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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s.Literatur
Spezial-Link zur Tabelle: Blasphemie gegen den Heiligen Geist


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Achtes Kapitel


EINTRAG DER WORTE JESU
ÜBER DIE BLASPHEMIE
GEGEN DEN HEILIGEN GEIST

*       *       *
Übersicht der Worte Jesu:
Markus-Matthäus-Lukas

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1. Zum Ausgangspunkt:
ob Gott des Neuen Testaments
die Sünden vergeben will

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Es ist zeitig genug, um auf die schwierige Aussage Jesu zur Blasphemie gegen den Heiligen Geist – als unmöglich zu vergebenden – umzuschalten.

Jesus ist kein gewöhnlicher ‘Mensch’. Er ist Sohn Gottes des Vaters – als die Zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Zugleich aber ist Er auch Menschen-SOHN, Sohn seiner Jungfräulichen Mutter Maria. Er ist einzig im wörtlichsten Sinn dieser Bedeutung vom Himmel herabgestiegen (s. dazu: Joh 16,28; usw.), weil sein Vater, Gott-der-VATER – in der Überreichlichkeit seiner Barmherzigkeit dem gefallenen Menschen von neuem die VERSÖHNUNG zu Sich anzubieten GEWOLLT hat, um ihn von der ihm drohenden ewigen Verdammnis herauszureißen:

„Denn Gott (= der Vater ... bis so weit ...)
hat die Welt (gr.: ton kósmon = die Welt; offenbar: die Welt der Menschen),
so sehr geliebt (gr.: hoútos gár egápesen ho Theós = denn bis so sehr hat Gott, sein Vater ... geliebt)
dass er seinen einzigen Sohn hingab
(gr.: édoken = geben ausliefern; zum Verfügen über Ihn !),
damit jeder, der an Ihn glaubt
(= sich Ihm anvertraut, Ihm anhängt),
nicht verloren geht (= in ewiger Verdammnis),
sondern ewiges Leben hat (= ewige Glückseligkeit im HAUS des VATERS: Joh 14,2)
(Joh 3,16).

Ob wir angesichts dieses Bekenntnisses vom persönlichen Mund des SOHNES-des-WORTS Gottes, Jesus Christus, der sich in dieser Stunde über seinen Gott-den-Vater äußert, aber zugleich von sich selbst spricht, indem Er gerade als sein SOHN, Menschgewordens WORT, folgendes von sich sagt:

Niemand hat Gott je gesehen.
Der Einzige, der Gott ist und im Leib des Vaters ruht
(das heißt: gerade ER, Jesus Christus),
er hat Kunde gebracht(Joh 1,18a+b),

... genau denselben Gott erkennen, den wir anzuschauen versucht haben, oder eher gleichsam handgreiflich-experimental wahrnehmen wollten aufgrund der Aussagen, die bisher hauptsächlich vom Alten Testament geschöpft wurden?
(s. gerade solche Formulierung in der Konzils-Konstitution über das Geschriebene-Wort-Gottes: DV 8d: „... tum ex intima spiritualium rerum quam experiunter intelligentia ... = ... Das geschieht sowohl ... wie auch durch innere Einsicht der geistlichen Wirklichkeit, die sie erfahrungsgemäß erleben ...”).

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Selbst ein Tier kann mehr eigenartiges Mitleid empfinden als so mancher Gesunder gegenüber einen, der jemanden zu vielfältigen realen Nöten braucht, und umso mehr ... sich nach ein wenig ‘Herz’ sehnt.

Es geht dauernd darum: ob Gott der DREIEINIGE manche PERSONEN von vornherein auf ewige Verdammnis bestimmt, falls Er z.B. von vornherein – als Gott – Ihnen das Erlangen der Vergebung ihrer ewigen Schuld und ewigen Strafe wegen mittlerweile begangenen Sünden unmöglich gemacht hätte. Der Ausklang der Worte, die ein autobiographisches Bekenntnis GOTTES darstellen, das vom Sohn des Urewigen Vaters bekannt wurde, dieses – „GEBORENEN, nicht erschaffenen, Wahren-Gottes-vom-Wahren-Gott (Credo in der Messe)”, der IST (= sich befindet) – im „Leib-im-Inneren” selbst (gr.: en kolpo = wörtlich: ‘in der Gebärmutter’) seines Gottes-des-VATERS (Joh 1,18b) – lassen keinen Zweifel übrig.

Die UNMÖGLICH zu erlangende Vergebung der Sünden wird NIEMALS von Gott abhängig sein. Denn Gott „hat die Welt der Menschen so sehr GELIEBT”, dass Er den PREIS nicht beachtet, um den er als GOTT – gleichsam ohne seine Augen zu kneifen Gott dem Dreieinigen im Namen der ganzen sündigenden Menschheit bezahlt. Das erfolgt einmal im BLUT des SOHNES dieses Gottes-des-VATERS, wenn Er – als Gott-Mensch, dauernd in den Erlösungs-Willen der ganzen Allerheiligsten Dreifaltigkeit schauend, zum folgenden wird:

„Sühne für unsere Sünden
aber nicht nur für unsere Sünden,
sondern auch für die der ganzen Welt” (1 Joh 2,2).

Das Bewusstwerden um jenen vonseiten Gottes des Dreieinigen unwiderruflichen ERLÖSUNGS-Willen Gottes-der-Barmherzigkeit um der Menschen-Familie zugute, die infolge ihrer unvorstellbaren Sünden gefallen ist – versetzt jedes PERSONALE Geschöpf in erfahrenen Schwindel (so wohl die Engel, wie die Menschen).
– Hier wiederholt die Worte Hl. Johannes Paul II. zu diesem Thema:

„... Die Erlösung von der Knechtschaft der Sünde stellt die Erfüllung der ganzen Offenbarung Gottes dar, weil in ihr das zur Wirklichkeit geworden ist, was kein Geschöpf je hätte denken noch tun können, nämlich dass:
Gott der Unsterbliche sich für den Menschen in Christus als Opfer am Kreuz dargebracht hat und dass die sterbliche Menschheit in Ihm auferstanden ist.
– Sie alle glauben (= diejenigen die auf Christus glauben), dass die Erlösung die höchste Erhebung des Menschen bedeutet, weil sie es bewirkt, dass er dazu für die Sünde stirbt, um Teilnehmer am Leben Gottes selbst zu werden ...” (APR 10).

Es drängt sich beständig der eine Schluss auf: vonseiten GOTTES des Dreieinigen gibt es NIE und NIEMALS die Haltung einer NICHT-VERGEBUNG der Menschensünden. Selbstverständlich immer mit der Bedingung einer aufrichtigen Bekehrung, Entschuldigung vor Gott, mit Willen der Ersatzleistung der den Nächsten und Gott zugefügten Schäden und der Entscheidung, dass künftig nicht gesündigt wird. Diese Entscheidung MUSS zu dieser Zeit unternommen werden, wenn Gott um Vergebung der Sünden gebeten wird. Alles muss in voller Übereinstimmung mit der Wahrheit des Gewissens geschehen. Unabhängig davon, dass der Sünder, bewusst um seine unvorstellbare Schwäche und Unbeständigkeit, jede Weile der Versuchung zur Sünde wiederholt erliegen kann. Dennoch in DIESER Stunde löst er aus sich den aufrichtigen, nicht verlogenen Willen des NICHT-Sündigens, um Gott nicht mehr zu betrüben.

Wir sind uns gut bewusst, dass man viele Biblischen Zeugnisse – sowohl vom Alten, wie Neuen Testament erwähnen und aussuchen könnte, aus denen es eindeutig folgt, dass Gott immer bereit ist den Sünder von neuem aufzunehmen, als ob es zum ersten Mal geschehen würde, und ihm selbst die völlig ihn schändigenden Sünden und vollbrachten Verbrechen zu vergeben.

Es gibt keine Sünde, die ihrem Wesen nach ‘größer’ wäre als die Möglichkeiten der ALLMACHT Gottes Barmherzigkeit. Diese Barmherzigkeit übersteigt unendlich – dank dem auf dem Kreuz der Erlösung vergossenen Blut des Sohnes Gottes Jesus Christus, das Übel aller Sünden und Verbrechen, die ab Anbeginn der Erscheinung des Menschen auf Erden begangen wurden bis zur Beendung der ‘Zeiten’. Denn der Erlöser des Menschen – Jesus Christus, ist KEIN gewöhnlicher Mensch. Seine PERSON ist eine EINZIGE – sie ist Person GOTTES selbst: die Zweite Person der Allerheiligsten Trinität. Gott-die-PERSON überragt selbstverständlich in Kraft ihrer unendlichen Würde alles, was Er selbst ERSCHAFFEN hat, wie auch alles, was die Person eines Sünders mit der Sünde verderben konnte.

2. Worte Jesu
über die Blasphemie
gegen den Heiligen Geist

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Das Wort Jesu über die Sünde der Blasphemie, die gegen den Heiligen Geist ausgesagt wurde, wird in drei Evangelien angeführt: bei Markus, Matthäus und Lukas. Sie alle fügen mit Nachdruck die Konklusion hinzu, die von Jesus selbst herkommt: dass DIESE Art der Sünde nicht vergeben wird „weder in diesem Leben, noch in dem künftigen” (Mt 12,32). Kein Wunder, dass solches Wort vom Mund selbst des SOHNES Gottes eine heilsame Furcht weckt, wenn nicht schlechterdings entsetzend wirkt.

Unterhalb stellen wir diese Formulierung Jesu in einer anschaulichen, synoptischen Tabelle dar. Sie trägt wohl bei, die Ähnlichkeiten der Worte, wie sie von Jesus angewandt wurden zu erfassen, ungeachtet, dass jeder dieser drei Evangelisten sie mit unbedeutenden Unterschiedlichkeiten anführt. Dennoch solche Unterschiede, wie sie vom nächsten Evangelisten angeführt werden, bestätigen nur die grundlegende Wahrheit der gesagten Worte.

Hier die Tabelle mit zusammengesetzten jenen drei Versionen über die Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen Geist. In deutschen Übersetzungen wird diese Sünde meistens als ‘Lästerung’ genannt. Dennoch hier wenden wir eher das genauere Wort ‘Blasphemie’ an:

Blasphemie gegen den Heiligen Geist
Zusammengestellte Texte
Markus
(Mk 3,28f.)
Matthäus
(Mt 12,31f.)
Lukas
(Lk 12,10)
„Amen, ich sage euch:

Alle Vergehen und Lästerungen
werden den Menschen vergeben werden,
so viel sie auch lästern mögen.

Wer aber den
Heiligen Geist
lästert, der findet
in Ewigkeit
keine Vergebung,

sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.









Sie hatten nämlich
gesagt.
Er hat einen
unreinen Geist’


(Mk 3,28f.)
„Darum sage ich euch:

Jede Sünde
und Lästerung
wird den Menschen vergeben werden,



aber die Lästerung
gegen den Geist
wird nicht
vergeben werden.

Auch wer ein Wort
gegen den
Menschen-Sohn
sagt, dem wird
vergeben werden;

wer aber etwas gegen den Heiligen Geist
sagt, dem wird nicht vergeben,
weder in dieser noch in der zukünftigen Welt”





(Mt 12,31f.)



„Jedem, der ein Wort
gegen den
Menschen-Sohn
sagt, wird vergeben werden.

Wer aber den
Heiligen Geist lästert,
dem wird nicht
vergeben werden”.


















(Lk 12,10)

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3. Blasphemie
gegen den Heiligen Geist
nach Markus

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Es gehört sich die Worte Jesu nach jedem der drei Evangelisten genauer zu betrachten. Es ist angebracht die Umstände zum Bewusstsein zu bringen, in denen Jesus diese so ungemein schwierigen Worte und Entscheide gesagt hat, wie auch selbst diese Worte im einzelnen zu betrachten: ihre Ähnlichkeiten und charakteristische Unterschiede.

a. Vom Evangelium
nach dem Hl. Markus

Der Evangelist Markus, dessen Worte grundsätzlich Eintrag der Katechese des Hl. Petrus des Apostels war, der dauernd unmittelbarer Zeuge der dargestellten Ereignisse gewesen war, setzt die erörterte Aussage Jesu im Zusammenhang der ersten Aufritte Jesu.

Nach dem Bericht über die Berufung der ersten Jünger, die „... sofort verließen sie ihre Netze und folgten Ihm nach” (Mk 1,18.20) – schaltet Markus zur Darstellung immer anderer Wunder um, die von Jesus vollbracht wurden. Jesus befreit Besessene von Besessung der Bösen Geister, heilt viele Kranken von immer anderen Krankheiten, da wieder heilt er Aussätzige, heilt die Kranken zur Ärgernis der Pharisäer selbst am ‘Sabbat-Tag’. Zuletzt hat Er die Wahl der Gesamten Zwölf zu Ende gebracht und sie als seine Apostel eingesetzt: „... die Er aussenden wollte zur Verkündigung mit der Vollmacht, Dämonen auszutreiben” (Mk 3,14f.).

Gleich darauf stellt Markus die ersten entrüsteten und voller Eifersucht Reaktionen vonseiten der Pharisäer dar, also der Vertreter der damaligen geistigen und politischen Macht der Gesellschaft.

Die Volksmengen zehrten die Worte Jesu voller Begeisterung auf. Sie strahlten die Kraft des Heiligen Geistes. Nämlich ab der Stunde, wann Johannes der Täufer verhaftet wurde, begann Jesus mit unheimlicher Kraft zu rufen:

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium !” (Mk 1,15).

Eine tiefere Einsicht in angewandte Wendungen Jesu: ‘Erfüllung der ZEIT – Das REICH Gottes ist nahe – Glauben an das EVANGELIUM’  führt zum Schluss, dass Jesus diese Worte autobiographisch spricht, das heißt – wie üblich – Er spricht in dieser Stunde über SICH SELBST, indem er sich der Sprache der Analogie bedient. ER ist nämlich die ‘Erfüllung der Zeit’, ER in seiner GOTTES PERSON ist das erwartete ‘REICH Gottes’ und ER ist das lebendige ‘EVANGELIUM: das Evangelium-die-PERSON’.

Das damalige Volk Gottes – dieses einfache, in der Regel von oben her: den geistigen Schichten der Pharisäer, Gelehrten in Schrift und Gesetz, und von den Sadduzäern verächtlich getrachtet, wurde von ihnen mit deutlicher Note ihrer Herabsetzung-Demütigung als ’Am ha-Árec = Volk der Erde bezeichnet. Dennoch gerade dieses schlichte Volk nahm dank dem sich von Gott geschenktem ‘Glaubens-Sinn’ fehlerlos und zugleich ganz präzise wahr, dass – wie es Markus hervorhebt:

„Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre.
Denn Er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat,
nicht wie die Schriftgelehrten” (Mk 1,22).

Gerade in solchem Zusammenhang: des ausgelösten und immer mehr gegen Jesus zunehmenden beleidigten Ehrgeizes und zugleich beinahe diabolischen Neides vonseiten der Pharisäer und der Schriftgelehrten – erscheint bei Markus der Eintrag von Schritten, die die erwähnten höheren Sphären der Führer des damaligen Israels unternommen haben, um die Auftritte des Meisters von Nazaret entschieden abzudämpfen, oder eher sie total zum Stillschweigen zu bringen.

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Wie gut ist es, wenn beide Ehegatten-Eltern die Heilige Schrift zusammen mit ihren Kindern lesen. Sie erläutern die verschiedenen Worte Jesus in Anpassung an die Begriffsmöglichkeiten der allmählich sich entwickelnden und heranwachsenden Kinder.
– Die Ehe ist in Gottes Augen einzig als das ursprüngliche SAKRAMENT der Ehe GÜLTIG. Jesus lehrt im Namen der ganzen Allerheiligsten Trinität, was das heißt: ‘LIEBE’. Die Liebe muss AUSSERHALB und OBERHALB vom eigenen ‘ICH’ heauswachsen als GABE seines LEBENS-in-Liebe – zu GUTEM, diesem endgültigen – dieses ‘anderen’. Solchen Stil des LIEBENS zeigt immer wieder Gott selbst – bis zur Hingabe seines LEBENS am Altar des KREUZES, damit „ ... die Schafe LEBEN haben, und es in Fülle haben” (Joh 10,10).

Die Lehre Jesu strebte systematisch dem Ruf zur inneren Umwandlung der Herzen und ihrer Eröffnung für den ‘GEIST’ zu, der die Gesamtheit der Zehn Gebote belebt. Dieses Rufen strahlte unwidersprüchlich die Kraft des Heiligen Geistes.

