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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s.Literatur
Spezial-Link zur Tabelle: Blasphemie gegen den Heiligen Geist


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Fünftes Kapitel


SÜNDE
DER BLASPHEMIE GEGEN DEN HEILIGEN GEIST

*       *       *
Gibt es für mich tatsächlich
keine Vergebung Gottes mehr?

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VERMERK für Leser, die hauptsächlich nach ‘andgültigen Schlüssen’ suchen ...
– Die hier erörterte Problematik stellt eine schwierige theologische Frage vor. Sie nötigte eine tiefere Analyse auf: so weitete sich dieses Kapitel sehr aus.
– Ist es dem P.T. Leser ganz ‘knapp’ mit der Zeit, würde der Autor ermutigen, wenigstens die folgenden fünf Fragmente gebetsmäßig zu lesen:
1) Unumgänglicher Unterzug der Engel-Personen unter die Probe auf die Qualität ihrer Liebe’ !empt (0 kB)(= PORTAL: lp33.de , VII. Teil, 5. Kap., § B: dieser ganze Paragraf).
2) ‘Sünde die NICHT vergeben werden kann’ (= VII. Teil, 5. Kap., § K-7: ganzer Unterpunkt).
3) ‘Absicht der Personen von der Satans Synagoge’ (= VII. Teil, 5. Kap., § K-8: ganzer Unterpunkt).
4) ‘Gottes LETZTLICHE GNADE’ (= VII. Teil, .5. Kap., § N-5: ganzer Unterpunkt).
5) ‘Zur Beendung wiederholt Anvertrauen – Vergeben’ (= VII. Teil, 5. Kap., ‘Zur Beendung’ ).



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Klicke:
Blasphemie gegen den Heiligen GEIST
(VII-5: Internet-PDF: 3.380 MB)

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Erklärung zum Thema

Es taucht ein nächstes, faszinierendes Thema hervor. Es kommt vor, dass dieses Thema beim Dienst in ‘Geistiger Bereitschaft über Email’ bisweilen zur äußerst brennenden Frage aufwächst. Geht es doch um den Bereich einer Sünde, die nach dem Wortlaut des Erlösers selbst – des Sohnes Gottes und zugleich Sohnes Mariens: „NIEMALS vergeben werden kann: weder in dieser noch in der zukünftigen Welt” (Mt 12,31f.). Die so formulierte Erklärung an sich, als Aussage geäußert vonseiten Jesus, den der Himmlische Vater in die Welt gesandt hat, dass er den Menschen den inbrünstig vom Gott vorgeschlagenen Weg zeigt als den einzigen Weg, um von Sündenversklavung befreit werden zu können, erfüllt mit gebenedeitem Schauder.

Dennoch man muss sich bewusst sein, dass Hauptursacher der Sündenversklavung dieser ist, von dem sich der erste Papst – der Hl. Petrus der Apostel Jesu Christi, folgender warnend geäußert hat:

„Seid nüchtern und wachsam!
Euer Widersacher, der TEUFEL, geht wie ein brüllender Löwe umher
und sucht, wen er verschlingen kann.
Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens”! (1 Petr 5,8).

Eines ist klar: Satan stiftet immer nur die Versuchung an. In die Sünde fällt aber nicht Satan, sondern der Mensch: die PERSON, die zur Stunde der begangenen Sünde ihr Vertrauen auf die verkehrten Versprechungen nicht eines irgendjemandes beliebigen schenkt, sondern dessen, den der Sohn Gottes als „VATER der Lüge und i Mörder von Anfang an” (Joh 8,44) bezeichnet hat. Satan ist auch schon endgültig „gerichtet”  worden. Gott hat nur die endgültige und unwiderrufliche Wahl bestätigt, die NICHT von Gottes Seiten, sondern vonseiten jenes Satans selbst gefällt wurde (Joh 16,11).

Gott ist nämlich solcher Gott, der eine JEDE von sich erschaffene PERSON mit Fülle seiner Liebe in das „HAUS des VATERS” ruft. Sollte eine PERSON in die ewige Verdammung treffen, geschieht es jedesmalig nach ihrer eigenen Wahl und ihrem eigenen Wunsch. Gott verdammt irgendjemanden nie und nimmer. Gott bestätigt nur mit Schmerz seines Herzens die Wahl eines jemanden – selbst dieses, der auf unwiderrufbare Art und Weise seine schlimmstmögliche WAHL gefällt hat: Gott bewahre – zu eigenem ewigem Unglück. Es bleibt Gott alsdann nichts anderes, als sich mit höchster Achtung und Ehrerbietung vor der Größe und Würde der Entscheidung des freien Willens zurückzuziehen. Die Gabe des freien Willens wird von Gott niemals als nur Fiktivität gewährt ...

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Wie sehr lieben diese zwei Freundinnen einander! Mit einem Blumenkranz auf dem Kopf, die Natur fördert gerade solches Schmuckweben mit Blumen.
– Mögen diese kleinen Fräuleins das ganze Leben hindurch im Zustand der heiligemachenden Gnaden erleben! Das weitere Leben kennzeichnet sich früher oder später mit solchen Situationen, wann es gilt selbst schwer zu fällende Wahlen zu unternehmen. Gott soll in seinen Erwartungen niemals betrübt werden. Das eigene Leben, wie auch dieses der anderen, sollte am besten von vornherein dem besonderen Schutz der Unbefleckten anvertraut werden. Sie hilft außer Zweifel zum Aufblühen des inneren Lebens – in Strahlen der Gnade ihres Gottes-Sohnes.
.

Dennoch die gerade angeführten Worte Jesu Christi, den Gott der Vater in die Welt der Menschen als ihren Erlöser gesandt hat, können einen in entsetzte Bestürztheit versetzen. Sollte etwa DIESER, der der Barmherzige Erlöser ist und „... Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern, auch für die der ganzen Welt” (1 Joh 2,2) – einen Sünder, der dieser geheimnisvollen Sündenart schuldig geworden ist: der Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen Geist, von der Chance, die Vergebung Gottes erwerben zu dürfen, von vornherein ausgeschlossen haben? Es wäre gleichbedeutend mit der unwiederbringlicher Verurteilung dieser bestimmten PERSON darauf, dass sie sich zur Stunde ihres biologischen Todes – in der nicht zeitweiligen, sondern ... von Ewigkeit zu Ewigkeit dauernden Verdammnis finden würde. Die bestimmte PERSON, die jener unmöglich zu vergebenden Sünde schuldig geworden wäre, würde sich demnach zur Sterbestunde im selben Ort der Verdammnis finden, wie die aufständischen Engel (s. Offb 12,9f.): im „See von brennendem Schwefel” (Offb 20,14f.; 21,8), wo „Heulen und Zähneknirschen sein wird” (Mt 13,42) und „wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt” (Mk 9,48).

Sollte Gott etwa gegen sich selbst widersprüchlich sein, indem Er sich einerseits gemäß der WAHRHEIT der ganzen Offenbarung ab der Morgenröte, als der Mensch als lebendiges EBENBILD-Ähnlichkeit Gottes da zu sein begonnen hat, als Gott der Barmherzigkeit kennen zu lernen zeigte, und anderseits indem Er eine bestimmte Menschengruppe von vornherein zur Verdammung verurteilt hätte, ohne ihnen die Chance geboten zu haben, dass sie sich zur Barmherzigkeit Gottes um Vergebung ihrer Sünden wenden könnten, darunter dieser Sünden, die irgendwie an die Blasphemie gegen den Heiligen Geist anrühren würden? Gott selbst provozierte z.B. Abraham zum Fürsprachegebet selbst für die Bewohner von Sodom und Gomorra. Gott zeigte sich bereit die dortigen Sünder zu verschonen, falls sich dort wenige Gerechte finden würden, die Gott um die Gabe der Verzeihung und Bekehrung von ihren Sünden erflehen würden. Leider ... solche konnten dort nicht gefunden werden!

Das Bewusstwerden um dieses zweifelsohne nicht leicht zum eigentlichen Verständnis und Erklärung theologische Dilemma neigt zum tieferen Nachdenken über die eigentliche Bedeutung dieser dramatischen Worte des Sohnes Gottes. Es kann sich zeigen, dass vielen Personen, entsetzt wegen der sich bewusstgewordenen Sünde z.B. der ‘Vermessenheit angesichts der Barmherzigkeit Gottes’, dennoch weiter die Chance zugänglich freisteht, die Vergebung Gottes zu erlangen. Denn Jesus dachte doch an eine andere Sündensituation, als er sich von der unmöglich zu vergebenden Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen Geist äußerte.

Daher wird doch die unterhalb besprochene Erwägung zur Besänftigung der vielleicht aufkommenden schrecklichsten Befürchtungen beitragen können, was das Geschick nach dem eigenen Tod angeht. Zu gleicher Zeit wird sie zur seriösen Warnung werden können für diese, die vielleicht leichten Herzens sich selbst, und Gott bewahre viele anderen darauf aussetzen, dass sie sich in der Gruppe von Personen finden können, die von diesen bedrohlichen Worten des barmherzigen Erlösers betroffen werden könnten.

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A.
  GOTT IN DER ERSCHAFFUNG DER WELT
VON PERSONEN
UND NICHT-PERSONEN

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1. Erschaffung
von PERSONEN
in der Welt
von NICHT-PERSONEN

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Wie üblich, ziemt es sich einmal mehr zum Bewusstsein zu bringen, wonach Gott der Dreieinige strebt, als er die nächste Menschen-PERSON vom Nicht-Sein zum DA-Sein ruft und dieses Schaffen immerwährend fortführt. Dieses Thema war schon Gegenstand der hiesigen Erwägungen an mehreren Stellen unserer umfangreichen Seite (s. u.a.: V.Teil, 1.Kap.; II.Teil, 7.Kap.; VII.Teil, 3.u. 4. Kap.; usw.).

Eines ist außer jeden Zweifel sicher: das ganze unumfangreiche Weltall wurde von Gott nur gleichsam nebenbei, beiläufig erschaffen. Genauer gesagt: das grenzenlose Weltall der unbelebten und belebten Wesen wurde von Gott vom NICHT-Existieren zum Existieren allein auf instrumentale Art und Weise hervorgerufen, indem Gott etwas anderes, wesentlich höheres anstrebte, was zum eigentlichen ‘Beweggrund’ des Erschaffungswerkes geworden ist.

Sollte es noch deutlicher dargestellt werden, müsste gesagt werden: Gott erschuf dieses mit seiner riesigen Macht und mechanisch-artistischen Unterschiedlichkeit ergreifendes Weltall als eigenartiges allein ‘beiläufiges’ Nebenprodukt. Dagegen das, was das führende Ziel des Erschaffungswerkes war, überragte von vornherein die Gesamtheit des mittlerweile erschaffenen Kosmos. Das einzige Ziel, das Gott zum Heraustreten AUSSERHALB und DARÜBER HINAUS seines Selbst als des Dreieinigen Gottes geneigt hat, galt für die Erschaffung einer ... PERSON.

So ist es auch in der Tat geworden. Als für den Verstand unvorstellbare, mit WÄRME von Fülle des liebenden LEBENS sprühende LIEBE – konnte Gott gleichsam nicht länger ‘aushalten’, um nicht einen lebendigen JEMANDEN zur ‘Kommunion-mit-Sich’ als Gott-dem-LIEBE-LEBEN einzuladen. Gott wollte diesen ‘JEMANDEN’ mit seinem eigenen urewigen Glück beschenken und ihn einladen, dass er mit IHM, dem Drei-Einigen, ein unteilbares, für die Ewigkeit dauerndes EINS-mit-Ihm im eigenen Gottes LEBEN-LIEBE eingehe.

