, der gerade solche Sünde bekennt, eine deutliche Frage stellt:
„Weißt du, wie der Wirkungsmechanismus des von dir – von euch beiden angewandten ‘Mittels’ ist?” Der Pönitent antwortet beinahe mit 100% Gewissheit ohne zu zögern: „Jawohl, das weiß ich” ! Wenn der Beichtvater weiter fragt (falls es so viel ‘Zeit’ gibt): „Kannst du ein wenig genauer den Wirkungsmechanismus des von euch angewandten Mittels darstellen” ?, beginnt der Pönitent gewöhnlich zu schweigen.
– Der Beichtvater stellt ihm dann bündig im Umriss von sich aus den todbringenden Wirkungsmechanismus des angewandten Mittels dar. Als Resultat bekommt der Priester aber gewöhnlich den Eindruck, dass diese Erklärung das Bewusstsein des Pönitenten dennoch weiter nicht rührt, noch es anspricht.

Es pflegt aber auch so zu sein, dass manche Pönitenten dann auf Aggression gegen den Beichtvater umschlagen. Dem Beichtvater bleibt dann nichts anderes über als u erklären:

Ich betätige mich hier, in dieser Stunde, in sakramentaler Vergegenwärtigung des Gott-Menschen Jesus Christus. Ich kann dir die Lossprechung nicht erteilen. Sie bedeutete in diesem Fall, das Blut der Erlösung – in Straßendreck zu werfen: als eigenartigen ‘Segen’ zum Begehen nicht mehr einer ‘gewöhnlichen’ schweren Sünden, sondern in diesem Fall eines Verbrechens nach dem anderen”.

Sollte das Verhütungsmittel die eingeführte ‘Spirale’ betreffen, besteht ein kleiner Unterschied, der auf der oben hingewiesenen Stelle unserer Internet-Seite erklärt wurde (II.Teil, 3.Kapitel). Die Spirale kann erst gegen das Ende der nächsten Blutung herausgenommen werden – infolge strikt medizinischer Gründe (medizinisch gesehen ist es nicht erlaubt irgendwelche Eingriffe an der Zervix zu unternehmen, wenn ihre Schleimhaut ausgewachsen ist).

Ich frage dich also: Kind Gottes: wünscht Du dir die Lossprechung?
– Wenn ja, so frage ich weiter: Bist Du dir bewusst, dass Voraussetzung für die Absolution die Entscheidung sein muss für die völlige, sofortige Abstellung der Pille, der Einlage-Spirale, der Pflaster, des Präservativs usw. – samt dem Vorsatz, dass ich zu diesen Techniken nie mehr zurückkehren will.
– Anders gesagt: Falls bei dir – bei euch, der Wille bestehen sollte, z.B. das Präservativ usw. weiter anzuwenden, kann es KEINE Lossprechung von der Sünde geben. Auch der Papst könnte in solchem Fall die Lossprechung nicht anbieten, noch Jesus Christus selbst.

Solange der Pönitent in seinem Gewissen einen solchen Vorsatz nicht erarbeitet – dasselbe gilt selbstverständlich für jede andere Weise, wie die schwere Sünde begangen wird (z.B.: unterbrochener Verkehr, Petting, Oral-Sex usw.), bleiben die Hände des Priesters blockiert und er kann die Absolution unmöglich erteilen. Der Beichtvater müsste dem Beichtkind sagen:

Du bis vorläufig nicht bereit, die Lossprechung zu erlangen. Ich werde für dich, für euch beide – beten, dass ihr zu Gott wiederkehrt, und endlich auch die Lossprechung erhalten könnt. Habt den Mut eure Treue zum Gottes Wort von neuem zu ergreifen. Dass eure Liebe – LIEBE zu sein beginnt..

Sollte der Beichtvater unter solchen Bedingungen die Absolution letztlich erteilt haben, würde vor allem er selbst ein Sakrileg begangen haben, indem der das Blut der Erlösung in Dreck: zum Zerstampfen weggeworfen hätte.
– Außerdem, die erteilte Lossprechung wäre in diesem Fall sowieso von vornherein ungültig.
(s. zu diesem Thema auch die größere Bearbeitung, mit gründlicher Dokumentation: Treue des Beichtvaters zum Apostolischen Glauben: mit Petrus und unter Petrus – besonders ebd., Unterpunkt im § A: Gottes Friedensordnung in der Geschlechtssphäre – und Freiheit der Wahl; § B: Lehren im Widerspruch zum Magisterium der Kirche; § C: Blockieren der elterlichen Potentialität des Aktes; usw. Eigentlich diesen ganzen langen Artikel. – Und gegen sein Ende: § G: Hinzugefügtes, ad (3): Verweigerung der Lossprechung).

Jede Lossprechung ist Frage des Blutes der Erlösung, die vom Gott-Menschen Jesus Christus vollbracht wurde. Dieser Akt ist allzu seriös, dass man ihn am Priester erpressen könnte, z.B. in Form einer nur ‘einmaligen’ Absolution gelegentlich eines Festes, wann es sich gehört zur Heiligen Kommunion heranzutreten.
– Solche Möglichkeit: die Lossprechung nur für ‘dieses eine Mal’ zu bekommen, gibt es schlechterdings NICHT. Die Entscheidung in der Stunde der Beichte muss definitiv-letztlich sein, auch wenn der Pönitent allzu guten Bescheid weiß, dass er im Zustand der Gnade vielleicht nicht lange aushält und bei nächster Gelegenheit ganz wahrscheinlich ... von neuem ... hinfällt.
– Ausführlicher wurden die Bedingungen einer guten, gültigen Heiligen Beichte oben besprochen, im IV.Teil unserer Homepage (Kapitel: 3-4-5). Dorthin verweisen wir den Verehrten Leser, falls es angebracht oder selbst nötig sein sollte.

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Wie sind die Schlüsse, die von der dargestellten Erwägung über den unternommenen sexuellen Verkehr auf vor-ehelicher Stufe fließen, samt der dann im Prinzip angewandten Flucht zu abortiv wirkenden Verhütungsmitteln gegen die Schwangerschaft (indem andere schlechterdings nicht existieren)?
– Der Schluss im Hinblick auf die Lossprechung im Sakrament der Buße-Versöhnung ist nur dieser eine: diese beiden müssen sich völlig von allen Erweisen der Zärtlichkeit und ‘Liebe’ zurückziehen. Keine von ihnen können mit dem Wortlaut des Gebotes Gottes vereinbart werden (d.h. mit dem VI. und IX.Gebot, und auch mit Worten Jesus über das lüsterne Anblicken der Frau).

Voraussetzung für die Absolution ist also die Entscheidung (also nicht nur der ‘Wunsch’, beziehungsweise ein nicht allzu verpflichtender ‘Vorsatz’) auf völligen Entzug von diesen Bereichen der gegenseitigen Nähe, die Übertretung der früher erörterten Gottes ‘Zäsur’ zwischen der Brautzeit und der Ehe wären (sieh ob.: „Gottes Zäsur zwischen der Brautzeit und der Ehe”). Diese zweien müssen sich also verabreden und sich gegenseitig bei der Einhaltung des ‘Vorsatzes der Verbesserung’ tatsächlich verhelfen, dass es von nun an kein Anschauen und keine Berührung-Liebkosung der Geschlechtsorgane geben wird. Umso mehr wird es von nun an keine Unternehmung von geschlechtlichen Verhältnissen geben, und daselbst keine Anwendung irgendwelcher Mittel, die das Loswerden des eventuell Empfangenen anstreben würden.

Dasselbe muss dann, der Reihe nach, den völligen Ausschluss der Küsse betreffen, die unmöglich vereinbart werden könnten mit der Friedensordnung und Würde der Liebe: des Tief-Kusses, der unternommen wäre zur Auslösung des Erregungszustandes bei sich.
– Dasselbe muss endlich die Ausschaltung aller Liebkosung an der Brust betreffen. Denn auch das ist Liebkosung einer weit vorangeschobenen Intimität, in die das betreffende Paar erst von Gott eingeführt wird in der Stunde, wenn sie das Sakrament der Ehe schließen, nicht aber auf Stufen, die dem Ehekonsens vorangehen.

Jedermann versteht es, dass der Priester, der Beichtvater – hier keine ‘neue Lehre’ verkündet. Seine Worte sind nur nähere Erklärung des Inhalts des Gottes Gebotes, das die innere Friedensordnung der Liebe betrifft – auf maximal treue Art und Weise, wie sie dem Wortlaut des Gottes Gebotes entspricht.
– In keinem Fall ist sei es der Priester, der Beichtvater, oder auch irgendjemand anderer der Menschen bemächtigt, eine ‘neue moralische Norm’ zu gründen. Und das tut er auch nicht.

Man muss sich auch einmal mehr zum Bewusstsein bringen, dass es keine alternative Formulierung des VI.Gebotes Gottes in Anwendung z.B. an die Stufe der Verlobung gibt – in diesem Sinn, als ob das Gebot Gottes in ihrem Fall auf Gott gesegnete Vermilderungen und Ausnahmen rechnen könnte.

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4. Gemeinsame Wohnung der Brautleute

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Tatsachen und der Wille Gottes

Es bleibt ein weiterer Aspekt im Fall, wenn ein Brautpaar (oder allgemeiner: zwei Sex-Partner) auf weniger oder mehr regelmäßiges ‘Sex’-Betreiben umschalten. Dieses Mal geht es um die gemeinsame Wohnung solcher zweien.

Es kommt vor, dass sei es der ‘er’, oder die ‘sie’ – über einen Zimmer verfügen, manchmal ein ganzes Haus, oder wenigstens eine Wohnung, die Besitztum eines ihrer beiden ist. Indem sie sich aber verabreden, dass sie sich mit dem Band der Ehe zu binden vor haben, entscheiden sie sich schon früher auf gemeinsame Wohnung die Zeit hindurch, die ihrer kirchlichen Trauung vorangeht.

Bei vielen anderen Fällen sind solche zweien z.B. ein Brautpaar auf der Stufe ihrer Studien. Wegen rein finanziellen Gründen, und um bei der gewöhnlich sehr kostspieligen Miete eines Studentenzimmers etwas zu sparen, entscheiden sie sich gemeinsam zu wohnen. Trotzdem es selbst zur Entscheidung auf das Eingehen der Ehe in ihrem Fall noch ganz weit ist, und gar nicht selten ist es überhaupt noch keinesfalls sicher, ob sie sich letztlich einmal mit dem Ehebund binden werden. Jedenfalls Jetztzeit entscheiden sie sich zumindest zeitweile auf gemeinsame Miete eines Studentenzimmers.

