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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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H.   AUSGEWÄHLTE FRAGEN DES MÄDCHEN- UND
FRAU-SEINS

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Bevorstehende Fragen

Wir bleiben bei der nächsten Stufe der Erwägungen des laufenden Kapitels stehen: Jugendliche am Weg zur Ehe: zum Sakrament der Ehe”. Gegenstand der bisherigen Betrachtungen des hiesigen Kapitels waren schon mehrere verschiedne Aspekte dieser ‘Jugendlichkeit angesichts der Ehe: des Sakraments der Ehe’. Gerade erst haben wir die Stufe mit dem Untertitel beendet: „Keuschheit in Betätigungen bei Jungen auf Probe ausgesetzt”. Es gehört sich jetzt ein wenig Aufmerksamkeit einer gleichen Probe auf die Qualität der Keuschheit im Anschluss an Mädchen zu widmen.

Die Brautzeit als Probe auf die Qualität der Keuschheit im Sinn des VI.Gebotes hinsichtlich der Mädchen – bringt nicht wenige detaillierte weitere Aspekte, die unmöglich gleichgültig übergegangen werden können. Die Erörterung mancher von ihnen wird für einen Priester, daselbst auch für diesen hier schreibenden, ein besonders ungeschicktes Problem, das aber umso mehr mit deutlicher Stellungnahme aufgegriffen werden muss.

Unter Problemen, die es zu berücksichtigen gilt, drängen sich u.a. folgende Fragen auf:

1. Eltern mit ihrer Verantwortung für das existenzielle Drama des Kindes: des Mädchens
2. Mangelnde Akzeptation seiner selbst als eigene Frage
3. Angriff des Bösen auf Gottes ethische Festsetzungen im Fall der Mädchen und Frauen
4. Aus Berichten des Alten Testamentes über Sünden und Verbrechen mit sexuellem Hintergrund

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1. Eltern und die Verantwortung für das existenzielle Drama
des Kindes: des Mädchens

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Das Mädchen: die Frau

Sollen wir im laufenden Abschnitt auf die Betrachtung der Personalität des Mädchens, der Frau auf der Stufe ihrer Brautzeit, und nachher der Ehe zurückgreifen, gehört es sich zuerst mit beiden Beinen auf dem harten Grundboden der Wirklichkeit zu stehen bleiben: der Frau – im Unterschied zum Mann. Wir verwahren uns einmal mehr, dass ähnlich wie es bei der Besprechung der Verhaltensweisen im Fall der Jungen war, keine tiefen wissenschaftlichen Analysen über die hier vorgestellten Verhaltensweisen der Mädchen, der Frauen, zu unternehmen vor haben. Wir möchten nur einigen auserwählten, mehr charakteristischen Aspekten ein wenig Aufmerksamkeit widmen, inwiefern sie uns diese Lebensphase des Mädchens besser zu verstehen lassen, und anderseits um eine mehr begründete Bewertung der ethischen Beurteilung der Verhaltensweisen – in diesem Fall hauptsächlich der Mädchen in der Zeit des ‘Miteinander-Gehens’ und Erlebens der Verlobungsphase in Vorbereitung zur Eheschließung mit Trauung: dem Sakrament der Ehe, erarbeiten imstande zu sein.

Das Mädchen erlebt sowohl ihre Geschlechtlichkeit, wie auch die Zeit des Verlobung, zweifellos anders als der Junge. Die Unterschiedlichkeiten zwischen Frau und Mann betreffen nicht nur die Gestaltung und das physische Aussehen, sondern umso mehr die verwickelte Psyche der Frau. Der Faktor, der über die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Mädchen und Jungen entscheidet, zwischen Frau und Mann – ist freilich ihre sehr verwickelte Physiologie – im Unterschied zur wesentlich einfacheren Physiologie des Mannes. Sie ist wohl die Grundlage der schwer zu umfangenden Kompliziertheit der Psyche einer Frau, wie auch ihrer Personalität, die selbst eine so nahe Person wie ihr Mann, manchmal nach vielen Jahren des Beisammenseins, voll zu entschlüsseln unfähig ist.
– So braucht man sich auch keinesfalls wundern, dass sich auch die Zeitphase der anfangenden Freundschaft, und dann der Verlobung – in Erlebnissen und Verhaltungen des Mädchens bestimmt anders gestalten kann, als es in ähnlicher Lebensphase in Erlebnissen des Jungen-Jünglings zu geschehen pflegt.

Als Einführungs-Aspekt, der die Unternehmung weiterer Erwägungen bedingt, kann bei so manchem Mädchen, und selbst einer schon erwachsenen Frau die Frage ihrer Haltung zu sich selbst als Frau und ihrer Existenz selbst auftauchen. Es kommt vor, dass Probleme in diesem Bereich mit Verschuldigung vonseiten ihrer Eltern zusammenhängen. Dennoch manchmal sind es auch Probleme allein dieses betreffenden Kindes: des Mädchens, beziehungsweise des Knaben. Zwar betrifft die Frage der Akzeptation seiner Existenz, und demzufolge der Sebst-Identität als Mann oder Frau seiner Art auch manche Jungen, also die Welt der Männer. Dennoch öfter pflegt sie als ein psychisches, und selbst physisches ernstes Problem bei Mädchen und Frauen vorzukommen.

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Dich sollte es nicht gegeben haben ...

Fehlende Annahme seiner Selbst in ihrer Fraulichkeit, oder vielleicht überhaupt als Menschen – kann zum Rang eines ungemein schmerzvollen, für lange Jahre stur rückkehrenden Problems werden. Es hängt üblich mit mehreren Gründen zusammen.
– Gespräche mit Mädchen und Frauen (dasselbe betrifft auch Knaben, Jungen), bei denen Mangel an Akzeptation seiner Selbst und der eigenen Fraulichkeit zutage kommt, pflegen schwierig zu sein. Die Nicht-Annahme seiner Selbst in eigenem Existieren und in nächster Reihe schlechterdings in eigener fraulichen Identität kann bei einer Person so ausgeprägt fixiert sein, dass es schwer ist diesen Menschen vom dauernden Verbleiben in nicht endender Unzufriedenheit wegen der Tatsache selbst überhaupt seines Exisiterens abzuwenden und dabei gleich noch von ihrem Sein als Frau – und nicht ... Mann.

Es kommt vor, dass jemand überhaupt nicht existieren ... möchte: er möchte einfach nicht da zu sein. So pflegt es besonders in der Situation zu sein, wenn das Kind ab seiner Empfängnis an von eigenen Eltern nicht gewollt wird. Die Entwicklung solchen Kindes in seiner Vorgeburtsphase pflegt dann dauernd verwickelt zu sein, was leicht verstanden werden kann. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Erlebnisse der Mutter und ihr Widerwille gegen das empfangene Baby nicht fatal auf seinen sich ausgestaltenden Körper, aber umso mehr auf seine Psyche, die doch Psyche des Menschen ist, auswirken sollten. Das Kind absorbiert ab Anfang an jede Reaktion des Organismus und der Person seiner Mutter, und auf seine Art seines Vaters: sowohl diese positive, wie umso mehr die negative Einstellung der Eltern zu ihm.

Zu dessen Folge kann dann seine schwachgewordene physische und psychische Entwicklung werden. Das wird sich einst in seiner Anfälligkeit auf Erkrankungen äußern und seine geringe physische und geistige Widerstandskraft. Das Kind kann vielleicht ganz nervös und sehr empfindlich werden. Es kann leicht Anfällen von Groll und Zorn erliegen. Die Reaktionen seiner Unzufriedenheit können bei ihm unproportioniert und ungemein scharf werden. Seine unhöflichen Antworten zu den Eltern und der Umgebung müssten manchmal mit der treffenden Bezeichnung charakterisiert werden, die des Öfteren von Kindern selbst und Jugendlichen angewandt werden: als ‘Maulgefechte und Schnauzen’. Die Kinder klagen sich manchmal selbst mit Anwendung gerade solcher Bezeichnung an: „Ich habe geschnauzt, gebrüllt, frech geantwortet ...”. Man kann schwer noch kräftigere Bezeichnungen allerlei unwürdiger Ausdrucksweisen im Alltag erfinden.

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Erklärung

Allerdings wie soll das Kind nicht solche ‘Maulgefechte’ pflegen, wenn seine Psyche von seiner Mutter, höchst wahrscheinlich bei aktiver negativer Haltung vonseiten seines Vaters, auf solche Art und Weise gestimmt worden ist? Die Erlebnisse und der andauernde Widerwille vor allem vonseiten seiner Mutter haben sowohl seinen Leib, wie seine Seele auf der Stufe des Fruchtlebens gerade so gestaltet.

Die Mutter hat dieses Kind vielleicht die ganze Zeit hindurch, da sie es im Leib getragen hat, dauernd abgestoßt. Sie hat sein Dasein vielleicht mit größter Verzerrung ihrer Unzufriedenheit angenommen. Diese Schwangerschaft wurde von ihr entschieden nicht gewünscht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie lange Tage und Wochen hindurch überlegt hat, wie sie dieses Kind ... loswerden kann. Wenn sie mit ihm letztlich bis zu dieser Stufe gekommen ist, dass sie es in die Welt gebracht hat, war es wohl infolge der befürchteten gesundheitlichen Verwicklungen für sie selbst, indem sie sich auf Schwangerschaftsabbruch in früheren Wochen letztlich nicht entscheiden konnte.

Sie hat das Kind letzten Endes geboren, allerdings sie stillte und betreute es mit Wut und Groll, sie schlug es ohne irgendwelchen Anlass, sie hat es geworfen und physisch und psychisch zurückgewiesen. Dennoch das Kind ... hat das alles irgendwie überstanden und überlebt. Es ist allmählich immer größer geworden.
– Jetzt reagiert es genau so, wie seine Psyche und sein Körper in Monaten des Fruchtlebens und nach der Geburt ... von der Mutter – bei aktiver, oder zumindest passiver Haltung seines Vaters profiliert wurde.

Braucht man sich da noch wundern, dass das Kind nur nach erster bester Gelegenheit lauert, um von diesem Haus: eines absoluten Mangels an Wärme und elterlicher Liebe – zu verschwinden? Im Maß wie es heranwächst, können immer häufiger sich wiederholende Situationen erscheinen, wenn das Kind vom Haus schlechterdings flieht.

Es wird gesucht werden – mit Hilfe der Polizei und der Bekannten. Es kann leicht geschehen, dass solches Kind in Hände vortrefflich in seinem ‘Fach’ gewandter, psychologisch gut geschulter Kuppler gerät, die ein herumirrendes Kind sofort erkennen – und es entführen. Sie nutzen es aus, um mit ihm ‘guten Handel’ zu treiben. Sollte es ein Mädchen sein, verschleppen sie sie in eine entsprechende Agentur, wo dem Kind zuerst alle Papiere und Dokumente genommen werden, um sie zu gut bezahlten Diensten zu nötigen und an ihr ein nicht zu beneidendes Vermögen zu gewinnen.

Ein Mädchen, das in ein ‘Begleitservice’ gerät, ist sich allzu gut bewusst, dass sie Opfer der Zuhälter geworden ist. Sie sieht es sofort, dass sie zur Rolle einer Sklavin und nur Geschäftsware herabgefallen ist – nicht zu eigenem Reichtum, sondern ihrer Besitzhaber. Sie wird immerfort invigiliert. Ihr ist es nicht erlaubt, sich irgendwo frei zu begeben: sie ist voll verknechtet. Beraubt aller persönlichen Dokumente.

Wenn sie immer wieder von den sie stur befallenden Gedanken zum Selbstmord herumgeht, kann es leicht verstanden werden. In ganz seltenen Stunden, wenn ihr etwas Zeit zur Reflexion bleibt, wird sie sich bewusst, dass sie es gern bevorzugt hätte, überhaupt nicht existieren zu können. Sie hasst ihre Mutter und hasst ihren Vater: von ihnen hat sie nie Liebe erfahren, sie wurde von ihnen niemals akzeptiert, sie sind ihr niemals mit Zärte entgegengekommen. Ihre Haltung des ‘frechen Antwortens’ ist nur Abreagierung des Stils, mit welchem man sich zu ihr alle Jahre hindurch verhalten hat.

In ihrer Seins-Verzweiflung fragt sie, ob sich für sie einmal ein ... Erlöser findet, der ihr verhelfen kann, dass sie vom Boden des moralischen Moders und des grässlichen Bewusstseins aufsteht, dass ihr Leben von Empfängnis an verloren ist und dass es keinen Zweck hat, noch weiter zu existieren?

Und doch, auch für sie besteht – vielleicht bedeutsam mehr als für viele andere – Jesus Christus: der Erlöser, der Gott-Mensch, der Heiland. Er wartet auf sie ! Es besteht für sie Maria, die Mutter des Gott-Menschen Jesus Christus. Es ist ihr Schutzengel da.
– Möge sie ... zu beten anfangen und in ihrer existenziellen Verzweiflung einen innigen Gebetskontakt zu Gott knüpfen. Es würde für sie selbst – und vielleicht für viele andere, zum Weg, auf dem sie den Sinn ihres Existierens wieder findet: den Sinn und das Gebet für diese alle, die ihr bisher systematisch Schaden zugefügt haben und sie als Gegenstand-Sklaven betrachteten: als Quelle für Lust- und Geldgewinn.

Siehe da die Auswirkungen, wenn solche zweien die ihnen von Gott angebotene Berufung zur Ehe und Elternschaft leichten Herzens annehmen. Zwar trauen sie letzten Endes, dennoch sie unternehmen keine Mühe, dass sie diese Berufung zum Fruchtbringen kommen lassen – nach Gottes Erwartungen, die Gott jedem nächsten Ehepaar vorschlägt: den Ehegatten – und dann Eltern.

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Du sollst nicht Mädchen, sondern Junge sein!

Es kommen auch andere, mit der geschlechtlichen Zugehörigkeit verbundene Situationen vor, in diesem Fall sei es bei einem Jungen, oder anderseits einem Mädchen.

In immer anderen Ländern beginnt die ‘Mode’ zu herrschen, dass die Ehegatten das Geschlecht ihrer Nachkommenschaft zu erzwingen suchen. So keimt die berüchtigte, verbrecherische ‘Geschlechter-Selektion’ des empfangenen Kindes auf.
– Wir übergehen hier die Volks-Republik China, wo ab etwa 1980 die ‘staatlich erlaubte Norm’ für Eheleute nur ein einziges Kind zu haben lautet. Alle weiteren Kinder werden rücksichtslos umgebracht, und die Frauen, aber auch Männer werden administrationsmäßig sterilisiert.
– An Frauen wird die Anwendung von hormonalen Abortiv-Mitteln erzwungen, eventuell es wird ihnen die Anti-Baby-Spirale eingeführt. Nach der uralten Kultur-Tradition, in China werden Jungs präferiert, dagegen Mädchen werden mit allen zugänglichen technischen Mitteln getötet (hier und da in China, auf Thailand usw., werden in Restaurants schon gut entwickelte, in durchsichtigen Behältern konservierte menschliche Fötusse angeboten. Sie werden wie z.B. Hähnchen zubereitet. Die Kunden schneiden sie dann in Teile und essen sie langsam, appetitlich als besonders geschätztes ‘Delikatesse’. Es gibt Filme und Dia-Präsentationen, mit denen man diese schockierende Sitten beobachten kann).
– Das hat selbstverständlich eine mächtige Verzerrung des Gleichgewichts zwischen männlicher und (minder gewerteten, auch wenn gut ausgenutzten) weiblicher Population herbeigeführt. Dessen ungeachtet, die staatlichen Festsetzungen bleiben weiter verpflichtend, und der Mut, ein noch zweites Kind zu bekommen, wird mit harten Strafmaßnahmen gefahndet.

Umgekehrt geschah es mit den Hebräern in der Zeit ihrer Knechtschaft in Ägypten im Alten Testament (der Aufenthalt der Hebräer, der Nachkommen von Abraham-Isaak-Jakob dauerte etwa ab dem 18. oder 17. Jahrhundert bis ca. Mitte des 13 Jh.). Der Pharao, bewusst um den raschen natürlichen Zuwachs bei den Hebräern, hat das Dekret erlassen, dass Knabenkinder bei der Entbindung getötet und in den Nil zum Fraß für Krokodile weggeworfen werden sollen, dagegen Mädchen-Babies sollten erhalten werden – zu bekannten Lust-Zwecken (Ex 1,16).
– Dennoch die Hebräer richteten sich mit Aussetzung des eigenen Lebens auf Lebensgefahr nach den ethischen Prinzipien um der Glaubens-Tradition auf Gott willen, der sich ihren Vorfahren offenbart hat: dem Abraham-Isaak und Jakob. Daher ihr Widerspruch vor dem demographischen Erlass des Königs von Ägypten.

Der biblische Autor relationiert es folgender:

„Die Hebammen aber fürchteten Gott und taten nicht, was ihnen der König von Ägypten gesagt hatte, sondern ließen die Knaben am Leben.
Da ließ der König die Hebammen kommen und sagte zu ihnen: ‘Warum tut ihr so und lasst die Knaben am Leben?’
Die Hebammen antworteten dem Pharao: ‘Die Hebräerinnen sind nicht wie die ägyptischen Frauen; sie sind so lebenskräftig, dass sie schon geboren haben, ehe die Hebammen kommen’ ...” (ebd., Ex 1,17ff.).