Es zeigte sich aber ab Anfang an der Auftritte Jesu, dass sie in völligem Gegensatz zur Sicht der Ereignisse Gottes, die von Vertretern der gerade erst erwähnten Schicht der geistigen Führer repräsentiert und gelehrt wurde stehen. Unter äußerem Vorwand eines Dienstes zum Wort Gottes und eifrigem Praktizieren einer nicht selten typisch ‘zur Schau’ gehaltenen sekundären Empfehlungen und Anordnungen des Gesetzes Gottes, entstellten sie völlig die grundsätzliche Botschaft dieses Wortes Gottes. Anstelle ihm zu dienen und seinen ‘Geist’ in die Tat umzuschmieden, ist es ihnen gelungen, in vielen wesentlichen Aspekten die Herrschaft über das Wort Gottes einzufangen, indem sie ihm eine entstellte Deutung nach eigenem Nutzen aufgenötigt haben.

Indessen dieser ungebetene Rabbí-von-Nazaret hat begonnen öffentlich zu lehren und vorzutreten ... – ohne Ermächtigung von ihrer Seite. Noch mehr, er fing an in Kraft des Geistes, dem sie sich zu widersetzen auf keinen Fall imstande waren, zu beweisen, wie weit sie sich von der grundsätzlichen Botschaft des Wortes Gottes entfernt haben. Das Wort Gottes strebte doch auf keinen Fall den Legalismus an, sondern die Auslösung des Geistes der Buße und der inneren Umkehr der Herzen an..

Kein Wunder, dass sie die Worte Jesu ertragen nicht konnten, als Er unerschrocken sprach „wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten” (Mk 1,22). Die Worte Jesu wurden für sie – zum Gegenteil der Menschenmengen die Jesus atemberaubend zuhörten, genau das, worüber der Vorgänger Jesu, der zurzeit gefangen gehaltene Johannes der Täufer gesprochen hat:

„Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt;
jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen
und ins Feuer geworfen.
Ich taufe euch mit Wasser zur Umkehr. DER aber, der NACH mir kommt,
ist stärker als ich und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen.
Er wird euch mit dem Heiligem Geist und mit Feuer taufen.
Schon hält er die Schaufel in der Hand; und er wird seine Tenne reinigen
und den Weizen in seine Scheune sammeln.
Die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen” (Mt 3,10ff.).

Beispielsweise dürften zur Auslese die folgenden Aussagen des Meisters von Nazaret angeführt werden. Sie mussten einen starken Widerhall in der Gesellschaft des damaligen Volks Gottes des Judäa – und nicht nur, finden:

„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das GESETZ und die Propheten
(= das Gesamte der Offenbarung Gottes = das VORHABEN Gottes:
die Erlösung des Menschen von Sünde)

aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen ...
– Darum sage ich euch: Wenn EURE ‘Gerechtigkeit’ nicht weit größer ist
als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen” (Mt 5,17.20)

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren,
hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen” (Mt 5,27f.)

„Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt” (Mt 5,30).

„Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus.
Und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch
(Mt 5,31f.).

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dem halt ihm auch die andere hin ...” (Mt 5,38f.).

„Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden. Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel zu erwarten” (Mt 6,1).

„Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet.
Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte ... ...”
(Mt 5,43ff.).

Und was soll von weiteren Monaten dieser ca. 3 Jahre langen Lehr-Vortretungen Jesu Christi gesagt werden, die den tödlich sich verschärfenden, totalen Konflikt herbeigebracht haben zwischen der Haltung und der ‘Theologie’ des Meisters von Nazaret – und den Pharisäern-Schriftgelehrten-und-Sadduzäern !

Wenn Jesus beispielsweise sich immer eindeutiger als der einzige rechtmäßige Herr und Eigentümer des Tempels zu Jerusalem offenbarte (Mk 11,15-18; usw.),
als Er in charakteristischen Gleichnissen SICH SELBER als den Sohn des Königs offenbarte, der Ihm das Königliche Hochzeitsmahl bereitet hat (Mt 22,1-14),
als Er von sich als dem Sohn des Eigentümers des Weinbergs sprach, den die bösen Winzer getötet haben. Sie waren nämlich überzeugt, dass sie demzufolge den Weinberg selbst in Besitz einnehmen werden (Mt 21,33-44). Der Evangelist bemerkt in diesem Zusammenhang deutlich, dass als „die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass Er von ihnen redete, und sie hätten Ihn gern festgenommen; aber sie fürchteten die Volksscharen, die Ihn für einen Propheten hielten... ” (Mt 21,45f.).
– Und was erst, als Jesus ganz offen sich als der ... ‘JAHWÉH’ selbst geoffenbart hat (s. Joh 8,27.58; usw.), das heißt als der wahre und einzige Gott ! Johannes der Evangelist bemerkt, dass die Schriftgelehrten und Pharisäer, die Ihn damals gehört haben, sofort: „... da hoben sie Steine auf, um sie auf Ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel” (Joh 8,59).

Soll man sich noch wundern, dass die Auftritte Jesu bei diesen ‘geistigen Machthabern’ des damaligen Israels eine Tollwut von Hass ausgelöst haben, die notwendigerweise das Todesurteil auf diesen ... unbequemen Rabbí herbeigeführt hat ?

Von vornherein, als Fernurteil, wurde das Todesurteil auf Jesus vom höchsten Rat der Hohenpriester und Pharisäer unmittelbar nach dem Erwecken von den Toten des Lazarus durch Jesus getroffen (s. Joh 11,1-44):

„... Was sollen wir tun?
Dieser Mensch tut viele Zeichen.
Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben.
Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen.
– Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen:
Ihr versteht nichts.
Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist,
wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt,
als wenn das ganze Volk zugrunde geht ...?

– Von diesem Tag an waren sie entschlossen, Ihn zu töten(Joh 11,47-53).

Das alles, was Jesus vollbrachte ... alles doch „mit dem Finger Gottes” (Lk 11,30) – ist für den Synedrium des damaligen Judäa entschieden viel zu viel geworden. Es halfen die Worte Jesu nicht mehr: Jesus sah die Verstocktheit der Herzen vieler Pharisäer und Schriftgelehrten. Das Endziel und die Aufgabe immer anderer von Ihm vollbrachten ‘Zeichen’ war immerwährend die Beglaubigung seiner SENDUNG als des BOTEN vom Himmlischen Vater, um das Erlösungswerk vollzubringen. Jesus berief sich schließlich auf gerade diese ‘Zeichen-Wunder’. Sie werden auf systematische Art und Weise Bestätigung der Wahrhaftigkeit der Tatsache, dass „Ich und der VATER sind EINS” (Joh 10,30), trotzdem gerade zur Antwort auf dieses Wort, die Juden Jesus einmal mehr auf der Stelle steinigen wollten (Joh 10,31). Dagegen Jesus sagte damals zu den Pharisäern mit Fülle seines inneren FRIEDENS, den die Welt zu geben nicht imstande ist (vgl. Joh 14,27):

„... Dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen:
Du LÄSTERST Gott’ – weil Ich gesagt habe: Ich bin GOTTES SOHN’?
Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht.
Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken,
wenn ihr mir nicht glaubt ! Dann werdet ihr erkennen und einsehen,
dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin” (Joh 10,36ff.).

Sehr charakteristisch, dass Jesus hier das Wort seiner Ankläger wiederholt hat: Du LÄSTERST. Unsere Erwägungen betreffen gerade jenes ‘lästern, Blasphemie begehen’ gegen den Heiligen Geist. Vorläufig aber lassen wir dieses Thema noch sein.

Dennoch est lohnt sich bewusst zu werden, wie sehr verbissen die Diskussionen zwischen Jesus und den Vertretern jener Schichte der geistigen Führer des damaligen Volks Gottes waren. Sie haben vollkommen verspürt, dass Jesus zumindest auf Gottes Empfehlung spricht und sich betätigt. Trotzdem in der Lage des noch lebenden Jesus Christus, der sich selbst grundsätzlich als „Menschen-Sohn” bezeichnete, ihre Gedanken den Schluss nicht zu ziehen ließen, vor ihnen stehe in voller WAHRHEIT der Offenbarung die wahre PERSON Gottes selbst: der wahrhafte SOHN Gottes.

Zugleich kann man sich vorstellen, wie sehr die von ihnen empfundene, sich eingebildete Würde aufs empfindsamste gekränkt sein musste, als sie von diesem ‘Menschen-Sohn’ die ungemein dramatische, endgültig warnende Wertung ihrer Haltung annehmen mussten:

„Ihr habt weder seine Stimme je gehört
noch seine Gestalt gesehen und auch sein Wort bleibt nicht in euch,
weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.
Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben.
Gerade sie legen Zeugnis über mich ab.
Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben.
– Ehre von Menschen nehme ich nicht an.
Ich habe euch jedoch erkannt,
dass ihr die LIEBE zu GOTT nicht in euch habt!

Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, aber ihr nehmt mich nicht an ...” (Joh 5,37-43).

„Warum versteht ihr nicht, was ich sage?
Weil ihr nicht imstande seid, mein Wort zu hören.
Ihr habt den Teufel zum Vater
und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt ...
... Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes.
Ihr hört sie deshalb nicht,
weil ihr nicht aus Gott seid(Joh 8,43f.47).


Hier und da können in Einträgen der Evangelien allgemeine Zusammenfassungen betreffs der Haltung vor allem der Vertreter der höheren Schichte der damaligen Juden begegnet werden. Diese Einträge werfen eindeutiges Licht auf die Thematik unserer Erwägungen über die Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen Geist.

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Hier wiederholt dasselbe Ehepaar wie schon auf einigen früheren Bildern (s. z.B.: II.T.,7.Kap). Sie bilden den schön gelebten Kreis der Verehrer vom Sel. Pier Giorgio Frassati. Und suchen sein Wahlwort ins Alltagsleben umzuschmieden: „Verso l’Alto = Nach Oben!”
– Auch hier finden sie schon zu Lebenszeiten – den Himmel immer dringender erlebt zu haben und ihn tatsächlich immer näher zu erfahren. Dieses Mal ist es ihnen irgendwie gelungen auf den so riesigen Stroh-Ballen irgendwie hochzuklettern. Ringsherum kann die bunt gemalte Naturumgebung im Gebirge gesehen werden: im Herbst wird alles entzückend schön naturgemalt.
– Gott der Liebe und Barmherzigkeit, Du bescherst uns weiter mit der Gabe des Lebens: sei verherrlicht! Du schaffst uns selbst die Möglichkeit, Dich so innigst im Gebirge, in der unversehrten Natur zu bewundern! Nimm unseren gerührten Herzensdank an für alle Gnaden, mit denen Du uns täglich so reichlich bescherst und uns bei allem Lebensmühsal in Ehe, Familie, in der Kirche, in der Gesellschaft selbst die kleine Freude zusätzlich schenkst, dass wir auch zu ALLGMEINEM WOHL ein wenig beitragen können.

Johannes der Evangelist äußert sich an einer Stelle – es ging damals schon beinahe um die letzten Wochen, oder vielleicht selbst Tage vor dem Leiden Jesu – darüber, dass viele unter den Pharisäern zwar auf die Gottes Sendung von Jesus geglaubt haben, dennoch mit Rücksicht auf die menschliche Meinung, oder noch mehr: wegen der Angst und Feigherzigkeit, haben sie den Mut nicht gehabt, ihren Glauben auf Jesus als Messias, Lamm Gottes, Bräutigam seiner Mystischen Braut  zu offenbaren:

„Dennoch kamen sogar von den führenden Männern viele zum Glauben an ihn.
Aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht offen,
um nicht aus der Synagoge ausgestoßen zu werden.
Denn sie liebten die Ehre der Menschen mehr als die Ehre Gottes
(Joh 12,42f.).

Aus ähnlicher Rücksicht ist in kritischer Stunde PETRUS, der künftige Papst voller Angst feige geworden. Jesus hat ihm versprochen und nachher bestätigt – seine Wahl zum Vertreter, Papst auf Erden zu werden. Wegen der Angst hat er verleugnet – selbst unter Eid irgendwelches Band ‘zu DIESEM zurzeit gerichteten, zu Tode verurteilten Nazaräer’ (s. Mk 14,67-72; Mt 26,69-75; Lk 22,56-62) gehabt zu haben.

In anderen Umständen, als sich Jesus über Johannes den Täufer ausgedrückt hat und seine Sendung bestätige: der Vorbereitung des Weges für Ihn selbst, fügt Lukas die wehtuende Zusammenfassung und Feststellung hinzu:

„... Das ganze Volk, das Johannes hörte,
und selbst die Zöllner, gaben Gott Recht
und ließen sich mit der Taufe des Johannes taufen.
Doch die Pharisäer und die Gesetzeslehrer
haben den Willen Gottes für sich selbst abgelehnt

und sich von Johannes nicht taufen lassen(Lk 7,29f.).

Auf unserer Internet-Seite haben wir schon mehrmals die von der höheren Schichte der geistigen Führer des damaligen Volks Gottes unternommenen gegen-Göttliche Initiativen erwähnt zum maximalen Abblocken, Abdämpfung und Neutralisierung der zunehmenden Aufschließung dieses Volks für die Lehre Jesu. So war es hinsichtlich Jesus, und früher in Antwort auf die Aufrufe zur Bekehrung der Herzen, die Johannes der Täufer unternommen hat (s. z.B. ob.: Blockierung des Zeugnisses hinsichtlich Jesus).

Johannes der Täufer zeigte dem Volk in dramatisch eindeutigen Worten die dreifache Beschaffenheit der Sendung des Menschen-Sohnes Jesus Christus – als: Messias, Lamm Gottes und Bräutigams, der seine Mystische Braut auf dem Erlösungs-Kreuz trauen wird (Jesus und Jahwéh: Messias-Lamm-Bräutigam). Die erwähnten geistigen Führer haben entschieden sowohl die erste, wie die zweite und dritte Eigenschaft der Sendung Jesu Christi, des Sohnes Gottes, des Erlösers des Menschen zurückgewiesen.

b. Schlüsse

Auf dem Grund der beispielsweise zur Erinnerung gebrachten Fragmente des Evangeliums hinsichtlich der Haltung und Reaktion, vor allem der Vertreter der höheren Sphäre der geistigen Führer des damaligen Judäa (NB.: genau ähnliche Haltungen, zumal gerade der höheren Sphären erscheinten in jeder früheren Epoche der Geschichte des Volks Gottes, angefangen von der Zeit des Exodus der Hebräer von Ägypten !) können ohne Schwierigkeit die Worte des Hl. Markus verstanden werden, als er in seinem kurzen Evangelium auf die Zusammenfassung der Auftritte dieses ungemeinen, von den geistigen Führen NICHT berufenen Meisters von Nazaret umzuschalten sucht.

Dabei waren sie auch nicht imstande die von Ihm unternommene Tätigkeit sowohl als des von ihnen nicht berufenen RABBĺ-des-Lehrers zu verhindern, noch die von Ihm vollbrachten, offensichtlichen ‘Zeichen-Wunder’ abblockieren. Die von Ihm vollbrachten Wunder waren objektiv genommen unbestrittene Tatsache: es gab keine Möglichkeit, dass sie verneint werden konnten. Anderswo war es von vornherein unmöglich, dass solche Wunder von jemanden verrichtet werden konnten, der nicht über Gottes Allmacht verfügte.

Die allgemeine Überzeugung des Glaubens in dieser Hinsicht wurde zum Beispiel bei der Heilung des Blinden ab der Geburt zum Ausdruck gebracht (Joh 9). Jesus hat ihm das Sehvermögen zurückerstattet, nur dass die Heilung – entsetzlich – am Tag eines Sabbats geschah, an dem nach Bestimmungen der Pharisäer es unerlaubt war jemanden zu heilen! Bei dem Geheilten versammelte sich sofort eine Menschenmenge von Personen, die Gott verherrlichten. Dagegen die Pharisäer haben schnellendst ein Gericht ausgerufen, um die Verurteilung gegen den Heilenden zu fällen, der den Mut gewagt hat, dieses Wunder am verbotenen Sabbat-Tag zu vollbringen.

Es begann mit insbesonderer Erforschung des Geheilten und seiner Eltern. Sie sollten bestätigen, ob es ihr Sohn ist oder nicht. Der Geheilte, in seinem Gebrechen auf Betteln zu seiner Erhaltung angewiesen, gewöhnt zu schlagfertigen Antworten für jeden Vorübergehenden, antwortete den ihn Verhörenden Pharisäern eindeutig und kurzum, dennoch mit unwidersprüchlicher theologischer Korrektheit, als seine erschrockenen Eltern sich von eingehenderen Antworten hinsichtlich ihres Sohnes geduckt haben. Die Pharisäer forderten nämlich in gewisser Weile, dass der Geheilte den Heilenden verdammte, weil doch die Genesung am Tag des ‘Sabbats’ stattgefunden hat (Joh 9,14):

„... ‘Gib Gott die Ehre ! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.
(= es wird gefordert, dass der geheilte Blinde Jesus verurteile, weil dieser doch die Heilung – was für ein Grauen – am Tag des Sabbats vollbracht hat !).
Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe.
Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet?
Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?
– Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen.
Wir aber sind Jünger des Mose.
Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat.
Aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.
– Der Mensch antwortete ihnen:
Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher Er kommt.
Dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
Wir wissen, dass Gott Sünder nich erhört.
Wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört Er.
Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.
Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.
– Sie entgegneten ihm:
Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren?
Und sie stießen ihn hinaus”
(der Geheilte wurde exkommuniziert – im Einklang mit der von vornherein angenommenen Entscheidung: s. Joh 9,22).
(Joh 9,24-34)
.