Damit das so vorgezeichnete Ziel zur Wirklichkeit werden könnte, musste Gott an die Erschaffung eines solchen Wesens, beziehungsweise an solches WESEN denken, das ... von Natur aus PERSON wäre. In Ähnlichkeit zu sich selbst, indem doch Gott seinem Wesen nach ... PERSON in vollkommenster Fülle darstellt.

Auf wie vielen Stellen unserer Homepage wird das Thema ‘PERSON’, samt ihrer grundlegenden Ausstattung erörtert ! Ohne diese betreffende Ausstattung, das das Wesen einer PERSON ausmacht, gäbe es keine Rede davon, die Ehre ‘PERSON’ sein zu dürfen. So muss es im gänzlichen Gegensatz zu allen anderen Wesen sein, die ‘Personen’ schlechterdings nicht sind.

Für jeden Fall zählen wir hiermit erinnerungshalber wiederholt diese Eigenschaften auf, die über die grundsätzliche Ausstattung einer ‘Person’ entscheiden. Es wird von der Ausstattung einer ‘Person’ gleichzeitig auf zwei wesentlich gleichsam unterschiedlichen Niveaus gesprochen: auf natürlicher, naturhafter Ebene, und anderseits auf übernatürlichem Niveau. Dieses zweite Niveau: dieses über-naturliche, überragt wesentlich alle Erfordernisse einer ‘Natur’ an sich.

a. PERSON:
dank Eigenschaften
ihrer Natur – und Über-Natur

(0,35 kB) Eigenschaften-Ausstattung einer ‘PERSON’ am Niveau ihrer NATUR.
Damit ein Wesen ‘PERSON’ sein kann, muss es mit drei grundlegenden unabdingbaren und unabtrittbaren grundlegenden Eigenschaften ausgestattet werden:

Selbst-Bewusstsein, das heißt Verstand: die Möglichkeit denken zu können, Fähigkeit die Wahrheit und das Gute unterscheiden zu können;
Selbst-Bestimmung, das heißt der freie Wille: Fähigkeit persönliche Entscheidungen unternehmen zu können;
– und die eigenartige Resultante dieser zwei Fähigkeiten:
!empt (0 kB)zurechnungsfähig zu sein.
!empt (0 kB)womit zuengst die berichtsfähige Verantwortung zusammenhängt
!empt (0 kB)wegen den Entscheidungen, die in Kraft des freien Willens unternommen wurden.

(0,38 kB) Jede PERSON wird außerdem mit unabdingbaren übernatürlichen Eigenschaften ausgestattet.
Es geht um die ihrem Wesen nach außergewöhnliche Gabe, da sie die erschaffene ‘Natur’ des betreffenden Wesens an sich ‘von Natur aus’ überragt. Diese Gabe ist daselbst ihrem Wesen nach irgendetwas, was zum ‘PERSON-Sein’ nicht gehört, trotzdem Gott mit dieser Gabe ausnahmslos jede PERSON beschenkt.

Das Wesen dieser Gabe besteht darin:
– Die PERSON wird befähigt, eine personale, nach Gottes Art und Weise bräutliche Kontaktnahme zum Dreieinigen unternehmen zu können;
– Die Person wird unabrufbar und unabtrittbar dahin gerufen, einen Bund der Gottes Liebe und Gottes Lebens mit dem DREI-EINIGEN einzugehen.
– Allerdings dies geschieht nur und allein über die freiwillige Akzeptation der betreffenden PERSON des Lebens im Zustand der heiligmachenden Gnade.

Die Ausstattung einer erschaffenen PERSON mit den genannten Eigenschaften stellt die wesentliche Voraussetzung dar, dass der Abgrund eigenartig ‘zugeschüttet’ wird, der jedes Wesen, das Gott von NICHT-Existenz dank seiner „liebevollen ALLMACHT des Schöpfers” (DeV 33) zum Existieren berufen hat, von Gott trennt.
– Kein anderes unter den unzählbaren Geschöpfen des Weltalls ist imstande, angesichts Gottes als unmittelbares „Ich und Du” – stehen zu bleiben außer nur einer PERSON.

b. PERSONEN als reiner Geist
und
PERSONEN als Geist-Materie

Selbst an sich die ‘PERSONEN’ hat Gott in zwei wesentlich verschiedenen Abänderungen erschaffen:

(0,36 kB) Vollkommene Personen. Es sind Personen, deren Natur rein geistig ist, das heißt ohne irgendwelcher Mischung mit ‘Materie’.
– Die Wesen solcher Art sind daselbst von Natur aus ... unsterblich. So sind die vom Dreieinigen erschaffenen ... Engel.

(0,35 kB) Weniger vollkommene Personen. Ihre Natur ist materiell-geistig. Gott schuf sie als verwundernde Zusammensetzung eines materiellen Körpers, der also seinem Wesen nach sterblich ist – allerdings zusätzlich noch diesmalig mit unsterblicher Seele, die mit sich den ganzen sterblichen Körper durchtränkt. Die Seele ist selbstverständlich ihrer Natur nach unsterblich, ähnlich wie es im Fall der Engel ist. Solches Wesen ist der Mensch: die Menschen.

Den Menschen, die Menschen – hat Gott zusätzlich unterschiedlich erschaffen, und zwar indem er sie mit unterschiedlichem Geschlecht ausgestattete. Sowohl dem einen, wie dem zweiten Geschlecht hat Gott einigermaßen unterschiedliche Funktionen und Aufgaben angewiesen – mit beibehaltener unbedingter Gleichheit ihrer beiden in Gottes Angesicht und sich gegenseitig als PERSONEN. Gott hat nämlich die PERSON des Menschen folgender erschaffen:

!empt (0 kB) (0,2 kB) Die einen hat er mit Mensch-Sein als MANN beschenkt,

!empt (0 kB) (0,2 kB) Die anderen mit Mensch-Sein einer FRAU.
(s. zu diesem Thema u.a. die Erwägung von Johannes Paul II: Biblische Quellen über die geschlechtliche Dualität des Menschen. – Und noch: MuD 10.14.24).

Ähnlich wie es bei der Natur eines Engels ist, wird auch die menschliche ‘PERSON’ mit der Gabe der Unsterblichkeit beschert. Trotzdem – wie es sich zeigt, infolge des Sündenfalls der Ur-Eltern im Paradies, jede Menschen-Person zur Unsterblichkeit über die Schwelle des ... biologischen Todes ihres Körpers durchbrechen muss. Die Unsterblichkeit des Menschen: der PERSON – ist Erfordernis und Folge der Seele, die, indem sie geistiger Natur ist, daselbst zur Unsterblichkeit erschaffen wurde (Weish 2,23).

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2. Instrumentale Erschaffung
der Welt
der NICHT-PERSONEN

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Nebenbei ziemt es sich dazuzusagen, dass wenn wir zurzeit die Sache der Engel übergehen, soll gleich festgestellt werden, dass der grundsätzliche Zweck der Gesamtheit des Erschaffungswerks Gottes auf der Erschaffung des Menschen, also der PERSON – besteht.

Wie sehr gern wurde gerade diese Wirklichkeit vonseiten des Hl. Johannes Paul II. hervorgehoben. Er führte dann gelegentlich voller Dank und Liebe die Worte des II. Vatikanischen Konzils an, deren Verfasser sehr wahrscheinlich gerade er war als einer der Redakteure der Seelsorglichen Konstitution über die Kirche in der Welt von Heute:

„Diese Ähnlichkeit
(zwischen der Einheit der PERSONEN der Allerheiligsten Trinität
und der Einheit der Gottes-Söhne, vereint in Wahrheit und Liebe)

macht offenbar, dass der Mensch, der auf Erden das einzige Geschöpf ist,
das Gott um seiner Selbst willen gewollt hat,
sich selber nicht anders voll wieder finden kann,
als nur aufgrund der selbstlosen Hingabe seiner Selbst(GS 24).

Mit diesen Worten wird mit voller Kraft hervorgehoben, dass dieses einzige Geschöpf, das Gott bei der Erschaffung wahrhaft beabsichtigt hat, der MENSCH, und nur der Mensch war und es weiter ist (s. die tiefen Reflexionen Johannes Paul II. zu diesem Thema in seinem Brief an die Familien [1994 Jahr], besonders Nr. 9.11.13.15). Daraus folgt, dass der ganze grenzenlose Kosmos von Gott nur und allein wegen des Menschen erschaffen wurde, das heißt nur nebenbei, als nicht direkt beabsichtigt. Das einzige Ziel, daselbst das gleichsam völlig instrumentale Ziel bei der Erschaffung des schwer zu umfangenden Weltalls, bestand auf Erschaffung UM DES MENSCHEN WILLEN eines Raums-NESTS, in dem er sich frei bewegen könnte. Das grenzenlose Weltall wurde demnach als ‘mit Geste’  des liebenden Schöpfers erschaffener, nicht endender ... ‘Auslauf’  für den Menschen erschaffen.

Weil aber Gott „König der Könige und Herr der Herren” ist (1 Tim 6,15), wundert es nicht, dass Er das Weltall mit wahrhaft königlichem Schwung und königlicher Reichlichkeit erschaffen hat. Einzig und allein dazu, dass dieses „einzig auf Erden beabsichtigte Geschöpf: der-Mensch-die-PERSON” sich wo umwenden kann, das heißt dass er sich in diesem-Nest-des-Weltalls bewirtschaftet, dass der Mensch den Kosmos sich unterwerfen und die ihm geschenkten Talente auf verwundernde Art und Weise entwickeln kann.

Mit der engagierten Bewirtschaftung dank den sich gewährten Gaben Gottes sollte der Mensch zu gleicher Zeit im Alltag die Prüfung von der Qualität seiner Liebe zum Schöpfer, aber auch zu den Nächsten bestehen. Das positive Ergebnis der systematisch bestandenen erwähnten Proben ist Bedingung, um das ewige Leben in Glückseligkeit im „HAUS des VATERS” (Joh 14,2) erreichen zu können.
– Es besteht nämlich auch die Möglichkeit, dass eine betreffende Person die Prüfung im Alltagsleben solcher ‘Proben’ nicht besteht. Es würde in solchem Fall zum Drama, dass sie den Sinn ihres Auftritts in die Existenz in der Welt endgültig verfehlt.

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B.
QUALITÄT
DER LIEBE DER ENGEL-PERSONEN UNUMGÄNGLICH AUF
PROBE GESTELLT

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1. PERSONEN der Engel
angesichts ihrer Probe

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Trotzdem das Thema der hiesigen Erwägung Personen der Menschen gewidmet ist, wäre es schwer den Probe-Versuch, dem die Freiheit der Engel als PERSONEN unmöglich nicht unterzogen werden konnte, nicht nochmals zu übergehen. Gott konnte ihr persönliches Verhältnis zu sich als Gott unmöglich der Verifikation nicht unterziehen, was die Qualität und die Treue ihrer ‘Liebe’ zu sich angeht. (s. eine ähnliche Erwägung u.a.: Satan: verkehrter GENIUS der Verdächtigungen). Es kann sich zeigen, dass das Anblicken von nahe her an die Reaktion der aufständischen Engel in der Situation des Dilemmas:

!empt (0 kB)(0,12 kB)Anhangen zu Gott und Ihm für die Gabe des Existierens Dank zu erweisen

!empt (0 kB)(0,12 kB) – oder auch sich von Ihm rückzuwenden,

Schlüssel zum Verständnis wird des Geheimnisses der Sünde gegen den Heiligen Geist für den Fall auch der ... Menschen. Das lässt das entsetzende, warnende Wort Jesu, des Sohnes Gottes und Sohnes Mariens betreffs der unmöglich zu erlangenden Vergebung der Blasphemie gegen den Heiligen Geist wohl besser zu verstehen und es zu erklären.