Wir sind hier Zeugen dessen, wie diese scheinbar primitiven Nomaden: die Hebräer, sich doch nach der Stimme des Gewissens richteten, obwohl es sich um Ereignisse handelt vor dem Empfangen des Dekalogs am Berg Sinai. Die Bekanntmachung des Dekalogs fand erst nach dem Exodus des ganzen Volks der Hebräer von Ägypten statt (Ex 20,1-17; es geschah ca. die Hälfte des 13. Jh. vor Christus). Der biblische Autor fügt nachdrücklich hervor – nachdem er den angewandten „Widerspruch des Gewissens” im Angesicht des staatlichen Gesetzes (sieh dazu die Enzyklika: EV 62.73f.89) vonseiten der zwei bei Namen erwähnten Hebammen dargestellt hat:

„Und Gott ließ es den Hebammen gut gehen.
So vermehrte sich das Volk und wurde sehr stark.
Weil die Hebammen Gott fürchteten, schenkte Er ihnen Nachkommenschaft ...” (Ex 1,20f.).

In unserem Kulturmilieu, wo viel Leute weniger oder mehr ostentativ wegen ihres Wegganges von Gott und der Kirche sich rühmen und sich um keine Ethik kümmern, begegnet man manchmal Eheleuten denen es scheint, sie wären schon zu Herren über ihre Zeugungsfähigkeit geworden. Sie spielen sich vor, sie hätten die Macht erreicht, über das „Gut und Böse”  bestimmen zu dürfen (vgl. Gen 2,17; 3,5.22; VSp 35).
– Sie finden sich in ihrer Selbstgewissheit berechtigt, unabhängig von Gott über das Geschlecht der eigenen Nachkommenschaft entscheiden zu können.

Als die Frau früher ihren ‘gesegneten Zustand’ erlebte – so wurden die Monate des Erwartens auf das Kind genannt: mit ganzer Demut, Freude, aber auch im Gehorsam zu Gott, der mit der Gabe des Lebens beschenkt hat, wussten die Eltern nicht, ob es ein Knabe, oder ein Mädchen sein wird. So haben sie für die erwartete Nachkommenschaft für jeden Fall zwei Namen vorbereitet.
– Jetztzeit erfahren die Eheleute – dank der Entwicklung der Technik – schon lange vor der Entbindung, ob sie einen Jungen erwarten sollen, oder ein Mädchen. Manche bestellen sich selbst Schnappschüsse von Filmen bei der Untersuchung mit dem ‘USG’-Gerät. Wenn das Kind groß wird, zeigen sie ihm dann diesen Film, dass es sein Bild von der Vorgeburtsphase anschauen kann.

Es gibt aber auch Eheleute, die so sehr auf ihr eigenes ‘Ich’ eingebildet sind, dass wenn ihnen z.B. ein Mädchen in die Welt kommt, wogegen sie sich auf einen Knaben eingestellt haben, unternehmen sie nach der Geburt des Kindes alle möglichen Bemühungen, um mit Kraftaufwand das Geschlecht des Kindes umzuwandeln – alles nach eigener Einbildung.
– Da es aber in der medizinischen Welt verschiedene Ärzte gibt: die einen leiten sich nach Gott und Gottes Gesetz, wogegen andere sich wegen Gottes nicht rühren lassen, kann bei ein wenig Mühe immer auch solcher Arzt irgendwo in der Welt gefunden werden, der auf Bestellung der Eheleute um ein ‘kleines Geldgebühr’ – eine entsprechende Hormonaltherapie unternimmt und entsprechende chirurgische Eingriffe vollbringt, dass z.B. von einem Mädchen ... ein Junge präpariert wird. Was man alles nicht tun kann, wenn es entsprechend ... bezahlt wird!
– Und wirklich, dem Arzt gelingt es einigermaßen mit Erfolg das bisherige Mädchen – irgendwie in einen Jungen umzuwandeln. Die Mutter freut sich, dass sie jetzt das hat, was sie gewollt hat: einen Jungen, nicht ein ... Mädel! Kein Kummer, dass zur Durchführung solchen Eingriffs eine Klinik vielleicht am zweiten Ende der Welt gefunden werden musste! Was man nicht alles unternimmt, um der Willkür und ‘Idee-Fix’ halber!

Indessen das Kind wächst schnell und wird dauernd ... größer, wie jedes andere Kind. Eine längere Zeit wusste das Kind überhaupt nicht, was mit ihm eigentlich ... betrieben wurde.
Dennoch, dem Geschlecht ist sein physisches, physiologisches, genetisches und psychisches Gepräge inne. Parallel dazu entwickelt sich das Bewusstsein um die geschlechtliche biologische und psychische Zugehörigkeit. Man kann in diesem oder anderem somatischen Ausmaß in den Köper eingreifen, es können verschiedene plastische Operationen durchgeführt werden, allerdings samt seinem Heranwachsen kommt das Kind stufenweise zum mehr klaren Verständnis, dass man von ihm – in diesem Fall: vom Mädchen – einen Knaben (eventuell in anderem Fall: umgekehrt) gemacht hat.

Wenn die ganze Geschichte zu seinem Bewusstsein kommt, beginnt das Kind höchst wahrscheinlich sich gegen die Eltern aufzulehnen. Viele physische und physiologische Veränderungen wird es schwer sein, auf ihre ursprüngliche Gestalt zurückzuwenden. Das Kind verhasst seine Eltern, verhasst auch den Arzt und diese Klinik, wo es gegen seine unveräußerliche ursprüngliche Identität zum Rang eines ‘biologischen Rohstoffs-Gegenstandes’ herabgeführt wurde.

Erreicht das Kind das Jugendalter, wird es niemanden finden können, der mit ihm eine ersehnte Ehe schließen möchte. Sein Köper, und selbst seine Psyche, wurden infolge der physischen und hormonalen Eingriffe völlig verzerrt. Die ‘Willkür’ der Mutter beziehungsweise des Vaters, dem Willen Gottes des Schöpfers zuwider, hat ihnen in gewissen Grad das Empfinden der Selbst-Zufriedenheit geschafft, indem sie ‘ihren Willen mit Kraft durchgesetzt’ haben. Sie haben das aber um den Preis der totalen Lebensniederlage des eigenen Kindes erreicht.

Sie haben das ihrige Kind ... überhaupt nicht geliebt. In ihren Launen haben sie sich selbst geliebt, aber in keinem Fall das Kind!
– So sind die Ergebnisse, wenn sich jemand die Macht Gottes anzueignen sucht – offenbar infolge der Überrede des Bösen: Satans, dessen Stolz über Gott hinüber schweben wollte, und der Jetztzeit den Menschen dazu aufhetzt, dass jetzt er, der Reihe nach, „ähnlich wird wie Gott” :

„... Darauf sagte die Schlange zur Frau: ‘Nein, ihr werdet nicht sterben!
Nur Elohim weiß vielmehr: sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf
und ihr werdet wie Elohim, und erkennt Gut und Böse’ ...” (Gen 3,4f.).

Zur Erinnerung. Wer fähig ist, irgendwas zu ‘kennen-erkennen’, steht daselbst ‘höher’ als die erkannte Sache. Die ‘erkannte’ Sache muss notgedrungen in Demut den ‘Namen’ annehmen, der ihr von jemanden höher stehenden angegeben worden ist. In diesem Fall sehen wir: die Fähigkeit, die ‘Macht’ darüber auszuüben, was das ‘Gute-Böse’ ist – beziehungsweise sein soll, zeugt vom souveränen Herrschen und Bestimmen, was es ‘Gutes’ oder ‘Böses’ ist.
– Gott ist Liebe, das heißt unfähig das als ‘Böses’ zu heißen, was das – ‘Gute’ – ist, noch umgekehrt.

Vielleicht gelangen diese Worte an jemanden der jungen Leute – an ein Mädchen, oder einen Jungen – auf der Stufe vor der Ehe.
– Möge es niemals in Deinem Fall so werden, Du Wertes Mädchen, Du Werter Junge, wie es gerade erst geschildert worden ist.
– Wie schwer es bisweilen ist, das mit Herzen und seiner Haltung anzunehmen, was auf den Bogen unserer Seite schon des Öfteren geschrieben wurde: dass niemand Besitzer, noch Eigentümer selbst seines eigenen Selbst ist. Niemand auch kann Eigentümer über einen anderen Menschen werden, noch umso mehr Herr seiner Geschlechtlichkeit sein.
– Ein Kind war niemals und wird niemals Eigentum weder der Mutter, noch des Vaters werden. Ein Kind wird der Mutter und dem Vater nur zeitweise ausgeliehen: dass diese zweien mit Gott dem Schöpfer bei seiner weiteren Gestaltung mitarbeiten und es – zum „Vollmaß des Alters Christi”  bringen (vgl. Eph 4,13: griech.: „bis wir gelangen ... zum Maß der Fülle Christi” = eis métron helikías tóu plerómatos tou Christóu), wird es doch letztlich zum Leben gerufen: dem – ewigen Leben. Sein einziger Herr und Besitzer, voller Liebe und Zärtegefühl, ist Gott allein!

Selbst aber Gott „will den Menschen” niemals für sich (als Gott)! Gott erschafft jede menschliche Person „um ihrer Selbst willen” (sieh: GS 24). Diese, so formulierte Äußerung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), haben wir auf den Bogen unserer Internet-Seite schon mehrere Male angeführt. Man könnte an diese Stellen von neuem, wohl mit nicht geringem Nutzen, wiederkehren (sieh z.B. ob.: Durch die Hingabe seiner Selbst sich zu wiederfinden – und z.B.: Beabsichtigt erschaffen – ‘um seiner Selbst willen’).
– Trotz allem führen wir das betreffende Fragment des Konzils noch einmal an. Diese Worte – schwierig und tief, wurden dem Konzil sehr wahrscheinlich vom Teilnehmer der Konzils-Arbeiten vorgeschoben, dem Erzbischof Karol Wojtyła, dem künftigen Hl. Johannes Paul II.:

„... Der Mensch, der auf Erden das einzige Geschöpf ist,
das Gott um seiner selbst willen gewollt hat,
kann sich selber nicht anders voll wieder finden,
als nur aufgrund der selbstlosen Hingabe seiner selbst ...” (GS 24).

Das bedeutet, dass es den Eheleuten nicht erlaubt ist, das Kind auf ‘instrumentale’ Art und Weise zu ‘wollen’ : also zur persönlichen Zufriedenheit, beziehungsweise zum eigenen Zufriedensein. Die Eheleute würden in solchem Fall nicht das Kind selbst lieben, sondern sich selbst. Das Kind würde zur Rolle eines ‘Mittels und nur Dinges-Sache’ herabfallen, deren Ziel und Aufgabe das eine sein soll: das selbstsüchtige Zufriedensein seiner Mutter, seines Vaters zu sättigen, die dann ruhig sagen könnten: Ich ‘HABE’ (endlich) ein Kind ! Es ist MEIN Kind! – Was offenbar ... Un-Wahrheit darstellt !

Indessen Gottes Stil des Liebens ist ganz umgekehrt. Gott ist der erste, der sich zu jedem Menschen – als seiner Person verhält: mit Distanz der Ehrerbietung. Daher liebt Er und will den Menschen nicht um seiner Gottes ‘Zufriedenheit’ willen, sondern „um seiner Selbst willen” : jenes Menschen, jener Person willen. Gott hat unseretwegen eigentlich überhaupt ‘nichts-und-nichts’. Niemand fügt Gott hinzu – noch nimmt er irgendwas sei es von seiner Ehre weg, noch von seiner Vollkommenheit. Der Mensch schafft Gott höchstens Sorge-nach-Sorge und Schmerz-auf-Schmerz.
– Dennoch, Gott liebt jeden „um seiner Selbst willen”. Gott wünscht ihm das eine: dass dieser Mensch, also „Gottes Ebenbild und Ähnlichkeit”, glücklich sein kann auf eine seiner Freiheit als Gottes Kindes würdige Art und Weise, nicht aber als ‘Satans Knecht’ ...

Johannes Paul II. widmete diesem – anscheinend kaum bemerkbaren Neben-Aspekt: dass jeder von uns „von Gottes Seiten um seiner Selbst willen gewollt ist” (das heißt: nicht für sich als Gott, sondern, sondern um gerade dieses Menschen willen als „um seiner Selbst willen) – eine kostbare, längere Erwägung in seinem „Brief an die Familien” (1994). Der Text dieses „Briefes an die Familien”, ähnlich wie es mit so vielen anderen wichtigen Dokumenten des Apostolischen Stuhles zu sein pflegt, kann von unserer Internet-Seine leicht gefunden werden (sieh genauer:  Brief an die Familien). Wir führen hier nochmals die Päpstlichen Worte an, die er in jener Erwägung an die Ehegatten-Eltern selbst hinordnet:

„Die Ehegatten wünschen die Kinder für sich ...
Doch schreibt sich in die eheliche und elterliche Liebe die Wahrheit über den Menschen ein, die so knapp, und so zutiefst vom Konzil ausgedrückt wurde mit der Feststellung, dass Gott ‘jeden Menschen um seiner Selbst willen will’.
Es ist notwendig, dass sich in dieses Wollen Gottes – das menschliche Wollen der Eltern einbezieht: dass sie den neuen Menschen so wollen, wie ihn der Schöpfer will ...” (BF 9 – gegen das Ende dieser Nr.).

Wie nicht-leicht es manchmal das Kind „um seiner Selbst willen” zu lieben ist! Wie schwer es bisweilen sein kann, eine Mutter, einen Vater, auf besseres Denken und eine bessere Einstellung zum eigenen Kind zu bringen, wenn die Mutter z.B. stur bekennt: „Ich lebe nur noch ... für mein Kind” ! Indessen dieses Leben „nur noch für das Kind” kann eine fein bemäntelte ihre Selbstsüchtigkeit als Mutter sein, die ihren Mann zu lieben aufgehört hat, und im Engagement in ‘Liebe-zum-Kind’ ein Substitut für die verlorene eheliche Liebe findet. Nur dass jene ihr Liebe nur noch zum ‘Kind’, die sich von weitem zwar sehr erhaben präsentiert, nur Liebe-zu-sich-selbst ist, nicht aber „Liebe zum Kind um seiner Selbst willen” !
– Auf dieses Thema gilt es bald noch einmal zurückzukehren. Das Kind beginnt doch in Kürze ... sich immer mehr und immer schmerzhafter von der Mutter loszureißen, beziehungsweise auf ähnliche Art und Weise ... von seinem Vater!

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Erklärung

In der oben dargestellten, ganz entarteten, in-Besitz-ergreifenden ‘Liebe-zu-sich-selbst’ solcher Frau-und-Mutter, wenn sie zur Befriedigung ihres eigenen übertriebenen Ehrgeizes dazu gebracht hat, dass das Geschlecht ihres Kindes mit Kraftaufwand geändert worden ist, kann wie auf der Hand gesehen werden, was das heißt, wenn man sich der Befähigung total veruntreut, mit der Gott in der Stunde der Eheschließung, des Sakraments der Ehe, zwei Leute, die Ehegatten beschenkt. Gott befähigt sie dann mit der Macht, das Leben weiter zu geben, nur dass dessen Besitzer allein Er weiter ist: Er allein – Gott.

Er ist es auch, dieser Gott-die-Liebe, der diesen zweien in dieser Stunde die Aufgabe anbietet, die Frucht ihrer ehelichen Liebe nicht zu zerstören, sondern Er ruft sie zur schöpferischen Mitarbeit mit sich, indem Er ihnen die vielfältige Pflege um das Kind anvertraut, seine Erziehung und dass sie die Talente, mit denen Er ihre Nachkommenschaft beschenkt hat, zur bestmöglichen Fülle gedeihen lassen, so dass sie sie einst mit Freuden Gott zurückgeben können als voll entfaltete Blume-Person:

„... Die eheliche Liebe, die die Gatten zum gegenseitigen ‘Erkennen’ führt, das sie zu ‘Einem Fleisch’ macht, erschöpft sich nicht unter ihnen beiden, weil sie sie zur größten Hingabe befähigt, dank der sie zu Mitarbeitern Gottes werden, indem sie die Gabe des Lebens einer neuen menschlichen Person schenken.
– Während sich die Eheleute also einander dahinschenken, geben sie aus sich eine neue Wirklichkeit heraus: das Kind, lebende Abspiegelung ihrer Liebe, bleibendes Zeichen ihrer ehelichen Einheit und lebendige und untrennbare Synthese ihres Vater- und Mutterseins”  (FC 14).

Berufen zu werden zur Würde eines „Mitarbeiters” Gottes-des-Schöpfers selbst und des Erlösers – und anderseits usurpatorischer ‘Herr’ über die Quellen von Leben und Liebe zu werden, die übrigens niemals Eigentum irgendeines der Geschöpfe werden werden (weder der Engel, noch umso mehr der Menschen und der Eheleute), stellt einen undurchdringlichen Abgrund dar. Die Sünde des so weit vorangeschobenen Eingriffs in die den Eheleuten anvertraute Nachkommenschaft sind – Sünden im Typus der Sünde des gefallenen Anführers der aufständischen Engel, samt der ganzen Zurechnungsfähigkeit und Verantwortung in Gottes Antlitz.