Nach dieser Exkommunikation, das heißt nach dem Anschluss von der Synagoge, begegnete ihm Jesus selbst. Er stellte sich dem Geheilten vor und fragte ihn:

„... ‘Glaubst du an den Menschen-Sohn’?
Da antwortete jener und sagte: ‘Wer ist das, Herr, damit ich an Ihn glaube’ !
Jesus sagte zu ihm: ‘Du hast ihn bereits gesehen. Er, der mit dir redet, ist es’.
Er aber sagte:
‘Ich glaube, Herr’ ! – Und er warf sich vor ihm nieder.
(gr.: Ho dè éqhy: Pisteúo, Kúrie: kaì prosekúvesen autõ = er antwortete: Ich glaube, Herr. – Und fiel auf seine Knie und huldigte Ihm die Gottes Ehre)
(Joh 9,35-38).


Am Hintergrund der gerade erst angeführten ein paar Fragmente des Evangeliums hinsichtlich der unternommenen Schritten zur Dämpfung, beziehungsweise völligen Blockierung und der gründlichen Verfälschung der eindeutigen Beweiskraft der Sendung, die Jesus dem Volk Gottes im Rahmen seiner tödlich schwierigen Botschaft von seinem Vater gebracht hat – sind wir jetzt imstande die Worte des Evangelisten Markus näher anzublicken, wenn er zu gewisser Stunde die Reaktionen der Vertreter der geistig-politischen Macht der damaligen Judäer auf die WORTE und TATEN Jesu darstellt:

„... Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich,
die er selbst WOLLTE, und sie kamen zu ihm.
Und er setzte zwölf ein, damit sie mit ihm seien und damit er sie aussende,
zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben ...
– Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen,
dass sie nicht einmal essen konnten.
Als seinen Angehörigen davon hörten (= seine Verwandten), machten sie sich auf den Weg,
um ihn mit Gewalt zurückzuholen. Denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
– Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten:
(= sehr charakteristisch: besonders von Jerusalem gesandte ‘Spionen’, die Jesus am geringsten wörtlichen Stolpern ertappen sollten, um Ihn anzuklagen und zu verurteilen)
‘Er ist von Beelzebul besessen: mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus’ ...” (Mk 3,13ff.20ff.).

So sah die charakteristische Vertretung aus des bedeutenden Teiles besonders der höheren religiös-politischer Schicht des damaligen Judäa – in Antwort auf die Taten und die Lehre Jesu. Wir sehen gleich unterhalb, dass Jesus solche Haltung als Sünde gegen den Heiligen Geist brandmarkt hat.

Die Bemerkung des Markus, dass das in Jerusalem fungierende Synedrium einen Staffel ‘seiner Leute’ nach Galiläa sandte, wo Jesus Christus zurzeit tätig war, absolut NICHT um den Inhalt seiner Lehre zuzuhören und davon für die eigene geistige Entwicklung Nutzen zu ziehen, sondern deutlich zu bösem Zweck: einer listigen Abguckung jedes Wortes und jedes Schritts jenes Meisters von Nazaret, spricht ganz deutlich von sich.

Derselbe Markus der Evangelist notiert aber akkurat im selben Zusammenhang, dass auch, der Reihe nach, die nächsten Verwandten und die weitere Familie Jesu alles zu unternehmen versucht haben, um Jesus, den Sohn Mariens und des Josef, vom öffentlichen Auftreten abzulenken (s. Mk 3,31f.; Lk 3,23; 4,22; Joh 1.45).

Allerdings wir verstehen es, dass ihre Motivation sehr wahrscheinlich ganz anders war. Bewusst um die Stamms-Beziehungen sahen sie die schlimmsten möglichen Prognosen voraus, dass nämlich die weiteren Auftritte des zurzeit öffentlich sich offenbarenden ihres verwundernden ‘Verwandten’ zu ungemein riskanter Gefährdung nicht nur seines Selbst werden, sondern auch sehr wahrscheinlich für die vorauszusehende Sicherheit des weit verstandenen Stammes. Die Auftritte dieses „Sohnes Marias” (Mt 13,55; Mk 6,3) und dessen Vaters Joseph, der Zimmermann war (Mt 13,55; Mk 6,3; Lk 4,22; Joh 1,45), haben die eifersüchtigen Milieus der um die eigene Ehre und durch die Lehren Jesu tödlich verärgerten ‘Schriftgelehrten, Pharisäer und Sadduzäer’ zum Wahnsinn gebracht.

Die erwähnten Emissäre von Jerusalem, ‘hochgebildet in der Heiligen Schrift’, haben sich bei jeder Gelegenheit in die Menschenmengen derer eingemischt, die offenen Herzens den Worten Gottes zuhörten, die vom Mund Jesu strömten. Dagegen die Emissäre von Jerusalem waren Zuhörer aus ganz anderem Motiv: sie kamen keinesfalls dazu, um irgendwelchen geistigen Nutzen vom schon nahegewordenem König-Reich, zur Bekehrung und dem Glauben ist nicht an das Evangelium zu ziehen, das heißt der Guten Botschaft über die Erlösung-von-Sünden und den Möglichkeiten, wie das ewige Leben im „HAUS des VATERS” erlangt werden kann (Joh 14,2). Im Gegenteil, sie mischten sich in die Menschenmengen der auf die Botschaften über das Heil Hinhörenden – mit einem von Grund aus bösen Zweck: um Jesus dauernd zu spionieren, ihn auf irgendwelchem wörtlichem Straucheln zu fangen, wenn nicht um von vornherein möglich am wirksamsten seinen Einfluss auf die Mengen abzublocken und seine Vortritte infolge einer den Menschen-MENGEN satanistisch eingeredeten Meinung zu neutralisieren: ‘Jesus vollbringe die Wunder in Kraft einer Macht, die ihm der Beelzebul, der Fürst der Dämonen, dazu verlieh’.

Zu gerade diesem Zweck, indem sie schon kein anderes vernünftiges Argument gegen die evidenten Wunder hatten, die Jesus zur Verifikation seiner Sendung im Namen Gottes selbst vollbrachte, versuchten sie die absurde Behauptung zu verbreiten, Jesus betätigte sich in Kraft des ‘BELZEBUL’. So bezeichnete man damals – wenigstens in damaligem Judäa – den Anführer der Engel-Geister der ewigen Verdammnis.

Den Menschenmengen eingeredete Meinung der Sohn Gottes betätigte sich in Satans Kraft

Hier noch einmal die Worte jener Emissäre-Spioner aus Jerusalem. Sie strebten entschieden eine maximale Herabsetzung der Autorität selbst Jesu herab. Sie reichten nach dem absurden Argument: dass die von Jesus vollbrachten Wunder der Kraft des Anführers der Satane, des ‘Belzebub’ zugeschrieben werden sollen. Dieser Belzebub sollte ihrer Meinung nach einzig die ihm untertanen andere Beelzebube untereinander vermischen – um auf diese Weise die Besessenen von Besessung zu befreien:

„Die Schriftgelehrten,
die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten:
‘Er ist von Beelzebul besessen:
mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus’ ...” (Mk 3,22).

Es ist nicht schwer in den Herzens-Schmerz einzudringen, den diese Worte jener ‘Schriftgelehrten’  bei Jesus in dieser Lage ausgelöst haben. Seine Person – ist PERSON des „Wahren Gottes vom Wahren Gott”. Gerade Ihn, das heißt Ihn als den SOHN-das-WORT Gottes selbst, hat ein Teil der gegen Gott der Liebe-des-Lebens aufständischen Engel entschieden vor der Gründung der Welt der Sachen, der Materie entschieden zurückgewiesen. Gott konnte unmöglich ihren freien Willen angesichts seines SELBST als Gottes – der Probe nicht unterziehen.
– Diese aufständischen Engel haben es unter der Führung des Luci-Fer entschieden, dass sie sich von nun an selbst Rat holen werden, das heißt also, dass sie jetzt „OHNE Gott, wenn nicht schlechterdings Gott-zum-TROTZ” (RP 14) weiter leben werden. Gott hat diese ihre einmalige, endgültige Wahl ihres freien Willens geehrt. Er hat doch die Ausstattung mit freiem Willen – nicht als fiktive Wirklichkeit geschenkt. Gott musste folgerichtig bleiben – und hat ihnen das gegeben, wonach sie mit der Entscheidung ihres ‘freien Willens’  gewünscht haben. Ihre Wahl galt für das ewige Existieren OHNE Gott, zum TROTZ der Erwartung Gottes ihrerseits, das heißt für das ewige Leben im „See von brennendem Feuer und Schwefel” (Offb 21,8f.). So war nämlich ihr Wille: für die Wahl der genauen Umgekehrtheit des Lebens im „HAUS des VATERS”.

In dieser Stunde sind die erwähnten Pharisäer, also die ‘Schrift-Gelehrten’, die infolge der Nachricht, Jesus betätigte sich zurzeit in Galiläa, „extra von Jerusalem gekommen. ” (Mk 3,22). In der allernächsten Umgebung Jesu erschienen sie einzig dazu, um das Volk bewusst zu betören. Ihr ganzes Tun galt in dieser Situation als der treuesten Nachfolger des „verkehrten GENIUS der Verdächtigungen” (DeV 37) und des „VATERS der Lüge” (Joh 8,44). Sie redeten ringsherum ein, Jesus vollbringe die Wunder und treibe den ‘Dämon’ von Besessenen aus einzig in Kraft, mit der er vom Luzi-Fer-Beelzebul beschenkt wurde. So kommt es nur zum Austausch der einen Dämonen mit ... anderen Dämonen ...

Menschlich gesagt, konnte Jesus den so weit vorangeschiebenen ‘bösen Willen’ nicht aushalten. So haben sich aber die Vertreter der geistigen Elite von Judäa mit ihren Blasphemien geäußert. Hier die Worte Jesu in Antwort auf ihren absurden Vorwurf. Markus führt seine Worte am Ende des gerade erst oben dargestellten Ereignisses an:

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Diese Marta ist seit Jahren im Heim der Sozialsorge für ältere Personen angestellt. Die Verwaltung des naheliegenden ZOO lieht für diese Älteren, meistens vielfältig Behinderten, regelmäßig u.a. diese zwei Ponys aus, dass diese Älteren Leute in ihrer Behindertheit ein wenig Freude mit diesen Geschöpfen erfahren können. Diese Ponys sind für den Menschen sehr freundlich eingestellt, zumal für solche ... Insuffizienten ...

Wie kann der Satan den Satan austreiben?
Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben.
– Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen.
– Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen
und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt.
(dieser ‘Starke’ ist hier Christus selbst).
Erst dann kann er sein Haus plündern” (Mk 3,23-27).

Erst jetzt, nach diesen Einführungsworten einer eigenartigen Diagnosis zur gegebenen Lage – weist Jesus auf den Zustand der Seele und die Perspektiven zum Erreichen des ewigen Lebens im Fall PERSONEN, die solcher Art Sünde begehen. Jesus bezeichnet sie als begangen gegen den Heiligen Geist. So ist diese Sünde, die bei der gerade angenommenen Haltung vonseiten der Vertreter der höchsten Schichte dieser geistigen Verteidiger der überlieferten Göttlichen Offenbarung, die ihnen über Moser vermittelt wurde, begangen wird:

„Amen, ich sage euch:
Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden,
soviel sie auch lästern mögen.
– Wer aber den Heiligen Geist lästert,
der findet in Ewigkeit keine Vergebung,
sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
Sie hatten nämlich gesagt: ‘Er hat einen unreinen Geist’ ....” (Mk 3,28ff.)

4. Blasphemie
gegen den Heiligen Geist
im Bericht des Hl. Matthäus

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a. Weiterer
vorangehender Zusammenhang
der Aussage Jesu

Jetzt ziemt es sich den Bericht von der Aussage Jesu um die Sünde der Lästerung-Blasphemie gegen den Heiligen Geist in der Fassung des Evangeliums von Matthäus zu betrachten. Schon ein flüchtiger Einblick lässt erkennen, dass Matthäus die Aussage Jesu am ausführlichsten dargestellt hat. Matthäus setzt die erörterten Worte im 12. Kapitel seines Evangelium – direkt vor dem 13. Kapitel, in dem er eine Reihe von Gleichnissen Jesu angesammelt hat.

Um der klareren Einsicht in das gerade besprochene Thema zu den Worten Jesu, die gegen den Heiligen Geist ausgesagt wurden, sollte für jeden Fall die Tabelle angeschaut werden, wo diese Aussagen Jesu synoptisch dargstellt wurden (s. ob.: Blasphemie gegen den Heiligen Geist).

Am Anfang seines Evangeliums stellt Matthäus mehrere wichtige Einzelheiten vom Evangelium der Kindheit Jesu vor (Mt 1-2). Wonach schreibt er über die von Johannes dem Täufer unternommenen Tätigkeiten zur Vorbereitung der Auftritte Jesu selbst. Deswegen stellt er die Szene der Versuchung Jesu in der Wüste (Mt 3-4,1-11) vor, wonach er aber schon die ersten Anfangs-Aufführungen Jesu in Galiäa, samt der Berufung der Apostel beschreibt (Mt 4,12-25).

Hier gerade verlautet Jesus seine eigenartige „Große Charta der Evangeliums-Moralität des Neuen Bundes” (Mt 5,1-12; VSp 15) in seiner „Bergpredigt”. Jesus erfüllte somit das bisherige Gesetz Mose um eine Reihe charakterischer Präzisierungen. Sie sind in keinem Fall irgendetwas im Gegensatz zum bisherigen Gesetz Gottes, sondern seine Erfüllung (Mt 5,17).

Erst so geht Matthäus zur Darstellung mancher Streiflichter von vollbrachten Wundern Jesu über: Heilungen von immer anderen Krankheiten und Gebrechlichkeiten. Außerdem kam es zur Befreiung der Besessenen von der Knechtschaft Satans, und endlich stellt er ausführlicher immer andere Aspekte dar im Zusammenhang mit der verkündeten Guten Botschaft (Mt 8-11).

Nach dem Bericht über die Wahl des Kreises der Zwölf, denen er eine besondere „Vollmacht gab, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen” (Mt 10,1), samt der Darstellung weiterer Belehrungen (Mt 10-12,21), hält Matthäus an einer nächsten Befreiung eines besessenen Menschen an. Hier Worte des Matthäus:

„Dann brachte man ihm einen Besessenen,
der BLIND und STUMM
war.
Und Er heilte ihn, sodass der Stumme wieder reden und sehen konnte.
Die Menge war fassungslos und sagte:
‘Ist dieser nicht der Sohn Davids’...?” (Mt 12,22f.).

In dieser Situation – angesichts der spontanen Reaktion der Volksscharen, Zeugen des offensichtlichen Wunders, das von allen im Einklang nach dem allerschlichtesten ‘Glaubens-Sinn’ als Zeichen des ERLÖSUNGS-Eingriffs Gottes gewertet wurde, haben sich sofort – genau wie auf ähnlicher Präsentation im Evangelium des Markus, hetzerische Stimmen der geistigen Führer des damaligen Israels gemeldet. Hören wir die direkt nachfolgenden Worte des Berichts von Matthäus:

„Als die Pharisäer das hörten, sagten sie:
‘Nur mit Hilfe von Beelzebul, dem Herrscher der Dämonen,
treibt er die Dämonen aus
’ ...” (Mt 12,24).

Matthäus führt an dieser Stelle die sofortige, beinahe identische wie bei Markus, ‘theologische’, Bewertung an, die von den in der Volksschar zugegenden Pharisäern blitzartig offengestellt wurde – im Anschluss an das von allen offensichtlich erlebte, unbestrittene Wunder: die Befreiung von Besessenheit des vielfältig armen Menschen, der zu Jesus herbeigeführt wurde: dieses Stummen und – was selten vorkommt: Blinden, und außerdem von Satan Besessenen.

Es drängt sich die grundsätzliche Frage betreffs der hier erwähnten ‘Pharisäern’ auf. Und zwar:

– Woher sind sie hier gekommen?
– Wer hat es ihnen befohlen, hierher zu kommen?
– Wer hat sie belehrt eine so perfide, von vornherein absurde Wertung der Heilung und des Exorzismus zu fällen, den Jesus in Kraft allein seines WORTES vollbracht hat?