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Beide Eheleute auf Skier: neuerlich am Punkt, wohin seinerzeit Johannes Paul II gelangen ist. Diese Tatsache wird mit der kleinen Gebirgskapelle mit betreffender Inschrift zum Gedächtnis gebracht.
– Dieses Ehepaar samt ihrer Familie leben den Geist des sel. Pier Giorgio Frassati. Sie strahlen mit ihrer Haltung auf andere Familien, sie sammeln regelmäßig andere Eheleute und Familien zu Andachten, Vorlesungen, Anbetungen und verschiedenen Veranstaltungen im Geist des sel. Frassati. Als Parole für den Alltag gilt die Devise des sel. Pier Giorgio: „Verso l’alto = Wir richten uns in die Höhe” !

Aufgrund der Offenbarung Gottes, dessen überreiche Bestätigung die tägliche Erfahrung betreffs des Unmaßes des ethischen Übels bei uns selbst und rings herum in der Welt mit sich bringt, wissen wir Bescheid, dass ein Teil der Engel aufgrund der Entscheidung ihres freien Willens alle möglichen Bande, mit denen sie mit Gott verbunden waren, abgebrochen hat. Daselbst haben sie die Prüfung bei der Probe für die Annahme, beziehungsweise Zurückweisung Gottes als ihres Schöpfers, wie auch der erwarteten Antwort einer Dankerweisung und der Liebe für die Gabe der Erschaffung und Beschenkung mit der Würde einer PERSON nicht bestanden. Sie waren doch im Herzen verpflichtet, Gott ihre „Liebe mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Denken” (s. Mt 22,37; Dtn 6,5; Lev 19,18) zu erweisen ...

Wer ist ‘schuld’ geworden, dass sie zur Stunde der anderseits unumgänglichen Probe auf die Setzung ihres Verhältnisses zu Gott als ihrem Schöpfer, sich von Gott entschieden abgekehrt haben? Gott hat in seiner „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) im geringsten Maß ein solches Ergebnis der ihnen geschenkten Befähigung beeinflusst, dass sie im wahrhaftesten Sinn einen Akt tatsächlich ihres FREIEN Willens unternehmen. Gott hat sie zweifellos mit innerer Stimme ihres Gewissens ermutigt, in der Treue zu Ihm zu verharren. So ist Gott auch schon immer!

Leider, der erwähnte Teil der Engel, unter Führung des prächtigsten Engels, der über alles mit ihn hervorhebenden, ihm geschenkten Vollkommenheiten glänzte, dem LUZI-FER (= dem Licht-Tragenden) – hat sich von Gott total abgeschnitten. Der Weggang der Engel von Gott wurde zur ersten Tod-SÜNDE in der Geschichte der Schöpfung: die bewusst gewählte Verdammung für die Ewigkeit. Ihre Entscheidung wurde zur Wahl für ihr Dasein von nun an in Ewigkeit im Ort, der ‘Hölle’ genannt wird, oder genauer – nach dem Gottes-Geschriebenen-Wort: im „See von brennendem Schwefel” (Offb 21,8; 20,14f.).

Der Weggang dieser Gruppe von Engeln, dieser rein geistigen PERSONEN, wurde zur Sünde, die in alle Ewigkeit unmöglich vergeben werden kann. Nicht wegen irgendwelcher ‘Schuld’ Gottes, sondern der unumkehrbaren Entscheidung des freien Willens ihrer selbst: jener aufständischen Engel in ihrer entschlossenen, definitiven Rückwendung von Gott.

Siehe da die erste Sünde, die unmöglich in diesem und künftigem Leben vergeben werden kann. Nicht Gott, sondern diese, die aufständischen, gefallenen Engel haben daselbst eine definitive BLOCKADE gegen Gott aufgestellt. In ihrer Kraft haben sie es Gott unmöglich gemacht, dass Er sie als die ihre PERSONEN (nicht aber ihre Sünde !) weiter mit seiner „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) umfängt. Würden sie zu dieser Stunde Gott gebeten haben, dass Er ihnen diese Gott so zutiefst schmerzende ihre Sünde verzeiht, würde Gott ihnen diese Sünde sofort mit Fülle seiner Liebe als Schöpfers und zugleich Erlösers ... vergeben haben. Gemäß dessen, was unter dem Anhauch Gottes die Heilige Schwester Faustyna von Gottes Liebe niedergeschrieben hat:

„Die Liebe Gottes ist Blume,
dagegen die Barmherzigkeit – die Frucht” (TgF 949).

Ihre Entscheidung als reiner Geister wurde leider ihrem Wesen nach zur einmaligen Tatsache. Daselbst wurde sie aber UN-Umkehrbares Faktum ! Diese Engelgrupppe ist im selben Augenblick in ihrem endgültigen „NEIN” angesichts Gottes so sehr versteinert-verhärtet geworden, dass sie von nun an bei ihrem ganzen unglücklichen Leiden für sich selbst niemals mehr irgendwelche Gnade vonseiten dieses Gottes wünschen werden, der sie in seiner unbegriffenen, höchst zarten Liebe „aus Liebe und zugleich zur Liebe” (vgl. FC 11) erschaffen hat.

Diese Entscheidung der gefallenen Engel wurde von ihnen in Fülle ihres Bewusstseins und ihrer Freiheit unternommen. Die ihnen mit höchster Väterlicher Liebe Gottes geschenkte Freiheit ihres Willens wurde von ihnen auf schlimmste mögliche Art und Weise aktiviert.

Mit ihrer von nun an unwiderruflichen Entscheidung haben diese Engel ein unvorstellbares, ewiges Leiden Gott bereitet. Gott hat sie so sehr geliebt. Er wählte sie aus, ähnlich wie nachher jeden einzelnen Menschen: jeden Mann, jede Frau – noch „vor der Gründung der Welt” (s. dazu: Jer 1,4; Eph 1,4). Er lud sie ein, indem er selbstverständlich die Annahme seiner liebevollen Einladung von der Entscheidung ihres freien Willens abhängig gemacht hat, zum nicht endenden Glück für immer im ... „HAUS des VATERS, wo es viele Wohnungen gibt” (Joh 14,2).
– Diese gefallenen Engel haben aber daselbst einen „selbstmörderischen Akt” (RP 16) begangen. Sie haben nämlich in sich den sie bisher beglückenden und belebenden Anhauch Gottes getötet. Ist doch der Schöpfer der einzige Urquell der LIEBE, die lauter LEBEN sprüht.

Johannes Paul II. fasst die Gabe Gottes des freien Willens, samt den mit ihm zusammenhängenden Folgen, in lapidare, verbindliche Worte:

„... Darum gibt es in jedem Menschen
nichts mehr persönliches und unübertragbares,
wie das Verdienst der Tugend
oder die Verantwortung für die Schuld” (RP 16).

Der Heilige Vater drückt sich mit diesen Worten zwar nicht von der Welt der Engel aus, sondern vom Menschen, der PERSON. Doch es ist von allein verständlich, dass dasselbe umso mehr die Welt der reinen Geister betrifft, das heißt gerade die Engel.

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2. Endgültiges ‘NEIN’
angesichts Gottes-der-LIEBE

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Angesichts der den Engeln gezeigten Möglichkeit der Wahl: mit höchst erfreuter Liebe und Dankbarkeit dem Dreieinigen anzuhangen, hat ihr Anführer: der Luzi-Fer (= der LICHT-Trägender) samt der Schar dieser Engel, die sich an ihn angeschlossen haben – die von Gott empfangenen himmelhohen Gaben und die ungemeine Stufe der ihnen gewährten Weisheit und Macht, samt der ihnen geschenkten Befähigung, in kraft ihres freien Willens persönliche Entscheidungen unternehmen zu können – als ihr Eigentum und ihren persönlichen Verdienst anerkannt. Im eingebildeten selbstsüchtigen Hinstarren auf sich selbst (= zentri-petale Dynamik aller ANTI-Liebe) und die ihnen geschenkten Vollkommenheiten, die sie als das ihnen sich gehöriges Eigentum anerkannt haben, sind sie zum Schluss gekommen sich erlauben zu können, ganz unabhängig von Gott da zu sein, das heißt: dass Gott ihnen in dieser ihrer Situation NICHT (mehr) nötig ist:

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Möge jedermann sein ganzes Leben lang bedingungslos treu in Verehrung und Sühnehaltung für die Beleidigungen und die Undankbarkeit verbleiben, wie sie seit der Sünde der Ur-Eltern Gott der Dreieinige zu erdulden hat. Er tritt dagegen der Menschen-Familie in seinem Sohn, Jesus Christus, entgegen. Dieser aber wurde Erlöser des Menschen, der doch nach dem EBENBILD und Ähnlichkeit gerade der Zweiten Person Gottes erschaffen wurde.
– Die Praxis der Ersten Freitage der aufeinanderfolgenden Monate das ganze Leben hindurch freut sich an besonderen Verheißungen des Herzens Jesu, wie sie der Menschen-Familie über die Hl. Margarita Maria Alacoque übermittelt wurden. Gesegnet diese Ehepaare und Familien, wo regelmäßig alle zum Tribunal der Barmherzigkeit Gottes herantreten: der Vater, die Mutter und alle Kinder nacheinander. Die Kinder gucken die Praxis der Ersten Freitage (und der ersten Samstage des Monats) ihrer Eltern gut – ganz wortlos, ab. Zur Besiegelung des von Sünden gereinigten Herzens wird demzufolge die mit Dank empfangene Heilige Kommunion.

Wir verschaffen uns alles
OHNE Dich, o Gott !
Du kannst ruhig weggehen !
Du bist uns nicht mehr nötig.
– Solltest Du etwa irgendwelche sogenannte ‘GNADEN’ haben,
schenke sie, bitte, jemanden anderen.
Mir – und uns – ist schon
keine Deine ‘GNADE’ mehr nötig” !

So sieht gerade das Wesen der Sünde gegen den Heiligen Geist aus. Die gefallenen Engel wollten die ontologische, unwiderrufliche Tatsache nicht bejahen, dass sie mit der Gesamtheit ihres Da-zu-Seins und ihres weiter unsterblichen Existierens, samt allen ihnen geschenkten Gaben ‘am’ Gott und ‘von’ Gott hängen bleiben. Es ist total unmöglich, dass irgendetwas außerhalb und unabhängig von Gott existieren könnte.

Gott kann unmöglich leugnen, dass gerade Er die Engel erschaffen hat, noch dass gerade Er sie mit besonders ausgesuchten Gaben beschenkt hat.
– Ferner Gott kann unmöglich angesichts des ganzen von Ihm erschaffenen Weltalls leugnen, dass gerade Er – und nur ER – ihr ontologischer Schöpfer ist. Die Engel sind keine Schöpfer ihrer selbst. Das Existieren von irgendetwas (= der Welt der NICHT-Personen) und eines irgend-JEMANDEN (= der Welt der PERSONEN) – OHNE den persönlichen Schöpfer-Eingriff Gottes ist total unmöglich.
– Jeder irgendwelche Verleugnungs-Versuch der Tatsache, dass alles, was irgendwie existiert, sein Existieren und seine weitere Existenz ausschließlich Gott als der „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) verdankt, wäre gipfelartige Absurdität.

3. ALLEIN:
unabhängig von Gott
zu sein

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Damit befinden wir uns auf der Spur der tieferen Nachsuche nach der Ursache des Dramas, das sich im Himmel abgespielt hat.

