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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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4. Lichtbilder der Treue in Keuschheit

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Hervorwachsende Blumen der Keuschheit

Wir haben mit Beispielen mancher verliebten Paare begonnen, vielleicht schon Brautpaare, deren Verhaltensweisen ihrer ‘Liebe’ schwer positiv beurteilt werden können. Solche Paare bilden aber trotz allem die Regel nicht, sollten sie auch eine riesige Mehrheit darstellen.
– Es kommen nämlich auch Brautpaare vor, die dieser Liebe, die ihres Namens würdig wäre, unbedingt treu bleiben. Sie halten es als ihren Ruhm, dass sie gerade in solcher Lage: ihres bräutlichen Lebens, mit Lächeln ihres jugendlichen, mit Freude strahlenden Herzens, vollbewusst und in ihrer gut übergedachten Selst-Bestimmung, auf entschiedene Art und Weise aufseiten Jesu Christi und seiner Unbefleckten Mutter Maria stehen bleiben.

Solche Brautpaare gibt es wohl nicht wenige. Nur – wie es da zu sein pflegt: was es Gutes gibt, bleibt im Prinzip im Verborgenen. Das Gute drängt sich mit Geschrei nicht auf: es bleibt bescheiden. So soll doch das ‘Normale’ aussehen. Was das Gute ist, braucht keine Werbung. Lautes Schreien ertönt dort, wo jemand ‘mit Kraftaufwand’ das Übel als das Gute zu benennen sucht, dagegen dem, was es das Gute ist, das Merkmal des ‘Übels’ zu ächten.

Über solche Manipulationen mit Bezug auf das ‘Gute’ und ‘Böse’ spricht schon das Gottes-Geschriebene-Wort u.a. im Jesaja-Buch, das heißt in Zeiten etwa 740 Jahre vor Jesus Christus:

„... Wehe, die ihr Böses gut und Gutes böse nennt!
Die ihr Finsternis zu Licht, und Licht zu Finsternis,
Bitteres zu Süßem und Süßes zu Bitterem macht!
Wehe, die ihr weise seid in euren eigenen Augen
klug vor euch selber! ...” (Jes 5,20f.).

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Peter und Aga vom ‘Kreuzzug der Nüchternheit’

Im allgemeinen offenbaren erst besondere Umstände, individuelle Bekenntnisse und Gespräche im vertrauten Kreis, manchmal ein Gespräch mit dem geistigen Führer oder selbst bei der Heiligen Beichte, dass man einmal mehr mit einem Paar zu tun hat, das eine bewusste Entwicklung des inneren Lebens, in beabsichtigter Vereinigung zu Gott im Alltagsleben – in völliger Keuschheit auch bei ihren gegenseitigen bräutlichen Beziehungen, auf echte Weise zu strahlen versteht.

Es erscheint z.B. ein solcher Jugendlicher – er stellt sich als ‘Peter’ vor. Sein zeitweiliger Lebensstatus ist folgender: er denkt gerade auch schon an die Ehe. Er hat seine Braut gefunden – die Aga. Sie lieben sich sehr. Sie haben ihre Entscheidung schon lange her überlegt und halten an ihr weiter. Peter stellt bei seinem strahlenden Gespräch fest: „Ich gehöre seit 5 Jahren zum ‘Kreuzzug der Nüchternheit’. Gott sei Dank, ab dieser Zeit habe ich keinen Tropfen Alkohol genommen. Ich greife auch nach Zigaretten nicht. Die Aga hat diese Entscheidung freudig angenommen. Was ich ihr vom ‘Kreuzzug’ erzählt habe, hat ihr eine riesige Freude bereitet. Sie hat es mit Freuden angenommen, oder selbst genauer: mit Dankbarkeit.
– Außerdem haben wir uns von Anfang an unserer Bekanntschaft verabredet, dass wir alles, was den Bereich der Intimität angeht, versiegelt bleiben lassen. Wir möchten uns einander als lebendige, unberührte Gabe erst dann hingeben, wenn Gott selbst uns auf das Gebiet der Intimität schon als Ehepaar einführt, das heißt wenn wir schon wahres Sakrament der Ehe sein werden”
.

Auf die Frage, ob es ihnen damit leicht ist, oder auch ob schwierigere Zeiten erscheinen, wann es gilt mit der eigenen Schwäche im Bereich der ‘Keuschheit’ zu ringen, antwortet dieser Junge mit entwaffnender Aufrichtigkeit:
– „Selbstverständlich, es kommen immer wieder Zeiten an, wann man sehr aufpassen muss, dass man den spontan sich aufdrängenden Umständen bei Erweisen der gegenseitigen Verbundenheit nicht erliegt, z.B. wenn man sich gern aneinander anschmiegen möchte, usw. Wir helfen uns dabei gegenseitig. Wir haben das alles ab Anfang an besprochen – und es deutlich vereinbart.
– Beim Küssen suchen wir wirklich nur einen Kuss – und nichts mehr vorzunehmen. Mit aller Herzlichkeit und Zärte, und ganz gewiss nicht um des ‘Sexus’ willen.
– Wir haben es auch vereinbart, dass ich sie an ihrem Busen nicht berühre. Auch das überlassen wir erst auf die Zeit der Ehe, auch wenn es Momente gibt, dass es sich gleichsam von allein ergibt, ihr die Zärtlichkeit und die beiderseitige Verbundenheit auf solche Art und Weise zu beweisen. Wir möchten besser ganz vorsichtig bleiben: dass wir uns nicht aufreizen und uns keine unnötigen Zweifeln bereiten, noch Situationen, die irgendwie zweideutig werden könnten.
– Infolgedessen finden wir uns innerlich schlechterdings frei, und ganz sicher nicht traurig. Ganz umgekehrt, es hilft uns sehr bei der Stärkung der gegenseitigen Ehrfurcht, wie auch bei ... der Entwicklung einer umso feinfühliger Liebe auf Ebene des Herzens. So ist es bestimmt sehr nützlich für die Zukunft.
– Und noch nebenbei: vielleicht kann es einmal so werden, dass es uns leichter sein wird bei Gott ein wenig Segen zu erbitten und Ihn bitten, dass Er uns die Kraft hinzufügt, wenn unvermeidliche Zeiten verschiedener Schwierigkeiten ankommen. Ist es doch unmöglich, dass das Leben ohne Sorgen und Proben verläuft”
.

Diese beiden haben auch mit aller Aufgeschlossenheit bekannt, dass sie regelmäßig, einmal pro Monat – grundsätzlich gegen den ersten Freitag des Monates, zum Sakrament der Heiligen Beichte herantreten, und nachher zur Heiligen Kommunion, die sie dann noch weiter zu empfangen suchen, je nachdem sich die Umstände legen, bis zur nächsten Beichte. Falls es sich so schickt, dass sie gerade in selber Ortschaft da sind, treten sie zur Eucharistie immer zusammen – neben sich, an. Das trägt sie mächtig zur Festigung und Verengung des beiderseitigen Bandes bei.

Solche Tage nützen sie auch aus, um ein gemeinsames, bräutliches Gebet zu verrichten. Sie haben nämlich auch untereinander vereinbart – als eine der grundsätzlichen Festsetzungen für die künftige Ehe, wenn Gott ihnen erlaubt einmal glücklich zu heiraten, dass sie mit Ehrgeiz das gemeinsame Ehegebet pflegen werden: beide zusammen, und nachher, im Maß alles Möglichen, zusammen mit den Kindern, wenn Gott sie mit Nachkommenschaft beschenken möchte.

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Ania und Bartek: Novene der 90 Heiligen Kommunion-Tage

Hier sehen wir ein anders gebildetes Beispiel. Es meldetet sich gerade ein gewisses Paar an: die Ania und der Bartek. Sie gehen schon seit vier Jahren miteinander. Sie sind zum Schluss gekommen, dass bei ihnen der Entschluss zur Reife gekommen ist – miteinander zu heiraten. Sie glauben, dass falls sie beiden von Gott in die Ehe berufen werden, nehmen sie es als ihre Lebensberufung an und möchten damit den Willen des Himmlischen Vaters bestens erfüllen.

Sie ist am Ende ihrer Magisteriumschrift, dagegen er hat seine Studien schon beendet und – Gott sei Dank: auch die Arbeit gemäß seiner Ausbildung gefunden. Mehrere Jahre hindurch beten sie füreinander, dass sie in makelloser Keuschheit verharren, so dass sie sich möglich ganz reif zum Empfangen der Ehe als Sakraments vorbereiten können. Sie haben einen guten Priester, ihren Religionslehrer, gehabt. Er hat ihnen im Gymnasium ins Bewusstsein eingeprägt – und das ist ihnen tatsächlich bewusst geblieben, dass die Ehe nicht etwas in Art einer ‘Liebe vom ersten Blick an’ darstellt, um möglich ganz schnell auf ‘Sex’ umzuschalten, sondern sie ist ein ernstes und sehr verpflichtendes Sakrament. In die Ehe engagiert sich in erster Reihe Gott selbst, der durch die Ehegatten das Schöpfungswerk fortführt und solche zweien von Generation zur Generation mit seinem ‘Gottes Ebenbild und Ähnlichkeit’ beschenkt, das Er in ihre Kinder einprägt.

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Erklärung

Wie es sich später gezeigt hat, sowohl dem Bartek, wie der Ania leuchtete ab diesen Katechesen im Gymnasium der Traum vor, einmal gerade eine solche Ehe einzugehen. Sie beiden sehnten sich von vornherein danach, ihre ganze künftige eheliche, und darauf ihre elterliche Liebe – möglichst völlig zur Verfügung Gottes des Schöpfers zu stellen. Sie waren überzeugt, dass Gott zugleich der liebende Erlöser-vom-Kreuz – und der Eucharistie ist. Auch seit Jahren beteten sie beide, wobei sie voneinander überhaupt nichts wussten, durch die Fürbitte Mariens, die Sie beiden auf ihre Art ganz besonders lieb gewonnen haben und Sie sich als Führerin ihres inneren Lebens gewählt haben, um eine gute Frau, um einen guten Mann für die künftige Ehe.
– Bis sie sich endlich ... einander gefunden haben: es geschah in ganz verwundernden und unverhofften Umständen! Sie haben damals nicht einmal geahnt, dass dieses Zusammentreffen sich nicht nur auf ihrem Leben als Kameraden auswirken wird, sondern ... wie es scheint: auf ihrer künftigen Ehe.

Seitdem sie sich immer häufiger zu zusammentreffen begonnen haben, als unter ihnen eine gegenseitige Liebe zu erscheinen begann, wonach unter ihnen Gespräche begonnen haben über die eventuelle Ehe, wurde es sowohl für ihn, wie für sie ganz klar, dass – alles gleich was die anderen tun, die Eheleute – in Kraft des empfangenen und von Tag zu Tag aktivierten Sakraments unmöglich darüber nicht wachen können, dass sie die ganze Zeit des Ehelebens im Zustand der heiligmachenden Gnade verbringen. Sie haben es sich zum Bewusstsein genommen, dass sie nicht auf die Kollegen und Kolleginnen schauen sollen, die vielleicht beinahe allgemein die Gebote Gottes nicht in Rechnung nehmen und fast hemmungslos ‘Sexus’ betreiben. Sooft man solchen Kollegen oder Kolleginnen im Gespräch irgendeine Bemerkung machen möchte, werden diese unvorstellbar aggressiv, wobei sie diese, die bei der Treue zu Gott Stand halten, mit schlimmsten und demütigenden Schimpfworten überwerfen.

Diese zweien: Bartek mit Ania – haben es gut verstanden, u.a. dank den Religionsstunden des erwähnten Priesters – ihres geliebten Katecheten, dass niemand je eine ‘Liebe’ vonseiten Satan erwarten kann. Satan versteht nur das eine zu tun: er zerstört, verzankt – und bringt sowohl das Leben, wie die Liebe selbst zutode. Dann ‘zahlt’ er seine ... Sklaven-Knechten reichlichst immer mit derselben Münze aus: in Form der Niedertretung der ‘Liebe’ zutode, wie auch indem er den vielfältig sich gestaltenden Tod herbeiführt.

In dieser Situation haben diese beiden von Anfang an ihres ‘Miteinandergehens’ sorgsam darüber gewacht, dass sie den in ihrem Herzen verweilenden Jesus auf keinen Fall betrüben. Sie haben auch füreinander gebetet: um Stärkung ihrer Entscheidung, dass sie die Keuschheit nach der Erwartung Gottes selbst bewahren. Dieses Gebet brachten sie Gott immer durch die Fürsprache der Jungfrau Maria. Sie weiß vortrefflichen Bescheid, was das die Zeit der Bräutlichkeit heißt, da sie doch selbst diese Zeit in Erwartung auf Josef durchgemacht hat.

In Kürze haben beide feststellen können, dass die Bewahrung der sich vorgesetzten Keuschheit überhaupt nichts schwieriges darstellt. Alles hängt davon ab, was man in dieser Hinsicht am Anfang selbst der Bekanntschaft untereinander abspricht, und umso mehr wenn man schon die weiteren Stufen des tatsächlichen ‘Miteinandergehens’ erlebt.

Als sie beide zum Schluss gekommen sind, dass ihre Liebe wohl schon reif genug geworden ist, dass sie sich auf die Eheschließung entscheiden, haben sie beide den Vorsatz unternommen, um für sich den besonderen Segen – sowohl für die zu Ende laufende Zeit des Brautlebens zu erbitten, wie auch für die Zeiten, die sofort nach dem Eingehen der kirchlichen Trauung: des Sakraments der Ehe, folgen werden, Jesus den Eucharistischen besonders zu verehren und anzubeten.

Und zwar sie haben sich vorgenommen das ins Leben umzuschmieden, worüber sie irgendwo einmal gehört haben, dass nämlich manche Brautpaare in der Phase ihrer unmittelbaren Vorbereitung zum Tag der Sakramentalen Ehe die Praxis unternehmen einer eigenartigen ‘Novene’ von Heiligen Kommunionen in diesem Anliegen. Die Novene sollte darauf beruhen, dass das Brautpaar jeden Tag ohne irgendeine Pause drei letzte Monate hindurch vor der Heirat täglich zur Heiligen Kommunion herantritt, das heißt insgesamt 90 Tage ununterbrochen vor diesem Datum.

Es ist klar, eine solche Novene von 90 Tagen mit täglich empfangener Heiligen Kommunion ohne einen unterlassenen Tag vollzubringen, setzt nicht wenig zusätzliche Mühe voraus. Wie schwierig es bisweilen sein kann, die Zeit dafür zu herauswirtschaften, um einerseits – unter Umständen noch regelmäßig fortgeführter Studien und Beschäftigungen an der Universität, die man nicht unterlassen darf, und anderseits er: der Bräutigam, aber schon Angestellte und Einbezogene in den Rhythmus der Arbeitsstunden in seinem Betrieb mit drei Arbeitsschichten – doch keinen einzigen Kommunionstag unterlassen zu haben. Dabei muss man noch tatsächlich gut darüber wachen, dass es zu keiner Sünde kommt.

Zuletzt ist das aber ihnen beiden vortrefflich gelungen, trotzdem es Tage gegeben hat, an denen der Umsatz ins Leben dieses Vorsatzes mit ungemeinen Schwierigkeiten einherging. Diese beiden haben in der getroffenen Entscheidung ausgehalten. Unter solchen Bedingungen sind sie zuletzt zum ‘Aufgebot’ beim Pfarrer erschienen, um zugleich den Termin der Eheschließung mit ihm und der Familie in Einzelheiten zu besprechen.

Mit was für einer inneren Satisfaktion – und zugleich mit demütigen, aber voller Zuversicht Anvertrauen ihrer jungen Ehe haben sie sich schon unmittelbar zur Heiratsfeier in der Kirche vorbereitet! Sie konnten sich auch ruhigen Herzens den Segen vonseiten ihrer Eltern sichern, die sie so viele Male gebeten haben, sie mögen sie mit ihrem Elterngebet unterstützen, dass ihre Ehe ganz in Strahlen der Gnade und des Segens gedeihe!

Nachdem sie Ehe, genauer: Sakrament der Ehe geworden sind, haben sie mit aller Kraft und Freude gewünscht, jedes andere Brautpaar möge auf gleiche Art und Weise wie sie – sich zur Ehe: zum Sakrament der Ehe, vorbereiten.
– Es wäre dann gleichbedeutend mit Eintritt in die Ehe reinen Herzens, nach der freudigen Zeitspanne des Verharrens in nicht schwierig zu einhaltender, lieb gewonnerer Tugend der Keuschheit. Das wird doch von jedem Brautpaar vonseiten Jesus Christus erwartet, und um gerade diese Gnade der Ausdauer in solchem Vorsatz betet außer Zweifel für jedes Brautpaar die Makellose Jungfrau-Mutter Maria. Die beste Art und Weise, um für sich den Segen für die künftige Ehe als Sakrament zu erreichen wird – ähnlich wie es mit riesiger Freude diesem Brautpaar gelungen ist – die unmittelbare Vorbereitung zum Tag der Eheschließung mit einer ‘Novene’ der zu empfangenden Heiligen Kommunionen über 90 Tage hindurch, das heißt drei Monate lang ohne Unterbrechung.

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Ein noch anderes Zeugnis der gepflogenen bräutlichen Keuschheit

Wie viel Freude erlebt jedes Mal der Priester als Beichtvater, wenn es ihm gegeben wird – nicht selten viele Stunden Non-Stopp den Dienst im Beichtstuhl zu verbringen, z.B. gelegentlich der Beichten in der Fastenzeit, im Advent, bei Pfarrexerzitien und Missionen, u.dgl., wenn aus dem Bekenntnis des Beichtenden gefolgert werden kann, wie tief seine Verbundenheit zu Christus verankert ist.

Da tritt z.B. an den Beichtstuhl sei es ein Mädchen, das ihre Brautzeit erlebt, oder anderseits ein Junge, der zugleich seine Brautzeit erfährt. Sowohl der eine Beichtende, wie der andere bekennen mit völliger Aufrichtigkeit, dass sie ihre Brautzeit im Angesicht Gottes reinen Herzen erleben, was das VI.Gebot Gottes betrifft. Ihre bräutliche Nähe erleben sie liebend, und doch führen sie mit allem Bewusstsein in die Tat die Bitte Gottes nach dem Wortlaut des VI. Gebotes Gottes: „Du sollst nicht die Ehe brechen”. Sie betrachten dieses Gebot in keinem Fall als erpresste, negativ begriffene Verhaltensweise in Keuschheit. Im Gegenteil, sie glauben schlechterdings Gott, der Liebe auch in diesem Bereich ist.

Frucht des Verbleibens in kindlicher Treue zum Gebot Gottes ist die sie nicht verlassende Freude des Herzens und ein keuscher gegenseitiger Anblick. Sie schauen auf sich schlechterdings als auf Personen. Sie blicken tief in ihre Augen hinein – und finden in ihnen die Abspiegelung ihrer sich gegenseitig nachsuchenden Personen.

Der Beichtvater fragt in dieser Situation – nehmen wir an: dieses Mädchen – diese Braut, ob sie ihm erlaubt um etwas zu fragen. Er hört ihrerseits: „Bitte sehr, Sie dürfen doch Fragen aufstellen”. Da fragt der Beichtvater: „Wer hat Dich so erzogen, dass Du in Keuschheit verbleibst, und Du erlaubst dir nicht, dass sie irgendeinen Makel erfährt, obwohl doch ganz bestimmt auch in dir, ähnlich wie beim Bräutigam – Reflexe aufkeimen einer Neugierigkeit und die Suche, um vielleicht ein wenig Annehmlichkeit zu erfahren bei engerem Anschmiegen oder Liebkosung?”
– Das Mädchen antwortet schlagfertig: „Ja, das hat mir meine Mutter übermittelt”. Oh ja! Die Mama! Aber diese ‘Mutter’ hat solche Verhaltensweise wohl aufgrund ihrer eigenen persönlichen, tiefen Vereinigung zu Jesus Christus selbst gelernt – wie auch aufgrund ihres bewussten Gedeihens in Strahlen der Liebe des Unbefleckten Herzens Mariens, wo sie beiden, samt ihrem Ehegatten, für sich und ihre Kinder die Gabe zu erbeten suchen eines beständigen, durchscheinenden Herzens, das fortwährend auf das Leben der Gnade weit aufgeschlossen wäre.

