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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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d. „Er hat die Kirche geliebt”: Gemeinschaft und der Einzelne

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Denkweise nach dem Stil ‘Groß-Ich’

Es ziemt sich an die wunderbare Sache anzuknüpfen, die man in biblischen Büchern sowohl des Alten, wie des Neuen Testaments schwer nicht bemerken kann. Sie betrifft dabei direkt die gerade erörterte, von Paulus angewandte Analogie: der Vereinigung Christi mit der Kirche als seinem Mystischen Leib und zugleich Braut.

Es geht um die Frage der gegenseitigen Beziehung zwischen Christus-dem-Einzelnen – und Kirche-der-Braut: der Gemeinschaft, und selbst der ganzen Menschen-Familie. Denn in Christus und in Ihm: in der Kirche, bzw. mit Anwendung der Sprache der Analogie: im Mystischen Leib Christi, der zugleich ‘Braut’ Christi ist, muss irgendwie ausnahmslos jeder Mensch enthalten sein: sowohl dieser aus der Zeit vor Christus, wie nach Christus. Denn jeder Mensch ohne Ausnahme wurde mit der Gabe der Erlösung umfangen.

So bemerken wir, dass dieses Problem – Frage ist der Deutung, d.h. der Qualität des Verständnisses und Erklärung der gegenseitigen Beziehung zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft der Menschen – und umgekehrt.

Diese Frage war Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen im Laufe der ganzen Geschichte der Kirche, und bestimmt auch schon der Zeiten des Alten Testamentes. Zeugnis der Deutungsschwierigkeiten betreffs dieser Frage, sei es auch nur im Anschluss an Messianische Texte des Alten Testamentes, ist die Frage, die in der Anfangsphase der Ausweitung des Christentums dem Philippus auf der „Straße, die von Jerusalem na Gaza hinabführt” (Apg 8,26) – der nach dem Tempel zu Jerusalem pilgernde Hofbeamter der Königin der Äthiopier Kandake, der ihren ganzen Schatz verwaltete (Apg 8,27). Darüber berichtet der Hl. Lukas in der Apostelgeschichte:

„... Der Geist aber sprach zu Philippus
[Wirkung des Heiligen Geistes: Folge u.a. des erteilten Sakramentes der Firmung: Apg 8,14-17]:
Tritt hinzu und schließe dich diesem Wagen an.
Philipps lief hinzu und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen.
Da sagte er: ‘Verstehst du auch, was du liest’?
Jener antwortete: ‘Wie könnte ich denn, wenn nicht jemand mich anleitet’ ?
Und er bat Philippus, dass er aufsteige und sich zu ihm setze.
Die Stelle der Schrift aber, die er las, war diese ... [es ging um den messianischen Text: Jes 53,7f.] ...” (Apg 8,29-32).

Im angeführten Fragment handelte es sich um einen der sog. ‘Vier Gesänge vom Diener Jahwéh’. Jesaja spricht vom ‘Diener Jahwéh’ einmal als von einem Einzelnen, also einem Individuum, da wieder als vom ganzen Volk, d.h. von Israel, das ebenfalls mit dem Namen ‘Diener Jahwéh’ bezeichnet wird.

In den erwähnten ‘Gesängen vom Diener Jahwéh’  kommen ganze Sätze vor, wo es keinen Zweifel gibt, dass der Autor von jemanden Einzelnen spricht.
– In anderen Fällen spricht er deutlich von der Gesamtheit von Leuten: von ganz Israel.
Es gibt aber auch Fragmente, wo es keine solche Gewissheit gibt. Oder auch es scheint, dass der biblische Verfasser gleichzeitig an ein Individuum denkt, und zugleich an die ganze Gemeinschaft.

Im Laufe der Jahrhunderte, besonders des 20.Jh., wurden mehrere wissenschaftliche Untersuchungen unternommen, um eine Theorie zu erarbeiten, die es ermöglichte, dieses Problem zu erklären und sie zu lösen.
– Wegen Mangel an eine bessere Lösung wurde lange Jahre hindurch die Meinung aufrecht erhalten, die von H.W.Robinson erarbeitet wurde – der sog. ‘Korporativen Personalität’.
[N.Wheeler Robinson, The Hebrew Conception of Corporate Personality, in: Beihefte zur Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft, 66 (1936), 49-62; dieses Thema wurde in der wertvollen Monographie von J.de Fraine, SJ (1959), ausgearbeitet; diese Meinung wird auch von Johannes Paul II. in seiner Bearbeitung zu Eph 5,21-33, angeführt, s.: EL 204, Fußnote 6].

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In Polen wurde der Tag: 8.April 2005 als arbeitsfreier Tag erklärt. Ab dem Sterbetag des Papstes hielt die Nationaltrauer an. In Kraków waren 800 Taus. Leute auf den großen Wiesen versammelt. Sie haben durch die Vermittlung des Fernsehens auf solche Weise an den Vatikan-Feierlichkeiten teilgenommen. -- Die Transmission der Beerdigungsmesse Johannes Paul II. beobachteten ca. 2 Milliareden Leute in aller Welt.

Es scheint, dass man hier mit Nutzen eine noch andere, wesentlich glücklichere Lösung anwenden kann. Sie wird vom Dogmatiker und Philosophen zugleich nahe gebracht, der Experte und Theologe-Teilnehmer am Zweiten Vatikanischen Konzil war, und zwar der Geistliche, + Prof. Heribert Mühlen, der u.a. aufgrund seiner bahnbrechenden Werke über den Heiligen Geist und die Kirche berühmt geworden ist [Heribert Mühlen, Der Heilige Geist als Person, Münster, Aschendorff, 1988 – 5. Aufl. (344 S.); id., Una Mystica Persona, Paderborn, Schöning, 1967, 2. Aufl. (629 S.)].

Aufgrund unternommener, eindringender Analysen sehr vieler biblischen Texte hat Prof. Mühlen die Aufmerksamkeit auf ein in der semitischen Welt, darin vor allem in der israelitischen Mentalität sich stark abzeichnendes Kennzeichen hingewiesen, und zwar einer unbemerkten, reibungslosen, des Öfteren vorkommenden wechselhaften Redeweise von einem ‘Ich’ des Individuums – auf das, was er bezeichnet hat als ‘Groß-Ich’ [mangels einer besseren Bezeichnung]: das ‘Ich’ der ganzen Gemeinschaft, die sich gleichsam in jenem ‘Ich’ des Individuums – und umgekehrt einverleibt.

Wir haben hier mit einer der Ausdrucksformen zu tun, die Kennzeichen der für die Israeliten typischen ‘dynamischen’ [eingestellt auf die Hinsicht des Geschehens, der Bewegung] und ‘konkreten’ Mentalität ist – im Gegensatz zu der u.a. europäischen Mentalität, die ‘statisch’ und ‘abstrakt’ ist [eingestellt auf bündige, strikt abgewogene, präzise Begriffe].

Um zu veranschaulichen, was die dynamisch-konkrete Mentalität bezeichnet, könnte ein Beispiel beigebracht werden.
– Und zwar, der authentische Israelit stellt wahrscheinlich keine solche Frage: ‘Was ist das[z.B.: Gott, das Weltall; der Mensch; die Lampe; u.dgl.: es sind Fragen um eine ‘Definition’, die präzise sein muss, so dass das eine vom anderen genau getrennt erscheint],
sondern er fragt eher um dynamische Eigenschaften der betreffenden Sache, Person, und zwar z.B.:
Wie ist das: bewegt es sich? wie sieht das aus? wie funktioniert das und in welcher Richtung es wirkt?[demzufolge – als Beispiel: wahrer Gott ist erst dieser Gott, der fähig ist, zu retten-befreien. – Der Israelit fragt nicht: Was heißt die ‘Lampe’?, sondern sofort: Wie ist sie? usw.].
– Man muss zusagen, dass solche Art und Weise, die Fragen-Antworten zu stellen, besonders Kindern entspricht. Es ist ihnen schwer in Kategorie der Abstraktion zu denken und Begriffe zu bilden. Dagegen sie stellen die betreffende Sache, bzw. eine Person – gern aufgrund ihrer Dynamik vor und beschreiben mit Freuden, wie sie ‘wirkt’.

Es ist Tatsache, dass die Israeliten leicht und kaum bemerkbar vom Individuum zur Gemeinschaft umschalten – und umgekehrt. Die Grenzen zwischen diesen beiden Wirklichkeiten scheinen bei ihnen des Öfteren sehr flüssig und verschwommen zu sein. Dieses Symptom wirkt auf Leute des Westens sehr irritierend, weil für sie der Einzelne jemand scharf abgesonderter und von der Gemeinschaft genau abgegrenzt ist.

Weil aber die Heilige Schrift nicht unser Besitztum ist, ist es uns auch nicht erlaubt, sie nach unserer Mentalität umzudeuten. Wir müssen dagegen die Mühe auf uns nehmen, um unsere Mentalität und Denkweise an diese anzubiegen und anzupassen, deren sich Gott, der einzige Besitzer seines Gottes-Geschriebenen-Wortes bedient hat, um es zu gestalten [s. Pius XII, Enz. Divino Afflante Spiritu, DS 3830].
– Aus diesem Grund möchten wir jetzt eingehender diesen Stil der Ausdrucksweise näher betrachten, wie er als Redeweise mit einem ‘Groß-Ich’ bezeichnet werden kann.

Grundsätzliche Merkmale des Begriffs ‘Groß-Ich’
[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 4.04]

Hier die grundsätzlichen Kennzeichen, die mit der Denkform eines ‘Groß-Ich’ verbunden sind:

(0,38 kB) Es übersteigt die Zeiten. Der Begriff ‘Groß-Ich’ dehnt sich über die Gegenwärtigkeit sowohl in die weite Vergangenheit, wie die Zukunft aus.
(0,37 kB) Realität. Diese Denkweise kennzeichnet sich mit charakteristischer Realität, die den Einzelnen mit der Gemeinschaft verbindet, deren er ein Teilchen bildet. Damit unterscheidet sich das ‘Groß-Ich’ von Personifikation. Die Gruppe ist hier eine reale Seins-Wirklichkeit. Sie vergegenwärtigt sich in jedem ihren einzelnen Individuum.
(0,37 kB) Fluidität des Durchflusses zwischen beiden Extremitäten. Das Band, das zwischen dem Individuum und der Gesellschaft besteht, kennzeichnet sich mit ständiger Fluidität. Das erleichtert den unbemerkten Übergang vom Einzelnen zur Vielheit von Personen – und umgekehrt.
Für den Menschen des Westens stellt das ein besonders desorientierendes Merkmal der besprochenen Mentalitätsform dar.
(0,37 kB) Der Begriff ‘Groß-Ich’ besteht weiter selbst im Fall, wenn im Rahmen der geistig-religiösen Entwicklung der Gesellschaft eine eminente Einzelperson in den Vordergrund vorrückt. Auch dann schwindet die Gemeinschaft niemals völlig vom Horizont herab, wenn gerade von jener Individualität gesprochen wird.

Das heißt also, dass in der Denkform ‘Groß-Ich’ die Einzelperson und die Gemeinschaft beständig ineinander übergehen. Das ‘Groß-Ich’ nimmt gleichsam die Mittelstelle zwischen Aussagen ein, die die Einzelperson (1. Pers. sing.), und der Gemeinschaft (1. Pers. plur.) betreffen.
– Diese Erscheinung kommt des Öfteren in den Psalmen vor. Das ‘Groß-Ich’ der Psalmen ist oft weder rein individuell, noch ist es Einverleibung der Gruppe, noch selbst ein ‘Groß-Ich’ der ganzen Gemeinschaft. Es ist alle diese drei Wirklichkeiten gleichzeitig – mit ständig sich änderndem Vorschub einer unter ihnen, wobei aber in keinem Augenblick die Sicht der Gesamtheit der übrigen Enden jener Wirklichkeit verschwindet.