Wir sind uns bewusst, dass es bei den Engeln – also den Geistern, diesen ihrer Natur nach Vollkommenen, die von Gott zu höchsten Stufen des Existierens erhöht und mit Gaben beschenkt wurden, die an unvorstellbare Gipfel reichen, jedes irgendwelche Schwanken vor dem Treffen einer Entscheidung angesichts der Aktivierung der Befähigung einer personalen Entscheidung ihres freien Willens – von vornherein ausgeschlossen werden musste. Anders gesagt, die Wahl, die in Kraft des freien Willens eines irgendwelchen der Engel als des reinen Geistes unternommen wird, kann nur und ausschließlich eine einmalige – und unwiderruflich endgültige Entscheidung sein.

Luzi-Fer, samt der Schar dieser Engel, die sich zu seinem Aufstand angeschlossen haben, hat sich auf seinem Selbst gesammelt: auf seinem ‘ICH: EGO’ (= neuerlich: zentri-PETALE Dynamik: eigenartig bei aller ANTI-Liebe). In empfundener, sich von Gott geschenkter Größe – hat er sie als sein Verdienst anerkannt. Zusätzlich hat er sich eingeredet, alle von Gott empfangenen Gaben stellen eine von allein sich verständliche seine GEHÖRIGKEIT dar. Die ihm geschenkten Vollkommenheiten anerkannte er als sein persönliches ‘Eigentum’, von dem niemanden, selbst Gott, kein ‘Recht’ zusteht, ihn auf irgendwelche Art und Weise zur Berichterstattung zu rufen.

In geradester Folge des unternommenen falschen Schritts strebte er JETZTZEIT danach, sich mit folgendem auszeichnen zu müssen:
– vor dem ganzen Weltall
– und vor Gott selbst,
dass er imstande ist sich es erlauben zu können, jetzt weiter schon in völliger Unabhängigkeit von der sogenannten „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (vgl.. DeV 33) zu existieren. Er hat sich selbst so weit als selbständigen gefunden, dass er es schaffen kann, ab jetzt ganz ... ALLEIN da zu sein.

Die Entscheidung, die Luzi-Fer getroffen hat, ist SOFORT – bis zum Jota, in Erfüllung gekommen. Sowohl er persönlich, wie die unzählbare Schar der übrigen Engel des Aufstands, haben sich augenblicklich DORT gefunden, wo sie sich da zu sein zu finden gewollt haben. Zu diesem Ort wurde das völlige Abgetrenntsein von Gott. Daselbst hat von nun an – ihrem Wunsch nach – ihr Leben „OHNE Gott”, und außer Zweifel „Gott ZUM TROTZ” (RP 14) begonnen. Es ist sofort in Erfüllung gekommen, was sie sich in ihrer einmaligen und unwiderruflichen Entscheidung – ihres verkehrt tragisch gebrauchten freien Willens gewünscht haben.

Sie haben sich von diesem Gott total abgetrennt und sich von Ihm ... abgemacht, wiewohl sie von Ihm volens nolens in ihrem ihnen, unwiderruflich ewigen Existieren von Ewigkeit zu Ewigkeit – weiter in totaler Abhängigkeit verbleiben. Nur dass sie genau DORT leben, wo sie ab jetzt an selbst entschieden haben: in völligem Getrenntwerden von Gott als der LIEBE, als Fülle, die lauter Glückseligkeit sprüht. So ist die bewusst gewählte ewige Verdammung in der Hölle. Die Hölle ist dieser Ort, der für die Ewigkeit Ort des GEWOLLTEN, fixierten Gegensatzes der Glückseligkeit für diese ist, die Gott geliebt haben und daselbst das ewig dauernde Glück erreicht haben, das im ... „HAUS des VATERS herrscht, wo es viele Wohnungen gibt ...” ! (vgl. Joh 14,2)

4. Psychologisch-theologische
Prämisse

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Es fragt sich jetzt: ob der hier dargestellte Ablauf der Ereignisse auch mit tatsächlichen Gegebenheiten belegt werden kann, oder auch ist es einzig und allein ... irgendwelche theologische Erfindung? In Antwort auf diese anderswoher spontan aufkommende Frage müsste man sich teilweise auf eine psychologisch-theologische Schlussfolgerung berufen, und teilweise die geheimnisvolle, und doch umso mehr intrigierende Aussage des Sohnes Gottes aus der Zeit seines irdischen Lebens genauer anzublicken.

Psychologisch genommen ist es gar nicht schwer das Treiben mancher PERSONEN zu verstehen, die alle irgendwelche Abhängigkeit von irgendjemandem abschütteln möchten. Solches Streben erscheint so manches Mal ziemlich leicht in der Situation, wenn einer dauernd auf sein SICH und sein ‘ICH’ hinstarrt. Dieses ‘ICH’ hat es keinesfalls gern von jemandem abhängig zu verbleiben.

Eine Person, die sich um irgendwelche ihre Vollkommenheit bewusst wird, beziehungsweise um manche Merkmale, mit denen sie sich ihrer Meinung nach von anderen unterscheidet und deutlich für irgendwelche eigene, wenn auch nur in sich eingeredete Überlegenheit im Verhältnis zu anderen Personen spricht, verfällt leicht einer sogenannten ‘Dünkelhaftigkeit’, die mit ein wenig umsichtiger Sprache als ‘Eingebildetsein in sich selbst’ genannt werden dürfte.

Sooft sich solche Person bewusst wird, dass jede der Fähigkeiten, deren sie sich in sich selbst wahr wird, nicht ihr Eigentum ist, sondern nur Gutes ist, das ihr allein zeitweise zur verantwortlichen, zurechnungsfähigen Verwaltung anvertraut wurde, kann in ihrem Inneren unwillkürlich ein Aufstand erscheinen. Sie möchte gern diese, für ihre vermeintliche ‘Überlegenheit’ beleidigend empfundene Abhängigkeit von irgendjemandem ‘höherem’ abschütteln. Indem nämlich dieser ... OBERE zu gewisser Stunde es gewagt hätte, die Abrechnung von den ihr allein zur verantwortlichen Verwaltung anvertrauten Vollkommenheiten abzufordern.

Die bei dem Gedanken allein wegen einer unvermeidlichen zurechnenden Abhängigkeit von jemandem zutiefst verletzte, sich eingebildete Ehrsucht, lehnt sich dann leicht auf. Sie sucht gleich danach, mit eigens klar ausgedrücktem, entschiedenem ‘NEIN-Wort’ ihres freien Willens an allen ringsherum, Gott selbst nicht ausgeschlossen, zu erzwingen, dass sie ihre vollwertige Selbständigkeit, wie auch die wahrhaft ins Leben eingeführte Selbst-Bestimmung ihres freien Willens anerkennen.

Sollte es irgendjemand wagen, eine gegenteilige Meinung zu äußern, wird diese Person, getragen von empfundenem Starren auf sich selbst und in Empfindung um ihre vermeintliche Selbständigkeit – vor der Erzwingung an der Umgebung nicht zurückschrecken, sich als den einzigen ‘Herrn’ ihres Selbst zu anerkennen. Solche Person wird nicht einmal davor schwanken, Gott zu verstehen zu geben, dass sie vollmündig geworden ist und daselbst besten Bescheid weiß, was sie tut. Jedenfalls sie benötigt von nun an schon keine ‘Pflegeschaft’ von irgendjemandem, Gott selbst nicht ausgenommen.

So wird einmal die Sünde der Aufbauer u.a. des Babel-Turmes aussehen (s. Gen 11,1-7). Ein charakteristisches Kommentar zu dieser seinerartigen zweiten ‘Sündenart’  gegen Gott – nach der ersten, wie sie im Paradies nach der Sünde der Ur-Eltern begangen wurde, hat der Hl. Johannes Paul II. in seiner Adhortation Reconciliatio et Paenitentia (1984): hinterlassen:

„... Die Menschen haben danach verlangt, eine Stadt zu erbauen, sich in einer Gesellschaft zusammenzuschließen, STARK und mächtig zu sein ohne Gott, wenn nicht sogar gegen Gott.
– In dieser Hinsicht stimmen die Erzählung von der ersten Sünde im Garten Eden und die Geschichte von Babel ... miteinander überein:
– in beiden Fällen stehen wir angesichts des Ausschlusses Gottes durch eine direkte Opposition gegen ein Gebot, durch eine Geste der Rivalität ihm gegenüber, durch das täuschende Streben danach, sein zu wollen ‘wie Er’ ...
– Dennoch in beiden Fällen wird die Beziehung zu Gott gewaltsam abgebrochen ...
Ausschluss Gottes, Bruch mit Gott, Ungehorsam gegen Gott: das war und ist die Sünde in der ganzen Menschheitsgeschichte ...
– Sünde ist Ungehorsam des Menschen, der mit dem Akt seiner Freiheit die Herrschaft Gottes über sein Leben nicht anerkennt, zumindest in jenem Augenblick, wo er sein Gesetz Gottes überschreitet” (RP 14).

Diese Worte betreffen zwar die Situation des Menschen (s. von unserer Seite z.B.: Niemand zwingt mir etwas auf ! ...). Dennoch es ist unwahrscheinlich, dass genau dasselbe sich nicht bei PERSONEN der aufständischen Engel abgespielt hätte. Bei empfundener himmelhoher empfangener Ausstattung haben sie diese zu gewisser Stunde als ihr ausschließliches Eigentum anerkannt. Infolgedessen haben sie ihre Gottes Herkunft bewusst ignoriert. So haben sie Gott ihr rebellisches Wort entgegengeworfen:

„Wir genügen uns selbst !
Wir brauchen Dich, Gott, nicht mehr.
Dir, o Gott, dienen wir ... nicht mehr !”
(vgl. Jer 2,20)
.

So ist die typische Reaktion dieser Personen, die sich vor aller Autorität absperren und sich selbst usurpatorisch als den Mittelpunkt des Weltalls nennen.

Es schiebt sich die Gedankenverknüpfung solcher Haltung mit Worten des polnischen Dichters auf, Adam Mickiewicz – von seiner berühmten „Ode an die Jugend” :

„Du Jugend ! Über Ebenen fliege hinauf ! ...
... Schau hinunter – wo der ewige Nebel den Raum
verschattet von Müßigkeit, überschwommen mit Strudel:
Dies ist die Erde !
Schau, wie über ihre Leichen-Wasser
ein Lurch sich emporgeschwingt in Schale
Selbst für sich Steuer, Segler, Schiff.
In Jagd nach winzigeren Lurchs
wirbelt er empor, dann stürzt er in das Tief.
Welle klebt ihm keine an, noch er an die Welle.
Da prasselt er an einem Felsblock.
Niemand sein Leben gekannt, niemand sein Verderben geschätzt.
So finden sich die Ichsüchtige ...”
(Adam Mickiewicz: „Ode an die Jugend”).

Der erwähnte Hochachtungsauswuchs der eingebildeten Selbst-Ehre ist keine Beobachtung erst ‘unserer’ Zeiten. Er begleitet in minderem oder höherem Maß die Erlebnisse zumindest vieler Personen ab Ur-Anfang an, zumal auf manchen Stufen ihrer psychologisch-physiologischen Entwicklung.
– Kein Wunder, dass ähnliche Reflexen auch schon früher in der Welt erschienen – dieses Mal in der Welt der Engel, trotz ihrer rein geistigen Natur.

An wie vielen Stellen unserer Homepage wird vom scheinbar ein wenig schwierigem Begriff gesprochen, dessen Verständnis ein engagiertes Nachdenken voraussetzt:

– Die zentri-PETALE Dynamik.
– Sie ist typisch bei jeder Sünde; und:

– Die zentri-FUGALE Dynamik,
– mit ihr muss sich jede wahre Liebe auszeichnen.
Zu ihrem ständigen Muster wird das Handeln Gottes bei der Schöpfung und Unterhaltung allen Existierens.

