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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur



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UNANTASTBARKEIT DES LEBENS
–  IN  VITRO  –
VERWANDTE FRAGEN

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Dokument der Bischöfe Polens
(5.III.2013 r.)

„Und ich
lebe ... dank ‘In Vitro’ ...”


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Wort zur Einführung

Wir stellen hiermit ein Dokument dar, in dem die Bischöfe der Kirche in Polen die Frage aufgreifen (März 2013), aus der von vielen Politikern – und in ihren Pfaden ihre dienstlichen Medien, gleichsam eine ‘Versteigerungskarte’ tun, um die ihnen eigenen Ziele zu erreichen. Ethische Prinzipien hinsichtlich der Ehrachtung vor dem Menschenleben und der Würde der menschlichen Person, ferner jeder Eingriff in die vorgefundene, von Gott ins Menschenherz eingeprägte Friedensordnung des ehelichen Aktes – mit Hilfe von Verhütungsmitteln gegen die Schwangerschaft (zurzeit werden von der Industrie zu Diensten des Sexus ausschließlich Abortivmittel erzeugt; gilt auch für das Präservativ), und zuletzt die Frage, wie die Nachkommenschaft in die Welt herbeigebracht werden kann mit Hilfe irgendeines Eingriffs dritter Personen in die ehelichen Beziehung von Mann zur Frau – sind in der unabänderlichen Lehre der Kirche enthalten. Sie erwächst aufgrund der dogmatischen und moralischen Überlieferung der Apostolischen Lehre, die sich des Siegels Gottes Einsetzung und Offenbarung freut. Daselbst wird sie niemals irgendwelchen Modifikationen erliegen, keiner Verwässerung, noch wird sie irgendwann Einbuße an Aktualität erleiden, als ob die Festlegungen Gottes nur an bestimmte kulturelle, geographische oder geschichtliche Milieus gebunden sein sollten.

In Frage nach der Würde und den Grenzen irgendeines Eingriffs in beginnendes Menschenleben hat das Magisterium der Kirche oftmals das Wort aufgegriffen. Unmittelbar mit der Frage eines technologischen Eingriffs in entstehendes Menschenleben hängen in letzten Zeiten zwei wichtige Verlautbarungen zusammen. Es sind autoritative Dokumente, die im Auftrag der betreffenden Päpste von der Kongregation der Glaubenslehre erarbeitet wurden, und zwar:

1) „Donum vitae. Instruktion über die Achtung vor dem Beginnenden Menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung. Antworten auf einige aktuelle Fragen” – Kongregation für die Glaubenslehre (22.II.1987).
2) „Dignitas personae. Instruktion über einige Fragen der Bio-Ethik” – Kongregation für die Glaubenslehre (8.IX.2008).

ANMERKUNG. Beide Dokumente des Magisteriums der Kirche, die den Siegel der Lehre „cum Petro et sub Petro” (‘unter Petrus und mit Petrus’ – VSp 116) tragen, können leicht u.a. von unserer Homepage heruntergeladen werden (Links dazu sieh unter dem unten angeführten Dokument der Bischöfe Polens).

Auch in diesem Bereich gibt es keine Zweideutigkeit hinsichtlich sowohl der doktrinären, wie ethischen Verhaltungsweise. Keine menschliche Gewalt ist mächtig das Gebot Gottes zu ändern: „Du sollst nicht töten(Ex 20,13; Mt 19,18; usw.), noch die Gottes Friedensordnung des unternommenen Aktes der ehelichen Vereinigung zu revidieren. In ihre Struktur und Dynamik hat Gott unabänderlich die elterliche Potentialität eingetragen. Gott hat den Menschen-die-Frau nicht als Werkzeug zur ‘Besamung’ erschaffen (solche Prozedur ist im Fall der Pflanzen und Tiere erlaubt). Das Kind soll gleichsam ‘unterwegs’ der ehelichen ganzheitlichen Hingabe aneinander von Mann und Frau als zweier Personen-Eheleuten erscheinen. Sie sind miteinander mit dem Band ihrer ehelichen Kommunion im Leben und Liebe verbunden. Diese Wirklichkeit wird auf wunderbare, schöpferische Weise mit Worten des Sel. Johannes Paul II. belichtet:

„Während sich die Eheleute also einander dahinschenken, geben sie aus sich eine neue Wirklichkeit heraus: das Kind,
lebende Abspiegelung ihrer Liebe,
bleibendes Zeichen ihrer ehelichen Einheit
und lebendige und untrennbare Synthese ihres Vater- und Mutterseins” (FC 14).

Das Kind wird so, gleichsam zur freudevollen Überraschung der Ehegatten selbst, von nun an eine schon unabwischbar bestehende Frucht der Ganzheitlichkeit ihrer gegenseitigen Hingabe aneinander.
– Zu gleicher Zeit ist aber in das Zur-Existieren-Kommen des Kindes – außer den Ehegatten – selbst die „Liebende Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) engagiert. Und zwar Gott der Dreieinige impft zur Stunde der Empfängnis des Zur-Existenz gekommenen Neuen Menschen sein Lebendiges „Ebenbild und seine Ähnlichkeit” ein:

„Wenn wir sagen, dass die Ehegatten als Eltern Mitarbeiter Gottes-des-Schöpfers in der Empfängnis und Zeugung des Neuen Menschen sind, beziehen wir uns mit dieser Formulierung nicht nur auf die Gesetze der Biologie, sondern darauf, dass in der menschlichen Elternschaft Gott selber gegenwärtig ist – gegenwärtig in noch anderer Weise, als es in jeder anderen Zeugung in der sichtbaren Welt ‘auf Erden’ geschieht.
– Es kann doch allein von Ihm die ‘Ebenbildlichkeit und Ähnlichkeit’, stammen, wie sie dem menschlichen Wesen eigen ist, wie es bei der Schöpfung war. Die Zeugung ist die Fortführung der Schöpfung” (BF 9).



Es bleibt an die Frage irgendwelcher Eingriffe vonseiten dritter Personen darin, was Ausdruck der völligen ehelichen Hingabe sein soll, und sollte es auch mit bester Absicht unternommen werden, in diesem Fall um Eheleute mit einem Kind zu beglücken – einmal mehr die Kriterien anzuwenden, die der Sel. Johannes Paul II. zur Unterscheidung einer guten und schlechten Tat aufgezählt hat. Diese Kriterien sind übrigens nur Weiterfolge der dogmatischen und moralischen Tradition der Apostolischen Lehre. Der Heilige Vater stellt sie in seiner Enzyklika „Veritatis Splendor(1993) dar (siehe dazu auch mehrmals auf unserer Homepage, z.B.: ‘Gute-schlechte’ Tat: ‘Absicht’ und Gegenstand der Tat – im ganzen weiteren Zusammenhang):

„... Der Grund, warum die gute Absicht nicht genügt, sondern es auch der ordnungsgemäßen Wahl der Taten bedarf, ist die Tatsache, dass die menschliche Handlung von ihrem Gegenstand abhängt, das heißt davon, ob er auf Gott, auf Den, der ‘allein der Gute ist’ hingeordnet werden kann und ob er die Person so zur Vollkommenheit führt.
– Eine Handlung ist gut, wenn ihr Gegenstand (das Objekt) dem Gut der Person entspricht – dadurch, dass sie die Güter berücksichtigt, die für sie vom moralischen Blickpunkt aus wesentlich sind ...
– Die menschliche Handlung, die ihrem Gegenstand nach gut ist, ist zugleich auch dem letztlichen Ziel untergeordnet. Dieselbe Tat erreicht dann ihre letztliche und wesentliche Vollkommenheit, wenn sie vom Willen tatsächlich auf Gott hin durch die Liebe hingerichtet wird ...” (VSp 78).