Zum Beispiel. Wenn die Gemeinschaft von einem Ur-Individuum herkommt (einem ‘Ur-Ich’), umfängt das Denken im Anschluss an diese Einzelperson, wie auch die Ausdrucksweise über sie – sowohl diese eminente Einzelperson, wie auch die in ihr lebendig ‘einkodierte’ Gemeinschaft. Mit anderen Worten, die Denkform des ‘Ur-Ich’ umfängt:

(0,13 kB)  Jenes ‘Ur-Ich’ selbst, d.h. die betreffenden Einzelperson
(58 b)[z.B. einen Patriarchen; Propheten; Adam; Jesus; usw.],
(58 b)von der die Gesellschaft abgeleitet wird;
(0,13 kB)  Selbst diese Gesellschaft;
(0,2 kB)  Die reale Einheit dieser beiden Extreme.


(0,36 kB)   ‘Groß-Ich’ und ‘UR-Ich’
(58 b)[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 4.06f.].

Im Alten Testament bemerken wir die Tatsache der ‘Ausweitung’ des Groß-Ich in Vergangenheit und Zukunft.

So ist die Bedeutung z.B. der Ausdrucksweise: ‘... wurde zu seinen Vätern versammelt’. Es geht dann um eine eigenartige ‘Ausweitung’ jener Einzelperson in die Vergangenheit (vgl. Gen 25,8.17; 35,29; Num 27,13).

Dasselbe gilt für die Zukunft. Im Ur-Vater sind auf reale Weise schon alle seine künftigen Nachkommen enthalten.
– Das gilt z.B. für Texte, die den geschlossenen Bund darstellen. Indem sich Gott an sein Volk Israel mit dem ‘Du’ wendet, schließt Er den Bund zwischen „Dir und deinen Nachkommen nach dir”  (vgl. Gen 9,9; 17,7f.).
– Dieselbe Mentalität ist in der Verheißung verborgen, dass Abraham sich in ein großes Volk ‘verlängern wird’ (vgl. Gen 12,1). Daher wird auch der Patriarch Abraham von erster Stunde an seiner Berufung als Einzelperson angesehen [als ‘Ur-Ich’], die ihr Leben im Volk der Erwählung Gottes weiter lebt und weiter in ihm wirksam bleibt.
– Das wird seinen praktischen Ausklang besonders in Anwendung des alttestamentlichen Begriffs der Solidarität zwischen dem Ur-Vater und seiner Nachkommenschaft wahrnehmen (Gen 17,9.19; 26,3f.24; 28,3f.13n; 32,13; 35,12; 46,3; 48,4; usw.).

Diese Situation wird dank dem möglich, dass der Mensch seine néfesh hat [hebr.: übersetzt meistens als Seele – im Sinn: Leben, Person, mein ‘Ich’, Persönlichkeit],
begriffen nicht so sehr als Bestandteil des Menschen, wie eher als Erweis der vereinigenden vitalen Kraft, die die Ausweitung der Persönlichkeit im Rahmen der Gemeinschaft – sowohl in Richtung des Guten, wie des Bösen, bedingt.

Dieselbe Erscheinung bezieht sich auf die Haus-Gemeinschaft: sie wurde als ‘Ausweitung’ der Person des Vaters wahrgenommen (vgl. Gen 7,1.7.13).

Ähnliches gilt für jemandes Boten. Es herrschte die Überzeugung, er wäre nicht nur Vertreter seines Herrn, sondern virtuell Er-selbst, seine Ausdehnung bzw. Ausweitung.

Mit anderen Worten, jede Gemeinschaft – sei es die Familiengemeinschaft, die Hausgemeinschaft, die nationale Gemeinschaft – wurde als Ausdehnung-Ausweitung der bestimmten Ur-Person angesehen. Indem jemand der ‘Einzel-Ich’ ist, ist er zugleich das ‘Groß-Ich’, das sich im Laufe der Zeit ausweitet und in ein ‘Wir’ der Nachkommenschaft erstreckt.


(0,37 kB) ‘Groß-Ich’ und die Gemeinschaft
(58 b)[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 4.06f].

Die Einzelperson und die Gemeinschaft bilden eine einzige große Wirklichkeit. Es ist keine nur dichterische Personifikation. Es geht auch nicht nur um die Einzelperson als Ideal.

Das Empfinden um diese reale Einheit wird in Israel instinktivmäßig als Wirklichkeit erlebt. Die Gemeinschaft wird als psychische Gesamtheit nach Art eines Individuums begriffen. Dies gilt nicht nur für den Fall der Familie oder des Stammes, sondern selbst die Einwohner einer Stadt (vgl. den charakteristischen Text: 1 Sam 5,10). Ihr ‘Wir’ (Einwohner der Stadt) bildet eine so intensive Einheit, dass es sich im personalen Pronomen ‘Ich’ äußert, das aber als psychische Gesamtheit begriffen wird.

Illustrationshalber könnten viele Beispiele angeführt werden. Und so: Sodom und Gomorra kommt als ‘Jemand EINER’ hervor (Gen 18,20).
Bei Propheten begegnet man wiederholt Bezeichnungen, die auf Israel als den ‘Sohn’ hinweisen, als ‘Jungfrau’, Braut, Weinberg, Herde, Besitztum (s. z.B.: Gen 49,13.27).
Die Nation wird hier nicht als abstrakter Begriff – mit Übergehen der Einzelperson verstanden. Es geht dabei auch nicht um eine reine Personifikation, d.h. um nur bildliche Ausdrucksweise.
Die israelitische Mentalität sieht in diesen Bezeichnungen die Seins-Wirklichkeit, die in jeder Einzelperson aktualisiert wird.

(0,35 kB) ‘Groß-Ich’ und die ‘Fluidität’ der beiden Extremitäten
(58 b)[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 4.07].

Die Fluidität zwischen der Einzelperson und der Gemeinschaft wird in beinahe nicht bemerktem Übergang von Rede im Singular – in Rede im Plural – und umgekehrt sichtbar (s. z.B. charakteristisch: Dtn 29,1f; Num 20,14-18). Das zeugt davon, dass es keinen großen Unterschied gibt zwischen vielen Einzelnen – und dem ‘Groß-Ich’.

Solche Denk- und Redeweise erweist sich besonders wichtig u.a. bei der Deutung der Psalmen. Gerade in Psalmen kommt immer wieder die Erscheinung des erörterten ‘Groß-Ich’ vor.

Es kommt auch dann vor, wenn eine Einzelperson in der Rolle des Repräsentanten der Gemeinschaft vorkommt. Sie bildet dann auf reale Art und Weise diese Gemeinschaft und wendet dann die 1. Pers. im Singular an.
So gibt sie zu verstehen, dass sie als jene ganze Gemeinschaft spricht. Erst aufgrund des Zusammenhanges zeigt es sich, welche der beiden Extremitäten gerade betont wird.
Aber auch dann schwinden vom Horizont keinen Augenblick die beiden Extremitäten.
Eben als diese ‘Mitte zwischen’ dem Ich-des-Individuums, und dem Wir der Gemeinschaft, könnte treffend das ‘Groß-Ich’ bezeichnet werden.


‘Groß-Ich’ und Solidarität in Israel
[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 4.08]

Die besprochene Erscheinung lässt die Frage der Solidarität, wie sie in Israel begriffen wurde, besser zu verstehen. Beispielsweise kann das z.B. an Bewohner einer Stadt angewandt werden.

(0,13 kB)  Diese Gemeinschaft kommt in diesem Fall keineswegs von einem ‘Ur-Ich’ her, sondern beruht allein auf der Zugehörigkeit zur betreffenden Stadt. Trotzdem – und umso mehr, kann in gerade diesem Fall von nicht bewusst gemachter, und doch instinktivmäßig empfundener Gemeinschaft gesprochen werden, die sich mit dem Charakter einer beinahe personalen Wirklichkeit kennzeichnet.

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Schlichte Platte auf dem Grab Johannes Paul II. mit lateinischer Inschrift seines Päpstlichen Namens und den Daten seines Pontifikates: 16.X.1978 - 2.IV.2005. Auf der Wand gegenüber ist ein Relief, das die Gottesmutter mit dem Kind auf den Knien darstellt, und beiderseits einem Engel. -- Einer der ersten, die wiederholt am Grab Johannes Paul II. beten, ist Papst Benedikt XVI., der die rechte Hand Johannes Paul II. war, von ihm zum Präfekten der Kongregation der Glaubenslehre ernannt. Zu gleicher Zeit war der Dechant des Kardinäle-Kollegiums.

(0,2 kB)  Eine ganz andere Grundform der Gemeinschafts-Solidarität bildet die Zugehörigkeit zu ein und demselben Gott.
– Klassisches Beispiel dafür schafft das chérem [hebr.: Verfluchung; Exkommunikation], das auf Achan und seiner Familie vollbracht wurde (Jos 7,1.4.11.15.24f.). Das ‘Wir’ des Israels bildet eine so enge und reale Gemeinschaft, dass Jahwéh zu ihr im Singular reden kann (Jos 7,7f.11). Erst im Rahmen des ‘Groß-Ich’ existiert die betreffende Einzelperson, das sog. ‘Einzel-Ich’ (Achan selbst), in dem sich das ‘Wir’ der Nation realisiert – in der guten, wie auch bösen Tat. Das Band unter ihnen ist keineswegs nur gewöhnliche Solidarität. Das Volk IST wahrhaft, d.h. es ist einverleibt ‘in’ der Einzelperson – auf eine solche Art und Weise, die unter rein natürlichen zwischenmenschlichen Beziehungen kein Gegenstück findet.

(0,13 kB)  Im Rahmen natürlicher Bande tritt die Solidarität am stärksten dort zutage, wo die Gemeinschaft von einem einzelnen ‘Ur-Ich’ auf dem Weg natürlicher, biologischer Zeugung herkommt. Solche Gemeinschaft bildet eine reale Einheit, die sich im Ur-Vater sammelt: sowohl vertikal (Nachkommenschaft, die seine Persönlichkeit durch biologische Zeugung ausdehnt), wie auch horizontal (die zeitweilig existierende Nachkommenschaft: aktuell gewordene Kräfte der ‘Ausstrahlung’ ihres Ur-Vaters).

(0,13 kB)  Es besteht aber noch eine andere, noch höhere Form der Solidarität. Diese beruht NICHT auf dem Blut-Band, sondern auf rein religiösem Band.
– Solches Band ist zwischen Mose und Israel entstanden. Mose ist Ur-Vater Israels einzig im geistigen Sinn: als Vermittler des mit Gott geschlossenen Bundes.
So wird er Bild und Ankündung dieser Rolle, die Christus hinsichtlich der Kirche erfüllen wird.

Die Übersicht der biblischen Beispiele, die die gerade unternommenen Erwägungen veranschaulichen, zeugt davon, dass die biblischen Ausdrücke in solchen Umständen immer wieder spontan von Rede mit dem ‘Du’ (Singular) – auf ‘Ihr’ (Plural) – und umgekehrt wechseln.

Beispielsweise: der Bericht über den Abfall der Hebräer von Jahwéh infolge des Kultus des Goldenen Kalbes:

„Aber jetzt geh, führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe!
Mein Engel wird vor dir hergehen.
Am Tag aber, an dem Ich Rechenschaft verlange,
werde Ich über ihre Sünde mit ihnen abrechnen” (Ex 32,34).

Das Pronomen ‘Du’ bezeichnet hier zuerst Mose als Einzelperson, dagegen das zweite ‘Du’ bedeutet zugleich Mose und das ganze Volk, an das ebenfalls mit dem ‘Du’ gesprochen werden kann. Mose und das Volk werden direkt identifiziert.