Es dürfte hier illustrationshalber wiederholt die Graphik aufgerufen werden, die gerade diese Frage betrifft. Dieselbe Graphik kann an mehreren Stellen unserer Homepage gefunden werden.


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Die zentri-FUGALE Dynamik einer wahren Liebe in Gottes Stil des Liebens. Eine wahre Liebe kennzeichnet sich an ihrem GABE-Person-Sein für eine Person, beziehungsweise für Personen. GABE wird erst dieses Gut, das sich auf der Linie legt, die das Erreichen des ... „HAUSES des VATERS” abzielt.
– Im Gegensatz, die zentri-PETALE Dynamik ist Kennzeichen der GEGEN-Liebe. Zu ihrer untrennbaren bitteren Frucht wird die Selbstsüchtigkeit, die immer Erweis der Herrschaft dieses BÖSEN im Herzen ist. Der Egoismus frisst alles und alle auf, um nur die täuschende Selbst-Befriedigung zu erreichen in Form von für sich gesichertem z.B. Erlebnis des Sexus.


5. Missachtung des Sohnes Gottes
als Menschen-Sohnes

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Unabhängig vom gerade erst dargestellten Argument der psychologisch-theologischen Natur, dank dem wir versuchen besser verstehen zu können, wieso es geworden ist, dass ein Teil der Engel – Gott den sie liebenden Schöpfer zurückgewiesen haben, bleibt noch das biblisch-theologische Argument zur Verfügung. Wenn wir es eindringlicher beschauen, lässt es sehr wahrscheinlich leichter die Tragödie zu verstehen, die die aufständischen Engel sich selbst bereitet haben. Diese Erwägung lässt wahrscheinlich die Tragödie leichter zu verstehen, warum und wie diese aufständischen Engel sie sich selbst verschafft haben. Sie selbst haben sich nämlich die Wahl ihres ewigen Existierens von nun an im fixierten ... „See von brennendem Schwefel” (Offb 21,8) von Ewigkeit zu Ewigkeit bereitet und gewählt.


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Bezauberndes Lächeln dieses Menschen, der diese Geschöpfe hütet und weidet. Gott hat diese Geschöpfe mit sehr scharfen und bedrohlich aussehenden Hörnern ausgestattet. Wir sehen hier ein Stück der Natur vom südlichen Sudan in Afrika. Es kann bemerkt werden, dass der Hirte, vielleicht ohne selbst grundlegende Ausbildung, keinesfalls als unglücklicher aussieht. Er knüpft auch bestimmt auf seine Art und Weise den Kontakt zu Gott für den Alltag an. Auch er richtet sich zumindest nach der Stimme der Gebote Gottes, die Gott zur Stunde seiner Empfänigs in sein Gewissen eingeprägt hat.

Der Stil der Betätigung Gottes und seiner Handlungsweise scheint nämlich darauf hingewiesen zu haben, dass Gott der Vater zu gewisser Stunde allen Engeln seinen Eingeborenen Sohn als schon Menschgewordenen Sohn Gottes und gleichzeitig Menschen-Sohn, den Erlöser des Menschen, gezeigt hat. Und zwar der Himmlische Vater hat den Engeln eine Blitzeinsicht in des Erlösungswerk dargestellt, das von seinem Eingeborenen Sohn, der Zweiten unter den Personen der Allerheiligsten Trinität, vollbracht werden wird – nachdem Er das Mensch-Sein im Geheimnis der Menschwerdung annehmen wird. Er ließ ihnen seinen Sohn ansehen in seiner schauderhaften „Erniedrigung bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz” (vgl. Phil 2,7f.). Und ließ ihnen zu verstehen, dass eben ER, dieser in seinem Mensch-Sein und seiner Gottheit geschändete und in strikter Nähe bei der Mauer von Jerusalem in unvorstellbaren Qualen am Kreuz sterbende – ihr Schöpfer und Herr ist.

Von Ihm wird einmal der Völkerapostel, der Hl. Paulus, schreiben:

„... Denn in Ihm
(= im Sohn Gottes, dem Erstgeborenen angesichts jedes Geschöpfs)
wurde alles erschaffen:
im Himmel und auf der Erde,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten.
Alles ist durch ihn und auf ihn hin erschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung und in ihm hat alles Bestand ...” (Kol 1,16f.).

Von Ihm, vom Sohn Gottes Jesus Christus, wird einmal unter dem Anhauch des Heiligen Geistes der Prophet Jesaja zumindest fünfeinhalb Jahrhunderte schreiben, bevor das zur entsetzenden Wirklichkeit werden wird:

„... Er hatte keine schöne und edle Gestalt,
sodass wir ihn anschauen mochten ...
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit Krankheit vertraut.
Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt,
war er verachtet. Wir schätzten ihn nicht.
... Aber er hat unsere Krankheit getragen
und unsere Schmerzen auf sich geladen.
Wir meinten, er sei von Gott geschlagen,
von ihm getroffen und gebeugt ...
Er wurde vom Land der Lebendigen abgeschnitten
und wegen der Vergehen meines Volkes zu Tode getroffen ...” (Jes 53,2ff.8).

Nachdem Er das ungemein schwierige, grenzenlos schmerzhafte Werk der ERLÖSUNG vollbracht hat – wird Ihn der Himmlische Vater demzufolge erhöhen, weil Er das urewige VORHABEN der Allerheiligsten Trinität vollbracht hat: die Erlösung des gefallenen Menschen durch den Sieg, den Er über die Sünde und den Tod davongetragen hat. Dieser Sieg geschah dank dem, dass der Sohn Gottes als Menschen-Sohn das Kreuz mit seiner erschütternd treuen Erlösungs-LIEBE angenommen hat:

„... Darum hat Gott (= der Vater) über alle erhöht und Ihm den
Namen verliehen, der größer ist als alle Namen
(= dieser höchster Name heißt: JAHWÉH = KÝRIOS = Herr = GOTT),
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu

(= die Engel, die Menschen und Satane),
und jeder Mund bekennt:
JESUS CHRISTUS ist der HERR
(= dass Jesus der „JAHWÉH = KÝRIOS = HERR” ist)
zur Ehre Gottes, des Vaters ...” (= Phil 2,9ff.).

Wie sehr stimmt es mit der Wahrheit der Tatsachen überein, wenn der Hl. Paulus feststellt: auf den Namen „JESUS” ... kniet Satan, und selbst der Luzi-Fer nieder. Sollte es auch mit Zähneknirschen erfolgen, wie auch mit schnaubendem Hass zum Sohn Gottes, beugt doch Luzi-Fer seine Knie vor Diesem, der ihn ... erschaffen hat, allerdings ihn nicht erlöst hat. Die Erlösung gilt allein und ausschließlich für PERSONEN des Menschen: Mann und Frau. Nur um der Erlösung des Menschen-Geschlechts willen (s. Joh 3,16; 16,28; 17,3; usw.; Credo bei der Hl. Messe: „... Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist ...” ) ist der Sohn Gottes vom Himmel auf die Erde herabgestiegen und hat das schauderhaft schwierige Werk der Erlösung in seiner Kreuzigung, aber darauf folgender Auferstehung von den Toten und der Himmelfahrt vollbracht, um es dann noch mit dem Geheimnis der Sendung des Heiligen Geistes zu besiegeln.

Auf diesem Hintergrund ist die Tatsache umso mehr verwundernd, dass Satan ... vor Gott seine Knie beugt. Es gibt dagegen Leute, die ihren Unglauben prahlen und vor Gott keineswegs ihre Knie zu beugen gnädig sind. Sie reden sich selber und anderen ein, Atheisten zu sein, protzen ihren Un-Glauben an die Existenz vermeintlich ‘eines sog. Gottes’.
– Auf dieses Thema gehen wir aber Jetztzeit nicht ein: es wurde an anderen Stellen unserer Homepage darüber ausreichend gesprochen.
(s. z.B.: Satan: Gläubiger – Nicht-Praktizierender und sein Aufstand; bzw.: Wem gilt es zu anvertrauen; oder noch: Menschliche Religionen und Religion der Offenbarung Gottes angesichts der Vergebung; usw.).

6. Jesus
Zeuge des blitzartigen
Satans Absturzes

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Im Lukas-Evangelium befindet sich ein mysteriöser, ungemein intrigierender Eintrag von Jesus, in dem ER selbst – der Sohn Gottes und zugleich Menschen-Sohn einmal mehr seine Prä-Existenz im Schoß der Allerheiligsten Trinität offenbart. Und zwar Jesus sandte damals auch schon die von Ihm auserwählten einige Jünger – die Apostel, aber auch andere Jünger aus, dass sie es üben, das Reich Gottes zu verkündigen. Voller Enthusiasmus kehrten sie dann von ihren ersten missionarischen Zügen zu Jesus zurück. Sie begannen sich dabei großtun – im Anschluss an ihre verwundernden apostolischen Sukzesse:

„... ‘Herr, selbst die Dämonen sind uns in Deinem Namen untertan’.
Da sagte Er zu ihnen:
– ‘Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.
Siehe, ich habe euch die Vollmacht gegeben,
auf Schlangen und Skorpione zu treten und über die ganze Macht des Feindes.
Nichts wird euch schaden können.
Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen;
sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind’ ...” (Lk 10,17-20).

Jesus knüpft hier ganz klar an ein geheimnisvolles Ereignis, als Er „gesehen hat”, wie „Satan vom Himmel wie ein Blitz herunterstürzte”. Jesus enthüllt in diesen Worten einmal mehr seine Prä-Existenz im Schoß der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Zugleich aber spricht Er als jetztweilig Menschen-SOHN: als Sohn des Vaters im Himmel, allerdings ebenfalls wahrhafter Sohn seiner Unbefleckten Mutter Maria ... Er spricht ungemein markant seine Jünger an. Er heißt, dass sie sich nicht über die ihnen gewährte charismatische Macht selbst über die Dämonen: über Satan freuen, sondern weil ihre Namen im Himmel eingetragen sind.

Mit anderen Worten: bei der Berufung zur Tätigkeit als Apostels erscheint freilich eine Freude infolge ihrer visuellen Errungenschaften. Dennoch gerade solche Sukzesse dürfen kein Maß für die Wirksamkeit der Verkündigung des Wortes Gottes werden. Anderseits die Tatsache der wirksam erfolgten Heraustreibung des Satans von Besessenen – ist kein ihrer Verdienst, sondern Gabe des ihnen zeitweile gewährten irgendeines der Charismen ...

Wir finden uns aber zu dieser Stunde mit dem Wort Jesu im Anschluss an die Sünde des Luzi-Fers Satans und seiner Mit-Engel intrigiert. Es geht nämlich um die Tatsache, dass diese Engel „vom Himmel wie ein Blitz gestürzt wurden”.
– Diese Worte decken sich völlig mit der Bericht des Buches der Offenbarung, den uns als Gottes-Geschriebenes-Wort der Geliebte Jünger Jesu Christi, der Hl. Johannes der Apostel, übermittelt hat. Er stellt den dramatischen Kampf dar, zu dem es im Himmel gekommen ist, als Luzi-Fer samt der Schar der aufständischen Mit-Engel auf definitive Art vom Himmel herabgestürzt wurde.