Gleich welchen Aspekt der vom Heiligen Vater erwähnten Kriterien wir in Bedacht ziehen möchten, bemerken wir bei Anwendung der Technologie der Labor-Produktion eines Menschen eine fortgeführte Reihe von anmaßender Missachtung Gottes und usurpatorischer Aneignung strikt Gottes Zuständigkeit, die Gott seinem Wesen nach niemandem abzutreten imstande ist.

Um die Prozedur des ‘In Vitro’ zu rechtfertigen, oder sie umso mehr zu anempfehlen, genügt auf keinen Fall selbst die heiligste gute ‘Absicht’ – in diesem Fall: um die bisher unfruchtbaren Eheleute endlich mit eigenem ‘Kind’ glücklich zu machen. Bei solcher Empfängnis wird dieses Neue Kind zu gleicher Zeit – ihr Kind, und nicht ganz ihr Kind. Alle Stufen der Labor-Maßnahmen, die den positiven Effekt anstreben, das heißt die Besamung-Befruchtung einer Eizelle, sind mit usurpatorischem Einschreiten in strikt Gottes Zuständigkeit vermerkt. Es sind Bestrebungen, die eine vollständige Auschaltung der Wirklichkeit des Personalen Gottes überhaupt abzielen.
– Parallel dazu wird diese Prozedur zum brutalen Einschreiten in die Intimität der gegenseitigen Beziehungen zwischen Mann und Frau – als Personen, die mit dem Bund ihrer eingegangenen Ehe verbunden sind.

Es kann dabei unmöglich die Tatsache übergegangen werden, dass untrennbarer Bestandteil der ‘laboratorischen Menschen-Produktion’ die ... unmittelbare oder mittelbare Vernichtung – in der Regel vieler zur Empfängnis gebrachter Zygoten-Embryonen darstellt. Es geht um Lebendige Menschen, die ihres Lebens gnadenlos beraubt werden, wenn der ‘Techniker’, der die Prozedur in Gang gebracht hat, zum Schluss kommt, dass der betreffende Embryo – und dann noch viele andere weitere – infolge dieses oder anderes Grundes insuffizient ist, nicht ‘gelungen’, eventuell er scheint sich von vornherein mit Entwicklungsfehlern auszuzeichnen.

Die Technik des ‘In Vitro’ setzt auf diese Weise programmweise die Tötung Lebender, schon empfangener Menschen voraus. Sollte demzufolge die ‘gute Absicht’: der Übertragung in den Leib der Mutter eines besser ‘gelungenen Embryos’ die Tatsache rechtfertigen, dass ‘unterwegs’ soundso viele ‘nicht allzu gelungene’ Kinder umgebracht werden sollen? Weitere solche Tötungen werden vorausgesetzt, wenn die zumindest ein paar anderen Embryonen, die sich in der Gebärmutter schon entwickeln, selektioniert werden müssen, dass letztlich nur einem ausgewählten von ihnen – und nicht allen vielen insgesamt – die Chance der erfolgreichen weiteren Entwicklung gegeben wird.

Schon der Heilige Paulus, der Völkerapostel, hat den ethischen Grundsatz in Worte geschmieden mit Bezug auf die gute Absicht bei einer Betätigung – doch um den Preis, dass das beabsichtigte Ziel über Taten erreicht wird, das heißt wenn der ‘Gegenstand’ dieser Betätigung – ihrem Wesen nach böse ist. So geschieht es aber im Fall der angewandten Technik ‘In Vitro’. Und zwar, indem Paulus die ihm aufgestellten Vorwürfe widerlegte, hat er die rhetorische Frage formuliert:

„... Sollte es etwa so sein ... : ‘Lasst uns Böses tun, damit Gutes daraus entspringt?’ – Solche erwartet die gerechte Strafe!” (Röm 3,8).

Gerade auf dieses Argument aller ethischen Verhaltensweise beruft sich Papst Paul VI. in der Enzyklika „Humanae Vitae(sieh: HV 14, Fußnote Nr. 18).

Man müsste Gott sein, um die innere Friedensordnung des Aktes – nicht einer Kopulation-Insemination, sondern des von Gott geschenkten Aktes der ehelichen Vereinigung zweier Personen (also nicht zweier Werkzeuge der Labor-Technik, die zur Produzierung der menschlichen Zygote-Embryos bestimmt werden) zu ändern. Der ‘Techniker’, der im Labor die Technologie des „In Vitro” durchführt, ist weder Ehemann, noch Ehefrau des betreffenden Ehepaars. Die Ehegatten sind miteinander mit lebenslangem ehelichen Bund verbunden. Im Fall der Getauften wird die Ehe daselbst Sakrament der Ehe. Der ‘Techniker-für-In-Vitro’ an sich ist im geringsten Maß an der Frage der Würde des menschlichen Embryos interessiert, an seiner personalen Würde, seinem Gerufenwerden zum Leben in Ewigkeit ab der Stunde, da die Empfängnis stattfindet. Es interessiert ihn auch die Frage des Zu-Tode-Bringens einer ‘nicht allzu gelungenen’, von ihm erzeugen Zygote nicht: des vollberechtigten, zum ewigen Leben berufenen Lebendigen Menschen ...

Alle Betätigungen, die im Labor der ‘Produzierung des menschlichen Embryos’ unternommen werden, sind anmaßendes Hinwerfen eines Handschuhs Gott dem Schöpfer gegenüber und seine Herausforderung zur Abrechnung mit ihm als dem ‘Techniker-des-In-Vitro’, um mit Ihm ein Duell auszutragen ...! (sieh zu dieser Frage von unserer Seite: Betätigungen ‘Contra’: Was sagt Gott dazu? – dieses ganze Kapitel).

Mit anderen Worten: nicht hier darf die Lösung des Problems einer bisweilen sehr tiefschneidend erlebten ehelichen Kinderlosigkeit gesucht werden. Anderswo vom Kinderreichtum, bzw. Kinderlosigkeit allein hängt die Gültigkeit der eingegangenen Ehe keinesfalls ab.
– Die Kirche weist den Eheleuten urewig die positive Lösung einer sich verlängernden ehelichen Kinderlosigkeit. Die einen Eheleute können ihre Elternschaft in geistiger Art und Weise verwirklichen, indem sie in immer anderem Bereich ihre schöpferische Liebe – als reale Hilfe für viele Bedürftige geltend tun.
– In anderen Fällen erscheint die positive Lösung darin, dass eine Ersatz-Familie für eine andauernd riesige Anzahl von verwaisten und obdachlosen Kindern geschaffen wird. Leider, viele Eheleute sind angesichts solcher Lösung nicht allzu sehr entzückt, trotzdem sie ganz und gar ‘Göttlich’ ist und die Verheißung vonseiten Jesu Christi für sich hat:

„Und wer ein solches Kind um Meinetwillen aufnimmt, der nimmt Mich auf ...” (Mt 18,5).

Anders gesagt, Eheleute, die ihr Haus und ihre Herzen für fremde Kinder aufzuschließen nicht vorhaben, um ihnen die Erziehung zu schenken, sie zu nähren und auszubilden, verkapseln sich des Öfteren allein in eigener Gemütlichkeit und Selbstsucht. Es gibt offenbar wohl solche Situationen, dass kinderlose Gatten infolge ernster Gründe tatsächlich kein fremdes Kind aufzunehmen imstande sind – und sie glauben, Gott kennt und nimmt ihre Gründe an. Daher soll man sich immer vor vorzeitigen Urteilen über den Nächsten am besten ... ganz zurückziehen.