Was für ein schönes Zeugnis stellt dieses Fräulein in dieser Situation: der intensiv gelebten Phase der Brautzeit und der immer näher werdenden Ehe – ihrer Mutter aus! Und weiter: was für ein hinreißendes Zeugnis dieses Mädchen sich selbst ausstellt – sie zusammen mit ihrem Jungen, dass sie nicht auf den Schund des ‘Sexus’ umschlagen – anstatt in sich die Haltung der Liebe-als-Gabe zu erarbeiten.
– Diese beiden haben aufgrund der Empfehlung Christi die Haltung der Wachsamkeit angenommen. Zu gleicher Zeit lassen sie sich vom Druck des Milieus ihrer Gleichaltrigen Jugendlichen nicht abschwenken, für das sie mit ihrer Treue zum Gottes Gebot, Gegenstand von Spott und Demütigung geworden sind. Einmal mehr beweist sich letztlich das Wort: „Dieser lacht, der der letzte ... lacht” !

Jeder Priester könnte aufgrund seiner priesterlichen Praxis zahlreiche solche Beispiele anführen. Knüpft hier der Priester: dieser hier Schreibende, an den Beichtdienst an, mit dem doch das ‘Beichtgeheimnis’ verbunden ist, kann jedermann verstehen, dass er hier keinen irgendwelchen näheren Umstand solcher – manchmal des Öfteren vorkommenden ‘Beichten’ angibt: weder was den Ort angeht, noch den Namen irgendjemandes.

Der Priester fragt doch niemals um den Vornamen, noch den Nachnahmen des Beichtkindes. Dem Priester ist es wohl erlaubt mit anderen das zu teilen, was es vom Verrichten des Beichtdienstes Positives herkommt: die Ermutigung für Viele zum Verharren in der Haltung der Treue zu Gott und dem Vollbringen allen Gutes.
– Der Priester verrät dabei keine bekannte Sünde – und doch gerade das wäre der eigentliche Gegenstand des ‘Beichtgeheimnisses’. Dagegen er hebt die ermutigenden positiven Aspekte hervor, die er zur eigenen Freude mitteilen kann, zur Freude des Himmels und bestimmt so mancher jungen Leute. So weist er auf die Freude hin, die unmittelbare Frucht der Treue zu Gottes Erwartungen ist.

Übrigens verrät der Priester auch dann keine näheren Umstände: weder wo und wann das stattgefunden hat, noch andere genauere Umstände. Er beschränkt sich auf allgemeine Feststellungen, die für viele andere zur Ermutigung werden können, dass auch sie tapfer und mutig auf Seiten Christi stehen, und erst so auch auf Seiten des Menschen.

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5. Wenn aber ‘Liebe’ doch erst über den ‘Sexus’ wird?

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‘Liebe’ oder ‘Sex’?

Wir sind uns nur allzu gut bewusst, dass die Tatsächlichkeit vieler Brautpaare nicht selten weit vom ‘Ideal’ abschweift: von der Gestaltung der gegenseitigen bräutlichen Beziehungen nach Forderungen der Tugend der Keuschheit. Indessen gerade das wird erwartet, und sogar vorausgesetzt – von der mehrmals im Leben versprochenen Treue zum VI.Gebot dieses Gottes, der Liebe – IST: „Du sollst nicht die Ehe brechen”. Dieser Frage haben wir schon nicht wenig Platz an verschiedenen Stellen unserer ausgebauten Homepage gewidmet (sieh ob.: (Links zu Stellen auf unserer Homepage über das Thema der ethischen Beziehungen in der Brautzeit).
– Besonders im III.Teil wurde die Tatsache des vorehelichen Verkehrs ausführlich erörtert: in einem Kapitel mit Berücksichtigung der Möglichkeit einer Empfängnis infolge des unternommenen Verhältnisses (III.Teil, 3.Kapitel), und im nächsten – unabhängig davon, ob es eine Empfängnis geben wird oder nicht (III.Teil, 4.Kapitel).

Die Nicht-Bewahrung der Treue zum „Wort”, das Gott gegeben – und später immer wieder ab und zu von neuem versprochen wurde, ist jedes Mal Zeugnis eines zutiefsten Misstrauens zu Gott und stellt den Verrat Gottes dar. Es ist zugleich jedes Mal gleichsam eine unmittelbare Hingabe seiner selbst zur Verfügung dieses, der der BÖSE ist:


 „Auf Dich, Du Gott, kann ich länger 
 nicht mehr ... vertrauen! 
 Du liebst mich doch NICHT” ! 

 Der Teufel – erst dieser liebt mich wahrhaft! 
 Er kann mich gut verstehen! 
 Er knausert mir den ‘Sexus’ nicht! 
 Er ermutigt mich, ihn hemmungslos zu betreiben
und keine Gottes Einschüchterung zu befürchten: 

‘Genieße doch was vom Leben,
du mein abscheulicher Sklave!’
‘Verdiene, verdiene lustig:
einen ‘besseren’ Platz in der Hölle!’

 Ja, jetzt beginne ich zu verstehen:
Auf Gott kann ich
wahrhaft nicht länger vertrauen!

Daher bekenne ich offen :

 „Satan, ich vertraue auf DICH !
Dir ... vertraue ich mich an:
im Leben, im Sterben,
und nach dem Tod ...” !

Gott ist allzu ernst, dass Er mir die Gabe nehmen sollte, mit der Er jeden Menschen ausgestattet hat, indem Er ihn als ... Person schuf. Gerade an dieser Gabe war es Ihm so überaus seriöse gelegen: der Befähigung des Menschen zur Selbst-Bestimmung, das heißt Beschenkung des Menschen: der Person – mit Freiheit des Willens.

Wir erinnern uns, dass grundlegende Bestimmung dieser Gabe von Anfang an dieses eine darstellt: dass in der Welt die ‘Liebe’ erscheinen kann. Diese gibt es nämlich dort nicht, wo Versklavung da ist: die Knechtschaft (sieh ob.: Freiheit – Gottes Gabe: funktionell-instrumentale Gabe).
– Auch dieses betreffende Kind der Liebe Gottes: Mann und Frau, und umso mehr konkret: diese zweien als Brautleute – können Gott zwar lieben, allerdings sie können sich auch von Gottes Liebe abwenden.
Selbstverständlich daselbst würden sie sich von Liebe zu sich selbst und zu diesem Nächsten abwenden.
– Sie können aber Gott auch lieben: unter der Bedingung, und sobald sie in Kraft ihrer Selbst-Bestimmung, das heißt ihres freien Willens – dieses gerade auch tun wollen.

Was aber Gott angeht, Er erlaubt sich nicht, dass Er irgendjemanden zum Erweisen der Dankbarkeit nötigt, z.B. für die Gabe, dass er vom Nicht-Existieren zur Existenz herausgerufen worden ist. Noch dass jemand Ihm – Gott, der Liebe ist, aufrichtigen Herzens sagt: „Gott, ich liebe Dich” !

Das sehen wir auch im Evangelium, als Jesus die zehn Aussätzige geheilt hat. Als einer unter diesen Geheilten zurückgekommen war, um sich Jesus für die wieder erlangte Gesundheit zu bedanken – und es war nicht Nachkomme des Volks Gottes Abraham, sondern ein Samariter, das heißt ein ‘Fremdling’ im Verhältnis zu den Einwohnern des Grenzgebietes Galiläa und Samaria, wo sich das gerade abgespielt hat, konnte Jesus gleichsam nicht aushalten und hat wohl die Tiefe des ‘Herzensschmerzes’ der ganzen Allerheiligsten Trinität angesichts der Gefühllosigkeit und Undankbarkeit Israels zum Ausdruck gebracht, indem Er sagte:

„Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind denn die übrigen neun?
Hat sich keiner bereitgefunden, umzukehren
und Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? ...” (Lk 17,17f.).

Indem wir im Rahmen der laufenden Thematik die ethischen Verhaltensweisen bei verliebten Personen unter dem Blickpunkt des VI.Gebotes Gottes betrachten, ziemt es sich, dass wir uns noch einmal einige vorkommenden Verhaltensweisen, die sich der Tugend der Keuschheit widersetzen, zum Bewusstsein bringen.

Alle Leute wissen eigentlich besten Bescheid um den Lebensstil und die ethischen Verhaltensweisen bei Brautleuten und Verliebten. Viele könnten darüber so manchen gut dokumentierten Kommentar hinzufügen. Auch wir haben an solche Situationen auf den Bogen unserer Homepage schon an so mancher Stelle angeknüpft, vor allem an den oben erwähnten Abschnitten des III.Teiles (III.Teil, 3. und 4.Kapitel).

Trotzdem versuchen wir hier uns Jetztzeit auf mehr deutliche Art und Weise gleichsam um den Wirkungsmechanismus selbst der Umstände bewusst zu werden, die leicht dahin dazutragen, dass diese zweien – des Öfteren wohl nicht sofort, sondern allmählich, sich von Gott und den Geboten Gottes zu entfernen beginnen.

Folgerichtig erscheinen sie immer seltener in der Kirche, und umso mehr bei den Heiligen Sakramenten. Jede Erinnerung an Gott und seine Gebote wird für solche ‘Verliebten’ zum reizbaren Faktor, weil das an Gott erinnert, an die angenommenen Verpflichtungen und die Verantwortung für Betätigungen, von denen sie sich früher oder später abrechnen werden müssen. In dieser Situation scheint es bequemer sich und allen ringsherum vorzutäuschen, dass „... wir Atheisten sind, wir haben von Gott nie gehört und haben mit Gott nichts zu tun; zur ‘Religion’ wurden wir nur gezwungen – gegen unseren Willen” ...
– Es ist klar: ein Bekenntnis dieser Art wäre beinahe gleichbedeutend mit offizieller ... Abschwörung des Glaubens und Gottes!

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Küsse ...

Meistens ist es so, dass sowohl ‘Er’, wie auch ‘Sie’ nicht sofort auf strikt intimen Bereich umschalten. Eine Zeit hindurch gehen sie schlechterdings miteinander und kennen sich näher lernen. Trotzdem auch schon die ersten Zusammentreffen – auf der Stufe nur oder erst, wann sie einander ‘gern vermögen’, ganz leicht mit Anschmiegen enden, oder umso mehr mit Austausch von Küssen.

Gar nicht selten beginnen da u.a. beim Treffen mit einem Priester solche Fragen aufzutauchen: ‘Ist das Küssen ... Sünde’ ? Der Priester ist sich selbstverständlich sofort gut dessen bewusst, worum es hier geht.
– An sich ist eine so formulierte Frage allzu allgemein und im Grund genommen unausreichend – z.B. falls es um das Herantreten zur Heiligen Beichte gehen sollte. Die Frage benötigt eine Reihe von Präzisierungen, falls der Zweifel z.B. wegen einer eventuellen schweren Sünde erscheinen sollte (sieh genauer: IV.Teil, 3.-4. Kapitel: Besprechung der Bedingungen einer guten Heiligen Beichte).

Unabhängig davon, ob es im betreffenden Fall um das Mädchen oder den Jungen geht, müsste folgendes zum Bewusstsein gebracht werden. Und zwar, sollte dieses Anliegen als eventueller Gegenstand des Bekenntnisses beim Sakrament der Versöhnung betrachtet werden, ist es klar, dass sich diese zweien augenfällig gut darüber bewusst waren, dass dieser Kuss entschieden von solchem Küssen abwich, mit denen sie sich bisher z.B. in Stunden besonderer Herzenswärme im Kreis der eigenen Familie beschenkt haben, so z.B. hinsichtlich der Küsse mit der Mutter, mit dem Vater, unter Geschwistern, beim Willkommensgruß oder beim Verabschieden.

Wenn der Junge oder das Mädchen in solcher Situation fragt, ob das ‘Sünde’ war, musste es sich offenbar um einen Kuss handeln, der wesentlich anders war. Wenn ihmzufolge eine Gewissensunruhe entstand, und die Stimme des Einspruchs des Gewissens deutlich hörbar geworden ist, musste es offensichtlich zusätzliche Umstände gegeben haben, denen zufolge der unternommene ‘Kuss’ kein gewöhnlicher Kuss allein gewesen war. Er hat ein wahrnehmbares Echo im Leib ausgelöst: der Körper hat entsprechend mit Erregung der Sinne reagiert.
So was geschieht aber niemals bei gewöhnlichem Küssen im Kreis der Familie. Was hat es also Zusätzliches gegeben, dass das Gewissen mit eindeutigem Einspruch reagiert hat?

Jugendliche sehen fast im Alltag, wie sich manche ‘küssen’ : manchmal ganz leidenschaftlich – und lange, indem sie mit den Lippen ... beinahe das ganze Gesicht auf einmal umfangen. Man kann schwer nicht bemerken, sollte auch jemand keinesfalls beabsichtigen, um ein solches Paar gerade ‘abzugucken’, dass ihre Art und Weise des Küssens bei den Dabeistehenden Unbehagen erweckt, wenn nicht geradeaus eine ekelhafte Empfindung. Viele solche vollbringen dann vor allem den ‘Tief-Kuss’(sieh genauer ob.: Küsse – ebd. den ganzen Artikel: „Heilige Beichte der Eheleute mit Sünden beim ehelichen Verkehr”).

Solche Art und Weise des ‘Küssens’ kann leider auf keinen Fall als ‘Küssen’ beurteilt werden. Es kann alles andere darstellen, nicht aber ... den ‘Kuss’. Trotzdem sofort Plejaden von inbrünstigen Befürwortern gerade des ‘Tief-Kusses’ auftauchen, die ihn eifrigst anempfehlen und verbissen seine ethische ‘Korrektheit’  verteidigen.

Küssen bedeutet seiner Definition nach, dass ein Kuss mit dem Mund – auf dem Gesicht unternommen wird: auf Augen, dem Mund, den Wangen jemandes der Nächsten – zum Zeugnis des innersten Bandes und als Erweis der liebevollen Ehrerbietung vor der Würde jener Person. Ein Kuss setzt seinem Wesen nach eine Fülle von Feinfühligkeit und aufrichtige, keusch-lautere Freude voraus.
– Die Art und Weise des Küssens kann nicht auf Auslösung der sexuellen Erregung berechnet werden. Das Hineinschieben der Zunge in den Mund der zu küssenden Person, samt in ihrem Mund ausgeübten merkwürdigen Bewegungen mit der Zunge – ist alles andere, aber nicht mehr ... Küssen.

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Erklärung

Und außerdem: wie leicht gesellt sich zu solchem ‘Küssen’ in dieser Situation das Betasten reizbarer Stellen des Körpers, was deutlich dahin strebt, dass es zur Erregung kommt. Soll man unter solchen Umständen einen Wunder erhoffen, dass der Körper nicht auf proportionale Weise zu den an ihm ausgeübten Reizen reagiert?

Zum Ausgangspunkt dieser Reaktionen wurde allein ein ... ‘unschuldiges Küssen’ des Mädchens, beziehungsweise umgekehrt: ‘des Geliebten’, dieses ‘meinen Jungen’. Meldet sich dabei das Gewissen mit Proteststimme, wobei hinter dieser Stimme letztlich Gott steht, sollte auch jemand die Existenz Gottes nicht einmal angenommen haben (sieh dazu: DeV 43), zeugt es darüber, dass die Grenze der sich erweisten ‘Liebe’ und gegenseitigen Bandes allein – entschieden überschritten wurde. Nicht hier blinkt der richtige Weg!

Es kommt wohl vor, dass bei beiden der Verliebten, oder zumindest bei dem einen von ihnen beim ‘Tief-Kuss’ keine beunruhigende Reaktion des Körpers zutage kommt. Daselbst erscheint dabei auch im Anschluss an solche Art und Weise des ‘Küssens’ keine Unruhe des Gewissens. Dennoch, in der Stunde einer tatsächlichen Aufrichtigkeit bekennen die einander so küssenden Personen, dass solche Art und Weise des Küssens doch eine Erregung auslöst.

Es kann sich letztlich zeigen, dass der ‘Tief-Kuss’ – sollte er selbst anfangs nicht vollbewusst und klar übergedacht geblieben sein – eine weitgehende Entartung erfährt, indem er auf eigenartiges, tückisch konstruiertes ‘Petting’ umschaltet. Das Petting stellt aber immer Todsünde dar.

Man könnte hier, um die laufende Erwägung einigermaßen zu unterbauen, irgendein lebendiges Wort über das Thema des „Tief-Kusses”, samt seiner Bewertung anführen.
– Es drängt sich gerade eine diesbezüglich Äußerung auf einer Ehefrau – lassen wir sie Alina heißen. Es stellt also eine Stimme nicht irgendjemandes der Jugendlichen dar, sondern einer schon Ehefrau mit mehrjährigem Eheleben. Hier ein paar Fragmente aus ihrem Briefwechsel:

[Alina-1] „... Vielleicht antworte ich gleich auf ihre Frage, Herr Pater: Ob ein solcher ‘Tief-Kuss’ einen Erweis der Liebe darstellt?
Es gibt solche, denen er gefällt: es ist ihre Sache. Aber für mich ist er bestimmt kein Erweis der Liebe, sondern nur des Begehrens und Sexus. Und außerdem es ist was Widerwärtiges.
Ich habe meinem Mann des Öfteren erklärt, dass ich das in keinem Fall gern habe, aber er hat das immer vergessen. Endlich, nachdem ich diesen Ihren Artikel gelesen habe: „Beichte der Eheleute ...” habe ich ihm entschieden mein ‘Nein’ gesagt, und diesmalig wurde es erfolgreich. Er war darüber nicht entzückt, dennoch er wurde damit letztlich einverstanden, da er übrigens keinen anderen Ausweg hatte ...” (15.VI.2006).

In ein paar Tagen kam von selber Ehefrau eine Ergänzung zur Bewertung des ‘Tief-Kusses’. Mag es angeraten sein, diese Worte gut zu erwägen. Es ist darin eine tiefe Reflexion und Anmerkung enthalten, die sich auch für so manche jungen Leute hilfreich erweisen kann – für den Tag selbst ihrer Hochzeit. Mögen wir hinhören:

[Alina-2] „... Sie haben mir, Herr Pater, solche Frage gestellt, ob der Tief-Kuss erregend wirken kann und ob man so ohne die Erregung hervorzurufen – küssen kann?
– Mir scheint es, dass solches Küssen für diesen, der danach sucht, wohl auch erregend wirkt. Bei mir kommt dabei ganz sicher keine Erregung zutage. Ich habe schon des Öfteren überlegt, ob es mit mir wirklich alles in Ordnung steht, dass mich das nicht ‘dreht’. Ich glaube, ich bin wohl einigermaßen a-sexuell [= sehr frigid]. Außerdem bin ich allzu skrupelhaft und die geringste Sünde stellt meiner Meinung nach schon etwas ganz großes dar. Ich weiß wohl, dass es nicht so sein soll, dennoch ich kann solche Haltung gegenüber der Sünde nicht loswerden..