Möchte man noch tiefer in den Inhalt einer so konstruierten Wertung eindringen, die von der hier erwähnten sozialen Klasse der ... ‘Pharisäer’ gefällt wurde, gehört es sich gleich am Anfang das zum Bewusstsein zu bringen, was unbestritten ist.

Diese Pharisäer stammten zweifellos nicht von Reihen der verachteten gemeinen Judäern. Denn diese wurden von den höheren Sphären der geistigen religiös-politischen Führern im Prinzip – als allein das ‘Am ha-Árec = Volk dieser Erde, das heißt als diese NICHT-Gelehrten, kaum Tolerierten vonseiten der Judäer der höheren Sozial-Ebene verachtet.
– Dagegen diese Wohlhabenden, meistens Pharisäer – waren im Prinzip ‘Gelehrt und in der Heiligen Schrift geläufig’. Sie waren also im Gesetz des Mose vollkommen gut ausgebildet, samt all seinen Nuancen, die sie in das Gesetz Gottes mit der sog. ‘Tradition der Älteren’ eingeführt haben. Diese aber wurden vonseiten der Pharisäer, den Schriftgelehrten und Sadduzäern allgemein als ihrem Rang und ihrer Meinung nach – höher, als es ihr ursprünglicher Gedanke der Anempfehlung Gottes erlaubte.

Beispiele der Vorschriften nach der Tradition der ‘Älteren’

Es könnten hier beispielsweise die folgenden Aussagen jener ‘Schrift-Gelehrten’ aufgrund ihrer Erwähnungen in den Evangelien angeführt werden:

„Da kamen von JERUSALEM (!)
Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten:
Warum übertreten deine Jünger die ÜBERLIEFERUNG der ALTEN?
Denn sie waschen sich nicht ihre Hände, wenn sie essen’ ...
(Mt 15,1f.; s. Mk 7,3).

Ein andermal, in ähnlichen Umständen, antwortete auf solchen Vorwurf der Pharisäer Jesus selbst und verteidigte somit seine Jünger:

„Er antwortete ihnen (= Jesus):
‘Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte,
wie geschrieben steht:
Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen,
sein Herz aber ist weit weg von mir.
Vergeblich verehren sie mich!
Was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.
.
– Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch
an die Überlieferung der Menschen.

– Und weiter sagte Jesus:
Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft,
um eure eigene Überlieferung aufzurichten’ (Mk 7,6-9).

Jesus geht in dieser Situation auf die Anklage der Pharisäer über im Anschluss an eine der von ihnen geschaffene ‘menschliche Überlieferung’ – zum Trotz dem deutlichen Gebot Gottes:

„Denn Mose hat gesagt:
Ehre deinen Vater und deine Mutter’ – und:
Wer Vater oder Mutter schmäht, soll mit dem Tod bestraft werden’.
Ihr aber lehrt:
Wenn einer zu seinem Vater oder zu seiner Mutter sagt: KORBÁN, das heißt: Weihgeschenk sei, was du von mir als Unterstützung erhalten solltest –,
dann lasst ihr ihn nichts mehr für Vater oder Mutter tun.
So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft.
Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen” (Mk 7,10-13).

Das Wunder der Heilung des Besessenen-Blinden-Stummen

Wir kehren aber nochmals an den Mattäus-Bericht zurück von der Befreiung jenes Besessenen. Dieser Besessene war zugleich noch stumm und blind, und dabei ... besessen. Jesus befreite ihn von Besessenheit und brachte ihm die Sprachmöglichkeit und das Sehvermögen zurück.

Die erwähnten ‘Emissäre-Spionen’ Pharisäer hatten angesichts der Selbstverständlichkeit des Wunders, das unmöglich ohne einen besonderen Eingriff Gottes vollbracht werden konnte, die einzige, von vornherein fertige Antwort: dass der TEUFEL einen anderen Teufel vertrieben – und das Wunder der Heiligung vollbracht hatte.

Unwahrscheinlich, dass solche Antwort spontaner Einfall eines einzelnen Pharisäers sein konnte. Umso mehr, das es schon um eine zweite ähnliche Tatsache geht, die von zwei verschiedenen Evangelisten dargestellt wird. Es gibt freilich keine 100% Gewissheit, ob Markus und Matthäus nicht an ein und dieselbe Tatsache denken: dieses zu gleicher Zeit besessenen-blinden-stummen. Dennoch sollte es selbst um dasselbe Ereignis gehen, erwähnen doch die Evangelien selbst von vornherein von vielen noch anderen Fällen einer Befreiung der Besessenen von der Satans Knechtschaft. Der Menschen-SOHN ist dazu vom Himmel herabgestiegen, um ... die Menschen von Fesseln zu befreien, die auf sie vom „Großen DRACHEN geworfen waren, von der Alten SCHLANGE, die TEUFEL heißt und SATAN, der die ganze Erde verführt ...” (vgl. Offb 12,7f.).

Es drängt sich ein eindeutiger Schluss auf, der jetzt schon vom zweiten Evangelisten bestätigt wird: dem Matthäus. Er bemerkt nämlich ein wenig weiter in seinem Evangelium – im 15. Kapitel (wir erörtern Jetztzeit das Wunder der Befreiung des Besessenen. wie es im 12. Kapitel dargestellt wird), dass die in die Volksscharen eingemischten Pharisäer und Schriftgelehrten „zu Jesus aus ... Jerusalem gekommen sind” (Mt 15,1).

Es ist ganz unwahrscheinlich, dass diese Anmerkung im Evangelium zufällig gefunden wäre. In der Zeit seiner Entstehung lebten noch viele Zeugen der dargestellten Ereignisse. Dabei muss es festgestellt werden, dass die Judäer, die den Glauben an Christus nicht angenommen haben, außer Zweifel auf ihre Weise nach allem fleißigst gespäht haben, was von Jesus von Nazaret sich immer weiter in ganzer damaliger Welt verbreitete. Jedenfalls Matthäus bestätigt in diesem Fall genau so, wie es im erörterten Zeugnis gleich klar Markus vom Wunder der Heilung des Besessenen dargestellt hat (s. Mk 3,22; s.ob.: „Die Schriftgelehrten sagten: Er hat den Beelzebul und durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus”).

Es ziemt sich den eindeutigen Schluss, wie er sich aufdrängt, zu ziehen. Die Verantwortlichen vom Synedrium haben einen einheitlichen Plan zur Entgegenwirkung des dauernd zunehmenden Einflusses Jesus ausgearbeitet, dieses von ihnen nicht berufenen und von ihnen nicht autorisierten Rabbí von Nazaret.

b. Das Synedrium
und Johannes der Täufer

Etwas früher wurde das Synedrium in ähnlichen Umständen auch schon mit der Lehre und dem Ruf nach Buße und Annahme des Evangeliums hinsichtlich des Johannes des Täufers fertig. Die Mitglieder des Synedrium, unter dem Vorderstand des damals seine Funktion vollbringenden Hohepriesters, hat keine Mühe geschont, um ohne die Authentizität der ethischen Lehre von Johannes dem Täufer zu verifizieren, noch ohne seine Gottes Sendung überprüft zu haben, seinen Einfluss auf die sittliche Haltung des Volks Gottes auf maximale Weise zu löschen.

Die Lebensqualität dieses Boten Gottes war streng, bußfertig. Er zog die Volksscharen an dank der Kompromisslosigkeit seiner Belehrungen und dem Aufruf zur Auslösung des Geistes der Buße, um so die Wege zu ebnen und das Arbeitsfeld zu vorbereiten für Diesen, von Dem er eindeutig bekannte:

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Hier ein nächstes Bild von der Internetseite der Freunde von PODLASIE: eine Herde von Kühen, die zum Trank geführt werden.
– An wie vielen Stellen der Heiligen Schrift wird es von Mangel an Wasser angedeutet, aber ebenfalls von wunderbarer Versorgung des Volks Gottes mit Wasser und Quelle des LEBENDIGEN Wassers, das zum ewigen Leben hervorsprudelt ! (s. z.B. das Gespräch Jesu mit der Samaritanerin: Joh 4).

Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich.
Und ich bin es nicht wert, ihm die Sandalen auszuziehen.
Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Schon hält er die Schaufel in der Hand. Und er wird seine Tenne reinigen
und den Weizen in seine Scheune sammeln:
die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen” (Mt 3,11f.; s. Joh 1,15.26f.).

Die Vertreter des Synderium konnten es nicht verkraften, als Johannes der Täufer zu gewisser Stunde gleichsam mit dem Finger auf Jesus hinwies, indem er ihn als den Messias, Gottes Lamm und geheimnisvollen Bräutigam seiner Mystischen Braut erklärt hat. Zu dieser Braut sollte in Kürze das Volk Gottes des Neuen und Ewigen Bundes werden (s. genauer ob.: Drei Offenbarungs-Fäden: Messias-Lamm-Bräutigam):

„Am Tag darauf sah er Jesus (Johannes sah Jesus)
auf sich zukommen und sagte:
Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt !
ER ist es, von dem ich gesagt habe: NACH mir kommt ein Mann,
der mir voraus ist, weil er vor mir war ...” (Joh 1,29f.35).

Ungeachtet der deutlichen Prophezeiungen, zumal bei Jesaja betreffs des erwarteten Messias, der sein wird:

„... Wie ein Lamm, das man zur Schachten führt,
... Durch Haft und Gericht wurde er dahingerafft ...
Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten:
Und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen ...” (Jes 53,7f.)

– wollten die damaligen Vertreter der Führenden Schichte des Volks nichts hören von SOLCHEM ‘Messias: Lamm Gottes für die Sünde der Welt’, und was erst von Ihm als dem ...geheimnisvollen Bräutigam seiner Mystischen Braut, – ungeachtet der Zeugnisse des ganzen Alten Testaments über JAHWÉH als dem „Gemahl: dem Schöpfer und Erlöser” seines Volks (s. ob.: VI.Teil, 6-7.Kap., und: Jes 54,62 usw .).

In dieser Situation haben sie maximal berechnete Bemühungen unternommen, um die ungemein kühnen, vom Heiligen Geist getragenen Belehrungen Johannes des Täufers zu neutralisieren. Die Evangelisten berichten nur über die vom Blickpunkt des ewigen Lebens dramatisch traurige Information, die schon oben erwähnt wurde:

„... Das ganze Volk, das Johannes hörte, und selbst die Zöllner,
gaben Gott Recht und ließen sich mit der Taufe des Johannes taufen.
Doch die Pharisäer und die Gesetzeslehrer
haben den Willen Gottes für sich selbst abgelehnt

und sich von Johannes nicht taufen lassen(Lk 7,29f.)
(s. ob.: „Die Pharisäer aber und die Gesetzeslehrer haben den Ratschluss Gottes für sich selbst verworfen”)
.

Was für eine ‘Gegen-Ermäßigung’ wurde für das Synedrium wohl die Kunde, als der vom Volk Gottes eindeutig als PROPHET anerkannte Johannes der Täufer vom König Herod Antipas, dem Sohn Herodes des Großen, verhaftet wurde. Eines Tages wurde er am völlig unwahrscheinlichen Tag: des feierlich begangenem Geburtstags des Königs – enthauptet. Es war infolge der Forderung seines Kebsweibs, das voller Hass den Prophet verfolgte, weil er den König wegen seines ehebrüchigen Lebens mit ihr, der rechtmäßigen Frau seines Bruders, tadelte (Mt 14,11).

c. Das Synedrium
in Spionage Jesu

Allerdings ganz kurz nachher hat es sich gezeigt, dass die vom Synedrium unternommenen Bemühungen zur maximalen Abdämpfung der Aufrufe von Johannes des Täufers, im Einklang des Wortes des Propheten Jesaja: „... Bereitet den Weg des HERRN ! Macht seine Straßen EBEN” (s. Mt 3,3) – nichts geholfen haben. Dieser, auf den Johannes der Täufer mit seinem ‘Finger’ gezeigt hat: „SEHT, das LAMM Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt” (Joh 1,29.36), hat sich in der Meinung des Synedriums als hundertmal ‘bedrohlicher’ als selbst Johannes der Täufer erwiesen. Sie haben nämlich seit langem ein GOTT selbst aufgedrängtes Verständnis des Messias bereitet: als ob eines in erster Reihe politischen Anführers des jüdischen Volks und Staates. In völligem Widerspruch zu ganzem von der Offenbarung Gottes überliefertem Bild des Messias als diesem Leidenden Dieners Gottes: des Erlösers von der Knechtschaft der Sünde.

Völlig entrüstet wegen der vonseiten Jesus offengelegten ‘Berichtungen’ zur von ihnen Gott aufgedrängten ‘Theologie’ der Gottes Eingriffe und Gottes Wortes, konnten sie den Inhalt seiner Lehre nicht ertragen, noch umso mehr die von Ihm vollbrachten Wunder. An vielen Stellen der Evangelien wird berichtet, dass vom Zentrum der offiziellen Lehre, das heißt vom Synedrium in Jerusalem, systematisch eine immer andere Truppe von Spezialisten im ‘Gesetz Mose’ und von Pharisäern angenommenen ‘Überlieferungen der Alten’ ausgesandt wurde mit der Aufgabe, Jesus an irgendwelchem unachtsam geäußerten Wort zu fangen – einzig dazu, um Ihn verurteilen zu können. Hier ein paar solche Beispiele:

1) Nachdem die am Ehebruch ertappte Frau herbeigeschleppt wurde

„... Da brachten die ‘Schriftgelehrten und die Pharisäer’ eine Frau,
die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu Ihm:
Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt.
Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?

Mit diesen Worten wollten sie ihn auf die Probe stellen,
um einen Grund zu haben, ihn anzuklagen ...” (Joh 8,3-6).

2) Nach dem Gleichnis von den bösen Winzern

Nach dem Gleichnis von bösen Winzern, die den Sohn des Eigentümers des Weinbergs getötet haben, notiert Lukas, als die besonders geschickten Pharisäer bemerkt haben, dass dieses Gleichnis ganz deutlich gerade sie betrifft:

„Die Schriftgelehrten und die Hohepriester hätten gern noch in derselben Stunde Hand an Ihn gelegt. Aber sie fürchteten das Volk. Denn sie hatten gemerkt, dass er sie mit diesem Gleichnis meinte” (Lk 20,19).

Es zeigte sich, dass dieselben Pharisäer, ohne sich mit ihrer nächsten demütigenden Diskussions-Niederlage mit Jesus erschrocken gefunden zu haben, haben sofort einen weiteren Haken gegen Jesus aufgerollt. Sie stellten nämlich Jesus gleich wieder eine äußerst heikle, politisch ungemein riskante Frage. Lukas schildert ihre arglistige Absicht mit entwaffnender Aufrichtigkeit. Sie sollte dazu dienen, um Jesus vor dem Statthalter von Rom anzuklagen und ihn zu verurteilen. Hier die weitere Folge des gerade angeführten, desselben Fragments vom Lukas-Evangelium:

„Daher lauerten sie ihm auf und schickten Spitzel,
die so tun sollten, als wären sie selbst gerecht, um ihn bei einer Äußerung zu ertappen.
Denn sie wollten ihn der Gerichtsbarkeit des Statthalters übergeben.
– Und sie fragten ihn:
Meister ...! Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht’ ...” (Lk 20,19-22).

3) Eine der Heilungen am Sabbat

„Als Er wieder in eine Synagoge ging
war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde.
Sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn ...” (Mk 3,1f.).

4) Heilung des Menschen mit verdorrter Hand

Dieselbe Heilung: des Menschen mit verdorrter Hand am Sabbat im Evangelium nach Markus – sehen wir beim Matthäus mit folgender Endung, als Jesus zu den Ihn Umgebenden nach der Heilung des Kranken erklärte:

„Dann sagte Er zu dem Mann (= Jesus zu dem Mann mit verdorrter Hand):
Streck deine Hand aus’ !
Er streckte sie aus und die Hand wurde wiederhergestellt – gesund wie die andere.
– Die Pharisäer aber gingen hinaus und fassten den Beschluss,
Jesus umzubringen(Mt 12,13f.).

5) Eine andere Heilung am Sabbat-Tag

Hier eine andere Heilung am Sabbat – bei einem Mahl Jesu auf Einladung eines Vorstehenden der Pharisäer:

„Und es geschah: Jesus kam an einem Sabbat
in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen.
Da beobachteten man ihn genau.
Und siehe, ein Mann, der an Wassersucht litt, stand vor ihm.
Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und fragte:
Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht’ ?
Sie schwiegen.
Da berührte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen.
Zu ihnen aber sagte Er:
Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen,
der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat ...’

Darauf konnten sie ihm nichts erwidern ...”? (Lk 14,1-5).