Dagegen angesichts irgendwelcher Eingriffe in den Akt der ehelichen Vereinigung über die Technologie des „In Vitro” muss nach der Richtschnur des Gebotes Gottes ausdrücklich ein eindeutiges „Non possumus – Darauf können wir nicht einstimmen” gesagt werden. Solche Haltung nehmen die Jünger Jesu Christi im Laufe der Jahrhunderte der Kirchengeschichte in immer anderen Situationen an. Es ist eigenartige weitere Folge der strikt Apostolischen Überlieferung. Der erste, der gerade eine solche Haltung angenommen hat: einer entschiedenen Erklärung für das Recht Gottes – allen Androhungen vonseiten der politischen, bzw. religiösen Machtträger gegenüber, war Petrus, der erste Papst, das heißt der erste sichtbare Stellvertreter des Gott-Menschen Jesus Christus. Im Angesicht der damaligen politischen und religiösen Führer des Volkes fand er sich verpflichtet, seine entschiedene, selbst angesichts der vorauszusehenden Foltern und des befürchteten Lebensverlustes – unbeugsame, auf dem Wort Gottes stützende Haltung zum Ausdruck zu bringen:

„Ob es vor Gott recht ist, mehr auf euch zu hören, als auf Gott, das entscheidet selbst” (Apg 4,19).

Und noch – unter anderen, ähnlichen Begebenheiten, eine selbe zum Ausdruck gebrachte Haltung aller Apostel insgesamt:

„Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen ...!” (Apg 5,29).



Hier jetzt das erwähnte Dokument der Bischöfe Polens in Frage des Schutzes des beginnenden Menschenlebens und der Technologie des „In Vitro”.



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Private Übersetzung des Dokumentes
der Polnischen Bischöfe – 5.III.2013

Bischofs-Konferenz Polens

Bio-ethische Herausforderungen
die vor dem Menschen von heute
stehen bleiben


Dokument angenommen bei der 361. Vollversammlung
der Bischofs-Konferenz Polens

Warszawa, den 5. März 2013

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Text von der Internetseite der Kirche in Polen – ‘OPOKA.PL’:
http://www.opoka.org.pl/biblioteka/W/WE/kep/bioetyczny_05032013.html


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„Über das Leben des Menschen fordere Ich
Rechenschaft – von jedem seiner Brüder” (Gen 9,5)

1. Der Mensch guten Willens angesichts der Zivilisation des Todes und für die Kultur des Lebens

Das Anrecht auf Leben ist fundamentales Recht des Menschen, auf dessen Grund alle übrigen Rechte heraufwachsen. Dieses Anrecht bildet auch den Grundboden aller anderen Güter, die Anteil des Menschen werden. Das Panorama der Stellungnahmen ist hier eindrucksvoll ausgebaut, demzufolge die erste Aufgabe des Christen auf der Gestaltung seines Gewissens in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche beruht, wie auch auf Erwerbung eines korrekten und redlichen Wissens hinsichtlich des Themas des Anbeginns des Menschen. Man darf nicht auf vereinfachten Informationen der Massenmedien beruhen. Die Ehrlichkeit und Bedachtsamkeit – unumgänglich zur Entscheidung der allergrundlegendsten Fragen – kann nur auf moralischer Empfindsamkeit und Wissen aufgebaut werden. Diese Empfindsamkeit wird mittels der Vertiefung des religiösen Lebens in Kommunion zu Gott gewonnen. Dagegen dem Wissen ist nicht nur ausschließlich die religiöse Beschaffenheit inne, sondern es stützt im Ausgangspunkt auf wissenschaftlichen Errungenschaften. Daher wurde in der Erklärung der Kongregation der Glaubenslehre „Quaestio de abortu procurato” (Erklärung zur vorsätzlichen Abtreibung: ‘Quaestio de abortu procurato’ – 1974), und nachher in der Enzyklika „Evangelium vitae” folgendes zur Erinnerung gebracht:

„Zu dieser Evidenz, die schon immer bestand (ganz unabhängig von den Diskussionen über den Zeitpunkt der Beseelung), liefert die moderne genetische Wissenschaft wertvolle Bestätigungen. Sie hat gezeigt, dass vom ersten Augenblick an das Programm feststeht, was dieses Lebewesen sein wird: ein Mensch, dieser individuelle Mensch mit seinen charakteristischen und schon bestimmten Eigenschaften. Seit der Befruchtung hat das Abenteuer eines menschlichen Lebens begonnen, für das jede der großen Anlagen Zeit braucht, eine hinreichend lange Zeit, um ihren Platz einzunehmen und um aktionsfähig zu werden
– In dem Augenblick, wo das Ei befruchtet wird, beginnt ein Leben, das nicht das des Vaters oder der Mutter, sondern eines neuen menschlichen Geschöpfes ist, das sich eigenständig entwickelt. Es wird nie menschlich werden, wenn es das nicht von dem Augenblick an gewesen ist. Für die Augenfälligkeit dieser alten Einsicht ... liefert die moderne genetische Forschung wertvolle Bestätigungen. Sie hat gezeigt, dass vom ersten Augenblick an das Programm für das, was dieses Lebewesen sein wird, festgelegt ist: eine festgelegte Struktur, also die genetische Information (...). Samt der Befruchtung beginnt der wunderbare Lauf eines jeden Menschenlebens, von dessen alle großen Fähigkeiten jede einzelne Zeit braucht, um sich zu einzuordnen und zur Betätigung vorbereitet zu werden” (QAb 12-13; sieh auch: EV 60).

Im Widerspruch zu diesen Feststellungen bleiben Meinungen, die sich mit ihrer extremen subjektiven Beschaffenheit auszeichnen, nach denen vorgeschoben wird, das Leben des Menschen sollte erst ab einem Zeitpunkt an seiner Entwicklung beginnen. Indessen schon die biologischen Lehren lassen feststellen, dass es bei der Entwicklung des Menschen keine sprungweisen noch qualitativen Veränderungen gibt. Die ganze Entwicklung erfolgt kontinuierlich. Es kann auch keine Phase festgestellt werden, die wichtiger wäre als die anderen. Jeder Zeitpunkt bei dieser Entwicklung setzt den vorangegangenen voraus, der zeitweilige aber bildet die unentbehrliche Bedingung für den nächsten. Dagegen das einzige Ereignis seiner Art bildet gerade die Empfängnis des Menschen. Alle weiteren Weilen seines Lebens sind Folge dieser ersten, wichtigsten. Letztlich aber müssen alle Zweifel, was das Existieren des Menschen angeht, zugunsten des Lebens entschieden werden. Man muss entschlossen diesen Betätigungen widerstehen, die den Menschen bedrohen. Johannes Paul II. formuliert diese Norm auf eindeutige Weise: „Im übrigen ist der Einsatz, der auf dem Spiel steht, so groß, dass unter dem Gesichtspunkt der moralischen Verpflichtung schon die bloße Wahrscheinlichkeit, eine menschliche Person vor sich zu haben, genügen würde, dass ein allermeist kategorisches Verbot für jeden Eingriff vorgenommen wird, der die Tötung des menschlichen Embryos beabsichtigte” (EV 60).