Oder ein anderes Beispiel – vom Bericht über die Erneuerung des Bundes nach jener Apostasie:

„Da sprach Jahwéh: Hiermit schließe Ich einen Bund:
Vor deinem ganzen Volk werde Ich Wunder wirken,
wie sie auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nie geschehen sind.
Das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, wird die Taten Jahwéh sehen.
Denn furchterregend ist, was Ich an dir  tun werde. ...
– Dann sprach Jahwéh zu Mose: Schreib diese Worte auf!
Denn aufgrund dieser Worte schließe Ich mit dir
und mit Israel einen Bund” (Ex 34,10.27).

Mose und das Volk kommen hier keineswegs ‘nebeneinander’ vor, gleichsam zwei verschiedene Wirklichkeiten. In Mose ist das ganze Volk zusammengefasst, so dass der Bund Jahwéh mit Mose zugleich als Bund, der mit dem Volk geschlossen wird, gehalten wird.

Und noch ein Text von Ereignissen unter Sinai. Es geht um das Sühnegebet Mose nach jener Apostasie von Jahwéh:

„... Woran soll man erkennen [es spricht und betet Mose zu Jahwéh],
dass ich Gunst gefunden habe in Deinen Augen,
ich und Dein Volk? Nicht daran, dass Du mit uns gehst
und wir, ich und Dein Volk,
dadurch vor jedem Volk auf dem Erdboden ausgezeichnet werden?” (Ex 33,16).

Es zeigt sich, dass je mehr eine Individualität über die Gesellschaft hinauswächst, desto weniger flüssig wird der Übergang von ihr zur Vielheit. Dennoch es besteht weiter die reale eine gewisse ihre Identifikation, die von der Mentalität, die auf Aristoteles erzogen ist, schwer verstanden werden kann.
– Zu gleicher Zeit zerfließt die Einzelperson der Gemeinschaft in keinem Fall, sondern sie bildet eine sehr reale – nicht nur moralische – Gesamtheit zusammen mit der Gemeinschaft. So ist nämlich jenes ‘Groß-Ich’.

(0,13 kB)  Zu dieser Erscheinung, die so typisch für die israelitische Mentalität ist, könnte eine eigenartige Parallele aus unserer Zivilisation durchgeführt werden. Das geschieht besonders im Bereich der Sportleistungen. Gerade hier kann die Entstehung eines Gebildes beobachtet werden, das Kennzeichen eines ‘WIR’ bezeugt, mit dem der Mensch – ein Kiebitz, lebt und durch das er sich entsprechend verhält. Es könnte den Anschein haben, als ob im Menschen, dem Zuschauer, oder genauer: einer großen Ansammlung von Zuschauern bei Meisterschaften irgendeine höhere Ganzheit-Person aufgeweckt wäre, die seine private Persönlichkeit weitaus überragt.

Faktor, der eine solche Erscheinung auslöst, pflegt vor allem ein gewaltiges Erlebnis zu sein, das meistens durch die Gestalt eines bestimmten Führers ausgelöst wird (z.B. eines Führers; Duce).
– Gerade solcher Einfluss einer ‘Ausstrahlung’, die mit der Gestalt des Anführers verbunden ist, ist charakteristisches Kennzeichen des Begriffs eines ‘Groß-Ich’. Er bleibt in der Regel zu Anfängen der Existenz einer Gruppe stehen. Die Kraft seiner ‘Strahlung’ wird reihenweise in die Individuen der einzelnen Vertreter der Gemeinschaft im Lauf der Geschichte einverleibt und löst seine Entwicklung aus. Die Funktion der Einzelperson im Rahmen der Gemeinschaft lässt so den Begriff ‘Groß-Ich’ – vom Begrifft der ‘Masse’ auszusondern, in der das Gesicht der einzelnen Individuen verschwimmt.

Dynamik mit der der Begriff ‘Groß-Ich’ gekennzeichnet ist
[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 4.14]

In diesem Zusammenhang soll hervorgehoben werden, dass die Form der Ausdrucksweise und des Denkens über das ‘Groß-Ich’ in sich nichts vom Auffassen der Wirklichkeit auf ‘statische’ Weise hat. Umgekehrt, es geht hier um die durchaus dynamisch begriffene Wirklichkeit. Sie beruht auf einem beständig fließenden Strom, der von der Einzelperson zum Kollektiv hin und zurück strömt.
– Dies ist ein sehr charakteristisches Kennzeichen der semitischen Mentalität. Es geht also um die dynamische – und daselbst flüssige Einheit zwischen Gruppe und Individuum in ihrem Rahmen.

Vom statischen Gesichtspunkt aus geht die Gruppe offenbar niemals in die Einzelperson als solche über. Dennoch die israelitische Mentalität erfasst die Einzelperson zugleich mit dem Band, das sie mit der Gruppe bindet. Demzufolge kann die Wirklichkeit des Begriffs ‘Groß-Ich’ einzig im fortbestehenden, dynamischen und dialektisch begriffenem Strom verstanden werden, der zwischen der Einzelperson – und der Gesellschaft, von der sie getragen wird, hinauf- und hinabsteigt. Die Aufmerksamkeit richtet sich zwar entweder auf die eine, bzw. auf die andere Extremität dieser globalen Wirklichkeit.
Dennoch vom Gesichtspunkt schwinden niemals die beiden Seiten ein und derselben zweigliedrigen Gesamtheit.

Strikt genommen, der Begriff jenes ‘Groß-Ich’ ist unvorstellbar. Diese Wirklichkeit kann nur nach Berücksichtigung einer ständigen Denk-Bewegung begriffen werden. Daselbst ist das besprochene ‘Groß-Ich’ kein nur allgemeines ‘Ich’, noch irgendein ‘Über-Ich’, in dem sich die Mitglieder der Gesellschaft als Ideal sehen möchten, das es nachzuahmen gilt. Das ‘Groß-Ich’ ist keine Wirklichkeit oberhalb vieler Individuen, sondern es ist Wirklichkeit ‘in’ ihnen.

Diese Wirklichkeit wird als dynamische Verflechtung der unter ihnen bestehenden Bande begriffen. Alles ist hier im flüssigen Zustand, in dialektischer Bewegung vom Individuum zur Gesellschaft – und umgekehrt.

Beispielsweise könnte der schon oben angeführte Text gezeigt werden: Ex 34,10. (s.: Mose, Einzelperson-Gesellschaft: Text Ex 34,10). Es kommt hier deutlich die Identifizierung Mose mit Israel zutage. Die Anwendung der Redeform mit dem ‘Du’ ist weder rein individuell, noch rein kollektiv, sondern ist beide diese Wirklichkeiten auf einmal. Mose IST das Volk Gottes selbst – im dynamisch-dialektischen Sinn.

Es muss also festgestellt werden, dass das ‘Groß-Ich’ – die Fähigkeit einer eigenartigen ‘Kondensierung’ und ‘Ausweitung’ der Persönlichkeit in Gesellschaft – und umgekehrt, darstellt.
– Mit einer ähnlichen Denk- und Ausdrucksweise begegnen wir bei Deutero-Jesaja. Der Diener Jahwéh umfängt auf einmal beide Wirklichkeiten: sowohl der Einzel-Person – wie der Gemeinschaft. Nur dass sich die Aufmerksamkeit im betreffenden Moment entweder auf der einen, oder der anderen Extremität konzentriert – abhängig vom Kontext.

Begriff des ‘Groß-Ich’ – und das Volk Gottes: die Kirche
[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 5.01]

Der Ausdruck: Kirche als ‘Volk Gottes’ ist zwar Metapher, aber seine Bildlichkeit drängt sich hier nicht so sehr auf den Vordergrund auf – im Gegenteil zur Bezeichnung der Kirche als des ‘Mystischen Leibes Christi’. In der biblischen Theologie des Neuen Testamentes bemerken wir aber die wechselseitig vorkommenden Bezeichnungen: Kirche als ‘Leib Christi’ [s. Eph 1,23; 4,4.12.16; 5,23.30; Kol 1,18.24], und dann die Denkform des eigenartigen ‘Groß-Ich’.
Der Begriff ‘Volk Gottes’ ist umso mehr glücklich und mehr klar, als er sich nicht mit dem medizinisch-biologischen Aspekt des Leibes verbindet, sondern ihn eher positiv ausschließt.

Eine genauere Analyse der biblischen Texte führt zum Schluss, dass an der Wurzel dieser beiden Metaphern: sowohl des ‘Leibes Christi’ – wie auch des ‘Volkes Gottes’, der durchaus biblische Begriff des ‘Groß-Ich’ steht.
– Dasselbe müsste von anderen Metaphern gesagt werden, zumal von der Metapher des ‘Weinstocks’ (s. Jes 5,1-7; Jer 2,27; Ez 17,6; Joh 15,1-8; Ps 80 [79],9.15-18).

Rolle des Heiligen Geistes bei der Denkform ‘Groß-Ich’
[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 6.02]

(0,39 kB)  1. Der Heilige Geist im Band: Einzelperson und die Gemeinschaft

Die alttestamentliche Bezeichnung ‘Volk Gottes’ wird auf zweifache Art und Weise zur Wirklichkeit, die mit Hilfe des Begriffs ‘Groß-Ich’ zum Ausdruck gebracht werden kann: wegen ethnisch-biologischen Banden, oder auch wegen religiös-theokratischen Gründen.

Ethnisch-biologischer Ur-Anfang des alttestamentlichen ‘Groß-Ich’ ist die Person Abraham. Er ‘lebt weiter’ in seinen Nachkommen und ‘weitet sich in ihnen’ von Generation zu Generation in Kraft der natürlichen Abstammung durch Zeugung aus.

Allerdings schon am Anfang des so gebildeten ‘Groß-Ich’ steht parallel zu diesem biologischen Band der Wille Jahwéh, der mit Abraham den Bund schließt. Jahwéh verspricht Abraham seine ‘Ausweitung’ in ein großes Volk. Zur Besiegelung dieser Verheißungen schließt er mit ihm den Bund.
– Mit anderen Worten, am Fundament des alttestamentlichen Volkes Gottes steht sowohl Abraham, wie der positive Wille Jahwéh. Die Rolle Abrahams selbst ist hier allein die des Vermittlers.

Umso deutlicher werden die religiös-theokratischen Bande bei der Herausführung Israels aus Ägypten offenbar, und dann bei dem unter Sinai geschlossenen Bund. Dasselbe kann in Beschreibungen der Propheten beobachtet werden.

Das genauere Eindringen in biblische Texte führt aber zum Schluss, dass bei den Beziehungen zwischen Jahwéh und dem Volk seiner Auserwählung eine wichtige, und selbst wesentliche Rolle jetzt der Geist Jahwéh spielt. Der Geist Jahwéh (Rúach Jahwéh) ist die Personale Kraft Gottes, die sich im Bund Gottes mit Israel kundgibt als Kraft, die in der Erlösungs-Geschichte wirksam ist.

Denn gerade der Geist Jahwéh weckt in Israel die charismatischen Führer (die Richter, Könige, Propheten).
Er wirkt auch in anderen charismatischen Funktionen (Priester, Ältere Schriftgelehrten, usw.). Und auch im ganzen Volk des Bundes.

Es zeigt sich, dass die alttestamentliche Wirklichkeit, die mit der Bezeichnung: ‘Geist Jahwéh’ ausgedrückt wird, enge mit dem Erleben der Erlösungs-Geschichte Israels verbunden ist.

Besonders bei Propheten kann der Geist Gottes als gezielt und ausgerichtet wirkende, Personale Kraft Jahwéh beobachtet werden. Sie verwirklicht folgerichtig den Erlösungs-Willen Jahwéh, wobei sie selbst das geistig-Personale Wirken Jahwéh als Gottes des Bundes bleibt.