Vor ein paar Monaten waren wir mit meinem Mann zur Heiratsfeier eingeladen. Das junge Ehepaar war sehr jung: sie waren 19 und 20 Jahre alt. Selbstverständlich – wie es bei Hochzeiten zu sein pflegt: es wird „Prosit” und „Hoch sollst du leben” usw. gesungen – und danach müssen sich die Neuvermählten ... küssen.
– Diese zweien, Neuvermählten, haben also angefangen einander zu küssen. Sie haben sich geküsst, als ob sie ganz allein für sich wären: entsetzend leidenschaftlich, geradeaus ganz unzüchtig. Beim Tisch waren wir etwa 10 Gäste. Alle haben daran Anstoß genommen, oder eher die meisten waren geradezu entrüstet: wie kann man sich so in Augen der Öffentlichkeit küssen? Doch das Junge Paar hat ihre Liebes-Sex-Spielerei weiter verfolgt und sie empfanden dabei keine geringste Hemmung.
– Es kommt daraus wohl dieser Schluss zutage, dass solche Art und Weise wohl wirklich kein normales Küssen darstellt. Sollte es eventuell direkt im Zusammenhang mit dem Geschlechtsverkehr erfolgen, würde es einigermaßen angenommen werden können: so ist meine Meinung. Aber in Augen der ganzen Publik?! Es wirkt da in der Tat ganz abstoßend ! ...” (19.VI.2006).

Wie viele jungen Leuten haben völlig das Empfinden um das Schamgefühl und den Anstand verloren. Sie spielen sich vor, sie wären schon ‘volljährig’ und können schon alle ‘Bremsen’  wegwerfen. Sollte ihnen jemand auch nur einen kleinen Wink zeigen, wäre es für sie wohl nichts genierendes, dass sie sich ganz ausziehen und in Augen aller die Kopulation unternehmen, vielleicht mit Anwendung ganz ausgesuchter Zirkus-Positionen.
– So geschieht es leider in der Situation, wenn jemand den ihm zur Verwaltung geschenkten u.a. ganzen Bereich der Geschlechtlichkeit (sieh ob.: Besitzer – und Verwalter – und die ganze weitere Folge; die Datei: ‘6c’ und noch, VI. Teil, Kapitel 8-h; VII. Teil, Kapitel 3-a), mit Kraftaufwand als ab jetzt erreichte „Freiheit ‘VON’ der Wahrheit” und „VON Gott” betrachtet (sieh: VSp 34.64 Freiheit ‘von’ Gott).


Wir können nur vermuten, dass das ‘Gewissen’ der hier erwähnten dieser zweien offenbar schon so weit den bewussten Manipulationen erlegen ist, wie auch ihrer gegenseitigen Einredung, dass ‘das, was annehmlich ist, in keinem Fall Sünde sein kann’ (sieh ob.: Fleisch-Geschlecht: Gelegenheit die Annehmlichkeit zu erfahren – im früheren und folgenden Zusammenhang), so dass die Stimme des Gewissens bei ihnen beinahe zum völligen Stillschweigen genötigt wurde. Folglich, das Gewissen reagiert nicht mehr selbst angesichts mittlerweile vollbrachter echter Verbrechen (das heißt schon nicht nur der schweren Sünden). So geschieht es z.B. im Fall der systematischen Anwendung gegen-elterlicher Mittel. Diese sind ... immer Abortivmittel. Es gibt in Produktion keine nur anti-konzeptionellen Mittel [sieh dazu genauer von unserer Seite – II.Teil, 3.Kapitel, u.a. im Anschluss an Spermizidmittel und das Präservativ].

Gemäß der Weisungen, die wenn auch nur der Hl. Johannes Paul II. als Nachfolger Petri auf dem Apostolischen Stuhl vorgelegt hat, sollen drei Kriterien berücksichtigt werden, um eine Tat (äußere oder nur innere: im bewussten Vorstellungsvermögen, im Willen) als ethisch gut oder böse zu bewertigen (sieh auch schon ob.: Gegenstand der Betätigung – mit vorangegangenen und nachfolgenden Zusammenhang). Es handelt sich nämlich jedes Mal um die folgenden Umstände:

(0,2 kB)  Die Absicht der verrichteten Tat;
(0,2 kB)  der Gegenstand der Tat;
(0,2 kB)  die Umstände.

Der Heilige Vater erinnert:

„... Der Grund, warum die gute Absicht nicht genügt, sondern es auch der ordnungsgemäßen Wahl der Taten bedarf, ist die Tatsache, dass die menschliche Handlung von ihrem Gegenstand abhängt, das heißt davon, ob er auf Gott, auf den, der ‘allein der Gute ist’, hingeordnet werden kann und ob er die Person so zur Vollkommenheit führt.
– Eine Handlung ist gut, wenn ihr Gegenstand (das Objekt) dem Gut der Person entspricht – dadurch, dass sie die Güter berücksichtigt, die für sie vom moralischen Blickpunkt aus wesentlich sind ...
– Die menschliche Handlung, die ihrem Gegenstand nach gut ist, ist auch dem letztlichen Ziel untergeordnet.
Dieselbe Tat erreicht dann ihre letztliche und wesentliche Vollkommenheit, wenn sie vom Willen tatsächlich auf Gott hin durch die Liebe hingerichtet wird ...” (VSp 78).

Die vom Heiligen Vater erwähnten drei Aspekte-Kriterien jeder guten Tat gehört es sich auf die Praxis des ‘Tief-Kusses’ anzuwenden.

a) Die Absicht solcher zweien, die den ‘Tief-Kuss’ vollbringen, kann – ihrer Meinung nach – den edlen Anschein haben: Ich liebe dich – du liebst mich.
b) Die Umstände – können an sich einwandfrei aussehen: sie beiden sind frei, sie beiden stellen sich auf die Ehe ein.
c) Es taucht die Frage auf um die Qualität dieser Handlung an sich: Küssen ‘in die Tiefe’ hinein. Wie soll solche Handlung qualifiziert werden?

Man muss sich klar sagen lassen: es stellt kein Küssen mehr da. Man braucht sich nicht täuschen. Viele möchten sich es wünschen, dass solches Küssen als eigenartige ‘Unter’-Art und Weise des Küssens qualifiziert werden kann. Das ist aber unmöglich. Das Einschieben der Zunge in den Mund, und umso mehr die Manöver ebenda mit der Zunge können nicht als Unter-Art des ‘Küssens’ bezeichnet werden.
– Dabei ist die Absicht solcher Verhaltensweise alles andere, nicht aber das Feingefühl und Fülle der Ehrerbietung, was bei einem herzensvollen Küssen vorausgesetzt wird.

Es taucht unvermeidlich die Frage auf: wie könnte solches ‘Küssen’: der ‘Tief-Kuss’ – unter das Kriterium unterzogen werden, das Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Veritatis Splendor” deutlich erwähnt. Lesen wir diese Worte noch einmal – ganz aufmerksam:

„... Der Grund, warum die gute Absicht nicht genügt, sondern es auch der ordnungsgemäßen Wahl der Taten bedarf, ist die Tatsache, dass die menschliche Handlung von ihrem Gegenstand abhängt, das heißt davon, ob er auf Gott, auf Den, der ‘allein der Gute ist’, hingeordnet werden kann und ob er die Person so zur Vollkommenheit führt.
– Eine Handlung ist gut, wenn ihr Gegenstand (das Objekt) dem Gut der Person entspricht – dadurch, dass sie die Güter berücksichtigt, die für sie vom moralischen Blickpunkt aus wesentlich sind ...
– Die menschliche Handlung, die ihrem Gegenstand nach gut ist, ist auch dem letztlichen Ziel untergeordnet.
Dieselbe Tat erreicht dann ihre letztliche und wesentliche Vollkommenheit, wenn sie vom Willen tatsächlich auf Gott hin durch die Liebe hingerichtet wird ...” (VSp 78).

Wir fragen somit – in Anwendung auf diese bestimmte Betätigung, das heißt auf den ‘Tief-Kuss’: Wie ist die Art und Weise, dass solches Küssen „auf Gott ... hingeordnet werden könnte? ...” Und ob er auf diese Art und Weise „... die Person zur Vollkommenheit führt” ?
Wo ist hier das Gut der Person, das ihre wesentlichen Güter vom moralischen Blickpunkt aus berücksichtigen sollte?
Und schließlich: ob solche Art und Weise des Küssens zugleich „dem letztlichen Ziel untergeordnet ist, ... indem es seine letztliche und wesentliche Vollkommenheit erreicht, wenn es vom Willen tatsächlich auf Gott hin durch die Liebe hingerichtet wird” ?
– Indessen so lauten die Worte Johannes Paul II., die eine Handlung als gute beziehungsweise böse Tat zu qualifizieren heißen.

Es scheint, dass sich hier die eindeutige Schlussfolgerung aufdrängt: eines entschiedenen ‘Nein’, was die ethische Bewertung des ‘Tief-Kusses’ angeht. Allen liberalen ‘Meinungen’ zuwider so mancher Moral-Theologen, die nicht tief genug in Gottes Kriterien solcher Gestaltung der bräutlichen Beziehungen – und nachher ... der ehelichen, eingedrungen sind.
Es ist schwierig die Wirklichkeit infrage zu stellen, in welche sich – bewusst oder vorläufig auf nicht völlig beabsichtigte Weise – der ‘Tief-Kuss’ umzuwandeln pflegt, sollte es auch selbst manchmal nur einseitig geschehen. Er stellt letztlich ein eigenartiges, perfide konstruiertes, Ersatzmittel dar, oder selbst ein Mittel, das dahin direkt führt ... eine eigenartige Abart des „Pettings” zu bilden, nur dass es auf dem Niveau des Mundes geschieht. Die ethische Bewertung aber des ‘Pettings’ bleibt objektiv genommen immer eindeutig.

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Liebkosung am Busen

Wir überlegen in diesem Teil unserer Erwägungen, was es beim Jungen, dem Bräutigam – vonseiten des Mädchens eine besondere Quelle von Versuchung, eventuell zur Untreue im Bereich der Tugend der Keuschheit darstellt, oder darstellen kann. Man kann schwer nicht ein wenig Aufmerksamkeit der Liebkosung widmen, die am Busen des Mädchens, der Braut unternommen zu werden pflegt.

Es ist allgemein bekannt, dass der Busen der Frau für den Mann eine ganz besondere Attraktion darstellt. Erst an zweiter Stelle reihen sich ihre Genitalien auf. Bei der Frau geschieht es grundsätzlich umgekehrt: attraktiv wirken auf sie die Genitalien des Mannes.
Solche Beobachtungen müssen freilich keine Regel bilden, dennoch so pflegt es zumindest des Öfteren zu sein.

Gott hat den Menschen, die Frau, u.a. mit der verwundernden Gabe beschenkt: der fraulichen Brüste. Der Busen, die Brüste, sind niemals etwas, was nur für sich selbst existiert. Sie bilden samt dem ganzen Körper die körperlich-geistige Einheit der Person. Unabhängig von der Unterschiedlichkeit des Körpers der Frau und des Mannes, die mit verschiedenen Funktionen ihrer beiden zusammenhängt, ist die Frau von Gottes Vorsehung her mit selber Gleichheit und derselben Würde beschenkt, wie der Mann. Gleich ist auch die Berufung und Einladung ihrer beiden zum Leben im ewigen Bund der Liebe, der dem Menschen von Dreieinigen angeboten wird, wenn die Prüfung von der Qualität seiner Liebe in der Zeit der irdischen Probe gut durchgestanden wird.

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Erklärung

Gott hat die Brust der Frau so und nicht anders erschaffen, in erster Reihe mit dem Gedanken an ihre potentielle Mutterschaft, den Bedarf der Sorge und des Stillens eines Babys. Ein Baby ist zwar – Kind sowohl des Ehemanns, wie der Ehefrau, allerdings allein ER – Gott, prägt in den Empfangenen in der Zeit der Empfängnis sein Ebenbild und seine Ähnlichkeit ein.

Eine Frau, die Mutter ist, nährt das Baby mit der Nahrung, die von ihrer Brust in Antwort auf seine Saugbewegungen herabfließt. Die Brust ist warm, weich, urgemütlich. Wenn das Kind die Nahrung von der Mutter trinkt, nimmt es zugleich mit seinem Baby-Bewusstsein wahr, dass hier der geborgenste Ort in der Welt, direkt für ein Baby erschaffen, da ist. Umso mehr, dass es diese äußere ‘Welt’ vorläufig noch nicht kennen gelernt hat.

Sooft das Kindlein an der Brust seiner Mutter beinahe angeklebt bleibt, hört es vortrefflich den von der Zeit seines Fruchtlebens bekannten rhythmischen Herzschlag seiner Mutter. Das schafft für ihn die zusätzliche Empfindung von Wärme, Nähe und Geborgenheit: das Kind nimmt damit auf die ihm eigene Art und Weise die Liebe und den Anmut der ihn liebenden Mutter wahr. Hier lernt es zugleich die Stimme seines Vaters zu unterscheiden.
So erfährt es im Rahmen seines sich schnell ausweitenden Wissens und immer anderer ankommender Wahrnehmungen, dass zwar ES – dieses Baby-Kind, existiert, aber außerdem ist auch noch die Mutter da, dabei ist auch noch sein Vater da, und daneben noch vielleicht mehrere andere in der Familie: Brüder, Schwestern. Sie alle freuen sich zusammen mit ihm wegen der Liebe sowohl vonseiten der Mutter, wie des Vaters, und umso mehr ... Gottes.

Derselbe Busen ‘dient’ dem Baby, wenn es schon satt geworden ist, zum ruhigen Einschlafen, und manchmal anders ... zum wunderbaren Spielen ‘mit der Mutter’: hier ist alles ganz weich, warm, fein, aufgelockert, empfindsam, liebevoll.
– Hier findet sich das Kind ‘zu Hause’ : bei sich. Außerdem erfährt hier das Baby die Wahrnehmung der Annehmlichkeit, die von der Nähe des Leibes seiner Mutter strahlt.

Vorläufig denkt es noch nicht daran, dass in Kürze der Vorgang ankommt, wann es gilt sich noch mehr, und wiederholt, von der Mutter zu trennen, nachdem es schon den Leib seiner Mutter verlassen hat – infolge des erschütternden Erlebnisses des Herauskommens in die Welt Gottes, das heißt wenn die Stunde ankommen wird, dass es definitiv von der Brust der Mutter abgesetzt und entwöhnt werden wird. Von nun an wird das Anschmiegen an den Busen der Mutter ein allmählich immer selteneres Ereignis, und in noch weiteren, späteren Jahren – etwas schon nur noch ungemeines, zumal in ganz dramatischen Stunden des weiteren Lebens. Das Kind wird immer mehr selbständig. Seine bisherige Einstellung auf ‘Nehmen-Bekommen’ muss immer mehr entschieden in Haltung des Liebens umschalten, das heißt es muss jetzt selbst – Gabe-‘für’  die anderen werden.

Dieselbe Brust einer Frau erfüllt aber noch vielfältige andere Aufgaben im Rahmen des ehelichen und familiären Lebens. Der Busen wird u.a. der besonders behagliche Ort der ‘Liebe’  jetzt, der Reihe nach, für den Ehemann jener Frau, die schon vielleicht nicht nur Ehefrau ist, sondern auch Mutter. Die beiden Ehegatten wissen das nur allzu gut – und machen auch davon entsprechenden Gebrauch. Dieses Geschenk wird den Eheleuten von Gott selbst eingehändigt – in der Stunde, wenn sie sich gegenseitig den lebenslangen Ehekonsens ausdrücken, wann sie sich zu gleicher Zeit die Ehe als Sakrament sowohl gegenseitig spenden, wie auch empfangen.

Das Anschmiegen des Ehemannes an das Herz seiner Ehegattin soll in der Ehe zur fortbestehenden und freigebig gespendeten Praxis werden. Es soll vor allem mit dem Beweggrund „um der Liebe Christi willen” unternommen werden: gebetsmäßig und sakramental. Dass Jesus vom Herzen des Mannes zum Herzen seiner Frau – und umgekehrt, ganz frei überwandern kann. Dass Er selbst, der Erlöser, Gott der Lebendige, der in ihren Herzen als Ehegatten-Sakraments verweilt – ihr „zwei-zu-Einem-Fleisch” immerwährend befestigen kann.

Wenn die Frau ihrem Mann ein reichliches Anschmiegen an ihr Herz knausert, und anderseits falls der Mann ihre Gebärde zurückstoßt, sooft sie ihm entgegengeht und er sie in dieser Stunde in ihrem tiefstem Wesen als Frau demütigt, werden sie sich gegenseitig in immer ernsterem Grad zu zwei ‘Pflöcken’, die schon mit nichts miteinander verbunden sind. Bei ihnen hat sich die Temperatur einer fast absoluten ‘Zero’ eingebürgert. Für den Alltag zucken unter ihnen nur Funken, Blitze und Donnerschläge, samt entsetzendem Dröhnen schlimmer Verwünschungen. Das eheliche Leben wird alsdann für diese zweien zu einem einzigen Schreckbild. Es umwandelt sich in ein genau entgegengesetztes Gegenstück dessen, was diesen beiden am Tag ihrer Eheschließung mit höchstmöglicher Einfühlung seiner Schöpferliebe Gott dargeboten hat.

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Das Schwellenbegehren ... auszulösen

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Was Gott zu vielfältigem Gut erschaffen hat, sucht Satan – wie üblich – um jeden Preis zu um-interpretieren und es gegen das Gut des Menschen: sowohl dieses irdische, wie dieses ewige, hinzulenken. Dies ist das typische Werk dieses, der – wie ihn der Hl. Johannes Paul II. bezeichnet, den „Genius der Verdächtigungen” (DeV 37) darstellt:

„Gerade das scheint die Feststellung zu betonen, dass das ‘Gericht’ [Joh 16,11: Satan wurde schon gerichtet] sich nur auf den ‘Beherrscher dieser Welt’ bezieht, das heißt Satan,
– auf diesen, der von Anfang an das Werk der Schöpfung gegen die Erlösung, gegen den Bund und die Vereinigung des Menschen mit Gott benützt ...” (DeV 27).

Und zwar dieselben Brüste der Frau, diese besondere Gabe Gottes für eine Frau, ihr Ruhm und ihre Zierde, können eigenartiger ‘Ausschreibungsschein’ werden – und so geschieht es fast allgemein, wenn nämlich die Frau um dieser oder anderer Beweggründe willen ihre Brüste: ihren Busen, zu benützen beginnt – zu weniger oder mehr von ihr beabsichtigt programmiertem ‘Spielen’ hinsichtlich der psychischen und moralischen Tragfestigkeit der Männer, und zwar um an ihnen die sinnliche Begehrlichkeit auszulösen.

Solche Funktionsbezeichnung der Frauenbrüste: als ‘Ausschreibungsschein’, ist ungemein unwürdig der Schönheit und Würde einer Frau, unwürdig dieser Gabe, mit der Gott die Frau als ihrem besonders kostbaren Kleinod beschert hat.
– Leider, viele Frauen führen ihren Körper ganz gern, und darunter vor allem gerade ihren Busen – auf den Status nur noch eines ‘Dings’ und ‘Sache’ herab, die die Frau ... ‘hat’  und von der sie immer mehr raffinierten Nutzen zieht. Dieses ‘Ding’ hat die Frau vortrefflich ‘beherrscht’. Sie hat es gelernt mit ihm willkürlich zu manipulieren – abhängig vom gerade beabsichtigten Zweck, indem sie auf der männlichen sexuellen Erregbarkeit zu spielen weiß, trotzdem die Ansicht einer Frau ‘topless’ (= ohne irgendwelche obere Bekleidung) nicht nur auf Männer erregend wirkt, sondern ebenfalls auf andere ... Frauen selbst.

