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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

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C.    DAS TRIBUNAL
DER BARMHERZIGKEIT:
DIE HEILIGE BEICHTE

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1. Eine Handvoll Bemerkungen
zur Einführung

Der hiesige Teil über die Beichte – Beichte und ‘Chat’

Der ganze vierte Teil, in dem wir uns zz. befinden, ist der praktischen Besprechung des Beicht-Sakramentes – unter immer anderem Blickpunkt, gewidmet. Auch schon in den vorangegangenen Teilen unserer WEB-Site: im ersten, zweiten und dritten Teil – wurden verschiedene, mit der Heiligen Beichte zusammenhängende Aspekte erörtert.

Wir suchen auf unserer WEB-Site immer wieder die ethische Problematik zu berücksichtigen, inwiefern sie mit der Ehe und der Lebens-Übermittlung verbunden ist. Daher ist es nicht nötig, hier von neuem auf die Frage der Sünde und Versöhnung mit Gott, Kirche und den Nächsten u.a. mittels des Tribunals der Barmherzigkeit, wie sie die Heilige Beichte darstellt, zurückzugreifen. Im nächsten Teil, also dem fünften Teil, werden verschiedene Aspekte der Barmherzigkeit Gottes erwogen werden. Dort findet sich auch Platz für die Darstellung der Verehrung Gottes Barmherzigkeit, samt besonders nützlichen Fragmenten vom ‘Tagebuch’ der Hl. Schw. Faustyna. Es hat schon übrigens des Öfteren Gelegenheiten gegeben, dass wir nach diesem ‘Tagebuch’ greifen konnten. Es sind dort u.a. viele Äußerungen Jesu enthalten, die die Heilige Beichte und Kommunion direkt betreffen. Daher beschränken wir uns in diesem Kapitel, das dem Gebet gewidmet ist, vor allem auf die allgemein zugänglichen Gebetsbücher.

Es gehört sich hier deutlich hervorzuheben: Es ist wahr, dass das ‘Internet’, samt dem ‘Chat’ über das Internet – wunderbare und fast entzückende Erfindungen sind (wenn sie zu Gutem gebraucht werden). Allerdings es gibt kein Heiliges Sakrament über das Internet. Es gibt keine Lossprechung dank des Chats, sollte das Bekenntnis noch so aufrichtig, vollständig und zerknirschten Herzens vorgenommen werden. Die Heilige sakramentale Beichte stellt immer eine individuelle Wirklichkeit dar. Die Lossprechung gilt jedes Mal für einen individuellen Zutritt zum Bußsakrament. So wurde es nicht von der Kirche eingesetzt, sondern diese Anordnung stützt auf Gottes Einrichtung. Daselbst ist die Kirche, der Papst und die Bischöfe usw. zu ‘klein’, um hier irgendetwas ändern imstande zu sein.

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Die Leute warten auf ihre Reihe. Frühere Ausstattung der Basilika.

Dank des Internets kann selbstverständlich die Antwort auf nachgesuchte Fragen, z.B. bei vorkommenden Zweifeln, gefunden werden. Man kann über das Internet jemanden befugten um tiefere Begründungen im Anschluss auf aufkommende Fragen bitten, so dass Missverständnisse gelöst und die Wahrheit erarbeitet werden kann. Aber die Lossprechung an sich kann nicht anders, als nur im Rahmen der physischen Anwesenheit des Beichtenden erfolgen: nicht über eine sog. ‘General-Absolution’ (= Gruppen-Lossprechung, Vergebung), sondern bei einer allergewöhnlichsten individuellen, vollständigen sakramentalen Beichte.

Von ungemein außergewöhnlich vorkommenden Umständen, wo die sog. ‘General’-Absolution, d.h. ohne das aktuelle individuelle Bekenntnis einmalig angewandt werden könnte, wurde schon in einem der früheren Kapitel gesprochen (s. genauer:   Lossprechung in Form der General-Absolution – samt diesem ganzen ‘Paragraph’). Sollte jemand bei solchem Anlass die Vergebung erhalten haben, ist sie Gottes Festsetzungen gemäß allein unter der Bedingung gültig, dass jeder Teilnehmer jener Lossprechung (z.B. die Beteiligten an einem Kataklismus) im Gewissen entschieden ist, falls er heil davongekommen wäre, im nächstmöglichen Termin zur individuellen Heiligen Beichte heranzutreten und alle schweren Sünden dabei vollständig individuell zu bekennen. Anders wäre solche Lossprechung von Vornherein ungültig.

WEB-Seiten über die Heilige Beichte

Es ist wohl angewiesen, dass hier nicht nur die hiesige WEB-Site als Vorbereitungsmöglichkeit u.a. zur Heiligen Beichte zur Verfügung gestellt wird, sondern den Verehrten Lesern auch auf einige anderen WEB-Sites aufmerksam gemacht wird, die mit Dank zum selben Zweck benützt werden können. Demzufolge hat der Verfasser dieser SITE nach dem Thema: „Sakrament der Beichte” in der ‘Suchmaschine: www.google.de’ nachgeblättert. Zu diesem Thema meldeten sich sofort etwa 76 verschiedene Möglichkeiten, unter denen es schwer ist eine richtige, gezielte Wahl zu treffen. Darunter gibt es auch solche, die das Beichtsakrament von Evangelischer Sicht her beurteilen, andere scheinen dieses Sakrament Gottes Barmherzigkeit eher ‘flach’ zu behandeln. Die meisten sind schlechterdings als WEB-Sites einer betreffenden Gemeinde hergestellt und beschränken das Thema ‘Beichte’ allein auf Angabe der Wochenordnung in der Pfarrei, und darunter auch der z.B. einen halben Stunde Beichtgelegenheit vor der Heiligen Messe in dieser Gemeinde, eventuell auf ‘Verabredung’, o.dgl.

Vielleicht versucht der Leser, in diesem reichlichen ‘Material’ etwas selbst für sich nützliches herauszufinden (s. dazu:  Google Deutschland). – Trotz allem möchten wir hier auf einige URL-Adressen über das Beichtsakrament hinweisen, die diesem Thema in allgemeinerem Sinn gewidmet sind, also sich nicht auf die betreffende Pfarrei und ihre Seelsorge beschränken. Hier ein paar solche Adressen – in der Tabelle.

button   dreifaltigkeit-altdorf –  Dreifaltigkeit, Altdorf. Auf dieser Pfarr-Site gibt es gute Vorbereitungen zu den einzelnen Sakramenten, darunter zur Heiligen Beichte

button   Fundgrube religiöser Themen – darunter über die Heilige Beichte. Zum Thema ‘Beichte’ muss nur eine etwas andere Endung hinzugefügt werden, u.zw.: http://www.christentum.ch/beichte.htm. Es ist die SITE von Pf. Jakob Vetsch. Hier einige der von ihm erörterten Themen: Abba, Barmherzigkeit, Beichte, Dank, Ehe, Einsamkeit, Erziehung, Familie, Feindschaft, Freiheit, Fröhlichkeit, Fürbitten, Gandhi, Gebet, Gebote, Geiz, Gott, Gottesdienst, Halloween, Homosexualität, Ich, Idole, Jagd, Jesus, Johannes, Liebe, Lieder, Maria, Nachfolge, Pfingsten, Reformationsfest, Sagen, Taufe, Theologie, Toleranz, Wachen, Wahrheit ...

button   Marianische Liga –  Gute SEITE. Darunter über die Heilige Beichte – mit anderer Endung: http://www.marianische-liga.de/beichte.htm. Bzw. s. die weitere Thematik dieser SEITE, mit der Endung: http://www.marianische-liga.de/katechese.html

button   Pilgerreisen Peter Koros –   Es ist SEITE für Pilgerfahrten in verschiedene Wallfahrtsorte Europas und außerhalb. Darunter gibt es gute Tipps für die innere Vorbereitung zu Pilgerreisen und auch zu einer guten Heiligen Beichte. Dem inneren Erleben der Pilgerreisen dient besonders der ‘Bote’ – s. ebd., Unterverzeichnis: Pilgerbote

button   SEITE von Karl Veitschegger –  Katholischer Schriftsteller, bildet diese SEITE zusammen mit seiner Frau Elisabeth. U.a. über die Heilige Beichte, über Sekten, über das Heilige Land (schöne Panorama-Animation der Basilika des Heiligen Grabes usw.).

button   Evangelisation im Chiemgau –   Übersicht der Jugendtage mit dem Heiligen Vater. Über die Heilige Beichte, mit Zeugnissen Jugendlicher, s. ebd. die erweiterte URL-Adresse: http://www.heiliggeist-seminar.de/beichte-Teil1.htm

button   Sog. Autobahnkirche –  Schneller Einstieg in verschiedene religiöse Themen, Hilfsdienste, Beratung usw. Darunter auch über die Heilige Beichte. Allerdings die Glaubensbelehrungen können bisweilen schwer akzeptiert werden.

button   Academicus.ch - Kostenloses Online-LEXIKON –  Aus der Schweiz. Ein Gutes Lexikon über religiöse Themen, darunter über die Heilige Beichte.

button   Kath-Roe –  Religiöse Fragen und Antworten, u.a. über die Heilige Beichte.

button   Römisch Katholische Kirche im Kanton BERN, Schweiz, klicke weiter: 1content/links_d.htm –  Gute Suchmaschine für Themen der Katholischen Kirche und anderer Konfessionen. Leicht betreffende SEITEN über die Heilige Beichte zu finden.

button   Padre – Beichte –  Es ist eine typische BEICHT-Seite: ‘Trau dich zum Beichten’. Vorbereitung, Gewissenserforschung, von der Online-Beichte-Vorbereitung zur persönlichen gültigen Beichte

button   Marien Schwelm –  Seite des Prälats H.D. Janousek: sehr gut und inhaltsreich.

button   St.Albertus Magnus Ottobrunn –  SEITE gestaltet von P. Willi Lambert, SJ. Über die Sakramente, darunter gut über die Heilige Beichte.