Brautpaare sind sich sehr gut bewusst, dass die gemeinsame Wohnung vor der Trauung eine Entscheidung darstellt, die in totalem Widerspruch zum Willen Gottes steht. Alle Kulturen und Religionen haben es anerkannt, dass diese zweien erst in der Stunde ihrer offiziell geschlossenen Ehe gemeinsam wohnen werden können. Erst dann zieht die Junge Frau in den gemeinsamen Wohnort mit ihrem Ehemann ein.

Auch die Evangelien erwähnen solche Stunde – dieses Mal bezüglich der Ehe Mariä, der Mutter Jesu, die in Kraft des Heiligen Geistes schwanger war – mit Joseph, der der wahre Mann Mariens war, trotzdem sie sich beide verabredet haben – im Gehorsam zur besonderen Führung Gottes, dass sie ihre Ehe in völliger Keuschheit erleben werden (sieh dazu von unserer Seite, den Apostolischen Brief Johannes Paul II.: Redemptoris Custos – Beschützer des Erlösers”):

„Mit der Geburt Jesu Christi verhielt es sich so: Als seine Mutter Maria mit Josef verlobt war, fand es sich, noch bevor sie zusammengekommen waren, dass sie schwanger war vom Heiligen Geist.
Da aber Josef, ihr Mann, gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, gedachte er, sie im Stillen zu entlassen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach zu ihm: ‘Josef, Sohn Davids, scheu dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, ist vom Heiligen Geist ...’.
... Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie der Engel des Herrn ihm aufgetragen hatte, und nahm seine Frau zu sich ...” (Mt 1,18-24).

Wir kommentieren hier die an sich nicht leicht zu eigentlichem Verstehen einige Formulierungen dieses biblischen Berichts nicht. Übrigens haben wir daran schon auf anderen Stellen unserer Seite angeknüpft (s. ob. z.B.: „Heilige Familie: Maria-Josef und Jesus”). Hier geht es uns nur um die hervorgehobene Tatsache, dass das alles vorgekommen war „... noch bevor sie zusammengekommen waren”, und am Ende dieses Berichtes, dass im Gehorsam zur Gottes Empfehlung, die durch den Engel des Herrn überwiesen wurde – Josef „seine Frau zu sich nahm”, das heißt dass sie erst dann in die gemeinsame Wohnung umgesiedelt sind.

Niemand kann einen Zweifel erheben, wie der Wille Gottes hinsichtlich solcher zweien ist – nehmen wir an: schon tatsächlicher Verlobten. Keine finanziellen Gründe können hier zum wichtigeren Argument werden, als es der Wille Gottes darstellt, wie er in Gottes Geboten zum Ausdruck gebracht wird.

Indem diese zweien ein Ehepaar (noch) nicht geworden sind, dagegen sie kommen vor ihrer Umgebung vor, als sie schon Eheleute wären, kann sie unmöglich nicht auch dieses Wort Gottes betreffen, das beim Hl. Paulus, dem Völkerapostel, geschrieben ist. Er schreibt es an die Korinther, wo – ähnlich wie in vielen anderen Hafenstädten auf Erden, die Prostitution und allerlei sexuelle Entartungen als eine beinahe im Alltagsleben vorkommende Praxis galt:

„Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, weder Ehebrecher,
noch Lustknaben, noch Männer die mit Männern Unzucht treiben ...
werden das Reich Gottes erben ...
Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden
im Namen Jesu Christi des Herrn
und im Geist unseres Gottes” (1 Kor 6,9-11).

Auch die Kirche hat es ab immer gelehrt – im Namen und auf Geheiß Jesu Christi, dass die gemeinsame Wohnung und der Verkehr zwischen Personen, die nicht mit dem Ehebund verbunden sind, eine sündhafte Praxis darstellt (sieh dazu u.a.: KKK 2350-2300).
– Solche Situation schafft zusätzlich ein großes Ärgernis für die Nachbarschaft usw.: für Leute, die guten Bescheid wissen, dass diese zweien als Ehepaar erscheinen, wobei sie keine Ehe darstellen.

Unter Ehepaaren, die zuletzt die Ehe als Sakrament der Ehe eingegangen sind, aber vor der Ehe zusammen gelebt haben, zeichnet sich gewöhnlich ein großer Prozentsatz von Ehescheidungen ab. So bestätigt sich nur die gut fixierte und bestätigte Beobachtung, dass die ‘Liebe’ sich keineswegs mit reichlich betriebenem ‘Sex’ identifiziert!

Solche Ehen zerfallen vor allem infolge des Mangels an beiderseitigem Band auf Ebene des Geistes, also auf dem Niveau der Würde und der Berufung ihrer beiden als Personen. Die Liebe, die zum auf ‘Sexbetreiben’  eingeengt ist, zieht nach sich den Fall an gegenseitiger Ehrerbietung zu sich. Sie beiden erfahren im Laufe der Zeit immer mehr schmerzhaft, sollten sie diese Empfindung nicht einmal formuliert haben, dass sie sich gegenseitig hauptsächlich als ‘Gebrauchs-Ding zum gegenseitigen Sex dienen’ – und nicht viel darüber hinaus. Die Liebe, die die Person erblicken sollte – die eigene, und die Person dieses anderen, kommt dann überhaupt nicht zur Entwicklung.

Solche zweien, die in ihrer inneren Entwicklung auf der Ebene der ‘Sex-Partner’ stehen geblieben sind, haben vielleicht im perfekten Grad immer andere Künstlereien des ‘Sex’-Betreibens und der Wahrnehmung maximal starker Erlebnisse auf Ebene des Leibes beherrscht. Dagegen das innere Band, das sich zu immer tieferem Erblicken und Erleben der Einzigkeit der getroffenen Wahl dieses anderen in der Ehe entwickeln sollte, bleibt alsdann völlig brachliegender Acker: Terrain, das bisher niemals bearbeitet und bewirtschaftet wurde.

Da braucht man sich nicht einmal verwundern. Es betätigt sich einmal mehr, dass selbst an sich der praktizierte ‘Sex’-bis-zum-Sattwerden, ohne die Vereinigung auf der Ebene erlebt zu haben, die würdig wäre ihrer beiden Personen – mit berücksichtigten und schöpferisch bewirtschafteten geistigen und religiösen Bedürfnissen, allmählich zum steigerndem Zerfall ihres Bandes führt. Der reichlich betriebene Sexus ist außerstande in ein ‘Eins-in-Liebe’ ihres Geistes zusammenzufügen. Es fehlt hier das innere Band, mit dem diese zweien allein der Heilige Geist, die Dritte Person der Allerheiligsten Trinität, zusammen zu schmelzen wünscht und kann.

Ihn doch – den Heiligen Geist, hat die Heilige Kirche feierlich angerufen, oder wenigstens sie wollte es tun, an der Schwelle selbst, als sich diese beiden mit dem Band des ehelichen Konsensus bei der Trauung, dem Sakrament der Ehe, gebunden haben (sieh dazu ob.: „ Der Heilige Geist im ehelichen Ein-Fleisch”). Wenn die beständige Aufschließung dieser beiden auf die umgestaltende und einigende Einwirkung des Heiligen Geistes fehlt, das heißt wenn die Mitarbeit dieser beiden mit der Gnade des Sakraments nicht da sein wird, dann fällt das Betreiben allein von ‘Sex’ auf die Rolle einer immer weniger sprechenden Routine herab. Parallel dazu offenbart sich dann das zunehmende und immer tiefer schneidende Drama der Leere ihrer Herzen. Die gegenseitige Zugänglichkeit im ‘Sex’ entartet immer mehr in Praxis der Masturbation, die ein wenig mit dem zusätzlichen Erlebnis verschönert wird: dass sie doch im Leib dieses anderen vollbracht wird.

Beispiel. – Dem hier schreibenden Pater hat einmal einige Einzelheiten aus seinem Leben – der schon ein paar Jahre lang verstorbene Professor der Gynäkologie verraten: ehemaliger Häftling des Konzentrationslagers, mit tätowierter Konzentrationslager-Nummer von der Zeit des II. Weltkrieges. Er kam aufgrund eigentlich eines Wunders vom Konzentrationslager Oswiecim-Auschwitz und noch ein paar anderen Lagern heil, u.a. aus Katyn, wo er ebenfalls wundervoll herausgekommen war.
Sein ganzes Leben lang trat er täglich zur Allerheiligsten Eucharistie heran. Eines Males, als seine Braut zu ihm angefahren war – seine spätere Ehefrau, hat es sich so geschickt, dass unabhängig von ihren früheren Absichten – sie keine Chance gehabt hat, um mit der Bahn zu ihrer Elternortschaft zurück zu fahren. So gab es für sie beiden keinen anderen Ausweg, als nur dieser: sie mussten diese Nacht zusammen im selben Zimmer verbringen. Jener, später berühmter Gynäkologe, der damals schon bekannter Frauenarzt war mit guter Ärztepraxis, hat sich damals diese Nacht hindurch auf den Boden gelegt – und die Nacht so verbracht. Seiner Geliebten hat er den Platz auf seinem Bett angeboten. Und sie offenbar nicht einmal angetastet.
– Siehe da die Haltung eines Jüngers Christi, in diesem Fall eines damals schon gut bekannten Arztes: Gynäkologen.

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Einladung zu sich auf die Nacht ins gemeinsame Studentenzimmer ...

Es ist Selbstverständlichkeit, dass die Tatsache allein der gemeinsamen oder getrennten Wohnung eines Brautpaars noch nicht bedeutet, dass diese beiden ‘rein’ beziehungsweise unrein in Gottes Antlitz und sich gegenseitig bleiben. Wer sündigen will, findet mit Leichtigkeit Tausend Gelegenheiten, um sein Vorhaben: um sexuelle Betätigungen zu unternehmen und sie auch zu verwirklichen.

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Erklärung

Wie leicht pflegt es so z.B. in Studentenhäusern zu sein, u.dgl.! Wie viele Studenten und Studentinnen erzählen, auf was für Versuchungen sie ausgesetzt werden, wenn einer der Kollegen oder eine der Kolleginnen vom selben Zimmer für die Nacht in sein Bett den Partner oder die Partnerin einlädt, trotzdem dieses Zimmer von ein paar anderen Studenten besetzt ist. Diese zweien, die auf solche Art die Nacht miteinander in einem Bett verbringen – einem mehrstöckigem Bett oder nicht, machen sich im Allgemeinen keinen Kummer deswegen, was in dieser Zeit die übrigen Bewohner desselben Studentenzimmers erfahren. Sie schalten schlechterdings auf ‘Sex’ um – in Augen der übrigen Benutzer dieses Zimmers.