Es bleibt die Frage übrig: Wie kann solche Mutter, solcher Vater – den ihrem Kind zugefügten unwiederbringlichen Schaden ersetzen? Sie haben dem Kind völlig den Sinn seines Existierens zerstört. Was für einem Teufel sie in ihrer perversen Wahnidee erlagen, dass sie zur Befriedigung ihrer ‘Fixe-Idee’ den Mut gefasst haben, das Gebiet der strikten Zuständigkeit Gottes zu beschreiten?

Und noch weiter: wie werden sie jetzt Gott die Ihm zugefügte Beleidigung ersetzen können: den Versuch, Gott zu entthronen, um selbst auf dem Thron Gottes als usurpatorische Geber von Leben und Tod sitzen zu bleiben?

Selbstverständlich: wenn sie noch beim Leben bleiben, schenkt Gott auch ihnen die Chance, Gott um Verzeihung zu bitten und sich mit Ihm zu versöhnen. Allerdings: Eingangsbedingung, um sich an Gottes Barmherzigkeit für sich hinzuwenden – bleibt immer die Erfüllung der Fünften Voraussetzung einer guten, gültigen Heiligen Beichte: Ersatzleistung Gott – und dem Nächsten gegenüber: ... dem von ihnen ... zerstörten ihrem ... Kind.

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Du solltest ... Junge werden

Eine weitere Abänderung des Grundes, warum es zu einer darauffolgenden, existenziellen Katastrophe kommen kann, zumal im Fall eines jungen Mädchens, besteht auf der ihr bei jeder Gelegenheit wiederholten Kenntnisnahme, dass sie nicht so geboren ist, wie sie sich diese zweien als ihre Eltern gewünscht haben, sondern sie kam in die Welt ‘umgekehrt’. Sie haben einen Jungen geplant, nicht ein Mädchen.

Es ist merkwürdig, solche Lage wird dem Mädchen, der Tochter, fast niemals vom Vater zum Bewusstsein gebracht, sondern von der Mutter, zumal bei nervösen, gespannten Auseinandersetzungen, mit Wut, wenn es zu einer typischen ‘aufgeregten Atmosphäre’ zwischen Mutter und Tochter kommt. Die Mutter kann dann ihren ganzen Gallensaft des Ärgers auf sie ausgießen. Es geht dann eigentlich immer um ihre eigenen ehelichen Frustrationen und Niederlagen ihres Lebens in Ehe, indem sie die Schuld deswegen auf sie, ihre Tochter, abwälzt, wobei doch die Tochter mit ehelichen Problemen ihrer Mutter nichts zu tun hat. Die Mutter redet zwar ihrer Tochter ein, sie liebe sie sehr, und doch sie lässt sie immer wieder verstehen, dass sie ... Junge sein sollte, nicht aber Mädchen ... !

Worte dieser Art sind zweifelsohne Gipfel einer Unverantwortlichkeit jener Frau, der Mutter, zu ihrem eigenen Kind. Sie zeugen von grundlegender Taktlosigkeit dem eigenen Kind gegenüber. Diese Frau offenbart ihre völlige Unreife zum Frau- und Mutter-Sein: Unreife, um überhaupt in den Ehebund einzugehen und eine Familie zu gründen.

Sie weiß keinen Bescheid um die Gestaltung ihrer selbst und des eigenen Charakters. Mit ihren Äußerungen – angesichts des eigenen Kindes, und der stur ihrem Bewusstsein eingeprägten solcher bedrohlichen Überzeugung, zeugt sie davon, dass sie auf den Weg der Ehe eingeschritten ist, wobei sie aber den grundlegenden Sinn und Zweck der Ehe nicht zur Kenntnis angenommen hat.

Die Ehe sollte Grundboden werden, um eine Kommunion von Liebe und Leben zu schaffen, das heißt Kommunion nicht für sich und seine Gefälligkeiten, sondern um ein dauerndes Leben-‘für’ diesen anderen und diese anderen zu werden – im Maß, wie sich die Ehe in allmählich entstehende Familie umwandelt. Sie hat ihre Berufung zur Ehe – scheinbar freiwillig angenommen. Sie sollte zur Samenanlage werden für eine soziale Zelle, aus der die Familie aufkeimen wird. Und dass sie Ehefrau werden wird, und dann Mutter, also dass sie voll freiwillig die Haltung des Dienstes annimmt hinsichtlich der aufeinander erscheinenden Kinder – im Maß dessen, wie sie ihnen beiden als Eheleuten-Eltern von Gottes Vorsehung anvertraut werden werden.

Gott hat ihnen sein Vertrauen geschenkt, dass ihre Einführung auf das Terrain der ehelichen Intimität in der Stunde, da sie sich ihren ehelichen Konsens zum Ausdruck gebracht haben, Frucht von Liebe einer Hingabe bringen wird – schon nicht allein sich gegenseitig als Ehegatten, sondern in immer größeren Grad den aufeinander erscheinenden ihren Kindern. Diese Kinder werden – wie es mit ganzer Tiefe und Wahrheit der Offenbarung Gottes der Hl. Johannes Paul II. ausgedrückt hat, „... lebende Abspiegelung ihrer Liebe [= ehelichen Liebe] werden, bleibendes Zeichen ihrer ehelichen Einheit und lebendige und untrennbare Synthese ihres Vater- und Mutterseins” (FC 14).

Indessen diese Frau, diese Mutter, lässt ihre Tochter immer wieder verstehen, dass sie einen fortbestehenden Zorn erlebt, weil sie, diese ihre Tochter, in die Welt ... gerade als Mädchen gekommen ist. Sie wollte sich wohl vor ihrem Mann rühmen, dass sie – zu seiner Ehre und Freude – einen Knaben geboren hat, nicht aber ein Mädchen. Angesichts ihrer allmählich heranwachsenden und sich entwickelnden Tochter geniert sie sich nicht, in ihren scharfen Äußerungen vor ihr festzustellen, dass wir „einen Jungen erhofft haben. Zum Unglück für uns ... bist du in die Welt gekommen, also ein Mädchen. Indessen du solltest Knabe sein: so haben wir es mit deinem Vater geplant. Der Vater hat darauf so sehr gewartet! Wir haben dich zwar angenommen, es war aber schweren Herzens, denn: was sollten wir anderes damit anfangen!?”

Das Mädchen wird in solcher Situation ganz wehrlos. Sie weiß nicht, was sie mit sich machen soll und wie eigentlich der Wunsch ihrer Mutter ist. Sollten die Worte der Mutter etwa bedeuten, dass sie aufhört ...noch weiter zu leben? Anders gesagt: strebt die Mutter deutlich danach, dass sie – als ihr Kind und Tochter, Selbstmord begehen soll? Oder auch soll sie möglichst schnell vom Haus verschwinden, dass die Mutter sie nicht mehr mit ihren Augen sieht?

Solche Fälle gibt es häufiger, als man es erwarten könnte.
– Siehe da, es sammelt sich – geben wir an, eine mehrere Hunderte Gruppe Jugendlicher und älterer Personen zur Pilgerwanderung zu einem der Sanktuarien Mariens: es ist August, der Pilgermonat. Diese konkrete Gruppe wandert ganze 8 Tage lang zu Fuß. Eines Tages kommt zu einem der ein paar Priestern, die zu dieser Gruppe gehören, ein Mädchen – sie macht gerade ihre Abitur-Klasse. Sie fragt, ob sie mit dem Pater sprechen dürfte.
– Sie stellt ihr leidenhaftes Problem vor: „Meine Mutter lässt mich seit mehreren Jahren systematisch zu verstehen, dass ich ein Junge werden sollte, nicht ein Mädchen. Sie sagt, dass mein Kommen in die Welt für sie als Ehegatten-Eltern ein großer Fehler und Enttäuschung gewesen war: sie beiden erwarteten einen Jungen, indessen ich bin herausgekommen: ich – Mädchen. Was soll ich also mit mir machen? Womit habe ich mich der Mutter, womit dem Vater – verschuldigt, dass ich als Mädchen geboren bin, und nicht als Junge? Was soll ich überhaupt machen? Soll ich mich ... aufhängen? Sooft mir die Mutter dieses vorhält, verschwinde ich in irgendeine Ecke und schweige, denn: was kann ich meiner Mutter auf ihre Vorwürfe zur Antwort geben? Und gieße meine Tränen in Stille – ich flehe Gott, dass Er mir die Kraft verleiht, das alles ganze Jahre hindurch durchzuhalten. Die Haltung meiner Mutter wird für mich eine sich fortziehende Stichelei direkt in mein Herz”.

Was kann und soll ein Priester in solcher Situation dazu ... sagen? Er knüpft doch keinen Kontakt mit der Mutter dieses Mädchens an: das Mädchen stammt aus einem weit entferntem Ort und einem anderen Bezirk. Würde er es selbst versuchen, an die Eltern dieses Mädchens ein paar Worte zu schreiben, könnten sich ihre Reaktionen nur verschärfen und die Tragödie dieses Mädchens vervollständigen.

Der Priester findet für das Mädchen selbstverständlich ein schöpferisches Wort und eine schöpferische Suggestion. Nicht umsonst beruft Jesus Christus, der Gute Hirt, einen Priester zu seinem Diener, und nicht umsonst beschenkt Er ihn mit entsprechenden Gaben im Heiligen Geist, dass er den Dienst eines geistlichen Führers und Arztes für die leidenden Seelen gemäß den Erwartungen Christi erfüllen kann.
– Der Priester suggeriert unter anderen, dass auch dieses bedrückte Mädchen, so tiefschneidend vonseiten der eigenen Mutter zunichte gebracht, diese schmerzende Lage als eine bevorstehende Sendung den Eltern gegenüber annimmt. Er schlägt vielleicht vor, dass sie dieses Gottes-Geschriebene-Wort vom Hl. Paulus den Apostel lieb hat, das vor allem der Sel. Pater Jerzy Popiełuszko an sich angewandt hat:

„Lass dich nicht vom Bösen besiegen (= diesem, der der BÖSE ist: Satan),
sondern besiege das Böse (= den Bösen: Satan)
durch das Gute (= mit umso größerer Liebe)(Röm 12,21).

Wie viele Male haben wir gerade dieses Gottes Wort auf den Bogen unserer Internet-Seite angeführt! In diesem Fall – in Anwendung an diese bittere, bei der Mutter so äußerst, wohl in Tiefen selbst ihres Bewusstseins und Unterbewusstseins fixierte Bitterkeit infolge wohl der Niederlage ihrer eigenen Ehe, könnte das Mädchen – nachdem sie diese ihre Herzensqual im Gebet dem Gekreuzigten Erlöser und der Schmerzhaften Gottesmutter Maria zur Verfügung angeboten hat – ihrer Mutter vielleicht etwa solches Bekenntnis im Gespräch anbieten:

„Ich weiß, Mama, dass du mich nicht allzu sehr liebst: du hast gewünscht, dass ich Junge werde. Indessen ich bin ... Mädchen.
Aber ich – ich liebe dich sowieso von Herzen, meine Mama! Du hast mich geboren, du hast mich gestillt, die Windeln gewechselt, und vielleicht ... mich auch einmal geküsst.
Mama, ich liebe dich wirklich! Und weiß nicht, wie ich mich Dir für alles, was es Gutes gewesen war und weiter ist, bedanken soll.
Auch wenn ich dir so viele Male im Leben Schmerz bereitet habe, ich war unanständig, habe nervös geantwortet – du hast mich immer von neuem angenommen und mir verziehen..

Rozmiar: 58 bajtówMama, ich liebe dich wirklich ganz sehr. Ich bete auch jeden Tag, dass auch du, auch nur ein wenig ... glücklich bist. Auch wenn ich dich so sehr enttäuscht habe, angefangen von meiner Ankunft in die Welt.
Rozmiar: 58 bajtówIch möchte, Mama, dass dich Maria an ihr Herz drückt – und dir tausendmal alle Liebe vergilt, mit der du mich doch ab meiner Empfängnis an umfangen hast – und es weiter tust.


Rozmiar: 58 bajtów Mama, und kann ich dich fragen: betest du auch ... für mich? Kannst du mir trotz allem deinen Muttersegen schenken?
Rozmiar: 58 bajtówUnd sollte ich einmal heiraten, wirst du für mich um einen guten Mann beten? Und dass auch ich einmal – eine gute Mutter werde?
Rozmiar: 58 bajtówErlaubst du, Mama, dass ich dich jetzt liebend drücke, und dich mit Küssen belege” ?

Worte in dieser Art könnten vielleicht – sowohl für dieses Mädchen, wie für ihre Mutter, Ausgangspunkt zur Versöhnung werden – Balsam, der die gegenseitige Verzeihung erleichtert und zur Aufopferung der bisherigen Bitterkeit und aller Enttäuschungen wird – zur Verfügung des Erlösers und der Mutter des Erlösers – als Angeld für einen besonderen Segen für die weitere Folge des Lebens: dieses Mal schon – versöhnten Lebens, sowohl für die Tochter, wie für die Mutter und Vater. Es wäre Frucht infolge der Bezauberung mit der Ansicht Christi, oder eher des ganzen Dreieinigen, der der Erste „sich nicht besiegen lässt vom Bösen (= diesem Bösen: Satan), sondern das Böse (= den Bösen: Satan) mit Gutem (= umso größerer Liebe: Gottes Liebe) besiegt” (Röm 12,21).

Wie groß ist in solchen Fällen die vielfältige Verantwortung, die eine solche Mutter auf sich nimmt! Indem sie dieses Kind zur Welt bringt, will sie es nicht „um seiner Selbst willen”, sondern um ihrer eigenen, selbstsüchtig verstandenen Selbst-Zufriedenheit.
– Ganz anders verhält sich Gott-der-Schöpfer und Erlöser selbst gegen uns! Er liebt jeden von uns „um seiner Selbst willen” (s. dazu die tiefe Erwägung Johannes Paul II. von seinem ‘Brief an die Familien’: BF 9).

Zur Schlussfolgerung vom angeführten, tatsächlichen Ereignis (es ist übrigens kein Einzelfall) dürfte nur dazu gesagt werden: Du Mädchen, Du Junge, die ihr euch auf den ehelichen Bund einstellt: auf das Eingehen des Sakraments der Ehe! Die Ehe ist wahrhaft kein Spiel. Sie setzt einen ungemein großen Grad von Verantwortung voraus. Aber auch, dass der Inhalt des Sakraments selbst an sich, wie auch der Worte des ehelichen Gelöbnisses: „Ich gelobe dir Liebe, Treue ... und dass ich dich nicht verlasse bis uns der Tod trennt”, ganz wörtlich zu Herzen genommen wird. Ehe bedeutet Verantwortung für das große Wort, das Gott, aber auch den Menschen bei der Eheschließung ein für allemal gegeben wird!

Außerdem wäre die Haltung solcher Eltern, die ihr Kind nicht voll akzeptieren, Leugnung dieses Wortes, das sie beiden Gott und den Menschen zur Stunde des eingegangenen Ehe-Sakraments gegeben haben. Der Priester hat ihnen damals die grundsätzliche Frage gestellt:

Wollt ihr mit Liebe annehmen
und katholisch erziehen – die Nachkommenschaft,
mit der euch Gott beschenken wird?”

Sowohl diese Frage an sich, wie die positive Antwort dieser beiden, die in das Ehe-Sakrament einschreiten, sind alles andere, nicht aber Wort, das ... ‘in den Wind’ geworfen wäre, das heißt als von vornherein Lügen strafen hinsichtlich des Inhalts des gerade feierlich geäußerten Wortes (s. BF 8: gegen das Ende dieses Fragments. – Und NB.: leider ist das Deutsche Rituale für die Eheschließung auch in diesem Fall weit entfernt vom allgemein Katholischen Römischen Rituale! Wie üblich ... sehr verwässert ... !).

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2. Fehlende Akzeptation seiner Selbst
als eigenes Problem

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Leben in Nicht-Annahme der eigenen Fraulichkeit

Es kommt vor, dass ein Mädchen von allein Junge sein möchte und wegen ihrer Fraulichkeit nicht zufrieden ist.
– Selbst an sich eine solche Sehnsucht: ein Junge zu sein, wäre noch nichts besonders wunderbares. Es könnte Anzeichen der Selbstsicherheit jenes Mädchens sein und ihres Wunsches, die Welt der Jungs und Jünglinge in allen möglichen Bereichen zu distanzieren.
– Dennoch es kommen Mädchen vor, die nicht dabei stehen bleiben, das männliche Geschlecht zu beneiden, dass sie gerade Männer sind, sondern sie schämen sich geradeaus wegen ihres Frau-Seins, und selbst sie verachten sich selbst gerade deswegen, weil sie Mädchen, Frau sind.