Dieses Drama wurde auf unserer Homepage schon ein paarmal ausführlicher erörtert (s. u.a.: Satan: Gläubiger - Nicht-Praktizierender und sein Aufstand). Trotzdem gehört es sich dieses Ereignis noch einmal darzustellen – in enger Anknüpfung an die gerade angeführten Worte Jesu: „Ich sah den Satan, wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.” (Lk 10,18):

„Da entbrannte im Himmel ein Kampf:
Michael (hebr.: Mi-ka-‘El = Wer wie Gott !)
und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen.
Der Drache und seine Engel kämpften,
aber sie hielten nicht stand
und sie verloren ihren Platz im Himmel.
Er wurde gestürzt, der Große Drache,
die Alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt
und die ganze Welt verführt
;
der DRACHE wurde auf die Erde gestürzt
und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen ...
Weh aber euch, Land und Meer.
Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen
Seine Wurt ist groß,,
weil er weiß, dass ihm nur noch eine Kurze Frist bleibt” (Offb 12,7-12 12,7-12).

Der Geliebte Jünger Jesu beruft sich auf die Stunde der Probe, der jede ‘Liebe’ unterzogen werden muss, damit sie sich – zu sich selber und vor anderen bewertet, ob sie ‘echte Liebe’ ist, oder nur ‘vermeintlich Liebe’ spielt, beziehungsweise – Gott bewahre – einzig und allein eine nur ‘erzwungene’ Spielerei darstellt.

Gott konnte sich nicht erlauben, dass irgendwelche PERSON – in diesem Fall die Person eines Engels, das weitere Verweilen im „HAUS des VATERS, wo es viele Wohnungen gibt” (Joh 14,2) in ihrer Freiheit wählen MUSSTE. Eine aufgenötigte Liebe wäre gleichbedeutend mit aufgedrungener Versknechtung. Solche Lösung beleidigte die Würde sowohl Gottes selbst, wie auch die Würde der betreffenden PERSONEN: der Engel. Gott hat sie mit der Gabe des freien Willens nicht als allein mit ‘Theorie eines freien Willens’ beschenkt, sondern mit tatsächlichem – für sofortige Aktivierung bereitgestelltem ... FREIEN Willen.

In der vom Apostel dargestellten Probe der Engel – hat ein ihrer Teil die Prüfung auf die Annahme einer völligen Hingabe an Gott als ihren liebevollen Schöpfer nicht bestanden. Sie haben sich von Gott völlig abgeschält. Daselbst konnten sie keine Sekunde länger im „HAUS des VATERS”  weiterbleiben.

Diesen Augenblick, als nämlich die aufständischen Engel die für sich selbst höchst tragische Entscheidung gefällt haben, nur dass diese Entscheidung ZUERST zum unvorstellbar schmerzhaften Stich direkt ins Herz dieser Allerheiligsten Dreifaltigkeit gestoßen wurde, die ihre PERSONEN zur Existenz in zartester, „liebevoller Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) berufen hat, hat Jesus „GESEHEN”. Er ‘SAH’ diesen Augenblick sowohl als die Zweite Person der Trinität, wie auch schon als Gott-Mensch in seiner einen einzigen – Gottes PERSON.
– Er selbst erwähnt dieses Ereignis, als die Engel vom Himmel „gleichsam ein plötzlicher, schaudererregende Blitz” (Lk 10,18) gefallen sind.

7. Das Drama
des Kampfes der Engel
im Himmel

Die dargestellten Erwägungen lassen uns in zwei grundsätzliche Beweggründe eindringen, nach denen sich die aufständischen Engel bei ihrer totalen Zurückweisung aller GNADE Gottes gerichtet haben. Es gilt bei dieser unserer Erwägung zwar einzig und allein um psychologisch-theologisch-biblische Erwägungen, dennoch der Ablauf der Ereignisse hat sich wohl in Wirklichkeit auf solche Art und Weise entwickelt:

a) Zum ersten Beweggrund für die Zurückweisung Gottes wurde das Streben nach völliger Unabhängigkeit von irgendwelcher weiterer ‘Pflegeschaft’ vonseiten Gottes. Indem sich diese Engel um ihre höchsten Vollkommenheiten bewusst geworden sind, wiewohl diese ihnen einzig zur zurechnungsfähigen Verwaltung geschenkt wurden, sind sie zum Schluss gekommen, dass sie sie sich es leisten können, in ihrem weiteren Existieren schon ‘allein für sich’ da zu sein und ihr weiteres Leben nach der Richtschnur des eigenen ‘ICH’ einzurichten.

– Demzufolge haben sie sich so weit selbstsicher gefunden, dass sie zum Schluss gekommen sind, sie können es sich erlauben, Gott die ‘ihnen gehörigen RECHTE’ aufzunötigen. Sie haben sich eingeredet, Gott müsse es ihnen gewähren, dass sie ab nun an völlig unabhängig von irgendjemandem selbst-bestimmend weiterleben werden. Indem sie mit der Größe des eigenen ‘ICH’ und der ihnen geschenkten Weisheit stur eingenommen waren, sind sie zu so übermäßiger Weisheit gekommen, dass diese ‘ihre Weisheit’ auf das Niveau des Bodens von UN-Verstand niedergestürzt ist. Das Gottes-Geschriebene-Wort bezeichnet solchen Zustand markig: „Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu TOREN” (Röm 1,22).
– Sie haben die Tatsache nicht berücksichtigt, dass sie als PERSONEN mit der Gabe der Unsterblichkeit beschenkt wurden. Diese aber setzt es voraus, dass ihr Weiterexistieren die ganze Ewigkeit hindurch von Diesem Gott unterhalten werden muss, mit dem sie gerade alle sie verbindenden Bände der Liebe ... abgeschnitten haben. Außer nur dem letzten ‘Faden’, den niemand und nichts durchzuschneiden imstande ist: dem Faden des ... Existierens in niemals schon ein Ende erwartende ... Unsterblichkeit.

b) Zum zweiten Beweggrund, der bei den aufständischen Engeln ihren totalen Abbruch von Gott der Fülle von LIEBE-LEBEN bestimmt hat, wurde zweifelsohne die Verachtung vor einem SOLCHEN ‘Gott’: dem Menschen-Sohn in seiner unwahrscheinlichen Erniedrigung – als des am Holz der Kreuzes-Schande zu Tode gefolterten – vermeintlichen: ERLÖSERS des Menschen: der in Sünde gefallenen Menschen: Mann und Frau.

– Gott der Vater hat ihnen zu kennen gegeben, dass gerade Dieser, der so entsetzend in seiner nicht nur Gottes, sondern auch rein menschlicher Würde gedemütigter Menschen-Sohn – gerade ihr Schöpfer und HERR ist, dem es sich gehört in Kniebeugung die Gott gehörige Ehre zu leisten.
– In ihrer Überheblichkeit und ihrem Stolz wollten sie einen – SOLCHEN ‘Gott’ auf keinen Fall als GOTT, ihren Schöpfer, anerkennen. Indessen gerade ER ist und wird nicht nur Schöpfer, sondern auch Erlöser der erst erschaffen zu werdenden MENSCHEN sein. Gerade dieser Sohn Gottes und zugleich Menschen-Sohn – wird jede Menschen-PERSON als sein lebendiges „EBENBILD-und-Änlichkeit” erschaffen (s.: Röm 8,29).

c) Zur einzigen Reaktion der gefallenen Engel angesichts einer SOLCHEN Ansicht Gottes selbst wurde ihr entschiedenes:

!empt (0 kB)„NEIN ! Dich erkennen wir als Gott entschieden NICHT an !
!empt (0 kB)Dir huldigen wir – als Gott ... auf keinen Fall”
.

Wir wissen schon Bescheid, wie das Finale dieses absurden Anspruchs jener aufständischen PERSONEN-Engel in ihrem mit Hoffart aufgeblasenen, von Gott unabhängig gemachten ‘Selbst-für-sich-zu-Sein’ ausgefallen ist. Im Kampf, den ihre Haltung im Himmel ausgelöst hat, sind sie mit Knall von Gott abgesplittert, indem sie sich von Ihm in Kraft ihres freien Willens entschieden und endgültig getrennt haben.

Daselbst haben sie sich aber alle irgendwelche Chance für ihr weiteres Verweilen im „HAUS des VATERS” (Joh 14.2) selbst zugeschlossen. Infolgedessen haben sie sich im selben Augenblick genau in diesem Ort gefunden, den sie sich gewählt haben: im entgegengesetzen Pol des ewigen Bräutlichen EINS-zu-Gott. In ihrer entschiedenen Zurückweisung der „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) haben sie mit dem Akt ihres freien Willens alle, voller Liebe ‘Fäden’ geschnitten, mit denen jedes Geschöpf mit seinem Schöpfer unabwendbar verbunden bleibt.

Wie schon erwähnt, den letzten dieser ‘Fäden’ ist niemand und nichts imstande abzubrechen. Das einmal begonnene Existieren gilt für den erschaffenen GEIST – das Existieren für immer: in Ewigkeit. Es wird in Unsterblichkeit von selber „liebevollen Allmacht des Schöpfers” unterhalten, die allerdings von einer bestimmten PERSON eindeutig und definitiv für ewig zurückgewiesen und verschmäht wurde. Die Fülle des ewigen, hinreißenden Glücks in ewigem, beglückenden EINS-mit-Gott-dem-LIEBE-LEBEN wurde für sie im selben Augenblick zum brennenden, un-erträg-lichen, und doch bewusst gewollten, in Ewigkeit dauernden „SEE, der mit FEUER-und-SCHWEFEL brennt” (Offb 21,8).

Zum Echo über diese anderswoher bewusst-freiwillig gewählten ewigen Folterqualen sind u.a. die letzten Kapitel des Offenbarungsbuches geworden. Dort wird vom endgültigen Kampf der „Alten Schlange, die Teufel oder Satan heißt” (Offb 20,2) berichtet. Er wird vom Höllenabgrund vor dem Ende der Zeiten „für kurz”  befreit werden (Offb 20,3):

„Wenn die tausend Jahre vollendet sind,
wird der Satan aus seinem Gefängnis freigelassen werden.
Er wird ausziehen,
um die Völker an den vier Ecken der Erde ...
zu verführen und sie zusammenzuholen für den Kampf.
Sie sind so zahlreich wie die Sandkörner am Meer.
Sie schwärmten aus über die weite Erde
und umzingelten das Lager der Heiligen und Gottes geliebte Stadt
(Bezeichnung der Kirche in der Phase ihres Kampfes um Treue zum HERRN).
Aber Feuer fiel vom Himmel und verzehrte sie.
Und der Teufel, ihr Verführer,
wurde in den See von brennendem Schwefel geworfen,
wo auch das Tier und der falsche Prophet sind.
Tag und Nacht werden sie gequält,
in alle Ewigkeit” (Ap 20,7-10).


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Och ! Gerade das würden wir gern bekommen! Es musste offenbar eines der Viehe ... ‘fallen’, wenn es gelungen ist, dass es zur Wurst verarbeitet wurde.
– O Herr, o Gott, Du Vater-im-Himmel – wir wagen es zu bitten: „Unser tägliches Brot ...GIB uns heute. Aber auch für die nächsten Tage ! Möge uns aber auch die geistige Nahrung nicht fehlen: des Leibes und Blutes unseres Erlösers, Deines Sohnes, der mit uns zu verweilen gewünscht hat alle Tage hindurch, bis zum Ende der Welt: als NAHRUNG und GETRANK für das ewige Leben” !

Eines ist dauernd sicher: Gott wollte auf KEINEN Fall und will es weiter keinesfalls, dass diese aufständischen Engel ... in Ewigkeit in den „See von brennendem Schwefel ...” geraten. So ist es allein infolge ihrer bewussten und freiwilligen Wahl geworden.