Wie kann dieses Bewusstsein und die Sicht dessen allen, was auf dem Bett dieser zweien vorgeht, auf diese übrigen Personen wirken! Diese übrigen suchen in dieser Zeit die Treue zum Gebot Gottes zu bewahren. Allerdings die so gewordene Situation, die sich vielleicht systematisch wiederholt, kann leicht die menschliche Ausdauerkraft überragen.

Was für schwierige, vielfältige Verantwortung in Gottes Antlitz diese zweien dann unternehmen: für sich selbst, für diesen anderen der zum Betreiben des ‘Sexus’ beinahe genötigt wird, und für diese übrigen dauerhaften Bewohner jenes Studentenzimmers u.dgl.! Selbst dieses Bewusstsein, dass hier so nahe daneben erregende Sachen auf praktisch öffentlich offene Weise geschehen, indem es doch ohne größere Hemmung von ihrer Seite vorgeht, wird zur nicht leicht zu überstehenden, schweren Versuchung!

Zu ähnlichen Situationen kann es in verschiedenen anderen ähnlichen Umständen kommen: in Hotels, Arbeiterwohnheimen, Hotels für Krankenschwestern, in Internaten usw. Wie gar nicht leicht ist es die Treue zum Gebot Gottes zu bewahren, wenn die Haltung der Kollegen, Kolleginnen dicht daneben eine große Herausforderung wird, dass ihre provozierenden, dauernd sich wiederholenden Verhaltensweisen nachgeahmt werden.
– In solchen Situationen helfen des Öfteren keine Bitten, dass diese Provozierungen auf diesem konkreten Ort definitiv zu Ende gehen, das heißt in diesem Zimmer, das von ein paar verschiedenen Benutzern derselben Stube gemietet wird.

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Miete-Bezahlung des trotz allem gemeinsamen Zimmers

Wir möchten aber auch an solche Situation anknüpfen, wo die materielle Lage trotz allem fast nötigt, ein gemeinsames Zimmer zu mieten um die Wohnung – z.B. das Studentenzimmer, gemeinsam zu bezahlen. Man kann schwer vortäuschen, dass es solche Situationen nicht gibt, trotzdem es klar ist, dass es so niemals sein soll – aus Gottes, aber auch allgemeinmenschlicher Festsetzung.
– Gibt es da in solcher, vielfältig schwierigen, kritischen Situation, trotz allem die Möglichkeit, um gemeinsam zu wohnen – und zugleich dieses Zimmer gemeinsam auf keusche Weise zu erleben, wenn diese beiden miteinander zwar mit tiefem Band der Brautliebe verbunden sind, doch sie bilden weiter noch keine Ehe?

Diesen, die vor der Ehe zusammen wohnen, ist es gewöhnlich schwer sich vor der grundsätzlichen Absicht auszureden, sollte sie auch nicht klar formuliert bleiben: sie wünschen schlechterdings ihre Intimität schon vor der Trauung zu erleben. Sie entschuldigen sich manchmal mit Hilfe des Beweggrundes, dass man sich vor der Heirat „ausprobieren” muss, ob wir auch zueinander ‘passen werden’ u.dgl. Dieser Beweggrund wurde von uns schon früher erörtert: im III.Teil (sieh ob.: ‘Unbekannte Ware’ kaufen ...? – s. ebd. den ganzen vorangehenden Zusammenhang).

Im Anschluss an diesen ‘Beweggrund’ : Ausprobierung vor der Heirat, dürfte das Wort einer Ehefrau angeführt werden, die gerade an dieses Argument anknüpft, das des Öfteren bei vielen Jungen Leuten begegnet wird, wobei sie darauf schon von der Perspektive eines längeren Lebens in Ehe zurückkehrt:

„... Besonders geht es um solche ‘gemeinsame Wohnung’ vor der Trauung – scheinbar um ökonomischer Gründe willen.
– Denn in Wahrheit geht es um gewöhnlichen ‘Sex’ und um gegenseitige Ausprobierung, denn – wie solche sagen: ‘man kauft die Katze nicht im Sack’. Heute besteht darauf die soziale Einwilligung, selbst in katholischen Milieus. Ich kenne solche ältere Dame, für die es ein Ärgernis ist, wenn jemand es vergisst und ein wenig Schinken am Freitag isst, allerdings die Tatsache, dass ihr Sohn mit einer Geschiedenen zusammen wohnt, macht sie zufrieden. Sie erzählt selbst ganz stolz, dass ihr Sohn sich sein Leben herrlich eingerichtet hat. Es wird herrlich, denn dieses Mädchen erbt dann nach ihren Eltern ein paar Restauranten, und so wird sie ein vermögendes Leben haben.
– Mit dieser ‘Ausprobierung’, da habe ich auch schon nach der Heirat ein wenig Wehmut zu sich selbst gehabt, dass wir uns doch früher ... ausprobieren konnten. Es ist nämlich bekannt, dass der Verkehr anfangs nicht allzu sehr gelingt, da es keine Erfahrung gibt. Und hier und da kann man verschiedene ‘Zeugnisse’ lesen, wie es jeder als etwas unheimlich ungeheueres erlebt, dagegen bei uns gibt es so was nicht. Da habe ich die Schuld dafür sofort mir selbst zugeschrieben, dass ich diesbezüglich ‘nichts tauge’.
– Aber mein Mann sprach zu mir immerwährend, dass ich mir keine Sorge machen soll, dass wir einmal deswegen lachen werden. Na wirklich, jetzt lachen wir und freuen uns, dass es doch vor der Heirat keine ’Probe’ gegeben hat. Das ist aber Verdienst meines Mannes, der in diesen Sachen sehr fein zu sein versteht und nichts aufnötigt, ja und er versteht es, jemanden zu überzeugen ...” (Kinga: Email, 14.III.2007).

Es ist gut, wenn man gerade solchen Ablauf des weiteren Geschicks ernst in Bedacht zieht – angesichts solcher zweien, die vielleicht ganz verbissen ihren Standpunkt verteidigen, sie müssten ein gemeinsames Zimmer vermeintlich allein aus finanziellen Gründen mieten ...


Der hier schreibende Pater-Priester meint – theoretisch genommen, es müsste letztlich die Möglichkeit bestehen, im Fall extremaler finanzieller Umstände und anderer – selbst bei gemeinsamer Wohnung eine kristallische Keuschheit in Gottes Augen zu bewahren. Allerdings in solchen Umständen müsste das keusche Erleben der gegenseitigen Nähe unter solchen zweien von Anfang an sehr klar und ohne irgendwelche Verschweigung festgesetzt und ins Leben umgeschmiedet werden. Im Spiel ist hier eine vielfältige Verantwortung.

a) Es geht vor allem um die vollständige gegenseitige Keuschheit im Blick auf das VI. und IX.Gebot Gottes zu sich einander – als dem Brautpaar.
b) Der zweite, ungemein wichtige Aspekt, beruht auf der unvermeidlichen Berücksichtigung des Anstoßes in der Umgebung, die diese zweien gut kennen und sich bewusst sind, sie stellen keine Ehe dar, und doch sie leben zusammen, und dabei ... sie werden immer wieder beim Eucharistischen Tisch zusammen gesehen.

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Bedingungen für ein kristall-keusches Miteinander

Die Entscheidung für die Bewahrung einer vollgültigen Treue zum Gebot Gottes ist immer möglich – und eigentlich gar nicht schwer. Alles hängt davon ab, wonach diese zweien streben: ob zur Liebe in ihrem Gottes und menschlichen Sinn, deren Muster Jesus Christus selbst und seine Unbefleckte Mutter-Jungfrau Maria hinterlassen hat, oder es ist ihnen am baldigen und leichten Zugang zur gegenseitigen Intimität gelegen – um den Preis eines systematischen Hinwegsehens über das Gebot Gottes, oder selbst der direkten Niedertretung des Gebotes der Keuschheit.

Wer nur zum Gottes Begriff der Liebe treu bleiben will, führt ihn auch mit Leichtigkeit ins Leben ein: freudevoll, schöpferisch, ohne ‘Bedauern’, dass er den Bereich der Intimität nicht berührt, solange der HERR selbst sie beiden in diesen Bereich nicht einführt. Das geschieht erst dann, wenn diese beiden das Sakrament der Ehe empfangen und es sich gegenseitig erteilen – angesichts der dazu berufenen Zeugen vonseiten Gottes und der Gesellschaft des Gottes Volks.

Solche Entscheidung müsste aber im wörtlichen Sinn ins Alltagleben eingeführt werden. Es ist bekannt, dass das Miteinandersein im selben Raum tags- und nachtsüber zur sich beinahe spontan aufbietenden Gelegenheit wird, dem Wunsch des gegenseitigen Anschmiegens und gegenseitiger Zärtlichkeit nachzugeben. Diese beiden müssten sich von Anfang an festsetzen – und daran unbedingt standhaft treu bleiben: dass wir all das – ohne irgendwelches Bedauern, auf die Zeit „verlegen”, wenn uns Gott selbst in den Bereich unserer schon ehelichen Intimität einführt.

In dieser Situation erscheint u.a. die ganz grundsätzliche Frage: Wie verhalten wir uns zu zweit in der Nacht ? Denn auch hier – mehr als im Lauf der Stunden des Tags, muss die vollgültige Treue zu Christus eingehalten werden. Das wird selbstverständlich auch Erweis der personalen Liebe sein, die von ihnen beiden angestrebt wird, dennoch sie bilden weiter die eigentliche Kommunion von Liebe und Leben noch nicht.

Sollten die Umstände tatsächlich diese beiden beinahe nötigen, dass sie trotz allem ein gemeinsames Zimmer vermieten müssten, ist es nötig, dass sie sich alle konkrete Verhaltensweisen ihrer beiderseitigen Beziehungen – vor allem gerade was die Nacht angeht, in allen einzelnen Details festlegen. Diese Festsetzungen müssten so klar und eindeutig formuliert werden, dass es nachher keinen Platz für irgendwelche Verschweigungen oder Zweideutigkeiten gibt. Am besten wäre es die ganze Situation unter solchen Umständen einem verantwortlichen Priester vorzulegen, seine Räte zu hören und sie ins Leben einverleiben.

Man muss in solchen Umständen vor allem zwei gesonderte Bette bereiten: für jeden einzeln. Sollte es unmöglich sein, müsste man in zwei gesonderten Schlafsäcken schlafen. Das unter diesen zweien bestehende gefühlsgeladene Band schafft aber zweifellos eine dauernde Versuchung, dass man sich letztlich zusammen hinlegt. Daher müssen sich diese beide, genötigt zu solchem Schritt: der Miete eines gemeinsamen Zimmers (Studentenzimmers, u.dgl.), auf diese Frage ganz klar und eindeutig antworten – im Licht des Gebotes Gottes und Gottes Erwartungen ihnen gegenüber.