6) Bei einem anderen Mahl eines Pharisäers

Einer der Pharisäer hat Jesus auf ein besonders für Ihn vorbereitetes Mahl eingeladen. Allerdings dieser Pharisäer bemerkte, dass Jesus nicht zuerst die Hände ... gewaschen hat. Jesus hat diese Gelegenheit benutzt, um eine ganze Reihe von ‘WEHE-Worten’ im Anschluss an die Heuchelei der Pharisäer auszusagen. An die beleidigte Reaktion der Pharisäer auf die Worte Jesu schlossen sich jetzt auch die ‘Gesetzeslehrer’ an (Lk 11,37-51). Jesus endet die ‘WEHE-Worte’ folgender:

„... ’WEH euch Gesetzeslehrern!
Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen.

Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die,
die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.’
– Als Er von dort weggegangen war, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer Ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen. Sie lauerten ihm auf,
um ihn in seinen eigenen Worten zu fangen” (Lk 11,52ff.).

d. Schlüsse
von der Haltung des Synedriums
zu Jesus

Wir sind uns täuschungslos bewusst, in was für einem geistigen Klima, das vor allem von religiös-politischen Führern des damaligen Volks Gottes immerwährend geschaffen war, es dem Sohn Gottes sich zu betätigen gegeben wurde, als zur Stunde des Geheimnisses der Menschwerdung – das WORT Gottes, das heißt der SOHN-GOTTES-das-WORT-GOTTES ... „FLEISCH geworden ist und das Zelt unter uns aufgeschlagen hat” (Joh 1,14). Die Lehre Jesu samt den von Ihm vollbrachten ‘Zeichen-Wundern’, deren Aufgabe es war, die Ihm vom Himmlischen Vater auferlegte seine Gottes Erlösungssendung zu bestätigen, wich von den verknöcherten ‘Überlieferungen der ALTEN’ völlig ab. Und gerade mit solchen Inhalten wurde das schlichte Volk Gottes bei offiziellen Belehrungen vonseiten der Pharisäer und Gesetzes- und Schrift-Lehrer beständig überhäuft.

Soll man sich noch wundern, dass in Weiterführung der in Kürze völlig gelöschten Bemühungen zur möglich wirksamsten Neutralisierung der Aufrufe von Johannes des Täufers zur Stunde, als er den Märtyrertod in Verteidigung des Gesetzes Gottes erlitt, dasselbe Synedrium sich ziemlich unverhofft zur Konfrontation mit dem – ihrer Meinung nach – umso bedrohlicheren eigenartigen aktuellem ‘Rivalen’ stellen musste, der sich selbst grundsätzlich als nur ‘Menschen-SOHN’ nannte? Nur dass Er dabei an die Voraussage über den Menschen-Sohn vonseiten des Propheten Daniel gedacht hatte (s. Mt 26,65f. = Dan 7,13f.; und: Mt 24,30; Ps 110[109],1).

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Vom Apostolischen Schreiben Johannes Paul II. über den Rosenkranz (2002), Nr. 26:
„Der Rosenkranz stellt die Betrachtung der Geheimnisse Christi mit einer charakteristischen Methode vor, die auf eine Erleichterung ihrer Zueigenmachung ausgerichtet ist. Diese Methode beruht auf der Wiederholung. Dies gilt insbesondere für das Ave Maria, welches in jedem Gesätz zehnmal wiederholt wird. Bei einer oberflächlichen Betrachtung dieser Wiederholungen könnte man versucht sein, das Rosenkranzgebet als eine trockene und langweilige Frömmigkeitsform anzusehen. Zu einer ganz anderen Einschätzung hingegen gelangen wir, wenn wir dieses Gebet als Ausdruck einer Liebe betrachten, die nicht müde wird, sich der geliebten Person zuzuwenden. Obschon ähnlich in der Ausdrucksform, ist dabei das Ausströmen der Liebe wegen der Gefühle, die es durchdringt, stets neu.
– In Christus hat Gott wirklich ein menschliches Herz angenommen. Er hat nicht nur ein Göttliches Herz, reich an Barmherzigkeit und Vergebung, sondern auch ein menschliches Herz, fähig zu allen Gefühlsregungen.
– Sollten wir dazu einen Belegtext aus dem Evangelium benötigen, würde es nicht schwerfallen, diesen im bewegenden Gespräch Christi mit Petrus nach der Auferstehung zu finden: ‘Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?’ Dreimal stellt der Herr die Frage, dreimal erfolgt die Antwort: ‘Herr, du weißt, dass ich dich liebe!’ (vgl. Joh 21, 15-17). Über die spezifische Bedeutung dieses Abschnitts für die Sendung des Petrus hinaus, kann niemandem die Schönheit dieser dreifachen Wiederholung entgehen, in der sich die drängende Frage und die entsprechende Antwort in einer Weise ausdrücken, die die allgemeine Erfahrung menschlicher Liebe widerspiegeln.
– Um den Rosenkranz richtig zu verstehen, müssen wir in die psychologische Eigendynamik der Liebe eintreten.
– Eine Sache ist klar: wenn sich die Wiederholung des Ave Maria direkt an Maria wendet, dann richtet sich der Akt der Liebe mit ihr und durch sie schließlich an Jesus. Die Wiederholung nährt sich aus dem Verlangen nach einer immer vollkommeneren Gleichgestaltung mit Christus, dem wahren ‘Programm’ des christlichen Lebens”.

Ab der Stunde, als an das Synedrium Kunden über immer weitere und immer zahlreichere Wunder zu gelangen begannen, die von Jesus vollbracht wurden, und umso mehr Berichte über seine beträchtliche Lehre und die um Ihn sich versammelnden Menschenscharen, ist die Verärgerung der in dessen Bestand zählenden Pharisäern, Gesetzeslehrern im Gesetz und der Heiligen Schrift, und dazu auch noch der in der Regel wohlhabenden, religiöse nicht selten gleichgültig gewordenen Sadduzäern bald zum Gipfel gekommen.

Anstelle zur Überlegung über die Echtheit in der übermittelten Offenbarung Gottes zu kommen und über die Aufrufe, wie es Johannes der Täufer tat, zur Bekehrung der Herzen und den Geist der Buße, damit das Erlangen des glücklichen ewigen Lebens für sich und das Volk Gottes erleichtert werde, wurde das Synedrium zur toten, oder eher todbringenden Institution, die in ihrer vielfältigen Lehre die Vereinigung mit Gott nicht nur nicht erleichtert hat, sondern im Gegenteil: möglich wirksam vom authentischen Bund zu Gott-der-WAHRHEIT abgelehnt hat.

Jesus hat gerecht den Sinn ihres Existieren und Tuns gebrandmarkt, wie wir gerade erst oben hören konnten:

„WEH euch Gesetzeslehrern!
Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis weggenommen.
Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die,
die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert” (Lk 11,52).

Alle mussten im Einklang mit der Wahrheit einstimmen:

„Johanes (der Täufer) hat kein Zeichen (= Wunder) getan.
Aber alles, was Johannes über diesen (= über Jesus)
gesagt hat, erwies sich als wahr” (Joh 10,41).

Den vom Synedrium immer anderer ausgeschickten Mannschaften der ‘Schrift- und Gesetzeslehrer’  ist es nicht gelungen, Jesus zu irgendeinem Wort zu provozieren, auf dessen Grund es möglich wäre, Ihn als diesen, der sich Mose gegensätzt, zu verurteilen und Ihn so auszuschließen. Noch mehr, diese Emissäre vom Synedrium und Spionen, wie sie selbst von den Evangelisten genannt werden, mussten sich jedesmalig überzeugen, dass es nicht nur nicht gelingt Jesus an irgendwelchem unbesonnenem Wort zu fangen, sondern ganz umgekehrt, Jesus versteht sich im Fall ihrer eigenen, giftig Ihm gestellten Fragen so vortrefflichen Rat zu holen, dass sie bekennen mussten, Jesus wäre ob im Wort, oder in der Tat schlechterdings unbesiegbar.

In dieser Lage wurde vom Synedrium die Lösung angenommen, die als endgültiger Ausgang zur Abkürzung der Tätigkeit dieses vom Synedium unbemächtigten ‘Rabbí von Nazaret’ sein sollte. Und zwar in ihrer ‘rabbinisch-theologischen’ Gelehrtheit haben sie den absurden Vorwurf hinsichtlich dieses Jesus erfunden, Er triebe die ‘Dämonen in Kraft des Beelzebub selbst’ aus.

Es ist von vornherein klar, dass solches ‘Argument’ selbst in sich einen Knäuel von Widerspruch darstellt. Es kann auf keinen Fall behalten werden. Jesus bewies es mit seinem inneren „Frieden, den die Welt nicht zu geben imstande ist” (s. Joh 14.27), indem Er die ganze Schlussfolgerung der Pharisäer zum Widerspruch in sich selbst herabgeführt hat.

Allerdings es pflegt schon gerade so zu werden: dieser BÖSE, dieser „Große DRACHE, die Alte Schlange, die TEUFEL heißt und SATAN, die die ganze Erde verführt” (Offb 12,7ff.) greift bei einem ihm gehorsam ergebenen Menschen die höchsten Zentren seiner Würde als PERSON an, und zwar den Verstand, das heißt die Gabe Gottes des Selbst-Bewusstseins. Demzufolge, je mehr jemand meint ‘weise’ zu sein, desto mehr wird er – im biblischen Sinn dieses Wortes ‘dumm’. Wie viele Male wurde schon von uns das Wort Gottes vom Brief des Hl. Palus an die Römer angeführt, trotzdem er es in seinem Brief an die damals in Rom betriebene Homosexualität angewandt hat:

„Sie behaupteten
weise zu sein,
und wurden zu Toren ...” (Röm 1,22).

Und zwar Matthäus führt in unmittelbarer Folge des Berichts von der Heilung jenes Besessenen, Stummen und Blinden, und im Anschluss an das von anwesenden Pharisäern ausgestreute Diversions-Argument, als ob Jesus die bösen Geister in Kraft des Satans austriebe, die Reaktion selbst Jesu darauf an. Die Worte, die Jesu gelegentlich gesagt hat, sind beinahe identisch, wie sie im ähnlichen Zusammenhang auch schon Markus angeführt hat (s.: Beelzebub der die Dämonen heraustreibt). Matthäus notiert unmittelbar nach den angeführten Worten der Spionen-Pharisäern, die aus Jerusalem gekommen sind – folgendes:

„Doch Jesus wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen (= zu diesen Pharisäern-Spionen):
‘Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden und eine Stadt und eine Familie, die in sich gespalten ist, wird keinen Bestand haben.
Wenn also der Satan den Satan austreibt, dann ist Satan in sich selbst gespalten.
Wie kann sein Reich dann Bestand haben?
– Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann euere Söhne sie aus? Deswegen werden sie eure Richter sein.
Wenn ich aber im GEIST Gottes die Dämonen austreibe,
dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
– Wie kann einer in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt hat? Erst dann kann er sein Haus plündern.
– Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich,
wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut” (Mt 12,25-30).

Erst jetzt, nach der sachlichen Antwort, die an die gegen Ihn geschickten Pharisäern gerichtet wurde, geht Jesus zur Konklusion über betreffs der Sünde, die vonseiten der Pharisäer begangen wird, sooft sie Bemühungen unternehmen, um die hier eingesetzte Wahrheit der Offenbarung Gottes bei den angesammelten Gläubigen möglich total zu entstellen:

„Darum sage Ich euch:
Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden,
aber die Lästerung gegen den GEIST aber wird NICHT vergeben werden.
Auch wer ein Wort gegen den Menschen-SOHN sagt,
dem wird vergeben werden;
wer aber etwas gegen den Heiligen GEIST sagt,
dem wird NICHT vergeben
,
weder in dieser noch in der zukünftigen Welt” (Mt 12,31f.).

5. Blasphemie
gegen den Heiligen GEIST
nach dem Bericht des Hl. Lukas

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Jetzt schreiten wir zur Beschreibung der Sünde der Blasphemie im Evangelium nach Lukas über. Wir blicken wiederholt auf die oben dargestellte Tabelle mit dem Eintrag der Ähnlichkeiten und Unterschiedlichkeiten derselben Aussage des Sohnes Gottes (s. ob.: Blasphemie gegen den Heiligen Geist).

Wenn wir uns die Mühe geben wollten, die Aussage Jesu zur Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen Geist in der Fassung des Evangeliums darzustellen, wie es der gebürtige Grieche, berufstätige Arzt – der Hl.Lukas geschrieben hat, ist es schwer einige bestimmten Umstände herauszufinden, die für dieses so markante Wort Jesu einen richtigen Platz zu finden erlaubten. Das Wort über diese Sünde steht beinahe nur als eine beiläufig angeführte Äußerung unter mehreren noch anderen Äußerungen-Warnungen, die Jesus, dieser ‘Menschen-Sohn’ ausgesagt hat.

Wir sind uns bewusst, dass Lukas kein unmittelbarer Zeuge des Lebens Jesu, dieses wunderbaren ‘Rabbí von Nazaret’, gewesen war. Er kannte Jesus lernen vor allem aufgrund des dauernd sein Leben auf tödliche Gefahr aussetzenden Paulus von Tarsus, des Völkerapostels. Die Taufe hat Lukas bei der zweiten großen Missionsreise des Hl. Paulus empfangen (ca. dem 50 Jahr) in Antiochien, wo die Jünger Christi zum ersten Mal als ‘Christen’ (Apg 11,26) genannt wurden. Lukas wurde in Kürze einer der treuesten Begleiter des Völkerapostels bei seinen riskanten Missionsreisen. Er begleitete Paulus als einziger treuer Jünger bis zum Märtyrertod des Paulus in Rom, Jahr 67 (s. 2 Tim 4,11).

Lukas, der gut ausgebildete Grieche, mit der Vene eines ‘Wissenschaftlers’, hat nicht wenig Mühe unternommen, um eifrig zugängliche Stoffe von Zeugen des Lebens Jesu Christi zu sammeln (s. Lk 1,1-4; Apg 1,1). Frucht dieser Bemühungen wurde das von ihm verfasste EVANGELIUM und seine eigenartige Folge im Buch der APOSTELGESCHICHTE.
– Charakteristisch bei Lukas sind die Besonderheiten des Evangeliums der Kindeszeit Jesu (Lk 1-2), und unabhängig davon die von ihm sehr stark hervorgehobenen Aspekte der Barmherzigkeit und des Vergebens, mit denen sich die Taten und Worte Jesu ausgezeichnet haben (s. z.B.: Lk 15: der verlorene Sohn; die Auferweckung des jungen Mannes von Nain in Antwort auf seine weinende Mutter: Lk 7,11-17; Heilung der blutflüssigen Frau: Lk 8,40-48; Vergebung dem Petrus nach seinem Verrat: Lk 22,61n; Vergebung von der Höhe des Kreuzes: Lk 23,34; usw.).

Lukas stellt die Äußerung des Menschen-Sohnes über die Blasphemie gegen den Menschen-Sohn und den Heiligen Geist beinahe unmittelbar nach den gerade erst erwähnten „WEH-Worten euch, den Pharisäern ...! Und WEHE auch euch, den Schriftgelehrten! Wehe ...” ! (s. ob.: ’WEH euch Gesetzeslehrern), mit denen Jesus sich zu den Pharisäern und Sadduzäern bezogen hat, die nach Ihm systematisch mit der Absicht gespäht haben, Ihn bei geringstem wörtlichem Stolpern bei der Macht des Synedriums anzeigen zu können.

Nach der Reihe von bedrohlichen Warnungen mit dem ‘WEH euch ... ’ ! erwähnt Lukas nur noch, dass:

a) Jesus vor dem ‘Sauerteig der Pharisäer’ (Lk 12,1-3) warnt. Die Mentalität der Pharisäer hat darauf beruht, dass sie auf sich selbst gehalten haben: auf legalistischer Befolgung des Gesetzes von Mose. Folgerichtig galt als Mittelpunkt der eigens begriffenen Frömmigkeit das eigene ‘ICH’, also nicht Gott, noch umso mehr die Erwartung nach dem Geist, der das Gesetz Gottes belebte. Ein Pharisäer glaubte, dass er das ewige Leben dank der formalen Erfüllung der steifbegriffenen Vorschriften des Gesetzes Mose erreicht.

b) Jesus ermutigt, dass „nicht diese befürchtet werden sollen, die nur den Leib töten, dann aber nichts weiteres mehr tun können” (Lk 12,4-7).

c) Wonach Jesus noch kurz ermutigt, dass man sich eindeutig zu Ihm als dem „Menschen-SOHN” bekennt. So ist die Bedingung, dass jetzt der Menschen-SOHN sich zu ihm bekennen wird „vor den Engeln Gottes” (Lk 12,8f.), also am Tag des Endgerichts.