Uns geht es Jetztzeit um die Beziehungen zwischen zweien Verliebten, nehmen wir an: schon einem Brautpaar. Das Mädchen ist sich sehr gut bewusst, wie sehr ihre Brüste auf die Vorstellungskraft des Jungen ‘einwirken’, also auch auf diesen ... geliebten: ihren Bräutigam. Es genügt, dass sie ihre Tracht auch nur ganz wenig ändert, sie zieht eine unbedeutend veränderte Wäsche an – und sie kann von vornherein sicher sein, dass sie die beabsichtigte Wirkung erreicht: dass nämlich der Bräutigam sie ganz anders anzuschauen beginnt. Wenn sie in ihrer fraulichen, so leicht sich offenbaren könnenden ‘unschuldigen’ Perfidie dahin strebt, den Jungen auf ‘Sex’ zu ‘fangen’. Sie stellt sich ihm gegenüber in solcher Position, dass es nur das eine bedeuten kann: „Fasse mich hier an – versuche es! Erfahre ein wenig Annehmlichkeit – samt einer geringen ‘Anfeuerung’ dabei. „Hier wartet alles auf dich!”

Finden sich viele solche ‘Jünglinge’, die ein so präpariertes Angebot nicht ... unbenutzt lassen sollten? Eine solche Offerte müsste nicht einmal in Worte gefasst werden. Es genügt, dass sie sich entsprechend anzieht, und darauf sich ihm gegenüber auf gewisse Weise charakteristisch hinstellt – und der Rest läuft nachher spontan ... von allein ab.

Wie viele Brautpaare bekennen ganz aufrichtig, dass die Liebkosung am Busen grundsätzlich eine gut arrangierte Einführung zur ganzen weiteren Folge für die Übertretung einer Schwelle der Intimität nach der anderen darstellt. Für diese beiden wird es immer schwieriger diesen Vorgang zum Stillstand zu bringen und abzustoppen: die Erregung nimmt von allein zu und fordert nach ‘immer mehr’ – und: immer ‘weiter ...’

All das geschieht selbstverständlich um der heiß gewordenen ‘Liebe’ willen. Denn: „Indem wir schon Brautpaar darstellen, müssen wir uns doch näher kennen lernen! Daher gehört es sich uns das unabdingbare ‘Anrecht’ zum Anschmiegen, und selbstverständlich zu entsprechenden Liebkosungen. Niemand wird uns diktieren, wie weit es uns erlaubt ist, bei gegenseitigen Erweisen – doch der ‘Liebe’ – voranzuschreiten, sollten wir auch – um Wahres zu sagen – tatsächlich noch keine Ehe bilden. Dennoch: wir werden (höchst wahrscheinlich ...) sie doch in Kürze sein!

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Bräutliches Umschalten auf immer weitere Intimität

Die anfangs vielleicht noch nicht allzu erweckte Liebkosung kann bald an Intensität zunehmen. Mit Leichtigkeit gesellt sich die ethische Schwäche hinzu: sowohl bei ihr, wie bei ihm. Es kommt die eingeborene Neugierigkeit zur Stimme. Umso mehr zeichnet sich immer stärker die Sinnlichkeit und die Wahrnehmung von Annehmlichkeit der wachgewordenen Sexualität, die von der Begehrlichkeit des Fleisches aufgenötigt wird. Diese aber strebt manchmal mit ungemeiner Macht nach Befriedigung der einmal entfachten Leidenschaftlichkeit bis zum Stadium des „Verbrennens”, wie es treffend der biblische Autor im Sirach-Buch des Alten Testaments bezeichnet:

„... Leidenschaftliche Begierde brennt wie Feuer,
und sie erlischt nicht, bis sie sich verzehrt hat;
der Mensch, der am eigenen Leib Unzucht treibt,
hört nicht auf, bis das Feuer ausgebrannt ist ...” (Sir 23,17).

Es pflegt tatsächlich so zu sein, zumal gerade im Bereich der geschlechtlichen Intimität und der Übertretung des hier sehr deutlich lautenden Gebotes Gottes, das in Gottes Absicht die wahre ‘Liebe’ schützen sollte vor allen ihren täuschenden Formen, die mit ‘Liebe’, die deren Namen würdig wäre, nichts zu tun haben – dass sich der typische Mechanismus des geheimnisvollen Bandes einer Sünde mit der anderen bestätigt.

Jede Sünde zeichnet sich damit aus, dass sie ganz leicht noch eine zweite und dritte weitere Sünde nach sich zieht, wobei sie außerdem von einem Bereich des Sündebegehens auf einen zweiten überspringt, gleichsam die ‘Pferdfigur’ beim Schachspiel: sie springt nicht gerade vor sich, sondern macht einen ‘Seitensprung’ (sieh dazu ob., z.B.:  Metastasen der Sünden gegen das VI. Gebot auf das V. Gebot Gottes).

Des Öfteren pflegt es so zu sein, dass es von scheinbar ganz unschuldigem Antasten-Streicheln des Mädchens, der Braut, an ihrem Herz beginnt. Allerdings das scheint für die niemals satt werdende Sinnlichkeit und Begehrlichkeit des Fleisches – zu wenig zu sein.
– Zur weiteren Stufe wird dann schon die Intimität der Geschlechtsorgane. Aber auch hier erscheinen vor diesen zweien immer weitere Schutzschwellen. Sie werden zur jedes Mal gestellten Frage, die an das Vermögen der Selbst-Bestimmung hingerichtet ist, mit der der Schöpfer diese beiden unabrufbar ausgestattet hat.

Hören diese zweien das Gebot Gottes auf der ersten Schwelle, dieser ‘Grenzschwelle’ nicht, das heißt hinsichtlich der Liebkosung, die vorläufig ‘nur’ am Herzen unternommen wird, macht das ‘Schach-Pferd’ einen weiteren Sprung, es kann sein – dieses Mal schon auf den unmittelbaren Bereich der Genitalien.
– Allerdings ihre Aktivierung hängt jedesmalig schon direkt mit der elterlichen Potentialität zusammen. Es gibt aber keinen Zweifel, dass die Liebkosung an Genitalien artsgemäß wesentlich anders ist, als allein ein Schmeicheln z.B. am Kopf oder ein Kuss, der allein das Band zum Ausdruck bringt, nicht aber die Aktivierung der Ausrichtung seiner Selbst auf elterliche Potentialität.

Das ‘Schach-Pferd’ hat aber schon den ‘Seitensprung’ vollbracht. Die Hemmung der erweckten Sinnlichkeit und das Streben der Begehrlichkeit zur Befriedigung auf möglich maximale Art und Weise wird in immer größerem Maß beinahe unmöglich. Wie leicht springt dann dieses ‘Schach-Pferd’ auf weitere, noch weiter erscheinende Schwellen-nach-Schwellen. Die Begehrlichkeit strebt mit ungemeiner Macht nach Befriedigung der erhitzten Leidenschaft. Die ‘Liebe’ – wie sie anfangs scheinbar so sehr ‘unschuldig’ aussehen konnte, kann jetzt schon unschwer an diesen beiden das letzte Finale aufpressen: die Unternehmung der geschlechtlichen Kopulation.

Verfolgt jemand aufmerksam die vom hier schreibenden Autor aufgebrauchte Terminologie, bemerkt er vielleicht, dass er jedes Mal sehr bewusst einmal die Bezeichnung anwendet ‘Verhältnis-Kopulation’, und in anderem Fall die Bezeichnung Akt der ‘geschlechtlichen ehelichen Vereinigung’. Zwischen der einen und anderen Wirklichkeit besteht ein unüberbrückbarer Abgrund.
– Das Wort ‘Verhältnis’ – bedeutet den Akt der Kopulation beinahe wie es bei Tieren geschieht: dieses geschieht bei ihnen ausschließlich infolge des blinden Instinkts. Nur mit diesem Vorbehalt, dass der Mensch unfähig ist, ‘Tier’ zu werden und als Tier zu reagieren: der Mensch bleibt unveräußerlich ... Person. Diese ist aber selbst-bewusst, selbst-bestimmend, verantwortlich. Diese Eigenschaften werden beim Tier nicht gefunden. Wie ein Tier – niemals ‘Mensch-Person’ werden kann, so umgekehrt: der Mensch – wird nie ein ‘Tier’: eine NICHT-Person.

Kehren wir noch einmal auf die erste Stufe zurück, wenn diese zweien leicht der von ihnen beiden präparierten ‘Versuchung’ erliegen: jener scheinbar so sehr ‘unschuldigen Liebkosung’, die an der Brust unternommen wird, oder noch vielleicht eine ‘Schwelle’ zuvor: in Form untereinander ausgetauschten Küssen – vielleicht in keinem Fall dieser unschuldigsten. Allerdings diese beiden sollen sich doch beide sich selber, aber auch sich gegenseitig – die grundsätzliche Frage aufstellen:

Wer hat uns ‘erlaubt’ und wer hat uns bevollmächtigt, dass wir jene ‘unschuldigen’ Liebeleien unternehmen? Wir haben auf der Hand festgestellt, dass nach der Übertretung dieser ‘ersten’ Schwelle beinahe selbständig eine Lawine schwer zu abbremsender weiterer Stufen herabprasselt. Es beginnt mit der Überschreitung der ersten Schwelle.

Die Leidenschaft (ob nur die ‘Leidenschaft’? oder auch dieser Jemand: der BÖSE?) erpresst es, dass weiter vorangeschritten wird. Diese beiden schalten auf ‘Rationalisierung’ der schon überschrittenen ‘Schwellen’ um, das heißt sie suchen sich verstandesmäßig zu erklären, dass das alles ‘von allein’ geschieht, dass uns das ‘Anrecht’ zusteht, sich die Liebe auf solche Art und Weise zum Ausdruck zu bringen.
– Zuletzt reden sie sich ein, sie „wüssten selbst nicht, wie und warum es so geworden ist”, weil wir es doch anfangs überhaupt nicht beabsichtigt haben. Indessen die Lawine der überschrittenen immer weiteren ‘Schwellen’ der Intimität nahm ihren Fortgang bis zum letzten Finale weiter: sie schlagen auf Petting um, und dieses endet mit ... ‘Kopulation’.

Sollte etwa die unter solchen Fällen von diesen zweien angewandte ausweichende Bezeichnung :
„... Es kam ... zur ...” (unter uns zur Kopulation), beziehungsweise: „Es hat ... gegeben” (bei uns Sex gegeben) o.dgl. – die Wahrheit der Tatsachen abspiegeln?
– Sollte etwa dieses: „Es hat ... gegeben” [= also: nicht ICH, sondern ein ‘es’], eventuell: „es ist uns passiert” o.dgl. – in diesem Fall irgendein nicht personales:Es’ ... hat passiert, es hat gegeben – bedeuten, oder abwechslungshalber: ‘Es’ geschah unter uns?
– Oder auch ... eben ‘ICH’ persönlich bin voll verantwortlich für das: wozu ICH SELBST hingekommen bin, nicht aber irgendein un-personales ‘Es’?

Von diesem eigenartigen Abschieben der Schuld für die begangene persönliche Sünde und die persönliche eigene Verantwortung für die eigene Tat wurde schon früher in diesem Kapitel gesprochen (sieh genauer: Ist hier ein ’Etwas’ – oder ein ‘Jemand’ am Werk? – samt der weiteren Folge dieser Erwägung).
– Niemand und Nichts entschuldigt mich von persönlicher Verantwortung und Zurechnungsfähigkeit für meine Taten, eventuell außerdem für Betätigungen jemandes anderen, zu denen ich gebracht habe, indem ich der ‘fremden Sünde’ schuldig geworden bin.

Aber, sooft jemand zum Sakrament der Versöhnung-Beichte herantritt, möge er niemals bei der Anklagungsformel eben solche Formulierung anwenden: „Es ist mir passiert ... (zu trinken, rauchen, die Ehe zu brechen, die Messe zu versäumen, u.dgl.)”, eventuell z.B.: „Man hat getrunken, Man hat die Messe unterlassen; es gab Fluchworte ... ...”. Solcher Anklagungstypus kann leicht die Ungültigkeit der Heiligen Beichte nach sich ziehen, und man kann das leicht verstehen.

Die Sünde bedeutet immer die strikt personale Verantwortung. Daher muss auch das Bekenntnis der Sünde in erster Person gebildet werden: „Ich habe gesündigt ... ; Ich habe verflucht; Ich habe – ... so viel Male bis zum Verlust des Bewusstseins getrunken; Ich habe für Alkohol so viel ... Geld ausgegeben: es war vom Besitztum der Ehe, der Familie ...”; usw.

Im Bewusstsein sollen uns beständig die schon viele Male angeführten Worte des Hl. Johannes Paul II. erschallen – aus seiner Apostolischen Adhortation „Versöhnung und Buße” :

„Darum gibt es in jedem Menschen
nichts mehr Persönliches und Unübertragbares,
wie das Verdienst der Tugend
der die Verantwortung für die Schuld”  (RP 16) (s. auch ob.: „Persönliche Verantwortung” ).

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Analyse der ‘Liebe’ in Konfrontation mit überschrittenen Schwellen einer ‘Liebe’

Sollen wir noch einmal einige der anregenden Aussagen des ehemaligen Erzbischofs von Kraków, Karol Wojtyla, des späteren Hl. Johannes Paul II., anführen, um sich besser zum Bewusstsein zu bringen – dieses Mal im Anschluss auch nur an die dargestellte Lawine, die sich durch das Gewissen dieser zweien als Folge dessen durchwälzt, dass sie nur auf diese kaum bemerkenswerte, ‘unschuldige’ Liebkosung am Herzen, an der Brust eingewilligt haben? Diese kaum zu erwähnende kleine ‘Schwäche’ hat nämlich die Unternehmung immer weiterer Liebeleien nach sich gezogen, einer nach der anderen – bis zum letztlichen Finale in Form der vollbrachten ... Kopulation.

Ist es hier nicht ersichtlich, dass diese alle Betätigungen, unternommen als strikte Folge ihrer ‘heißgewordenen Liebe’ – nichts mit ‘Liebe’ in ihrem wahren, menschlichen, personalen Sinn zu tun gehabt haben, und umso mehr in ihrem Begriff nach dem Gottes Siegel: Erweise einer ‘Liebe’ als Gabe seiner selbst ‘zu Gutem’, dessen Endziel das ewige Leben im „Haus des Vaters”  sein soll?

Der spätere Papst, der Hl. Johannes Paul II., weist in seinem Studium über die ‘personale Liebe’, also nach dem Prinzip des ethischen Personalismus, auf die zu unternehmenden Unterschiede hin:

„... Der Unterschied des Geschlechts ist es, welcher das besondere sittliche Problem entstehen lässt. Denn die Person, eben weil sie Person ist, muss Objekt der Liebe sein.
Dagegen das Geschlecht, das sich vor allem im Leib kundmacht und als Eigenschaft des Leibes unter die Sinne fällt, schafft die Möglichkeit des Begehrens.
Das Begehren des Fleisches ist eng mit der Sinnlichkeit verbunden. ... Die Sinnlichkeit reagiert auf sexuelle Werte die eben mit dem ‘Leib’ verbunden sind ...” (LuV 215). (S. auch ob.: „Begehrlichkeit nötigt das Wollen” ).

Diese Worte verstehen wir jetzt vielleicht besser als es früher war. Das Zusammentreffen der Verliebten in unmittelbarer Nähe von Leib-zu-Leib löst leicht sinnliche Wahrnehmungen und Begehrlichkeit aus. Diese aber sammelt sich nicht auf der Person, sondern am Fleisch und Geschlecht.

Hören wir weiter die Worte von Erzbischof Wojtyla:

„... Die Begehrlichkeit des Fleisches hält nicht im Rahmen des sinnlichen Vermögens des Begehrens an, sondern sie teilt sich dem Willen mit und sucht ihm die ihr eigene Einstellung zum Gegenstand zu auferlegen ... zum ‘Fleisch und Geschlecht’. ...
Die Reaktion der Sinnlichkeit zeichnet sich deutlich mit ihrer ausgerichteten Beschaffenheit aus: der Ausrichtung erstens auf ‘Fleisch und Geschlecht’, und zweitens – auf ‘Nutznießung’.
Hierzu strebt das sinnliche Begehren, und zusammen mit ihm die ‘sinnliche Liebe’. Sie sucht nach Befriedigung im ‘Fleisch und Geschlecht’ mittels der Nutznießung ...
Die Sinnlichkeit ‘lebt sich im Begehren’ aus, ... wonach das ganze Verhältnis zum Gegenstand des Begehrens abbricht ...” (LuV 217f.). (S. auch ob.: „Sinnlichkeit ausgerichtet auf Ausleben: bei der Person moralische Frage” ).

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Erklärung

Wenn sie ihr Höchsterlebnis erreicht, brennt die Begehrlichkeit, die dazu geführt hat, aus. Damit bricht die Betätigung des Zeugungs-Instinkts bei Tieren ab: daselbst wurde das Ziel erreicht. Das Männchen hat wirksam den Kopulationsakt mit dem Weibchen unternommen, so dass die Art weiter erhalten werden kann.
– Dagegen beim Menschen dürfen die physiologischen Reaktionen seine unveräußerliche Größe und Würde als Person nicht verhüllen. Die Aktivierung der Sinne kann sich nicht vor der Tatsache drücken, dass sie bei ihm unveräußerlich und unabtrittbar seinem inneren Leben unterliegen: seinem Bewusstsein, seinem freien Willen, und der auf ihm lastenden vielfältigen Verantwortung.

Der Erzbischof spricht weiter:

„... Die Begierde des Fleisches wechselt nämlich das Objekt der Liebe, das die Person ist, in ein anderes – und zwar in ‘Fleisch und Geschlecht’ .... Die Regung der Sinnlichkeit richtet sich nicht ... auf die Person hin, sondern nur auf ‘Fleisch und Geschlecht’ ... ‘als auf mögliches Objekt zur Nutznießung’.
– ... Damit steht also im Blickfeld des Begehrens ... die Person des anderen Geschlechtes nicht mehr als Person, sondern als ‘Fleisch und Geschlecht’ da.
Anstelle des für die Liebe wesentlichen personalen Wertes drängt sich allein der Sex-Wert auf – und er wird zugleich zum Kristallisations-Mittelpunkt der ganzen Erfahrung.
– Indem aber diese Erfahrung vom sinnlichen Gefühl der Liebe begleitet wird, nimmt das Begehren den Charakter einer Liebe-Erfahrung an, die dabei stark und intensiv ist, da sie stark in den sexuellen Reaktionen des Leibes und in Sinnen stützt. ...
– ‘Gefühl’ bedeutet in diesem Fall den sinnlichen Zustand, der zuerst durch das Begehren nach ‘Fleisch und Geschlecht’ hervorgerufen wird ..., wonach die Befriedigung dieser Begehrlichkeit durch die ‘fleischliche Liebe’ folgt ...” (LuV 218f.) (S. auch ob.: „Sinnliche Liebe als Befriedigung der Begehrlichkeit: Wechsel der Person in Geschlecht” ).

Man könnte in Gedanken versinken über die Tiefe der vom Erzbischof dargestellten Analysen. Sie erlauben es, die sinnliche Liebe, die aufgrund der ‘nutznießerischen’ Ausbeutung des Fleisches und Geschlechts aufkeimt, auf präzise Art und Weise von der Liebe zu unterscheiden, die der Person würdig ist – samt ihrer unveräußerlichen Eigenschaft: sie wird doch zum ewigen Leben berufen.