Wenn sie entschlossen bleiben, ein vollgültig reines Gewissen zu bewahren – sich selbst gegenüber und in Gottes Angesicht und daselbst entsprechend diese ihre Entscheidung formulieren, besteht kein Zweifel, dass sie auch fähig bleiben, diese Entscheidung freudevoll ins Leben einzuführen und hier keinen Kompromissen erliegen. Es hilft ihnen dabei das aufrichtige Gebet in diesem Anliegen.

Sie beiden müssen sich dann aber klar sagen – und daran rücksichtslos halten, indem sie sich beiderseitig beim wörtlichsten Umschmieden dieser Entscheidung ins Leben helfen:
Wir unternehmen im wörtlichen Sinn keine irgendwelche Liebkosung”. Genauer gesagt: Es wird bei uns keinen Kuss geben, es gibt bei uns kein Anschmiegen, noch Streicheln, und umso mehr denken wir nicht einmal daran, um auf den Bereich der Intimität unseres Leibes zu greifen.

Sollte es hier die Entschlossenheit nicht geben, würde die Entscheidung auf gemeinsame Wohnung ab der ersten gemeinsam verbrachten Nacht in einen Weg umschlagen, der schon nur von Fall zu Fall ihrer beiden führte: Fall sich gegenseitig gegenüber, und in Angesicht des Herrn. Die Miete des gemeinsamen Studentenzimmers gestaltete sich zum Weg um, der nur zum Untergang führen würde: dem ewigen Verlorenwerden. So würde es der Erlöser des Menschen bezeichnen, der Sohn Gottes Jesus Christus:

„Geht durch das enge Tor.
Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt,
und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm.
Aber das Tor, das i, und der Weg dahin ist schmal,
und nur wenige finden ihn” (Mt 7,13f.).

Indessen die wahrhafte Liebe, die würdig ihres Namens ist, die Liebe nach der Richtlinie des ethischen Personalismus, kann von weitem nach ihren Kennzeichen erkannt werden, wie sie in seinem „Hymnus von der Liebe” vom Hl. Paulus, dem Völkerapostel aufgezählt werden. Wir haben daran schon mehrmals angeknüpft:

„Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie eifert sich nicht ...
Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach;
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, ...
glaubt alles, hofft alles
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf ...” (1 Kor 13, 4-8).

Es besteht kein Zweifel, dass das keusche Erleben des Brautpaars in solcher Situation nicht allzu leicht ist. Die Versuchung, um die „Gottes Zäsur” doch zu überschreiten (sieh ob.: „Gottes Zäsur zwischen der Brautzeit und der Ehe”) ist dauernd lebendig und drängt sich fortwährend sehr gebieterisch auf. Auch der Teufel schläft nicht. Haben aber diese beiden entschieden vor, Christus, aber auch sich selbst gegenseitig die Treue-in-Liebe zu bewahren, bleibt für sie nichts schwierig. Sie haben dann alle Chancen dafür, dass sie einmal zum Altar mit „bis zum Ende” eingehaltener kristallischer Keuschheit herantreten.

Ständige Hilfe für sie beiden muss das tägliche gemeinsame Gebet werden – u.a. um die eigentliche Erkenntnis des eigenen Lebensweges und um Segen bei Bewahrung der unbedingten Treue in Keuschheit. Und außerdem noch selbstverständlich das gemeinsame öftere Herantreten zum Sakrament der Heiligen Beichte, und umso mehr zur Heiligen Kommunion.

Die vorgestellte Lösung, die manchmal als schwer umzugehende Notwendigkeit so entstandener Lebensbedingungen aufgedrängt werden kann, kann keinesfalls irgendwas gleichsam eine ‘Norm’ werden. Norm bleibt unabänderlich eine völlig gesonderte Wohnung des Bräutigams und der Braut. Samt solcher Organisation der gegenseitigen Begegnungen, dass diese Zeiten nicht in Erliegen der Versuchung umschalten, den Gottes Segen und das deutlich formulierte Gottes verpflichtende Angebot ihnen gegenüber zu übersehen: „Du sollst nicht die Ehe brechen” ! Die Zeiten der Begegnungen der Brautleute sollen nach ständiger Stärkung ihres Bandes in Strahlen der Gottes Heiligmachender Gnade anstreben.

Erst in solchem Klima werden die Zeiten der Begegnungen zu immer reiferer Vorbereitung ihrer beiden zum Erteilen sich gegenseitig des Sakraments der Ehe am Tage ihrer Trauung werden.

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Reines Gewissen und unwillkürlicher Anstoß bei der Umgebung

Für den Fall, wenn solche zweien – ein Brautpaar, bei bestem Willen – mit finanziellen Gründen genötigt wären, dennoch ein gemeinsames Studentenzimmer u.dgl. zu mieten, bleibt dauernd noch der zweite Aspekt solcher Frage offen: des für die Umgebung anstoßenden Beispieles, dass nämlich diese zweien keine Ehe bilden, und doch sie leben zusammen, und bleiben Tag und Nacht im selben Raum zusammen.

Es muss bekannt werden, dass es nicht leicht ist, hier eine völlig befriedigende Antwort zu geben. Wir setzen voraus, dass diese zweien – gemäß dem, was hier gerade erst dargestellt wurde, entschieden sind, eine vollgültige Treue zum Gebot Gottes zu bewahren, dass sie sich also demzufolge zu sich vollkommen keusch beziehen. Das bedeutet, dass sie nicht nur keinen Verkehr, noch genitale Liebkosungen unternehmen, sondern sie haben sich untereinander deutlich verabredet, dass sie überhaupt keine irgendwelchen Liebkosungen, noch Küsse unternehmen werden, auch wenn das für sie nicht allzu leicht ist.
– Wenn ihre solche Verhaltensweise für sie zur gut durchdachten Entscheidung geworden ist und sie beiden haben es als gerecht und normal angesehen, tut solche Lösung nicht einmal allzu sehr ... ‘weh’.

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Erklärung

Wir erinnern uns aufgrund der früher vorgestellten Erwägungen: das Beispiel solcher zweien, die sich für die Zeit ihrer Verlobung verabredet haben, dass es unter ihnen keine Liebkosung, kein Anschmiegen sein wird, noch keinen Kuss. Sie sind damit sehr gut ausgekommen, glücklich mit verdoppeltem Glück ihr ganzes danach folgendes Leben in Ehe (sieh ob.: „Ohne Kuss, ohne Umarmung”).

Man kann aber leicht verstehen, dass die Umgebung ... doch keineswegs Bescheid weiß, dass diese zweien zwar gemeinsam wohnen, sie verbringen die Zeit tagsüber und nachtsüber im selben Zimmer, und doch sie halten an der vollkommenen Keuschheit des VI.Gebotes Gottes fest. Diese zweien kleben doch kein Band auf ihrer Stirn mit der Inschrift:
Wir wohnen zusammen, gezwungen zur gemeinsamen Miete des Zimmers. Dennoch wir verkehren nicht miteinander, noch unternehmen wir keine irgendwelche Leibkosungen ...”.

In solcher Lage können diese zweien ihren Allernächsten selbstverständlich verraten, dass sie das gemeinsame Wohnen in vollgültig keuscher Weise erleben.
– Dennoch, um nicht ein Ärgernis zu schaffen und keinen Verdacht vorzuschieben, dass sie einfach alle belügen, oder auch dass sie die Lossprechung bei der Beichte aufgrund eines Wunders erhalten, vielleicht infolge ‘guter Bekanntschaft’ mit dem Beichtvater, indem sie doch regelmäßig zur Beichte und Heiligen Kommunion herantreten, wäre es dann zusätzlich gewiesen, dass sie zu den Heiligen Sakramenten (der Heiligen Beichte und Kommunion) in einer anderen Kirche herantreten, wo sie von niemanden gekannt werden.

Das wäre dann die Lösung, die von der Kirche z.B. Geschiedenen Personen angeboten wird, die die NICHT-Sakramentale Ehe eingegangen sind, wo es aber zugleich keine Chance gibt, zur Sakramentalen Ehe mit dem eigentlichen Ehemann oder Ehefrau zurückzukehren. Wenn in solcher Situation diese zweien sich danach sehnen zum sakramentalen Leben zurückzukehren, ohne das ihr Leben – wie sie es immer mehr schmerzhaft wahrnehmen – ganz ungewiss und dauernd mit ewiger Verdammnung bedroht ist, können sie sich verabreden, dass sie von nun an definitiv schon keine Betätigungen unternehmen werden, die Eheleuten eigen sind.
– Also von nun an verzichten sie auf geschlechtlichen Verkehr und alle irgendwelche Formen von Zärtlichkeit und Liebkosungen, die den Eheleuten eigen sind. Ihr Nicht-Sakramentales Band werden sie von nun an als „WEISSE Ehe” erleben.

Solche Entscheidung soll grundsätzlich ihren offiziellen, von ihnen beiden unterschriebenen Eintrag finden, samt der Unterschrift irgendeines glaubwürdigen Zeugen (z.B. eines Priesters). Solcher Eintrag wird in das Tauf-Buch ihrer beiden eingefügt. Der Wert solchen Eintrags wird lebendigst aktuell falls des Todes eines von ihnen. Aufgrund solchen Eintrags wird die Katholische Beerdigung stattfinden können.

Die dargestellte Lösung öffnet solchen zweien die Möglichkeit der Rückkehr zum normalen sakramentalen Leben: zum Herantreten sowohl zum Sakrament der Heiligen Beichte, wie auch das Empfangen der Allerheiligsten Eucharistie.

Dennoch, um den Anstoß bei Personen zu vermeiden, die diese zweien als Geschiedene kennen, die jetzt also nur auf Zivilkontrakt leben, wird es solchen zweien angeraten, dass sie zu den Heiligen Sakramenten in einer anderen Kirche herantreten, wo sie von den Leuten nicht gekannt werden. Das erlaubt die Zweideutigkeit der Lösungen zu vermeiden, die von der Kirche angeboten werden. Diese beiden leben von nun an wie Bruder mit Schwester. Um aber keinen Verdacht zu schaffen, dass es „den einen in Situation des nicht-sakramentalnen Bandes zur Heiligen Kommunion heranzutreten erlaubt ist, den anderen aber nein”, werden solche zweien gebeten, dass sie zu den Heiligen Sakramenten eben in einer anderen Kirche herantreten.