Für den gläubigen Menschen fließt die grundlegende Hinweisung vom rücksichtslosen Verbot Gottes her, das im fünften Gebot des Dekalogs ausgedrückt wird: „Du sollst nicht töten(Ex 20,13). Dessen Begründung befindet sich in der Wahrheit, dass „das Menschenleben von Anbeginn an die Tätigkeit Gottes des Schöpfers voraussetzt” (Enzyklika ‘Mater et Magistra’, 194) und ausschließlich Gott zugehört, wie auch im wichtigsten Gebot der Liebe zu Gott und dem Nächsten (vgl. Mt 22,36-40). Demzufolge, wer das Menschenleben zerstört, widersetzt sich direkt Gott und seinen Gesetzen. Von hier kommt geradeaus die Vorwarnung Gottes, die am Anfang selbst der Bibel an Personen gerichtet ist, die das Leben des Menschen zerstören: „Über das Leben des Menschen fordere Ich Rechenschaft – von jedem seiner Brüder” (Gen 9, 5). Auch Johannes Paul II. hat in Kraft der Apostolischen Macht hervorgehoben, dass die „direkte, das heißt als Ziel oder Mittel gewollte Abtreibung immer eine schwere moralische Unordnung darstellt, weil sie die vorsätzliche Tötung eines unschuldigen menschlichen Wesens darstellt” (EV 62). Der Papst fügt nachher hinzu: „Die moralische Bewertung der Abtreibung muss auch auf die neuen Formen des Eingriffs auf menschliche Embryonen angewandt werden, die wiewohl sie Ziele beabsichtigen, die von Natur aus erlaubt sind, unausbleiblich zur Tötung der Embryos führen” (EV 63). Dem Heiligen Vater ging es dabei um: Experimente an Embryos, die als zu verwertendes „biologisches Material”, als Lieferanten von Organen oder Geweben zur Transplantation, für die Behandlung bestimmter Krankheiten, als vorgeburtliche diagnostische Techniken betrachtet werden, wenn sie mit eugenischen Gründen motiviert werden (EV 63).


2. Das Wesen der Bedrohungen des Menschenlebens in vorgeburtlicher Phase

Papst Johannes II. vermutete die Gefahren für das Menschenleben in pränataler Phase: „Darum muss jede Bedrohung der Würde und des Lebens des Menschen eine Reaktion im Herzen der Kirche auslösen. Heute erweist sich diese Verkündigung als besonders dringend angesichts der erschütternden Vermehrung und Verschärfung der Bedrohungen des Lebens von Personen und Völkern, vor allem dann, wenn es schwach und wehrlos ist” (EV 3). Das menschliche Leben stellt den grundlegenden Wert dar und ist unabtrittbares Gut. Es fordert unbedingten Schutz, also unabhängig von der Phase und Qualität des Lebens des Menschen. Die Infragestellung dieses Gebotes führt zur allmählichen Abschwächung des Schutzes Nicht-Geborener Kinder, der unheilbar Kranken oder älteren Leuten. Es verfälscht auch die Wirklicheit, indem der Wert des Lebens bedingt und davon abhängig gemacht wird, ob die Geburt schon tatgeworden ist, oder ob dieser Mensch über die Fähigkeit verfügt, über sich selbst bestimmen zu können. Indessen das Leben ist da, oder auch es ist nicht da: sein Wert braucht nicht erst begründet werden, man soll ihn dagegen erklären und die eigene Empfindung darauf wecken, wie auch diese bei den anderen.

Die Tatsache darf auch nicht übergegangen werden, dass Gott Geber des Lebens ist, woraus die Heiligkeit des Lebens und die Würde eines jeden Menschen folgt. Die Kirche findet sich zur Pflicht, dass es verteidigt wird ab dem Anbeginn bis zum natürlichen Tod, und dass die Erfordernisse sowohl des Gottes Gesetzes, wie auch des natürlichen Rechtes beachtet werden. Über sie wird ein Strich gezogen, zumal Prozeduren angewandt werden, die die Tötung des Kindes im pränatalen Zeitabschnitt, das heißt vor seiner Geburt, zulassen.

Heutzutage geht eine radikale Veränderung bei der Sicht betreffs der Elternschaft vor. Es fehlt die Empfindsamkeit vor der Außergewöhnlichkeit und dem Wert jedes menschlichen Lebens. Solche Haltung ist Folge der übermäßig hervorgebrachten Ermächtigungen des Individuums in Gebieten, die traditionsmäßig für allgemein verpflichtende Rechte vorbehalten sind, die im Einklang sind mit der Natur und Würde des Menschen, und so die Grundlage für seine weiteren Rechte und Pflichten darstellen. Praktisch gesehen nehmen diese Berechtigungen die Gestalt an eines rücksichtslosen Herrschens der Kräftigeren über die Schwächeren, der Erwachsenen über die Nicht-Geborene, der Gesunden über die Kranken.

Der Relativismus beruht in Praxis darauf, dass grundlegende Begriffe unter Diskussion gezogen werden: die Würde, das Leben, die Gesundheit und das Mensch-Sein überhaupt. Indessen diesen Begriffen, deren Wurzeln in der griechischen, römischen und christlichen Kultur eingankert sind, gebührt in unserer Zivilisation eine universale Bedeutung. Der Sukzess des Relativisierung beruht darin, dass die Begründung ihrer Bedeutung von uns gefordert wird, und zuletzt selbst die verpflichtende Kraft der grundsätzlichen moralischen Prinzipien verteidigt werden muss. Indessen es muss in Bedacht genommen werden, dass die Triftigkeit dieser Begriffe für jeden Menschen guten Willens von allein verständlich ist, wenn er in die Stimme seines Gewissens hinhört, so dass sie keiner weiteren Entfaltung noch fortwährende Begründung benötigen.

Im modernen Katalog der Rechte des Menschen erscheint ab einiger Zeit das Konzept jedem von uns zustehender sogenannter Reproduktionsrechte. Allein schon das Wort „Reproduktion” weist auf gegenständlichen Zusammenhang hin, wogegen die Prokreation ihre Aufmerksamkeit auf Subjekte hinlenkt. Reproduktionsrechte bezeichnen im eigentlichen Sinne die Anerkennung als grundlegenden Rechtes, dass alle Paare, wie auch jede individuelle Person, Zugang hat zur Verhütung der Empfängnis, zu Frühabortivmitteln und Abtreibung, um über die Anzahl, Zeitabstände und die Stunde frei entscheiden zu können, wann Kinder in die Welt gebracht werden sollen, wie auch das Anrecht auf Information hinsichtlich dieser Mittel. Im ähnlichen Geist werden Meinungen formuliert, die die Aufmerksamkeit auf Leiden unfruchtbarer Paare lenken, oder anderseits auf zahlreiche Fälle persönlicher Tragödien von Muttern, die vereinsamt zu Müttern kranker oder mit Behinderung belasteter Kinder werden. Es wird dann das Argument hervorgehoben, dass die „Nötigung” dieser Mütter zum Gebären des Kindes der Forderung eines Heroismus ihrerseits gleicht, wofür niemandem das Recht zusteht, wobei es darüber hinaus eine unmenschliche Betätigung darstellt, die der Empfindsamkeit entbehrt. Auf solchem Grund soll die Begründung für das Recht hervorkommen, ein Kind zu bekommen, das mit Hilfe künstlicher Methoden empfangen wird oder anderenfalls – das Recht auf Schwangerschaftsabbruch im Fall einer seriösen Krankheit, einer bedrohten Entwicklung oder des genetischen Fehlers beim Kind, das empfangen, aber noch nicht geboren wurde. Noch mehr, die Ärzte mit gerechtem Gewissen, die die Teilnahme an pränataler Diagnostik verweigern, falls sie eugenische Zwecke abzielt, werden öffentlich gebrandmarkt, sie werden wegen des Verstoßes gegen das Recht angeklagt, manchmal selbst bestraft, es werden gegen sie disziplinäre, berufsmäßige oder strafmäßige Sanktionen angewandt, bisweilen aber werden sie zur zivilen Verantwortung gezogen wegen der sog. fehlerhaften Geburt. Denn in diesem letzten Fall wird die Geburt eines kranken, bzw. nicht gewollten Kindes als Quelle des Schadens getrachtet, den die Mutter oder die Familie tragen muss, und für den der Arzt schuldhaft bleibt.