Erst jetzt führt Lukas bündig das Wort Jesu von der Sünde der Blasphemie gegen SICH als dem ‘Menschen-SOHN’ – und von der Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen Geist, für die es keine Vergebung gibt:

„Jedem, der ein Wort gegen den Menschen-SOHN sagt,
wird vergeben werden.
Wer aber den Heiligen Geist lästert,
dem wird nicht vergeben werden
(Lk 12,10).

Im unmittelbar nach diesen Worten nachfolgenden Satz erwähnt Lukas noch einmal die Person des Heiligen GEISTES. Und zwar der Heilige GEIST selbst wird bei jedem beistehen, der um des Namens Gottes willen verfolgt werden wird. Daher soll niemand ‘im Vorrat’  falls Kreuzfragen und Androhungen beim Verhör um des Namens Gottes wegen bangen:

„Wenn sie euch aber vor die Synagogen, vor die Behörden und Obrigkeiten führen, so macht euch keine Sorgen, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.
Denn der Heilige GEIST wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt” (Lk 12,11f.).

So sieht die eigenartige, bei Lukas typische Zusammenfassung betreffs der Dritten Person der Allerheiligsten Trinität aus: über den Heiligen Geist, diesen Geist der GNADE Gottes, Gottes als GABE, was so charakteristisch im Evangelium und in der Apostelgeschichte des Heiligen Lukas ist.

6. Philologische Bedeutung
des Ding- und Zeitworts
‘Blasphemie-Lästerung’

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Wir kommen zum besonders schwierigen Abschnitt der bisherigen Erwägungen zum Thema der Blasphemie gegen den Heiligen Geist über, für die es keine Vergebung gibt „weder in dieser, noch in der zukünftigen Welt” (Mt 12,32).

a. Der Ausdruck:
lästern,
Blasphemie-Lästerung

Wir lassen vorläufig deutlich den von Christus betonten Unterschied zwischen der Blasphemie, die gegen Ihn selbst als den ‘Menschen-Sohn’ geäußert wird, für die die Vergebung erlangt werden kann – und die Blasphemie gegen den Heiligen Geist, für die es keine Chance auf Vergebung gibt – weder in dieser, noch in der zukünftigen Welt. Auf diese Hinsicht werden wir erst in weiterer Folge unserer Erwägungen zurückkommen.

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Diese zwei Tiere mit vorläufig nicht allzu großen Hörnern ... haben sich einander offenbar sehr lieb. Sie gehen, weiden sich, nähren sich wie es nur geht ... immer zusammen. Gott stattet sie mit Instinkten aus, dank denen sie sich einander derselben Tierart finden und untereinander großenteils ... gemeinschaftlich leben.

Es wäre dagegen schlecht, wenn man nicht tiefer über den Ausdruck selbst nachdenken sollte, wie er von Christus angewandt wurde – sei es als Substantiv ‘Blasphemie-Lästerung’, sei es als Verb ‘lästern, Blasphemien aussagen’.

Allein schon das Hören, dass ein ‘Lästerwort-Blasphemie’ irgendwo gehört wurde, weckt im Inneren des Menschen jedesmalig die Empfindung beinahe von Schauder und Entsetzung. Es geht dann immer um etwas völlig Unerhörtes, verwunderliches, was nicht im Alltag begegnet wird.

Das Wort ‘Blasphemie-Lästerung’ reimt sich mit der Forderung zusammen, dass jemandem irgendetwas grundsätzlich Böses gewünscht wird. In der Lage, wenn jemand auf Blasphemie umschaltet, wäre es besser nichts gehört und nichts gesehen zu haben und weit von dem zu fliehen, der zu lästern beginnt. Jedenfalls es ist entschieden besser, dass man sich von diesem, der lästert, sofort entschieden trennt: sei es er lästert andere Menschen, sei es umso mehr – o weh – er wagt es sich mit Blasphemien Gott, seinen Schöpfer, zu widersetzen. Dieser Gott aber wurde – gerade auch für diesen Lästernden, um Worte des Geliebten Jüngers Christi anzuwenden:

„Er ist die Sühne für unsere Sünden,
und nicht nur für unsere,
sondern auch für die der ganzen Welt” (1 Joh 2,2).

b. Griechisches
‘blasphemía – blaspheméo

Wir sind uns nur allzu bewusst, dass wir keinen unmittelbaren Zugang zur aramäischen Sprache besitzen, die von Jesus gebraucht war. Das Evangelium nach Matthäus wurde höchst wahrscheinlich gerade aramäisch verfasst, dennoch sie wurde sehr bald in die damals allgemein angewandte griechische Sprache in der Mundart ‘koiné diálektos = allgemein gebrauchter Sprachdialekt’  übersetzt.
– Jeder der drei sog. Synoptiker (= es geht um die Bezeichnung der drei ersten Evangelien: Mt Mk Lk: ihre weitgehende Ähnlichkeit in Eingliederung der Worte und Taten Jesu) wendet hinsichtlich dieser schwierigen Worte Jesu dieselbe Bezeichnung an – sei es in Form des Substantivs, sei es des Verbs: blasphemía – blaspheméo = Blasphemie-Lästerung; blasphemisch zu sprechen, lästern. Es gehört sich diese Bezeichnung philologisch gesehen näher zu betrachten.


Griechisches Substantiv: blasphemía

Das griechische Substantiv: „blasphemía” bedeutet: Blasphemie, Lästerung; gegen jemanden blasphemische Worte schleudern, mit denen seine personale Würde zutiefst beleidigt werden soll.

– Eine ‘Blasphemie’, die gegen jemanden der Menschen geäußert wird, heißt auf jemanden eine Verleumdung werfen, beziehungsweise ein falsches Zeugnis gegen jemanden zu sagen, um seine Würde zu beschädigen, sie zu beleidigen und herabzusetzen – deutlich mit der Absicht, um seinen Namen möglichst tief zu schmähen und beleidigen (s. z.B.: Mk 7,22; Eph 4,31; Kol 3,8; 1 Tim 6,4; Offb 2,9)

– Einen besonderen Ausklang bekommt das Wort ‘Blasphemie’, wenn es in religiösem Sinn angewandt wird – mit Bezug auf Gott, um sich gegen Gott auf ehrenrührige Weise zu äußern und die wesentlichen Eigenschaften Gottes als makellos Heiligen zu verunglimpfen. Beispielsweise dürften sei es die folgenden Situationen angeführt werden:
– Offb 13,1.5f.: Das Tier das lästerliche Worte spricht;
– Lk 5,21: Die Schriftgelehrten und Pharisäer klagen Jesus an als diesen, der die Blasphemie begangen hat, weil er Sünden nachlässt;
– Offb 17,3: Die Frau auf dem Tier voller blasphemischer Namen;
– Mt 26,65; Mk 14,64; J 10,33: Das Synedrium klagt Jesus wegen der Blasphemie an, als Er bei dem offiziellen Verhör bekannte, Messias, Sohn Gottes zu sein.

Griechische Verbalform: blaspheméo

Hier die Bedeutung der Verb-Form des griechischen: blaspheméo = ich lästere.

1) Philologisch genommen bedeutet dieses Verbum: jemanden mit dem Wort auf besonders schneidende Weise zu beleidigen; verfluchen, dem guten Namen absichtlich Schaden zufügen mögen.
Beispielsweise dürften ein paar Situationen erwähnt werden
Röm 3,8: im Originaltext hier: „Nicht aber, wie es gegen uns gelästert wird ...”;
Tit 3,2: „... dass sie niemand in üblen Ruf bringen ...” usw
.

2) Einen besonderen Klang nimmt die Verbalform: blaspheméo – an wenn sie mit religiösem Inhalt belastet wird, zumal hinsichtlich Gottes. Es geht dann um schmälerndes Gespräch von Gott, beziehungsweise Sachen, die strikt mit Gott verbunden sind.
– Hier ein paar Beispiele:
Mt 9,3: Jesus vergibt die Sünden = er lästert;
Mt 26,65: Jesus bekennt vor Kajafas, dass er der Messias ist = er lästert;
Apg 13,45: Paulus verkündigt in Antiochien in Pisidia Christus. Die Juden lästern seine Worte, bewogen von Neid und Eifersucht
.

3) Kennzeichnend sind die Situationen, wenn Jesus wegen Blasphemie angeklagt wird, weil er SICH göttliche Eigenschaften zuschreibt. Sieh z.B.:
Lk 5,21: Die Schriftgelehrten und Pharisäer klagen Jesus wegen Blasphemie an, als er Sünden vergibt;
Offb 13,1.5n: Das Tier das blasphemische Worte spricht;
Offb 17,3: Die Frau, die auf dem Tier sitzt, voller blasphemischer Namen;
Mt 26,65; Mk 14,64; Joh 10,33: Das Synedrium klagt Jesus an, Er lästere Gott, weil Er sich als Sohn Gottes bezeichnet
.

4) Die Verbalform: ‘lästern, blasphemische Inhalte sagen – wird zuletzt an den Heiligen Geist bezogen – im Sinn: „blasphemische Worte gegen den Heiligen Geist sagen, den Heiligen Geist lästern”.
– Es geht dann um hartnäckigen Widerspruch zur überzeugenden Kraft des Heiligen Geistes, zum Trotz gegen das unleugbare Kennenlernen der Wahrheit Gottes.
In solcher Bedeutung wird dieses Wort von Jesus hinsichtlich der Blasphemie gegen den Heiligen Geist gebraucht. Nach Jesus ist es gerade die Haltung zumindest vieler Pharisäer, Sadduzäer und Gesetz- und Schriftgelehrten, die allen offensichtlichen Zeichen zum Trotz des Erlösungs-Eingriffs Gottes – die aufgrund des Auftrags Gottes des Vaters selbst vollbrachten Wunder und Worte ... dem Obersten der Satane zuzuschreiben. Diese Bedeutung betrifft also die von uns erörterten Aussagen Jesu: Mk 3,39 und: Lk 12,10.

c. Vermutlicher
aramäisch-hebräischer Wortlaut
der „Blasphemie”

Im Jahr 1923 ist in Berlin die Übersetzung des Neuen Testaments in die hebräische Sprache erschienen. Sie wurde vom eminenten Spezialisten in biblischen Sprachen, Dr. Franz Delitzsch bereitet. Es ist selbstverständlich nur eigenartige, emsig bereitete RE-Translation des Neuen Testaments von griechischer Sprache auf hebräisch. Dennoch es lohnt sich diese Übersetzung anzublicken, um sich in etwa vorzustellen, was für Worte im Rahmen seiner Lehre – der Menschen-Sohn selbst, Erlöser des Menschen, gebrauchen konnte.

Hier der wahrscheinliche Wortlaut beim Versuch der Rekonstruktion der Worte Jesu Christi hinsichtlich der Blasphemie gegen den Heiligen Geist – nach Prof. Franz Delitzsch. Es geht um die drei von uns besprochenen Stellen:

1) Matthäus:

„Darum sage ich euch: Jede Sünde (col-chete’ ) und Lästerung (we-giddûf) wird den Menschen vergeben werden.
Aber die Lästerung gegen den Geist (’ak-giddûf hâ-Rûach) wird nicht vergeben werden (lo’-jissâlach).
Auch wer ein Wort gegen den Menschen-Sohn sagt, dem wird vergeben werden;
wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt (we-hamhorêf ’et Rûach hak-Kódesh), dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt” (Mt 12,31f.).

2) Markus:

„Amen, ich sage euch: Alle Sünden (kol-ha-hatâ’îm) und Lästerungen (we-col-haggiddûfîm) werden den Menschen vergeben werden, soviel sie auch lästern mögen.
Wer aber den Heiligen Geist lästert (’ak hamegaddêf ’et Rûach hak-Kódesh), der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
Sie hatten nämlich gesagt: ‘Er hat einen unreinen Geist’ ...” (Mk 3,28f.).

3) Lukas:

„Jedem, der ein Wort gegen den Menschen-Sohn sagt, wird vergeben werden.
Wer aber den Heiligen Geist lästert (we-hamgeddêf ’et Rûach hak-Kódesh), dem wird nicht vergeben werden” (Lk 12,10).

Wir sehen, dass es in hebräischer Sprache, und sehr wahrscheinlich in aramäischer ebenso – um die Wort-Wurzel des Substantivs und Verbs geht: „giddûf = Blasphemie”, die gegen den „Heiligen Geist = Rûach hak-Kódesh” ausgesagt wird.

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Neuntes Kapitel


BLASPHEMIE
GEGEN DEN HEILIGEN GEIST:
ANFANGSSCHLÜSSE

*       *       *
Die Bedingungen Deines Vorhabens, o Gott,
stehen im Widerspruch
mit der Staats-Raison !

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1. ‘Sünde’ – ‘Wort’

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Die Stunde ist gekommen, um Schlüsse aufgrund der dargestellten Analysen zu ziehen. Der Autor der hiesigen Erwägungen möchte sich verwahren, dass angesichts der erörterten, ungemein schockierenden Worte des Herrn Jesus Christus:

„Wer aber den Heiligen Geist lästert,
der findet in Ewigkeit keine Vergebung,
sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften” (Mk 3,29)

beziehungsweise noch mehr präzise:

„Wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt,
dem wird nicht vergeben,
weder in dieser noch in der zukünftigen Welt” (Mt 12,32)

den von ihm gezogenen Schlüssen eine eigenartig nur relative Beschaffenheit zusteht. Wir kreisen hier im Grenzgebiet der Zeitlichkeit und Ewigkeit.
– Wir stehen im Angesicht des Geheimnisses Gottes in seinem Erlösungs-Willen,
– Allerdings anderseits des Geheimnisses des freien Willens des Geschöpfs der Vorliebe Gottes: der PERSON – sei es der Engel-PERSONEN, sei es der Menschen-PERSONEN.

Gott zieht sich in seiner Gottes Demut ... jedesmalig vor der Entscheidung des FREIEN Willens des Geschöpfs seiner Vorliebe zurück. Diese Gabe: des freien Willens – so riskant und verwundernd, ist so groß und unwiderruflich, dass Gott im schlimmsten Fall sich vor der Macht ihrer Größe selbst im Fall zurückzieht, wenn die Wahl des freien Willens total im Gegensatz zur Erwartung Gottes sein sollte. Gott kann unmöglich nicht mit voller Achtung diese einmal dem Menschen geschenkte Gabe ehren. Ist sie doch gleichsam der Brennpunkt der Ausstattung ‘seiner NATUR-als-PERSON’   geworden.

Oben wurde versucht von philologischer Seite in den Inhalt sowohl der Verbalform, wie dieser als des Substantivs einzudringen: des lästern-Blasphemie.
– Es ist uns genauer zum Bewusstsein gekommen, dass es um schmähendes Sprechen gegen jemanden geht, zumal selbst gegen Gott – mit dem Hintergrund, jemandem einen möglichst tiefschneidenden Schaden für seinen guten Namen zuzufügen, der ihn schändigte, ungerechtig beleidigte und ihn bewusst demütigte.

Es kann zugleich schwer nicht bemerkt werden, dass Matthäus und Markus solcher Art ‘Blasphemie’ als ‘Sünde’ bezeichnen. Sowohl der eine, wie der andere Evangelist sprechen zu dieser Stunde von so begangener ‘Sünde’.

Es soll dabei die Tatsache markant bemerkt werden, dass Jesus beim Gebrauch der SUBSTANTIV-Form – dieses Wort im SINGULAR anführt. Diese Bemerkung ist äußerst merkwürdig.
– Jesus drückt sich über die „SÜNDE gegen den Heiligen Geist” (= im Singular !) aus.
– Er spricht also nichts von „SÜNDEN” (= im Plural !).


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Bild vom Dorfleben: hier eine alte Oma, die ihr ganzes Leben schwer gearbeitet hat, dennoch sie hört nicht auf im Alltagsleben weiter aktiv zu bleiben. Der ganze Tage ist zwischen Arbeit verteilt, mit allen anderen Alltagsbeschäftigungen, mit Vorbereitung allerlei Sachen für die sich ausweitende Familie, für die Familien ihrer schon verheirateten Kinder. Alles wird mit herzensvollem, hingegebenem Gebet durchflochten. Dieses Gebet wird immer mehr Vorbereitung zum wichtigsten Augenblick nach dem Kommen in die Welt: zur glücklichen Landung im HAUS des VATERS – (Joh 14,2).

Man könnte sich hier zwar auch auf eine andere Aussage des Neuen Testaments berufen, nämlich auf das Wort des Hl. Johannes des Täufers. Zu gewisser Stunde wies er gleichsam mit dem Finger auf Jesus hin als auf den erwarteten Messias. Er äußerte sich dabei ganz charakteristisch über Jesus aus:

„Seht, das Lamm Gottes,
das die SÜNDE der Welt wegnimmt”
(gr. tèn hamartían toû kósmou)
(Joh 1,29).