Wir hören weiter den Erzbischof Karol Wojtyla und versuchen, seine Erwägungen an die oben dargestellte ‘lawinenähnliche’ Überschreitung des Bereiches der Intimität – Schwelle auf Schwelle, anzuwenden:

„... [Die Begehrlichkeit des Fleisches] führt zu einer ‘Liebe’, die Liebe nicht ist. Sie löst nämlich Liebe-Erfahrungen aus auf der Grundlage allein der sinnlichen Begehrlichkeit und ihrer Befriedigung. Gegenstand dieser Erfahrungen ist die Person des anderen Geschlechtes, aber sie sind zugleich ... der Person nicht gewachsen, sie halten nämlich nur am ‘Fleisch und Geschlecht’ an – als dem ihnen eigenen und einzigen Gehalt.
– Als Ergebnis folgt die Desintegration [= Zersetzung] der Liebe. Die Begehrlichkeit des Fleisches drängt – und sie tut es mit großer Macht – zur leiblichen Annäherung, zum sexuellem Verkehr, allerdings diese Annäherung und dieser Verkehr, der allein infolge der Begehrlichkeit des Fleisches hervorgerufen wird, vereinigt Mann und Frau als Personen nicht: ... ihm ist kein Wert einer personalen Vereinigung inne, er ist nicht Liebe im ihr eigentlichen (das heißt: ethischen) Sinn.
– Im Gegenteil, ... die Annäherung und der sexuelle Verkehr, der aufgrund allein der Begehrlichkeit des Fleisches aufwächst, stellt eine Gegenerklärung der Liebe der Personen dar. Denn zu seinem Grundboden dient hier die für die bloße Sinnlichkeit kennzeichnende Reaktion – die auf ‘Nutznießung’ ausgerichtet ist ...” (LuV 219) (S. auch ob.: „Sinnliche Liebe – Verleugnung der Liebe der Person” ).

In der oben angeführten ‘Liebkosungen-Folge’ der immer weiter in die Tiefe der geschlechtlichen Intimität voranschreitenden Liebeleien vonseiten dieser zweien kann auf der Hand gesehen werden, dass hier zur Betätigungsfeder nicht das definitive Gut dieses anderen ist, sondern die Suche – und sollte sie auch beiderseitig sein – nach sinnlicher Annehmlichkeit um ihrer selbst willen. Da aber solche Erfahrungen einen ganz starken Ausklang am Leib und Geschlecht finden, das auf maximales sexuelles Erlebnis aktiviert ist, bezeichnen diese zweien ihre Betätigungen gern als ‘Praktizieren ... einer wahren Liebe’.

Indessen unsere Erwägungen zeugen davon, dass sich diese zweien trotz allem gut bewusst sind, dass die von ihnen unternommenen Betätigungen nicht ‘Liebe’ darstellen. Die Hauptkomponente solcher ‘Liebe’ stellt dann die wahrgenommene sexuelle Annehmlichkeit dar, die nur dem Willen und der Vernunft ‘befiehlt’, sie als Erweis einer sich gegenseitig erwiesenen und erfahrenen ‘Liebe’ anzunehmen, wobei sich diese beiden gut bewusst sind, es stellt nur den irrealen Wunsch dar der gerade begangenen Sünde, was also keine Wirklichkeit darstellt, die sich der Wahrheit der unternommenen Tat fügen könnte.

Noch andere Formen des Sexus unter Brautleuten

Es gibt aber auch Paare – bräutliche und nicht bräutliche, die die erwähnten ‘Liebes-Praktiken’ auf mehr präzise Art und Weise bezeichnen. Sie klagen sich an, indem sie die Formel anwenden: „Wir haben Sex betrieben, ich habe Sex betrieben”.

Im Rahmen einer so betriebenen ‘Seance’ wird in der Regel eine hochangelegene sexuelle Satisfaktion ausgelöst, die mit dem sexuellen Erlebnis einhergeht. Geht aber die Stunde dieser Befriedigung vorbei, erscheint eigentlich in der Regel die immer weiter tragende Stimme des Gewissens: die Empfindung um die personale moralische Schuld, und außerdem das Empfinden um die ‘fremde Sünde’, samt der dann damit einhergenden Wahrnehmung eines Überdrusses gegen sich selbst.
– Solche Wahrnehmungen melden sich beim Menschen niemals im Fall eines davongetragenen Sieges – in Form des eindeutigen Stehenbleibens aufseiten der Gnade Christi!

Erzbischof Wojtyla erklärt nachdrücklich, wie und warum die wahrgenommene sexuelle Annehmlichkeit eine subjektive Erfahrung darstellt, die nur das eigene, selbstsüchtige ‘Ich’ berücksichtigt.

Indem aber diese zweien in solcher Lage meistens parallel technische gegen-prägnantive Mittel anwenden, ist es ihnen lieber ihren Verstand schlechterdings auszuschließen, um den todesbringenden Inhalt der ihnen gut bekannten medizinischen Bezeichnung nicht berücksichtigen zu müssen, dass es hier um ein ‘Abortiv-Mittel’ geht.
– Mädchen greifen ganz spontan nach Hormonal-Pillen, die immer typisch abortierend wirken, sollten sie auch unter immer anderen Namen und Formen vorkommen: z.B. als Pflaster, Injektionen mit lang anhaltender Wirkung, u.dgl. (andere Mädchen und Frauen wenden die Einlage an, das heißt eine intra-uterine Spirale; usw.).
Die Anwendung solcher technischen Mittel möchten die Mädchen und Frauen so betrachten, als ob es sich um Anwendung z.B. des ‘Vitaminum C’  bei Grippe handelte, oder Aspirin bei Erkältung. Allerdings: das ist von vornherein unmöglich!

Viele Jungen wenden in solcher Situation beinahe allgemein das Präservativ an. Aber auch sie lassen zu ihrem Verstand und Herzen keinen Gedanken betreffs der abortiven Wirkung des Präservativs ankommen. Sie täuschen sich vor, dass wenn sie das Nachdenken über den Wirkungsmechanismus des Präservativs (beziehungsweise der Pille, die vom Mädchen angewandt wird) zu sich nicht zulassen, im Gewissen ganz ruhig sein dürfen.

Solche ‘Ruhe des Gewissens’ stellt aber eine einzige große Täuschung dar: die Zurechnungsfähigkeit in Gottes Angesicht – infolge der beabsichtigten Unwissenheit (= ‘ich mag besser über den Wirkungsmechanismus des Präservativs, der Pille – nichts wissen’) verdoppelt nur die Verantwortung und Zurechnung in Gottes Augen (sieh die Dokumentation hinsichtlich des Wirkungsmechanismus der Einlage-Pille-Präservativs ob.: „Betätigungen ‘Contra’: Was sagt die Medizin dazu” – dieses ganze Kapitel, besonders § B, E).

Solche Situation weckt eine umso mehr beunruhigende Frage: Sollte etwa das Gewissen dieser beiden schon selbst angesichts der ausgedrückten Einwilligung auf Tötung des Empfangen, der Empfangenen – nicht reagieren, falls infolge der unternommenen Kopulation die Empfängnis eintreten sollte? Diese beiden würden sich den ‘Sexus’ bereiten, den sie ‘Liebe’ nennen, um den Preis des Lebens der zu dieser Stunde empfangenen ... doch IHRER Kinder ...!?
– Diesen ihren Empfangenen und zu Tode gerichteten Kindern werden sie einmal begegnen: spätestens zur Stunde, wenn sie die Schwelle der Ewigkeit überschreiten werden. Es sind keine ‘Märchen’: es handelt sich um die ... mathematische, Gottes – aber deselbst auch menschliche Wirklichkeit.

Es gibt endlich Paare, die angesichts der möglich werdenden Empfängnis auf noch andere Formen des ‘Sexus’-Auslebens umschalten. Sie beruhen gewöhnlich auf weniger oder mehr regelmäßiger beiderseitiger ‘Selbst-Befriedigung’ infolge eines praktizierten ‘Pettings’, das zusätzlich mit immer anderen raffinierten Formen sexueller Entartungen abgewechselt wird, die es in der Welt der ... Tiere nicht gibt.

Offenbar mit diesem Unterschied, dass man erst Mensch-Person sein muss, um ... zu sündigen befähigt zu sein. Ein Tier kann unmöglich die ‘Sünde’ begehen.
– Zu sündigen imstande zu sein – und anderseits Heilig zu werden, kann nur die menschliche Person: nur sie ist mit dem Vermögen des Selbst-Bewusstseins ausgestattet, der Selbst-Bestimmung, des Vermögens die Verantwortung unternehmen zu können.

Noch einmal das Präservativ: Abortiv-Mittel, aber auch Strich über die Liebe

Wie sehr das alles demütigend für die Würde der menschlichen Person ist – in diesem Fall für diese zweien, die einander anscheinend ... lieben! Sollten wir schon selbst die Hinsicht der abortiven Wirkung dieser Mittel übergehen, muss man sich doch klar sagen, dass alle ‘Verhütung’ das eine zum Ziel hat: dass es nur keine Liebe gibt, dagegen dass es ungehemmten und maximalen Sexus gibt.

Darüber haben wir schon so manches Mal auf unserer Homepage gesprochen (bündig – sieh noch einmal den Artikel des hier schreibenden Autors: „Heilige Beichte der Eheleute mit Sünden beim ehelichen Verkehr”.– S. aber auch die längere, dokumentierte Bearbeitung: „Treue des Beichtvaters zum Apostolischen Glauben: mit Petrus und unter Petrus” = PORTAL, 4.Kol., Nr. 10; ebd. besond. § C: Blockieren der elterlichen Potentialität des Aktes).

Sollten wir noch einmal auf das geschlechtliche Verhältnis (also: nicht auf Vereinigungs-Akt !) mit Anwendung des Präservativs anknüpfen, so – wenn wir selbst seine potentielle abortive Wirkung verschweigen (was letzten Endes entsetzend ist: das eigene Kind zu töten ...! Es wurde empfangen anscheinend ... als Frucht der unternommenen Liebe!), erklärt dann der Junge seinem Mädchen – ganz offiziell und feierlich, und dabei ungemein ehrenlos und unschamhaft: dass er absolut keinesfalls mit ihr irgendwann ein ‘Eins-in-Liebe’ zu bilden beabsichtigt. Die Wand des Präservativs (auch wenn sie sehr porös ist und nur täuschend die Spermien, und umso mehr die Viren nicht durchlässt,) stellt eine unmöglich umzustoßende Mauer dar, die sie beiden 100% trennt und nicht zulässt, dass sie irgendein ‘Eins’ bilden.
– Übrigens sie wollen das auch deutlich nicht, sollten sie sich auch einreden, sie hätten sich dabei ... ‘geliebt’!

Die Anwendung des Präservativs, übrigens wie jeder anderer Verhütung – sei es der Empfängnis, sei es der Schwangerschaft, zeugt entsetzlich schrill von diesem einen:




Wozu soll ich mich dir hingeben?
Du gibst mir umsonst – Deinen ‘Sex’.
Deinerseits ist es ein Volltreffer:
gerade danach suche ich.
Liebe brauchst du von mir
... nicht erwarten!


Nur darum trödelt in der Welt:
solche Sie – solcher Er
herum.




Siehst du das ... noch nicht?
Wartest du auf ‘Liebe’!?
Diese gibt es nicht!
Liebe braucht es nicht zu sein!
Es genügt diese Wand:
das Präservativ!
Dazu: ... der wahnsinnige Sex!


Hier erfährst du meine – ‘Liebe’:
ich masturbiere an dir!
Ein wenig interessanter,
als einsame Onanie.


Wozu noch die Trauung?
Wozu ... Gebote?


Ich habe deinen Leib:
da kann ich mich satt ‘ausleben’!
Ob auch du befriedigt bist,
das geht mich nicht an!
Befriedigt muss sein
mein ... Ich!






Klingt das ... zu brutal auf ...?

Aber auch: wer beweist hier, dass die Wirklichkeit solcher zweien
in dieser Stunde ... nicht-brutal ist?
Und noch: dass sie nicht ganz im Blut der dabei Empfangenen badet,
sollten es auch nur potentiell Empfangene sein?

Das Blut der Getilgten ... schreit ... um Gottes Gericht!
Solches Gericht ... wird es auch ... geben!

Allerdings Gott ... bietet an:
Bitte Du, mein in Sünde schmählich behandeltes lebendiges Ebenbild,
um Gottes Barmherzigkeit und Verzeihung!


Aber auch:
Sündige von nun an nicht mehr!”


(sieh ob.: Die sterbenden Kleinen Kinder – die Behinderten – Jeder)

Dieselbe Bewertung, wie hinsichtlich des Präservativs, betrifft den unterbrochenen Verkehr – mit Ausnahme, dass in diesem Fall die abortive Wirkung nicht auf dem Spiel erscheint.

Auf eigene Art und Weise wird eine genau selbe NICHT-Liebe im Fall des betriebenen Pettings verwirklicht – ob in Ehe, oder in Umständen außerhalb von der Ehe.

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6. Noch einmal: der Oral-Sex

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Wesentliche Unterscheidung

In noch anderen Fällen schalten diese beiden, oder vielleicht vor allem ‘der Junge’ (ob ... Bräutigam, oder auch, wenn es noch lange keinen Dialog über die Ehe gibt?), auf Experimentieren mit entartetem Sexus um, angefangen vom ‘Oral-Sex’.

Der Werte Leser kann ohne Schwierigkeit auf Handbücher treffen, nach denen der ‘Oral-Sex’ eine – von der ‘Kirche’ scheinbar völlig akzeptierte, wenn nicht sogar anempfohlene Erweisform der Liebe ist, höchstens mit dem Vorbehalt: dass er ‘in der Ehe’ praktiziert wird. Diese Handbücher gelten als Ausdruck der authentischen Lehre der Kirche, weil sie – nehmen wir an – sogar mit der Signatur des Bischöflichen ‘Imprimatur’ ausgezeichnet sind. Das soll bedeuten, dass der Wirtschafter der Diözese, der Ordinar-Bischof, dieses Buch zu veröffentlichen erlaubt und für die im Buch übermittelten Meinungen des Autors – die „persönliche Verantwortung” auf sich nimmt (sieh: VSp 116: „... Auf uns, als Bischöfen, lastet die schwerwiegende Pflicht, persönlich darüber zu wachen, dass in unseren Diözesen die ‘gesunde Lehre’ [1 Tim 1,10] des Glaubens und der Moral gelehrt wird”).

Aus der Praxis geht aber hervor, dass es vorkommt, dass ein stark mit allerlei Beschäftigungen überforderter Bischof solche Genehmigung zum Druck eines Buches einigermaßen ‘auf Zuwachs’ verleiht, indem er auf der positiven Rezension eines Theologen beruht, dessen theologische Meinungen aber nicht mit der authentischen Lehre der Kirche übereinstimmen.
– Es kann dabei auch nicht ausgeschlossen sein, dass sowohl der bestimmte Rezensent, wie umso mehr der Bischof der Diözese, das Manuskript des betreffenden Buches nicht einmal in der Hand gehabt hat, und doch sein „Nihil obstat” (= ‘Es steht nichts als Hindernis dagegen da’) erteilt, beziehungsweise nachher das „Imprimatur” (= ‘Es mag gedruckt werden’) – leider ohne sich gründlich mit dem Inhalt des Buches selbst bekannt gemacht zu haben.
– Auf solchem Weg kann es zur ungemein ungeschickten Situation kommen, von der es nachher überaus schwer sich zurück zu ziehen ist, das heißt die voreilig erteilte Druckgenehmigung unter der Obhut der Lehrenden Kirche zurückzuziehen.

Der hier schreibende Autor hat nicht vor, die Autorität irgendjemandes in Frage zu stellen, sondern allein über Tatsachen zu berichten. Zu gleicher Zeit bittet er den Werten Leser, dass er in solcher Lage nicht der Täuschung erliegt, dass der von diesem oder anderen Autor, sollte es auch ein höchst diplomierter Theologe sein, empfohlene ‘Oral-Sex’ dem Gedanken Gottes und der tatsächlichen Lehre der Kirche entspricht.

Es muss bekannt werden, dass es Geistliche, Priester – gibt, die nicht allzu genauen Bescheid wissen um Sachen der ehelichen und bräutlichen Ethik, oder mehr allgemein: die die menschliche Geschlechtlichkeit in ethischem Aspekt betreffen; ähnlich wie es, der Reihe nach, um die Problematik eines präzisen Wissens über das Thema der Empfängnisplanung geht im Gehorsam zur Gottes Friedensordnung der ehelichen Beziehungen.

Es pflegt dabei so zu sein, dass wenn sich einer der Priester dem genaueren Studium gerade über diesen Bereich widmen möchte, er leicht auf schlimmste Verdächtigungen und Anklagungen im Anschluss auf die unternommene Spezialität ausgesetzt wird.
– Anderseits, es muss leider auch bekannt werden, dass keines falls alle Geistlichen wahrhaft besten und tiefen Bescheid wissen – selbst in Frage – nehmen wir an, der Abortiv-Mittel gegen die Schwangerschaft, oder der Problematik der künstlichen Befruchtung im Fall der ehelichen Unfruchtbarkeit, und anderseits in Fragen des für Ehepaare und die reifwerdenden Jugendlichen unentbehrlichen Wissens um die ‘Natürliche Planung der Familie”.
– Es pflegt meistens Folge genau derselben Gründe zu sein, die gerade erst erwähnt wurden, dass nämlich ein Geistlicher, ein Priester, der diesen Bereich studieren möchte, ‘von vornherein wegen der Absicht, in NICHT-seinen Bereich tiefer einsinken vor zu haben, verurteilt wird, weil er – wie man folgern kann, selbst im Sexus versunken ist ...’.

Es kommt vor, dass leider weitaus nicht jeder Priester über ein tieferes Verständnis selbst der Ehe als Sakraments verfügt. Das heißt, dass der betreffende Priester selbst nicht allzu gut weiß, worauf eigentlich die Würde der Ehe in Gottes Augen als Sakrament der Ehe beruhen sollte.

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Erklärung

Die obigen Bemerkungen sind hier als einführende Erwägung über die reizbare Frage gedacht, auf die wir gerade anzuknüpfen vor haben: die Praxis des ‘Oral-Sexus’ und seiner sei es Akzeptation, oder auch entschiedenen Zurückweisung in authentischer Lehre der Kirche.

Sollten wir schon von anderen Dokumenten der Lehre der Kirche absehen, stellt vor allem der Hl. Johannes Paul II. ein ganz klares Kriterium dar für die ethische Bewertung der Erweise der sich ausgedrückten Liebe im Rahmen der Ehe (wir übergehen hier also die Tatsache, dass im laufenden Kapitel Gegenstand unserer Erwägungen nicht die Ehe ist, sondern bräutliche Paare, eventuell allgemein: die Jugendlichen).

Die Zäsur (= Grenze-Scheidungslinie) bei moralischer Beurteilung der Erweise der Liebe in Ehe wird von der Tatsache bestimmt, ob die betreffende Liebkosung die Geschlechtsorgane an sich engagiert, oder nicht. Diese Unterscheidung hat er noch als Erzbischof von Krakow u.a. in seiner führenden Vorlesung am Symposium über die eheliche Ethik, zwei Jahre vor seiner Erhebung zum Pontifikat, dargestellt. Die erwähnte Vorlesung des damaligen Kardinals Karol Wojtyla kann leicht von unserer Homepage erreicht werden (sieh diese Vorlesung – leider nur in polnischer Version: Personalistischer Konzept des Menschen – zum Ausdruck oder Lesen im WORD-Format).

Und zwar, der Kardinal Wojtyla führt alle Erweise der gegenseitigen Beziehungen sei es in der Ehe, sei es in der Brautzeit – auf die gerade erst erwähnten zwei Kategorien zurück. Diese Unterscheidung wurde übrigens auch schon in der Pastoral-Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils dargestellt, und umso mehr in der Enzyklika Paul VI. „Humanae vitae” (sieh den deutschen Text dieser Enzyklika: „Humanae vitae” – im WORD-Format):

(0,36 kB)  Es bestehen immer andere Formen, mit denen man sich das gegenseitige geistige Band erweisen kann, z.B. mit gutem Wort, mit dem Blick voller Zärte, mit Verzeihung. Diese Formen knüpfen nicht einmal an die geschlechtliche Unterschiedlichkeit der Eheleute an.

Andere Formen, mit denen man sich die gegenseitige Liebe erweisen kann, knüpfen schon auch an die geschlechtliche Unterschiedlichkeit von Ehemann und Ehefrau an. Hier kann das Anschmiegen gezählt werden, das Streicheln, es wird ein voller Ehrachtung und Herzlichkeit Kuss gegeben.
– Diese Formen der Liebe treten aber auf das Gebiet der geschlechtlichen Intimität nicht ein.