Als Beispiel könnte man sich auf die folgende Aussage Jesaja beziehen:

„Ich aber, dies ist Mein Bund, den Ich mit ihnen schließe, spricht Jahwéh:
Mein Geist, der auf dir ruht, und Meine Worte, die Ich in deinen Mund gelegt habe,
werden nicht aus deinem Mund weichen, noch aus dem Mund deiner Nachkommen,
noch aus dem Mund der Nachkommen deiner Nachkommen,
von nun an bis in Ewigkeit – spricht Jahwéh’ ...” (Jes 59,21).

Es wird hier vom geschlossenen Bund gesprochen: ‘mit ihnen’ – weil „Mein Geist ... auf dir ruht ...”. Jahwéh schließt und erneuert den Bund dadurch, dass Er seinem Volk für alle Zeiten seinen Geist, und sein Wort gewährt. Das alttestamentliche Volk Gottes erscheint hier deutlich als ein ‘Groß-Ich’. Der unmittelbare Wechsel vom Singular zum Plural und umgekehrt zeugt deutlich davon, dass es hier um das Volk als das ‘Groß-Ich’ geht.

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Der Mensch ist
Die Grabstätte Johannes Paul II. wird von nun an Ort nicht endender Pilgerschaften und des Gebetes an seinem Grab. Es wird gebetet sowohl um seine baldige Seligsprechung und Heiligsprechung, wie um sich besondere Gnaden bei Gott durch die Fürsprache des Papstes zu erbitten. Niemand bezweifelt, dass wie nach seinem Gebet und Segen viele die Gnade der Gesundheit an Leib und Seele schon zu seiner Lebenszeit erlangt haben, obwohl er selbst davon nicht sprechen wollte, so erhört Gott seine Fürsprache umso mehr ab der Weile an, als er schon im HAUS des Vaters eingetroffen ist.

Es könnten mehrere solche ähnliche Beispiele angeführt werden. Zur Illustration noch ein Text vom Jesaja-Buch:

„Jetzt aber höre, Jakob, mein Knecht,
Israel, den Ich erwählte [Redeweise mit ‘Du’]. ...
– ... Ich gieße Meinen Geist über deine Nachkommen aus
und Meinen Segen über deine Kinder” (Jes 44,1.3).

Ähnlich auch Haggai, der Prophet, bindet die Tatsache selbst des Zustandekommens des Volks Israels deutlich mit dem Geist Jahwéh:

„Das Wort, das Ich mit euch vereinbart habe, als ihr aus Ägypten zogt,
und Mein Geist bleiben in eurer Mitte bestehen. Fürchtet euch nicht ...” (Hag 2,5).

Dann aber, auch die volle Verwirklichung des Bundes in Messianischen Zeiten wird Werk des Geistes Gottes sein. Denn Er gestaltet das Volk Gottes von Innen her:

„Ich werde euch ein neues Herz geben
und einen neuen Geist in euer Inneres legen.
Das Herz aus Stein will ich aus eurer Brust entfernen ...
– Ich werde Meinen Geist in euer Inneres legen und bewirken,
dass ihr nach Meinen Geboten wandelt ...” (Ez 36,26f; vgl. Joel 3,1f; Apg 2,17-21).

Aus diesen Texten folgert, dass Jahwéh in die Geschichte Israels als des Volks Gottes durch seinen Geist eingreift. Er ist seine Personale Macht und Kraft. Der Geist Gottes beginnt nicht nur mit der Gestaltung des Volks Gottes, sondern begleitet das Volk Gottes seine ganze Geschichte hindurch.

Wir übergehen hier die Frage, ob der Geist Jahwéh im Alten Testament schon als Hypostasis genannt werden kann [= als Person]. Die Meinungen der Autoren sind hier geteilt. Es scheint, dass man auch auf Gott den alttestamentlichen Begriff der ‘Ausdehnung’ seiner Persönlichkeit beziehen kann. Daselbst wäre der Geist Jahwéh schlechterdings ‘Ausweitung’ der Person Jahwéh auf das Volk Gottes, das von Ihm bei dem hier mit-hinzukommenden Gottes Wort und Gottes Geist gestaltet wird.

Der Rolle des Geistes Jahwéh bei der Gestaltung des Volkes Gottes des Alten Testamentes steht eine grundsätzliche Bedeutung wegen der Tatsache zu, dass im Neuen Testament eine ‘Ausweitung’ Christi in das ‘Groß-Ich’ gerade dank dem erfolgt, dass Christus der Kirche seinen Geist verleiht.

Eine wesentliche Rolle steht hier dem Text zu über das Gesicht des Hl. Paulus unter Damaskus: „Ich bin Jesus, Den du verfolgst(Apg 9,5). Diese Aussage Christi, die deutlich nach der Denk- und Ausdrucksweise in Form des ‘Groß-Ich’ formuliert ist, ist enge mit dem Geist Christi verbunden – gemäß dem allgemein-Paulinischen Begriff, dass die Verbundenheit Christi mit den Christen immer im Heiligen Geist erfolgt (vgl. 1 Kor 15,45: Christus der Auferstandene = der Belebende Geist!).

Es soll auch aufmerksam gemacht werden, dass nach dem Neuen Testament, die Einheit des Bandes zwischen Christus und seinem Volk einzig auf dem gnadevollen Erlösungs-Willen des Vaters beruht („Denn so sehr hat Gott [= der Vater] die Welt geliebt ...”: Joh 3,16), nicht aber auf einem Band, das durch biologische Zeugung gebunden wird.

Daher muss bemerkt werden, dass in der Aussage von Apg 9,5 [Worte Jesu an Saulus unter Damaskus]. Christus nicht seine Verbundenheit mit dem Vater hervorhebt (im Gegensatz zu Joh 8,24 – Selbst-Offenbarung Christi: ‘Ich Bin’ [= Jahwéh]. Diese Worte drücken seine Einheit mit dem Vater aus – ohne Anspielung an den Geist), sondern seine Einheit mit den Christen. Diese aber erfolgt immer durch den Heiligen Geist (vgl. Röm 8,9ff.; 5,5; Eph 2,18; Gal 3,5.14.28; 4,4ff.; 1 Kor 12,3-11; 3,16).

Die Aussage Christi kann selbstverständlich erst verstanden werden, wenn wir in ihr zugleich drei Feststellungen erblicken:

(0,13 kB)  Das Individuelle ‘Ich’ des jetzt erhöhten Jesus von Nazaret;
(0,13 kB)  Vielheit der verfolgten Christen;
(0,2 kB)  Dialektisch begriffene Einheit zwischen Christus und den Christen,
(58 b)die über den Heiligen Geist erfolgt.

Der Anteil des Geistes Jahwéh bei der Gestaltung der Einheit und des Bandes, das das dialektische Überspringen von einer Extremität (vom Individuum) auf die andere (auf die Vielheit der Personen, die real miteinander verbunden sind) ermöglicht, ist auf vielen Stellen des Alten und Neuen Testamentes mit Hilfe des Begriffs ausgedrückt: ‘Salbung’. Die Salbung hängt immer mit dem Geist Gottes (mit dem Heiligen Geist) zusammen.

Die ‘Salbung’ bedeutet die Einsetzung in das Messianische Amt: Erfüllung mit dem Geist Jahwéh – um so die Erlösungswerke im Volk Gottes zu vollbringen (vgl. Jes 61,1; von Jesus im Ganzen in der Synagoge zitiert: Lk 4,18.21; s. auch: Jes 11,2; 41,1. Vgl. auch die Herabkunft des Heiligen Geistes auf Christus bei der Taufe: Lk 3,21; Christus wird vom Geist geführt in die Wüste und im Land: Lk 4,1.14; und: Röm 1,14).

(0,39 kB)  2. Der Heilige Geist im ‘Groß-Ich’ und die Funktion der Zeit 
(58 b)[H.Mühlen, Una Mystica Persona, a.a.O., Kap.2, § 8.75]

Ein anderes, wesentliches Kennzeichen der Denkweise in Form des ‘Groß-Ich’, dessen dynamische Oszillation zwischen den Extremitäten: Einzelperson-Gemeinschaft dank dem Geist Gottes erfolgt, ist das sich dank dem Geist Gottes ereignende, mit ihm einhergehende Ausmaß der ‘Zeit’. Der Bund, den Jahwéh mit Israel geschlossen hat, hat zur bestimmten Geschichtsstunde stattgefunden und dauert weiter in der Zeit an. Besonders deutlich wird gerade dieser Aspekt in der Aussage des Deuteronomium-Buches hervorgehoben:

„Denn Jahwéh, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen ...
nicht mit unseren Vätern hat Jahwéh diesen Bund geschlossen,
sondern mit uns, die wir heute hier stehen” (Dtn 5,2f.).

Es ist schwer die Gültigkeit und Wirklichkeit des Bundes für alle Zeiten noch nachdrücklicher zum Ausdruck zu bringen. Jenes ‘heute’ ist ein genau bestimmter Zeitpunkt der Geschichte, der auf der chronologischen Linie der Zeit liegt, wie das zusätzlich vom Raum-Adverb hervorgehoben wird: ‘hier’.

Inhaltsgemäß bedeutet aber dieses ‘heute’ das unununterbrochen anhaltende ‘heute’ – des ‘ewigen’ Bundes. Jahwéh hat den Bund mit allen geschlossen, die heute die Ansprache Mose hören, obwohl sie nicht in der Stunde dabei waren, wann der Bund unter Sinai geschlossen worden ist.

Mose hebt hier stark außerdem noch das Element der ‘Vermittlung’ (traditio) hervor. Dieser Vorgang erfolgt im Schoß des Volks Gottes, das als ‘Groß-Ich’ begriffen wird. Die Übermittlung des Schatzes der Offenbarung verhindert die Erstarrung des Erlösungs-Werkes des Bundes, der schon in der abgelaufenen Vergangenheit geschlossen wurde. Die Erinnerung an den geschlossenen Bund ist keine gewöhnliche Erzählung allein von einem lange her stattgefundenen Ereignis, sondern Vergegenwärtigung dieses Ereignisses durch das Wort, das nach Unternehmung einer Entscheidung verlangt: für – oder gegen diesen Bund.

So beobachten wir hier die immer wieder sich überlappenden Tatsachen:

(0,3 kB)  Einerseits das über-zeitliche ‘Groß-Ich’, und dabei die Einschritte Jahwéh, deren Beschaffenheit über-zeitlich ist.

(0,3 kB)  Anderseits beobachten wir die enge Verbindung des Erlösungs-Werkes und des Wachstums des Volks Gottes – mit der Geschichte und der Zeit.

Es muss gesagt werden, dass das Volk Gottes mit seinen Wurzeln stark in der Zeit verankert ist, zu gleicher Zeit aber reicht es mit seinem Gipfel zum Himmel und seinem überzeitlichen Verweilen mit Jahwéh.

Die Propheten verbinden die Geschichte Israels als des ‘Volks Gottes’ (‘Groß-Ich’) zuengst mit dem Wirken des Geistes Jahwéh. Oben wurde schon die Aussage Jesaja angeführt:

„Dies ist Mein Bund, den Ich mit ihnen schließe, spricht Jahwéh:
Mein Geist, der auf dir ruht,
und Meine Worte, die Ich in einen Mund gelegt habe,
werden nicht aus deinem Mund weichen,
noch aus dem Mund deiner Nachkommen,
noch aus dem Mund der Nachkommen deiner Nachkommen,
von nun an bis in Ewigkeit – spricht Jahwéh” (Jes 59,21).

Mit anderen Worten, der Bund Jahwéh mit Israel schließt auch das mit ein, dass Jahwéh dem Israel – ähnlich wie dem Diener Jahwéh (vgl. Jes 42,1; 49,2) seinen Geist und sein Wort verleiht – von nun an bis in die entferntesten Zeiten.