In der ethischen und juristischen Debatte wird das Problem dahin herabgeführt, ob ein empfangenes Kind in subjektiven Kategorien betrachtet werden soll (ob es ein Jemand ist): wie jeder andere Mensch, dem seine Rechte zustehen, oder auch ob er gegenständig betrachtet sein soll (er ist ein Etwas), das heißt er ist nur irgendeine kostbare Sache, wegen der man sich Sorge nur in bestimmten Grenzen zu machen braucht. Nehmen wir diese zweite Alternative an, wird im Fall der Wahl zwischen dem Wohl der Mutter (z.B. wenn auch nur ihrer physischen oder psychischen Gesundheit) und der Unterhaltung der Schwangerschaft – immer der Bedarf der Mutter überwiegen. Betrachten wir aber das empfangene Kind als Subjekt – darf in ähnlichen Situationen sein Wohl, darunter das Anrecht zur Geburt, nicht bestritten werden.

Es nimmt auch die oben erwähnte Tendenz zur Relativisierung des Wertes des Lebens zu. Eine Person mit intellektueller bzw. physischer Behinderung, oder schlechterdings mit niedriger Lebensqualität – weckt Emotionen und Mitleid. Diese drücken sich des Öfteren in der Überzeugung aus, es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre. Es wird angenommen, dass solange die Eltern des Kindes am Leben sind, wird es eine entsprechende Betreuung genießen. Dagegen nach ihrem Tod – wird es Vergessen und Verlassung erfahren. Es kommt vor, dass selbst gläubige Menschen sich nicht zum Bewusstsein bringen werden können, dass diese Personen in der Tat ein besonderes Gut darstellen – denn in ihnen offenbart sich das Leben an sich und um dessen willen sollen sie aufgenommen und mit Ehrerbietung umgeben werden, und nicht nur wegen irgendwelcher berufsmäßigen oder sozialen Errungenschaften, die ihre Teilnahme werden sollen. Die Erfahrung seitens der Nächsten dieser Personen beweist zugleich, dass sie von ihrer Seite eine ungemeine selbstlose Liebe empfinden, eine riesige Empathie und erleben besonders tiefe Bände mit ihnen. Diese Personen sind für uns Zeugen des Wertes des menschlichen Existierens und der Zugegenheit Jesu Christi im anderen Menschen. Gleichgültigkeit angesichts ihrer Lage, ihr Lassensein ohne entsprechende Fürsorge und Stütze belasten zum Teil das Gewissen eines jeden von uns.

Infolge der dargestellten moralischen Verworrenheit wird allgemein die Ansicht angenommen, dass zulässige Mittel bei der Lösung der Situation einer nicht gewollten Schwangerschaft oder eines Kindes, das mit Behinderung empfangen wurde, das vermeintliche Anrecht zur Abtreibung ist (es wird als Anrecht zum Verzicht auf die Schwangerschaft genannt), oder auch das Anrecht des Zugangs an preiswerte Verhütung und frühabortive Mittel (diese werden nach dem Verkehr angewandt). Für kinderlose Paare wird dagegen – als Alternative bei weiteren Bestrebungen um ein Kind – die Prozedur der Empfängnis außerhalb des Körpers der Mutter zugelassen. Diese wird allgemein als Prozedur „In Vitro” genannt. Diese Prozedur, bekannt bei der Züchtung von Pflanzen und Tieren, wurde in die Medizin eingeführt und ist in der Tat keine Genesungsprozedur. Ihr Ziel ist die Erzeugung eines Menschen im Labor, wonach er mechanisch in den Organismus der Mutter versetzt wird. In dieser Prozedur wird eine größere Anzahl von Keimen produziert, wonach sie selektioniert werden. Ein Teil von ihnen wird auf vorauszusehende Art und Weise auf Vernichtung ausgesetzt, bzw. zur Einfrierung bestimmt. Um die Chance für den Erfolg dieser Maßnahme zu steigern, werden in den Organismus der Mutter ein paar Embryos transferiert. In einiger Zeit wird ihre Entwicklung überprüft. Es wird dabei meistens ein Embryo von diesen anderen beibehalten – dieser, der als der beste gewertet wird. Die übrigen werden für die selektive Abtreibung bestimmt, um das Risiko, das mit der Mehrlingsschwangerschaft zusammenhängt, einzuschränken. Angesichts der großen Beliebtheit dieses Weges in manchen Milieus, wie man sich bei Unfruchtbarkeit Rat holen kann, weckt die Tatsache Verwunderung, dass die Wirksamkeit der Methode „In Vitro”, abgemessen mit der Anzahl der Geburten im Verhältnis zur Anzahl der Versuche solcher Befruchtung, kaum ein paar Prozent beträgt.

Unmöglich können bei der ethischen Bewertung der Methode „In Vitro” die gesundheitlichen Bedrohungen übergesehen werden. Die genetische Information, die die Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen bestimmt, wird schon in der Stunde der Empfängnis angeordnet. Sie entscheidet über die individuellen Eigenschaften der Person, wie auch die Zugehörigkeit zur Menschenart. In den ersten Tagen des Keimlebens des Menschen finden Vorgänge statt der Anpassung des neu entstandenen Organismus an die Bedürfnisse des weiteren Existierens. Die Methoden der künstlichen Prokreation stören diesen Vorgang – infolge des veränderten Milieus, in dem die Verbindung der Zeugungszellen im Labor erfolgt – im Vergleich zu natürlichen Bedingungen des Organismus der Mutter.

Die Hormone, die der Frau appliziert werden, um zu gleicher Zeit ein paar Eizellen zu erlangen (um sie „In Vitro” zu befruchten), beeinflussen die genetischen Kennzeichen sowohl dieser Zellen, wie auch die Gesundheit selbst der Frau. Bisweilen wird so das Syndrom der sog. Hyperstimulation der Eierstöcke hervorgerufen, mit samt ihnen einhergehenden Störungen der Blutgerinnung, Anschwellungen, Depressivsyndrom, samt der Lebensgefährdung einschließlich.

Die fehlende natürliche biologische Barriere, die die Vereinigung unreifer, oder genetisch beschädigter Zellen sichert, begünstigt zusätzlich die Entstehung weiterer Störungen beim Kind. Nicht selten müssen nächstfolgende Reparationsvorgänge unternommen werden, in Form von verschiedenen, kostspieligen Therapien, die dann vonseiten der ganzen Gesellschaft getragen werden müssen, nicht aber durch die Zentren, die für die Wirkungen der unternommenen Praktiken verantwortlich sind. Im Fall dieser Eingriffe wird eine gestiegene Anzahl spontaner Fehlgeburten und genetischer Veränderungen notiert, wie auch häufigere Geburten von Kindern mit Entwicklungsfehlern.

Diese Bedrohungen setzen die Anwendung der Vor-Implantations-Diagnostik voraus, die genetische Veränderungen beim Keim entdecken sollen, der infolge des „In Vitro” zustande gekommen ist. Auf diesem Grund wird die Selektion der Menschen in der Keimphase unternommen: die bemerkten oder vermuteten genetischen Veränderungen bilden den Grund für die Entscheidung der Zerstörung des Lebens des Kindes – als geradeaus nicht gewollten infolge genetischer Störungen. Nicht selten werden Kinder auf der Stufe dieser ihrer Entwicklung auch daher zurückgewiesen, weil sie nicht diesem Geschlecht entsprechen, der vonseiten der Eltern erwünscht wird. So wird die Methode des „In Vitro” einmal mehr zum Experimentieren am Menschen. Es geht dann um „Produktion” eines Menschen, die ihrem Wesen nach eine Form der Herrscherbleibens über das Leben des Menschen bleibt.