(0,36 kB)  Dagegen noch andere Formen der ehelichen Liebe engagieren direkt ebenfalls die Geschlechtsorgane. Es gehören hier Liebkosungen und gegenseitiges Anschmiegen des Ehepaars, aber auch die Unternehmung der ehelichen Vereinigung.
– Jedenfalls diese Liebkosungen beruhen auf unmittelbarer Aktivierung der Dynamik, die der Genitalsphäre eigen ist. Liebkosungen dieser Art engagieren also direkt die Fähigkeit, menschliches Leben erwecken zu können (über die Struktur und Dynamik des geschlechtlichen Aktes). Dies bedeutet somit das unmittelbare Beschreiten der Sphäre, die strikt Gott selbst vorbehalten ist (sieh die angeführte Vorlesung, ebd., Pkt. 3).

Das bedeutet, dass zwischen den erwähnten, unterschiedlichen Formen, wie die Liebe in der Ehe erwiesen werden kann, ein wesentlicher Unterschied besteht, der es nicht erlaubt, die einen Formen der Liebeerweise auf die anderen herabzuführen (sieh auch ob., leider nur poln.: Bemerkung 20. Woher auf einmal Vorbehalte?).


ANMERKUNG.
Zwischen dem hier schreibenden Autor, und immer anderen Stufen der Hierarchie der Kirche in Polen besteht über dieses Thema seit Ende April 2009 (Datum der Veröffentlichung des Buches von P.Knotz: „Sex den ihr nicht kennt. Für Eheleute die Gott lieben” – leider nur poln.) ein nicht geringer Briefwechsel mit der Bitte, dass das voreilig verliehene ‘Imprimatur’ zurückgezogen werde und eine klare Antwort für das Volk Gottes in dieser Hinsicht erscheint. Die Korrespondenz bleibt bis heute ... ohne Echo [IX.2016].
– Im Anschluss an das erwähnte Buch von P. Ksawery Knotz über den Ehe-Sex – dürfte hier nur die Wertung des „Theologen-Moralisten” angeführt werden. Sie wurde zur Antwort auf das Schreiben des hier schreibenden Autors (ks. PL) – an den damaligen Vorsitzenden der Konferenz der Bischöfe Polens, Seine Exzellenz Erzbischof Józef Michalik – vom 11.X.2010 angeschlossen. Nur dass der Name des dort erwähnten ‘Theologen-Moralist’ geheim gehalten wurde. – Hier seine Worte, die im Antwort-Brief Seiner Exzellenz, Erzbischofs Józef Michalik an P. Pawel Leks angeführt wurden:

„ ... Soll ich mich dagegen an das Buch von P. Knotz beziehen: „Sex den ihr nicht kennt”, scheint die Sache völlig einfach und selbstverständlich zu sein. Der P.Knotz präsentiert seine eigene, mit der Lehre der Kirche nicht übereinstimmende Meinung, was den Oral-Sex angeht. Zwar er entschuldigt sich, dass es ihm einzig um das einführende Spiel geht, das später zur vollständigen Vereinigung der Ehegatten führen soll, allerdings er verfehlt sich sowieso, weil das erstens technisch gesehen in Praxis unausführbar ist, denn es kommt beim Mann des Öfteren früher zum Orgasmus, als die geplante Unternehmung des Verkehrs, und zweitens, wie Sie, Pater Professor treffend bemerken, der Oral-Sex – unabhängig von der Absicht dieser Personen, die ihn anwenden, widersetzt sich der Lehre des Magisteriums der Kirche und dem Gesetz Gottes! Er ist Entartung!
– Das Imprimatur, das für diese Buchposition erlangt wurde, scheint ein fataler Fehler zu sein, für den die Leser um Entschuldigung gebeten werden sollen, dagegen den P.Knotz können wir nur bitten, dass er sich einer anderen, nützlicheren Beschäftigung widmet, an der er sich tatsächlich gut auskennt! Es ist Sache der Ordensoberen, die es können und sollen, entsprechende Schritte zu unternehmen, ebenfalls zu geistigem Gut des P. Knotz selbst. Ich glaube, er sollte kein Problem mit dem Gehorsam erfahren, den er Gott und den Oberen als Gelübde abgelegt hat! ...”.


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Der Oral-Sex: unmittelbare Aktivation der Geschlechtsorgane

Der Oral-Sex bedeutet die Betätigung direkt an Geschlechtsorganen. Sie beruht auf Auslösung des sexuellen Erlebnisses – durch den Mund und im Mund. Indem es hier also – entsprechend der Formulierung des späteren Hl. Johannes Paul II. (aber auch schon der HV Nr. 13: Der Mensch ist nicht Herr der QUELLEN des LEBENS) – um die Aktivierung der Geschlechtsorgane selbst geht, muss man zur Kenntnis nehmen, dass gemäß der vom späteren Johannes Paul II. gebrauchten Terminologie hinsichtlich der ‘Struktur’ und ‘Dynamik’ des Geschlechtsaktes, der einzige Ort, den Gott zur Unternehmung und Erfahrung des Aktes der ehelichen Vereinigung erschaffen und dazu bestimmt hat, die Scheide darstellt, und daselbst kein anderer Ort des menschlichen Leibes.

Unabhängig davon, Paul VI. hebt in der Enzyklika „Humanae vitae’ hervor – in Weiterführung des Glaubens und der Apostolischen Lehre, dass jedesmaliger Akt der ehelichen Vereinigung aufgrund Gottes Einsetzung für die elterliche Potentialität völlig aufgeschlossen bleiben soll – unabhängig von der Lebensstufe der Frau, der Ehegattin.
– Im Fall des Oral-Sexus ist das offensichtlich von vornherein ausgeschlossen.

Hier die Worte Paul VI. hinsichtlich des unbedingten Offenbleibens jedes Akts für potentielle Elternschaft:

„Indem die Kirche die Menschen
zur Befolgung der Gebote des natürlichen Gesetzes ermahnt,
das sie in ihrer beständigen Lehre auslegt, lehrt sie,
dass es notwendig ist, dass jeder eheliche Akt von sich aus
auf die Erzeugung menschlichen Lebens hingeordnet sein muss” (HV 11) – (S. dazu auch den ausführlichen Artikel des hier schreibenden Autors: Treue des Beichtvaters zum Apostolischen Glauben: mit Petrus und unter Petrus – ebd., § D: Ausgewählte Bemerkungen zur inneren Friedensordnung des ehelichen Aktes, zum Unterpunkt: „Offenbleiben jedesmaligen Aktes für elterliche Potentialität”).

Die Worte Paul VI. stellen eine klare, eindeutige Aussage zum erörterten Thema dar. Diese Aussage freut sich des Charismas der Wahrheit, mit dem Petrus aufgrund der Einsetzung vonseiten des Gott-Menschen Jesus Christus beschenkt wurde, sooft er sich mit Berufung auf seine Autorität als Petrus im Bereich eines Inhalts äußert, der mit unserer Erlösung in Christus verbunden ist (Zum Thema des Charismas der Wahrheit der Offenbarung jedesmaligen Papstes s. genauer den ob. angedeuteten Artikel des hiesigen Autors: PORTAL, 4.Kol., Nr. 10, § A: Priester und das Magisterium der Kirche).

Jeder versteht es, dass die Aktivierung des Offenbleibens des Akts für elterliche Potentialität im Mund sich nicht nur dem Verstand widersetzt, sondern umso mehr der Gottes Friedensordnung, mit der das Erleben der ehelichen Intimität gekennzeichnet werden soll. Es kann hier ausschließlich um die geschlechtliche Vereinigung gehen, die in der Scheide unternommen wird.

Daselbst kann der Geschlechtsakt nicht im Mund vollbracht werden, noch im Anus, noch am irgend anderen Teil des Leibes. Die Auslösung der geschlechtlichen Erfahrung in irgendeiner Art und Weise außerhalb der Scheide kann unmöglich objektiv jedesmalig anders qualifiziert werden, als schwere Verschuldung gegen die „Sprache des Leibes”, zu der diese zwei Leute ihre Geschlechtsorgane bringen, wobei sie mit ihrem freien Willen zugleich am Leibe die Verlogung dieser „Sprache des Leibes” erzwingen. Diese Sprache ruft nämlich zu dieser Stunde laut, dass sie ihre elterliche Potentialität erfüllen will – offenbar durch den Akt der geschlechtlichen ehelichen Vereinigung. Diese aber kann einzig in der Scheide vollbracht werden.

Diese beiden nötigen also ihren ‘Leib’ dazu, dass er Falschheit-in-Wahrheit spricht, was diese ‘Sprache des Leibes’ betrifft. Diese Falschheit ist kein Ergebnis irgendeiner spontanen Betätigung der physiologischen Funktionen, sondern hängt in diesem Fall ausschließlich vom freien Willen dieser beiden ab, wobei sie von diesen beiden auch als solche bewusst beabsichtigt wird. Daselbst sind sie für ihre entartete Verwirklichung voll verantwortlich und zurechnungsfähig.

Hierin beruht der Grund dessen, dass diese Betätigung sich der in der Ehe gelobenen Liebe auf totale Art und Weise widersetzt. Sie widerspricht daselbst auch schwer der gelobenen ehelichen Ehrlichkeit.

Unabhängig davon, das Tun solcher zweien stellt dann jedes Mal eine Sünde der Verachtung Gottes selbst dar, des Schöpfers und Erlösers. Solche Handlungsweise ist in erster Reihe gegen das Erste Gebot Gottes ausgerichtet. Sie gleicht eigenartig dem Hinwerfen des Fehdehandschuhs Gott selbst ins Gesicht, um Ihn zum Duell mit sich herauszufordern – mit der Forderung, dass Er den Stil der ‘Liebe-Betreibung’, oder eher des ... ‘Sexus-um-den-Sexus willen’ ändert.

Anders gesagt, ein Verhältnis, das im Mund unternommen wird, stellt eine entartete, verkehrte und raffinierte Art und Weise des ‘Sex-Betreibens’ dar. Somit muss zugegeben werden, dass der ‘Oral-Sex’ nichts mit Unternehmung des Aktes der ehelichen geschlechtlichen Vereinigung zu tun hat, mit dem Gott die Eheleute in der Stunde beschenkt, wenn sie sich gegenseitig die Liebe-Treue-eheliche Ehrlichkeit geloben.


Es taucht die Frage auf: Wer ist es, der den Jugendlichen den ‘Oral-Sex’ unterschiebt, dass er, zumal in einigen Milieus, von sehr vielen fast massenhaft praktiziert wird? Dasselbe tun dann ganz viele Brautpaare, und ihrerseits schon Eheleute.
– Wer hat also letztlich diesen Gedanken überhaupt vorgeschoben, dass der so raffinierte ‘Oral-Sex’ betrieben wird, das heißt dass außer dem ‘Sex-Betreiben’, das irgendwie noch in ‘natürlichen’ Rahmen erhalten wäre, infolge des unersättlichen sexuellen Austobens auch noch nach dieser, durch und durch entarteten Form gegriffen wird?

Die Praxis des ‘Oral-Sex’ ist zweifellos ein weiterer Aspekt des „Geheimnisses der Gottlosigkeit-Gesetzwidrigkeit” (2 Thess 2,7), wenn wir die Bezeichnung des Hl. Paulus des Apostels anwenden sollten.
– Einmal mehr wird somit die Aussage des Gottes-Geschriebenen-Wortes bestätigt, das wir hier unlängst angeführt haben (sieh ob.: Bräutliches Umschlagen auf immer weitere Intimität):

„... Leidenschaftliche Begierde brennt wie Feuer,
und sie erlischt nicht, bis sie sich verzehrt hat;
der Mensch, der am eigenen Leib Unzucht treibt,
hört nicht auf, bis das Feuer ausgebrannt ist ...” (Sir 23,17).

Für die entbrannte Begehrlichkeit zählt die Person nicht: weder die eigene, noch umso mehr die dieses anderen. Sollte es in diesem Fall selbst um jemanden gehen, der sich feierlich als schon Bräutigam oder Braut vorstellt. Die ganze Aufmerksamkeit sammelt sich hier am Ausleben am Geschlechtskörper. Genau so wird es im gerade erst – einmal mehr angeführten Gottes-Geschriebenen-Wort dargestellt:
„...Leidenschaftliche Begierde brennt wie Feuer,
sie erlischt nicht, bis sie [die Leidenschaft] sich verzehrt hat ... –
Der Mensch, der am eigenen Leib Unzucht treibt,
hört nicht auf, bis das Feuer ausgebrannt ist” (Sir 23,17)!

Zur Antriebsfeder solcher Betätigung wird das zum maximalen Grad ausgelöste Streben nach sexueller Annehmlichkeit unternommen um den Preis der eigenen Würde – und umso mehr der Würde des Mädchens, der Frau. Dass nur die selbstsüchtig erfahrene – sinnliche Annehmlichkeit in erster Reihe des männlichen Teilnehemers dieser Entartungs-Session erreicht und genossen werden kann.

Zugleich denken diese beiden darüber, was Gott in seinem Vorhaben der Liebe gedacht hat, als Er diese zweien bevollmächtigte, das Gebiet ihrer geschlechtlichen Intimität beschreiten zu dürfen– offenbar immer nur vorausgesetzt, dass die völlige sowohl Struktur, wie die Dynamik des Aktes geehrt wird – auf keinen Fall, oder eher: sie wollen darüber entschieden nichts hören.

Der Oral-Sex dient ganz gewiss in geringstem Grad zur Vereinigung dieser zweien ... auf dem Niveau der Person: Niveau des Herzens. Die Würde – diese eigene, wie auch dieses anderen, vor allem der Frau, wird hier gedemütigt und bis zum letztlichen niedergestampft. Dass nur ER – der Junge-Jüngling, in seiner sexuellen Unersättlichkeit einmal mehr die Erfahrung der Masturbation anrechnen kann, die auf so raffinierte Weise erpresst wird: mit dem Mund und in dem Mund des ... Mädchens: sei es seiner Braut, sei es einer ersten besten, die es ‘gern’ hat und bereit ist, seinen sexuellen Ausfluss unter solchen Umständen ‘abzuschmecken’ und ihn vielleicht selbst zu ... ‘schlucken’.

Es kann auch sein, dass er – parallel, seine Partnerin zum ähnlichen Erlebnis an ihren Geschlechtsorganen bringt. Es wäre die typisch praktizierte sog. ‘französische-Liebe’ – symbolisiert als: ‘Liebe’ in Form eines ‘69’.
– Die beiden Varianten können in Gottes Sicht der inneren Friedensordnung der geschlechtlichen ehelichen Vereinigung unmöglich akzeptiert werden. Sie bilden jedes Mal objektiv genommen eine Todsünde, die dabei mit zutiefster Entartung gekennzeichnet ist, was die Gestaltung der geschlechtlichen Beziehungen in der Ehe, und umso mehr außerhalb der Ehe betrifft.


Es könnte hinzugefügt werden – in Antwort auf die Frage: Wie sind diese zweien auf die Idee gekommen, um nach einem so raffinierten und entarteten ‘Sex’ zu greifen?
– Es kann sein, dass sich diese zweien schon gut mit Anblicken von Filmen, Videos u.dgl. im Typus ‘Porno’ – ‘gesättigt haben’. Gerade dort wird der ‘Oral-Sex’ – samt parallel mit ihm unvorstellbaren anderen entarteten Formen des Betreibens des Sexus-um-des-Sexus willen, in einer schönen, tieffarbig gesättigten Digital-Grafik stur als die allermöglichst vollnormalste Art und Weise des ‘Liebe’-Betreibens dargestellt.

Die Frage um etwas wie ‘Ehe’, Brautzeit, usw. – kommt auf ‘Porno’-Seiten in geringstem Grad in Rechnung. Wichtig ist dort das eine: der ‘Sex’ – und wohl noch Non-Stopp arrangierte Konkurse hinsichtlich einer wilden Erfindung noch anderer Formen des natürlichen oder total entarteten Betreibens von ‘Sexus-um-des-Sexus’ willen!


Es kommt eventuell noch ein Blickpunkt hinzu: Wie es eine ‘unerwünschte’ Frucht des betriebenen ‘Sexus’, das heißt: das lebendige Kind, zu vermeiden, und im schlimmsten Fall – es doch los zu werden gilt? Denn die Begehrlichkeit strebt alles andere an, nur nicht die Einstellung auf neues ‘Menschen-Leben’. Trotzdem es sowieso – ungemein leicht erscheint.

Auf Internet-Seiten mit ‘Porno’ gibt es keinen Platz für Erwähnung der Ethik, Gottes, der personalen Würde von Frau und Mann. Dort zählt der Mensch als Person ... auf absolut keine Art und Weise. Den einzigen Wert (oder eher: Gegen-Wert) bildet der bis zum äußersten entartete Götze des ‘Sexus’. Huldigung wird ihm in Form eines wilden, zügellosen sexuellen Austobens dargeboten – in immer anders betriebenen – ausgesuchten, raffinierten Abänderungen und Positionen, deren keiner Analogie bei unvernünftigen Tieren begegnet werden kann.

Bei Tieren wird die Genitalsphäre infolge der Einwirkung des Zeugungsinstinkts aktiviert. Sein Ziel besteht deutlich auf der Arterhaltung allein. Daher kopulieren die Tiere grundsätzlich nur in der Zeit ihrer Brunft.

Im Gegenteil dazu, bei dem Menschen, der mit innerem Leben des Geistes beschenkt ist, das zugleich über seine Würde als Person, samt ihren unabdingbaren und unabtrittbaren Eigenschaften entscheidet (Selbst-Bewusstsein; Selbst-Bestimmung; Verantwortung), erfüllt der geschlechtliche Verkehr eine wesentlich unterschiedliche Rolle im Vergleich zur Welt der Tiere. Beim Menschen soll der geschlechtliche eheliche Verkehr (ethische Pflicht – also nicht Muss: hier beginnt das unabdingbare Niveau seines geistigen Lebens und die Verantwortung im Gewissen) Akt der Liebe darstellen, die würdig wäre seiner menschlichen Person: Akt der vollständigen gegenseitigen Annahme seiner selbst und der beiderseitigen Hingabe aneinander ihrer Personen: „Gabe von Person für die Person” (BF 11).

Daselbst besteht der Zweck des geschlechtlichen Verkehrs beim Menschen nicht in Zeugung, noch in irgendwas wie ‘Besamung’. Der Verkehr soll Akt der Vereinigung der beiden Personen von Mann und Frau sein – zu ihrem beiderseitigen Gut, das ihre Berufung zum ewigen Leben erreicht. Ähnliches wird es niemals in der Welt der Tiere geben.

Eine solche, tatsächliche geschlechtliche Vereinigung der beiden Personen in der Ehe wird aber erst dann möglich, wenn diese zweien dem Ablauf der allmählich sich entwickelnden Vereinigung ihrer beiden Leiber – die sperrangelweit offene Möglichkeit sein lassen für die völlige Entfaltung ihrer elterlichen Potentialität – ganz unabhängig davon, ob der Akt der Vereinigung am Tag der möglich, oder unmöglich werdenden Empfängnis vom physiologischen Blickpunkt aus stattfindet.

Sollten wir noch einmal auf ‘Oral-Sex’ zurückgreifen, muss festgestellt werden, dass diese zweien in diesem Fall auf keinen Fall die Vereinigung auf dem Niveau ihrer Personen beabsichtigen. Außer Zweifel geht es ihnen dann um die bewusst beabsichtigte Auslösung des Erlebnisses – um den Preis der wesentlichen Verfälschung der zu dieser Stunde gelangenden Stimme der „Sprache” ihrer Leiber.