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Links zur polnischen Beicht-Seite der PP. Salvatorianer

Für Polen dürfte vor allem die gute URL-Seite über die Heilige Beichte der PP. Salvatorianer hingewiesen werden. Diese Seite gibt selbst u.a. die Stunden an manchen Orten an, wo die Beichtgelegenheit leicht zugänglich ist, und wo u.a. die Möglichkeit besteht, den Beichtvater selbst ‘auf Wunsch’ leicht erhalten zu können ( http://www.spowiedz.katolik.pl/ – O Spowiedzi prawie wszystko ).

Auf dieser Seite werden auch viele Hinweise an betreffende Aussagen des Lehramts der Kirche mit Bezug auf die Heilige Beichte dargestellt, die den Rang dieser Seite in gutem Licht stellen. Außerdem stellt diese Seite eine weitangelegte Präsentation verschiedener geistlichen Räte dar, die mit Sünde, Beichte, Formation des Gewissens verbunden sind. Es geht um praktische Hinweise für den Fall z.B. von Skrupeln, anderseits für Bekenntnisse die besonders schwer gestaltet werden können und in Verlegenheit versetzen. Hinzugefügt ist eine Adressen-Basis nach Ortschaften, wo eine regelmäßige Beichtbereitschaft den ganzen Tag hindurch besteht, samt angegebenen Stunden, wo z.B. in betreffender Sprache in Rom gebeichtet werden kann, in den USA, usw.

Unabhängig davon ermutigen wir nochmals, die früher angegebenen zahlreichen URL-Adressen zu besuchen, die dem Gebetsleben und verschiedenen Religiösen Bewegungen und Vereinigungen gewidmet sind. Sowohl in Deutscher, wie anderseits in Polnischer Sprache.
Links zu Religiösen Seiten – in Deutsch (s. ob.:  Deutsche Religiöse Seiten).
Links zu Religiösen Seiten – in Polnischer Sprache (s. ob.:  Polnische Religiöse Seiten).

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2. In Vorbereitung
zur Heiligen Beichte

Gebetsklima vor der Heiligen Beichte


BEMERKUNG. Sieh zum Thema ‘Heilige Beichte’ u.a. von unserer Homepage: PORTAL (= lp33.de), B-3; oder direkt: Heilige Beichte der Eheleute, Brautpaare und Partnerschaften mit Sünden beim Erleben der Intimität.


Bei der Vorbereitung zum Sakrament der Versöhnung mittels der Heiligen Beichte ist es vor allem innigst angewiesen, sich an den Heiligen Geist um Hilfe zu wenden. Jesus sagt an, dass eben der Heilige Geist: „Wenn Er kommt, wird Er die Welt überzeugen über die Sünde, über die Gerechtigkeit und über Gericht” (Joh 16,9). Der Heilige Geist wird über die Sünde überzeugen nicht so sehr um dem Menschen zum Bewusstsein zu bringen, er habe die Sünde begangen und daselbst die Schuld auf sich herabgezogen – vielleicht die ewige, und daselbst die ebenso ewige Strafe, um den Menschen in Verzweiflung zu stürzen und folgerichtig auf die nun unentrinnbare Erwartung der Verdammnis einzustellen. Der Heilige Geist führt dagegen jeden einzeln zum Bewusstwerden, dass ich persönlich gesündigt habe. Dass ich persönlich in Gottes Antlitz der begangenen Sünden schuldig bin. Aber umso mehr, dass Gott mir die Vergebung gewähren will und seine Freude erfährt, wenn ich mich für diese seine Verzeihung aufschließe.

Darin besteht die Reumut des Herzens. Es geht also nicht allein darum, das in der Welt existierende Übel als unpersonales ‘Übel’ bewusst zu erblicken, noch einmal um sich die ‘Strukturen der Sünde’, die die Sünde erleichtern und zu ihr gleichsam unentrinnbar führen, zum Bewusstsein zu bringen. Denn keine äußerliche ‘Struktur der Sünde’, wie auch keine Zugehörigkeit z.B. zu einer bestimmten sozialen oder politischen Gruppe befreit in Gottes Antlitz, aber auch der Gesellschaft und des eigenen Gewissens von individueller Verantwortung und Zurechnungsfähigkeit für jede einzelne Tat. Zur Erinnerung hier die markanten Worte Johannes Paul II.:

„... Darum gibt es in jedem Menschen nichts,
was so persönlich und unübertragbar ist,
wie der Verdienst aus der Tugend
oder die Verantwortung für die Schuld” (RP 16).

Der Heilige Geist gewährt jenen, die darum bitten, die Gnade, die eigene persönliche Zurechnungsfähigkeit wegen der Sünde zu erblicken. Zugleich aber ist gerade ER, der der Kirche und jedem einzelnen Menschen geschenkt wird „zur Vergebung der Sünden” (vgl. Joh 20,23; Apg 2,38), der wahre ‘Tröster’, der das Anvertrauen auf die Allmacht der Barmherzigkeit dieses Gottes weckt, der „nicht den Tod des Sünders will, sondern dass er umkehrt und lebt” (vgl. Ez 33,11; Joh 3,17; usw.).

Die Gabe Gottes Vergebung ist Frucht des Erlösungstodes Jesu Christi am Kreuz, der am Tag seiner Auferstehung von den Toten der Kirche den Heiligen Geist gegeben hat – „zur Vergebung der Sünden” (Lk 20,23).
– Es ist aber Wille Gottes, dass jede einzeln verliehene Vergebung durch den Dienst der Kirche erfolgt, d.h. durch den Priester, der im Tribunal der Barmherzigkeit „in persona Christi agit” – das heißt Jesus Christus lässt sich im Beichtvater auf sakramentale Art und Weise identifizieren (s. dazu u.a. RP 29; s. auch. KKK 1420-1498; und s. ob.: Der in der Person des Priesters vergegenwärtigte Christus – samt dem ganzen Zusammenhang).

Es ist klar, dass vor und bei der Heiligen Beichte nicht eine zuversichtsvolle, kindliche Bitte an die Unbefleckte fehlen soll. Sie ist Mutter des Erlösers, der von der Höhe des Kreuzes jeden Menschen Ihrer Fürsorge anvertraut hat. Ihre Fürsprache bei der Allerheiligsten Trinität für jeden einzelnen Sünder ist besonders mächtig – und erfüllt mit Mut und Hoffnung in der sich vielleicht einschleichenden Verzweiflung und empfundener abgrundloser Unwürdigkeit.

Gebet vor der Gewissenserforschung

Um eine gute Beichte

Gott – Du VATER und Du SOHN, und Du Heiliger GEIST! Da stehe ich vor Dir: ich, Dein geliebtes, und so sehr mit Sünde beflecktes Kind. Ich möchte Dich, o Gott, bitten: Habe Erbarmen mit mir! Und verzeihe mir die begangenen Sünden. Stärke mich, dass ich mich von meinen Fällen heben kann und Dich nicht mehr betrübe. Ich weiß, dass sooft ich versage, werde ich stärker, wenn ich von neuem auf Deine Gnade vertraue.

Ich bin mir bewusst, o Jesu, dass Du nichts so sehr wünschst, als dass ich mit Früchten deines Erlösungstodes auf dem Kreuz gestärkt werde. Daher, bewusst um meine Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit, und doch voller Zuversicht, fasse ich den Mut zu Dir, Jesu, mit der Bitte zu kommen, dass du selbst, o Jesu, und Du, Du ganzer Dreieinige Gott, mich von neuem im Abgrund Deiner Barmherzigkeit versenkst!