Der Ausdruck: „von nun an bis in Ewigkeit”  bedeutet nicht nur das endgültige Dauern, sondern erinnert an das sukzessive Einschreiten in die Zukunft. Der Geist Jahwéh und das Wort Jahwéh bewirken es, dass der Bund Jahwéh in den aufeinanderfolgenden Generationen immer zeitgemäß und vergegenwärtigt werden wird – bis in die entfernteste Zukunft.

Samt der Übermittlung des Wortes Gottes, wird ebenfalls der Geist Jahwéh vermittelt werden („Mein Geist ... und Mein Wort ... werden NICHT aus deinem Mund weichen” – Jes 59,21; dasselbe wird in Jes 44,1.3 ausgedrückt). Der Geist, den Jahwéh auf seinen Diener gelegt hat (Jes 41,1) wird demnach gleichzeitig dem ganzen Volk Gottes verliehen – die ganze Zeit seines Bestehens hindurch.

Die Gestalt des Dieners Jahwéh ist bei Jesaja sowohl jemand Individueller, wie auch sie wird als das ‘Groß-Ich’ begriffen. Das geschieht dank dem geheimnisvollen, dialektischen Hinaufsteigen und Herabsteigen der Kennzeichen: von individuellen Personen auf diese kollektiven – und umgekehrt. Daher erst der Geist Jahwéh durchdringt das alttestamentliche Volk im Laufe der ganzen Geschichte seines Bestehens.

Die dauerhafte Gegenwart des Geistes Jahwéh kommt in Israel nicht nur in der entferntesten Zukunft zutage. Schon der Anfang der Erlösungs-Geschichte Israel kann unmöglich ohne die Anwesenheit des Geistes Jahwéh vorgestellt werden, den zuerst Mose empfangen hat (das wird vor allem in Jes 63,10 ausgedrückt). Nachher aber ist der Geist Jahwéh, den Mose erhalten hat, auf die 70 ‘Älteren’ übergekommen (Num 11,17.25).

Besonders nachdrücklich bringt die ständige Zugegenheit des Geistes Jahwéh mitten im Volk Gottes – angefangen von der Herausführung der Hebräer aus Ägypten – der schon oben angeführte Text des Propheten Haggai zum Ausdruck (s. ob.: „Mein Geist bleibt in eurer Mitte” – Text Hag 2,5). Nach ihm ist dieser Geist „verweilend (hebr.: ‘omédet: Partizip) inmitten von euch”.

Die im hebräischen Text angewandte Verbform des Partizips drückt die Hinsicht des Dauerns aus. Das heißt also, dass der Geist Jahweh in Israel nicht nur von Zeit zu Zeit tätig war, sondern in ihm dauernd zugegen ist – sowohl in der Vergangenheit, wie in der Gegenwart und es auch in Zukunft sein wird. Das Verweilen Jahwéh inmitten seines Volkes hängt so untrennbar mit der seinem Volk verliehenen Gabe des Geistes zusammen, der das Ganze der Ereignisse Israels mit dem Volk Gottes gleichsam zusammen ‘erlebt’.

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7. Ehe als Sakrament der Kirche

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a. Noch einmal:
Der Mensch bei der Erschaffung
mit Gnade der Unschuld bereichert

Nach der längeren Abweichung über eines der typischen Kennzeichen der israelitischen Mentalität: einer unbemerkten Umschaltung vom Individuum zu seiner ‘Ausweitung’ in Gemeinschaft und umgekehrt, was unleugbar ein Licht auf das Verständnis des Geheimnisses des Zugegenseins Christi in seinem Mystischen Leib: der Kirche, aber auch eines jeden einzelnen der Erlösten wirft, greifen wir von neuem die vom Hl. Paulus vom Gefängnis geschriebene, den Ephesern dargestellte Sicht der Ehe auf, in ihrer ‘Neuheit des Evangeliums Christi’ (Eph 5,21-33; der ganze Text s. ob.: Großes Geheimnis der Kirche und der Ehe – Text: Eph 5,21-33).

Am Ende seiner Erwägung spricht Paulus von der Ehe nach ihrer von nun an einzig maßgebenden Sicht, die von der ‘Neuheit des Evangeliums’ Jesu Christi fließt. Der Völker-Apostel kann von Beziehungen von Mann und Frau [Wirklichkeit der ‘Horizontale’] unmöglich anders sprechen, als nur indem er sie mit Klarheit der Selbstverständlichkeit im Licht der Bräutlichen Liebe dieses Ersten: Jesu Christi sieht, in dem Gott selbst den Menschen geliebt hat [Wirklichkeit der ‘Vertikale’] und in dem „Er uns auserwählt hat vor der Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor seinem Angesicht seien(Eph 1,4).

Der erste Mensch und daselbst das erste Paar: Mann und Frau wurden im Akt selbst ihrer Erschaffung – wegen der künftigen Erlösung, die erst erfolgen sollte – zum Zustand der Gnade erhoben. Es war der Zustand der ursprünglichen Gerechtigkeit und Unschuld des Herzens.

Der Mensch, der „auf Erden das einzige von Gott um seiner selbst willen gewollte Geschöpf ist” (GS 24), war im Weltall allein fähig verstehen zu können, dass alles, was er hat, Erweis seiner radikalen Beschenkung vom Schöpfer darstellt. Gott hat ihn nämlich als sein lebendiges Ebenbild erschaffen, indem Er ihn außerdem mit der Fähigkeit des Selbst-Bewusstseins, der Selbst-Bestimmung, und der unveräußerlichen, unabtrittbaren Befähigung, die Verantwortung zu unternehmen, bereichert hat.

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Der seinem Herrn F. treue Hund: Tommy. Er hat noch niemals getäuscht. Wie viele Kilometer überwindet er - manchmal im schnellen Tempo, um nur seinen Herrn begleiten zu dürfen, wenn dieser am Fahrrad fährt, oder selbst auf seinem Moped! -- Vom Psalm: „Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde! Spielt zum Ruhm seines Namens! Verherrlicht Ihn mit Lobpreis! Sagt zu Gott: Wie ehrfurchtgebietend sind Deine Taten, vor Deiner gewaltigen Macht müssen die Feinde sich beugen. Alle Welt bete Dich an und singe Dein Lob, sie lobsinge Deinen Namen! - ... Du hast, o Gott, uns geprüft, und uns geläutert, wie man Silber läutert. Du brachtest uns in schwere Bedrängnis und legtest uns eine drückende Last auf die Schulter ... Doch Du hast uns in die Freiheit hinausgeführt. Ich komme mit Opfern in Dein Haus, ich erfülle Dir meine Gelübde, die ich einst Dir versprach, die Dir mein Mund in der Not gelobte” (Ps 66[65],1-4.10-14).

Der Mensch ist durch seine ‘Sichtbarkeit’ im Weltall daselbst sichtbares Zeichen geworden, d.h. gleichsam Sakrament der Liebe Gottes zur Welt und zu ihm selbst. Dieses Zeichen wurde der Mensch nicht durch allein seine Seele, sondern zugleich durch seinen Leib-Seele, also durch seine Person, deren Ausdruck die ihm geschenkte seine Männlichkeit-Fraulichkeit war.

Samt der körperlichen Unterschiedlichkeit – bei Beibehaltung der gleichen personalen Würde sowohl des Mannes, wie der Frau, und Berufung zu anderen, komplementären Aufgaben, wurde der Mensch mit der „ursprünglichen Empfindung um die Bräutlichkeit des Sinnes des Leibes beschenkt” (EL 208f.). Diese Empfindung war ganz „mit dem Geheimnis der ursprünglichen Unschuld durchdrungen(ebd., EL 208f.).
– Er wurde im ehelichen „Zwei-zu-einem-Fleisch” zur Elternschaft berufen, die dann aber „von Anfang an” mit besonderem Gottes Segen befestigt worden war. Gott selbst hat nämlich diese Zweien berufen, dass sie „Vater und Mutter verlassen”, um eheliches „Zwei-zu-einem-Fleisch” zu werden (vgl. Gen 1,24f.).

Daselbst wurde die Ehe das ursprünglichste Sakrament (Ur-Sakrament). Es tauchte auf als die wichtigste Äußerung des Sakraments überhaupt der Schöpfung, d.h. des Werks Gottes der Schöpfung, das zugleich Zeichen der Liebe Gottes zum Menschen geworden ist, indem doch das ganze übrige Weltall nur um des Menschen willen erschaffen wurde.
– Die Ehe an sich wurde daselbst zum wirksamen Zeichen, das von Generation zu Generation in die „Sichtbarkeit der Welt – das in Gott urewig verborgene – unsichtbare – Geheimnis der Liebe übertragen sollte, das Geheimnis des Lebens Gottes, an dem der Mensch die reale Anteilnahme erhält” (EL 209).

So war das urewige Geheimnis des Vorhabens Gottes des Vaters hinsichtlich des Menschen. Der biblische Verfasser stellt in der Gottes Zusammenfassung der Gesamtheit des Erschaffungswerkes fest:
Elohim [= Gott] sah alles, was Er gemacht hatte. Und siehe, es war sehr gut ... ...” (Gen 1,31).

Diese Worte können unmöglich keine Bestätigung bilden der ursprünglichen Friedensordnung des Herzens und Gewissens, das gemäß dem Vorhaben Gottes fähig war, sowohl den bräutlichen, wie den elterlichen Sinn des Leibes nach Gottes Sicht zu erleben.

Das Gewissen ihrer beiden, diese „... verborgenste Mitte und das Sanktuar im Menschen, wo er allein ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist ...” (DeV 43), war vor dem Sündenfall in die Erbsünde mit „Gnade der Gerechtigkeit und ursprünglichen Unschuld” durchdrungen (vgl. EL 211f.).
– Diese Beschenkung wurde offenbar Anteil des ursprünglichen Menschen schon wegen der künftigen Fleischwerdung des Sohnes Gottes, dieses von Gott dem Vater „Geliebten: in Ihm haben wir Erlösung durch sein Blut ...” (Eph 1,6f.).

Johannes Paul II. schreibt:

„Jene dem Menschen vom Schöpfer verliehene ursprüngliche Heiligkeit gehört zur ganzen Wirklichkeit des ‘Sakraments der Schöpfung’. Die Worte von z Gen 2,24: ‘Der Mann ... bindet sich an seine Frau so enge, dass sie Ein Fleisch werden’ – Worte ausgesprochen am Hintergrund dieser ursprünglichen ... Wirklichkeit, setzen die Ehe als integralen und in gewissem Sinn zentralen Teil des ‘Sakraments der Schöpfung’ ein.
– Sie setzen sie ein, oder vielleicht sie stellen schlechterdings ihr Eintreten in Existieren in solcher Beschaffenheit fest ... In diesem Sinn ist die Ehe das ursprünglichste Sakrament” (EL 212f.).

Der ursprüngliche Mensch hat die Probe auf die Qualität der Liebe, der Gott ihn unmöglich nicht unterziehen konnte, nicht bestanden. Der ursprüngliche Bund Gottes mit dem Menschen ist zertrümmert worden. Anstatt Gott mit kindlicher Freude und Zuversicht zu lieben, begann der Mensch Gott, mit dem er gebrochen hat, zu fürchten.

In sofortiger Folge der Sünde hat er sich plötzlich ‘nackt’ gefunden: des „Hochzeitsgewands” entzogen (Gen 3,10n; s. Mt 22,11f.).
– Wir wissen es, der Schöpfer, der in selber Weile auf dem Platz der Niederlage des Mensch-Seins erschienen ist, hat sich mehr als unerbittlicher Richter schon damals als Barmherziger Erlöser erwiesen. Er hob diese beiden von Verzweiflung (s. DV 3b) auf, und zeigte ihnen die Hoffnung auf den Personalen Erlöser, der in die Welt als ihr Nachkomme kommen wird (Gen 3,15).