Einerseits konnte Gott jede PERSON KEINESFALLS auf die Probe ihrer Treue-in-Liebe unmöglich nicht aussetzen. Von ‘Liebe’ kann einzig dort und dann gesprochen werden, wo sie als Folge der Entscheidung des freien Willens der betreffenden Person erscheint. Jede Aufnötigung einer Liebe und Dankbarkeit würde zur Verknechtung der Person in ihrer Freiheit. Es wäre totaler Strich über die ‘Freiheit des Willens’. Für solche Lösung der PERSONEN-Ausstattung könnte Gott auf keinen Fall einstimmen. Aber auch gerade deswegen konnte Gott jede Person unmöglich auf die Probe der Qualität ihrer Liebe nicht aussetzen.

Daselbst konnte folgerichtig die jeder Person geschenkte Gabe des freien Willens keine nur theoretische Gabe sein. Indem Gott ein Wesen als ‘PERSON’ erschuf, deren Natur-Erfordernis u.a. der freie Wille ist, musste Er bis zum ‘Schmerz’ folgerichtig bleiben. Kein Wunder, wenn Gott der Erste die Größe und Würde eines Aktes des freien Willens ehrt.

Infolgedessen zieht sich Gott auch jedesmalig angesichts des aktivierten freien Willens zurück, sooft Er bemerkt, dass sich jemand deutlich entscheidet, er wünsche es nicht, dass Gott für ihn weiter ‘Liebe-Leben’ sein möchte. Gott wird in dieser Situation vom eigenen Geschöpf gezwungen, dass Er den Tempel des Herzens der betreffenden Person endgültig ... verlässt. Solche Entscheidung wird in selber Stunde zum Dolchstich, der in das HERZ selbst Gottes des Dreieinigen gestoßen wird.

In der Situation solcher Entscheidung stößt Gott gleichsam ein Stöhnen aus, das das gesamte Weltall in Erschütterung bringt. Ganz ähnlich wie es in der Stunde des Todesleidens des Sohnes Gottes und seiner Kreuzigung am Kalvarienberg, dicht an den Mauern von Jerusalem gewesen war (Mt 27,45-54).

Es ist unwahrscheinlich, dass der Dreieinige auf seine Gottes, für uns unvorstellbare Art und Weise – einen ewigen Schmerz in den „Tiefen Gottes, gleichsam im HERZEN selbst der unumfassbaren Trinität” (vgl. DeV 39) erlebt, sooft Er die versteinerte Hartnäckigkeit des Herzens einer PERSON antrifft – in diesem Fall bei dem Anführer unter den Engeln und allen Mit-Engeln, die von Luzi-Fer zum Aufstand gegen Gott als die LIEBE hingezogen wurden
(S. zu diesem Thema von unserer Homepage: II.Teil, 6.Kap.; oder direkt: Gottes Liebe infragegestellt).

8. Sünde der Engel:
Sünde
gegen den Heiligen GEIST

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Im dramatischen Ereignis des Kampfes, das sich zwischen den Engeln-PERSONEN abgespielt hat, die ihre Treue im grenzenlosen Anvertrauen auf Gottes Liebe und Leben bewahrt haben, und anderseits den Engeln-PERSONEN, die diese Liebe und dieses Leben Gottes verschmäht und sie definitiv zurückgewiesen haben, indem sie daselbst ihr weiteres Existieren „OHNE Gott, wenn nicht direkt Gott zum TROTZ” (RP 14) gewählt haben – sind wir Zeugen genau dessen, was Gegenstand der laufenden Erwägung zum Thema Sünde der Blasphemie gegen den Heiligen GEIST darstellt. Gott würde allen gefallenen Engeln gern das ganze Übel verzeihen, indem doch „bei Ihm REICHE Erlösung ist” (Ps 130[129],7). Leider ist bei Engeln mit ihrer rein geistigen Natur die Auslösung eines Aktes ihres freien Willens nur EINMALIGE Tatsächlichkeit. Dieser Akt bleibt von nun an schon unabänderliche, in Ewigkeit fixierte Wirklichkeit.

Das Wesen dessen, WER und WIE Gott ist – ist LIEBE-LEBEN. Anders kann es schlechterdings nicht sein. Nur dass ‘LIEBE’ selbstverständlich Gott der GANZE ist, das heißt die ganze Allerheiligste Dreifaltigkeit als der eine einzige Gott: die eine, einzige Gottes NATUR.
– Allerdings PERSON-die-LIEBE, die den Vater und den Sohn eigenartig in EINE Gottheit zusammenkoppelt – ist die ... DRITTE PERSON dieses einen, einzigen Gottes, das heißt die Person des HEILIGEN GEISTES.
– Es gehört sich dazu die Erwägung Johannes Paul II. anzuführen:

„Das Geheimnis der Menschwerdung vollzog sich ‘durch das Wirken des Heiligen Geistes’. Es wurde ‘gewirkt’ durch jenen Geist, der – eines Wesens mit dem Vater und dem Sohn
– im absoluten Geheimnis des dreieinigen Gottes die PERSON-LIEBE ist, die ungeschaffene Gabe, und zugleich die unmittelbare Quelle allen Schenkens, das von Gott in der Schöpfungsordnung herkommt;
Er ist auch das unmittelbarer Prinzip und gleichsam Subjekt der Selbst-Mitteilung Gottes in der Ordnung der Gnade” (DeV 50).

Daselbst sind wir auf der vollen Spur zum Verständnis der Sünde gegen den Heiligen Geist. Eine Blockade zum Erreichen der Vergebung Gottes und Gottes Barmherzigkeit wird NICHT von Gott aufgestellt, noch vom Heiligen Geist, sondern vonseiten der PERSON des Sünders. Er ist es, der mit dem Akt seines freien Willens eine solcher Art Sünde begeht: der Blasphemie gegen den Heiligen GEIST – als gegen die PERSON selbst der DRITTEN Person Gottes, die gerade PERSON-LIEBE ist.

Selbst Gott an sich verdammt niemals irgendjemanden. Allein die PERSON – in diesem Fall die Person des ENGELS samt der Schar der Mit-Gefallenen übrigen Engeln – hat eine Blockade gegen die Vergebung vonseiten Gottes des Erbarmens aufgestellt. Folgerichtig wurden sie der Sünde gegen die PERSON Gottes, der LIEBE ist schuld. Sie selbst, diese Engel – haben es Gott unmöglich getan, dass Er sich für sie als Gott der Barmherzigkeit erweisen kann ...

Die erwähnten Engel haben sich in ihrem endgültigen, versteinerten ‘NEIN’ zur PERSON Gottes der LIEBE so weit verbissen, dass sie schon niemals imstande sein werden, sich selbst auch nur ein wenig für irgendwelche Gabe Gottes als Liebe aufzumachen. Diese Gefallenen sind bis zum Letzten tollwütig wegen ihres Geschicks, das niemals beendet werden wird. Sie sind voller Hass gegen Gott und alles, was irgendwie Gott zur Erinnerung bringen kann. Sie werden auch sich selbst niemals mehr verändern können und bleiben in Ewigkeit nicht imstande, Gott um irgendwelche Gnade für sich selbst zu bitten.

Hier steckt im Fall der gefallenen Engel das Geheimnis der Blasphemie gegen den Heiligen GEIST. Der gefallene Engel ist von Gott so weit weggegangen, dass er schon niemals irgendwelchen Funken der Barmherzigkeit Gottes empfangen WOLLEN WILL, noch solche Gnade wahrnehmen wollen wird. Er bleibt für die Ewigkeit in seinem entschiedenen Bruch zu Gott als die Liebe die mit Leben beschenkt – so sehr versteinert, dass er niemals mehr zu irgendwelcher Veränderung in seinem verbissenen Willen: absolut nur selbst-für-sich-zu-sein, imstande sein wird.

Die Blockade für die Liebe Gottes befindet sich demnach NICHT aufseiten Gottes, sondern ausschließlich auf Seiten dieser Unglücklichen ..., die bewusst-freiwillig die ewige Verdammung gewählt haben: das Verharren-Verbleiben „OHNE Gott, wenn nicht geradeaus Gott zum TROTZ” (RP 14).

Was Gott selbst angeht, bleibt Ihm in dieser Situation nur das eine: mit unendlichem eigenem Schmerz die freie, endgültige Wahl der PERSON des Führenden Engels, wie auch der Mit-Gefallenen Engel ... zu ehren. So ist es auch geworden. Gott hat die endgültige Beschaffenheit ihrer Wahl als die IHRE entschlossene ENTSCHEIDUNG ... nur bestätigt und besiegelt. Solche Wahl war niemals und bleibt weiter niemals diese Wahl, wie sie von ihnen von Gott erwartet war. So bleibt sie letztlich als die ihre eigene Wahl: im totalen Widerspruch zum Willen der Liebe Gottes. Diese war doch und bleibt dauernd gemäß des ursprünglichen VORHABENS Gottes voller zartester Liebe. Dieses Gottes VORHABEN hat doch immer nur das einzig GUTE für das geliebte Wesen seiner Schöpfermach beabsichtigt, auch für jene Jetztzeit Verdammten ...

Die ‘Reaktion’ Gottes im Angesicht des völligen Weggangs der unglücklichen Engel von Ihm, als Gott-der-Liebe-und-des-Lebens, dürfte etwa in folgenden Worte geprägt werden:

Du Kind meiner zärtesten Liebe als des Schöpfers! Du mein unendlicher SCHMERZ ! Du hast es entschieden, vom einzigen QUELL von Liebe und Leben wegzugehen – nur dazu, um ausschließlich für-dich-selbst da zu sein: möge DEIN Wille geschehen, wie Du es unbedingt möchtest. Dies war nicht und wird es nie der MEINE Wille sein !
– Indem Du mit weiterhin unsterblicher SEELE beschenkt wurdest, hast Du daselbst die Wahl getroffen, von Ewigkeit zu Ewigkeit zu bestehen nicht nur OHNE Gott, sondern geradeaus Gott ZUM TROTZ. Trotzdem Ich dich mit so zarter Liebe in das HAUS des VATERS eingeladen habe ... !
– Gehe also weg: von Ewigkeit zu Ewigkeit – zum eigenen, ewigen, unvorstellbaren Leiden im SEE, der mit FEUER und SCHWEFEL brennt ... Du hast solches Geschick für dich ganz eigens – gerade so gewählt.
– Du weist es gut, dass Ich auch dort – einzig ICH, dein Schöpfer – dich im Existieren für ... immer unterhalte ... !
– Geh also weg, wie du es für Dich gewünscht hast: zum eigenen Schmerz, aber umso mehr ... zu unendlichem Meinem Leiden: deines ... Dich für ewig verlorenen Kindes der Schöpfer-Liebe ...!”

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C.
SOLLTE ETWA GOTT
VERTRAUEN GESCHENKT WERDEN
BEI SEINEN
SCHWER ZU VERSTEHENDEN FÜGUNGEN

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1. Am
Ausgangspunkt

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Der tiefere Einblick in die Sünde, die ein Teil der Engel unter ihrem Anführer Luzi-Fer begangen hat, wirft entschiedenes Licht auf die Frage, die Gegenstand der laufenden Erwägung darstellt: worin ihrem Wesen nach die Sünde gegen den Heiligen Geist besteht, wenn sie folglich die Unmöglichkeit nach sich zieht, die Vergebung Gottes für diese Sünde erlangen zu können.

Wir sind zum Schluss gekommen, dass die unmöglich zu erlangende Vergebung Gottes NICHT aufseiten Gottes besteht, indem Gott sie mit herzensvoller Freude gewähren würde. Sie besteht ausschließlich aufseiten jener Engel. Ihre einmalige und zugleich endgültige Entscheidung wurde zur von ihnen selbst aufgestellten Mauer, in deren Kraft alle irgendwelche von Gott unternommene Versuche, um ihnen die Gabe der Versöhnung mit sich als dem Gott der Liebe und Leben anzubieten, im selben Augenblick von vornherein zurückgewiesen werden.