In diesem Fall ist es nicht allein Frage des fraulichen Ehrgeizes im Verhältnis zu Jungs, sondern eines deutlichen Minderwertigkeitskomplexes wegen des Mädchen-Frau-Seins – in Zusammenstellung mit der männlichen Welt. Die Abneigung zu sich selbst als Mädchen-Frau kann so groß werden, dass sie bisweilen zu ihrer Obsession wird, die dieses Mädchen sich selbst eigentlich nicht erklären kann.

Diese Zwangsvorstellung samt der damit einhergehenden Verachtung ihrer selbst als Mädchen-Frau wächst in solchen Fällen aufgrund tieferer Wurzeln in Erlebnisse ihrer Kinderzeit und der Qualität hervor, wie sie zu Hause und in der Familie betrachtet wurde. Solche Situation forderte viel geduldiges Gespräch, vielleicht selbst viele Gesprächssessionen mit einem guten Psychologen, dem es gelingen würde an die Wurzeln selbst der bei diesem Mädchen, oder schon der erwachsenen Frau angesammelten Komplexe zu gelangen.
– Eigenartig eignet sich solcher Fall wohl auch zur Lösung auf dem Niveau des Glaubens; vielleicht gerade vor allem auf der Ebene des Glaubens ...

Im Alltagsleben und in seinen Verhaltungsweisen – zu Hause, in der Schule, unter Menschen, tut solches Mädchen gewöhnlich alles, dass sie um jeden Preis in jeder Rücksicht mit den Jungs gleichkommt. Sie zeigt sich beinahe niemals in typisch fraulicher Kleidung. Sie zieht das Kleid nicht an, niemals geht sie mit dem Rock. Sie trägt eine typisch männliche Haartracht, so dass man von weitem schwer unterscheiden kann, ob es ein Junge ist, oder ein Mädchen. Im Sport hält sie an typisch männlichen Sportarten und scheut sich vor keiner Mühe, dass sie auch in diesem Bereich die Lorbeeren des Sieges in Zusammenstellung mit den Jungs davonträgt. Von Natur aus verweilt sie gern unter Jungen und verachtet keinesfalls ihre Manieren: In Verhaltensweise, im Wortschatz, in Gebärden.
– Zugleich schämt sie sich beinahe wegen ihrer Fraulichkeit. Sie verdeckt sie inwiefern es nur möglich ist und wird nervös, wenn man sie als Mädchen anspricht.

Im jugendlichen Alter versteht sie sich offensichtlich zuletzt auch zu verlieben, umso mehr dass es ihr nicht allzu schwer ist, so manchem Jungen zu imponieren. Heiratet sie aber, findet sie sich weiter wegen ihrer Fraulichkeit verlegen und verheimlicht sie, soweit es nur möglich ist.
– In der Ehe erscheint endlich auch das Kind, dennoch sie bleibt ewig unzufrieden wegen der Tatsache, dass sie Frau ist, also nicht Mann. Diese Gedanken kehren in ihrer Psyche immer wieder zurück und werden zum weniger oder mehr bewusst gewordenen Hintergrund bei der Unternahme vieler Entscheidungen. Beim Erleben der gegenseitigen ehelichen Nähe kennzeichnet sich solche Frau nicht selten mit weit ausgeprägter Frigidität.

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Von längerem Briefaustausch mit Frau Danuta

Um nicht ganz unbegründet vorzukommen, dürften hier Bruchstücke einer länger anhaltenden Korrespondenz mit einer verhältnismäßig jungen Ehefrau angeführt werden – lassen wir sie Danuta heißen.
– Nach einigen Anfangs-Emails, hat Frau Danka zum hier auf ihre Anfragen antwortenden Priester Vertrauen gewonnen. Sie begann allmählich ihre immer tieferen Widerstände zu offenbaren, ihren Minderwertigkeitskomplex und Fragen, die sie bisher mit niemandem geteilt hat.

Es war nicht allzu schwer, sich an ihren vielfältigen Komplexen beinahe sofort zu auserkennen, u.a. an ihrem Komplex im Zusammenhang mit allein der Tatsache, Frau zu sein, wie auch ihrem Empfinden, dass ihre Beziehungen zur Umgebung unabsichtlich des Öfteren – wegen ihres Minderwertigkeitskomplexes zerstörerisch wirken.
– Hier eine Auswahl von Fragmenten aus ihren Briefen. Wie üblich, so manche Einzelheiten, Namen und Daten werden hier um verständlicher Gründe wegen verändert.

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Erklärung

[Danka-1] „... Ich muss zugeben, dass Sie sich, Herr Pater, an Psychologie gut auskennen. Ihre Worte wirken auf mich ermutigend.
– Ich habe immer ein Minderwertigkeitsempfinden gehabt, und habe es weiter, obwohl ich Einzelkind war. Dennoch ich habe mich von meiner Mutter niemals geliebt gefunden. Was ich nur gemacht haben sollte, war und ist weiter immer ‘schlecht’. Wobei ich doch immer so sehr um alles besorgt war.
Ich ging niemals zur Diskothek, noch auf Spielen, weil ich glaubte, dass mich sowieso kein Junge wollen wird, weil ich so farblos bin. Als ich nahe meines Abiturs war, bin ich ganz allein geworden: beide meine Eltern sind ins Ausland weggefahren. Ich begann mich an meine Einsamkeit zu gewöhnen, als ich ganz unverhofft meinen Mann kennen gelernt habe.
– Wie für mich – war er zu hübsch und sehr gut wohlgestaltet. Er ging mit mir ein paar Jahre, bis ich endlich auf die Ehe eingewilligt habe. Bis heute kann ich nicht verstehen, was er in mir gesehen hat. Ich habe ihn niemals mit großer Liebe beschert, dennoch ich habe zu ihm was empfunden. Er hat mich niemals vor der Ehe gebeten, dass ich mich ihm hingebe und das hat mir bei ihm besonders gefallen. Er rauchte Zigaretten, aber nach der Heirat hat er damit aufgehört. Er hatte Neigung zum Alkohol, und es geschah selbst wohl ein paarmal nach der Heirat, dass er stark trunken war – vor der Heirat hat er nicht getrunken. Er hat mich dann immer sehr um Verzeihung gebeten.
– Ich habe große Angst, wenn er betrunken ist, denn dann möchte er sehr gern verkehren. Aber ich erliege ihm niemals, so dass es dann unangenehm wird. Er ist dann sehr böse und spricht nicht, dennoch er macht niemals Krawall.
– Herr Pater, mein Kind ist meine größte Liebe, und ich kann nichts dagegen. Mein Mann ist für ihn ein prächtiger Vater. Wenn er zu Hause ist, suchen wir danach, gemeinsam zu beten und wir nehmen zusammen mit dem Kind Anteil an der Heiligen Messe. Ich sollte mich freuen, und doch ich finde alles ganz anders ... – Danka” (21.XI.2007).

Auf diese einführende, obwohl nicht erste Email, folgten viele, viele andere. Es offenbarten sich immer andere, nicht selten bisher vor den anderen fleißig verborgen gehaltene ihre innere Hemmungen. Hier eine Auswahl ihrer mehr charakteristischen Äußerungen. Der Werte Leser möge entschuldigen, dass in ihnen gelegentlich eine Vielheit immer anderer Aspekte eines ‘lebendigen’ Lebens im Alltag vorbeigespielt wird. Dennoch alle kreisen irgendwie um die schwer zu überwindende Empfindung um den eigenen geringen Wert, dessen Grund die Tatsache des Frau-Seins darstellt:

[Danka-2] „... Sie fragen auch, Herr Pater, woher ich es weiß, dass ich nicht schön aussehe? Ich sehe mich doch im Spiegel. Jawohl ... Ich bemühe mich schön anzuziehen, eine schöne Frisur zu haben, ich sorge um meine Hygiene, dennoch eine Schönheit erreiche ich damit nicht, weil man sie entweder hat, oder sie nicht hat; und gerade ich habe sie nicht. Dazu ist noch mein Leib nach der Schwangerschaft hässlich geworden.
– Ich könnte mich nicht einmal vor meinem Mann am weißen Tag ausziehen, weil ich fürchte, dass er sich zu mir eingenommen findet und dass er mich nicht mehr haben wird. Ich widme mich sehr meiner Arbeit, dennoch ich sorge immer auch darum, dass das Mittagessen bereit ist und dass das Haus gepflegt ist. Ich habe es gern meinen Mann und Sohn schön anzuziehen.
– Jawohl, Herr Pater, Sie haben Recht: ich verwöhne meinen Sohn zu sehr, ich finde in mir eine riesige Schwäche ihm gegenüber und es genügt, dass er mich schön anschaut, da erfülle ich seine Gelüste. Das ist mein Fehler, aber ich arbeite auch daran. Es gilt aber nur ihm gegenüber, denn außerdem bin ich sehr kalt und gefühllos (das behauptet mein Mann). Was das Anschmiegen des Mannes ans Herz angeht, ist es nicht so einfach, weil mich mein Leib blockiert: nach der Schwangerschaft und Geburt wurde es hässlich (Schwangerschaftslücken und Narbe nach dem Kaiserschnitt), obwohl mein Mann behauptet, es störe ihn keinesfalls. Aber ich weiß, er spricht nur so, weil er feinfühlig ist und möchte mich nicht kränken ...” (21.XI.2007).

[Danka-3] „... Ihre Worte, Herr Pater, können vom tiefsten Boden emporheben ...
– Was mein Frau-Sein angeht – ich habe es niemals annehmen können. Ich muss als Frau leben, aber sollte es von mir abhängen, würde ich gern Mann sein wollen. In der Kinderzeit habe ich immer mit Jungs ihre Spiele mitgespielt. Ich habe keine Kleider angezogen, und auch heute ist mein Bekleidungsstil eigentlich nach dem männlichen Muster gestaltet. Fast immer trage ich Hosen an.
– Leider, der Herrgott hat mich reichlich mit fraulichen Attributen beschenkt und so muss es schon sein. Mein Mann ist damit zufrieden, meine Freundinnen beneiden mich (z.B. ziemlich großer Busen, den ich gut zu verhüllen trachte), dennoch ich zwinge mich nur dazu, dass ich das alles irgendwie ertrage ...” (11.XII.2007).

[Danka-4] „... Ich schreibe so seriöse über diese Kosmetika, und Sie lachen dabei, Herr Pater. Es geht mir nicht darum, dass ich mich ‘tapeziere’, sondern um solche zarte Unterstreichung mit dem Lippenstift und Tusche zu Wimpern. Toilettenwasser und Creme müssen auch dabei sein.
Wenn ein Mädchen oder eine Frau spricht, dass sie sich nur für sich malt, sagt sie keine Wahrheit. Sie tut es immer, um jemanden zu gefallen. Sie sagen wohl, Herr Pater, dass am wichtigsten das Herz des Menschen ist, nicht aber sein Aussehen. Dennoch, die heutigen Jungs wählen solche Mädchen, die wie Puppen aussehen, und es stört sie in keinem Fall, dass sie rauchen, trinken, und selbst verfluchen. Wichtig, dass das Mädchen schön aussieht.
– Sie können das wohl nicht verstehen, übrigens ich auch nicht. So brutal ist für uns Frauen das Leben. Man muss immer wieder was verbessern, sich mit Diät plagen, dass man nicht dick wird, weil es die Männer nicht gern haben. Selbst Rasierzeug muss man anwenden. Wenn ich es könnte, würde ich ganz gern mein Geschlecht auf männliches wechseln. Entschuldigung, dass ich das sage, aber die Feministinnen haben ein wenig Recht.
– Ich freue mich, dass ich einen Sohn habe, nicht eine Tochter, weil die Frau das schlimmere Geschlecht darstellt, selbst in der Kirche kann man das sehen, übrigens in der Ehe ist es auch so. Als ich noch im Technikum war, hat unser Pater Katechet zu uns Mädchen gesagt: ‘Wozu lernt ihr, wenn ihr sowieso zu Kochtöpfen bestimmt seid und noch zum Betreuen der Babies. Wenn ihr weniger wissen wird, wird es nur umso besser sein’ – und er hat damit gar nicht nur Scherz betrieben ...” (27.I.2008).

[Danka-5] „... Wir wohnen zusammen nur um des Kindes willen, aber wir schlafen nicht mehr zusammen. Ich bin schon so, dass was ich nur berühre, mache ich es kaputt – und so ist es schon ab meiner Kinderzeit. Meine Mutter hat es mir immer wieder wiederholt, dass von mir schon nichts gutes wird, und sie hat – Recht gehabt ...” (20.II.2008).

Wir bemerken, dass der Komplex des eigenen niedrigen Wertes immer wieder sehr negativen Widerhall auf die Beziehungen dieser Ehefrau zu ihrem Mann ausübt, den sie doch sehr zu schätzen weiß wegen seiner Ruhe und Beherrschung. Sie ist sich dessen bewusst, dass er sie wirklich liebt und ihr immer vieles zu verzeihen weiß. Indem sich aber das immerwährende Kreisen um das subjektive Empfinden wegen des eigenen niedrigen Wertes sehr negativ auf ihrer Psyche auswirkt, braucht man sich nicht wundern, dass der Briefaustausch ein fortwährendes Pendeln ihrer Stimmungen offenbart: von positiven – zu sehr negativen. Daher bekennt sie auch ihrem Mann einmal, dass sie ihn sehr liebt, ein andermal aber kann sie ihm in seine Augen sagen, dass sie ihn nicht liebt, wonach sie ihre Worte sehr bereut, und beide finden von neuem ihre neuerliche Versöhnung. Daher die weitere Folge der Bekenntnisse aus ihrer Korrespondenz:

[Danka-6] „... Heute habe ich verstanden, wie vieeeeeeel für mich mein Geliebter Mann bedeutet. Und ich war so dumm! Gut, dass sie mir, Herr Pater, die Augen aufgemacht haben ...” (20.III.2008).

[Danka-7] „... Ich wollte schon immer Junge sein. Aber jetzt habe ich keinen Ausweg und muss dieses mein Frau-Sein annehmen.
– Aber ich müsste Ihnen, Herr Pater, etwas sagen. Bei der Erziehung eines Mädchens spielt eine sehr wichtige Rolle ein kluger Vater. Ich habe gerade solchen Vater und deswegen habe ich niemals gleichsam mit Kraftaufwand nach einem Jungen gesucht, der mich bewundern könnte. Denn wenn der Vater seine Tochter seriöse trachtet und sie zu bewundern weiß und ihretwegen stolz ist, braucht sie auch keinen anderen ‘Tröster’.
– Es ist doch bekannt: ein Mädchen sucht nach einer Stütze, Bewunderung, und die Jungs, oder selbst erwachsene Männer, können es ausnutzen.
– Ich habe immer besseren Kontakt zu meinem Vater gehabt, als zur Mutter. Mein Vater hat mir niemals irgendwelche sittliche Predigten gemacht, nur einmal hat er mir gesagt, was man von manchen Verhaltensweisen der Jungs erwarten kann – und das hat mir ausgereicht, weil ich ihm geglaubt habe. Wenn ich höre, dass irgendwo ein Vater seine Tochter molestiert, kann ich das nicht verstehen, wie so was möglich sein kann.
– Mädchen, und selbst erwachsene Frauen, kleiden sich an und malen ganz herausfordernd nicht so sehr deswegen, dass so die Mode ist, sondern um der Jungs willen. Sie haben es gern, dass sie von Jungen bewundert werden. Indessen ihre Bekleidung ist so, als ob sie nicht wüssten, dass sie dann von den Jungs nicht bewundert werden, sondern dass sie Objekt ... des Begehrens werden. Sie sind schlechterdings naiv.
– Anderseits sie lesen ‘Schriften’ für Jugendliche – im Typus eines „Bravo”, „Mädchen” u.dgl. Und dort wird vor allem die sehr herausfordernde Mode promoviert, parallel zur Ermutigung, dass möglichst ganz früh mit Verkehr begonnen wird. Die Jungfräulichkeit und Bescheidenheit wird ausgelacht und zum Spießbürgertum und Rückständigkeit gezählt. Es kann sein, dass der größte Teil der Mädchen es anders möchte, doch sie fürchten, sie würden ausgelacht und nicht akzeptiert zu werden.
– Dennoch ich möchte sagen, dass diese alle Maßnahmen und Bemühungen der Mädchen deswegen unternommen werden, weil sie akzeptiert werden möchten und Bewunderung verdienen, und nicht so sehr um des Sex willen. Obwohl man anderseits viel Mut haben muss, um den nackten Bauch öffentlich zu zeigen, die Büste und Beine bis zum Schritt einschließlich. Ich bewundere sie, ich weiß nicht, ob ich den Mut dazu hätte, eventuell höchstens falls mir eine Super-Figur zur Verfügung stehen sollte ...” (25.IV.2008).