Von solcher Lösung wird bündig in der Apostolischen Adhortation „Familiaris Consortio” des Hl. Johannes Paul II. gesprochen (sieh: FC 84).
– Die gleiche Lösung dürfte demnach auch an die Situation z.B. zweier Brautleute angewandet werden, die auf ungelogene Weise dem Gebot Gottes treu bleiben, selbst unter Bedingungen der gemeinsamen Wohnung, zu solcher sie von Lebensbedingungen genötigt wurden.

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5. Zusätzliches

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Nackt in der Wohnung – und die Heilige Schrift

Das Leben bringt immer andere, manchmal ganz unwahrscheinlich verblüffende Probleme im Zusammenhang mit der geplanten Ehe, und selbst der Stufe, die der Verlobung weit vorangeht.
– Eines solcher Probleme, die für eine gewisse Gruppe sehr lebendig bleibt, ist die deutlich formulierte Frage, ob man in der Ehe zu Hause ... nackt herumgehen darf.

Es gibt Personen, die nicht nur die Erlaubtheit, sondern geradeaus die Verpflichtung der Eheleute verbissen verteidigen, in der Wohnung ganz nackt herumzugehen. Andere stellen solche Frage ein wenig behutsamer – sie fragen nämlich darum auf dem Weg einer Email, oder in anderen ähnlichen Begebenheiten.

Es gibt auch solche, die zur Begründung der vollgültigen Richtigkeit solchen Standpunktes sich auf die biblische Erzählung über das Paradies berufen. Diese zweien ersten – Adam und Eva, gingen im Paradies tatsächlich nackt herum. Sie waren ‘nackt’, allerdings sie erblickten es nicht, dass sie ... nackt sind. Erst nach dem Sündenfall ist es zu ihrem Bewusstsein geraten, dass sie Jetztzeit „nackt ... sind” (Gen 3,7). Diese Beobachtung hat sie genötigt, dass sie sich einen Schurz gemacht haben, der ihre Intimität umhüllte – und zugleich sie vor unbefugtem Anblick schützte.

Es lohnt sich wohl, diese ganze biblische Erzählung hier anzuführen (von theologischer Seite haben wir daran schon früher angeknüpft – in der Erwägung von Prof. Peterson, sieh ob.: „Gewand der Ehre Gottes – Petersons Erwägung”) – samt dem charakteristische Dialog, der ein eigenartiges ’Gerichtsverhör’ geworden ist, das Gott mit diesen beiden nach ihrem Sündenfall durchgeführt hat. Wir sind hier Zeugen eines eigenartigen Hinüberwerfens auf äußere Ebene dessen, was im menschlichen Gewissen vor – und nach der Sünde vorgeht. Auf solche Art und Weise ist es dem biblischen Autor leichter das zu beschreiben, was im menschlichen Herzen vorgeht, in jener „... verborgensten Mitte und dem Sanktuar im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen STIMME in diesem seinem Innersten zu hören ist und klar in den Ohren des Herzens tönt: Tu dies, meide jenes’ ...” (DeV 43).

Gerade dort, im Gewissen, hat sich das Drama des Paradieses abgespielt. Diese zweien, die Ur-Eltern, sind vor dem Dilemma stehen geblieben: ob wir weiter das Anvertrauen auf das Wort Gottes legen sollen? Gott hat ihnen nämlich, als Dieser, der der „Einzig Gute ist” (Mt 19,17), die Anordnung gegeben:

„Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen.
Doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen.
Denn sobald du davon isst, wirst du ganz sicher sterben”  (Gen 2,17).

Diese Anordnung sollte nicht Erweis eines Austobens Gottes am Menschen werden, sondern Promotion des Menschen als lebendigen „Ebenbildes Gottes” zur Größe des „Subjekts des Bundes und Partners des Absoluten” (ML 76f; sieh auch ob.: „Wie Ich so Du: Partner des Absoluten – Subjekt des Bundes”), wie es der Hl. Johannes Paul II. bezeichnet hat.

Gerade in diesem Augenblick schlich sich in den wundervollen Garten des Paradieses dieser ein, der seiner Natur nach der ‘Böse’ ist. Das Buch der Offenbarung des Hl. Johannes charakterisiert ihn in Worten, die einen strikten Anschluss an den Bericht über den Sündenfall der Ur-Eltern im Paradies darstellt. Der biblische Autor bezeichnet dort Satan, indem er von ihm folgendes sagt:

„... der große Drache, die alte Schlange, genannt Teufel und Satan,
der die ganze Welt verführt” (Offb 12,9).

Der ‘Böse’ hat keinen unmittelbaren Zugang zum Inneren des Menschen: zu seinem Gewissen. Er versucht immer ‘von außen her’, höchstens jemand lädt ihn direkt in sein Inneres ein (sieh z.B.: Joh 13,27: von Judas).
– Daher bedient sich der biblische Autor beim Bericht über den Garten Eden-Paradies mit dem Bild einer ‘Schlange’. Er gibt aber zugleich nur allzu klar zu erkennen, dass es hier nicht um die Schlange als ein Tier geht, sondern um eine ‘Person’, die über eine ungemein hohe Intelligenz verfügt, und zugleich unwahrscheinlich pervers ist. Sie strebt unermüdlich das eine Ziel an: um „... von Anfang an das Werk der Schöpfung gegen die Erlösung, gegen den Bund und die Vereinigung des Menschen mit Gott zu benützen” (DeV 27).

Deswegen gibt es hier keinen Zweifel, dass jene ‘Schlange’, dieser Verführer – der unter gerade solcher Gestalt dargestellte ‘Gefallene Engel’ ist, der sich entschieden Gott mit seinem „Ich werde Dir nicht dienen” (Jer 2,20) widersetzt. Es ist schlechterdings jene „Alte Schlange, genannt Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt” (Offb 12,9). Er wurde im geheimnisvollen „Krieg im Himmel”  von „Michael und seinen Engeln”  besiegt.

Es war gerade damals, da wurde die „Alte Schlange ... Teufel und Satan genannt ... auf die Erde geworfen, und mit ihm seine Engel” (Offb 12,7ff.).

Infolge dieses geheimnisvollen Krieges ist ein ‘Weh auf die Erde hinabgestiegen ...’:

„Weh aber euch, Land und Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen,
seine Wut ist groß, weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt” (Offb 12,12).

Und jetzt der Bericht des biblischen Autors über die Verhaltensweise der Ur-Eltern in der Stunde der allmählich werdenden ihrer Sünde. Anstatt den Dialog und das Gespräch mit Gott zu unterhalten, haben sie sich in das Reden mit dem „Mörder von Anfang an” eingelassen, der zugleich nicht nur „Lügner” ist, sondern geradeaus „Vater der Lüge” (vgl. Joh 8,44):

Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Jahwéh-Elohim gemacht hatte.
Sie sagte zu der Frau: ‘Hat Elohim wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen’ ?
– Die Frau entgegnete der Schlange: ‘Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen. Nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Elohim gesagt: Davon dürft ihr nicht essen! Und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben’ !
– Darauf sagte die Schlange zur Frau: ’Nein, ihr werdet nicht sterben! Nur Elohim weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf und ihr werdet wie Elohim, und erkennt Gut und Böse’ ! ...” (Gen 3,1-5).

Die hier dargestellte ‘Schlange’, das heißt Dieser, der der ‘Böse’ ist, ist Meister in aller Perversität. Sie ist Meister in „spitzfindig aufgestellten verführerischen Künstlereien zu Bösem” (vgl. 2 Kor 11,3; sieh dazu ob.: „Spitzfindig aufgestellte verführerische Künstlereien zu Bösem”), um nur den Menschen von Gott und der Gnade abzuziehen. Sie strebt danach, um jeden Preis dazu zu bringen, dass der Mensch, Gottes Bild angesichts des Weltalls, sein bisheriges Anvertrauen, das er auf dem Wort Gottes-der-Liebe gelegt hat – entzieht, und es auf Ihn, der der ‘Böse’ von Anfang an ist und „Mörder und Vater der Lüge”, überträgt (vgl. DeV 37).

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Erklärung

Sollte doch Adam und Eva sofort am Beginn bemerken, mit welcher Absicht die „Alte Schlange ... die die ganze bewohnte Erde verführt” (Offb 12,9) mit ihnen den Achtung gebietenden und gestalteten Dialog entfacht, indem er ihnen mit seinen perversen Worten zuschmeichelt und die Rolle eines ‘besten Väterleins’ spielt gegen diesen ‘Nicht-Guten Gott, der ihre Freiheit ‘ungerecht’ fesselt!

Man sollte nur die Frage stellen: Wo ist denn die Wachsamkeit und Nüchternheit des Adam und der Eva verschwunden – in der Stunde der nahe werdenden Versuchung, die sie unmöglich nicht gerade als ... „Versuchung” empfinden konnten? Wird da eben nicht etwa im Anschluss auf solche Situation der erste sichtbare Stellvertreter Christi auf Erden, Petrus der Apostel, aufrufen:

„Seid nüchtern und wachsam!
Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher –
und sucht, wen er verschlingen kann!
Ihm widersteht standhaft im Glauben [= Anvertrauen auf Gott](1 Petr 5,8f.).

In den angeführten Worten des Gesprächs zwischen der ‘Schlange’ und Eva schießt jene ‘Schlange’ zuerst eine Eingangs-‘Harpune’. Sie soll zum Brückenkopf für den eigentlichen Angriff werden. Satan sucht danach, die Güte Gottes ihnen beiden entgegen in Frage zu stellen.
– Anfangs korrigiert Eva den von der ‘Schlange’ hervorgehobenen Vorwurf, wonach sie aber eine Einzelheit hinzufügt, die von ihr ersonnen war, als ob Gott ihnen diesen Baum der Erkenntnis von Gut und Böse nicht einmal berühren erlaubte, was doch Gott in keinem Fall gesagt hat.

Wir erinnern uns gut, dass gemäß der hebräisch-israelitischen Mentalität die ‘Erkenntnis’ selbst von irgendetwas gleichbedeutend ist mit der Macht, dieser Wirklichkeit einen ‘Namen’ zu geben, den die erkannte Sache gezwungen annehmen muss, indem sie daselbst niedriger ist, als dieser, der diesen Namen auferlegt hat.

Die ‘Alte Schlange’ hat daselbst sofort den höchsten Gipfel der Gottes Eigenschaften zum Ziel genommen: die Zuständigkeit darüber, was es „Gutes”, beziehungsweise „Böses” sein SOLL. Sie hat diesen zweien gezeigt, dass es hier eben um solchen Satz geht: um – nicht passive Annahme, in Gehorsam zu Gott als diesem, der der „Eine Gute ist” (Mt 19,17) – der Bestimmung, was das „Gute-Böse, Leben-Tod” darstellt (vgl. Gen 2,17), sondern dass diese Macht: des Bestimmen-Könnens über „Gut-Böse, Leben-Tod” in dauerhafte Domäne des Menschen übergeht.