Die überzähligen Embryonen werden eingefriert, um sie so zu aufbewahren und eventuell weiter benutzen zu können bei weiteren Versuchen, die Schwangerschaft zu erreichen, falls die früheren Versuche sich als unwirksam erweisen sollten. Dieser Vorgang verunglimpft schon an sich die Würde des Menschen. Übrigens der größte Teil der eingefrorenen und entfrorenen Embryonen stirbt in diesem Vorgang, oder auch sie werden unfähig, sich weiter gesund entwickeln zu können. Indessen der Embryo ist Mensch, und jeder der Embryonen offenbart sich als ratloses Mitglied der Menschenfamilie, dessen Würde und Rechte rücksichtslos niedergetreten werden.


3. Wahrheit um die menschliche Sexualität und Verantwortung um das Kind

Die Geschlechtlichkeit des Menschen bestimmt seine menschliche Identität und gestaltet sein ganzes Leben. Es geht nicht nur um die Befähigung, verkehren zu können, die biologische Prokreation, die Persönlichkeit, die Psyche, Emotionalität, sondern auch um die Beschaffenheit der Beziehungen zwischen Frau und Mann, wobei in dieser Beziehung die Geschlechtlichkeit die Einheit unter ihnen aufbaut, die Empfindung von Nähe und Geborgenheit. Die Sexualität macht es auch möglich, dass auf eine mit natürlichen Zeitphasen der Fruchtbarkeit der Frau übereinstimmende Art und Weise – über die eigene Nachkommenschaft verantwortlich entschieden werden kann, samt der Bereitschaft, ein jedes Kind aufzunehmen. Mit diesem Zusammenhang der menschlichen Prokreation kontrastiert die Technik des „In Vitro”, wo diese Einheit und die Vereinigung zwischen den Eheleuten vom Akt der Empfängnis getrennt wird: die Samenfäden werden vom Vater im Rahmen des Aktes einer Masturbation erreicht, der Organismus der Mutter wird viele Male manipuliert, und das Kind wird auf den Rang eines „Produktes” herabgeführt.

Indem wir das eigentliche Verständnis der Natur der Beziehungen zwischen Eheleuten beachten, soll in Übereinstimmung mit dem Vorhaben des II. Vatikanischen Konzils festgestellt werden, dass die Ehe und die eheliche Liebe von Natur aus auf das Wohl der Ehegatten und auf die Empfängnis, Geburt und Erziehung der Nachkommenschaft ausgerichtet ist. Kinder sind die kostbarste Gabe der Ehe und tragen im höchsten Grad zum Wohl der Eltern selbst bei. Daher strebt die wahre Achtung vor der ehelichen Liebe und der ganze Sinn des Familienlebens gerade danach, dass die Gatten, die übrigen Ziele der Ehe nicht übergehend, geneigt bleiben tapfer mit der Liebe Gottes des Vaters zusammenzuwirken, der durch sie die Menschenfamilie immerwährend vergrößert und bereichert. Die christlichen Ehegatten sollen sich bewusst bleiben, dass sie in ihrer Verhaltensweise nicht nach eigener Willkür handeln dürfen. Sie sollen immer in Übereinstimmung mit dem gut geformten, an das Recht Gottes angepassten Gewissen handeln. Indem sie sich auf eine größere Anzahl der Kinder entscheiden und in sich den Geist der Opferwilligkeit erarbeiten, erlangen sie die edle, menschliche und christliche Verantwortung, wie auch gewinnen sie an ihrer Großherzigkeit (vgl. Gaudium et Spes 50).

Das gerade dargestellte Vorhaben Gottes angesichts der menschlichen Geschlechtlichkeit wurde, auch bei Leuten der Kirche, mit der immer weiter sich ausweitenden Kontrazeptions-Mentalität verhüllt. Ihr zufolge verlieren selbst die Katholiken die Lust, Eltern weiterer Kinder zu werden, sie verschließen sich vor dem Leben – mit Hilfe unmoralischer kontrazeptiven oder frühabortiven Mitteln – oder auch sie erliegen geradeaus der „Versuchung nur eines Kindes”. Auf solche Art und Weise tragen sie nicht nur zur sich vertiefenden demographischen Krise bei, sondern sie schränken damit die eigene geistig-moralische Entwicklung ein, sie vergessen von der Zukunft der eigenen Familie, und riskieren ihre alten Jahre, die sie in Vereinsamung erleben werden werden.

Der Widerspruch angesichts der Kontrazeptions-Mentalität, die die Wahrheit hinsichtlich der menschlichen Sexualität verfälscht, setzt vor allem eine persönliche, tiefgehende Bekehrung voraus. Sie heißt die in heutzeitiger Kultur dominierende Denkweise zurückzuweisen, was das Kind als Bedrohung und unnötige Last angeht, um auf das Kind als die Chance und kostbare Gabe zu schauen. Zwar kann das Sich-Öffnen für Leben mit dem Kreuz verbunden sein, es kann mit persönlichen und finanziellen Entsagungen einhergehen – dennoch ohne das ist es schwer von wahrhaft christlicher Haltung zu sprechen und zu denken.

Nicht nur die Verhütung, sondern auch die Abforderung des Anrechts auf Abtreibung sind Ausdruck derselben Mentalität, die im Menschen die Empfindung aufkommen lässt, er könne über seinen Körper willkürlich verfügen, als ob er nicht an der Würde seiner Person Anteil hätte, und über die Folgen der eigenen Fruchtbarkeit anders entscheiden, als indem er mit der natürlichen Ordnung des Frauenzyklus mitwirkt und die zeitweilige Enthaltsamkeit akzeptiert. Die Verhütung und die Abtreibung stellen zwei Extremitäten derselben Haltung dar, die sich kurz in der Feststellung äußert: „Ich will kein Kind haben”.
– Ausdruck dieser Haltung ist auch das Greifen nach der Methode „In Vitro” als Art und Weise einer Empfängnis. Dieses Mal lautet die Anspruchsforderung: „Ich will ein Kind haben” – selbst um den Preis, dass es ins Leben durch fremde Leute berufen wird unter Laborbedingungen, Tötung oder Einfrierung seiner Geschwister in der frühesten Phase seines Existierens. Man braucht nur die Aufmerksamkeit auf die Konstruktion der angeführten Sätze zu lenken: sie bringen den Sinn der schlecht verstandenen Elternschaft zum Ausdruck – als des Rechtes über das eigene Kind zu entscheiden, als Rechtes das Kind als Gegenstand eines eigenartigen Eigentums zu betrachten.

Besonders gefährlich ist die Formulation des Anrechts zur Abtreibung wegen eines Entwicklungsfehlers beim Kind. Solchem Kind gebührt das unbedingte Anrecht dazu, es hat das Recht zu lieben und geliebt zu werden. Die Abforderung des Anrechts auf Abtreibung stellt den Ausdruck einer hoch unwürdigen Verhaltungsweise dar, selbst falls zu ihrem Ursprung die Befürchtung wird oder die Empfindung um eine schlecht begriffene Verantwortung wegen des Kindes, die sich in Worten offenbart: „Ich werde diese Last nicht ertragen können”.