[Danka-8] „... Bei mir fällt alles zusammen. Dass es gut wäre, müsste es ein Wunder geben. Denn nichts anderes kann hier noch helfen. Selbst mein Sohn hat mir gesagt, dass ich nicht allzu fertig werden kann. Ich bin eine schlechte Mutter, und als Ehefrau – tauge ich überhaupt zu nichts.
– ... Gott beurteilt einmal, ob ich gute Frau und Mutter bin, oder eine schlechte. Aber dann wird es schon zu spät sein, dass man noch was reparieren kann. Und ich bin in all dem schon ganz verloren. Alles überragt mich. Eine gute Mutter zu sein, ist es furchtbar schwierig. Ich bin dieser Rolle wohl nicht gewachsen. Jetzt ist es schon zu spät, dass man das bedauert, die Zeit kann ich nicht mehr zurückwenden, das Leben ändere ich nicht mehr ...” (20.V.2008).

[Danka-9] „... wie ich schon so manches Mal geschrieben habe, bin ich in dieser Hinsicht allzu frigid. Ich glaube, dass wenn ich von einem Sexologen untersucht wäre, oder selbst einem Psychologen, würde er mich zum Bereich unterhalb des Durchschnitts zählen. Selbst mein Mann hat mir schon gesagt, dass ich mich behandeln lasse, weil er meinetwegen in größerer Enthaltsamkeit leben muss, als so mancher Kavalier. Also es muss was nicht richtig mit mir sein ...” (19.VI.2008).

[Danka-10] „... Mein Mann sieht sehr gut aus und ich weiß, dass er den Mädchen, und selbst meinen Freundinnen gefällt. Ich bin – alles egal wie man mich betrachten möchte, zu hässlich für ihn und passe zu ihm visuell auf keinen Fall. Sehr oft stelle ich mir die Frage: was hat er in mir eigentlich gesehen, dass er mit mir geheiratet hat. Es geht hier doch nicht um eine innere Schönheit, denn die Männer werden von äußerer Schönheit angezogen ...” (11.VII.2008).

[Danka-11] „... Sollte es um mein Minderwertigkeitsempfinden gehen, da haben Sie, Herr Pater, auf meinen sehr wunden Punkt getroffen. Ich bin mir um meinen Minderwertigkeitskomplex bewusst, denn das ist wahr und das kann niemand ändern, auch Gott selbst nicht. Ich war damit schon selbst bei einem Psychologen, weil mich das alles sehr peinigt. Er ließ mich beschreiben und nebeneinander zusammen zu stellen das, was bei mir das Gute und Schöne ist – und es erschien kein einziges positives Kennzeichen. Ich kam zum Schluss, dass solche Therapie keinen Sinn hat und habe auf sie verzichtet. Ich finde mich am besten, wenn ich allein bin, und daher gehe ich ganz selten irgendwo mit meinem Mann. Ich bemühe mich von weitem allen irgendwelchen Veranstaltungen auszuweichen: ob im Betrieb, oder selbst in Familie.
– Ich weiß es, wo das Problem steckt, aber ich möchte es Ihnen, Herr Pater, nicht schreiben, weil ich von meiner Mutter Schlechtes schreiben müsste, wogegen man doch von Verstorbenen nichts Böses sagen soll. Trotzdem liebe ich sie doch sehr. Dieses mein Minderwertigkeitsempfinden zerstört meine Ehe, weil ich mich nicht freuen kann – selbst wegen der Nähe meines Mannes. Ich mag sehr den Verkehr nicht, weil er mit Berühren zusammenhängt, indem für jemanden, der seinen Leib nicht akzeptiert und ihn geradeaus verabscheut, er ganz unlieb wirkt. Entschuldigung ...” (11.VII.2008).

[Danka-12] „... Aber dieser Satz von ihrem Brief, Herr Pater, dass: ‘mir mein Mann nicht schmeckt’, hat mich sehr belustigt. Sie haben das Gespür für Humor. Ich versichere Sie, Herr Pater, dass ich mich bemühen werde, dass mir mein Mann ... zu schmecken beginnt ...” (23.VII.2008).

[Danka-13] „... Ich begann mich nach meinem Mann immer mehr zu sehnen und ich finde es, dass er mir sehr nahe ist. Ich freue mich bei seinem jedem Telefonanruf an mich [= seine Arbeit nötigt ihn zu regelmäßigen Fahrten für ganze Wochen], wir hegen gemeinsame Pläne und Träume. Na ja, ich sehne mich sehr nach ihm. Dank dieser Erfahrung muss ich feststellen, dass kein anderer Mann zu mir passt, als nur mein Mann. Und Sie haben Recht, Lieber Pater, dass diese alle schwarzen Gedanken ein Satans Werk darstellen, nicht Gottes. Ich konnte mich davon nicht loslösen, weil ich mit ihnen allein gekämpft habe. Jetzt weiß ich, dass ohne Gottes Hilfe nichts gelingen kann ...” (27.VII.2008).

[Danka-14] „... Mein Sohn hat mir gesagt, dass ich die allerschönste Mama in der Welt bin und er hat mich so ganz fest geküsst. So was ist wohl das schönste, was eine Mutter von ihrem Kind vernehmen kann ...” (27.VII.2008).

[Danka-15] „... Ich bin eine Person, die sehr schüchtern ist und wenig spricht (bei einer direkter Begegnung würde ich es Ihnen wohl nicht bekennen können). Ich muss irgendwie doch sympathisch aussehen, weil ich doch auch Kolleginnen in der Arbeit habe. Das ganz interessante ist dabei, dass der größte Teil meiner Freundinnen mich als ganz glückliche Person hält, die keine Ahnung hat, was Probleme heißen. Ich versuche nämlich lieb und lächelnd da zu sein. Keine von ihnen kommt auf die Idee, dass es geradeaus umgekehrt ist.
– Meine Kolleginnen – diese erst erleben Probleme: sie haben Männer, die Trinker sind, sie sind brutal. Dagegen ich habe es in dieser Hinsicht wirklich ganz gut. Mein Mann ist sehr ruhig, beherrscht – und was für mich ganz wichtig ist: er flucht niemals (wie sehr mich so was trifft). Selbst als er trunken war (es ist ein paarmal so gewesen) war er ganz ruhig. Nur für mich ist es so schwierig ihn zu lieben, und doch ich möchte es so sehr, dass er in meinem Herzen an erster Stelle sei. Leider ist er beständig erst an zweiter Stelle (der Sohn besetzt den ersten Platz !). Ja, sie haben Recht, Herr Pater: meine Seele ist krank, und meine Psyche noch mehr. Und wenn nur gerade deswegen, kann ich keine weiteren Kinder haben. Ich möchte nicht, dass meine Kinder von mir das erben, was in mir krank ist ...” (16.IX.2008).

[Danka-16] „... Infolge dieser meiner Unfruchtbarkeit, das heißt ich kann kein nächstes Kind bekommen, finde ich mich völlig als wenig wertvoller Mensch. Ich habe Pech: wenn mir eines gelingt, geht das andere kaputt ...” (20.IX.2008).

[Danka-17] „... Jawohl, Herr Pater, Sie haben Recht. Ich werde vom Satan regiert. In mir gibt es keinen Glauben, Hoffnung, noch die Liebe. Ich kann nicht mich selbst lieben, und umso mehr die meinen Nächsten. Anstelle des Herzens habe ich wohl ein Eisberg. Ich kann nicht einmal weinen, weil ich kalt bin und ohne Gefühle. Meine Nächsten wirken auf mich nervös ein.
– Am Sonntag hat mich mein Mann gefragt, ob ich ihn ... liebe. Ich habe ihm geantwortet – gemäß der Wahrheit, dass NEIN! Es war ihm sehr leid, mir aber hat es die Last abgenommen, weil ich nicht vortäuschen muss. Daher will ich, dass er von mir frei wird. Er kann sich jemanden besseren leisten, der ihn lieben wird. Dagegen der Sohn ... er wird groß, er wird seinen eigenen Wegen gehen. Ich will kein Hindernis bei seiner Entwicklung werden. Es wäre am einfachsten, wenn ich einschlafe und nie mehr aufwecke. Liebe, von der Sie, Herr Pater, sprechen, ist nichts anderes, nur Nutznießung der Frau vonseiten der Männer ...” (27.IX.2008).

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Vorschläge für künftige Eltern

In der oben dargestellten Korrespondenz sind wir Zeugen wohl häufiger vorkommender Personen, als man es sich vorstellen könnte, die man als Anhäufung verschiedener Komplexe bezeichnen müsste. Solche Personen gehen beständig mit der Empfindung umher ihres vielfältigen geringen Wertes als Mensch, darunter z.B. wegen ihres Frau-Seins allein. Solche psychische Erfahrungen keimen wohl auf dem Grundboden tiefer Gründe hervor. Meistens hängen sie mit dem Stil der Erziehung ab dem Babyalter an, der von den Eltern, eventuell den anderen Mitgliedern der Familie angewandt wurde.

Falls die gerade jetzt erscheinenden Worte des Autors der entstehenden hiesigen Internet-Seite in Hände jemandes unter den Jugendlichen fallen sollten, oder schon Ehegatten auf der Entwicklungsstufe ihrer Familie, wäre es gut, dass man sich alles zum Herzen nimmt, was Frau Danuta von sich und ihren Erlebnissen schreibt. Wer die obigen Bekenntnisse aufmerksam liest, kann u.a. den feinfühlig dargestellten, tief in der Psychik von Frau Danuta eingeprägten nicht erfüllten Bedarf nach Liebe, vielleicht auch nach Zärte vor allem vonseiten der Mutter zu sehen bekommen. Wie sehr positiv spricht sie dagegen von ihrem Vater, was nicht allzu oft in Familien und Ehen vorkommt. Diese Worte stehen im stark hervorgehobenen Kontrast in Zusammenstellung mit der hier und da durchscheinenden Bewertung ihrer Kontakte zur Mutter.

Anderseits, diese Mutter hat ihre Tochter zweifellos geliebt. Das kann aufgrund anderer, hier nicht angeführter Fragmente aus der Korrespondenz von Frau Danuta gelesen werden. Die Danuta war Einzelkind in der Familie. Ihre Mutter, offenbar selbst im eher rohen Klima erzogen, wo man die Gefühle nach außen in der Regel nicht zeigte, hat ihre Tochter so erzogen, dass sie sie nicht verwöhnen wollte. Demzufolge hat sie auch ihre Tochter beinahe niemals mit irgendwelchen Zärteerweisen beschenkt. Indessen das empfindsame Herz ihrer Tochter wartete spontan und brauchte lebendigst wesentlich mehr Wärme einer Liebe und Geborgenheit, als Kinder aus vielen anderen Familien, deren innere Beschaffenheit widerstandsfähiger und deren Psyche viel stärker war.

Mit anderen Worten, die Eltern sollen zum Kind, beziehungsweise zu ihren Kindern – eine ein und dieselbe, gleiche ‘Front’ pflegen. Eheleute, die ihre Kinder verantwortlich erziehen möchten, müssen miteinander darüber sprechen und dauernd ihre Verhaltensweisen an ihre Kindern anpassen – im Maß wie die Kinder größer werden und immer andere Situationen zutage erscheinen. Man kann nicht dazu zulassen – auch wenn gerade solches immer wieder vorkommt, dass die Gatten über ihren Erziehungsstil miteinander überhaupt nicht sprechen. Sie möchten sich entschuldigen, sie „hätten keine Zeit für solche Sachen”. Das Kind kann vortrefflich, seit dem Babyalter, die unterschiedlichen Arten und Weisen der Stellungnahmen zu ihm einerseits des Vaters, und anderseits der Mutter, erfassen und versteht verwundernd leicht den Vater gegen die Mutter auszuspielen – und umgekehrt.

Anderseits können sich die Gatten mit der Bewertung ihres Kindes und seiner psychischen Bedürfnisse nicht aufgrund dessen befriedigen, wie ihre eigenen Erlebnisse und vielleicht nicht allzu wunderbare gegenseitige psychische Beziehungen in ihrer Kinderzeit gewesen waren. Besonders gerade die Mutter muss dank ihrer fraulichen Intuition erahnen lernen und können – aufgrund selbst ganz subtiler Signale, wonach sich das Kind sehnt, wie seine Bedürfnisse sind, was es von ihr und ihnen beiden als Ehegatten-Eltern erwartet – und ihm das Anrecht dazu zusteht. Die Mutter, und seiner Art der Vater, müssen zu ihrem Kind eine unerlässliche Distanz festhalten, aber auch ihr Kind immer perspektivistisch anblicken, indem sie es schon gleichzeitig als einmal schon Erwachsenen sehen, dessen innere und äußere Bedürfnisse ein wenig anders sein werden, und doch ihre inneren Erwartungen bleiben wahrscheinlich beinahe dieselben, wie in der Phase ihrer Kinderzeit und frühen Jugendlichkeit.

Vor allem aber soll sowohl die Mutter, wie der Vater, bewusst dessen, dass sie durch die Annahme der Ehe als ihrer Lebensberufung, die vom Dreieinigen selbst, der ihren ehelichen Konsens angenommen hat und er von Ihm besiegelt wurde – für den Alltag mit aller Kraft, aber auch Zuversicht, die Gnaden der Ehe als Sakraments unter dem Blickpunkt ihrer Erziehungstätigkeit aktivieren.

Die Ehe ist nicht umsonst Heiliges Sakrament. Wer beharrlich betet – zumal zu Maria, die im Heiligen Geist den kleinen Jesus ‘zum Erlöser’ und ‘Bräutigam-vom-Kreuz’ für die Kirche und einen jeden von uns einzeln erzogen hat, bekommt auch die unentbehrlichen Gnaden, die bei ihm zum reichlichen Aufblühen der Charismen bringen, die in der Stunde erhalten wurden, als sie sich ihren ehelichen Konsens gesagt haben, und dann im Lauf der Entwicklung und allmählichen Umwandlung ihrer Ehe in Familie.

In Kraft dieser Charismen, u.a. im Anschluss an das alles, was die allmähliche Gestaltung des Herzens, Charakters und der ganzen Psychik ihres Kindes betrifft, dieser Charismen die Frucht bringen dank der Sättigung der Gesamtheit des Lebens in Ehe und Familie mit regelmäßigem Empfangen der Eucharistie und dem ständigen Gebrauch des Sakramentes der Versöhnung – im Rahmen der ganzen Familie, samt dem damit einher gehenden, zuversichtsvollen Gebet zum Dreieinigen durch die mütterliche Fürsprache Mariens, wird sowohl die Mutter, wie der Vater – im Laufenden erkennen, wie sie sich zum Kind verhalten sollen im Maß, wie es die manchmal sehr schwierigen eigenen Stufen seiner Heranreifung und seines Heranwachsens erlebt.

Die Sättigung des ehelichen und familären Lebens mit tiefer Verbundenheit zu Gott stellt nichts Außergewöhnliches dar. Sie bedeutet schlechterdings, die Gnade des Sakraments der Ehe mit aller Verantwortung anzunehmen und sie von Tag zu Tag möglichst bewusst zu aktivieren.

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Einstellung auf die zentri-fugale Dynamik der Liebe

Es bleibt die Frage, wie es geholfen werden kann – solchem Kind, vielleicht einem Jüngling, einem Fräulein in der Zeit ihrer voranschreitenden Jugendjahre, aber manchmal bei einer schon erwachsenen Person, die von ihrer Kinderzeit schwierige Erlebnisse mitgenommen hat – oder sich vereinsamt findet, nicht geliebt wird, vielleicht wird sie selbst von einem ihrer Eltern oder der Umgebung eigentlich überhaupt beiseite geschoben.

Sollte ein solches Kind zum Priester treffen, kann er dem Mädchen, der Frau, oder auch diesem Jungen, vielleicht schon auch einem Mann und Vater – bei der Lösung des vom Babyalter oder seiner Kinderzeit erfahrenen Mangels an Liebe, Zärte und Geborgenheit helfen, indem er geduldig das Wesen aller ‘Liebe’ erklärt: sowohl zu sich selbst, wie zum Nächsten.

Eines der grundlegenden Erfordernisse aller ‘Liebe’ ist die mit ihr zusammenhängende Dynamik ihres Hinauswachsen-über-sich, das heißt des ständigen Durchbrechens der fortwährend rückkehrenden Konzentrierung um sich selbst und die eigenen Erlebnisse, zumal diese negativen. Und gerade darauf beruht das Gravidieren zum Steckenbleiben immer wieder nur in eigenem Minderwertigkeitsgefühl, wie auch die Unzufriedenheit um seiner Selbst in allen Ausmaßen, das Finden seiner Selbst als eines Taugenichts samt der Empfindung, dass alles was ich berühre, nur dauernde Niederlage bedeutet.

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Erklärung

Eine der meist einfachen Arten und Weisen bei dauernder Verkapselung in sich selbst und seinen Erlebnissen besteht auf Hilfe beim Ausrichten der einigermaßen verkrankten Psyche – auf Gott, der mit größter Sorgfältigkeit und mit Herzen auch dieses, so komplexerfülltes ‘Geschöpfes’ mit vielen positiven Merkmalen beschert hat. Es ziemt sich dringendst, um sich für das alles Gott dauernd und beständig zu bedanken. Ähnlich wie wohl jeder Mensch – in keinem Fall böse wird, wenn sich ihm jemand für etwas bedankt, so wird ebenfalls und umso mehr Gott, wie auch der Mensch, in keinem Fall böse, wenn sich Ihm der Mensch, das Kind seiner Vorliebe – sollte es auch nur mit einem einigermaßen erzwungenen – aber dennoch Lächeln einer Dankbarkeit, für jede geringste Einzelheit bedankt haben, wie sie jeder Tag mit sich bringt.