Wir greifen hier die Frage nicht auf, ob mit dem von Jesus angewandten Wort im ‘Singular’ allein die ‘SÜNDE’ begriffen werden sollte, oder auch es sollten damit unterschiedliche ‘SÜND-EN’ gegen den Heiligen Geist gemeint werden. Es gehört sich den Eintrag der Heiligen Evangelien zu ehren, die in diesem Fall deutlich die Form des Singulars bevorzugen.

Es ist dagegen merkwürdig, dass LUKAS in diesem Fall nicht die Bezeichnung „SÜNDE” anwendet, sondern an deren Statt ... „WORT”:

„Jedem, der ein Wort
gegen den Menschen-Sohn sagt,
(gr. kaì pâs hòs ereî lógon = ein Wort aussagen, aussprechen)
wird vergeben werden
(auch Matthäus gebraucht das Verbum ‘äußern, sagen’ :
kaì hos eàn eípe lógon ...: Mt 12,32)

(Lk 12,10)

Diese Tatsache ist merkwürdig. Jesus scheint nicht an eine irgendwelche einzelne sündige Tat zu denken, wie es bei der Übertretung jedes anderen der Gebote Gottes geschieht. Dagegen hier kreist alles um eine Handlungsweise, die als Blasphemie, Lästerung bezeichnet wird. Das scheint die allgemein begriffene Haltung angesichts Gottes, genauer gesagt: gegen den Heiligen Geist betreffen.

2. Kontext
der ‘Blasphemie’

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Wir blicken wiederholt auf den unmittelbaren Zusammenhang der streng und hart lautenden Aussage dieses Rabbì von Nazaret. Ihre ausführlichere Besprechung hat Matthäus und Markus behalten. Sowohl der eine, wie der andere stellt die Frage der Blasphemie gegen den Heiligen Geist dar als typische Reaktion eines wahrscheinlich bedeutenden Teiles der relgiös-politischen führenden Sphäre, gesteuert von Pharisäern, Schrift- und Gesetzeslehrern samt den Sadduzäern. Unter vermeintlichem Vorwand eifriger Behüter der Offenbarung Gottes, die von Mose und den Propheten vermittelt wurde, haben sie großenteils, zweifellos nicht ohne eigene Schuld, die geistigen Hinsichten des VORHABENS Gottes vermisst.

Dieses VORHABEN strebte seit Jahrhunderten entschieden die Erlösung des in Sünde versunkenen Menschen an – im Blut des Bundes des tausendejahrelang erwarteten Sohnes Gottes Jesus Christus. Die Pharisäer und Gesetzesgelehrten entstellten weniger oder mehr bewusst dieses Ausmaß Gottes, indem sie dem Bewusstsein Israels, der späteren Judäern-Juden – ein Bild des erwarteten Messias aufnötigten, das ihrer Mentalität entsprach, das heißt hauptsächlich eines Messias im politischen Sinn: als siegreichen Kriegsführers.

Ihre Denkweise könnte einigermaßen ‘menschlich gesehen’ verstanden werden, wenn man die schwierige Geschichte Israels und den Druck der geschichtlich sich verändernden immer anderen politischen Okkupation vonseiten fremder Eroberer berücksichtigt. Das geschah aber infolge des systematisch übergegangenen, von Propheten stark zur Erinnerung gebrachten geistigen Ausmaßes des VORHABENS Gottes. Dieses Vorhaben setzte immer eine innere Mühe voraus: die innere Entwicklung und den Abbruch mit chronisch gebrochenen grundsätzlichen Prinzipien des Bundes, den JAHWÉH unter Sinai mit Israel geschlossen hat.

Ausdruck des Vorwurfes Gottes zu Israel waren urewig beispielsweise die Worte des Propheten Jesaja:

„Der Herr sagte:
Weil dieses Volk sich mir mit seinem Mund näherte,
und mich nur mit seinen Lippen ehrte,
sein Herz aber fernhielt von mir
und weil ihre Furcht vor mir zu einem angelernten menschlichen Gebot wurde,
darum siehe, will ich weiterhin wunderbar an diesem Volk handeln, wunderbar und wundersam,
Dann wird die Weisheit seiner Weisen vergehen
und die Klugheit seiner Klugen sich verbergen”
(Jesaja erinnert hier an Worte des Amos, in denen Gott seine Abscheu angesichts der lärmvollen gefeierten Feiertagen und brausend dargebrachten äußeren Opfern enthüllt – des Öfteren parallel zum Kultus fremder Gottheiten und ohne eine innere Bekehrung der Herzen. – S. Am 5,21).
(Jes 29,13f.)

Gerade an diese Worte des Jesaja bezog sich eines Males Jesus, als er den Pharisäern die von ihnen gekündete und von ihnen praktizierte Heuchelei bewies. Nämlich Markus führt in einem der nächsten weiteren Kapiteln seines Evangeliums die Worte Jesu an, die gerade von Jesaja herkommen:

„Die Pharisäer und Schriftgelehrten fragten ihn also:
Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten,
sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?
Er antwortete ihnen:
‘Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, wie geschrieben steht:
Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen,
sein Herz aber ist weit weg von Mir.
Vergeblich verehren sie mich,
was sie lehren sind Satzungen von Menschen’.
Ihr gebt Gottes Gebot preis
und haltet euch an die ÜBERLIEFERUNG der Menschen’ ...” (Mk 7,5-9).

Gott hat sein Volk Jahrhunderte hindurch durch Patriarchen, Propheten und andere Gottes Männer gestaltet. Damit sie der ihnen aufgetragenen Aufgabe entsprechen könnten, hat sie Gott mit dazu unentbehrlicher Gabe des Heiligen Geistes ausgestattet, und zwar mit konstitutivem Prophetischem Charisma. Ihm zufolge drang das Volk Gottes immer tiefer in das Verständnis und die inneren Erfordernisse, die zuengst mit dem Erlösungs-VORHABEN Gottes zusammenhingen.

Gott zeigte durch die erwähnten Männer Gottes immer klarer, dass es Ihm um die Erlösung des Menschen in Christus, dem Sohn Gottes, ging. Dieser Sohn Gottes wird Leidender Diener des Herrn werden: deutlich um unserer Sünden willen. Über die Propheten strebte Gott entschieden die Fülle der Offenbarung seines VORHABENS an, nämlich das EPI-Zentrum der ganzen Schöpfung. Zu diesem EPI-Zentrum wird Jesus Christus, der Sohn des Urewigen Vaters, aber auch wahrer Sohn seiner jungfräulichen Mutter Maria: Er Messias-Lamm-Gottes-Bräutigam-vom-Kreuz.

Wie sehr aber der Begriff eines Gekreuzigten Messias, als des Geplagten, zu Tode geschlagenen Erlösers-vom-Kreuz jener religiös-politischer Elite der Zeiten Christi keinesfalls entsprach ...!

Jesus, der Sohn des Lebendigen Gottes, ist endlich in die Welt herabgestiegen. Der Anbeginn seiner Ankunft „in sein Eigentum” (s. Joh 1,11) war mit Zeichen begleitet, die von der religiös-politischen Macht der Judäer unmöglich nicht bemerkt werden konnten, noch konnten diese Anzeichen Gottes vergessen werden. Es waren nämlich die folgenden Ansagungen Gottes:
das Ereignis mit Bethlehem, das Zeugnis der Hirten von Bethlehem, die Ankunft der Weisen vom fernen Osten, die Konsultation des Herodes mit Priestern betreffs dieser Visit der Vornehmen Gäste – samt ihrem Verweis deutlich nach Bethlehem, das Blutbad der Unschuldigen Kinder. Und nachher, in etwa 12 Jahren, dieses verwundernde Dialogieren mit jenem ungebetenen, 12-jährigen Jüngling von Nazaret, der zum Pascha-Fest zusammen mit seinen Eltern gekommen war, nur dass sie ihn ... geheimnisvoll am Ende der Festtage irgendwie vermisst haben; seine überraschenden Fragen-Antworten und die Feststellung, dieser Tempel wäre Eigentum seines VATERS, also auf keinen Fall des Josef-Vaters, des Mannes von Maria ... .
(s. dazu: Mt 1-2; Lk 1-2. – Und von unserer Homepage: Unzulängliche Beaufsichtigung des Zwölfjährigen Jesus – samt der Folge in der nächsten Datei).

Jesus in immerwährendem Hinweis auf den freien Willen

Zu gewisser Stunde verließ Jesus die Schwelle seines Elternhauses. Daselbst beendete Er die bisherige Stufe seines verborgenen Lebens in Nazaret. Er war damals „... ungefähr dreißig Jahre alt” (Lk 3,23). Er begann öffentlich das Reich Gottes zu verkündigen. In diesem Reich spielt der ‘Leib’ zwar seine unabdingbare Rolle im Leben des Menschen, dennoch er bekommt seinen Wert erst dank dem, dass er immerwährend vom Heiligen Geist belebt wird (s. Joh 6,63).

Derselbe Jesus Christ wird aber niemals irgendjemanden nötigen, dass er Ihm nachfolgen muss. Er wird einzig und allein auf feingestaltete Art und Weise die Nachfolge Seiner anbieten. Jesus wird immer zuerst fragen, indem Er sich an den freien Willen der einzelnen Person wendet.
– So war es u.a. bei dem ermutigenden Dialog des Menschen-Sohnes mit dem reichen Jungen Mann, der Jesus seine gezielt formulierte Frage gestellt hat:

„... ‘Meister, was muss ich GUTES tun,
um das ewige Leben zu gewinnen
‘... Was fragst du mich nach dem GUTEN? Nur EINER ist der GUTE’
... WENN du aber in das Leben eintreten WILLST, halte die Gebote ...
Darauf fragte er ihn (den Jesus): ‘Welche’ ? ...
Jesus antwortete:
Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter! Und : Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst’ ! ...” (Mt 19,17ff.).

Mit anderen Worten, Jesus stellt jeden im Angesicht der Notwendigkeit, dass eine wahrhaft freiwillige, eindeutige Wahl getroffen wird. Er gibt zugleich zu verstehen, dass diese Wahl über das Heil oder die Verdammnis entscheidet.

Wenn aber Leute von ihm weggehen werden, weil: „... Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?” (Joh 6,60), trotzdem Er so viele Male die bindende Beschaffenheit seiner Sendung vom Vater im Himmel bewies und sie mit vollbrachten ‘Zeichen-Wundern’  beglaubigte, wendet Er sich nur einmal mehr mit dem Angebot, dass Ihm in seiner Gottes Sendung anvertraut wird und die Entscheidung unternommen wird, die verstandesmäßig sein soll, aber auch im Einklang mit aktiviertem freien Willen:

„Daran nehmt ihr Anstoß?
(= dass Ich euch zur Nahrung Meinen Leib geben werde,
und zum Trank als Lebenstrank – Mein Blut)?
...
Der GEIST ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts.
(Zusammenhang: es geht um den Heiligen GEIST, den Herrn und Leben-Machenden !).
Die Worte, die ich zu euch gesprochen haben,
SIND GEIST und SIND LEBEN ...
(Zusammenhang: Jesus ruft hier die ganze Allerheiligste Dreifaltigkeit herbei).
...
Wollt auch ihr weggehen? ...” (Joh 6,62f.67).

Diese letzten Worte richtete Jesus an den strikten Kreis seiner Apostel. Und weist in dieser Weile zugleich deutlich, dass nicht alle auf Ihn geglaubt haben. Es kann sein, dass Er zu dieser Stunde an Judas dachte: „Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben ...” (Joh 6,64).

Unabhängig von dieser dramatischen Bemerkung macht Jesus deutlich bewusst, dass die Nachfolge auf seinen Pfaden schwierig sein kann, jedenfalls gar nicht immer leicht, auch wenn sie das einzig richtige bleibt. Man muss sich auf Verzicht auf so manche liebliche Sache entscheiden, um von Stunde zu Stunde die Prüfung von der Qualität der eigenen Liebe zu Christus überstehen.

Siehe eine der radikalen Äußerungen dieses verwundernden, schwierigen, und doch begeisternden Rabbì von Nazaret, der „... lehrte wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten” (Mk 1,22):

Geht durch das enge Tor.
Denn weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt,
und es sind viele, die auf ihm gehen.
Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg,
der zum Leben führt, und es sind wenige, die ihn finden” (Mt 7,13f.).

Jesus gründet das konstitutive Apostolische Charisma

Wie sehr haben solche und ähnliche Worte jenes nicht gebetenen und vom Synedium NICHT befugten Rabbì von Nazaret, der doch als wahrer ... Sohn Davids vom ‘Davidischen Mutterhaus’ in Bethlehem stammte – jenen ‘Schriftgelehrten und Pharisäern’ usw. nicht entsprochen! Sie knüpften an den äußeren Ritualismus nicht an. Jesus hat solche Verhaltensweisen und Praktiken mit seinem Wort deutlich brandmarkt. Solches Wort fiel wie ein Blitz vom heiteren Himmel auf den Amboss – zu ihrem ins äußerte erhitzen Neid und todbringender Tollwut.

Indessen ER, gerade dieser Jesus, sprach von sich selbst:

Nehmt MEIN Joch auf euch
und lernt von MIR,
denn Ich bin GÜTIG und von Herzen demütig ...” (Mt 11,29).

Diese Worte Jesu sind nur eigenartige Folge der Worte Jesajas des Propheten:

„Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt,
er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht
und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht,
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus
,
ja er bringt wirklich das Recht” (Jes 42,1ff.)

Dennoch gerade dieser scheinbar nicht Befugte wankt nicht, wenn es gilt das autoritative Wort zu sagen – wird es doch letztlich das Wort des Wahren-Gottes-vom-Wahren-Gott sein, der von seinem VATER im Himmel zum „Richter der Lebenden und Verstorbenen” eingesetzt wurde (s. z.B.: Apg 10,42):

„Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: ...
Ich aber sage euch: ...!” (sieh dazu: Mt 5,21f.27f.31f.33f.38f.43f).

Dieser Rabbì aus Nazaret, von dem im Kreis derer erinnert wurde, die seine Familie und seine weitere Verwandtschaf gekannt haben, wie z.B. der künftige Apostel Philippus, der voller Begeisterung dem begegneten Natanael mit Freuden entgegnete:

Wir haben den gefunden,
über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben:
Jesus, den Sohn Josefs, aus Nazaret ...” (Joh 1,45),

hat nicht nur verkündigt, sondern er bestätigte immer wieder die Ihm von Gott dem VATER aufgetragene Sendung, den Er deutlich als seinen persönlichen Vater bezeichnete (z.B.: Joh 2,16; 3,16; 6,27.40.57; 8,48.54f.;10,30; usw.) mit immer anderen ‘Zeichen-Wundern’. Diese Wunder wurden selbstverständlicher Beweis zur Überprüfung der Gottes Kräfte, die in Jesus und durch Ihn tätig waren, und die die Göttliche Herkunft des von Ihm verkündeten WORTES bestätigten.

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In diesem Haus wurden Kinder erzogen – zurzeit schon Erwachsene. Hier haben sie, in diesem Garten, gespielt, auch wenn er früher völlig anders ausgesehen hat. Diese Kinder spielten hier, kletterten auf die Fruchtbäume, die es jetzt nicht mehr gibt, hier versteckten sie sich, als sie von der Mutter zur Hilfe gerufen wurden, um ihr nur nicht helfen zu müssen ... Zwei von ihnen sind Priester geworden, ihre einzige Schwester wurde Ordensfrau, zz. schon im Himmel – samt ihren Eltern und ihrem Brüderchen ...

Anders gesagt, die weitere Folge der Offenbarung Gottes entwickelte sich Jetztzeit, als die „Fülle der Zeit” (Gal 4,4) angekommen war, genau nach dem selben Geleis, wie es vom Ur-Anfang an Gott der Dreieinige getan hat: Gott offenbarte sich durch TATEN-Eingriffe – und über das sie erklärende Gottes WORT.
(s. dazu: DV 2c: „Das Offenbarungsgeschehen ereignet sich in TAT und WORT, die innerlich miteinander verknüpft sind”).

Beide Aspekte der anwachsenden Offenbarung waren untereinander immer zuengst verflochten. So wurden sie zum Flussbett der authentischen und autoritativen, konstitutiven Prophetischen Tradition im Zeitraum des vorübergehenden Bundes Gottes mit seinem Volk.

Der Sohn Gottes, Jesus Christus, wurde der erwartete Brennpunkt der Gesamtheit der bisherigen Offenbarung Gottes. Er hat die bisherige Offenbarung Gottes zugleich zu ihrer ‘Fülle’ geführt (Mt 5,17). Angefangen von ihm wird sich von nun an alles entwickeln und präzisieren, was bisher in der Offenbarung ein gleichsam nur Inkubations-Leben geführt hat und was infolge der Gabe des Heiligen Geistes „des Herrn und Leben-Machenden” in bestimmten Zeiten der Kirchengeschichte wunderbar zu glühen beginnen wird mit dem Glanz immer anderer, bisher beinahe nicht bemerkten Hinsichten der Offenbarung Gottes.