In beiden Situationen – beim Drama der Unfruchtbarkeit, Furcht im Zusammenhang mit der Schwangerschaft – bleibt die Kirche aufseiten des Menschen stehen. Sie verurteilt niemanden, sie sucht dagegen gute Lösungen zuzuflüstern, darunter die tatsächliche Behandlung der Ursachen der Unfruchtbarkeit, und in den Gewissen das Bewusstsein um die Würde des Menschenlebens zu jeder Zeitphase seiner Entwicklung zu wecken. Die Kirche versteht die Wünsche und Befürchtungen, sie erinnert aber auch daran, dass das Gute niemals mit unerlaubten Methoden erreicht werden kann und dass es moralische Grundsätze gibt, deren verpflichtende Beschaffenheit niemals eingestellt werden dürfen. In der Lage, wenn die Gatten das Leben weiterzuverleiten unfähig sind (im physischen Ausmaß), kann das Ziel der Ehe im geistigen und zugleich praktischen Ausmaß erfüllt werden. Es geht nämlich darum, dass sich unfruchtbare Paare den anderen zugute widmen, oder auch in die Familie großherzig eines der riesigen Anzahl der Kinder annehmen, die auf Adoption warten.


4. Unsere Haltung

Der Widerspruch angesichts aller Praktiken, die gegen das Menschenleben ausgerichtet sind, drückt sich zuerst in der eindeutigen Erklärung aufseiten des Lebens. Das bedeutet Verbot einer Tatenlosigkeit, Nicht-Annahme einer deutlichen Haltung. Nötig ist das Engagement in aktive Verteidigung des Menschenlebens ab der Stunde seiner Empfängnis. Im weiteren sozialen und politischen Ausmaß soll gesorgt werden um Nicht-Diskriminierung der Familien und die pro-familiäre Politik, das Umgeben mit besonderer Sorge der kinderreichen Familien. Zum praktischen Ausdruck solcher Haltung werden: die Sensibilisierung der menschlichen Gewissen für das Anrecht zum Leben jedes menschlichen Wesens unabhängig von der Qualität seines Lebens; Hilfe den schwangeren Müttern gegenüber, die sich in schwieriger Lebenssituation befinden, zumal sie zur Abtreibung geneigt werden; Erhaltung der Fenster des Lebens; geistige Adoption eines empfangenen Kindes; Gebet um Entwicklung der Kultur des Lebens in der Welt von heute, angefangen von unserer Heimat. Gleichgültigkeit um das Geschick bedrohter Kinder ist keine Haltung, die dem Christen eigen wäre, weil sie die wehrlosen in Händen dieser sein lassen würde, deren Gewissen für ihr Anrecht zum Leben unsensibel ist. Dagegen der eindeutigen Haltung der Achtung und Beschützung jedes Menschenlebens, auch dieses kranken und schwachen, ist das Ausmaß des christlichen Zeugnisses inne – des Liebhaben des Lebens, der Liebe zum Nächsten, und über alles der Liebe zu Gott, dem Urheber und „Liebhaber des Lebens” (Weish 11,26).

Man darf nicht nur bei Erklärungen stehen bleiben. Viele Christen stehen angesichts der dramatischen Entscheidungen, dass dem Nicht-Geborenen sein Leben genommen wird. Es muss eindeutig wiederholt werden: Man darf nicht Böses tun, um das Gute zu erreichen. Keine Betätigung, die zur Bedrohung des Lebens des Menschen führt (ebenfalls in frühen Stadien seiner Entwicklung) oder selbst direkt zur Tötung, kann selbst mit höchst erhabenen Zwecken gerechtfertigt werden. Ein schlecht verwirklichter Wunsch, Eltern zu werden – mit Einwilligung auf „Hinopferung” zu diesem Zweck ein paar aufeinanderfolgender Menschenwesen (überzählige Kinder, „defektierte” Kinder, abgeschaffene, weil sie nach ihrer Implantation in die Gebärmutter sich „zu viele” entwickelt haben) – belastet das Gewissen mit Schuld wegen ihres Todes.

Der Christ muss um die Wahrheit besorgt sein. Somit ist es auch seine Aufgabe die Lügen zu entlarven, unter denen besonders viel Schaden die Suggestionen verschaffen, als ob die außerkörperliche Befruchtung eine Genesung der Unfruchtbarkeit bildete. Sie heilt überhaupt nichts – die Unfruchtbaren bleiben weiter so, wogegen die „Produktion” eines Kindes Fremden anvertraut wird.

5. Engagement der Katholiken in öffentliches Leben

Die Katholiken-Laien können auf das Engagement in öffentliches Leben nicht verzichten: wegen der Sorge um das weit verstandene gemeinsame Wohl, auf Teilnahme an Wahlen, aktive Unterstützung solcher sozialen und juristischen Lösungen, die mit dem christlichen Gewissen im Einklang stehen. Ihre Aufgabe besteht auf „Durchdringung mit christlichem Geist der irdischen Ordnung” mit dem Bewusstsein, dass es sich nach eigenen Gesetzen regiert (vgl. doktrinelle Note der Kongregation für die Glaubenslehre mit Bezug auf einige Fragen die mit der Teilnahme und Haltung der Katholiken im politischen Leben zusammenhängen, Pkt 1, weiter: Note). Diese Aufgabe umfängt unter anderen die Verteidigung des Menschenlebens. Es ist besonders heutzutage wichtig, wann es versucht wird die Meinung aufzuzwingen, dass es keine unveränderlichen universellen Werte gibt, das Gesetz nur Ausdruck des Willens der Mehrzahl sein soll, indem es für den weltanschaulichen, kulturellen und politischen Pluralismus offen bleibt. Um des falsch begriffenen Begriffs willen einer Toleranz wird erwartet, oder geradeaus – es wird vonseiten der Katholiken gefordert, dass sie auf den Eintrag ins sozial-politische Leben dessen verzichten, was sie als mit dem Glauben für wahr und gerecht übereinstimmend ansehen. Die Erfahrung erweist, dass die Überzeugungen der Katholiken heute auf das Marginale der sozialen Diskussionen als Anachronisches abgeschoben werden. Es ist den Katholiken beinahe nicht erlaubt, dass sie sich öffentlich dem verkündeten Recht widersetzen, über die Elternschaft entscheiden zu können. Das betrifft vor allem die Fragen, die mit dem Übel der Verhütung der Schwangerschaft zusammenhängen, der Prozedur des „In Vitro”, der Abtreibung, der Ideologie des Gender, der Institutilisation der Bände von Personen des gleichen Geschlechts, der Promovierung von Mustern sozialer Verhaltensweisen, die mit dem traditionellen Modell der Familie im Widerspruch stehen. Indessen die Katholiken sollen wegen ihrer Überzeugungen stolz bleiben, weil im Zentrum ihres Glaubens nicht nur die universelle Vaterschaft Gottes steht, des Schöpfers und Erlösers des Menschen, sondern ebenfalls die personale Würde ausnahmslos jedes Menschen, wie auch die Würde seines Gewissens, der mit dem Kanon der universellen und unabänderlichen Werte erschallt, zumal der Wahrheit, der Liebe, Gerechtigkeit und Solidarität.