Der Mensch würde daselbst „so wie Elohím selbst”. Hier steckt das Wesen der Versuchung, die von der ‘Alten Schlange’ ausgeklügelt worden ist: dass der Mensch „ein usurpatorischer Gott wird” – dank der Dethronisation des bisherigen Gottes. Können wir gerade diese Absicht in Worten des biblischen Autors erblicken? Wir führen diesen Satz noch einmal an:

„Darauf sagte die Schlange zur Frau: ’Nein, ihr werdet nicht sterben!
Nur Elohim weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf
und ihr werdet wie Elohim, und erkennt Gut und Böse’ ! ...” (Gen 3,4f.).

Betäubt mit verworrenen Angeboten der sich als ‘bester Väterlein und Verteidiger der unabdingbaren Anrechte des Menschen’ vorstellenden „Alten Schlange”, die allerdings damals wie „... ein brüllender Löwe umhergeht – und sucht, wen er verschlingen kann” (1 Petr 5,8), haben diese zweien ihr bisheriges ... Anvertrauen, das sie auf Gott und sein Wort gelegt haben, entzogen, und übertrugen es auf den sie verführenden diesen, der der ‘BÖSE’ ist:

„Aber auch dieser Ungehorsam bedeutet Gott den Rücken zu kehren, in gewissem Sinn ein Sichverschließen der menschlichen Freiheit Ihm gegenüber.
Er bedeutet aber auch eine gewisse Öffnung dieser Freiheit – der menschlichen Erkenntnis und des Willens – auf den hin, der der ‘Vater der Lüge’ ist [= Übertragung des Anvertrauens von Gott ... auf Vertrauen dem Wort der Schlange, dieses brüllenden Löwen, der verschlingt].
– Der Akt der bewussten Entscheidung ist nicht bloß ‘Ungehorsam’, sondern bringt auch eine gewisse Anfälligkeit zu jener Motivation mit sich, die in der ersten Überredung zur Sünde enthalten ist und in der ganzen Geschichte des Menschen auf Erden ständig erneuert wird: ‘(...) Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf. Ihr werdet wie Gott, und erkennt Gut und Böse’.
– Wir befinden uns hier im Zentrum selbst dessen, was man das ‘Gegen-Wort’, das heißt die ‘Gegen-Wahrheit’ nennen könnte. Es wird hier nämlich die Wahrheit darüber verfälscht, wer der Mensch ist und welches die unüberschreitbaren Grenzen seines Seins und seiner Freiheit sind.
Diese ‘Gegen-Wahrheit’ wird deshalb möglich, weil gleichzeitig die Wahrheit darüber zutiefst ‘verlogen’ wird, wer Gott ist. Gott der Schöpfer wird in den Zustand der Verdächtigung, noch tiefer gesagt: in Zustand der Anklage im Bewusstsein der Geschöpfe versetzt.
– Zum ersten Mal in der Geschichte des Menschen kommt der verkehrte ‘Genius der Verdächtigungen’ zur Stimme. Er sucht das Gute an sich ‘zu verlügen’, das absolut Gute – dann, als es sich im Werk der Schöpfung als das unsagbar beschenkende Gute offenbart hat, als das ‘bonum diffusivum sui’ [= lat.: das Gute, das sich selbst mitteilt-dahingibt], als die schöpferische Liebe.
– Wer ist imstande völlig ‘der Sünde überführen’ oder diese Motivation des ursprünglichen Ungehorsams des Menschen aufdecken, wenn nicht Der, der selbst Gabe ist und Quelle aller Ausspendung? Wenn nicht der Geist, der ‘die Tiefen Gottes ergründet’ [1 Kor 2,10] und der die Liebe des Vaters und des Sohnes ist”? (DeV 37).

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Gottes Verhör nach dem Sündenfall: nach erblicktem Nacktgewordensein

Die Ur-Eltern haben den Andrang der Versuchung nicht ausgehalten: ... sie sind gefallen. Sie haben dem Wort Gottes nicht Vertrauen geschenkt! So haben sie ... verloren. Dieses Mal: für sich selbst, aber auch für die ganze Menschen-Familie. Hier steckt die Quelle der Ur-Sünde: jeder Mensch wird von nun an mit ‘ausgelöschtem’ Licht der heiligmachenden Gnade geboren!

Gott erscheint sofort auf dem Schlachtfeld, das sich der Mensch selbst bereitet hat: sein lebendiges „Ebenbild und Ähnlichkeit”. Es fängt der Dialog Gottes im Gewissen dieser beiden an. Gott sucht danach, diesen beiden ihre persönliche Verantwortung für die gewordene Situation der NICHT-Gnade zum Bewusstsein zu bringen.

Man kann die Schlichtheit des biblischen Berichts bewundern, die Tiefe der Psychologie der raschen Folge des einen Aspekts des Dramas nach dem anderen, das Treffende der Fragen, die Gott stellt: der Fragen, die die Wurzeln selbst der zustandegekommenen Tatsachen betreffen. Und zugleich ... das Elend der Entschuldigungen vonseiten dieser beiden, samt der Versuche jedes von ihnen, um die unvermeidbare persönliche Verantwortung für die tatgewordene Situation auf all andere zu überwerfen, um nur sich selbst reinstellen imstande zu sein.

Der Gottes Dialog mit den Ur-Eltern nach ihrem in seinen Auswirkungen trächtigen Sündenfall wird mit der Gottes Verheißung des Erlösers enden. Allerdings über diesen Aspekt des Dramas vom Paradies werden wir hier nicht nachdenken.
Hier der biblische Bericht vom Ablauf des Gottes Verhörs mit diesen zweien nach ihrer Sünde:

„... [Eva, versucht von der ‘Schlange’] nahm von seiner Frucht – und aß. Und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß.
– Nun gingen beiden die Augen auf und sie erkannten: dass sie nackt waren!
Deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
Da vernahmen sie den Schritt Jahwéh-Elohim, der sich beim Tageswind im Garten erging, und Adam und seine Frau verbargen sich vor Jahwéh-Elohim unter den Bäumen des Gartens.
Jahwéh-Elohim aber rief Adam und sprach zu ihm: ‘Wo bist du?’
Er antwortete: ‘Ich hörte deinen Schritt im Garten: da fürchtete ich mich, weil ich nackt bin, und ich verbarg mich!’
– Darauf sprach Er: ‘Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen Ich dir verboten habe?!’
Adam erwiderte: ‘Die Frau, die Du mir beigesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß!’
Da sprach Jahwéh-Elohim zu der Frau: ‘Was hast du da getan!?’ Die Frau antwortete: ‘Die Schlange hat mich verführt, und ich aß!’ ...” (Gen 3,6-13).

Ohne insbesondere in den Inhalt der einzelnen Worte des hier dargestellten Verhörs Adam und Eva von Gottes Seiten einzudringen, dieses Barmherzigen Gottes, der „Richter ist der Lebenden und Verstorbenen” (Apg 10,42), gehört es sich nur ein paar Beobachtungen und zugleich die Zusammenfassung hervorzuheben im Anschluss an die Frage der ‘Nacktheit’ und Bekleidung jenes ersten Menschenpaars: dieser Eheleute und Eltern zugleich.

Bei einem tieferen Eindringen in das Problem der ‘Theologie der Bekleidung’ dient uns fortwährend ungemein hilfreich die früher schon dargestellte Erwägung von Prof. Erik Peterson. Wir haben im Rahmen der laufenden Erwägungen daran schon ein paarmal angeknüpft (sieh ob.: „Gewand der Ehre Gottes – Petersons Erwägung”). Anderseits benutzen wir selbstverständlich einmal mehr die Erwägungen des Hl. Johannes Paul II. Und noch ... offenbar: die eigenen Überlegungen.

Hier die grundlegenden Gedanken, die sich bei der vertieften Lektüre des biblischen Berichts über die Ur-Eltern im Paradies und ihren Sündenfall aufdrängen.

– Diese beiden waren von Anfang an ‘nackt’.
– Diese ihre ‘Nacktheit’ haben sie aber nicht bemerkt.
– Ihre ‘Nacktheit’ ist ihnen erst, nachdem sie die Sünde begangen haben zum Bewusstsein gekommen.
– Das bedeutet, dass zwischen dem Zustand, der der Sünde voran ging, und der vollbrachten Sünde
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– Das weckt die Frage danach, warum sie früher ihre ‘Nacktheit’ nicht bemerkt haben?

Zu Hilfe bei der Antwort auf diese Frage kommt uns der Hl. Johannes Paul II. In seiner Mittwochs-Katechese der ersten Jahre seines Pontifikates knüpfte er reichlich an die Frage der Erschaffung des Menschen, an seinen Status, die Nacktheit, den bräutlichen und elterlichen Sinn des Leibes, an das Paradies und die Sünde, die im Paradies begangen worden ist. Der Heilige Vater stellt auch den Status der ersten Eltern im Paradies vor.

Er hebt hervor, dass diese zweien im Garten Eden-Paradies sich im Zustand der ursprünglichen Heiligkeit der Gnade und Unschuld befunden haben, das heißt im Zustand der heiligmachenden Gnade. Daselbst schauten sie sich gegenseitig mit dem „Sehvermögen des Geheimnisses der Schöpfung an”, das mit der Sünde nicht entstellt war. Hier das Fragment der Mittwochskatechese zu diesem Thema:

„Indem sie sich gegenseitig gleichsam mit dem Auge des Geheimnisses der Schöpfung selbst sehen, erblickt Mann und Frau sich einander umso vollständiger und deutlicher mit seinem Sehvermögen selbst: mit Augen des Leibes Sie sehen sich nämlich und umfangen sich mit dem ganzen Frieden des inneren Blickes, der eben die Fülle der personalen Intimität hervorbringt.
Wenn die ‘Scham’ eine eigenartige Begrenzung des Sehens mit dem Sehvermögen mit sich bringt, mit Augen des Leibes, so geschieht es vor allem auf dem Grundboden der erschütterten und gleichsam ‘bedrohten’ personalen Intimität dieses Sehens.
Nach Gen 2,25 ‘schämten sich Mann und Frau nicht’ : Indem sie sich sehen und einander mit ganzem Frieden des inneren Blicks umfangen, ‘kommunizieren’ sie in der Fülle des Menschseins, das sich in ihnen als gegenseitig gerade deshalb ergänzt offenbart, dass es ‘männlich’ und ‘fraulich’ ist. Zugleich ‘kommunizieren sie’ auf dem Grund dieser Personen-Kommunion, in der sie durch ihre Fraulichkeit und Männlichkeit gegenseitige Gabe füreinander werden.
– Auf solche Art und Weise erreichen sie in der Gegenseitigkeit das besondere Empfinden des Sinnes ihres Leibes. Die ursprüngliche Bedeutung der Nacktheit entspricht solcher Schlichtheit und Fülle des Sehens, in der das Empfinden um den Sinn des Leibes gleichsam im Herzen selbst ihrer Gemeinschaft-Kommunion entsteht. Wir nennen ihn als ‘bräutlichen’ Sinn des Leibes. Mann und Frau erscheinen in Gen 2,23ff gerade ‘am Anfang’ mit solcher Empfindung des Sinnes ihres Leibes ...” (ML 114f. – sieh auch ob.: Zwei Daseins-Arten des Mensch-Seins).