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b. Gottes Bräutliche und Erlösende Liebe

Allen tiefen Wunden zuwider, die die menschliche Natur infolge der Erbsünde davongetragen hat, wurde sie nicht zerstört. Das betrifft ebenfalls die Ehe. Es spricht Johannes Paul II.:

„Dennoch auch in diesem Zustand: im Zustand der erblichen Sündhaftigkeit des Menschen, hat die Ehe nicht aufgehört Bild jenes Sakramentes zu sein, von dem wir im Epheser-Brief [Eph 5,21-33] lesen, und das es der Autor des Briefes nicht zögert das ‘Große Geheimnis’ zu benennen.
– Sollten wir nicht etwa folgern, dass es weiter dieses Niveau der Verwirklichung der urewigen Absichten Gottes geblieben ist, auf dem das ‘Sakrament der Schöpfung’ die Menschen zum ‘Sakrament der Erlösung’ nahe gebracht und sie zu ihm vorbereitet hat, auf dem Er sie in das Ausmaß der Erlösung geführt hat? ...” (EL 213f.).

Wir bemerken voller Optimismus, dass der Völker-Apostel in seinen Erwägungen vom Epheser-Brief die Kontinuität zwischen der Ehe vom Ur-Anfang zeigt – als Kennzeichens des ursprünglichsten Sakraments der Schöpfung, und der Ehe nach der ‘Neuheit des Evangeliums’.

Es ist klar, diese zwei Situationen können miteinander nicht verglichen werden. Und doch, es besteht zwischen ihnen eine sich deutlich abzeichnende, organische Kontinuität. Die Ehe des Ur-Anfangs sollte das ‘urewige Vorhaben’ Gottes versichtlichen, in dessen Kraft Gott dem Menschen – dem Geschöpf seiner Vorliebe – die Teilnahme-Kommunion an seiner Liebe und seinem Leben anbietet. Das sollte auf wesentliche Art und Weise durch die Sichtlichkeit des Menschen in seiner Männlichkeit und Fraulichkeit geschehen, in die Gott-die-Liebe sowohl den Bräutlichen, wie den elterlichen Sinn eingeprägt hat.

Übrigens schon die Ehe als Ur-Sakrament der Schöpfung, in der Mann und Frau aus Gottes Einsetzung zum „Zwei-zu-einem-Fleisch” wurden (Gen 2,24), war die von Gott beabsichtigte Ankündung der Wirklichkeit der Erlösung des Menschen durch den Sohn Gottes Jesus Christus. Christus vermählt sich einmal in der Hingabe seines Selbst am Kreuz – mit der Kirche. Auf diesem Weg erwirbt sie sich Christus um einen „großen Preis” und wird am Kreuz das auf Gottes Weise verwirklichte ‘Zwei-zu-einem-Fleisch’ – das EINS mit seiner geliebten Mystischen Braut.

Der Völker-Apostel zögert nicht, unmittelbar nach dem angeführten, jenem lapidaren Text über die Ehe vom Ur-Anfang der Schöpfung [„... und sie werden Zwei-zu-einem-Fleisch”: Gen 2,24] – gleich wieder von neuem auf den Hinweis zu wechseln der sich kreuzenden ehelichen Wirklichkeit, also der ‘Horizontale’ – mit jener zweiten Wirklichkeit, diesmalig der ‘Vertikalen’: der unsichtbaren Liebe Gottes, die aber in Christus, dem Sohn Gottes real „erschütternd” geworden ist, indem Christus sich zum Opfer hingegeben hat und sein Blut der Erlösung am Kreuz vergoss, wodurch Er sich zu dieser Stunde um diesen Preis, mit seiner Braut – der Kirche, vermählte.

Wenn Paulus der Apostel, unmittelbar nach der Anführung der Worte vom Ur-Anfang über das eheliche ‘Zwei-zu-einem-Fleisch’ [‘Horizontale’ Eph 5,31], ohne die Augen zuzukneifen, den Blick auf die Beziehungen Christi zu seiner Kirche-der-Braut richtet und noch hinzufügt: „Groß ist dieses Geheimnis, ich aber deute es: auf Christus und die Kirche[‘Vertikale’: Eph 5,32], besagt er daselbst augenfällig, dass die Ehe [‘Horizontale’], die – wie es Paulus ausdrückt: – „im Herrn” geschlossen wird (1 Kor 7,39), ihre ganze Größe und Erhabenheit vom Stil der Hingabe des Gott-Menschen Jesus Christus an die von Ihm Geliebte seine Braut – die Kirche, schöpft.

Aus demselben Grund muss zugleich gefolgert werden, dass die Ehe niemals privates Anliegen unter zweien Menschen war, noch es auch werden wird. Sowohl die Ehe als Kennzeichen des Ur-Sakramentes der Schöpfung, wie die Ehe der Jünger Christi, die also „im Herrn” (1 Kor 7,39) geschlossen wird, wird ‘sie-Selbst’ und ist Sakrament der Ehe erst als Institution, die ihrer Natur nach in der ‘Horizontale’ auf ihre menschliche Art und Weise das „Große Geheimnis” (Eph 5,32) zum Ausdruck bringt, das sich in der Stunde dieses ‘Zwei-zu-einem-Fleisch’ abgespielt hat, das erschütternde Wirklichkeit in der Hingabe des Sohnes Gottes am Kreuz geworden ist.

Der Sohn Gottes hat damals sein Leben hingegeben – „für das Leben der Welt” (Joh 6,51). Er hat es offenbar für das Leben – dieses ewigen Leben der Kirche, seiner schwierigen Braut, hingegeben, und in ihr – für das ewige Leben jedes der Erlösten. In dieser „Hingabe seines Leibes” und „Vergießen seines Blutes” erfolgt vonseiten Christi nicht nur die „Abwaschung” (Eph 5,26) seiner Braut vom Sünden-Schmutz, sondern Er „nährt sie und pflegt sie”(Eph 5,29): „... So will Er die Kirche herrlich vor Sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Runzeln oder andere Fehler. Heilig soll sie sein und Makellos” (Eph 5,27).

Anders gesagt, nicht die eheliche Vereinigung ist Ausgangspunkt für die oben erörterte ‘Analogie’, wie sie zwischen der Vereinigung Gottes-der-Liebe, der in Jesus Christus Fleisch geworden ist – und dem Menschen: Mann und Frau als Mystischem Leib Christ zustande kommt. Gott der Dreieinige hat die Menschen-Familie in Jesus Christus geliebt – zuerst mit Liebe als Schöpfers, dann mit Erlösungs-Liebe, weil Er ihn mit einer Liebe geliebt hat, die auf Göttliche Weise – bräutlich ist.
– Erst diese Göttlich-Menschliche, in Jesus Christus offenbarte Liebe, wird zum Maß und Bestimmung dafür, was der von Ihm gegründeten Kirche geschenkt wird als Sakrament der Ehe.

Das bedeutet, dass die Ehegatten, die in der Stunde, wenn sie ihr eheliches Zugeständnis ausdrücken, für sich gegenseitig Ausspender des Sakramentes werden, sich daselbst verpflichten, ihre Beziehungen nach diesem einen Muster zu gestalten, das unbedingt maßgebender Wegweiser für ihr eheliches ‘Zwei-zu-Einem-Fleisch’ geworden ist.

Muster bleibt für immer dieser Stil, wie geliebt werden soll, das Christus in seiner ganzheitlichen Hingabe seiner Selbst am Kreuz zeigt. Jesus gibt sein Leben – sein eigenes Leben (niemals das Leben jemandes anderen), für seine Geliebte hin: für seine Kirche-die-Braut. Nicht dazu, um ein Maximum von Wollust und Annehmlichkeit wahrzunehmen. Sondern dass diese von Ihm Auserwählte, die Kirche-die-Braut – dadurch schön wird, ewig jung, ohne Falten oder andere Fehler. Dass sie mit Heiligkeit herrlich wird, mit der sie die Heiligkeit und Vollkommenheit des Dreieinigen selbst widerspiegelt, der dem Menschen auf maximale Weise – im Sohn Gottes Jesus Christus nahe geworden ist.

Wir bemerken ohne Schwierigkeit, dass auch schon die Ehe als Ur-Sakrament der Schöpfung offenbar Zeichen der Wirklichkeit der ‘Vertikale’ gewesen war: der Liebe Gottes zum Menschen. Die Liebe Gottes zum Menschen konnte niemals anders sein, als nur Bräutlich. Gott kann nicht anders lieben, als nur indem Er sich Selbst dem Geschöpf – dem Menschen: Mann und Frau – dahingibt. Daselbst hat Er sie zur Teilnahme am eigenen Leben und in eigener Liebe eingeladen. Es ist eine fortbestehende Einladung, niemals dagegen Nötigung. Die Liebe schließt doch ihrer Natur nach die Anwendung irgendwelcher Nötigung des Willens aus.

Aber schon damals hat sich auch, und sei es nur als ‘von weitem’ signalisiert – der ebenfalls Erlösungs-Ausklang der Liebe Gottes zum Menschen kennen gegeben.

So ist die Aussagekraft des Dialogs und Gerichts zugleich auf dem Schlachtfeld der Niederlage der Sünde der Ur-Eltern im Garten Eden. Es wird dort deutlich von der urewigen Feindschaft gesprochen, die zwischen der „Schlange” und ihrer Nachkommenschaft – und der „Frau und ihrer Nachkommenschaft” zustande gekommen ist. Diese Nachkommenschaft wird einmal „den Kopf der Schlange zertreten – diese aber wird sie tödlich ... verletzen” (vgl. Gen 1,15; und: Offb 12,9).

Zu gleicher Zeit zeigt aber Gott schon damals die Perspektive der Überwindung jenes „Großen Drachens, der Alten Schlange, genannt Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt ...” (Offb 12,9). Es ist Anspielung an die künftige Erlösung. Sie wird vom Nachkommen dieser Ur-Eltern vollbracht. Es wird aber zugleich der Fleischgewordene Sohn Gottes sein.

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c. In die Ehe eingeführte Neuheit des Evangeliums

Die ‘Neuheit des Evangeliums’, die Jesus Christus in der vollbrachten Erlösung bringt, zeigt dem Menschen – aber auch der Ehe selbst, einen wesentlich anderen, neuen Akzent der Liebe Gottes. Es geht offenbar weiter um die Bräutliche Liebe. Sie wird aber nur umso mehr Liebe der Erlösung. Es wird von Gottes Seiten – im Sohn Gottes Jesus Christus – Liebe sein, die in der Hingabe seines Selbst an seine Geliebte: die Kirche – ganz mit eigenem Blut begossen ist: Blut der Erlösung. Ausdruck dieser Liebe – dieser Erlösungs-Liebe, ist ihre unschätzbare Gabe: die Vergebung der Sünden.

Dieses Kennzeichen ist ganz neu. Oder eher: Dieser Zug der Liebe Gottes rückt in der Wirklichkeit der Vermählung des Lammes am Altar des Kreuzes auf den Vordergrund. Der Völker-Apostel spricht in seinem Epheser-Brief, indem er an Eheleute vom Gefängnis schreibt:

„... In Liebe hat Er [Gott der Vater] uns im Voraus für sich selbst dazu bestimmt,
seine angenommenen Söhne zu werden durch Jesus Christus,
nach dem Wohlgefallen seines Willens [= Gottes Vorhaben: die Erlösung des Menschen],
zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der Er uns begnadet hat in dem Geliebten [= seinem Sohn-dem-Wort].
– In Ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut – die Vergebung der Vergehen
nach dem Reichtum seiner Gnade,
die Er samt aller Weisheit und Einsicht in Fülle auf uns überströmen ließ ...” (Eph 1,5-8).