O Heiliger Geist! Ich bitte Dich innig: zeige mir die Tiefe meines Falles und den Schmerz, den ich Gott und den Nächsten bereitet habe. Dass ich die Schwere meiner Sünden erkenne, aber auch den Weg finde, wie ich davon herauskommen kann. Gib mir die Gnade, die Erwartungen des Vaters im Himmel mit Bezug auf mich und mein Verhalten zu verstehen. Öffne die Augen meines Herzens, dass es mir besser bewusst wird, worin ich mich diesen Erwartungen widersetze und wie Deine voller Liebe Eingebungen waren, denen ich nicht gehorcht habe. Lass mich verstehen, worauf meine Hauptsünde beruht, von der wie aus Wurzeln mein übriger Verrat und alle Untreuen herkommen.

Berühre mein Herz mit der Gabe der Reumut und zeige mir, welche Mittel ich anwenden soll, dass ich zu den Sünden nicht mehr zurückkehre. Da ich aber unglaublich unbeständig bin und so leicht in Situation einer Versuchung erliege, bitte ich Dich, o Guter Heiliger Geist – vom Vater und vom Sohn, Du mögest meinen schwachen Willen stärken, dass ich von nun an der Sünde tatsächlich absage und in der Entscheidung: nicht-mehr-zu-sündigen, zumal in diesem immer wieder so verwundeten Bereich, wahrhaft schon verharre. Durch Christus, meinen und unseren Erlöser und Herr. Amen.


Du aber, Maria, Meine Geliebte Mutter, ich bitte Dich innig, wende Dich von mir nicht ab und verabscheue mich nicht, wenn ich von neuem ganz beschämt vor dem Tribunal der Barmherzigkeit stehen bleibe. Bitte Deinen Göttlichen Sohn, sein Blut und Wasser möge einmal mehr auf mich herabfließen – zur Reinigung von der Makel der Sünde, aber umso mehr als Stärkung des Lebens, das Er mir mit dem Strahl seines Blutes, das Er um meinetwegen vergossen hat, gewährt.
– Und Du, mein Teuer Heiliger Schutzengel, Du hast mit mir so viel Kummer! Bitte sehr, lass dich mit meiner Unwürdigkeit nicht entmutigen. Ich bitte Dich von Herzen, Du Mein Engel, und auch Du, mein Lieber Heiliger Namenspatron, bittet für mich – wie auch für alle Sünder, um die Gnade einer aufrichtigen, umbrechenden Heiligen Beichte. Amen


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3. Praktische Hinweise
zur Gewissenserforschung
und Heiligen Beichte

Unentbehrliche gute Gewissenserforschung

Wir kommen zu dieser Stunde, da es gilt eine tatsächliche Gewissenserforschung durchzuführen. Am einfachsten kann das aufgrund der aufeinanderfolgenden Gebote Gottes getan werden (Text der Gebote Gottes s. unt.: Zehn Gebote Gottes). Man kann freilich auch einen anderen Ausgangspunkt benützen, z.B. aufgrund des zweigliedrigen Größten Gebotes: Liebe zu Gott – Liebe zum Nächsten. Eventuell für die Gewissenserforschung ein noch anderes Kriterium wählen, um den Inhalt des Bekenntnisses einzuordnen, z.B. Beziehungen zu Gott – zu Nächsten – zu mir selbst; u.dgl.

Wir gehen hier auf Einzelheiten der Gewissenserforschung nicht ein. Der ganze vierte Teil stellt ausführlich die ethischen Aspekte des Lebens besonders in Ehe und der Brautzeit dar, aber auch die allgemeine Sicht des Menschen in Gottes Angesicht – unabhängig vom bestimmten Lebens-Stand dar. Unsere WEB-Site wird daselbst zu einem bekömmlichen dauernden Ausgangspunkt, um eine gute ‘Gewissenserforschung’ unternehmen imstande zu sein.

Der ‘Gewissenserforschung’ steht im Rahmen der Fünf Bedingungen einer guten Beichte eine zweifelsohne grundsätzliche Bedeutung zu, obwohl ihre Rolle nur unterordnet ist. Der Pönitent [= die beichtende Person] muss sich bewusst sein, wofür er den Dreieinigen bitten will, wenn er um die Vergebung seiner Sünden hinkommt. Die wichtigste unter den fünf Bedingungen einer guten Beichte ist die zweite: Reumut für die Sünden. Sie ist es so sehr, dass falls einer unerwarteten plötzlichen Situation (bei einem Unfall, in der Katastrophe) sie selbst genügt, um Gottes Vergebung zu erlangen.

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Sanktuar Gottes Barmherzigkeit in Kraków-Łagiewniki, eingeweiht von Johannes Paul II. am 17.VIII.2002. Hier: Ansicht vom September 2006. Es strömen hierhin Leute wörtlich aus aller Welt: von Japan, USA, Australien, Afrika, usw. usw. Dicht mit der Basilika ist die Anbetungs-Kapelle, in Form einer Rotunde, verbunden. Dort dauert seit Anfang an die Dauer-Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten: Tags- und Nachtsüber; sowohl Einheimischer, wie Leute aus aller Welt.

In gewöhnlicher Lage, also einer individuellen Heiligen Beichte, muss der Pönitent eine rechtschaffene Gewissenserforschung unternehmen. Man kann zum Sakrament nicht herannahen, wenn man dazu nicht vorbereitet ist – u.a. aufgrund der solide unternommenen Gewissenserforschung. Anders wäre es vonseiten des Pönitenten Beleidigung für die Größe und Heiligkeit des Sakramentes im Prinzip selbst, trotzdem gerade solche – bisweilen überhaupt nicht vorbereiteten Beichten, bei vielen Personen fast die Regel ihres ‘religiösen’ Lebens bilden.

Mit der Aufgabe bei der Gewissenserforschung kann nicht der Beichtvater bei der Beichte selbst belastet werden. Ist es doch nicht seine Sache! Der Beichtvater stellt eine zusätzliche Frage nur dann auf, wenn er entweder den Pönitenten nicht verstanden hat (= nicht gut hören konnte), oder auch er sieht ein, dass sein Bekenntnis aus anderem Grund unausreichend ist, um Gottes Vergebung durch die Vermittlung der Kirche erlangen zu können.

Öfterste Ursachen einer ungültigen Beichte

Im strikten Anschluss an das Sakrament der Vergebung dürften einige schon besprochenen Sachen erinnert werden, die mit der Gültigkeit des Beichtsakramentes verbunden sind. Es wird hier von Bedingungen gesprochen, die nicht aufgrund der Einsetzung der Kirche herkommen, sondern Folge der Einsetzung des Sakramentes vom Gott-Menschen Jesus Christus sind. Es geht diesmal also um Festsetzungen des Gottes Gesetzes, die von der Kirche nicht geändert werden können. Hier ein paar aufkommende Bemerkungen.

Hinweise bezüglich des Sprechens selbst im Beichtstuhl

Hat der Pönitent vor, die Vergebung seiner Sünden zu erlangen, muss er sein Bekenntnis insofern deutlich-laut hersagen, dass der Beichtvater ihn hört und genau erfährt, welche schwere Sünden – nach ihrer Anzahl und Qualität – er „in sakramentaler Identifikation mit der Person Christi” vergeben soll.
– Es kommt nicht selten vor, dass die Pönitenten verhältnismäßig deutlich die Anfangsformel und die End-Formel der Beichte hersagen, dagegen sie sprechen bedeutend leiser das Bekenntnis selbst der Sünden. Man braucht sich dann nicht vortäuschen: Hinter solcher Abdämpfung der Stimme steht die Absicht, den eigentlichen Sachzustand zu verschweigen. Demzufolge gibt es dann keine Vergebung, sollte der Beichtvater selbst letztlich verzichtet haben, einmal mehr den Pönitenten zu bitten, er möge das Bekenntnis nochmals wiederholen, indem er sieht, dass das ‘sowieso nichts hilft...’ und der Pönitent weiter so leise spricht, dass der Beichtvater jedenfalls nichts verstehen kann.
– Zusätzliche Erschwerung beim Verstehen des Inhalts des Bekenntnisses ist offenbar das Orgelspiel und der Gesang. Will der Pönitent die tatsächliche Vergebung erlangen, muss er letztlich wirklich so deutlich-laut sprechen, dass der Beichtvater sein Bekenntnis hört und es auch versteht.