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Erklärung

Man könnte hier einmal mehr die Worte des Hl. Johannes Paul II. anführen. Sie betreffen zwar die Anwendung der Verhütungsmittel gegen die Schwangerschaft, aber das Wesen dieser Festsetzungen betrifft auf gleiches Maß ebenfalls das Betreiben des ‘Oral-Sexus’ y:

„Wenn die Gatten, die nach Verhütungsmitteln greifen [= in diesem Fall, d.h. beim Oral-Sex, beim Petting; diese beiden tun das, ohne auf Verhütungsmittel gegen die Schwangerschaft zu greifen] diese beiden Sinngehalte auseinanderreißen, die Gott der Schöpfer in die Natur von Mann und Frau und in die Dynamik ihrer Geschlechtsvereinigung eingeschrieben hat, nehmen sie die Haltung der ‘Schiedsrichter’ über das Göttliche Vorhaben ein: sie ‘manipulieren’ und erniedrigen die menschliche Geschlechtlichkeit, und daselbst die eigene Person und diese des Ehegatten, indem sie den Wert der ‘ganzheitlichen’ Gabe ihrer selbst verfälschen.
– So drängt die Kontrazeption der natürlichen ‘Sprache’, die die beiderseitige ganzheitliche Hingabe der Gatten zum Ausdruck bringt [s. ob.: hier greifen diese beiden nach technischen Verhütungsmitteln nicht; dennoch der Oral-Sex beruht auf totaler, und zugleich total entarteter Zerreißung der Liebe der Vereinigung von zwei Personen – von der elterlichen Potentialität]
– eine ‘Sprache’ auf, die ihr in objektivem Sinn widerspricht, d.h. solche, die die ganzheitliche Hingabe an diesen anderen nicht bezeugt;
– Demzufolge erfolgt nicht nur eine aktive Zurückweisung des Offenbleibens auf Leben, sondern auch die Verfälschung der Wahrheit der ehelichen Liebe, die ja zur ganzheitlichen personalen Hingabe berufen ist” (FC 32).

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Verantwortung des Mädchens für den Glauben des Jungen

In diesem Abschnitt des laufenden Kapitels haben wir vor, die Frage der bräutlichen Keuschheit hauptsächlich von der Seite des Jungen zu betrachten. In Kürze gehen wir auf ähnlichen Blick auf Verhaltensweisen der Mädchen in der Brautzeit über.

Es ist kein großes Geheimnis, dass ein Junge oft sexuell wesentlich mehr erregbar ist als das Mädchen, auch wenn es ebenfalls umgekehrt zu sein pflegt. In diesem Zusammenhang kann leicht verstanden werden, warum der ‘Angreifende’ gerade eben er ist: – der Junge. Er ist es, der bei seinem Mädchen möglich bald alles anschauen möchte, alles antasten und berühren, ausprobieren.

Er ist es auch, der seiner Geliebten so ungemein jammerlich zu erzählen weiß, wie riesig es seine Mühe des Willens kostet, dass er sich an sie nicht anschmiegen darf, mit ihr auf keine Liebeleien übergehen kann, und wie viel er echten ‘Schmerz’ zu ertragen hat, wie viel authentisches ‘Leiden’ und sogar ‘Qual’ er in seinen Geschlechtsorganen erdulden muss einzig nur deswegen, dass sie nicht geneigt ist, ihm ihre Intimität zugänglich zu machen.
– Es kommt selbst vor, dass er ihr einzureden sucht, dass gerade sie doch – wegen ihrer Unzugänglichkeit, ‘die Schuld trägt’, dass er mit dem heftigen Schmerz im Unterleib nicht fertig werden kann – infolge der sexuellen Nicht-Entladung, so dass er endlich ‘damit irgendwie fertig sein muss’, indem er schlechterdings auf Selbstbefriedigung zu übergehen genötigt wird. Nur und einzig deswegen, weil sie ihm gegenüber so ‘ohne Herz’ bleibt und ihm nicht einmal erlaubt, dass er sie berührt, und besonders weil sie ihn zur Intimität ihrer Geschlechtsorgane nicht zulassen will.

So manches Mädchen erliegt endlich ihrem dauernd bei ihr ‘jammernden’ Jungen. Sie denkt dabei weder an Gott, noch an das eigene Gewissen, noch an das Gewissen dieses Geliebten, dem sie den Kontakt zu Gott verhelfen, jedenfalls ihn nicht erschweren sollte. Ihre Aufgabe sollte es sein – die Sicht Gottes nicht zu verhüllen gerade in den Zeiten, wenn sie beiden ungestört beisammen verweilen können.

Wenn ihr Junge nicht allzu gläubig ist, vielleicht wurde er im Klima eines praktischen Atheismus erzogen, wogegen sie – wie sie es selbst von sich feststellt und es ihm zu verstehen gibt – ‘zutiefst gläubig ist’ und allzu guten Bescheid weiß, was das heißt: ‘Gottes Stimme’ im Gewissen, doch jetzt beginnt sie angesichts seiner Bedrängungen nachzulassen und sich ihm Zentimeter auf Zentimeter zugänglich zu machen, bietet sie ihm daselbst ein überaus ‘prächtiges’ Gegen-Zeugnis ihres Glaubens.

Ihre Haltung unterwühlt in seinem Herzen als eines ‘Atheisten’ (tatsächlichen oder nur scheinbaren) alle Glaubwürdigkeit in Bezug auf den ‘Katholizismus’. Er sieht es und erfährt es, dass dieses Mädchen, anscheinend ‘tief gläubig’, auf sein Bedrängen Gott problemlos auf weite Peripherien abzuschieben beginnt. Sie fängt an die Gebote Gottes ohne ihre Augen zusammenzukneifen zu brechen, um nur – ihrem Jungen – Gefallen zu bringen.

Indessen, sollte er vor ihr selbst ‘wimmern’ und ihr vorwerfen, sie wäre ‘ohne Herz’ für ihn, ist folgendes gewiss: Der Junge erwartet vom Mädchen, wenn auch nur unterbewusst, dass sie doch eine entschiedene Haltung annimmt, die nach ihren eigenen Worten aufgrund des von ihr bekannten Glaubens gestaltet ist.
– Erliegt sie infolge seiner Überredung, benutzt er zwar ihr Zugeständnis gern: ‘Warum denn nicht?’ Dennoch ihr scheinbarer ‘Glauben’ wird für ihn daselbst nur großes Gespött, wenn sie doch – diese scheinbar ‘Gläubige’, diesen Glauben mit ihren Taten ... so leicht niedertritt.

Wie groß ist in dieser Lage die Verantwortung des Mädchens, dieser Braut für die mit ihrem Leben dargestellte – Lebendige Person Jesu Christi: des Schöpfers und Erlösers! Es ist Verantwortung vielleicht für viele weitere Generationen, falls sie gerade mit diesem Jungen, ihrem Bräutigam, dem künftigen Vater in ihrer Familie, heiratet!

Auf dem Spiel ist hier die „Probe des Glaubens – und die Probe des Charakters” infolge des empfangenen Sakraments der Firmung und des vieljährigen – vermeintlich – ‘praktizierten’ bekannten Glaubens. Sooft sie erliegt und auf Liebelei-Spielen an ihr im Rahmen der ‘bräutlichen Liebe’ erlaubt, wobei sie dann doch selbst keineswegs angesichts seines sexuellen Schwungs passiv bleibt, zertrümmert sie bei ihm den Rest seines Glaubens und des ernst zu nehmenden Gottes.

Ihre aktuelle Haltung angesichts der Gebote Gottes Jetztzeit – findet ihren Niederschlag im ganzen Leben ihrer Ehe und Familie. Ihr Stil, wie die Gottes Gebote ins Leben eingeführt werden, wie auch ihre problemlose Übertretung, falls nur die Perspektive schimmert, ein wenig Geschmack bei sinnlicher Annehmlichkeit zu finden, wird zur fortbestehenden Reihenkette der Sünden – selbstverständlich persönlichen Sünden, aber außerdem ... „fremden Sünden” – gegen diesen Geliebten, angesichts der Gesellschaft, und umso mehr Gottes selbst!

Sie prägt dann ins Gewissen seines ‘Vielgeliebten’ auf wortlose Art und Weise, die folgende Überzeugung ein:

„Schau dir an – und merke es gut:
SO werden die Gebote Gottes
stresslos niedergetreten.

Übrigens, sie können in unserem Fall
nicht verpflichtend sein:
wir ‘lieben uns doch wahrlich’
und tun es so heiß!


Gott ist schlechterdings ir-real:
Er kann unmöglich ahnen,
was das heißt:
Der Verliebten ...
Liebe !”

Der Junge benutzt beinahe 100% sicher das sich ihm allmählich in ihrer Intimität aufschließende seine Mädchen: sie tut es ... ‘um der Liebe willen zu ihrem Jungen’. Gott ... hört in dieser Stunde definitiv auf in Rechnung zu kommen.
– Ihr kann es letztlich ebenfalls allmählich beginnen, an immer mehr intensiven sexuellen Wahrnehmungen Gefallen zu erfahren. Kommt es endlich zum geschlechtlichen Verhältnis, wird diese geschlechtliche Vereinigung zwar zur Gemeinsamkeit, aber nur in ... Sünde, nicht aber in Vereinigung ihrer Personen.

Die Vereinigung der Personen im ehelichen „Zwei-zu-Einem-Fleisch” setzt die Durchscheinbarkeit der Herzen voraus, das sich voller bewusst erlebter Anwesenheit des diese beiden in Ehe als dem Sakrament – vereinigenden Christus, samt Maria und Josef kennzeichnet. Die Ehe ist wahrlich heiliges Sakrament, also keine Institution eines legalisierten ‘Sex-Betreibens’ als Ausdrucks der Befriedigung der sinnlichen Begierde. Die Aufmerksamkeit, die auf der Person gesammelt ist – dieser eigenen und der dieses anderen in Ehe – bei Unternehmung der geschlechtlichen ehelichen Vereinigung ist erst in der Situation eines reinen Herzens, einer durchscheinenden Absicht und einer wahrhaft personalen Liebe möglich, die dann bewusst um die sich Jetztzeit ereignende gegenseitige Hingabe „der Person für die Person”  besorgt ist (LR 11).

Da braucht man sich nicht wundern, dass zuerst er, und nicht lange darauf sie beiden zusammen – die Entwicklung ihrer ‘Liebe’ immer mehr beständig um den ‘Sex’ zu sammeln beginnen. Die personale Liebe – in ihrem tiefsten Wesen: als Wunsch und Bezeugung eines grenzenlosen Guten – liegt in dieser Lage ganz brach: unangetastet. Sie beiden kommen vielleicht zum Tag ihrer festbestimmten ehelichen Trauung, indessen sie kennen sich einander ... nicht, sie kennen sich als Personen ... nicht! Sie wissen nicht, was Liebe heißt.
– Sie haben vielleicht reichlich – Sex praktiziert, sie haben dabei an ... Abortivmitteln, am Präservativ, samt allen mögliche Formen eines schon entarteten Sexus nicht geschont. Vorläufig wird ihr Gemeinsam-Sein zusammengehalten: aufgrund des gemeinsam begangenen Übels-in-Gottes-Augen.

Doch: für wie lange? Weil: wie weit hier das alles von der Ehe entfernt ist: vom Sakrament der Ehe! Wie nahe es dagegen ist ... einer letztlichen Zertrümmerung, Gott bewahre: für immer!

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Vom vieljährigen Briefaustausch Radek-Bernadette

Zur ‘Illustration’ der gerade erörterten Situation könnte der vieljährige Briefaustausch eines Mädchens mit dem Geistlichen dienen. Lassen wir ihr den Namen Bernadette: Dette geben. Es ist ein wahrhaftes Gottes Kind. Sie hat einen im Sport gut bewanderten Jungen kennen gelernt – geben wir ihm den Namen: Radek.
– Sie hat in Kürze erkannt, dass seine Gottes-Erkenntnis sehr mangelhaft ist. Er kam aus einer Familie, wo das Leben am Morgen mit Alkohol begann, und abends Alkohol als das Letzte sein musste: vor allem vonseiten des Vaters. So hat der Radek von der Kinderzeit an kein Muster eines verantwortlichen Mannes, Vaters der Familie gehabt.

Der Radek selbst hat auch schon – wie es bald herausgekommen ist, Erfahrungen mit manchem Mädchen erlebt. Dennoch traf er jetzt an ein Mädchen, das wusste, was sie will und die sich um ihre frauliche Würde gut bewusst war. Für sie gab es keine Rede, dass er vor der Trauung zu ihrer Intimität gelangen könnte. Sie hütete ihre Intimität bewusst „um Jesu Christi willen und Mariä” : als die Erstlingsgabe für den Ehegatten, wenn es schon nach dem eingegangenen Band der Ehe als Sakramentes der Ehe stattfinden wird.

Man kann sich leicht vorstellen, was für eine Probe seines Glaubens und bewussten Verbleibens als Jüngers Christi diese Bernadette für den Radek geworden ist. Und doch, ... er hat sie authentisch lieb gehabt, oder selbst er hat sich in ihr ... verliebt. Es lag ihm sehr daran, gerade sie als Ehefrau zu gewinnen.

Dennoch sooft das Gespräch unter ihnen auf die Frage der Erweise der gegenseitigen Liebe kam – auf der jetzt erlebten Stufe: ihrer Ausrichtung auf Brautzeit, oder vielleicht erst einmal ... auch auf die Ehe, und umso mehr auf die gegenseitigen intimen Beziehungen in künftiger Ehe selbst, wurde Radek jedes Mal sehr nervös und machte alles, dass das Gespräch ganz schnell abbricht.

Vielleicht nimmt der Werte Leser kein großes Ärgernis am Inhalt der hier abgedruckten einigen Äußerungen und Antworten vonseiten des Priesters, der es versucht hat, auf die ihm gestellten Fragen eine solche Antwort zu geben, wie er es nur konnte. Sie betreffen bisweilen ganz weit vorangeschobene Details der ehelichen Intimität. Dennoch ... dieser Geistliche ist schon ein paar Jahrzehnte irgendwie international in der Eheberatung beschäftigt. Anderseits dient er mit besonders großem Dank dem Erlöser gegenüber, des Öfteren lange Stunden hindurch, im ... Beichtstuhl.

Wir kopieren hier manche Fragmente seiner Korrespondenz mit Frau Bernadette. Wir wählen besonders diese Fragmente aus, die u.a. an Oral-Sex anknüpfen, den der Radek mit seinem ganzen ‘Ich’ so sehr ... anstrebt.

[1 – XII.2009] „... Lieber Herr Pater! Der Radek hat mir gesagt – als unser Gespräch das Thema des ‘Oral-Sexus’ angestrichen hat, dass wenn ich etwas nicht erprobt habe, kann ich unmöglich Bescheid wissen, ob es mir gefallen wird. Indessen gerade das kann mir einmal sehr gefallen. So wird es auch sein, wenn ich ihn küssen werde und seine Geschlechtsorgane in den Mund nehme. Vorläufig legt er darauf keinen Druck, aber ich werde mich darüber noch selbst überzeugen können.
– Ich habe ihm nur gesagt, dass es unter uns niemals so was geben wird. Aber ich sehe, dass seine Gedanken ganz anders sind ...”

Der Geistliche hat darauf die folgenden Worte geschrieben:

[R-1 – XII.2009] „... Das Betreiben in solcher Situation des Oral-Verkehrs – mit Erguss im Mund, stellt in Gottes Augen Abscheulichkeit dar. Es ist Entartung gegen die Natur und die personale Würde von Mann und Frau: es widersetzt sich der gelobenen ehelichen Liebe, wie auch der Liebe zu Gott Es ist dabei eine große Verlogenheit. Hier wird sowohl die Struktur des Aktes verlogen (die Friedensordnung der ehelichen Vereinigung setzt ihre Erfüllung in der Scheide voraus, nicht woanders), wie auch die Dynamik des Aktes (der Leib wird vonseiten dieser zweien zur Aktivität genötigt, er freut sich in seinem Höchsterlebnis der elterlichen Aufgeschlossenheit, indessen das geschieht nicht in der Scheide, sondern außerhalb von ihr, wo sie ihre Erfüllung unmöglich erreichen kann). Der Leib: das Fleisch – lügt nicht; die Verlogenheit wird dagegen vom Menschen begangen: von diesen zweien. Sie heißen den Leib, dass er die ‘Sprache des Leibes aktiviert’ – allerdings auf eine Art und Weise, die sich der Gottes Friedensordnung des Verkehrs völlig widersetzt, wie er ihnen beiden als Ehegatten bei der Schließung der Ehe zum Geschenk eingehändigt wurde.

Hier kann es keine ‘Willkür’ vonseiten dieser zweien geben! Sie sind nicht mächtig, dass sie selbst irgendeine moralische Norm gründen – in Unabhängigkeit von der Lehre der Kirche und Gottes Geboten. Die ethischen Normen müssen immer folgender sein: in vollem Ausmaß objektiv, allgemein, unabhängig von irgendwelcher Religion, die also in Kraft der Einprägung im Gewissen jedes Menschen verpflichtend sind.
– Daher kann von vornherein eine solche Äußerung unmöglich akzeptiert werden: ‘Das kann dir noch einmal gefallen ...’! Hier wird eine entschiedene Haltung vorausgesetzt.

Dennoch: selbst solche Einstellung an sich eines der beiden Partner zeugt davon, dass er auf keinen Fall den Bund der Liebe und des Lebens anstrebt, dagegen er erhofft von der Ehe nur das sexuelle Ausleben (beliebig und bis zum Sattwerden). Er hat also das eine vor: die Masturbation zu betreiben (= Streben nach eigensüchtiger – eigener Annehmlichkeit; nur dass die Onanie über den Frauen-Leib ein wenig mehr interessant sein wird). Das aber besagt einen totalen Widerspruch zur Wirklichkeit der Ehe – und offenbar der Ehe als Sakraments: des Weges zu zweit – zu Gott”.

Außerdem hat der Geistliche an die Notwendigkeit angeknüpft, dass unter ihnen viele unumgängliche Aspekte der gegenseitigen Intimität unter dem Blickpunkt der künftigen Ehe besprochen werden müssen. Sollten diese Sache nicht schon vor der Ehe festgesetzt werden, auf klare und nicht diskutierbare Art und Weise, auf die man sich später, nach der Trauung, eindeutig berufen werden kann, kann von vornherein die Niederlage des künftigen Lebens in Ehe vorausgesehen werden:

[R-1, Folge. – XII.2009] „... Ich möchte von neuem einen starken Nachdruck legen auf eine klare Festsetzung dieser Frage: des Zwecks selbst, wozu die Ehe angestrebt wird. Und dabei, dass es ganz klar bestimmt wird, wie der Stil der gegenseitigen geschlechtlichen Beziehungen gestaltet werden soll: ihre Qualität, ihre Häufigkeit, ihre Abhängigkeit von der Zyklusphase, des Selbstbefindens, dass es zu keiner Einschüchterung kommt falls des schlechten Selbstbefindens und Ermüdung-Abgespanntheit, usw. Und selbstverständlich: niemals mit Anwendung irgendwelcher elterlich-widriger Kombinationen, niemals auch mit abgebrochenem Verkehr. Außerdem muss von vornherein das Betreiben des Pettings klar ausgeschlossen werden.
– Solange diese Frage nicht eindeutig und bis zu Ende besprochen bleibt, darf an die Ehe nicht gedacht werden. Es ist in solchen Fällen entschieden besser, dass man sich trotz vieljährigen gefühlsmäßigen Engagement zeitig genug zurückzieht. Denn nach der Trauung – ist alles verloren. Es wird dann keine Entschuldigung geben. Arm bleibt dann vor allem die ... Frau! Allerdings: sie hat dann nichts zur eigenen Verteidigung, wenn diese Fragen nicht eindeutig genug und unmissverständlich vor der Heirat vereinbart waren.