Johannes Paul II. hebt also hervor, dass diese zweien, diese ersten – in der Zeit, die ihrem Sündenfall voranging, ein Leben nach der ursprünglichen Heiligkeit und Unschuld geführt haben. So unterlagen sie der dreifältigen Begehrlichkeit nicht. Diese wachte erst samt der Sünde auf – als: „... Begehrlichkeit des Fleisches, Begehrlichkeit der Augen und die Hoffart des Lebens” (1 Joh 2,16).
– Dieser Status hat diesen zweien ermöglicht, sich gegenseitig anzuschauen – wie es der Hl. Johannes Paul II. schön formuliert: „... gleichsam mit dem Auge des Geheimnisses der Schöpfung selbst” (ML 114).

Sollte man es mit der wissenschaftlichen Terminologie Papst Wojtyła‘s bezeichnen, müsste gesagt werden, dass diese zweien sich einander gesehen und empfangen haben gemäß den Forderungen des ‘Personalismus’, das heißt sie sahen sich als Personen, also nicht als nutznießerische Sache-zum-Gebrauch, die ihres personalen Antlitzes beraubt wäre. Diese zweien sahen sich und umfingen sich nicht als Leib, der dazu bestimmt wäre, zur Auslösung des ‘Sexus-um-des-Sexus willen’ zu dienen, sondern als Person dieses Geliebten, der ihnen gegenseitig dargeschenkt wurde von Gott, dem sie liebenden Schöpfer. Sie sahen sich in Fülle ihrer Unterschiedlichkeit in männliches und weibliches Menschsein, und doch ihre Aufmerksamkeit sammelte sich auf ihren Leibern nicht als Gegenstand, der zum Entfachen der Leidenschaft dienen sollte, sondern dass dieser andere als geliebte Schwester, beziehungsweise geliebter Bruder angeblickt werden könnte, die Gott ihnen gegenseitig zum Lieben als die allernächste Person geschenkt hat, die es also gilt mit zärtlichster, voller Verantwortung Liebe zu umfangen und beschützen, um durch das irdische Leben zu zweit – in das „Haus des Vaters” zu gelangen.

Einen gleichen Gedanken hat der früher als Papst Johannes Paul II. wirkende Konvertit Prof. Peterson in seiner erwähnten Schrift über die ‘Nacktheit’ und Kleidung der Ur-Eltern im Paradies dargestellt. Selbstverständlich Professor Peterson benützt in seinen Erwägungen zu diesem Thema eine andere Terminologie als Papst Wojtyła. Meritorisch gesehen geht es aber um ein und dieselbe Wirklichkeit.

Prof. Peterson bemerkt vor allem, dass indem diese zweien: Adam und Eva, ihre ‘Nacktheit’ unerwartet erst nach ihrem Sündenfall bemerkt haben, trotzdem sie von Anfang an ‘nackt’ waren, heißt es nach ihm, dass sie früher trotz allem mit einem geheimnisvollen ‘Gewand’ – ‘bekleidet’ waren, nur dass sie es zugleich ... schlechterdings nicht einmal bemerkt haben. Eben dieses geheimnisvolle, zuerst nicht bemerkte ‘Gewand-Bekleidung’ ließ sie sich gegenseitig so anzuschauen, wie sie von Gott dem Schöpfer selbst gesehen und angeblickt wurden. Gott aber freute sich über sein Erschaffungswerk und hat es sehr lieb gehabt: „Elohím [= Gott] sah alles, was Er gemacht hatte. Und siehe es war sehr gut” (Gen 1,31).

Prof. Peterson drückt sich hinsichtlich dieses von Adam und Eva nicht bemerkten ‘Gewandes’ folgender aus, dass dieser Umhang augenscheinlich der „Glanz der Gottes Glorie” war, der sich in der Gesamtheit ihrer beiden Personen abspiegelte. Diese Bezeichnung ist gleichbedeutend mit dem Zustand der heiligmachenden Gnade, die sich in dieser Existierens-Phase des ersten Menschen augenscheinlich gleichsam mit eigenartiger Strahlung kennzeichnete, und die der ganzen menschlichen Person des Mannes und der Frau einen Glanz der Nähe zu Gott verlieh.

Dieser ‘Glanz der Glorie’ musste eine eigenartige Abspiegelung der des Öfteren in der Heiligen Schrift vorkommenden Bezeichnungen sein, wann Gott sich erwählten Gottes Männern in einem mit Sinnen greifbaren „Glanz seiner Glorie” offenbarte (sieh z.B.: Ex 33,22; Ez 3,23; 8,4; 43,2; Lk 2,14; usw.). Die biblischen Berichte über Theophanien weisen immer auch auf irgendwelche Erscheinungen hin, die auch von Sinnen, zumal mit dem Sehvermögen, fassbar waren.

Wenn die Ur-Eltern nach dem Sündenfall sich einander auf einmal in voller Nachktheit erblickt haben, bedeutet das nach Prof. Peterson, dass das bisherige geheimnisvolle „Gewand der Gottes Glorie” von ihnen herabgerissen wurde – in unmittelbarer Folge der begangenen Todsünde. Die schwere Sünde gleicht nämlich der Herausweisung der Gegenwart Gottes von seinem Herzen.

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Erklärung

Diese zweien haben dieses Herunterreißen von ihnen des Gewandes des „Glanzes der Glorie” augenscheinlich als Tatsache erlebt, die ihr Bewusstsein schmerzhaft und demütigend betroffen hat. Es ist plötzlich zu ihrem Bewusstsein vorgedrungen, dass der Leib in seiner Nacktheit auf ihre Sinne erregend wirkt. In dieser Situation begannen sie sich voreinander zu schämen.

Das zeugt unfehlbar von einem zutiefsten Sprung in ihrer bisherigen Natur selbst: ihre ursprüngliche Heiligkeit und Unschuld, in der sie der Schöpfer erschaffen hat und sie zu dieser Ebene erhöht hat, sind unwiederbringlich verloren gegangen. Sie beiden fanden sich genötigt, ihre geschlechtliche Intimität vor sich gegenseitig zu verbergen. Sie mussten feststellen, dass sie von nun an – sich gegenüber nicht mehr ‘nackt’ herumgehen können. Das Stehenbleiben vor sich in eigener Nacktheit muss an strikt bestimmte Situationen vorbehalten werden, wann sich die gegenseitige Intimität an Ehrerbietung vor ihrer personalen Würde freuen kann und nicht mit unanständigem, lüsternem Anblick einer Nutznießung seiner Selbst als Leibes-Sexus, der seines personalen Antlitzes beraubt wäre, verwundet werden wird.


Über das Thema des ‘Herabreißens’ des bisherigen Gewandes, das zugleich die Rolle einer verzierten, ausgesuchten Umhüllung erfüllte, spricht in seinen Visionen vor allem der Prophet Ezechiel. Das Herabreißen des bisherigen schmuckvollen Gewandes, und Aussetzung in ‘Nacktheit’ zum öffentlichen Anschauen wird von ihm als Strafe für Sünden dargestellt. Es geht in diesem Fall vor allem um den chronischen „Ehebruch Israels mit fremden Göttern”, also um Sünden, die gegen das Erste Gebot begangen wurden: „Du sollst neben Mir keine anderen Götter haben”. Darüber haben wir gesprochen, als wir mehrere Fragmente besonders des 16.Kapitels bei Ezechiel angeführt haben – es war auf unserer Homepage in ihrem IV.Teil, 2.Kapitel (s. oben: „Nacktheit in der Vision von Ezechiel (Ez 16)” – samt dem früheren und späteren Zusammenhang). Daher greifen wir diese Frage nicht noch einmal auf.

Prof. Peterson bemerkt in seinen Erwägungen, dass Jesus Christus dem Menschen das verlorene Gewand des Glanzes der Gottes Würde seiner Braut wiedergewonnen hat. Er selbst wurde für sie zum Bräutigam-vom-Kreuz – als Erlöser des Menschen.

In ganz besonders charakteristischer Weise knüpft Jesus an das Detail des „ursprünglichen Gewands” in seinem Gleichnis vom Verlorenen Sohn an. Der wegen seiner Rückkehr sein erfreuter Vater ließ ihn mit eben diesem, verwundernd bezeichneten Gewand bekleiden: Er hat es als das „ursprüngliche” Gewand genannt (Lk 15,22). – S. oben: „gr.: stolén tén próten = dieses ursprüngliche, allererste (!) Gewand: Lk 15,22”).


Diese längere Erwägung müsste als genügende Antwort auf die oben gestellte Frage dieser aller gelten – sei es Eheleute, zumal in der ersten Zeit nach der Heirat, wie anderseits der Brautpaare in der Vorbereitungsphase zur Eheschließung: des Sakraments der Ehe. Und zwar: ob das Herumgehen zu Hause ganz ‘nackt’  biblisch begründet ist?

Die Antwort sollte keinen Zweifel schaffen. Die Zeit, die dem Sündenfall der Ur-Eltern im Paradies voranging, ist unheilbar vorbei. Schon Adam und Eva haben sich nach ihrem Sündenfall Schürze bereitet. Zusätzlich erwähnt der biblische Bericht, dass Gott selbst diesen beiden eine Kleidung gemacht hat. Es ist wohl Erweis der besonderen Liebe Gottes zu seinem lebendigen Ebenbild angesichts des Weltalls. Dem in Unendlichkeit greifenden ‘Schmerz’ zuwider, mit dem der Mensch die Liebe Gottes durch seine Sünde verwundet hat:

Jahwéh-Elohím machte Adam und seiner Frau
Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit”
(Gen 3,21).