Damit hängt noch eine andere praktische Bemerkung zusammen. Viele Pönitenten sprechen ihr Bekenntnis nicht in die Richtung dieser Stelle bei dem Gitter des Beichtstuhles, wo auf der anderen Seite der Kopf und das Ohr des Beichtvaters ist, sondern ganz an die Seite und die Ecke, d.h. gewöhnlich gegen die Wand, so dass der Beichtvater bei bestem guten Willen außer Stande ist, irgendein der bekannten Worte zu hören und sie zu verstehen.
– Nicht selten pflegt es so zu sein, dass die ein paarmal wiederholten Bitten des Beichtvaters an den Pönitenten, er möge zur Gitter, und nicht zur Wand sprechen, sowieso unbeachtet bleiben. Es geht hier nicht um Frage der ‘Neugierigkeit’ vonseiten des Beichtvaters, sondern um die Gültigkeit der sakramentalen Beichte. Spricht der Pönitent nach einer und zweiter Bitte des Beichtvaters, trotz allem weiter ‘in den Wind’, und nicht in Richtung des Beichtvaters, braucht man sich nicht vortäuschen: es wird da keine Vergebung der Sünden geben.
– Wie oft kommt es vor, dass der Beichtvater im besten Fall nur die sich bewegenden Lippen des gerade beichtenden Pönitenten ‘sieht’, dagegen selbst der Herrgott kann dabei kein Wort seines Bekenntnisses vernehmen. Es ist dann unmöglich, dass der Beichtvater die Bedingung des Erlösers bei der Einsetzung des Sakraments der Vergebung erfüllen kann: „Wem ihr die Sünden vergebt ...; wem ihr die Vergebung verweigert ...” (Joh 20,23).

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4. Zur Formulierung
des Beichtbekenntnisses

Was bei der Beichte vermieden werden soll

Es kommen weitere praktische Bemerkungen zutage. Hier einiges darüber, was deutlich vermieden werden soll.

(0.2 kB)  Bei der Heiligen Beichte soll das gesagt werden, was die Sünde betrifft.
(0.2 kB)  Die Heilige Beichte ist keine Erzählung, sondern Bekenntnis der Sünden angesichts Gottes Barmherzigkeit, an die sich der Pönitent um Vergebung wendet.
(0.2 kB)  Daher soll das Bekenntnis selbst bündig sein und sich darauf sammeln, was darin in der Tat wichtig ist, um den Zustand der Seele und die wesentlichen Aspekte der begangenen Sünden darzustellen.
(0.2 kB)  Die Heilige Beichte ist Anklage der eigenen Sünden, und nicht fremder Sünden. Indessen es kommt des Öfteren vor, dass die Pönitenten etwa bis 90% der Beichtzeit einer ‘üblen Nachrede anderer’ widmen, um nur sich selber in günstigerem Licht darzustellen.
(0.2 kB)  Kommt jemand mit eigenen ‘Problemen’ geistiger Natur und möchte er geistliche Führung oder andere gute Räte bekommen, wäre es gut, dass er sich mit dem Priester auf ein längeres Gespräch außerhalb des Beichtstuhls verabredet, um die Zeit dem Beichtvater und anderen Personen, die vielleicht ungeduldig in der Schlange warten, nicht zu blockieren.

Was bei der Beichte gesagt werden soll

Der Pönitent soll sich am Anfang vorstellen. Es geht nicht um seinen Vor- noch Nachnamen: es besteht doch das Beicht-Geheimnis, das sowohl den Beichtvater verpflichtet, wie aber ebenfalls die Pönitenten. Das Erfordernis der Selbstvorstellung vor dem Beichtvater ist vielfach begründet.
– Meistens wird die Heilige Beichte in einem Beichtstuhl verrichtet. Die Beichtstühle pflegen oft so zu sein, dass der Beichtvater den Pönitenten nicht sieht. Zumal sich der Beichtstuhl in einer wenig belichteten Ecke der Kirche befindet. Der Priester wird selbstverständlich nicht seine ‘Neugierigkeit’ befriedigen wollen, um hinzuschauen, wer da gerade zum Beichtstuhl herantritt. Und doch, soll er sich zum Pönitenten mit einem Ermutigungswort o.dgl. wenden, soll er zumindest ungefähr wissen, wen er vor sich hat.
– Es kommt vor, dass sich die Schätzung des Pönitenten vonseiten des Beichtvaters hauptsächlich aufgrund seiner Stimmenfärbung als peinlich täuschend erweisen kann. Der Beichtvater kann selbst nicht allzu schwer zum falschen Schluss kommen, ob der Pönitent Mann oder Frau ist, besonders wenn es in der Kirche beim Beichthören laut ist (Gesang, Lautsprecher, Orgel ...).

Daher soll doch der Pönitent anfangs folgendes sagen:
(0.2 kB)  Ich bin ledig, so viel Jahre alt
(0.2 kB)  Ich bin Student, Gymnasiast, usw.
(0.2 kB)  Ich bin verheiratet, bin in der Ehe, wir haben ... soviel Kinder. Bzw.: Ich bin Witwe ...
(0.2 kB)  Ich bin Priester, Ordensmann, Ordensfrau. Ich lebe in einer Ordensgemeinschaft ohne eigene Ordenstracht, usw.
(0.2 kB)  Eventuell, ob ich arbeite, arbeitslos bin, obdachlos ...

Ich muss sagen: wann ich zum letzten Mal zur gültigen Heiligen Beichte gekommen bin.
(0.2 kB)  Ob diese Beichte integral-vollständig war.
(0.2 kB)  Ob ich damals die Lossprechung erhalten habe.
(0.2 kB)  Ob ich die auferlegte Buße verrichtet habe.

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Bild ECCE HOMO - Siehe da: Er ist Mensch, gemalen vom Hl. Albert Chmielowski.

Nach dem Bekenntnis der Sünden muss ich klar zwei Sachen darlegen:

(0.2 kB)  1. Ich muss deutlich sagen, dass ich alle genannten Sünden aufrichtig bereue, also Gott um ihretwegen um Verzeihung bitte.

(0.2 kB)  2. Außerdem muss ich deutlich feststellen, dass ich den Beichtvater bitte, er möge mir die Lossprechung der bekannten Sünden gewähren.

Theoretisch genommen sollte der Beichtvater ‘erahnen’, dass wenn jemand an den Beichtstuhl herannaht, tut er es zu diesem Zweck, um die Vergebung zu erfahren. Es kommt aber vor, dass der Pönitent die Aufzählung seiner Sünden etwa folgender beendet:
– „... Das ist alles” !
– Der Priester könnte mit Recht fragen (wenn die Schlange nicht allzu lange ist...): ‘Kommst Du vielleicht mit einen Wunsch’ ?
– Diesmal kann der Pönitent mit solcher Frage verwundert sein.
– Was soll aber der Beichtvater in diesem Augenblick sagen, wenn der Pönitent mit keinem Wort erwähnt, ob er sich vor Gott wegen der genannten Sünden überhaupt entschuldigen möchte? Noch hat er angedeutet, ob er den Beichtvater um die Lossprechung bittet? Sollte der Pönitent in dieser Lage folgendes sagen: „Das ist alles”, bedeutete es eindeutig etwa folgendes: ‘Ich habe mich dessen, was ich begangen habe, belobigt. Jetzt kann ich nach Hause zurück’.

Mit anderen Worten, der Pönitent soll nach seinem Sündenbekenntnis deutlich feststellen:
‘Für alles, was ich bekannt habe, bitte ich Gott von Herzen um Verzeihung’.
Und noch das zweite:
‘Und Dich, Vater, bitte ich um Buße und die priesterliche Vergebung’.

Die Beichte selbst

Es wird wohl gut sein, hier die Beichtformel zu wiederholen. Es gibt solche, die nach der ersten Heiligen Beichte nachher lange, manchmal jahrelang – zur folgenden Heiligen Beichte nicht mehr herantreten. Verantwortlich für diesen Tatzustand sind in erster Reihe die Nächsten der Familie. Ihr Leben ist vielleicht eine Kette von Gegen-Zeugnis des Glaubens. Bis endlich dieser Mensch, geistig verloren, die Berührung der Gnade ganz von neuem erlebt. Es gibt wahrscheinlich jemanden, der für diesen vielfach verlorenen, der seit langem ‘verlorener Sohn’ ist, viel betet ...

In jedem Gebetbuch kann ein Modell oder Muster gefunden werden, wo man erfahren kann, was und wie es bei der Heiligen Beichte zu sagen gilt. Das bedeutet nicht, dass dieses Schema das einzig möglich darstellt. Einerseits geht es darum, um nicht unnötig die Heilige Beichte selbst zu verlängern, u.a. indem jemand Einführungsformeln hersagt, die nicht zur Beichte selbst gehören, sondern die man z.B. vor dem Antritt zum Beichtstuhl selbst sagen oder beten soll. Das gilt u.a. um das ähnliche Gebet wie am Anfang der Heiligen Messe: „Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen ...”. Gerade dieses Gebet, also das sog. ‘Allgemeine Schuldbekenntnis’, kann mit Nutzen gebetet werden, aber schon bevor man zum Beichtstuhl herantritt.