Die von Jesus auserwählten Zwölf Apostel hat er in Analogie zu Propheten des Alten Bundes mit einem entsprechenden Charisma ausgestattet.
– Nämlich mittlerweile, am Vortag seines schauderhaften, allerdings Erlösungs-Leidens, hat Gott in Jesus Christus den Neuen und Ewigen Bund mit der Menschen-Familie geschlossen. Jesus ist ihn am Altar des Kreuzes eingegangen und besiegelte ihn im-Blut-und-Wasser von seiner durchbohrten Seite am Kreuz (Joh 19,34).

Träger des konstitutiven Charismas dieses Neuen und Ewigen Bundes sind die oben erwähnten, von Jesus bei Namen erwählten Apostel geworden. Sie wurden zum Beginn der für die Kirche aller Zeiten konstitutiven Apostolischen Tradition samt der ‘Praxis Apostolorum: ihrer Praktischen Aktivierung (= Praxis Apostolorum). Sowohl von der einen, wie der anderen kann sich die Tradition und Praxis der ‘Kirche’ bis zum Ende der Zeiten keinen Mikrometer entfernen.

Die öffentliche Offenbarung Gottes ist samt dem Tod des letzten der Apostel definitiv zu Ende gekommen:

„Daher ist die christliche Heilsordnung,
nämlich der Neue und Endgültige Bund, unüberholbar,
und es ist keine neue öffentliche Offenbarung
mehr zu erwarten
vor der Erscheinung
unseres Herrn Jesus Christus in Herrlichkeit (vgl. 1 Tim 6,14 und Tit 2,13)
(DV 4d).

3. Blasphemisch
zurückgewiesener Gott
der die Erlösung bringt

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Die dargestellten immer andere Ereignisse vom Leben des Menschen-Sohnes, SOHNES des Urewigen VATERS und zugleich Sohnes Mariens, seiner Jungfräulichen Mutter – lassen ein wenig tiefer in das geistige und geschichtliche Klima eindringen, in welchem es Jesu zu leben gegeben wurde, zu LEHREN und mit ‘Zeichen-Wundern’ die Tatsache unbeugsam zu beglaubigen und BESTÄTIGEN, dass Er als „DAVIDS Sohn” (s. 2 Sam 7,14ff.; Mt 10,47; usw.) nicht selbsternannter Anführer ist, sondern – wie er es selbst von sich beharrlich kündete – der Gesandte vonseiten des VATERS, in dessen Namen Er lehrt und dieses WORT mit Zeichen-Wundern beglaubigt.
– Trotz allem haben aber die bestimmten geistig-sozialen Schichten diese LEHRE und die verrichteten TATEN von vornherein entschieden zurückgewiesen, indem sie sie ganz absurdal dem Beelzebub – Satan, zuschrieben.

Hier einmal mehr eines der Beispiele von Tagen wohl sehr nahe vor dem Erlösungs-Leiden und Tod Jesu:

„Jesus antwortete ihnen
(= den ‘Juden’: zweifellos den Pharisäern und Schriftgelehrten: Joh 10,23):
Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht.
Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab,
ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört ...
Ich und der Vater sind eins’.
– Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen.
Jesus hielt ihnen entgegen:
‘Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan.
Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen?’?
... – ‘Wir steinigen Dich nicht wegen eines guten Werkes,
sondern wegen GOTTESLÄSTERUNG: denn du bist
nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott’

Jesus erwiderte ihnen:
Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht.
Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den WERKEN,
wenn ihr Mir nicht glaubt. Dann werdet ihr ERKENNEN und einsehen,
dass IN MIR der VATER IST und ICH IM VATER bin’
.
– Wieder suchten sie ihn festzunehmen, er aber entzog sich ihrem Zugriff ...” (Joh 10,25-39).

Wir sehen immer eindeutiger, wie tödlich schwer von Tag zu Tag die Erlösungs-Sendung Jesu, des Sohnes Gottes, des Menschen-Sohnes wurde.
– In dieser Situation wagen wir fortwährend die grundsätzliche Frage aufstellen, die den Titel unserer Erwägung über die Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen GEIST rechtfertigt.

Es erscheinen dauernd zwei grundsätzliche Fragen:

a) Warum hat dieser zumindest bedeutender Teil der Pharisäer, der Schrift- und Gesetzeslehrer so verbissen den Eingriff Gottes zurückgewiesen, der die immer wieder überreichlich von Jesus verrichteten evidente Wunder-Zeichen begleitete?
(genau dieselben werden die Reaktionen der Machthaber des Synderiums angesichts der Zeichen-Wunder sein, die mit der Lehre der Apostel und anderer Jünger Jesu Christi einhergehen werden).
– Diesen Tatsachen selbst konnte auf keinen Fall widersprochen werden. Sie überragten ihrem Wesen nach alle rein menschlichen Möglichkeiten und Kräfte der Natur.

Zu solchen Tatsachen gehörte z.B. das Herrschen über die Kräfte der Natur:
– Jesus geht über den stürmisch aufgewühlten See und geht nicht nur selbst unter, sondern rettet noch den versinkenden Petrus (Mt 14,30; Mk 4,35-42; Joh 6,15-1)
– Jesus vermehrt wunderbar das Brot (Joh 6,1-15; Mt 14,15-23; Mk 6,35-45; Lk 9,12-17)
– Jesus erweckt den schon verwesenden Leib des Lazarus im Grab (Joh 11,1-42), die Tochter des Jair (Mk 5,2, erweckt von den Toten den Jüngling von Nain (Lk 7,11-17).

Zeichen-Wunder geistig-physischer Natur. Zu dieser Gruppe der ‘Zeichen-Wunder’ dürften die folgenden zählen:
– Jesus vergibt Sünden aufgrund der eigenen Macht (Mt 9,1-8; Mk 2,3-12; Joh 5,27; 8,3-11; Lk 7,47.50; 23,42)
– Jesus befreit von Besessenheit durch die bösen Geister, z.B. diesen Besessenen von Gerasa: (Mk 5,1-29; Mt 8,28-34; Lk 8,26-39), den besessenen Knaben (Lk 9,37-43; Mk 9,14-29); Befreiung des Blinden-Stummen-Besessenen (Mt 12,22-29), Heilung von Besessenheit der Tochter der Syrophönizierin (Mk 7,25-30).
– Außerdem vollbrachte Jesus beinahe im Alltag viele Heilungen von immer anderen Krankheiten. Darüber können in jedem Evangelium leicht Berichte gefunden werden.
– Eine der besonders charakteristischen Heilungen betrifft z.B. diesen voll erwachsenen Menschen, der blind von Geburt an gewesen war. Diese Tatsache, die auf keinen Fall geleugnet werden konnte, löste ein besonderes gerichtliches Vermittlungsverfahren vor dem Synedrium aus. Die Vertreter des Synedriums, die dabei zum Ausbruch von Wut und Groll gebracht wurden, haben den Geheilten zuletzt mit der Exkommunikation belegt (Joh 9).

In ihrer Ratlosigkeit angesichts der Aussagekraft dieser unleugbaren Tatsachen – hat die Macht des Synedriums ‘entschieden’ (!), dass sie um der Diskredition willen der Autorität Jesu und einer maximalen Neutralisierung des Einflusses Jesu auf ganze Menschenmengen, die seine Lehre eifrigst zugehört haben – in diese Menschenmengen die Behauptung werfen und sie mit allen zugänglichen Mitteln verbreiten werden, wiewohl sie vornherein absurdal und unmöglich angenommen werden konnte, dass nämlich dieser von ihnen nicht bevollmächtigte Rabbì aus Nazaret NICHT in Kraft Gottes sich betätigt, sondern in Kraft, die er vom Beelzebub, dem Hauptführer der Bösen Geister empfangen hat ...

b) Dennoch es ist weiter schwer nicht die umso mehr dringende Frage aufzustellen, wenn es um die tieferen Gründe solcher Haltung geht, die von sehr wahrscheinlich einem bedeutenden Teil in solchem Geist gebildeter Schrift- und Gesetzgelehrter, samt den Pharisäern geht.

Und zwar warum haben sie die anderswo völlig vor ihnen offenstehende Nachforschung betreffs des Inhalts der LEHRE dieses in ihrer Meinung kontroversen Lehrers aus Nazaret von vornherein zurückgewiesen?

– Warum schickten sie nach Jesus eine immer andere Gruppe ihrer bewährten ‘Schrift- und Gesetzes-Gelehrten im Gesetz des Mose’ aus ihrem Lager – beständig mit der einen einzigen Aufgabe: um diesen von ihnen zu öffentlichem Auftreten nicht beauftragen, selbsternannten Lehrer, der allerdings auf ihre jurisdiktionsmächtige Genehmigung auf keinen Fall wartete, um öffentlich als Lehrer vorzutreten, um jeden Preis an irgendwelchem Wort-Stolpern zu fangen, was ihnen erlaubte, gegen ihn ein offizielles Gerichtsverfahren einzuleiten und ihn irgendwie zu verurteilen?

Das beabsichtigte Ziel der Pharisäer: Jesus umzubringen

Aufgrund immer anderer, beispielsweise auch nur dieser oben angeführter Berichte hinsichtlich der Reaktionen des Milieus der Pharisäer und wohl ihrer Hauptvertreter von der Schichte der ‘Schrift- und Gesetzes-Lehrer’  erscheint vor einem unvoreingenomenen Leser der Evangelien ein Bild, das schwer milder geschätzt werden kann, dass die PERSON Jesu aus Nazaret in ihrer Ansicht zum Gegenstand einer ungestümen Gehässigkeit geworden ist. Bis zu diesem Grad, dass die beinahe von Tag zu Tag an das Synedrium treffenden weiteren Informationen betreffs der von Jesus vollbrachten Wunder und seiner Lehre, in der Jesus die vom Pharisäismus geförderte Vorstellung eines politischen Messias systematisch brandmarkte, mit dem die Pharisäer das Vorhaben Gottes hinsichtlich Israel an ihre eigene politisch-relgiöse Sicht zuzuschneiden versuchten, all das führte immer mehr zum Treffen der Entscheidung, um Jesus nicht nur jeden weiteren öffentlichen Vortritt samt seiner Lehre zu verwehren, sondern ihn selbst mit Hilfe einer geschickt und wirksam durchgeführten Beseitigung schlechterdings völlig auszuschließen.

Zeugen etwa nicht die zumindest oben von uns ausgelesenen Aussagen der Evangelien gerade von so sich gestaltender Absicht dieser führenden Milieus? Als Beispiel dürften u.a. folgende Tatsachen dienen:

a) Unmittelbar nach dem Gleichnis Jesu von bösen Winzern, die den Sohn des Eigentümers umgebracht haben, notiert der Evangelist:

„Als die Hohepriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten,
merkten sie, dass er von ihnen sprach.
Sie suchten ihn zu ergreifen.
,
Aber sie fürchteten die Menge,
weil sie ihn für einen Propheten hielt” (Mt 21,45).

b) Jesus beendete gerade in ein paar charakteristischen Gleichnissen die Darstellung der Ihn erwarteten Erlösungs-Passion. Zu Ende zeigte Er das Bild des einmal erwarteten Letzten Gerichts (Mt 25,31-46). In dieser Lage erscheint die Entscheidung des Synedriums:

„Da versammelten sich die Hohepriester
und die Ältesten des Volkes im Palast des Hohepriesters, der Kajaphas hieß,
und beschlossen, Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen und ihn zu töten.
Sie sagten aber: Ja nicht am Fest, damit kein Aufruhr im Volk entsteht’ ...” (Mt 26,3ff.).

c) Der letzte Tag der Festes der Zelten ging schon zu Ende. Jesus „... stellte sich hin und rief: Wer Durst hat, komme zu mir und es trinke, wer an mich glaubt ...”. Johannes führt unterschiedliche Meinungen hinsichtlich Jesus an:

„Einige aus dem Volk sagten, als sie diese Worte hörten:
‘Er ist wahrhaftig der Prophet’.
Andere sagten: ‘Dieser ist der Messias’.
Wieder andere sagten: ‘Kommt denn der Messias aus Galiliäa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Bethlehem, wo David lebte’?
So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge.
Einige von ihnen wollten Ihn festnehmen, doch keiner legte Hand an Ihn.
– Als die GERICHTSDIERNER zu den Hohepriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese:
‘Warum habt ihr Ihn nicht hergebracht’?
Die Gerichtsdiener antworteten:
‘Noch nie hat ein Mensch so gesprochen’.
Da entgegneten ihnen die Pharisäer:
‘Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen?
Ist etwa einer von den Oberen oder von den Pharisäern zum Glauben an Ihn gekommen?
Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es’.
– Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen,
der früher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen:
‘Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört
und festgestellt hat, was er tut’?
Sie erwiderten ihm: ‘Bist du vielleicht auch aus Galiläa?
Lies doch nach und siehe: aus Galiläa kommt kein Prophet’ ...
Dann gingen alle nach Hause” (Joh 7,37-53).

d) Zum sprichwörtlichen Punkt über das ‘i’  wurde die Tatsache der Auferweckung von den Toten des vor 4 Tagen gestorbenen, im Grab liegenden, schon verwesenden Lazarus (Joh 11). Diese Tatsache, die leicht geprüft und unmöglich verleugnet werden konnte – hat die fortwährend vorgestellten, feindlich zu Jesus eingestellten Milieus nicht nur zur Besinnung gebracht, sondern löste in ihnen den Taumel von Fieberglut aus. Solches Wunder ... zu vollbringen ist kein Mensch imstande. Auch keines der Dämonen, samt ihrem Anführer dem Beelzebub, wird so ein Wunder je einmal zu vollbringen imstande sein.

Johannes der Evangelist subsumiert die Reaktionen jener für das Volk verantwortlichen höheren Schichten zu dieser Tatsache:

Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.
– Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und sagten ihnen,
was er getan hatte.
Da beriefen die Hohepriester und die Pharisäer
eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten:
– ‘Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen.
Wenn wir Ihn gewähren lassen, werden alle an Ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen’.
– Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen:
‘Ihr versteht nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es
besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt,
als wenn das ganze Volk zugrunde geht’.
– Das sagte er nicht aus sich selbst, sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde.
Aber Er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch,
um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln.
Von diesem Tag an waren sie entschlossen ihn zu töten(Joh 11,45-53).

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ks. Paweł Leks, SCJ
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Tarnów, 17.IX.2021 r.
RE-Lektüre: Tarnów, 19.VI.2022.

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8.Kap. EINTRAG DER WORTE JESU ÜBER DIE BLASPHEMIE GEGEN DEN
HEILIGEN GEIST. – Übersicht der Worte Jesu: Markus-Matthäus-
Lukas


1. Zum Ausgangspunkt: ob Gott des Neuen Testaments die Sünden
vergeben will

2. Worte Jesu über die Blasphemie gegen den Heiligen Geist
Blasphemie gegen den Heiligen Geist Zusammengestellte Texte
3. Blasphemie gegen den Heiligen Geist nach Markus
a. Vom Evangelium nach dem Hl. Markus
b. Schlüsse
Den Menschenmengen eingeredete Meinung der Sohn Gottes
betätigte sich in Satans Kraft

4. Blasphemie gegen den Heiligen Geist im Bericht des Hl. Matthäus
a. Weiterer vorangehender Zusammenhang der Aussage Jesu
Beispiele der Vorschriften nach der Tradition der ‘Älteren’
Das Wunder der Heilung des Bessenenen-Blinden-Stummen
b. Das Synedrium und Johannes der Täufer
c. Das Synedrium in Spionage Jesu
d. Schlüsse von der Haltung des Synedriums zu Jesus
5. Blasphemie gegen den Heiligen GEIST nach dem Bericht des
Hl. Lukas

6. Philologische Bedeutung des Ding- und Zeitworts
‘Blasphemie-Lästerung’

a. Der Ausdruck: lästern, Blasphemie-Lästerung
b. Griechisches ‘blasphemía – blaspheméo
c. Vermutlicher aramäisch-hebräischer Wortlaut der „Blasphemie”

9.Kap. BLASPHEMIE GEGEN DEN HEILIGEN GEIST: ANFANGSSCHLÜSSE.
– Die Bedingungen Deines Vorhabens, o Gott, widersetzen sich der
Staats-Raison !


1. ‘Sünde’ – ‘Wort’
2. Kontext der ‘Blasphemie’
Jesus in immerwährendem Hinweis auf den freien Willen
Jesus gründet das konstitutive Apostolische Charisma
3. Blasphemisch zurückgewiesener Gott der die Erlösung bringt
Das beabsichtigte Ziel der Pharisäer: Jesus umzubringen

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