Die einzige positive Folge und die ganze gleichsam ‘Gewonnene’ infolge der begangenen Sünde ist die folgende Tatsache geworden: „... nun gingen beiden die Augen auf und sie erkannten: dass sie nackt waren” (Gen 3,7).

Außerdem haben sie noch die Erfahrung des empfindsamen, weiteren Schmerzes wahrnehmen müssen, als sie feststellen mussten, dass sie vom Paradies für immer weggejagt wurden:

„Jahwéh-Elohím schickte ihn aus dem Garten von Eden weg,
damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war.
Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden
die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert,
damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten” (Gen 3,23f.).

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Ehe mit Person anderen Bekenntnisses – anderer Religion

Die Perspektive des Verbundenseins mit dem Ehebund: dem Sakrament der Ehe, drängt wohl noch viele, des Öfteren lebendig wichtige Fragen auf. Wir beschränken uns hier nur noch auf eine von ihnen.

Es gehört sich kurz und oberflächlich das Problem schon nicht mehr der Verschiedenheit im christlichen Bekenntnis zwischen beiden Brautleuten zu signalisieren, sondern umso mehr der Verschiedenheit überhaupt der Religion selbst. Es kommt vor, dass z.B. das Mädchen getauft ist, sie ist katholisch. Sie hat einen Jungen kennen gelernt, der – geben wir an: Moslem ist, Buddhist, Bekenner des Hinduismus, oder irgendeiner anderen nicht-christlichen Religion u.dgl.

Die Kirche hindert niemanden, dass er die Ehe mit dem Bekenner einer nicht christlichen Religion schließt. Aber zu gleicher Zeit warnt die Kirche in solchen Umständen die katholische Seite sehr seriöse, oder selbst sie rät die Schließung der Ehe in solchen Umständen mit aller Herzlichkeit ab. Die Kirche tut es in diesem Fall einmal mehr aufgrund ihrer jahrhundertelangen Erfahrung.

Anders legen sich die beiderseitigen Kontakte zwischen Verliebten auf der Ebene der Verschiedenheit in angenommener Religion vor der Heirat, und gar nicht selten beginnen sich diese Sachen diametral anders zu legen nachdem die Ehe geschlossen wurde. Wenn die Eheleute nicht von innen her mit gemeinsamem Gebet und dem gemeinsam praktizierten Glauben gefestigt wird, kommt es immer wieder zum Missklang. Die Diskrepanzen können im Lauf der Zeit zu immer schwierigeren Problemen führen.

Diese Frage beginnt um so schärfer zu werden, wenn Kinder erscheinen, und daselbst die strikt damit zusammenhängende Problematik ihrer Erziehung: zu welcher der Religionen? Die Kinder werden es nicht wissen – sie sind doch zu klein, ob sie sich nach der Religion der Mutter, oder des Vaters richten sollen. Die Kinder sind vorläufig außerstande zu unterscheiden, wie die Triftigkeit der betreffenden Religion ist, und folglich es überragt ihre Möglichkeiten, eine eigentliche, begründete Entscheidung zu treffen: ob sie sich nach religiösen Praktiken der Mutter, oder auch des Vaters erklären und sie ins Leben einverleiben sollen, oder auch ob sie demzufolge überhaupt mit allem ‘Glauben’, den die Eltern in untereinander widersprüchlicher Weise bekennen, abbrechen sollen. Das wird u.a. das tägliche Morgen- und Abendgebet betreffen, im Katholizismus die regelmäßige Teilnahme an der Heiligen Messe an Sonn- und Feiertagen, das regelmäßige Herantreten zum Sakrament der Versöhnung und Eucharistie, usw.

Die allgemeinen Richtlinien der Kirche, mit Bezug auf die Hindernisse bei der Schließung einer Gemischten Ehe (das heißt: einer Ehe unter Christen verschiedener Bekenntnisse), beziehungsweise bei Verschiedenheit der Religion (Ehe der christlichen Seite mit einer Person, die eine nicht-christlich Religion bekennt) sind u.a. in der leicht zugänglichen Ausgabe des „KKK” enthalten, das heißt des „Katechismus der Katholischen Kirche” – in Nummern: 1633-1637.

Besonders schwierige Frage wird das sich entwickelnde Band mit Hinblick auf die Ehe zwischen einer Frau die Katholisch ist – und einem Moslem. Die Kirche tut es zwar nicht unmöglich, noch verbietet sie die Verbindung einer Katholischen Frau mit einem Moslem, dennoch sie warnt sehr ernst, und selbst sie rät deutlich solche Eheschließung zwischen einer katholischen Frau mit einem Moslem ab. Dennoch die Mädchen-Frauen sind im Prinzip nicht gnädig, irgendwelche Warnungs-Argumente zur Kenntnis zu nehmen. Sie geben keinen Glauben der Fülle von Tatsachen, in welchen sich Tausende Frauen verschiedener Nationalitäten in solchem Band gefunden haben: mit einem Moslem.

Der Moslem, der vor der Eheschließung ein vortrefflicher, versprechender Bräutigam zu sein pflegt, und mit dem das Mädchen ganz bezaubert ist – vielleicht im Gegenteil zu vielen anderen Frauen, die sich ebenfalls mit einem Moslem gebunden haben, wird sehr wahrscheinlich z.B. nachdem ihr erstes Kind geboren wird, dieses Kind seiner Familie ‘zeigen’ wollen, die ein anderes Kontinent bewohnt: im Land, woher er selbst herkommt.

In solchen Umständen pflegt es nicht selten so zu sein, dass die Frau, die Katholische, die zusammen mit ihrem Mann, dem Moslem, in sein Land fährt, schon keine Chance mehr haben wird, mit dem eigenen Kind in ihr Vaterland zurückzufahren. Das Kind wird ‘Eigentum des Stammes’, dem ihr Mann zugehört. In Hunderten und Tausenden Fällen pflegt es so zu sein, dass der Frau alle ihre Papiere weggenommen werden: der Personalausweis, der Pass, usw. Sie wird zur Rolle einer unter ein paar anderen Frauen des Harems ihres bisherigen Mannes: dieses so innig Geliebten, herabsteigen müssen.

Bei den Mohammedanern besteht irgendwas gleichsam das Religionsgebot, in lebendige Augen zu lügen: anders zu sprechen, anders zu denken und anders zu tun.

Leider, die Fräuleins und Frauen, christlich getauft, wollen meistens den ernsten, diesbezüglich unrüttelbar dokumentierten Warnungen keinen Glauben schenken. An Wunder grenzen Fälle, wenn es solcher Frau in der Stunde der Unaufmerksamkeit dieser, die sie bewachen sollten, sich von der Sklavenschaft des Harems u.dgl. herauszureißen gelingt und eine Botschaft zu erreichen, die ihr vielleicht hilft, in ihre Heimat zurückzukehren. Ihr Ehe- und Familienleben ist total zusammengebrochen.
– Sie selbst schenkt erst jetzt – ganz ungelegen, endlich den Glauben an die Richtigkeit aller Warnungen, die ihr vor jener Heirat vonseiten der ernsten Vertreter der Kirche – und nicht nur der ‘Kirche’ – nicht geschont wurden.

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RE-Lektüre: VII.Teil, Kapitel 3, ad ‘n’.
Stadniki, 29.IX.2015.
Tarnów, 7.VII.2018.


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L. AUF DER STUFE DIREKT VOR DER EHE: DEM SAKRAMENT DER EHE

Im Anschluss an das Vorherige

1. Fräulein in der Zeit der tatsächlichen Einstellung auf Ehe
Gottes Gebot und das Wort Jesu über lüsternes Anblicken
Gottes Zäsur zwischen Brautzeit und Ehe
Text. Biologischer Fruchtbarkeitsrhythmus parallel zur gebotenen Keuschheit
Text. Biologischer Rhythmus – und Verhütung die in die Würde der Person schlägt

2. Noch einmal: grundlegende Arten der Liebkosungen
Liebkosung an Geschlechtsorganen
Austausch von Küssen
Liebkosung an der Brust
Beispiel. Es wird keinen Kuss noch Anschmiegung geben
Beispiel. Möglichst wenig allein miteinander

3. Liebe über die Entscheidung auf Verkehr?
Umschlag auf Verkehr
Perspektive auf Ehe
Übertretung des Gebotes als ‘Zeugnis des Glaubens’ vor dem Jungen
Soll man auf Gott wegen seiner Gebote ... böse sein?
Beispiel. Noch einmal von der stürmischen Korrespondenz Frau Cälina
‘Sex’: ... selbstverständlich nur mit ‘Verhütung’!

4. Gemeinsame Wohnung der Brautleute
Tatsachen und der Wille Gottes
Beispiel. Maria-Josef: Empfängnis des Sohnes Gottes vor gemeinsamem Wohnen
Text. Täuscht euch nicht (1 Kor6,9ff.))
Beispiel. Professor W.F. in Situation der Nacht zusammen mit seiner Braut
Einladung zu sich für die Nacht ins gemeinsame Studentenzimmer ...
Miete-Bezahlung des trotz allem gemeinsamen Zimmers
Wort dazu: Ob wirklich reiner Beweggrund, oder ‘Sex-vor-der-Ehe’
Bedingungen für ein kristallisch keusches Miteinander
Text. Schmaler Weg – weites Tor (Mt 7,13f.)
Text. Vom Hymnus des Hl. Paulus über die Liebe (1 Kor 13)
Reines Gewissen und unwillkürlicher Anstoß bei der Umgebung

5. Zusätzliches
Nackt in der Wohnung – und die Heilige Schrift
Text. Versuchung im Paradies (Gen 3,1-5)
Text. Genius der Verdächtigungen (DeV 37)
Gottes Verhör nach dem Sündenfall: nach erblicktem Nacktgewordensein
Text. Gottes Verhör – Bewusstwerden um die Nacktheit (Gen 3,6-13)
Text. Von der Mittwochskatechese um Anblick mit dem Auge des Geheimnisses der Schöpfung
Ehe mit Person anderen Bekenntnisses – anderer Religion


Bilder-Fotos

Abb.1. Indonesien: unerwarteter katastrophaler Wasser-Dammbruch
Abb.2. Nach weiterem Bombenattacke in Beirut
Abb.3. Indisches Mädchen lächelt, mit dem Farbenmal an der Stirn
Abb.4. Ob Friedenskuss zwischen diesem Riesenhund und dem Dackelchen?
Abb.5. Hawaii, März 2011. Ausbruch des Vulkans
Abb.6. Grauen weckende Ansicht des Windhose
Abb.7. Wir wählen das Ziel nach oben
Abb.8. Immer mit dem Rosenkranz in der Tasche
Abb.9. Auf dem Touristenpfad: steil in die Höhe