Hier jetzt die allgemein angenommene Beichtformel, die fast in allen Gebetbüchern gefunden werden kann.

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Im Beichtstuhl ...

Ablauf der Heiligen Beichte

Wenn Du schon zum Beichtstuhl herantreten sollst, bete noch bevor Du im Beichtstuhl selbst niederkniest, das Gebetchen (nicht verpflichtend) zu Jesus Christus – als Erweis deines Dankes, dass Du kraft seines Leidens, das Er um der Liebe willen auch zu Dir erduldet hat, um Vergebung ausnahmslos jeder Sünde so leicht bitten darfst:

emptDeiner Liebe, o Jesu, und dem Blut das Du aus Liebe zu mir vergossen hast, verdanke ich, dass ich mich von meinen Vergehen erdheben kann!
emptGib, dass dieses neue Zeugnis Deiner Liebe, das meine Seele nutzen soll, für mich Beweggrund zu noch größerer Liebe zu Dir wird. Amen.

Jetzt knie am Beichtstuhl nieder (wenn die Gesundheit es erlaubt) und grüße den Priester, der dir in dieser Weile auf besondere Weise sakramental den Erlöser, Jesus Christus, vergegenwärtigt. Bete zugleich im Herzen in Anliegen des Beichtvaters, dass er Dir das sagt, was der Erlöser selbst für dich wünscht.


Beginne tiefen Glaubens mit dem Christlichen Gruß:

Gelobt sei Jesus Christus

Der Priester antwortet:

In Ewigkeit. Amen.

Bekreuzige dich jetzt langsam mit einem großen Kreuzzeichen:

Im Namen des Vaters und des Sohnes,
und des Heiligen Geistes. Amen.

In selber Zeit verrichtet der Priester über Dich das Heilige Kreuzzeichen
und betet für Dich zu Gottes Barmherzigkeit:

Gott, der unser Herz erleuchtet, schenke dir wahre Erkenntnis deiner Sünden und seiner Barmherzigkeit.

Du kannst darauf antworten:   Amen.


Jetzt beginnt die eigentliche Beichte
Stelle Dich vor, dass der Beichtvater Bescheid weiß, was für einen ‘verlorenen Sohn’ es ihm mit Gott zu versöhnen gilt:

Ich bin ... Jahre alt
Ich bin ... (ich gehe ins Gymnasium – bin vor dem Abitur, studiere, bin berufstätig, verheiratet, Witwe, Anzahl der Kinder ...)

Meine letzte Beichte war vor ... (einer Woche, Monat, Jahr ...)
Ich habe keine Sünde vergessen noch verschwiegen
Die auferlegte Buße habe ich verrichtet

Ich habe gegen Gott (den besten Vater) und die Nächsten die folgenden Sünden begangen:

Oder etwas anders:
Ich klage mich vor dem Erlöser an, vor der ganzen Dreifaltigkeit, vor Himmel und Erde – wegen meiner folgenden Sünden: ...

emptSage jetzt das Bekenntnis Deiner Sünden. Sei es mit Reue des Herzens, aber zugleich mit zuversichtsvollem Anvertrauen an die Allmacht Gottes Barmherzigkeit – so wie Du dich deiner Sünden bei der aufrichtigen, vollständigen Gewissenserforschung erinnert hast.
emptVerwende kein Zettel mit Aufschreibung Deiner Sünden. Behalte sie schlechterdings im Gedächtnis. Solltest Du trotzdem ein Zettel benutzen, vernichte es sofort nach der Beichte: verbrenne es.
emptSolltest Du eine Sünde vergessen haben und erinnerst Du dich ihrer erst nach der Beichte, ist die Lossprechung gültig, nur bekenne die vergessene Sünde bei der nächsten Beichte.
emptSprich bündig, ohne die wesentlichen Sachen zu übergehen, die einen Einfluss auf die Qualität und Anzahl deiner Sünden ausüben können.
emptAm besten ist es das, was besonders schwer ausgesprochen werden kann und vielleicht sehr demütigend wirkt, sofort am Anfang zu sagen. Der Rest des Bekenntnisses läuft dann schon bedeutend leichter ab. Solltest Du umgekehrt handeln, kann es leicht eine UN-vollständige Beichte geben, vielleicht eine ... sakrilege, falls Du das, was das Gewissen besonders belastet, letztlich nicht bekennst ...

emptBeende das Bekenntnis mit der Bemerkung, dass Du alle diese Sünden bereust und für alle Sünden Gott von Herzen um Verzeihung bittest. Wonach bitte den Beichtvater deutlich um die Vergebung der bekannten Sünden. Du kannst es z.B. folgender sagen:

Mehr Sünden erinnere ich mich nicht.
Alle meine Sünden bereue ich von Herzen.
Und Dich, Vater, bitte ich um Buße und Vergebung


emptDer Beichtvater geht jetzt zum Gespräch über – im Anschluss an den Inhalt deines Bekenntnisses. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er sich genötigt findet, einige zusätzliche Fragen zu stellen. Es geht vor allem um Umstände, die die Qualität der begangenen Sünden beeinflussen konnten.
emptEs kann sein, dass er eine Art und Weise vorschlägt, wie der zugefügte Schaden wiedergutgemacht werden kann: Gott und den Menschen gegenüber. Wahrscheinlich gibt er auch einige Hinweise, wie es gilt sich vor dieser oder jener Sünde in Zukunft abzuschirmen.

emptEs kommt vor, dass er sich vergewissern möchte, ob der Pönitent sich entscheidet, konkrete Mittel zu unternehmen, um mit der Sünde abzubrechen. Das betrifft u.a. die Sünden der Schwangerschaftsverhütung: Die Vergebung kann erteilt werden, wenn die Spirale entfernt wird, die Pille völlig und sofort abgeschafft wird, das Präservativ tatsächlich nicht mehr verwenden wird usw. – als Vorbedingung, um die Lossprechung erlangen zu können.
– Sollte sich der Pönitent nicht entscheiden wollen, die Spirale zu entfernen, wollte er die weitere Anwendung der Pille, des Präservativs – nicht aufgeben u.dgl., kann dem Pönitenten die Lossprechung von niemandem erteilt werden.
– Sollte aber dieser Umstand verschwiegen werden, dass hier kein Vorsatz besteht, die Sünden nicht mehr zu begehen, wäre die Beichte von vornherein ungültig und ... sakrileg!

emptIm Fall der Ermordung des eigenen Kindes (Abbruch der Schwangerschaft, aber genau dasselbe geschieht bei Abortivmitteln, sei es Pillen-Tabletten, oder der Schleife-Spirale, Pflaster, Präservativ u.dgl.) hilft der Beichtvater wahrscheinlich, dass dieser Getötete (diese Getöteten ...) deutlich zuerst noch um Verzeihung gebeten wird. Erst nach solchem deutlichen Gespräch mit ihm (ihnen) – samt der Bitte um Verzeihung ihrer Tötung, kann auch Gott um Vergebung der Mordtat gebeten werden.


Zuletzt auferlegt der Beichtvater eine ‘BUSSE’. Sie ist offenbar keine ‘Bezahlung’ für die erlangte Lossprechung, sondern symbolische Geste, dass ich mich mit möge es auch nur dieser Kleinheit in das schmerzhafte Leiden Jesu Christi des Erlösers einordne, kraft dessen ich in diesem Augenblick so leicht die Vergebung erlangen kann: sowohl wegen der ewigen Schuld, wie der ewigen Strafe.
emptSolltest Du bemerken, dass Du die dir auferlegte Buße zu erfüllen nicht imstande sein wirst, bitte deutlich – gleich noch im Beichtstuhl, der Beichtvater möge sie dir in eine andere wechseln, die Du in deinen Umständen zu erfüllen imstande sein wirst.
emptÄhnlich auch, falls Du nicht gut gehört hast, was für eine Buße dir der Beichtvater auferlegt hat, bitte ihn gleich auf der Stelle, er möge sie dir noch einmal wiederholen.


Nachdem Du die ‘Buße’ erhalten hast, bete halblaut im Geist der Demut und des Anvertrauens, indem Du dich an die Brust schlägst:

Gott, sei mir armen Sünder gnädig! (3 x)

emptDer Beichtvater spricht jetzt die Lossprechungsworte. In der Vergebung ist die ganze Heilige Dreifaltigkeit zugegen.
emptSei deutlich bewusst, dass in diesem Augenblick auf dich die zwei Strahlen von der durchbohrten Seite Christi herabströmen: Blut und Wasser, d.h.: Reinigung von Sündenmakel, und zugleich Bescherung mit neuem Leben, das Anteilnahme am Leben des Dreieinigen selbst bedeutet.
– Der Beichtvater sagt die folgenden Worte:

GOTT, der BARMHERZIGE VATER, hat durch den Tod und die Auferstehung seines SOHNES die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen GEIST gesandt zur Vergebung der Sünden.
Durch den Dienst der KIRCHE schenke er dir Verzeihung und Frieden.