Derselbe Jesus Christus offenbart sich Johannes in der Offenbarung ganz mit eigenem Blut übergossen – mit Blut der Erlösung, das Er für seine Braut ausgegossen hat:

„Dann sah ich den Himmel offen, und siehe – da war ein weißes Pferd, und der,
der auf ihm saß, heißt: der Treue und Wahrhaftige [= Gottes Treue-Wahrheit: Verwirklichung des Vorhabens, den Menschen zu erlösen],
gerecht richtet Er und führt Er Krieg. ...
– Bekleidet war Er mit einem Blut-getränkten Gewand.
Und sein Name heißt: Das Wort Gottes ...” (Offb 19,11.13).

Es ist klar, das tiefste Motiv jener Erlösungs-Liebe vonseiten Jesus Christus war und bleibt seine Bräutliche Liebe.
– Nur sie war imstande in irgendwelchem Maß die Ganzheitlichkeit der Hingabe seines Selbst für seine schwierige Braut – die Kirche, zu erklären. Es gilt für diese Ganzheitlichkeit der Gabe seines Selbst, vorgeschoben bis zum Letztlichen: in Gestalt der Hingabe des eigenen Lebens, und noch mehr: indem Er Tag für Tag, „... alle Tage hindurch – bis zum Ende der Welt(Mt 28,20) – „Nahrung und Trank des Lebens” (vgl. Joh 6,53-58) für seine Braut: die Kirche wird.

Eben diese, so verstandene und in konkrete Wirklichkeit umgesetzte Liebe Christi, die ganz Erlösung und zugleich Vermählung mit der Kirche ist, ist jenes: „Groß ist dieses Geheimnis ... auf Christus und die Kirche”  (Eph 5,32).
– Sie soll auch fortwährend Mann und Frau in ihrer Ehe vorleuchten, die sie als Sakrament ihres ‘Zwei-zu-Einem-Fleisch’ erleben.

Die Erlösungs-Bräutliche Liebe ist vonseiten Christi Wahrheit-Treue selbst. Jesus sagt niemals, seine Bindung mit der Kirche wäre ‘Fehlschlag im Leben’. Er sagt auch bestimmt niemals, die Zulassung zur Nähe zu sich einer solchen Braut, die ihren Bräutigam beständig, alle Jahrhunderte hindurch, auf alle möglichen Arten und Weisen durch „Unzucht und Untreue-mit-anderen-Göttern’ verrät, könne unmöglich fortgeführt werden.
– Christus ist der „treue Zeuge” (Offb 1,5). Er täuscht niemals – und zieht sich niemals vom einmal seiner Braut gegebenen Wort zurück: ‘Ich liebe Dich, Du Meine! Ich habe Dich um so großen Preis erworben’!

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Wie es nicht gut ist, wenn Mann und Frau streiten und jedes von ihnen versteift sich in sich! Wie leicht ist es in solcher Lage um sehr schwerwiegende Niedertretung in Gottes Augen - nicht der Versprechung, nicht des Vorsatzes, sondern des abgelegten Gelöbnisses: Ich gelobe dir Liebe... Es geht hier immer um das Erste und wichtigste Gebot Gottes: die Liebe zu Gott und den Nächsten, nur dass dieser Nächste hier: diese beiden sind, die sich in Kraft der Gerechtigkeit zur Liebe verpflichtet haben, also nicht nur unter Einfluss des Gefühls.

Einerseits wird es von seiner Seite niemals die ‘Ehe-Scheidung’ der Mystischen Vermählung mit der Kirche – und jedem einzelnen der Erlösten geben:

„Gnade sei mit euch und Friede von ... Jesus Christus. Er ist der treue Zeuge,
der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde.
Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut ...
Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen” (Offb 1,4ff.).

Die Kirche-die-Braut empfängt alles was sie ist und hat – als Gabe von ihrem Bräutigam. Sache der Kirche bleibt das eine: Auf die Liebe, die an sie beständig von ihrem Bräutigam, dem Gottes Sohn Jesus Christus gelangt, die Liebe-Antwort zu geben.

Von Ihm auch empfängt die Kirche die Macht, das geistige Leben zu wecken: dank Christus-dem-Bräutigam wird die Kirche fruchtbare Mutter. Ähnlich geschieht es in der Ehe: die Ehefrau würde nicht empfangen, hätte sie in der ehelichen Vereinigung ein Lebens-Teilchen von ihrem Ehegatten nicht erhalten haben.
– Im Fall der Kirche wird die geistige Fruchtbarkeit vom Offenbleiben auf die Gabe der Liebe abhängig sein, die vom Fleischgewordenen Wort Gottes herkommt:

„Allen aber, die Ihn aufnahmen [= Gott-das-Wort], gab Er Macht,
Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen Glauben [an den Sohn-das-Wort]
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches,
nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind ...” (Joh 1,12f.).

Ähnlich drückt sich der Hl. Petrus aus, der erste Stellvertreter Christi auf Erden:

„Ihr seid neu geboren, nicht aus vergänglichem,
sondern aus unvergänglichem Samen:
aus Gottes Wort, das lebt und das bleibt” (1 Petr 1,23; vgl. EL 217).

Das Opfer Christi am Kreuz wurde zur geschichtlichen, überprüfbaren Tatsache. Dennoch, bei ihrem ganzen experimentellen Ausklang (vgl.: DV 8d.14b) und seiner Sichtbarkeit, bleibt umso mehr seine unsichtbare Seite weiter gültig. Sie bewirkt es, dass der Kreuzestod Christi zugleich Geheimnis bleibt, das niemand bis zum Boden je ergründet. Geheimnis für den Menschen bleibt fortwährend das schwer zu begreifende Gottes Vorhaben überhaupt.

Das galt schon von der ‘Versichtlichung’ der Bräutlichen Liebe Gottes über die Ehe als Ur-Sakrament der Schöpfung.
– Dasselbe betrifft aber – umso mehr – die Ehe als Sakrament der Kirche. Die Ehe wurde aus Gottes Willen reales Zeichen und Symbol dieser uneigennützigen Liebe, mit der der Dreieinige den Menschen in Jesus Christus geliebt hat.

Es ist von seiner Seite aus Hingabe seiner Selbst in Ganzheitlichkeit seiner Person zum Erlösungs-Gut seiner Geliebten: der Kirche.
– Dank dem unvergleichbar besseren Einblick in das intime Leben der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und dem schon vollbrachten Werk der Erlösung des Menschen am Kreuz erlangen wir die Einsicht in das früher nicht vermutete Panorama des Vorhabens Gottes.

Allerdings das Vorhaben Gottes an sich bleibt weiter Gottes undurchdringliches Geheimnis. Gott bringt es dem Menschen – nach der vollbrachten Erlösung, nur auf ganz neuen Prinzipien nahe. Das erfolgt zurzeit aufgrund solchen Ausmaßes, das der Mensch der vor-Christlichen Zeitepoche nicht einmal voraussehen konnte. Auf ganz neue Art und Weise erfolgt das freilich über den sakramental erlebten Bund der Ehe.

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d. Sakrament der Schöpfung – Sakrament der Erlösung

Soll die Ehe als Sakrament fortwährend, aus Gottes Willen – diesen Zweien: den Eheleuten, aber auch der ganzen Kirche – diese Liebe nahe bringen, mit der der Schöpfer, der außerdem Erlöser des Menschen geworden ist, sein Volk Bräutlich mit unendlicher Liebe geliebt hat, ist sich jetzt umgekehrt die Kirche dessen bewusst, dass die von Christus erlöste, und zur Höhe der Neuheit des Evangeliums erhobene Ehe ein untrennbarer – nach Johannes Paul II. müsste man sagen: „sehr wesentlicher Teil des neuen Erbes geworden ist: des Erbes des ‘Sakraments der Erlösung’, mit dem die Kirche Christi beschenkt wird” (EL 219.382).

Gott selbst hat es gewirkt, dass das Werk der Erlösung eine eigenartige ‘Analogie’ zu dieser Wirklichkeit geworden ist, wie sie die Eheleute in ihrem ‘Zwei-zu-einem-Fleisch’ werden. Das betrifft jede Ehe – angefangen von dieser ersten, die Kennzeichen des Ur-Sakramentes der Schöpfung gewesen war. Wir sehen es nach Johannes Paul II. ein:

„So wird die Ehe als ursprünglichstes Sakrament in die integrale Struktur der neuen Sakramentalen Ökonomie [= Weise, wie das Vorhaben Gottes verwirklicht wird] aufgenommen und integriert. Sie wächst aus der Erlösung sozusagen ‘musterhaft’ hervor: und wird in die neue Sakramentale Ökonomie von ihren Grundlagen her aufgenommen und in sie integriert.
– Christus selbst bestätigt vor allem im Gespräch mit den Pharisäern [Mt 19,3-9] ihr Existieren.
– Erkennen wir dieses Ausmaß der Frage an, müssen wir folgern, dass alle Sakramente des Neuen Bundes in der Ehe als gleichsam dem ursprünglichsten Sakrament, ihren musterhaften Grund finden ...” (EL 220).

Mit dem begnügt sich aber Jesus nicht. Wir führen die weiteren Worte der Erwägungen Johannes Paul II. an:

„In seinem Gespräch mit den Pharisäern [Mt 19,3-9] bestätigt Christus nicht nur das das Existieren der Ehe, die ‘vom Anfang an’ vom Schöpfer gegründet worden ist, sondern Er nimmt sie als integralen Teil dieser Neuen Sakramentalen Ökonomie an, dieser neuen Ordnung der Erlösungs-‘Zeichen’, die ihren Beginn vom ‘Sakrament der Erlösung’ nimmt, ähnlich wie die ursprüngliche Ökonomie vom ‘Sakrament der Schöpfung’ her aufgetaucht ist, und sich eigentlich auf dieses einzige Sakrament begrenzte, das die Ehe war, eingesetzt im Zustand der ursprünglichen Unschuld, der ursprünglichen Gerechtigkeit des Menschen, der erschaffen wurde als Mann und Frau nach dem ‘Ebenbild und Ähnlichkeit Gottes’ ...” (EL 220f.).

So knüpfen wir immer wieder an die zwei-phasige Wirklichkeit an, von der vor allem Johannes Paul II. spricht, sooft er die Frage der ‘Heiligen Sakramente’ erörtert. Wir bemerken nämlich, dass er alle Sakramente als gleichsam in zwei Phasen der Ordnung kondensiert ‘sieht’, wie sie Gott selbst angenommen hat, um sein Vorhaben der Erlösung des Menschen in Christus zu verwirklichen:

(58 b)(0,3 kB)  Sakrament der Schöpfung;
(58 b)(0,3 kB)  Sakrament der Erlösung.

Erweis des Sakraments der Schöpfung, d.h. der Versichtlichung Gottes-der-Liebe, der uneigennützigen, auf ‘Königliche’ Art und Weise reichlichen Gabe für das ganze Weltall mit dem Menschen an seinem Gipfel: Mann und Frau geworden ist, ist vor allem das eine, ursprünglichste Sakrament: die Ehe.

Die Ehe sollte ganze Jahrtausende hindurch das in die Sichtlichkeit dieser Welt übertragen, was Wirklichkeit der ‘Vertikale’ war: die Bräutlichkeit Gottes-des-Bundes zum Menschen. Sowohl für diese zweien selbst als Eheleute, für ihre Familie, die aus ihrem ‘Zwei-zu-einem-Fleisch’ herkam, wie endlich für die ganze Welt und das Weltall.