Es genügt die Augen ein wenig zu öffnen – um das beständig ankommende Gute zu sehen und es zu erblicken.
– Solche Art der Um-Richtung seiner Aufmerksamkeit, sollte es auch viel Geduld und Zeitaufwand nehmen, wird zur unschätzbaren Hilfe bei Abwendung der Aufmerksamkeit von Verkapselung auf seinem Selbst, das heißt von scheinbar voll begründeter, dennoch aber ... einer ‘Selbstsucht’, die typisch negativ ausgerichtet ist, samt ihrer zentri-petalen Dynamik, um mit der Umstellung seiner Selbst und seiner Aufmerksamkeit auf Bemerken der Anderen anzufangen (Blick auf Gott, auf die Nächsten). Erst diese Haltung würde schon entschieden auf dem positiven Pfad liegen eines inneren Wachstums und der Aneignung der für alle Liebe charakteristischen, vorangeschobenen zentri-fugalen Ausrichtung (zur Erinnerung, sieh die Grafik: Liebe und Gegen-Liebe: ihre umgekehrte Dynamik).

Diese Vorschläge hängen zutiefst mit den Erwartungen Gottes selbst zusammen. Er aber, indem Er – immerwährend der Erste seinem lebendigen Ebenbild das Beispiel gibt seiner Betätigung als Schöpfers und Erlösers, hat – der Reihe nach – dem Menschen das „Erste und Wichtigste – Gebot angeboten”, in Form des Gebotes der Liebe zu Gott und zum Nächsten:

„Er (= Jesus – dem Gesetzeslehre) antwortete ihm:
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen,
mit ganzer Seele und mit all deinem Gedanken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Das zweite aber ist diesem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten” (Mt 22,37-40).

In den angeführten Worten Christi, die übrigens Wiederholung und Anführung des identischen Gebotes sind, wie es auch schon im Alten Testament formuliert wurde, zeigt Gott dem Menschen, dass: wenn die Liebe Gebot ist zu Gott – und wenn es in die Tat umgeschmieden wird durch die Liebe zum Nächsten, mit dem sich Gott, und persönlich Jesus Christus, die Zweite Gottes Person „irgendwie” (sieh: GS 22: „... Der Sohn Gottes hat sich durch seine Mensch-Werdung irgendwie mit jedem Menschen vereinigt”) identifiziert, muss doch Ausgangspunkt aller Nächstenliebe, das heißt ihrer zentri-fugalen Dynamik, die „Liebe zu sich selbst” werden.

Aber auch gerade diese Liebe: zu sich selbst, soll ein dauerndes gleichsam Hinaus-Gehen außerhalb von seinem Selbst sein, um erst auf solche Weise sich selbst das zu erweisen, was für das eigene Selbst das Gute sein soll. Denn auch gegen sich selbst bleibt als maßgebendes Merkmal, ähnlich wie für alle ‘Liebe’, die ihr eigene zentri-fugale Dynamik: das Hinausgehen über sein Selbst: das Hinausgehen gleichsam außerhalb vom eigenen Selbst, um erst so „Gabe-für” sich selbst zu werden – gleichsam zu jemandem der außerhalb von mir als Person da ist.

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3. Angriff des Bösen auf Gottes ethische Festsetzungen im Fall
der Mädchen und Frauen

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Dunkler Hintergrund beim Erliegen der Versuchung zum Weggehen von Gott

In unseren Erwägungen über die „Jugendlichkeit angesichts der Ehe: des Sakramentes der Ehe” gehört es sich ebenfalls die Frage der Verhaltenweise eines großen Teiles der Mädchen zu der ihnen vom Schöpfer zum Geschenk gegebenen ihrer Geschlechtlichkeit zu umfangen, wie auch die ganz besondere Gabe, die die Intimität ihrer Jungfräulichkeit darstellt.

Wir bemerken offenbar sofort, dass die Frage der weiblichen Geschlechtlichkeit und der Ausstattung der Frau mit dem Siegel der ‘Jungfräulichkeit’ nur eine der Erscheinungen einer wesentlich weiteren Frage darstellt – und zwar der Alternative, die das Moderne mit Kraft aufzunötigen sucht: soll man in treuem Gebundensein zu Gott weiter verharren, oder auch mit Gott immer weiter abbrechen, um an dieser Stelle eine ethische Autonomie nach dem Maß der Gegen-Erfordernisse zu gründen, wie sie, in der Regel mit viel Geschrei, von der Kultur der heutigen Zeiten beansprucht wird.

In Welt-Skala kann beobachtet werden, dass ein beträchtlicher Teil der Jugendlichen – übrigens in ‘stafettenartiger Nachfolge’ der Verhaltensweisen der älteren Generation, sich von der stürmischen Welle eines eigenartigen ‘Tsunami’ der modernen Neo-Kultur hinreißen lässt. Ihr grundlegendes Kennzeichen bildet die Usurpation der Macht, die unabtrittbares Eigentum allein Gottes darstellt: das Entscheiden über „Gut und Böse”, und parallel dazu: über „Leben und Tod”.

Indessen „Name”, das heißt das Wesen Gottes – ist die „Liebe” (1 Joh 4,8.16). Das bedeutet, dass Gott unfähig ist, dem Menschen irgendeinen Schaden zuzufügen, darunter auch über die dem Menschen vorgeschlagenen Gebote. Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat aber im Gespräch mit dem Jungen Mann gleichbedeutend folgendes gesagt: „Nur EINER (= dieser allein) ist der GUTE” (Mt 19,17).

Gott kann dem Geschöpf seiner Vorliebe: Mann und Frau, wirklich keinen Schaden zufügen. Schlägt Er dem Menschen die Gebote vor, die Er in des Menschen Herz zur Zeit seiner Empfängnis einprägt, geschieht es deswegen, dass ausschließlich Er imstande ist verbindlich zu urteilen, was wahrhaft das ‘Gute’  ist und was das ‘Böse’ ist – und folglich: was ‘Leben’, beziehungsweise ‘Tod’ darstellt. Es sind zwei Größen, die sich gleichsam zur Wirklichkeit eines ‘Kreuzes’  fügen: als sein senkrechter und horizontaler Balken (sieh ob. die Grafik, die das einigermaßen illustriert: „Tragik der ersten Sünde des Menschen – und jeder Sünde” – und noch gleich weiter die nächste Grafik: „Gerechtigkeit weil Barmherzigkeit”).

Man kann ohne Schwierigkeit sehen, wer es ist – als die verkehrte „Intelligenz” : Dieser, der die Auslösung der Haltung des Aufstands gegen Gott steuert, gegen Diesen, der der „Einzige Gute” ist. Es ist nicht schwer zu erkennen, wer es Dieser ist, der den Menschen verführt, dass er sich gegen Gottes Friedensordnung des Natürlichen Moralischen Gesetzes auflehnt, das heißt: dieses, das dem Status des Menschen als Person proportionell entspricht. Die Person aber wurde vom Dreieinigen als sein lebendiges „Ebenbild und Ähnlichkeit” erschaffen (Gen 1,26f.).

Dieser, der den Menschen gegen Gott aufwiegelt, ist immer Satan, der Böse „... von Anfang an” (Joh 8,44). Er ist es, der sich unter der erwähnten ‘Usurpation’ der strikt Gottes Eigenschaften verbirgt. Er ist es, der den Menschen gegen Gott aufhetzt. Daselbst aber führt er den Menschen zur Selbst-Vernichtung: zum „Akt des Selbstmords” (RP 15). Allerdings dank seiner verkehrten Intelligenz tut er es auf solche Art und Weise, dass es der Mensch anfangs nicht einmal bemerkt, dass er sich in die auf ihn angelegte tödliche Falle heranlocken lässt (sieh dazu ob.: Zweistufige Methode des Bösen, samt der weiteren Folge dieser Erwägung).

Wir bleiben hier im Angesicht des „Genius der Verdächtigungen” stehen, wie der Hl. Johannes Paul II. Satan bezeichnet hat (DeV 37); diesen, den der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, mehrmals mit dem Dingwort genannt hat: dieser „Böse” (Mt 5,13; 6,13; 13,19; J 17,15).

Hier die lehrreichen, diesbezüglichen Worte Johannes Paul II. aus seiner „Reconciliatio et Poenitentia – Versöhnung und Buße” (1984):

„... Wenn wir die biblische Erzählung von der Stadt Babel und ihrem Turm im Licht der neuen Wahrheit des Evangeliums lesen, können wir daraus kostbare Elemente für ein Verständnis des ‘Geheimnisses der Sünde’ gewinnen [2 Thess 2,7]. Dieser Ausdruck, in dem anklingt, was der hl. Paulus über das ‘Geheimnis der Bosheit’ [2 Thess 2,7: lat.: ‘mysterium ... iniquitatis’; griech.: ‘mystérion ... tys anomías] schreibt, erleichtert uns zu verstehen, was sich in der Sünde verbirgt, was das Dunkle und Ungreifbare ist.

Die Sünde ist zweifelsohne Akt der Freiheit des Menschen. Aber unter seiner menschlichen Schichte wirken Faktoren, die ihn außerhalb des Menschen stehen lassen, am Grenzbereich, dort wo das menschliche Bewusstsein, der Wille und die Empfindsamkeit sich mit Kräften der Dunkelheit berühren, die nach dem hl. Paulus in der Welt tätig sind und sie fast beherrschen [Röm 7,7-25; Eph 2,2; 6,12] ... – ...
– In dem, was sich im Paradies abgespielt hat, kommt zutage in ganzer Ernsthaftigkeit und Dramatik, was das meist innerste und dunkelste Wesen der Sünde darstellt:
der Ungehorsam gegen Gott, gegen sein Gesetz, gegen die moralische Norm, die er dem Menschen gegeben hat, indem Er sie ins menschliche Herz eingeprägt hat und sie mit der Offenbarung bestätigt und vervollkommnet hat.
Ausschluss Gottes, Bruch mit Gott, Ungehorsam gegen Gott: im Lauf der ganzen Menschengeschichte war es immer und ist Sünde – die sich in verschiedenen Formen zeigte – und bis zur Verneinung Gottes und seines Existierens gelangen kann; es ist das Phänomen des Atheismus.
– Die Sünde ist Ungehorsam des Menschen, der – mit dem Akt seiner Freiheit – die Herrschaft Gottes in seinem Leben nicht anerkennt, zumindest im bestimmten Augenblick, wann er Sein Gesetz überschreitet” (RP 14).

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Bedingungen der Annahme oder NICHT-Annahme des Bräutigams-vom-Kreuz

Es scheint, dass im Ausgangspunkt unserer Reflexion über die Haltung – dieses Mal der Welt der Mädchen angesichts der Ehe: des Sakraments der Ehe, müsste noch einmal die schon mehrmals aufgegriffene Erwägung über die Strategie Dessen unternommen werden, der „ab Anfang an” auf den Menschen Fällen der Versuchung aufstellt, um ihn dazu zu bringen, dass er sich Gott gegenüber widersetzt und damit zur Zerstörung sowohl Gottes, wie auch des Menschen – in diesem Fall eines Mädchens, führt.

Wir sind uns offenbar bewusst, dass der Böse allein die Versuchung ... schafft. Dagegen es fällt nicht er – Satan anstelle des Menschen, sondern es fällt dieser konkrete Mensch der ihm, diesem – Bösen Gehorsam erweist und ihm sein Vertrauen schenkt – anstelle folgerichtig im Vertrauen Gott gegenüber zu verharren, diesem „Einzig Guten: Ihm als Liebe”.
Hier steckt das ganze Drama u.a. der Mädchen auf der Stufe der Jungendlichkeit im Angesicht der Wahl jemandes anderen unter dem Blickpunkt der Ehe: des Sakraments der Ehe.

Wie leicht gelingt es diesem, der der „Böse” ist: Satan, der unermüdlich „die ganze bewohnte Erde verführt” (Offb 12,9), im Bewusstsein des Menschen: Mann und Frau – das Bild dieses Gottes völlig zu verfälschen, der als Person-die-Liebe unfähig ist dem Menschen irgendein Übel zuzufügen! Es geht offensichtlich um das ‘Böse’ oder ‘Gute’ in diesem Sinn, in welchem es das Gottes-Geschriebene-Wort vorschlägt, und auch autoritativ Gott selbst erklärt.

‘Übel-Gut’ ist in Gottes Augen – aber daselbst hinsichtlich des Menschen als das lebendigen „Ebenbildes Gottes” angesichts des Weltalls – das, was zur Annahme des ewigen Lebens in Bräutlicher Liebe mit Gott für immer dient, beziehungsweise umgekehrt: es unmöglich tut (sieh: 2 Petr 1,4; 1 Thess 4,17). Der Dreeinige kann unmöglich dem Geschöpf seiner Vorliebe: Mann und Frau – ein noch erhabeneres ‘Gut’, anbieten, als die Bräutlichkeit zu Sich, in zuengster Vereinigung mit Ihm für immer – im „Haus des Vaters”.

Um den Menschen über dieses sein verwunderndes, liebevolles Vorhaben zu überzeugen – ist der Dreieinige im Sohn Gottes, das heißt der Zweiten Person der Trinität, „... Sühnung für unsere Sünden geworden, und nicht nur für unsere, sondern auch für die der ganzen Welt” (1 Joh 2,2). Gerade so ist der Sohn Gottes, der zugleich Gott-das-Wort ist, auf seine Art und Weise, die uns völlig überragt – in Gottes Bedeutung dieses Wortes „Bräutigam-vom-Kreuz”  für jeden Menschen geworden.
– Zu gleicher Zeit erlaubt sich der Sohn Gottes ganz sicher nicht, irgendjemanden zur ‘Bräutlichkeit’  mit sich ... zu nötigen!

Tatsächlich, nicht wenige Leute: Männer und Frauen, wollen es nicht, diesem Gottes Angebot entgegen zu gehen. Sie weisen es mit dem Akt ihres freien Willens zurück – leider zum eigenen ... ewigen Unglück. Sie wünschen es nicht, den Bräutigam-vom-Kreuz zu „erkennen”, noch Ihn umso mehr zu sich anzunehmen:

„Er war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn geworden,
und die Welt hat Ihn nicht erkannt [= wollte Ihn nicht ‘erkennen = lieben’].
Er kam [= Gott-das-WORT] in sein Eigentum,
und die Seinigen nahmen Ihn nicht auf” (Joh 1,10f.).

„... Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist,
und die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht,
denn ihre Taten waren böse” (Joh 3,19).

Aber ein anderer Teil der Leute, die daselbst sich in Strahlen der Seligpreisungen gefunden haben (sieh: Mt 5,3-12), öffnen ihr Herz für Gott: für den Sohn Gottes, für Gott-das-WORT. Sie haben an der Tür ihres Herzens das feine „Anpochen” des Menschen-Sohnes vernommen: dieses schnöde Behandelten, systematisch von viele anderen Zurückgewiesenen, und zuletzt Gekreuzigten (sieh: DiM 8; und sieh ob.: Als Gekreuzigter ‘steht Jesus an der Tür und klopft an das Herz an’).
– Sie haben Ihm Mitleid erweisen und Ihm, diesem verspotteten Gott, den die ‘seinen’ ... „durchbohrt” haben, ‘Barmherzigkeit’ erwiesen (vgl.: DiM 8; Sach 12,10; Joh 19,37):

„Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an:
Wenn jemand Meine Stimme hört und die Tür aufmacht,
so werde Ich bei ihm einkehren und Mahl mit ihm halten,
und er mit Mir” (Offb 3,20).

Das ‘Bräutliche’ Angebot vonseiten des Erlösers gilt immer für jeden Menschen ausnahmslos: sowohl der Zeiten vor Christus, wie nach Jesus Christus. Allerdings hier kann es keine Rede von irgendeinem Zwang geben. In den Himmel gelangt ausschließlich dieser, der es deutlich mit dem Akt seines freien Willens will und folglich die Bedingungen annimmt und sie ins Leben umschmiedet, ohne die es keine Rede sein kann um Kommunion in Liebe und Leben mit dem Bräutigam-vom-Kreuz. Jesus fragt zuerst deutlich – und nötigt niemals: „Wenn du aber das Leben erlangen WILLST, halte die Gebote ...” (Mt 19,17).

Die Annahme der Gunst der Bräutlichkeit mit dem Bräutigam-vom-Kreuz ist also mit dem Umschmieden in die Tat seines Wortes – seiner Gebote bedingt. Jesus bestätigt diese Bedingung noch kurz vor seiner Erlösungs-Passions. Es geschah im Rahmen seiner ‘Abschieds-Rede’ mit den Jüngern, nach dem Letzten Abendmahl – etwa 2-3 Stunden vor seiner Gefangennahme im Ölgarten:

„Wer Meine Gebote hat und sie hält,
der ist es, der Mich liebt.
Wer Mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden,
und auch Ich werde ihn lieben – und Mich ihm offenbaren(Joh 14,21).