SO SPRECHE ICH DICH LOS VON DEINEN SÜNDEN IM NAMEN DES VATERS † UND DES SOHNES † UND DES HEILIGEN † GEISTES

Verrichte bei diesen Worte ein großes Kreuzzeichen – und sage zur Antwort:

Amen

Der Beichtvater fügt noch hinzu:

Dankt dem Herrn, denn er ist gütig !

Antworte:

Sein Erbarmen währt ewig

Der Beichtvater entlässt Dich mit Worten:

Der Herr hat dir die Sünden vergeben
Geh hin in Frieden!

Antworte:

Dank sei Gott!


Indem Du den Beichtstuhl verlässt, küsse die Priesterliche Stola. Fürchte dich nicht, dass Du deswegen eine ‘Infektion’ erwerbst. Heilige Dinge infizieren nicht! Wenn der Priester bei einem anderen Priester zur Beichte geht, wird er auch die Stola seines Beichtvaters ... küssen.
emptEs gibt dabei vieles, wofür es zu danken gilt. Vor allem muss dem Erlöser für die unschätzbare Gabe gedankt werden: das Sakrament des Priestertums. Hätte es dieses Sakrament nicht gegeben, würdest Du niemals die Gewissheit gehabt haben, ob dir Gott die Sünden in der Tat ... verziehen hat.
emptDaher bedanke Dich dem Beichtvater für die Gnade der Lossprechung und seinen Dienst im Beichtstuhl. Möge es auch nur mit diesem Wort sein:

Gott vergelt’s Ihnen, Herr Pater !

Sollte Dich der Beichtvater einmal bescholten haben ...

Sollte es dazu kommen, dass der Beichtvater dich ‘beschilt’ oder dich schroff behandelt hat, bete für ihn ein wenig. Es kann sein, dass er selbst, dieser Priester – sehr jemandes brüderliche oder schwesterliche Unterstützung im Gebet benötigt ...
emptWeißt Du Bescheid, was für Probleme in diesem Augenblick gerade dieser Geistliche erlebt? Vielleicht stehen hundert und mehr Pflichten vor ihm, die er ebenfalls erfüllen muss. Er verharrt zwar am Posten des Beichtvaters, aber er sitzt wie auf ‘glühenden Kohlen’, weil diese anderen Aufgaben ebenfalls wichtig sind, oder vielleicht nach seinem sofortigen Eingriff verlangen.
emptOder auch er ist schlechterdings überfordert, an der Grenze seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten, sollte es auch nach auswärts den Anschein haben, er strotze vor Gesundheit.
emptOder anderseits er erlebt gerade eine tiefe innere Krise, denn auch das kann doch vorkommen. So ist es ihm dringend eine Hilfe nötig: diese Gottes und des Menschen Hilfe.

Nimm diese irgendwelche ‘Demütigung’, oder vielleicht gar diese beeinträchtigende Behandlung im Rahmen der Genugtuung und Buße für die Beleidigungen an, die Du Gott und den Menschen zugefügt hast. Wie viel Schändigungen und Herabwürdigungen seiner Würde – schon nicht nur dieser Gottes, sondern auch dieser gewöhnlichen, menschlichen – musste der Menschen-Sohn, Jesus Christus, erdulden! Dank seines Leidens ist es Dir jetzt so sehr leicht, dass Du dich mit Gott, der Kirche und den Menschen versöhnen kannst !

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5. Das Erleben
der Heiligen Beichte selbst

Nicht Beratungsstelle sondern Tribunal ... der Barmherzigkeit

Wie es sich ziemt, das Sakrament der Heiligen Beichte selbst zu erleben, kann aufgrund des reichlichen Stoffes des hiesigen vierten Teiles unserer WEB-Site erachtet werden. Und auch im unmittelbar darauffolgenden fünften Teil, der Gottes Barmherzigkeit gewidmet ist.

Es soll nur erinnert werden, dass die sakramentale Heilige Beichte kein Besuch beim Psychologen, noch Psychiater darstellt. Es ist klar, zur Heiligen Beichte trete ich nicht als ‘Heiliger’ heran, sondern als Sünder. Ich komme hier deutlich, um die Vergebung der Sünden zu erlangen. Dabei bin ich fest überzeugt, auch wenn es mir selbst schwer daran zu glauben ist, dass in Kraft der Liebe, mit der Gottes Sohn Jesus Christus das Unmaß der Erlösungs-Leiden auf sich genommen und sie bis zum Tod selbst erduldet hat, Gott mir die Sünden in der Tat vergeben kann und will. Selbst diese größten Sünden, die Er – selbst nach meinem eigenen Gutachten – eigentlich nicht vergeben sollte.

Aufgrund der Tatsache allein, dass der Himmlische Vater seinen Eingeborenen Sohn „dahingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige – Leben – hat” (Joh 3,16) ist es außer allen misstrauischen Verdacht und außer allen Zweifel ersichtlich, dass Gott dem Menschen seine Sünden deutlich vergeben will. Und dass es keine Sünde gibt, die die Möglichkeiten überragte, für sie doch die Verzeihung von Gott zu erlangen. Zur Erinnerung daran führen wir hier wiederholt Worte Johannes Paul II. an:

„Also unendlich, und unerschöpflich ist die Bereitschaft des Vaters, die verlorenen Söhne aufzunehmen, die zu seinem Hause zurückkehren. Unendlich sind die Bereitschaft und die Macht der Vergebung, deren unablässige Begleichung aus dem unaussprechlichen Wert des Opfers des Sohnes hervorgeht.
– Keine menschliche Sünde überragt diese Macht, noch schränkt sie ein.
Vonseiten des Menschen kann sie nur mit Mangel an guten Willen eingeschränkt werden, Mangel an Bereitschaft zur Bekehrung, d.h. zur Buße, mit Verharren in Widerstand und Widerspruch gegen die Gnade und Wahrheit, besonders vor dem Zeugnis des Kreuzes und der Auferstehung Christi" (DiM 13).

Die zwei Strahlen ...

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Beieinander zusammengestellt: Herz Jesu - Herz Mariä. Das Herz Jesu vom Heiligen Geist im Schoß Mariens, seiner Unbefleckten Mutter geformt.

Es dürfte nochmals innigst ermutigt werden, vor der Heiligen Beichte und in der Zeit des Beicht-Bekenntnisses mit Gottes Hilfe, aber bestimmt auch mit Hilfe der Hl. Schw. Faustyna, wenn man schon von ständiger Hilfe des Schutzengels und unserer Unbefleckten Mutter absieht, in sich die bewusste Haltung eines gleichsam ‘Aufsaugens’ der Kraft zu erarbeiten, die von jenen gebenedeiten zwei Strahlen zukommt, die von der durchbohrten Seite des Gekreuzigten – und zugleich Auferstandenen Jesus hervorsprudeln. So wird aus Gottes Gabe der Erlöser, Jesus Christus, auf dem Bild „Jesus ich vertraue auf Dich” dargestellt. Es geht um die zwei Strahlen, die das Blut und Wasser von der durchbohrten Christi Seite bedeuten.

Wir haben auf diese Wirklichkeit schon ein paarmal hingewiesen und kehren auf dieses Thema insbesondere noch im nächsten, fünften Teil unserer WEB-Site zurück (er ist im ganzen Gottes Barmherzigkeit gewidmet). Hier erinnern wir nur – als Ergebnis der Deutung dieser ‘Strahlen’, wie sie von Jesus selbst, dem Barmherzigen, dargestellt worden ist:

(0.2 kB)  Der Strahl des ‘Wassers’ bedeutet Reinigung der Seele von der Sündenmakel im Antlitz des Himmlischen Vaters. Wasser dient zum Waschen. In diesem Fall geht es um das Wasser, das von der durchbohrten Seite Jesu Christi, der am Kreuz hing, herausgeflossen ist. Jesus sagte zur Hl. Schw. Faustyna Kowalska: „Der blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt” (TgF 299). Ähnlich wie das Taufwasser die Seele dieser Person, die das Sakrament der Taufe empfängt, von der Erbsünde reinigt.

(0.2 kB)  Dagegen der zweite Strahl – dieser rote – ist Jesu Christi Blut. Jesus hat gesagt: „Der rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seelen ist ... Diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen Meiner Barmherzigkeit, damals, als Mein sterbendes Herz am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde. Diese Strahlen schützen die Seelen vor dem Zorn Meines Vaters ...” (TgF 299).