Wer sich nur aufrichtig in das für den Alltag gelebte Geheimnis sowohl des Lebens, wie der Liebe einzutiefen suchte – zumal diese in Ehe und Familie selbst, konnte unmöglich die mit der Liebe-der-‘Horizontale’ seines ehelichen Bundes – sich kreuzende diese andere Liebe nicht bemerken: die Wirklichkeit der ‘Vertikale’, und zwar die Gottes Liebe und das Gottes Leben, die einzige Quelle sowohl der einen, wie der anderen Hinsicht der Wirklichkeit.
– So wurde die Ehe als Ur-Sakrament der Schöpfung selbst zum fortbestehenden Zeichen, d.h. eben zum Sakrament, das von Gott selbst eingesetzt wurde, das zugleich die verborgene, d.h. unsichtbare Quelle der Gnaden war, um der Berufung zur Ehe und Familie stand halten imstande zu sein.

Als aber die „Fülle der Zeit” (Gal 4,4) gekommen war, hat Christus die Kirche gegründet: die Seine Kirche (s. Mt 16,18). Christus hat sie für sich als die seine Geliebte, über das eigene Leben geliebte Braut geliebt.

Diese seine Kirche hat Christus als den einzigen Depositär des von Ihm vollbrachten Werks der Erlösung von Mann und Frau bestellt. Eben dieses, vom Sohn Gottes vollbrachte Werk der Erlösung wurde zugleich das Sakrament der Erlösung. Die Erlösung ist ihrem Wesen nach selbst wirksames Zeichen und Mittel, das „allen geistigen Segen” (Eph 1,3) bringt, mit dem uns der Himmlische Vater „begnadet hat” in seinem „Geliebten. In Ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehen(Eph 1,6f.).

Mit anderen Worten, jedes der Sieben Sakramente, mit denen Christus die Kirche ausgestattet hat, ist gleichsam in kondensierter Form im Werk der Erlösung selbst enthalten. In diesem Sinn sprechen wir vom ‘Sakrament der Erlösung’ – in Analogie zum ursprünglichen ‘Sakrament der Schöpfung’.

Aus dem so verstandenen ‘Sakrament der Erlösung’ tauchen aufeinander die einzelnen Sieben Heiligen Sakramente der Kirche hervor.
– Eines unter den grundsätzlichen ist die Ehe. Die Ehe nämlich drückt von Natur aus ganz besonders – dank der dauernd erlebten Bräutlichkeit und Elterlichkeit – die Wirklichkeit der ‘Vertikale’ aus: die Liebe Gottes als Schöpfers, Erlösers und Bräutigams. Bis zur Ganzheitlichkeit der Gabe des eigenen Lebens vonseiten des Sohnes Gottes am Kreuz einschließlich.
– Dass nur seine Braut: die Heilige Kirche, Leben hat – und ihren Göttlich-Menschlichen Bräutigam mit erwiderter Liebe lieben kann.

Der einzige ‘Nutzen’ des Opfers Christi für Ihn selbst, und seine einzige ‘Freude’ wird das von Ihm beabsichtigte Ziel sein, das zugleich das urewige Vorhaben des Himmlischen Vaters bildet:

„Vater! ... Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn weiter kundtun,
damit Die Liebe, mit der Du – Mich geliebt hast,
in Ihnen – sei und Ich in ihnen” (Joh 17,26).

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e. Ehe als eines der Sakramente
der Kirche

Bereichert mit besserem Verständnis um das Gottes ‘Kondensat’: des ursprünglichen Sakraments der Schöpfung – und weiter: in der Stunde der „Fülle der Zeit” des Sakraments der Erlösung, sind wir uns daselbst um die grundlegenden Tatsachen bewusst.
– Und zwar, die ursprüngliche Ehe, als bevorzugtes Kennzeichen des Ur-Sakraments der Schöpfung, war Institution, die Gott für den Menschen auf der Stufe seiner „ursprünglichen Gerechtigkeit und Unschuld” eingesetzt hat.

Allerdings der Mensch ist in die Sünde gefallen. Es ist die „Fülle der Zeit” angekommen. Jesus Christus hat seine menschlichen Brüder und Schwestern im Zustand der Verknechtung durch den Bösen getroffen. Er ist gekommen, um sie zu erlösen.

In seinem Gespräch mit den Pharisäern über die Ehe hat Jesus vor sich nicht den Menschen im Zustand der ‘ursprünglichen Gerechtigkeit und Unschuld’, sondern Er spricht an den:

„... Menschen, der mit dem Erbe der Erbsünde und des Zustandes der Sündhaftigkeit belastet ist ...
[Die neue Sakramentale Ökonomie] wendet sich an den Menschen der dreifachen Begierde ... [s. 1 Joh 2,16; Gal 5,17] ...” (EL 221).

Daselbst erscheint die Ehe als Teil:

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Eigenartige Allee mit Buntbäumen besonders an der rechten Seite dieser Chaussee.

„... der Neuen Sakramentalen Ordnung [Ökonomie der Sakramente], die ihren Anfang aus dem ‘Sakrament der Erlösung’ schöpft, d.h. zugleich aus jenem ‘Großen Geheimnis’, das als Mysterium Christi und der Kirche über die Sakramentalität der Kirche selbst entscheidet.
Sie bereiten auch das Verständnis der Ehe vor als des Sakraments des Neuen Bundes, dessen Erlösungs-Wirkung organisch mit der Gesamtheit des Ethos der Erlösung verbunden sein muss ...” (EL 221f.).

Wir erinnern uns in diesem Augenblick an die schon früher angeführte Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils über die ‘Kirche als dem Sakrament’. Das Konzil hat den Versuch unternommen, in solcher Weise die Selbst-Bezeichnung ihrer selbst darzustellen. Es sagte nämlich:

„Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament,
das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott
wie für die Einheit der ganzen Menschheit ...” (LG 1).

Im Anschluss an diese Selbst-Bezeichnung spricht Johannes Paul II.:

„... Auf dem Grund des ‘Sakraments der Schöpfung’ gilt es die ursprüngliche Sakramentalität der Ehe (das ursprünglichste Sakrament) zu verstehen.
Dann aber, auf dem Grund des ‘Sakraments der Erlösung’, kann die Sakramentalität der Kirche verstanden werden, oder eher die Sakramentalität der Vereinigung Christi mit der Kirche, was der Verfasser des Epheser-Briefes in Angleichung an die Ehe, des bräutlichen Bandes zwischen Mann und Frau darstellt.
– ... Es geht in diesem Fall nicht allein um den Vergleich im metaphorischen Sinn [als Übertragung], sondern um die tatsächliche Erneuerung (oder auch ‘Wieder-Gewinnung’ = neue Schöpfung) dessen, was den Erlösungs-Inhalt des ursprünglichsten Sakraments gebildet hat ...” (EL 223f.).

Der Hl. Paulus zeigt das Band Christi mit der Kirche als Analogie dieser Vereinigung, die im Fall der Eheleute stattfindet.
Zu gleicher Zeit, sooft er von dieser Vereinigung Christi mit seiner Braut-der-Kirche spricht, spielt er sehr unzweideutig an das Sakrament der Taufe und Eucharistie an.
Diese sind Frucht der Hingabe Christi für das Leben der Kirche.

Johannes Paul II. spricht im Anschluss an die Anspielung an diese Sakramente im erörterten Text des Epheser-Briefes (Eph 5,21-33) folgender:

„Die angeführten Worte [Anspielung Pauli an die Taufe und die Eucharistie: Eph 5,26.29] zeigen auf sehr plastische Weise, wie die Taufe ihre wesentliche Bedeutung und die sakramentale Kraft aus jener Bräutlichen Liebe des Erlösers schöpft, durch diese sich vor allem die Sakramentalität der Kirche selbst konstituiert: das ‘Sacramentum Magnum’ [das Große Geheimnis].
– Dasselbe kann auch an die Eucharistie bezogen werden, auf die die weiteren Worte hinzuweisen scheinen von der ‘Ernährung des eigenen Körpers’, den der Mensch ‘nährt und pflegt, wie auch der Christus – die Kirche, weil wir Glieder seines Leibes sind[Eph 5,29n]. Und zwar Christus ernährt die Kirche mit seinem Leib gerade durch die Eucharistie” (EL 224).

Johannes Paul II. bemerkt, dass die besprochenen Worte des Hl. Paulus selbstverständlich nicht eine ausgebaute ‘Theologie der Ehe’ darstellen. Diese Worte setzen eher die bestehende Ordnung der Sakramente der Kirche voraus. Daher sagt der Heilige Vater:

„Der Epheser-Brief, der die Bräutliche Beziehung Christi zur Kirche zum Ausdruck bringt, lässt verstehen, dass die Kirche selbst demzufolge das ‘Große Geheimnis’ ist, ein neues Zeichen des Bundes und der Gnade, das aus den Tiefen des ‘Sakraments der Erlösung’ hervorwächst, ähnlich wie von der Tiefe des ‘Sakraments der Schöpfung’ die Ehe: das ursprünglichste Zeichen des Bundes und der Gnade aufgetaucht ist.
– Der Verfasser des Epheser-Briefes kündet, dass jenes ursprünglichste Sakrament sich auf Neue Weise verwirklicht im Sakrament Christi und der Kirche. Auf diesem Grund wendet sich auch der Apostel in gerade demselben ‘klassischen’ Text Eph 5,21-33 an die Eheleute, dass sie – ‘einander unterordnet in der Ehrfurcht vor Christus’, ihr eheliches Leben auf dem Grund des Sakraments gestalten, das am Anfang vom Schöpfer selbst eingesetzt wurde. Dieser Schöpfer hat im Bräutlichen Bund der Gnade Christi und der Kirche seine endgültige Größe und Heiligkeit wieder gefunden ...” (EL 224f.).

Zuletzt soll also festgestellt werden, dass der Hl. Paulus zwar im erörterten Fragment von der Ehe als einem der Sieben Sakramente nicht direkt spricht. Dennoch:

„Die Sakramentalität der Ehe wird in ihm auf besondere Weise bestätigt und vertieft. Im ‘Großen Geheimnis’ Christi und der Kirche werden die christlichen Eheleute zur Gestaltung ihres Lebens und ihrer Berufung auf dem Sakramentalen Fundament aufgerufen” (EL 224).

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RE-Lektüre: VI.Teil, 9.Kapitel, ad ‘f’.
Stadniki, 16.VIII.2015.
Tarnów, 17.VIII.2021.


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„Er hat die Kirche geliebt”: Gemeinschaft und der Einzelne
Denkweise nach dem Stil ‘Groß-Ich’
Grundsätzliche Merkmale des Begriffs ‘Groß-Ich’
‘Groß-Ich’ und Solidarität in Israel
Text: Mose: Einzelperson und die Gemeinschaft ( Ex 34,10)
Dynamik mit der der Begriff ‘Groß-Ich’ gekennzeichnet ist
Begriff des ‘Groß-Ich’ – und das Volk Gottes: die Kirche
Rolle des Heiligen Geistes bei der Denkform ‘Groß-Ich’
1. Der Heilige Geist im Band: Einzelperson und die Gemeinschaft
Text: Mein Geist bleibt in eurer Mitte bestehen
2. Der Heilige Geist im ‘Groß-Ich’ und die Funktion der Zeit

7. Ehe als Sakrament der Kirche
a. Noch einmal: Der Mensch bei der Erschaffung mit Gnade der Unschuld bereichert
b. Gottes Bräutliche und Erlösende Liebe
c. In die Ehe eingeführte Neuheit des Evangeliums
d. Sakrament der Schöpfung – Sakrament der Erlösung
e. Ehe als eines der Sakramenten der Kirche


Bilder-Fotos

Abb.1. Sarg in Erde der Grotte, in Nähe des Grabes des Hl. Petrus, niedergelassen
Abb.2. Johannes Paul II. - Marmorplatte und Relief gegenüber
Abb.3. Grab ständig von vielen besucht: Ort des andauernden Gebete
Abb.4. Der tüchtige Tommy, der seit Jahren seinen Herrn F. treu begleitet
Abb.5. Stille Tage in Ehe: schwere Sünde gegen die gelobene Liebe
Abb.6. Alee mit bunten Bäumen bei der Chaussee