Dazu kommt – des Öfteren das Alkohol und Zigaretten hinzu.
... Sollte Radek nervös werden, sooft das Gespräch auf Details gerade dieser Fragen kommt, bedeutete es, dass seine Absichten nicht klar sind. Er wäre geistig unreif zu irgendwelcher authentischer Liebe. Er würde in der Ehe nach selbstsüchtiger Befriedigung seiner sexuellen ‘Bedürfnisse’ streben. Er hätte keine Absicht Liebe-‘für’ jemanden zu sein, zum Gut – diesem Erlösungs-Gut seiner Ehefrau, und zusammen mit ihr – seiner Kinder.
Die echte Liebe muss sich mit der ihr eigenen Dynamik kennzeichnen: von mir aus – ‘für’, also mit der zentri-fugaler Dynamik, und nicht umgekehrt, also nicht mit zentri-petaler Dynamik [= so ist der Egoismus: die Selbstsucht, also die NICHT-Liebe]”.

Der Briefaustausch in Frage und in Sachen, die mit ehelicher Intimität in der Ehe zusammenhängen, dauerte eine längere Zeit hindurch. Bald nach der gerade angeführten Email – kam eine weitere an:

[2 – I.2010] „... Ich weiß es: die Ehe kann keine Bedeckung für maßloses Sex-Betreiben sein. Dies soll ab und zu geschehen, nicht aber die Alltäglichkeit werden.
Ich glaube, Radek weiß das, aber er nimmt es wohl nicht zur Kenntnis an, da er doch so viele Male schon mit so mancher Frau verkehrt hat. Er hat es bestimmt auf viele Arten und Weisen erlebt und das hat er als ‘gut’ empfunden. Jetzt fehlt auf einmal die Übereinstimmung auf einige Positionen: es ist ihm schwer das anzunehmen.
Umso mehr, dass ein Priester, der sogenannte ‘Seminarien des Geistigen Lebens’ geführt hat, gesagt haben sollte, dass in der Ehe alles erlaubt ist, wenn die beiden damit einverstanden sind und zwischen ihnen die Annahme solchen Verhaltens da ist ...
Radek erklärt mir, dass solange man was nicht ausprobiert, darf man nicht so radikal verschwören, dass man es einmal nicht gern annehmen wird ...” (Anmerkung: Das gerade angeführte Wort dieses Geistliche ... kann von Grund aus unmöglich akzeptiert werden. S. dazu die Erwägung des hier schreibenden Autors: PORTAL, 4.Kol., Nr.3, und ebd. Unterpunkt D-7: Eheleuten ist alles erlaubt, nur dass sie zuletzt Verkehr haben ...).

Es folgte die weitere Antwort vonseiten des Geistlichen:

[R-2 – I.2010] „... Frage nach ‘Positionen’: Manche können sich selbstverständlich als nützlich zeigen, z.B. um die Ehefrau als werdende Mutter in der Schwangerschaft zu schonen: sowohl sie – wie das sich entwickelnde Kindlein.
– Sollten aber die Positionen einzig dafür unternommen und ausgesucht werden, um von dem Körper – Sex auf maximal mögliche Art herauszupeitschen, wird die Betätigung von der Begehrlichkeit, nicht aber von der Liebe regiert. Kennzeichnend für die Begehrlichkeit ist es aber, dass Zweck der Betätigung das ‘Einhaufen-zum-Besitz’ ‘bis zum Verzehren’ ist. Indessen die Liebe – als Vereinigung von zwei Personen-Eheleuten – strebt die Vereinigung der Herzen an: dieser beiden Personen, nicht aber der Personen, die als Ding und Kontrakt-Sache betrachtet wären, um aus ihr den ‘Sexus’ auf maximal erreichbare Art und Weise herauszupressen.
– Im Maß, wie die Person vom Horizont schwindet und auf den Vordergrund unumschränkt der Sex einschritt, gehen diese zweien sowohl von Gott weg, aber auch von sich selbst. Sie beginnen sich instrumental zu nutznießen: um des Sexus willen, nicht aber als Liebe-Gabe. Hier steckt jedesmalig die Sünde – des Öfteren die schwere Sünde gegen die gelobene Liebe.

Nach weiterem Austausch von Emailen, weiteren detaillierten Anfragen, fand sich der Geistliche verpflichtet noch die folgende, längere Email-Antwort zu senden. Möge der Werte Leser diesen Inhalt auf Gottes Art annehmen, wie auch der Autor alles auf würdige Art und Weise zu übermitteln sucht, auch wenn es im Anschluss um ganz intime Details geht:

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Erklärung

[R-3 – II.2010] „... Einerseits provoziere ich (dazu genötigt) zu Emails über so intime Fragen, anderseits Sie, Liebe Frau Bernadette, provozieren meine weitere Antwort. Es ziemt sich mir nicht auf die ‘Technik’ einzugehen ... Ich möchte mich auf das Erinnern der Prinzipien beschränken.

(0,12 kB)  1) Der Radek muss es sich zum Bewusstsein bringen, dass das Denken fortwährend nur über den Zugang sofort zu Genitalien – von tiefer Unreife zeugt, was das Verständnis und Praktizieren der Liebe betrifft. Es ist Zeugnis von Suche sofort nach sexuellen Erfahrungen. Die Liebe an sich liegt dann völlig brach.
(0,12 kB)  2) Der Zugang zu Genitalien bedeutet wirklich ein ‘Fest’, nicht aber die Alltäglichkeit. Der Mann muss bei seiner Gattin mit viel Liebe verbleiben können, mit größter Feinfühligkeit und Zärte – ohne irgendwelche Liebkosungen an Genitalien zu unternehmen. Eine Liebkosung an Geschlechtsorganen wirkt selbstverständlich erregend und löst ganz leicht eine starke Erfahrung aus. Beabsichtigen diese beiden Zurzeit keine Lebensweitergabe, endet es dann gewöhnlich mit dem Petting – und nachher mit Gewissensbissen: der begangenen Todsünde. Denn sie beiden haben sich zum Erlebnis ohne Verkehr gebracht.
(0,12 kB)  3)  Meiner Meinung nach, sollten diese beiden sich selbst bald auf ein eigenes Kind einstellen wollen, wäre es doch überaus angewiesen, dass sie sich anfangs nicht sofort auf die Empfängnis einstellen. Es geht darum, dass die Frau, jetzt schon Ehefrau, die ‘Billings-Methode’ insofern gut lernt – schon mit Berücksichtigung des ehelichen Verkehrs (Ausflüsse – Transsudat bei der Frau), dass sie mit empfundener Gewissheit den Ausfluss, der mit der Lage nach dem Verkehr einher geht (und – oder auch intensiverer Liebkosungen) – zu unterscheiden versteht vom eigenen Ausfluss an Tagen der möglich, bzw. unmöglich werdenden Empfängnis. Sollte es so auch ein paar gute Monate dauern. Und dass sie in dieser Zeit selbstverständlich fleißig Notizen führt, indem sie ihrem Mann diktiert, was es jeden Abend aufzuschreiben gilt.

(0,12 kB)  4) Der Mann muss es lernen, lange-lange-lange sich an seine Gattin anzuschmiegen, ohne nach Genital-Liebkosungen zu greifen. Diese wird es – erst an solchem Tag geben, wenn sie beiden zum Schluss kommen, dass sie heutzutage ihre volle eheliche Vereinigung mit Gottes Segen und Freude unternehmen können.
(0,12 kB)  5) Frage des ‘Leckens und Züngelns’. Das hängt sofort mit der Position der ‘französischen Liebe’ zusammen: er – ihre Genitalien, sie – die seinen. Das aber schaltet sehr leicht auf Oral-Sex um: eine Todsünde. Das Erlebnis kann ausschließlich in der Scheide stattfinden.
(0,12 kB)  6) Das Züngeln der Klitoris (es geht wohl darum) wirkt freilich stark erregend. Noch stärker und mächtiger wirkt ihr – Umfangen direkt mit dem ganzen Mund: das weiß ich aufgrund vertrauter Bekenntnisse. Das aber bedeutet schon den Oral-Sex: schwere Sünde. Es bedeutet Entartung – also nicht mehr Liebkosung. Denn wenn er die Klitoris zu ‘saugen’ beginnt, löst sich wohl fast sofort eine starke Reaktion aus, die wohl beiderseitig zutage kommt. Es erscheint der Gewissensvorwurf: dass es mit der Friedensordnung der Liebe, wie sie von Gott erschaffen und ihnen beiden geschenkt wurde, nicht übereinstimmt. Das Gipfel-Erlebnis kann ausschließlich in der Scheide vollbracht werden. Wird es irgendwo anders ausgelöst werden, bleibt es jedesmalig gleichbedeutend mit Niedertretung der ‘Sprache des Leibes’ : der Dynamik des Erlebnisses, das potentiell die Erweckung menschlichen Lebens anstrebt. Für dieses besteht aber der einzige Ort, wo es auch allein begründet ist: in der Scheide.
(0,13 kB)  7) Anderes gilt für einen feinfühligen Kuss, ohne ‘perverse Nötigung’, noch ein Nachstreben, dass es zum Erlebnis-Maximum des Sexus-um-des-Sexus-willen kommt. Solcher Kuss könnte eventuell bejaht werden: allerdings mit großem Feingefühl.
(0,13 kB)  8) Dennoch, die Sammlung um die Klitoris – besteht auf typischer ‘Selbstbefriedigung zu zweit’. Indessen Gott schenkt ihnen die Vereinigung ihrer beiden Personen. Von Anreizung der Klitoris und Auslösung dadurch eines starken Erlebnisses spricht u.a. Frau Dr. Ingrid Trobisch (es geht wohl um das; sieh auf meiner Homepage: II.Teil, Ende des 1.Kapitels; es wäre gut diesen Inhalt wiederholt zu lesen und sich ihn für die Ehe anzueignen. – Sieh das genauer an: Nützliche Suggestionen einiger Autoren zu friedsamerem Erleben der Intimität). Frau Dr. Ingrid sagt, dass dies das typische äußere Erleben des ‘Sexus’ darstellt, nicht aber – der Liebe.
(0,13 kB)  9) Die reifgewordene eheliche Geschlechtlichkeit strebt eher danach, das Höchsterlebnis von der Klitoris – in die Scheide zu verlegen. Dazu können die Empfehlungen gebraucht werden, die von Frau Dr. Trobisch geschrieben wurden. Sie war vieljährige Beraterin der Ehepaare, beschäftigt zusammen mit ihrem Mann in vielen Ländern, zumal in der Dritten Welt.
Und zwar wenn es gelingt, dass sich diese beiden zur Vereinigung bringen, möge er ganz ruhig werden, bis die Gattin selbst zum vollen Erleben der Vereinigung reif wird. Erst dann möge er – einmal die eine, dann die andere Seite sanft mit sich selbst drücken, wobei ihn seine Gattin aktiv in sich liebend kuschelt.
(0,13 kB)  Es ist sehr nicht angewiesen, gewaltsame Bewegungen eines Hinein- und Herausrückens zu verrichten. Solche Verhaltensweise zeugt von typisch ‘sexuellem’ Erleben des Aktes vonseiten des Mannes, der um seine eigene Annehmlichkeit und ein Maximum der Sexerfahrung besorgt ist, nicht aber um die ... Vereinigung mit der Person seiner Ehefrau. Die Vereinigung soll nämlich voller Frieden und Gnade sein: Gnade des Sakraments: der heiligmachenden Gnade.
Nach der erreichten Vereinigung sollten die Gatten lange-lange-lange in sich verbleiben und sich des erreichten Eins-Werdens freuen, wie auch des Gottes und menschlichen Friedens ihrer Herzen. Es soll nämlich deutlich Gott ein Dank dafür erwiesen werden, dass ‘wir ein so sehr liebendes Eins-in-Liebe sein dürfen’.
(0,13 kB)  10) Die Liebe sucht nämlich nicht ihre eigene Annehmlichkeit, wie übrigens nicht sie (die Annehmlichkeit) hier den wichtigsten Faktoren darstellt. Wichtig ist das Eins-Sein-in-Liebe, voller Gottes Anwesenheit in seinen Herzen – reinen, indem sie sich nämlich nicht um der Begehrlichkeit willen betätigen, sondern aus wahrhafter Liebe, die diesen anderen (und erst sekundär auch sich selbst) mit dem Himmel beschenken möchte: dem ewigen Leben im Haus des Vaters.
(0,12 kB)  11) Indem man in der Ehe keineswegs jeden Tag die Vereinigung unternehmen kann, wird die Unternehmung von Liebkosungen an Genitalien selbst sehr oft schlechterdings wegfallen müssen. Eine Liebkosung an Genitalien strebt notgedrungen nach Auslösung des Erlebnisses. Sein Sinn kann aber (‘die Sprache des Leibes’) einzig und allein in Form der vollständigen Vereinigung vollbracht werden – jedes Mal mit sperrangelweiter Eröffnung auf elterliche Potentialität.
(0,12 kB)  12) Entschuldigung, dass ich so äußerst klar schreibe. Ich möchte noch einmal den Appell wiederholen: die Ehe bedeutet ‘Kommunion der Personen’ ! Der Radek scheint an die ‘Kommunion von Personen’ überhaupt nicht zu denken und sie überhaupt nicht zum Bewusstsein annehmen. Er lebt ganz mit dem Zugang zur ... Klitoris, oder irgendetwas Ähnliches. Er sammelt sich um seine eigene Annehmlichkeit.
(0,12 kB)  13) Die Liebe kennzeichnet sich mit ihrer völlig umgekehrten Dynamik. Sie strebt von ‘mir’ aus zu diesem anderen. Radek lebt fortbewährend mit der Dynamik einer Gegen-Liebe :Die Frau ist bestellt für meinen Sexus, das heißt zu meiner Annehmlichkeit’. Und das nennt er, oder auch er nennt es nicht einmal – ‘Liebe’. Indessen solche Haltung bedeutet dann Niedertretung der Liebe: Niedertretung auch Gottes”.

Der Pater hat seinen Brief mit allgemeiner Zusammenfassung beendet und noch erinnert, dass die Ehe in erster Reihe ... Heiliges Sakrament ist: heiliges und heiligendes Sakrament. Sie fordert nach ihrem Erleben für den Alltag in heiligmachender Gnade:

[R-3, Folge: – II.2010] „Die Ehe ist wahrhaft – vor allem heiliges Sakrament: Wirklichkeit zur Heiligung, und nicht zum Austoben am Sex, wie viel es nur möglich ist und wie viel man nur vom Leib auszupressen imstande ist. Die Ehe für den Alltag bedeutet ein fortwährendes Schaffen und Aufbauen einer ‘Kommunion zweier Personen’ : einer Einheit im Leben und Einheit in Liebe, die beständig für Gott aufgeschlossen ist, die auf den Willen Gottes hinhört, und sich fortwährend an die innere Friedensordnung der Liebe anpasst, wie sie vom Schöpfer selbst den Ehegatten dargeschenkt worden ist.

(0,13 kB)  Mit anderen Worten, immer aktuell bleibt die Feststellung, die am Anfang hervorgehoben wurde: der Zugang in der Ehe zu den Geschlechtsorganen selbst muss ein ‘Feiertag’ bleiben, nicht aber primitive Tagtäglichkeit, die erfüllt werden muss, weil es so ... die seine Sexualität ... haben möchte!

(0,2 kB)  Es gehört sich dagegen, dass sich diese beiden das gegenseitige Anschmiegen nicht kargen. Es soll nicht auf Erregung der Genitalsphäre berechnet ist, sondern eben auf Liebe und Geborgenheit. Sollte es in solcher Situation unwillkürlich zur Erregung kommen, wobei doch diese nicht beabsichtigt wäre, zählte es nicht als Sünde (Todsünde), sollte es selbst gelegentlich zum Höchsterlebnis gekommen sein. Es ist aber fast sicher, dass solche Erfahrung zumindest mit dem Empfinden von ... Ungeschmack begleitet werden wird (unwillkürliche Höchsterfahrung).

(0,2 kB)  Für die Eheleute – genau gleich wie für jeden anderen, bleibt das Wort Christi völlig zeitgemäß:
Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen ...” (Mt 5,28).
Das heißt: die Nachsuche der eigenen Annehmlichkeit kann nicht Hauptziel der unternommenen Liebkosungen werden. Die Annehmlichkeit kommt von allein. Nur dass es um den Preis einer freudevollen Unterordnung unter die Friedensordnung der Liebe in ihrem Gottes Stil wird. Wichtig soll nicht mein ‘Ich’ sein, sondern dieser andere – inwiefern diese meine Beziehung zu ihm zum Weg zum ‘Haus des Vaters’  werden kann, und nicht Rückkehr von diesem Weg ...”


Mit dieser Email-Reihe beenden wir die Erwägungen im Anschluss vor allem auf das Nachstreben und innere Schwierigkeiten, samt Versuchungen, die in der Zeit der Nachsuche nach einer Ehefrau unter dem Blickpunkt der künftigen Ehe – von Jünglingen, Männern erfahren werden können.

Es gehört sich jetzt gesondert an die Welt der Mädchen auf derselben Lebensstufe vor der Ehe umzuschalten. So mancher, gerade erst dargestellte und erörterte Gedanke knüpft an sie beiden an, an ihre Schwierigkeiten und Chancen. Sie werden daselbst aktuell wohl auch für die Welt der Mädchen sein – und selbstverständlich auch umgekehrt.

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RE-Lektüre: VII.Teil, Kapitel 3, ad ‘h’.
Stadniki, 23.IX.2015.
Tarnów, 22.VII.2017.


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4. Lichtbilder der Treue in Keuschheit
Hervorwachsende Blumen der Keuschheit
Der Peter und die Aga vom Kreuzzug der Nüchternheit
Die Ania und der Bartek: Novene der 90 Heiligen Kommunion-Tage
Ein noch anderes Zeugnis der gepflogenen bräutlichen Keuschheit

5.Wenn aber ‘Liebe’ doch erst über den ‘Sexus’ wird?
‘Liebe’ oder ‘Sex’?
Tabelle. Verdiene einen ‘besseren’ Platz in der Hölle!
Küsse ...
Brief. Bekenntnis der Alina über den Tiefkuss
Text. Gegenstand der Tat (VSp 78)
Liebkosung am Busen
Das Schwellenbegehren ... auszulösen
Bräutliches Umschlagen auf immer weitere Intimität
Analyse der ‘Liebe’ in Konfrontation mit überschrittenen Schwellen einer ‘Liebe’
Noch andere Formen des Sexus unter Brautleuten
Noch einmal das Präservativ: Abortiv-Mittel, aber auch Strich über die Liebe
Tabelle. Es ist Sex. Wozu noch die Trauung ...?
Tabelle: Brutale Wirklichkeit, aber doch ... Wirklichkeit


6. Noch einmal: der Oral-Sex
Wesentliche Unterscheidung
ANMERKUNG: Vom Briefaustausch mit Erzbischof Michalik und P. PL betreffs des Buches von P. Knotz
Der Oral-Sex: unmittelbare Aktivation der Geschlechtsorgane
Verantwortung des Mädchens für den Glauben des Jungen
Tabelle. Gott ist irreal ...
Vom vieljährigen Briefaustausch Radek-Bernadette


Bilder-Fotos

Abb.1. Haiti: Trümmer einer der Kirchen
Abb.2. Philippinen: diese Mutter hat in der Überschwemmung alle Nächsten verloren
Abb.3. Die stillende Mutter: sie betet zugleich. EIne der grundsätzlichen Aktivierung des Sakramentes der Ehe
Abb.4. Philippinen - Überschwemmung September 2009: Kilometerweit alles unter Wasser
Abb.5. Dziewczyna w chwili załamania psychicznego
Abb.6. Düsen-Flugzeug geht auf Überschall-Geschwindikeit über
Abb.7. Fünf Händepaare in Form des Herzens mit Inschrift: MUTTER