Im Anschluss an das Sakrament der Beichte, das Jesus gern als „Tribunal der Barmherzigkeit” nennt, hat Jesus durch die Hl. Schw. Faustyna folgendes gesagt:

„... Wenn du zur heiligen Beichte kommst, zu dieser Quelle Meiner Barmherzigkeit, fließt auf deine Seele immer Mein Blut und Wasser, das aus Meinem Herzen herausgegangen ist und deine Seele veredelt.
– Jedes Mal, wenn du zur heiligen Beichte herantrittst, versenke dich mit großem Vertrauen ganz in Meiner Barmherzigkeit, damit Ich über Deine Seele die Reichlichkeit Meiner Gnaden ergießen kann.
– Wenn du zur Beichte herannahst, wisse, dass Ich selbst im Beichtstuhl auf dich warte. Ich verhülle Mich nur mit dem Priester, aber in der Seele wirke Ich selbst. Hier begegnet das Elend der Seele dem Gott der Barmherzigkeit.
– Sage den Seelen, dass sie aus dieser Quelle der Barmherzigkeit einzig mit dem Gefäß des Vertrauens schöpfen können. Wenn ihr Vertrauen groß ist, gibt es keine Grenzen für Meine Freigebigkeit. Ströme Meiner Gnade überfluten demütige Seelen. Hochmütige sind immer in Armut und Elend, denn Meine Gnade wendet sich von ihnen ab – hin zu demütigen Seelen” (TgF 1602).

Diese Worte benötigen keinen Kommentar. Eine genauere Besprechung der Forderung um das ‘Vertrauen’, das zweifelsohne Synonymwort (gleichbedeutendes Wort) zu anderen Ausdrücken des Evangeliums ist, wie z.B.: Glauben, Glauben auf, Hab Vertrauen mein Sohn, u.dgl., wird im nächsten Teil unserer WEB-Site angegeben werden (s. genauer:  Inhalt des Vertrauens bei der Verehrung der Barmherzigkeit).

Demzufolge: bekennst Du schon die Sünden – und sagst Du deine wenn auch sehr demütigenden Sünden, indem Du zugleich Gottes Güte und Maria dankst, dass Dir Gott das alles aufrichtig, ohne Verschönerung, darzustellen lässt, schließe deine Augen, höre zu, was dir in diesem Moment der Beichtvater sagt, und freue dich, dass Du ganz sicher die Vergebung erlangst – Deiner vielleicht selbst schrecklichen Schuld und Deines Verrates, die – deiner eigenen Meinung nach – Gott dir eigentlich nicht mehr verzeihen sollte ...

Gottes ‘Nicht-Gedenken’ ...

Johannes Paul II. weist gern auf eine der unmittelbaren Früchte der guten Heiligen Beichte hin: die Freude im Heiligen Geist. Es ist Zeichen, dass hier von neuem das Leben der Allerheiligsten Trinität zu Gaste gekommen ist – kraft des Strahles: zuerst dieses ‘blassen’, d.h. des Wassers von der Seite Christi, das den Schmutz der Sünden gewaschen-getilgt hat: – so dass dieser Schmutz nicht mehr besteht. Dagegen gleich nach diesem Strahl wird dieser zweite Strahl ‘eingesetzt’: jener ‘rote’, und zwar das Blut Christi. Das Blut bedeutet aber Leben. In diesem Fall geht es um das Leben des Dreieinigen, das von neuem von den Toten auferweckt – kraft des Erlösenden Leidens und der Auferstehung Jesu Christi. Wahrlich, gebenedeit ist das möglich höchst totale Anvertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, das in Worten geschmiedet ist: „Jesus ich vertraue auf Dich” !

Merke dir noch für jeden Fall eine Einzelheit: Gott kennzeichnet sich mit ‘schwachem Gedächtnis’! Er ... kann nicht zählen! Gott ist ein ‘miserabler Mathematiker’ ! Er gibt immer entschieden zu viel! Er, der „König der Könige und Herr der Herren” (1 Tim 6,15). So nimmt Er Dich an, Du Lieber Sünder, jedes Mal wirklich so, als ob das alles erst zum ersten Mal geschehen sollte.
– Hier Worte Jesu an die Hl. Faustyna – und an jeden von uns:

„Du hast es mit dem
Gott der Barmherzigkeit
zu tun.
Dein Elend wird sie nicht erschöpfen:

Die Anzahl der Vergebung
habe Ich doch nicht bestimmt ...

(TgF 1488)

Könnte man noch je mehr ermutigende Worte erwarten? Das betrifft wohl besonders alle jene, die gewohnheitsmäßig sündigen: immer in dieselben Sünden verfallen, und die Kraft nicht haben, sich von ihnen zu befreien.

Gerade solche Haltung der Barmherzigkeit Gottes wird von Johannes Paul II. in seiner Enzyklika über die Barmherzigkeit Gottes dargestellt. Hier seine Worte, die auf alle besonders erquickend wirken, die vielleicht schon verzweifeln, ob ihnen Gott vergeben kann und sie noch einmal annimmt.

In diesem Fragment, das wir jetzt anführen, knüpft Johannes Paul II. an die wunderliche Freude an wegen des wiedergefundenen Sohnes, der zwar die Habe vergeudet hat, doch das Juwel seiner personalen Würde ist heil davongekommen:

„Diese Freude weist auf das unverletzte Gute hin:
Ein Sohn, selbst auch dieser Verlorene, hat doch
niemals aufgehört, wahrer Sohn seines Vaters zu sein ...” (DiM 6).

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6. Danksagung
für die Vergebung der Sünden

Die Weilen nach der Heiligen Beichte

Nachdem die Sakramentale Lossprechung erlangt worden ist, sollen noch einige strikt mit dieser unwahrscheinlichen Gabe verbundenen Verpflichtungen erfüllt werden. Es liegt doch hier die völlige Tilgung-Zerstörung-Zunichtemachung sowohl der Sünden-Schuld vor, wie der Strafe, die sich wegen der Sünde gehört hatte.
– Wir sind uns offensichtlich wohl bewusst, dass die ewige Strafe im Rahmen der Heiligen Beichte entweder total getilgt werden kann, oder auch sie kann in sog. zeitliche Strafe gewechselt werden. Solche zeitliche Strafe muss abgebüßt werden – entweder einst im Fegefeuer, oder schon hier auf Erden – in Form Lebensschwierigkeiten, Misserfolges und verschiedenartiger ‘Kreuze’ im Leben. Werden sie mit Geduld und Fügung an den Willen des Himmlischen Vaters angenommen, werden sie eine der grundsätzlichen Arten und Weisen, dass einmal das ‘Fegefeuer’ für sich abgekürzt wird.

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Relief des Jesus-am-Kreuz, im Kloster der Herz-Jesu-Priester in Płaszów Mały, Kraków.

Die vom Priester bei der Heiligen Beichte auferlegte Buße soll in der Regel gleich nach der Beichte verrichtet werden, bzw. im Termin, wie er vom Beichtvater bestimmt wurde. Die Erfüllung der ‘Buße’ soll um keinen Preis für ein unbestimmtes: ‘Ich verrichte sie einmal ...’ verschoben werden. Eine nicht verrichtete Buße wird – Gott bewahre – im Fegefeuer nachgeholt werden müssen. Dort ist aber alles unvergleichlich schwieriger, als hier auf Erden.

Unabhängig von der sakramentalen ‘Buße’ bleibt noch die fünfte Bedingung einer guten Beichte zu erfüllen: die ‘Genugtuung Gott und den Menschen’ gegenüber. Die Erfüllung auch dieser Bedingung soll auf einen ‘niemandem bekannten’ Termin nicht verlegt werden. Denn: die Erfüllung dieser Aufgabe erliegt keiner Verjährung!
– Bei ehelichen Sünden u.dgl., die mit Anwendung irgendwelcher elterlich-widrigen Mittel verbunden waren, setzt das die tatsächliche z.B. Entfernung der eingesetzten Schleife voraus, bzw. der in Tat umgesetzten, definitiven Abstellung der Tablette, der wirklichen Nicht-Anwendung mehr des Präservativs usw. Die Annahme dieser Entscheidung war Voraussetzung, die den Beichtvater zur Verleihung der sakramentalen Lossprechung ermächtigt hat. Darüber wurde schon früher ein paarmal insbesondere gesprochen (s. genauer:  Spermizide Kontrazeption als ebenfalls Abortivmittel – und noch: Die Entscheidung nicht mehr zu sündigen – mit ganzem vorangehenden und nachfolgenden Zusammenhang).

– Auf ähnliche Art und Weise bleibt noch die Wiedergutmachung des zugefügten Schadens und aller Unrechte den Nächsten gegenüber zu erfüllen. Es geht sowohl um materiellen-physischen Schaden, wie auch diesen geistiger Natur. Die diesbezügliche Entscheidung, die vor der Lossprechung gefällt wurde, war Voraussetzung für die tatsächliche Vergebung – mit all dessen Folgen.