Demzufolge all diese – und nur diese, die sich für Ihn aufschließen und Ihn annehmen, erlangen zugleich die Ehre, dass sie „Braut Christi”  werden.
– Braut Christi ist seine Kirche (vgl. Eph 5,23.32; Kol 1,18.24). Jesus hat sie um einen unwahscheinlichen hohen Preis erworben:

„Ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold aus euerer verkehrten,
von den Vätern überkommenen Lebensweise losgekauft worden seid,,
sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel.
Ihr seid durch Ihn zum Glauben gelangt an Gott ..., so dass euer Glaube und euere Hoffnung sich auf Gott richten” (1 Petr 1,18.21).

Im Heiligen Geist, dem Gottes ‘Meister’ des Verbindens-in-ein-Eins all dessen, was scheinbar unmöglich vereinigt werden kann, wird die Vielheit der Personen, die den Sohn Gottes annehmen – zu einem einzigartigen „Jemand EINER” (Gal 3,28: griech.). Zu gleicher Zeit aber erfährt keine der Personen irgendeinen Schaden an ihrer strikt individuellen Personalität. Es ist eines der Geheimnisse und zugleich eine der Früchte des Wirkens des Heiligen Geistes, den Jesus Christus seiner Kirche verliehen hat – „gleichsam in den Wunden seiner Kreuzigung” (DeV 24).

Die freudige Wirklichkeit der Berufung eines jeden Menschen zur „Bräutlichkeit” mit Jesus Christus, der auf nur eine Art und Weise Gottes „Bräutigam-vom-Kreuz” geworden ist: und zwar durch sein Opfer am Kreuz als Erlöser des Menschen, wurde auf den Bogen der hiesigen Internet-Seite schon mehrmals nicht oberflächlich besprochen (Joh 1,12. – S. ob.: IV.Teil, 1.Kap.; V.Teil, 1.-6. Kap. Und noch besonders: VII.Teil, 1.Kap.: „Der Gottes Bräutigam in Hingabe am Kreuz seiner selbst der Braut zugute ... bis zum Letzten”).

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Benutzung der Geschlechtlichkeit gegen den Menschen und gegen Gott

Der ‘Böse’ weiß nicht, was Ermüdung heißt, eventuell ein langsamer gewordenes Tempo seiner verkehrten Tätigkeit. Bewusst, dass er – nach dem Wort der Offenbarung – „... wenig Zeit hat” (Offb 12,12), beschleunigt er seine verkehrten Bemühungen, um die Menschen massenhaft abzuwenden von der „Erlösung, vom Bund und Vereinigung mit Gott” (DeV 27). So gelingt es ihm zugleich „gleichsam dem Herzen der unerfassten Trinität” (DeV 39) eine umso mehr wehtuende ‘Wunde’ zuzufügen.

Da aber der Böse nicht Schöpfer ist, sondern nur eines unter allen übrigen Geschöpfe ist, verfügt er über keine andere Arten und Weisen, um Mann und Frau vom Bräutlichen Angebot Gottes abzuwenden, als nur indem er zu diesem Zweck das schon erschaffene Werk des von ihm verhassten Gottes benutzt. Der „Böse” gebraucht es verkehrt, indem er in das Vorstellungsvermögen des Menschen seine verkehrte RE-Interpretation dieses Gottes Werkes einprägt. So wendet er es in gleicher Zeit gegen Gott, aber daselbst gegen selbst den Menschen: das lebendige „Ebenbild” dieses Gottes.

Wir führen einmal mehr die schon des Öfteren angeführten Worte des Hl. Johannes Paul II. aus seiner Enzyklika vom „Heiligen Geist” an:

„... Das ‘Gericht’ [= über Satan: der ‘Beherrscher dieser Welt wurde schon gerichtet’ – Joh 16,11] bezieht sich nur
auf den ‘Beherrscher dieser Welt’, das heißt Satan
– auf diesen, der von Anfang an das Werk der Schöpfung
gegen die Erlösung, gegen den Bund und die Vereinigung des Menschen mit Gott benützt ...” (DeV 27).

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Erklärung

Wie leicht ist es für Satan, die dem Menschen von Gott allein zur Verwaltung geschenkte vor allem seine Geschlechtlichkeit gegen Gott und den Menschen auszunutzen!
– Der Böse nutzt sie gegen das Wohl des Menschen aus, und daselbst gegen den Bund Gottes mit dem Menschen. Er tut das meistenfalls ohne große Mühe, umso mehr, dass die Aktivierung der Sphäre der Geschlechtlichkeit aufgrund Gottes Einsetzung (als Ziel: für die Ehe) mit erfahrener Annehmlichkeit verbunden ist.

Nur dass diese – die sich ereignende Vereinigung der zwei Personen begleiten soll: Ehemann mit Ehefrau – im Rahmen des von ihnen geschlossenen Ehebundes. Mit dieser Gabe bereichert der Dreieinige die Berufung zweier Personen zum Erleben nicht so sehr zwei ‘Sexus’, sondern ihrer beiden als Personen – im Sakrament der Ehe.

Auf Überredung des ‘Bösen’ lehnt sich der Mensch gegen Gott aufständisch auf, weil Gott die Aktivierung der Geschlechtlichkeit und die Erfahrung der erwähnten Annehmlichkeit allein auf die Ehe: das Sakrament der Ehe – vorbehalten hat.

Der ‘Böse’ überredet den Menschen, Gott hätte kein Anrecht ihm diese Annehmlichkeit in einer von der Ehe unabhängigen Situation zu verbieten.
Noch mehr, wenn der Böse nur eine entsprechende Anfälligkeit beim betreffenden Menschen erblickt, wiegelt er ihn auf, Gott direkt ins Angesicht frech die Anklage zu werfen, dass ebenfalls jedem anderen Menschen, darunter vor allem zwei Verliebten, das unveräußerliche Anrecht zusteht, diese Annehmlichkeit erfahren zu dürfen – im Maß, wie sich ihnen eine Gelegenheit bietet, dass sie ihre Nähe miteinander erfahren können, und sich gegenseitig die Glut ihrer beiderseitigen Liebe erweisen möchten.
– In solchen Fällen aktiviert sich die Reaktion der sich auslösenden Erregung spontan und gibt sich von allein unbändig kennen lernen. Ohne sie ist es aber unmöglich, dass man sich ‘Liebe erweisen’ kann.

In dieser Lage ist es dem Bösen nicht schwer, dass er ihrem Bewusstsein – der ineinander ‘Verliebten’ einredet und sie überredet, dass Gott der schlimmste ‘Feind’ aller ‘Liebe’ ist. Indem er auf der menschlichen Schwäche und seiner Neigung zur Sünden spielt, beweist er dem Menschen, dass Gott ‘ohne Herz ist’, dass Er kein Mitleid kennt, dass Gott durch das Sechste und Neunte Gebot zum Tyrann geworden ist, der sich nur am armen und wehrlosen Menschen auslebt.

Letzen Endes löst der Böse beim Menschen, vor allem bei zweien Verliebten, eine Aggression gegen diesen nicht guten Gott aus. Er beweist ihnen, dass es in der gerade bestehenden Situation nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich Ihm, gerade solchem ‘Gott’ zu widersetzen und Ihn zum Duell mit sich herauszufordern (sieh genauer ob.: „Satan, der Gott in Anklagezustand versetzende Lügner-Mörder”).

Es gibt doch keine andere ‘Art und Weise’ angesichts solchen ‘UN-menschlichen’ Gottes, als nur Ihn zu beseitigen: im Rahmen eines Direkt-Kampfes. Es muss mit Ihm schlechterdings „Schluss gemacht werden” – und zwar Er muss entthront werden, oder eher noch besser: Gott ... muss schlechterdings getötet werden. Das erlaubte dem Menschen, dass er Herr seiner Selbst wird, das heißt dass er endlich frei wird – ohne sich fortwährend um die ‘Gebote Gottes’ kümmern zu müssen.

Der Mensch – in diesem Fall diese zweien, Verliebten, treten dann an die Festsetzung einer ‘besser’ als es Gott getan hat Erkenntnis, was es in ihrem Fall ‘gut’ ist, und was ‘schlecht und böse’ ist, und folglich: was ‘Leben’ sein soll, beziehungsweise ‘Tod’ (sieh dazu: DeV 37f.56ff.).

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4. Aus Berichten des Alten Testaments
über Sünden und Verbrechen auf sexuellem Hintergrund

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Sex-Sünden und Verbrechen im Alten Testament

Wir sind uns bewusst, dass die moralische Schwäche, die in schweren Sündenfällen von Mann und Frau im Bereich der Sexualität zutage zu kommen pflegt, zusätzlich noch mit Verbrechen auf sexuellem Hintergrund, mit dem Menschen seit des Anbeginns seiner Erscheinung auf Erden einher geht. Die Erbsünde im Paradies hat weit reichende Auswirkungen nach sich gezogen, besonders gerade auf diesem Gebiet: seiner Geschlechtlichkeit. Wie ganz leicht die Begehrlichkeit des Fleisches beim Menschen – sowohl Mann, wie ihrerseits bei der Frau – aufgeweckt werden kann! Diese aber hat keine Rücksicht auf die Würde der Person, noch auf ihre erhabene Berufung und das Endziel, wobei sie über irgendwelche Verantwortung für sich und diesen anderen leicht hinwegsieht, um nur bei den intrigierenden Merkmalen der Geschlechtlichkeit stehen zu bleiben.

Dabei sucht der Mensch der Begehrlichkeit jeder ihrer ausgelösten, nutznießerisch gebrauchten selbstsüchtigen Ausbeutung – eine total verlogene Bezeichnung zu geben: dass es sich um Erweise der ‘Liebe’ handelt. In Wirklichkeit geht es dann des Öfteren, wenn nicht eigentlich immer, um das Erfahren der Masturbation: zu einzeln, oder beiderseitig – unter dem ruhmvollen Namen: es wären ‘gegenseitige Erweise der heißgewordenen Liebe’.

Auf dieser Internet-Seite führen wir öfter Fragmente aus der Heiligen Schrift an – sowohl des Alten, wie des Neuen Testaments. Es ist nicht schwer in Berichten der Zeiten des Alten Testamentes sowohl positive, wie auch sehr negative Beispiele zu finden, unter anderen vom Bereich der menschlichen Verhaltensweise im gerade erörterten Bereich der menschlichen Verhaltensweisen auf dem Gebiet der Geschlechtlichkeit. Wir stellen hier ein paar solcher Berichte dar. Wir bemerken in ihnen ein beinahe spiegelhaftes Abbild der Ereignisse unserer Zeiten. Es bestätigt sich nur die Feststellung, dass die ... gefallene menschliche ‘Natur’ im Grunde genommen dieselbe bleibt: sowohl früher – im weiten Altertum, wie heute. Der Mensch bedarf sehr und immerwährend ... der Erlösung!

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Verwilderung der Sitten vor der Sintflut und Untergang von Sodom und Gomorrha

Es gehört sich die unwahrscheinlichen Entartungen im Bereich der Sexualität zu erwähnen, die nach der theologischen Deutung des biblischen Autors bei Gott – angesichts des freien Willens des Menschen, der beinahe stur und fixiert nur noch auf Vollbringen eines entarteten moralischen Übels in entsetzender Verwildung ausgerichtet war (= Stand der Sünde: Verstocktheit beim Verharren im Übel-um-des-Übels willen), das verwundernde Bekenntnis ausgelöst haben:

„Als Jahwéh sah, dass die Bosheit der Menschen auf der Erde groß war und die Gedanken ihres Herzens immer nur auf das Böse gerichtet waren,
da bereute es Jahwéh, dass Er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und Er war tief betrübt. So sprach denn Jahwéh:
Ich will die Menschen, de Ich auf der Erde geschaffen haben, vom Erdboden weg vertilgen: die Menschen samt dem Vieh, den Kriechtieren und den Vögeln des Himmels. Denn es reut mich, sie geschaffen zu haben’.
Noach aber hatte in den Augen Gottes Gnade gefunden” (Gen 6,5ff.; sieh dazu: DeV 39).

Die sexuellen Entartungen haben schon offensichtlich den schwer noch weiter zu überschreitenden Zenit erreicht. Sie waren es letztlich, die zum Grundboden der Gottes Fügung geworden sind: des Unterganges fast der ganzen Menschheit in Wassern der Sintflut (Gen 6-9).
– Es hat sich einmal mehr im wörtlichen Sinn die Warnung Gottes vom Paradies bestätigt – auch wenn sie gleichsam ‘mehrstöckig’ verstanden werden muss:

„Von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen aber darfst du nicht essen.
Denn am Tag, da du davon isst, musst du sicher sterben” (Gen 2,17).

Auf seine Art äußert es einmal der Hl. Paulus, der Völkerapostel:

„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod,
die Gnadengabe Gottes aber –
ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn” (Röm 6,23).

Es geht um ‘Leben’ oder ‘Tod’ im Sinn, wie ihn in ihrem Gewissen vortrefflich schon die Ur-Eltern empfunden haben, und den die Offenbarung des Hl. Johannes einmal als „ersten Tod” nennen wird, das heißt den nur biologischen Tod – im Unterschied zum „zweiten Tod’ : dem lebendigen Tod der ewigen Verdammnung, das heißt des Verlusts des ewigen glückseligen Lebens (sieh: Offb 20,6.14; 21,8).

Ähnliche Gründe stellen wir als Grundboden der theologischen Deutung des grauenhaften Unterganges von Sodom und Gomorrha fest. Diese Städte entwickelten sich prunkhaft in den Gegenden des heutigen Toten Meeres. Mit dem Reichtum und Prunk machte sich dort u.a. die allgemein betriebene Homosexualität breit, und parallel dazu wohl auch die ‘lesbische’ Liebe. Die Verwildung der Sitten hat schon alle vorstellbare Ausmaßen überschritten: Gott konnte in dieser Situation unmöglich nicht eingreifen (Gen 18-19).

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Dina die Tochter des Jakob vom Sichem entehrt

Aus weiteren Ereignissen – schon der unmittelbaren Vorfahren des späteren Israels, dürften ein paar typische Fälle vom Bereich der sexuellen Moralität angeführt werden. Es kommt die biblische Erzählung auf von Jakobs Tochter – Dina. Mit Begehren nach ihr entflammte Sichem, Sohn des Hamor, des lokalen Landesfürsten. Der biblische Autor stellt dieses vielfältig sündhafte und zugleich verbrecherische, menschlich gesehen sehr unangenehme Ereignis folgender dar:

„Eines Tages war Dina, die Tochter ... Jakobs, ... ausgegangen,
um die Töchter des Landes zu besuchen.
– Als Sichem, der Sohn des Hiwwiters Hamor, des Landesfürsten, sie erblickte, entführt er sie
und schlief mit ihr, indem er sie vergewaltigte. Seine Herz hing an Dina, der Tochter Jakobs. Er liebte das Mädchen und redete ihm freundlich zu.
Und Sichem sprach zu seinem Vater Hamor:
Wirb für mich um dieses Mädchen, damit es meine Frau wird!’ ...” (Gen 34,1-4).

Die Sache nahm eine dramatische Wende an. Als die Geschwister von der Entehrung ihrer Schwester gehört haben, „erbosten sich die Männer und entbrannten in gewaltigem Zorn, denn dadurch, dass Sichem mit der Tochter Jakobs geschlafen hatte, hatte er eine Schandtat in Israel begangen” (Gen 34,7). Sie haben zur Hinterlist gegriffen, die Beschneidung der lokalen Männer aufgenötigt, wonach „zwei Söhne Jakobs, Simeon und Levi, die Brüder Dinas, jeder ein Schwert nahm und überfielen dreist die Stadt und erschlugen alle Männer... und zogen ab” (Gen 34,25f.).

Wir bemerken, dass die hier erwähnte Dina in diesem Fall unschuldig war, sie hat auch bestimmt niemanden mit ihrem Aussehen provoziert. Ihr Anblick erweckte dagegen ein unersättliches Begehren beim Jüngling Sichem, der an ihr den Verkehr erzwungen hat. Er war dabei noch insofern ehrlich, dass er sowohl seinen Vater, wie auch Jakob, den Vater von Dina, um ihre Hand bat und eigentlich darum flehte. Die Geschichte endete aber mit einem ... Blutbad der Einwohner von Sichem.

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Ehefrau des Potifar – und Josef, Jakobs Sohn

Jetzt haben wir vor unseren Augen einen anderen Bericht – dieses Mal geht es um die Ehefrau des Potifar in Ägypten, die in ihrem unersättlichem Sexbegehren versenkt, um jeden Preis ein ‘Liebes-Abenteuer’ mit Josef, dem Sohn Jakobs erfahren wollte. Es geht um den von Jakob besonders geliebten seinen Sohn – Josef, den seine eifersüchtigen Brüder als Sklaven nach Ägypten verkauft haben, wobei sie dabei nicht viel ‘gewonnen’ haben (Gen 39).

Wir sind hier Zeugen einer raffinierten Perfidie dieser Frau, die doch verheiratet war, Frau eines hochangestellten Amtsträgers am Hof des Pharao. Sie entflammte mit ihrer Lustbegierde zu Josef, einem – Sklaven. Ihr Mann Potifar hat seine Fähigkeiten in Bedacht genommen und „bestellte ihn zum Verwalter über sein Haus und vertraute ihm seinen ganzen Besitz an” (Gen 39,4).