Es ist Pflicht jedes Katholiken, der am öffentlichen Leben teilnimmt, die Treue gegen die Lehre der Katholischen Kirche und Jesus Christus selbst zu bewahren. Es kann keine Rede von irgendwelchem Kompromiss in Fragen des Glaubens und der Moral geben. Grundlegende Pflicht einer Person, die in Tätigkeit für das gemeinsame Wohl engagiert ist, ist die Sorge um Eindeutigkeit, wobei ihre Haltensweise für die anderen lesbar sein muss. Ein Katholik soll in jeder Situation Zeuge Christi sein. Das kann für ihn mit großer sozialer Verantwortung verbunden sein, mit persönlichen Entsagungen, er kann Gegenstand öffentlicher Kritik werden, manche werden sich von ihm distanzieren, oder ihn selbst zurückweisen. Unannehmbar für den Katholik ist die Haltung eines Dualismus, das heißt andere Grundsätze im Privatleben zu bekennen, und andere beim öffentlichen Engagement, und die Erklärung nach Lösungen, die im Widerspruch zum bekannten Glauben leiben. Im Rahmen, die von der christlichen Besonnenheit bestimmt werden, besteht die Möglichkeit, der „diplomatische Prozedur” zu folgen. Sie soll als Gewandtheit einer klugen Verhaltensweise im Leben verstanden werden, die die Grundsätze der Funktionierung der demokratischen Institutionen anerkennt, und zugleich die verantwortungsvolle Teilnahme in sozialer und politischer Diskussion ermöglicht. Das besonnene Engagement des Katholiken im öffentlichen Leben bedeutet somit die Klugheit und Rechtschaffenheit beim Erreichen der Ziele. Eines unter ihnen betrifft den Aufbau einer ehrlichen Autorität und die Zugegenheit an Posten, wo über das Schaffen und die Anwendung der Gesetze entschieden wird. Deswegen scheint es nötig zu sein, dass eine Strategie der Verhaltensweise angenommen wird für den Fall, wenn die meist erwarteten Lösungen unmöglich erreicht werden können. Johannes Paul II. hat im Anschluss an die Situation, wo die Zurückweisung oder eine völlige Abolition des Rechtes hinsichtlich der Abtreibung unmöglich erreicht werden kann – indem es schon ins Leben eingegangen ist oder es wurde unter die Abstimmung untergeben – gezeigt, „dass es einem Abgeordneten, dessen persönlicher absoluter Widerstand gegen die Abtreibung klargestellt und allen bekannt wäre, dann, wenn die Abwendung oder vollständige Aufhebung eines Abtreibungsgesetzes nicht möglich wäre, gestattet sein könnte, Gesetzesvorschläge zu unterstützen, die die Schadensbegrenzung eines solchen Gesetzes zum Ziel haben und die negativen Auswirkungen auf das Gebiet der Kultur und der öffentlichen Moral vermindern” (EV 73). Daher ist auch die Teilnahem am politischen Kompromiss möglich, allerdings nur dann, wenn er zur Erreichung eines größeren Guten dient, nicht aber als Methode, um die ethischen Probleme zu lösen oder Kriterien für das Gute zu bestimmen. Im Fall der Abtreibung gilt als Ziellösung u.a. das Gesetz, das eugenische Indikationen zur Tötung des Kindes nicht annimmt, und im Fall des „In Vitro” – das diese Prozedur als Bedrohung der Würde und des Lebens oder der Gesundheit des Kindes in frühen Stadien seiner Entwicklung zurückweist.

Eine ungemeine Gefährdung für die Katholiken, die bei der Gestaltung des öffentlichen Lebens engagiert sind, sowohl im allgemein staatlichen Ausmaß, wie bei lokalen Selbstverwaltungen, und anderseits in Tätigkeiten außerhalb der Regierung, scheint ihre Vereinsamung zu sein. Es kommt des Öfteren vor, dass sie selbst keine ausreichende geistige Stütze erfahren, keine Hilfe bei der Gestaltung ihres Gewissens, noch Vorsage hinsichtlich der Verhaltensweise in Übereinstimmung mit dem Katholischen Glauben. In öffentlicher Beurteilung ihrer politischen Tätigkeit – was verständlich ist – erscheint manchmal die Tendenz zur Kritik und Misstrauen vonseiten anderer Mitglieder der Kirche. Es kommt der Vorwurf zur Sprache wegen Mangel an Radikalismus oder Teilnahme bei Gremien, die keine Akzeptation vonseiten einiger Katholiken finden. Es muss aber auch gemerkt werden, dass die grundlegende Aufgabe der Leute des Glaubens darin besteht – lassen wir es nochmals wiederholen – in der Welt der Politik gegenwärtig zu sein. Ihre Mitarbeit bei Erreichung der politischen Kompromisse soll es sichern, dass der Schutz der Werte, diktiert vom christlichen Gewissen, möglich völlig sei – unter bestimmten Bedingungen und Gegebenheiten ihrer Tätigkeit. Die Kirche und jeder Gläubige ist für die korrekte Formation des Gewissens verantwortlich. Man muss die Bedingungen der Tätigkeit in öffentlicher Sphäre kennen und verstehen, die eine fortdauernde Bedrohung für die Treue bei unternommenen moralischen Wahlen entstehen lassen.

Die Politiker und Abgeordneten bleiben angesichts einer besonderen Verantwortung stehen, sooft sie Entscheidungen unternehmen, die Sachen des Lebens und der Würde des Menschen betreffen. Sooft sie gemäß des gerechten und gut formierten Gewissens handeln, gehört sich ihnen ein besonderer Dank und Anerkennung, die auch bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck gebracht werden soll. In Übereinstimmung mit seinen Überzeugungen zu leben, sie zu begründen und verteidigen verstehen – selbst wenn man sich dabei auf Folgen aussetzen muss, die ihnen dosiert werden beim konjunkturellen Kampf um die Macht – ist Titel zur Anerkennung ihrer Größe und Treue zu bekannten Idealen.


Dieses Dokument wurde bei der 361. Vollversammlung
der Bischofs-Konferenz Polens angenommen
Warszawa, den 5. März 2013.

Das obige Dokument der Bischofs-Konferenz Polens kann heruntergeladen werden
in Druckversion, im ‘WORD’ (Format A-5).
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Bio-ethische Herausforderungen
die vor dem Menschen von heute stehen bleiben



Falls Fragen hinsichtlich der künstlichen Maßnahmen zur erzwungenen Empfängnis dem Gottes Vorhaben der Liebe zum Trotz – sieh die zwei Dokumente des Apostolischen Stuhles zu dieser Frage:
1) Aus der Zeit des Pontifikates Johannes Paul II., Dokument das von der Kongregation der Glaubenslehre erarbeitet worden ist: „Donum Vitae: Instruktion über die Achtung vor dem Beginnenden Menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung” (22.II.1987). Sieh von unserer Internet-Seite diese wichtigen Dokumente des Apostolischen Stuhles: „Donum Vitae”;
2) Und das zweite Dokument, von derselben Kongregation der Glaubenslehre als Aktualisierung derselben Problematik aus der Zeit des Pontifikates Benedikt XVI.: „Dignitas Personae” (8.IX.2008).


Stadniki, 23.IV.2013.

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UNANTASTBARKEIT DES LEBENS - IN VITRO - Verwandte Fragen, Dokument der Bischöfe Polens - Und ich lebe ... dank dem ‘In Vitro’ ...
Wort zur Einführung
BIO-ETHISCHE HERAUSFORDERUNGEN die vor dem Meschen von heute stehen bleiben
1. Der Mensch guten Willens angesichts der Zivilisation des Todes und für die Kultur des Lebens
2. Das Wesen der Bedrohungen des Menschenlebens in vorgeburtlicher Phase
3. Wahrheit um die menschliche Sexualität und Verantwortung um das Kind
4. Unsere Haltung
5. Engagement der Katholiken in öffentliches Leben
Das hiesige Dokument der Bischofskonferenz Polens - im WORD-Format
Links zu zwei Dokumenten des Apostolischen Stuhls: a) Donum Vitae; b) Dignitas Personae
„Und ich lebe dank dem ‘In Vitro’ ...”
Zwei Gebete der Barmherzigkeit
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Abb. Papst Franziskus
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