Es bleibt endlich nach der Heiligen Beichte noch eines zu erfüllen: eine von Herzen fließende Danksagung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit für die erlangte Vergebung der Sünden und die Stärkung auf dem weiteren Weg zum – ewigen – Leben. Es erliegt offenbar keinem Zweifel, dass der beste ‘Dank’, den Gott im Zusammenhang mit der verliehenen Vergebung sowohl der Schuld, wie der Strafe wegen der Sünden erwartet, die Umsetzung in Tat der Vorsätze sein wird, die im Anschluss an die einzelnen, bekannten und vergebenen Sünden unternommen worden sind.

Und doch kann nicht gezweifelt werden, dass es sich auch ein deutlicher Dank für die Gabe der Gnaden gehört, die dem Pönitenten beim Durchgang durch das Tribunal der Barmherzigkeit zuteil geworden sind. Solcher Dank soll in Form einer aufrichtigen, herzerfüllten Danksagung gleich nachdem man vom Beichtstuhl weggeht, verrichtet werden.
– Gott ist wohl nicht allzu sehr daran ‘interessiert’, was man Ihm aus dem Gebetbuch ‘liest’, sondern daran, was wir Ihm sagen möchten – mit dem ‘Lächeln des erfreuten Herzens’, das voller Dank infolge der erlangten Gnade strahlt: dass mir die Schuld und die Strafe für die Sünden schlechterdings ... vergeben worden ist. Möge es zumindest mit einem solchen, kurzen, aufrichtig gesagten Dankwort ausgesprochen werden:

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Dankerweis für die erhaltene Lossprechung

Spontane Danksagung
für die Vergebung

Ich danke Dir, VATER, dass du mir alle diese Sünden vergeben hast. Sie haben mich so sehr bedrückt ...

Ich danke Dir, Du Gottes SOHN, Jesu Christe, Du mein Erlöser vom Kreuze! Du hast um unseretwegen, um meinetwegen – so viel Wunden erlitten. Mein ‘Hochzeitsgewand’ hast Du im Blut Deiner Leiden gereinigt. Du hast mir von neuem den Anteil am Gottes Leben geschenkt. Du tust es mit diesem wunderbaren Strahl: diesem ‘roten’: Deines Blutes, d.h. dem wahrhaft Göttlich-Menschlichen Leben Deines Göttlichen Herzens!

Ich danke Dir, Du Heiliger GEIST. Du hast eben Jesus in seiner Liebe zum VATER und zu uns die ganze Zeit geführt, als Er die Jahre seines Zugegenseins mit uns auf unserer Erde erlebte. Bis Du Ihn auf den Gipfel des Kalvarienberges geführt hast, wo Er uns von den Wunden der Kreuzigung her – Er, der Sohn Gottes, Dich, o Gottes Heiliger GEIST, zum Geschenk angeboten hat: „zur Vergebung der ... Sünden”.

Ich danke Dir, Maria, meine Mutter – unsere Mutter vom Kreuze. Du hast über mich wegen all dessen geweint, was ich Böses getan habe. Du hast dich bei Deinem Göttlichen Sohn für mich so sehr eingesetzt, dass Er mich nicht aufgegeben hat, auch wenn ich das verdient habe, sondern Er hat mich von neuem an Sein Herz gedrückt. Du hast für mich diese Gnade errungen. Und für so viele andere! Wie kann ich Dir, Maria, für diese Deine Mütterliche LIEBE gebührend danken?

Ich danke auch Dir, Du mein Geliebter, geduldiger, sooft um meinetwegen betrübter Schutz-Engel. Du hast mich nicht verlassen, auch wenn ich vom Herrn Jesus weggegangen bin. Gerade dann hast Du inbrünstig den Schöpfer – und Erlöser – gefleht, Er möge mich nicht für ewig verloren gehen lassen.

Ich liebe Dich, Gott Du der Dreieinige!
Jesus, ich vertraue auf Dich!
Ich vertraue mich Dir von neuem an:
im Leben, im Sterben,
und auf alles
was nach meinem Tod beginnt !
Maria, nimm mich an – mit Deinem Sohn, und dem Hl. Josef !


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Anderes kurzes Gebet nach der Heiligen Beichte

Hier noch wenigstens dieses andere, ‘fertiggeschriebene’ Gebet zum Dank nach der Heiligen Beichte. Es ist nur eines unter vielen anderen möglichen, immer schöneren und mehr rührenden, die in immer anderen Gebetbüchern gefunden werden können.

Gebet nach der Heiligen Beichte
(Alfonso Pereira SJ, Jugend vor Gott, Butzon u. Bercker Kevelaer, 1958, 321)

Gott, wie groß ist Deine Liebe! Durch das Wort des Priesters hast Du mir die Sünden vergeben. Ich bin jetzt wieder ganz Dein Kind. Ich danke Dir für Deine große Barmherzigkeit!
(0,58 kB)Ich will diese Gnade nicht vergessen und mich aus Dankbarkeit bemühen, die Sünde und die Gelegenheit zur Sünde sorgfältig zu meiden. Segne, o Gott, meinen Vorsatz und stärke mich, dass ich nicht wanke.
(0,58 kB)Darum bitte ich Dich durch Jesus Christus, Deinen Sohn, der mich durch sein kostbares Blut erlöst und reingewaschen hat von meinen Sünden.
(0,58 kB)Heilige Maria, Mutter Gottes, und Ihr Heiligen alle, bittet für mich, dass ich die Gnade Gottes nicht verliere.


UM DAS RECHTE HERZ
ebd., 322

Gib mir, Gott, ein KINDLICHES Herz zum Glauben
ein MÜTTERLICHES Herz zum Lieben,
und ein MÄNNLICHES Herz zum Handeln.
(0,58 kB)Gib mir zur KINDLICHKEIT im Glauben – Gewissheit und Ruhe,
(0,58 kB)zur MÜTTERLICHKEIT im Lieben – Lauterkeit und Innigkeit,
(0,58 kB)zur MANNHAFTIGKEIT im Handeln – Demut und Zuversicht.
Dann bin ich reich genug,
und alle meine Gebete sind erhört.


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RE-Lektüre: IV.Teil, Kapit.7c:
Stadniki, 11.XI.2013.
Tarnów, 20.IV.2022.

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C. DAS TRIBUNAL DER BARMHERZIGKEIT: DIE HEILIGE BEICHTE

1. Eine Handvoll Bemerkungen zur Einführung
Der hiesige Teil über die Beichte – Beichte und ‘Chat’
WEB-Seiten über die Heilige Beichte
Ein paar Deutsche Beichte-Seiten
Links zur Polnischen Beicht-Seite
Links zu Religiösen Seiten – Deutsch u. Polnisch

2. In Vorbereitung zur Heiligen Beichte
Gebetsklima vor der Heiligen Beichte
Gebet vor der Gewissenserforschung
Gebet um eine gute Beichte

3. Hinweise zur Gewissenserforschung und Heiligen Beichte
Unentbehrliche gute Gewissenserforschung
Öfteste Ursachen einer ungültigen Beichte
Hinweise bezüglich des Sprechens selbst im Beichtstuhl

4. Zur Formulierung des Beichtbekenntnisses
Was bei der Beichte vermieden werden soll
Was bei der Beichte gesagt werden soll
Die Beichte selbst
Im Beichtstuhl ...

ABLAUF der HEILIGEN BEICHTE
Gebet: „Deiner Liebe, o Jesu ...”
Der Lossprechungs-Spruch
Sollte dich der Beichtvater etwa bescholten haben ...

5. Das Erleben der Heiligen Beichte selbst
Nicht Beratungsstelle sondern Tribunal ... der Barmherzigkeit
Die zwei Strahlen ...
Gottes ‘Nicht-Gedenken’ ...
Die Anzahl der Vergebung habe ich doch nicht bestimmt

6. Danksagung für die Vergebung der Sünden
Die Weilen nach der Heiligen Beichte
Dankerweis für die erhaltene Lossprechung
Spontane Danksagung für die Vergebung
Anderes kurzes Gebet nach der Heiligen Beichte
Gebet nach der Heiligen Beichte
Gebet ‘um das rechte Herz’


Bilder-Fotos

Abb.1. Es dauert die Heilige Beiche - frühere Ausstattung, Jasna Góra
Abb.2. Sanktuar Gottes Barmherzigkeit: Krakówie-Łagiewniki
Abb.3. Bild ECCE HOMO gemalen vom Hl. Albert Chmielowski
Abb.4. Herz Jesu – und Herz Mariens untrennbar verbunden
Abb.5. Jesus-am-Kreuz, Herz-Jesu-Priester in Kraków-Płaszów Mały