Indessen die Frau von Potifar begann Josef unnachgiebig mit ihren deutlichen sexuellen Angeboten zu bedrängen. Allerdings „... obwohl sie Josef jeden Tag zuredete, mit ihr zu schlafen und sich mit ihr abzugeben, hörte er nicht auf sie” (Gen 39,10). Josef wehrte sich vor ihr jedes Mal und gab ihr u.a. den religiösen Beweggrund zu verstehen: „... Wie sollte ich nun ein so schweres Unrecht begehen und mich gegen Gott versündigen?” (Gen 39,9). Eines Tages benutzte jene Frau einen Moment, dass es gerade niemanden in der Nähe gegeben hat, um ihre sexuelle höchst gespannte Lust endlich zu befriedigen, wiewohl sie doch ihren Mann hatte:

„Eines Tages ... ergriff sie sein Gewand und sagte: ‘Schlaf mit mir!’
Er aber ließ sein Gewand in ihrer Hand und lief davon.
Als sie sah, dass er sein Gewand in ihrer Hand zurückgelassen hatte und geflohen war,
rief sie die Leute ihres Hauses herbei und sprach zu ihnen:
Da seht! Er hat uns einen Hebräer gebracht, damit er mit uns seinen Mutwillen treibe.
Er kam zu mir, um mit mir zu schlafen: ich aber schrie laut’
...” (Gen 39,11-14).

Alle haben offenbar ihren verlogenen Worten geglaubt. Josef wurde zur ‘Strafe’ für ein paar Jahre in das Königsgefängnis geworfen. Bis Gott selbst endlich eingegriffen hat, so dass Josef befreit wurde, als er dem Pharao einen prophetischen Traum in Gottes Namen gedeutet hat (Gen 41,14-46).

In diesem Fall offenbart sich wie auf der Hand die ungezügelte Begierde dieser Frau, die augenscheinlich schon gut in Provozierung und Umstricken immer anderer Männer eingeübt war.
– Zusätzlich sind wir hier einmal mehr Zeugen dessen, wie die eine Sünde – in diesem Fall die Sünde, die erst und nur in Gedanken und im Verlangen begangen wurde, nach sich ein ganzes Geflecht ungemein schwerer Auswirkungen für das ‘Opfer’ der unschamhaften Intrigen nach sich gezogen hat – in diesem Fall für den absolut unschuldigen Jüngling: Joseph. Er hat es gewählt, um jeden Preis bei dem Gebot Gottes in seiner Einprägung im Gewissen treu zu verharren. Dies geschah doch ein paar Jahrhunderte vor Mose, dem Gott die Zehn Gebote Gottes auf dem Berg Sina offenbart hat (sieh: Ex 20,1.17; Mitte des 13. Jh. vor Chr.).

Wir können aufrichtig die Treue dieses Jünglings – Josef bewundern, wiewohl er systematisch von dieser so hoch in der Hierarchie Ägyptens angestellten Ehefrau zum Ehebruch überredet wurde. Josef ging auf kein Zugeständnis über, noch auf irgendwelche Re-Interpretation der Stimme Gottes, der im Gewissen spricht: „Du sollst nicht die Ehe brechen”. Er blieb dieser Stimme unbedingt treu, obwohl er sich allzu gut bewusst war hinsichtlich der Folgen, auf die er sich wegen der zurückgewiesenen, verkehrten Angebote dieser Frau aussetzen wird.

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Blutschänderische Entehrung der Tamar vonseiten des Amnon

Jetzt eine andere ‘Schnappprobe’ vom erörterten Bereich, dieses Mal von der Geschichte, die die nächste Familie des Königs David angeht. Der biblische Autor stellt unter den Ereignissen, die David viel Leid und Demütigung gebracht haben, u.a. die Tatsache der Vergewaltigung, die einer seiner Söhne – der Amnon, an seiner Stiefschwester Tamar verübt hat. Tamar war leibliche Schwester des Absalom, den David ganz besonders geliebt hat. Sie beiden waren Davids Kinder, aber hatten zwei verschiedene Mütter (2 Sam 13).

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Erklärung

Der biblische Autor drückt sich von Tamar aus, dass sie „schön” war (2 Sam 13,1). Eben in ihr hat sich beinahe auf „Leben und Tod” Amnon verliebt. Allerdings sie war noch jung und daselbst verweilte sie fast für die Dauer im Haus, das für Frauen allein bestimmt war. Daselbst „schien es Amnon unmöglich, ihr etwas anzutun” (2 Sam 13,2).
– Auf dieser Lebensstufe konnten die Jungs mit den Mädchen keinen Kontakt knüpfen. Zuletzt ist es Amnon gelungen die Tamar in sein Zimmer kommen lassen: dank einer klug angewandten Hinterlist, indem er nämlich die Krankheit simulierte. Als sie sich in seinen Raum gefunden hat, sagte Amnon zur Tamar:

„... ’Bring mir [du Tamar] das Essen in die Kammer, damit ich aus deiner Hand esse’ ...
Als sie ihm aber das Essen [= die Kuchen] reichte, fasste er sie an und sagte zu ihr: ‘Komm Schwester, leg dich zu mir!’.
Sie gab ihm die Antwort: ‘Lass doch, mein Bruder, entehre mich nicht! So etwas tut man nicht in Israel. Begeh doch keine solche Schandtat.
Wohin soll ich mit meiner Schande gehen? Und du selbst stehst dann als einer der Verkommensten in Israel da!
...’
Er aber hörte nicht auf sie, sondern packte und vergewaltigte sie.
– Danach aber empfand Amnon eine tiefe Abneigung gegen sie. Die Abneigung, die er ihr gegenüber empfand, war noch heftiger als die Liebe, die er zu ihr gehabt hatte.
Darum sprach Amnon zu ihr: ‘Mach, dass du fortkommst’.
Da sagte sie zu ihm: ‘Nein, mein Bruder! Denn wenn du mich jetzt fortjagst, so ist das ein noch größeres Unrecht als das, was du mir angetan hast!’.
Er aber wollte nicht auf sie hören. Er rief seinen Diener, der ihm aufzuwarten hatte. Und befahl ihm: ‘Schaff mir die da hinaus auf die Straße und riegle die Tür hinter ihr zu!’ ...” (2 Sam 13,10-17).

Der biblische Autor stellt die Szene in ihrer ganzen Drastik dar.
– Da sehen wir vor allem dieses Mädchen – die Tamar. Sie war wohl makellos und bewusst um ihre Würde des Mädchens und Frau. Sie hat auch den Schatz ihrer Jungfräulichkeit gehütet. Wir können ihre moralische Motivation bewundern. Sie hat sie in entschlossenen Worten gegen die schnöderischen Angebote ihres Stiefbruders Amnon bekannt.

Im Gegenteil, ihr Bruder Amnon, erhitzt von der ihn zersetzenden Sex-Gier, strebt nur nach diesem einen: sich sexuell auszuleben. Erhitzt mit der Leidenschaft, hat er seinen Verstand völlig verloren. Angesichts der sexuellen Begehrlichkeit, bedeutet für ihn nichts mehr die Tatsache, dass es sich hier um seine leibliche Schwester handelt, auch wenn sie von einer anderen Muter herkommt. In dieser Stunde spricht ihn schon überhaupt kein Argument an:

Nichts gilt für ihn die moralische Norm an sich.
Nichts taugt das Bewusstsein, dass sein Vater ... König Israels ist.
Nichts für ihn wird die Tatsache, dass die dem Mädchen zugefügte sexuelle Vergewaltigung einer besonders strengen Bewertung unterzogen werden muss – wegen ihrer Qualifikation als Blutschande.
Nichts taugt für ihn die Tatsache, dass diese ganze Geschichte beinahe sofort zu ‘öffentlichem Geheimnis’ wird.
Es spricht ihn die Tatsache nicht an, dass es fast ein Wunder geben müsste, dass Frucht der gewordenen Kopulation – nicht ein Kind ihrer beiden werden könnte.
Es spricht ihn die Tatsache nicht an, dass er die Tamar sowieso nicht heiraten werden kann, trotzdem die Tamar an solche Möglichkeit angeknüpft hat – aufgrund einer ganz besonderen Ausnahme, einer besonderen Genehmigung vonseiten ihres gemeinsamen Vaters David

(2 Sam 13,13; trotzdem das Gesetz von Mose solches Band deutlich zurückwies: Lev 18,9; 20,17; Dtn 27,22).

So ist die typische Geschichte einer Sünde: Zustimmung auf Betätigungen nach der Begehrlichkeit des Fleisches. Wie es üblich in ähnlichen Fällen zu sein pflegt, löst auch hier die begangene Grundsünde eine Lawine weiterer Sünden aus, an die der Täter anfangs nie denken würde. Die Sünde allein löst dabei immer weiter und in immer größerem Ausmaß das Gesicht einer blutigen Grausamkeit heraus, die unmöglich nicht Höllenbrut sein kann – als vorläufig nur Einführungs-‘Belohnung’ und „Geldgewinn” (vgl. Röm 6,23) für den Gehorsam gegen den Bösen – nicht aber Gott:

Bei Amnon selbst – löst die Sättigung der Begierde mit sexuellem Ausleben an der sich vor dieser Missetat wehrenden seiner Schwester eine diametrale Umwendung aus – seiner bisherigen ‘Gefühle’.
Seine große bisherige ‘Liebe’, die von Anfang an typische ‘Gegen-Liebe’ war, wendet sich plötzlich in tödlichen Hass zur Tamar um.
Die von ihm entehrte seine Schwester bittet er nicht nur nicht um Verzeihung wegen des ihr zugefügten unwiederbringlichen Schadens, samt dem ihr geraubten Schatz ihrer Jungfräulichkeit, sondern er hat sie in selber Stunde mit seinem ganzen ‘Ich’ verhasst.
– Anstelle ihr irgendeine Gebärde der Tröstung zu erweisen und einen Ersatz zu leisten für die geschändete ihre Würde als Mädchens und den zunichte gebrachten Schatz ihrer Jungfräulichkeit, wirft er Sie mit Kraftaufwand von seinem Zimmer heraus.
– Indem aber die Tamar, in solchem Zustand, bis zum Letzten vom eigenen Bruder geschändet, ganz in Tränen ausgebrochen, außerstand ist von diesem Raum herauszugehen und sich so vor der Welt zu zeigen, wird sie zuletzt auf Amnons Befehl durch den besonders dafür herangerufenen Knecht von Amnon ... brutal auf die ‘Straße’ hinausgeworfen ...

Hass ist ein anderer Name für ‘Tötung’ des Menschen. Davon wusste gut schon das ganze Alte Testament. Dennoch, erst im Neuen Testament wurde diese Wirklichkeit in klar formulierte Worte gefasst – durch den Hl. Johannes, den Apostel und Evangelist, den gelieben Jünger Christi. Er hebt nämlich hervor, dass jeder Hass, Sünde der ... Tötung bedeutet, die am Bruder vollbracht wird (sieh auch ob., im Anschluss an die Tötung des Kindes „Sünde des ‘seinen Bruder gehasst zu haben’ ...”):

„Wir wissen, dass wir vom Tod ins Leben hinübergeschritten sind
weil wir den die Brüder lieben.
Wer nicht liebt, bleibt im Tod.
Jeder, der seinen Bruder hasst, ist ein Menschenmörder,
und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat” (1 Joh 3,14f.).

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Frühere Besprechungen zum ‘lüsternen Anblick’ auf unserer Homepage

Mit diesen ein paar Schnappschüssen der Verhaltensweisen weiblicher und männlicher Jugendlichen angesichts der Sünde im Bereich der Sexualität beenden wir die kleine Übersicht der Berichte des Gottes-Geschriebenen-Wortes, die wir vom Alten Testament geschöpft haben. Wir können bemerken, dass die Heilige Schrift weder des Alten Testamentes, noch des Neuen Testamentes, sich von der Darstellung auch der tiefsten Abgründe des menschlichen moralischen Elends, der menschlichen Sünden und Verbrechen drückt, noch selbst vielen bisweilen ungemein genierenden Sünden und Verbrechen, die auch von diesen begangen wurden, die auf höchsten Stufen der Hierarchie im Volk Gottes der religiösen und volks-staatlichen Macht angestellt waren. Das alles stärkt nur auf seine Art und Weise die Glaubwürdigkeit der biblischen Beschreibungen.

Es gehört sich noch nur aufmerksam zu machen, dass wir auch schon früher auf unserer Internet-Seite einige Tatsachen der biblischen Bücher angeführt haben, die mit Begehrlichkeit des Fleisches verbunden waren, besonders im Zusammenhang mit der Äußerung Jesu Christi über den „lüsternen Anblick” einer Frau. Darüber wurde vor allem im VI.Teil gesprochen, in seinem 8.Kapitel – und seinen Unterpunkten: § E, d-e-f.
– Mehr im Einzelnen wurde die verbrecherische Tat des Ehebruches Davids mit Batseba besprochen, und dann noch die sündhaften Betätigungen der zwei „Ältesten, die in ihren bösen Tagen alt geworden sind” vom Daniel-Buch (sieh ob.: Bei Ansicht der Batseba entstandene Begehrlichkeit (2 Sam 11f.); und: Begehrlichkeit der Augen bei den zwei Ältesten vom Daniel-Buch (Dan 13).
– Auch dort wurde auf die weit auslaufenden Auswirkungen der dargestellten sündhaften moralischen Verhaltensweisen hingewiesen, samt dem in solchem Fall beinahe in der Regel strikt miteinander verbundenem VI. und V.Gebot Gottes: die Sünde gegen die Keuschheit – und unmittelbar darauf das Verbrechen gegen das ‘Leben’.

Es gehört sich dazuzusagen, dass die von biblischen Berichten zur Erinnerung gebrachten Sünden vom Bereich der jetzt erörterten Problematik: ‘Jugendlichkeit angesichts der Ehe – des Sakramentes der Ehe’, vom Gottes Blickpunkt aus einen einzigen Ruf nach Expiation für die Sünden und Verbrechen werden, aber umso mehr ein Ruf um Befreiung des lebendigen Ebenbildes Gottes von der Verknechtung vom „Bösen” – durch das Erlösungswerk des Sohnes Gottes. Denn wir alle:

„... Ohne es verdient zu haben, werden sie [= alle, die glauben] gerecht,
dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.
Ihn hat Gott [= der Vater] dazu bestimmt,
Sühne zu leisten mit seinem Blut – Sühne, wirksam durch Glauben” (Röm 3,23ff.).

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RE-Lektüre: VII.Teil, Kapitel 3, ad ‘i’.
Stadniki, 24.IX.2015.
Tarnów, 17.VI.2018.


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H. AUSGEWÄHLTE FRAGEN DES MÄDCHEN- UND FRAUSEINS

Bevorstehende Fragen

1. Eltern und die Verantwortung für das existenzielle Drama des Kindes: des Mädchens
Das Mädchen: die Frau
Dich sollte es nicht gegeben haben ...
Du sollst Junge sein, nicht ein Mädchen!
Tabela. Ja wiem Mamo, że mnie nie za bardzo kochasz ...
Text. Liebe zum Kind ‘um seiner Selbst willen’ (BF 9)
Du solltest ... Junge werden

2. Fehlende Akzeptation seiner Selbst als eigenes Problem
Leben in Nicht-Annahme seiner Fraulichkeit
Von längerem Briefaustausch mit Frau Danuta
Korrespondenz der Danka: 1-5
Korrespondenz der Danka: 6-17
Vorschläge für künftige Eltern
Einstellung auf die zentri-fugale Dynamik der Liebe

3. Angriff des Bösen auf Gottes ethische Festsetzungen im Fall der Mädchen und Frauen
Dunkler Hintergrund des Erliegens der Versuchung zum Weggehen von Gott
Bedingungen der Annahme oder NICHT-Annahme des Bräutigams-vom-Kreuz
Benutzung der Geschlechtlichkeit gegen den Menschen und gegen Gott

4. Aus Berichten des Alten Testamentes über Sünden und Verbrechen auf sexuellem Hintergrund
Sex-Sünden und Verbrechen im Alten Testament
Verwilderung der Sitten vor der SIntflut und Untergang von Sodom und Gomorrha
Dina die Tochter des Jakob vom Sichem entehrt
Ehefrau des Potifar – und Josef, Jakobs Sohn
Blutschänderische Entehrung der Tamar vonseiten des Amnon
Tabelle. Amnon und Tamara
Tabelle. Auswirkungslawine infolge der Vergewaltigung der Tamar von Amnon
Frühere Besprechungen zum ‘lüsternen Anblick’ auf unserer Homepage


Bilder-Fotos

Abb.1. Philippinen: die katastrophale Überschwemmung, September 2009
Abb.2. Hungersnot in Äthiopien, 2008
Abb.3. Eine herzensergebene Therapeutin
Abb.4. Tokyo: Fernsehturm
Abb.5. Zwei Hündlein schlafen aufeinander
Abb.6. Dubaj - Turm