Mit anderen Worten, das Wesen der Sünde der Engel gegen den Heiligen Geist beruht darauf, dass NICHT Gott zu ihnen UN-barmherzig ist. Im Gegenteil, sie selbst werden schon niemals imstande sein, irgendwelche Gnade von Gottes Seiten empfangen zu wollen. In empfundener vermeintlicher eigener usurpatorischer ‘Größe’, die sie als ‘das ihnen gehörige ANRECHT’  halten zur ‘von Gott unabhängigen Einrichtung ihres Daseins OHNE Gott und Gott ZUM TROTZ’ – haben sie Gott-der-LIEBE die Möglichkeit von vornherein entzogen, ihnen noch irgendwann das Erbarmen und die Gnade zu erweisen, die sie sich schlechterdings ... niemals wünschen werden. Ihr gekränktes, aus eigener Schuld tödlich verwundetes ‘ICH’ ist dahin gekommen, dass sie für die ganze Ewigkeit schon niemals irgendeinen Strahl der Liebe vonseiten Gottes wünschen werden und ihn zu sich schlechterdings niemals mehr zulassen.

Bewaffnet mit klarerem Verständnis der Sünde der gefallenen Engel: ihrer typischen Sünde gegen den Heiligen Geist, das heißt der von ihnen unternommenen Zurückweisung Gottes als LIEBE (das heißt gerade Gottes als des Heiligen Geistes-PERSON-LIEBE), können wir jetzt in die Welt der Menschen überspringen. Denn auch bei Menschen kommt es zur Situation vor, dass jemand nicht so sehr eine einzelne Sünde begeht, sondern dem ZUSTAND verfällt einer so weit vorgeschobener Versteinerung seines Herzens, das diese PERSON infolge des eigenen Willens und der eigenen Absicht zu sich keinen Strahlen mehr der Gnade Gottes zulässt, wiewohl Gott ununterbrochen nichts anderes so sehr wünscht, als dass ... der Sünder „umkehrt und lebt” (vgl. Ez 18,23; 33,11).

2. Unumgänglich
für jede PERSON erforderte
Probe auf die Qualität
ihrer Liebe

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Auf dem Hintergrund der Geschichte des in seinen Auswirkungen entsetzenden Sündenfallens der Engel gehört es sich umso mehr klar zum Bewusstsein zu bringen, dass der Schöpfer jeder PERSON (sei es des Engels, sei es der Person des Menschen) sie zur gewissen Stunde unmöglich nicht in die Situation einer Probe stellen kann. Es geht um die Probe für den ihr geschenkten freien Willen. Dieser stellt das eine der unerlässlichen Ausstattungs-Komponenten einer PERSON-als-Person dar.

Ziel und Sinn der zu bestehen begonnen Gabe des freien Willens beruht darin, wie es des Öfteren auf unserer Homepage hervorgehoben wird (auf Spuren des Hl. Johannes Paul II.), dass die Möglichkeit für die bewusst und zugleich freiwillig angenommene – und erwiderte ‘LIEBE’ erscheint. Die PERSON wird dank dem freien Willen befähigt, die ihr gewährte Befähigung zur zurechnungsfähigen Verwaltung zu aktivieren sowohl ihres Selbst-Bewusstseins (= ihres Verstandes), wie der zweiten Befähigung: zu ihrer Selbst-Bestimmung (= also ihres freien Willens).

Der einzige ‘Beweggrund’ des Erschaffungswerkes Gottes (= Beweggrund bei Gott ist nur ER SELBST, niemals irgendetwas ‘größeres’ und unabhängiges von Gott selbst !) war und bleibt seine LIEBE. Jede ‘Liebe’ einer erschaffenen PERSON muss aber durch eine Feuer-Probe durchgehen, dass die Qualität ihrer freiwillig angenommenen und erwiderten Liebe verifiziert werden kann. Das Anrecht auf solche Verifikation steht sowohl Gott zu, wie auch der einzelnen Person. (vgl. zum Thema des beiderseitiges ‘Anrechts’ zum Bestehen der Prüfung u.a. beim Hl. Johannes Paul II.: RH 20: das Anrecht zur persönlichen Begegnung des Menschen mit dem Erlöser – und anderseits das Anrecht des Erlösers zur persönlichen Begegnung mit jedem der Erlösten mit dem Blut seiner schauderhaften Kreuzes-Passion...).

In diesem Moment geht es um die Verifikation der freiwilligen Haltung einer PERSON angesichts des Schöpfers: um die Antwort der ‘Liebe’   für die von Gottes Seiten wahrgenommene ‘LIEBE, oder auch – Gott bewahre, ihre Zurückweisung. Dies wird zuengst mit der Bejahung der eigenen Seins-ABHÄNGIGKEIT-in-Liebe vom Schöpfer zusammenhängen. Die bewusste und freiwillige Akzeptation (= Verstand und freier Wille) der erwähnten Abhängigkeit von Gottes Liebe wird zum Schlüssel, dass sich die Person im ZENTRUM selbst des ‘SELBST-Seins’ findet. Es wird gleichbedeutend mit dem Gefundensein im Klima der Glückseligkeit, das heißt der Erfüllung der Voraussetzung, um einst im ... „HAUS des VATERS” (Joh 14,2) gefunden werden zu können.

Der Unterzug einer ‘Verifikations-PROBE’ auf die Qualität des freien Willens der PERSON muss jede erschaffene PERSON betreffen: sowohl der Person eines Engels, wie des Menschen: Mann und Frau. Gott kann sich nicht erlauben, dass irgendwelche PERSON die „liebevolle Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) akzeptieren – müsste. Die Liebe muss – freie, nicht erzwungene Gabe sein (s. FC 14: „In ihrer tiefsten Wirklichkeit ist die LIEBE ihrem Wesen nach GABE ...” ): Antwort des ‘Herzens’ – angesichts der ‘Gabe des Herzens’.

Wie sollten hier nicht die lapidaren Worte des Hl. Johannes Paul II. zur Erinnerung gebracht werden betreffs der Erschaffung der menschlichen Person. Dasselbe betrifft geradeaus auch die Personen der Engel:

„Gott schuf den Menschen als sein Ebenbild und Ähnlichkeit.
Indem Er ihn zum Dasein aus Liebe gerufen hat, hat Er ihn zugleich zur Liebe berufen.
Gott ist LIEBE und lebt in sich selbst das Geheimnis der personalen KOMMUNION von Liebe.
– Indem Gott den Menschen nach Seinem EBENBILD erschaffen hat und ihn immerwährend im Dasein unterhält, prägt Er in das Mensch-Sein von Mann und Frau die Berufung,
also die Befähigung und die Verantwortung für Liebe und Gemeinschaft ein.
Die Liebe ist demnach die grundlegende
und eingeborene Berufung JEDES menschlichen Wesens” (FC 11).

Diese Worte betreffen auf gleiche Art und Weise sowohl die Engel, wie die Menschen. Es ist klar: indem Gott die PERSONEN (der Engel und der Menschen) erschaffen hat und sie – im Gegensatz zu erschaffenen NICHT-Personen – als mit freiem Willen und Bewusstsein (Befähigung zum Selbst-Bewusstsein und zur Selbst-Bestimmung) ausgestattet, kann Er folgerichtig diese Person zur Liebe und Danksagung für die Gabe des Herausgerufenwerdens vom NICHT-Existieren zur Existenz nicht nötigen.

Daher die Notwendigkeit, dass jede PERSON einer PROBE auf die Qualität ihrer Liebe und Dankbarkeit unterzogen werden muss. Die Bedingungen vonseiten der anspruchsvollen Liebe zu Gott (und den Nächsten) werden zur Grundlage, dass sich die PERSON einmal in Strahlen der „Gnade und Ehre” (vgl. Eph 1,6f.) im HAUS des VATERS finden werden kann. Das wird einmal vom Sohn Gottes selbst ausdrückt, wo Er aber diesen Inhalt in paradoxale Worte fasst:

„Kommt alle zu mir,
die ihr mühselig und beladen seid;
Ich will euch erquicken.
Nehmt MEIN Joch auf euch
und lernt von Mir;
denn Ich bin gütig und von Herzen demütig.
Und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.
Denn MEIN Joch ist sanft
und MEINE Last ist leicht(Mt 11,28ff.).
(s. die Erwägung zum Thema: Unbedingte Notwendigkeit dass jede PERSON einer PROBE unterzogen wird: – ob., z.B.: V.Teil, 1.Kap.: „Unumgänglich erforderte Probe auf Qualität der Liebe”).


3. Noch einmal Sünde der Engel:
von ihnen zurückgewiesener
Gott als die LIEBE

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Bevor wir auf den insbesonderen Inhalt der Sünde gegen den Heiligen GEIST übergehen (es gehört sich zu bemerken: Jesus Christus spricht NICHT über ‘Sünden’, sondern über die ‘Sünde’ gegen den Heiligen Geist !), sollten wir sich uns wiederholt klar bewusst werden, ob Gott die Erlösung ausnahmslos jeder PERSON, in diesem Fall: jeder MENSCHEN-Person, tatsächlich BEABSICHTIGT.

Wir beschränken uns jetzt auf die Erlösung allein der MENSCHEN, also nicht der Engel. Jesus Christus, die Zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, ist auf die Welt zu einem Zweck herabgestiegen. Diese Tatsächlichkeit wurde lapidar in die Worte des gebeteten ‘Credo’ bei der Heiligen Messe eingetragen:

„... Für uns MENSCHEN
und zu unserem Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden”
(Fragment vom ‘Credo’ bei der Hl. Messe).

Dasselbe offenbarte übrigens und bestätigte wiederholt selbst der Erlöser des Menschen, Jesus Christus:

„... Denn ich weiß,
woher ich gekommen bin
und wohin ich gehe ...” (Joh 8,14).

„... Ich bin vom VATER ausgegangen und in die Welt gekommen.
Ich verlasse die Welt wieder – und gehe zum VATER” (Joh 16,28).

„... Denn Gott (= der Vater) hat die Welt (= die Welt der MENSCHEN) so sehr hat geliebt ,
dass er seinen einzigen Sohn hingab (= gleichsam zum Fraß der Menschen),
damit jeder, der an Ihn glaubt (= Ihm anvertraut im Leben, im Sterben und nach dem Tod),
nicht verloren geht (= in Verdammnis von Ewigkeit zu Ewigkeit),
sondern ewiges Leben hat” (= dass er den Himmel erreicht: in das HAUS des VATERS gelangt) (Joh 3,16; s. Eph 2,4ff.; usw.).

Daraus folgt, dass mit dem vom Sohn Gottes vollbrachten Erlösungswerk in Kraft seines Erlösungs-Leidens, Kreuzestodes und seiner Auferstehung – ausschließlich die Welt der MENSCHEN umfangen ist, nicht aber der Engel (das wird deutlich von Jesus festgestellt, s.Joh 16,11: „ ... Über GERICHT, weil der Fürst der Welt gerichtet ist” ). Nämlich die Engel haben sich in ihrem Verbissensein in ihrem vollkommenen, ihnen von der „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) geschenkten freien Willen, der in ihrem Fall: der Reinen Geister – nur eine einzige und unwiderruflich endgültige Entscheidung zu treffen befähigt war, von Gott als der LIEBE im absoluten Sinn abgewandt.

Indem aber PERSON-‘die-LIEBE’ im Gott dem Drei-Einigen geradeaus die Dritte unter den Personen Gottes ist, das heißt der Heilige Geist, ungeachtet dass ‘Liebe’ Gott der GANZE in seinen Drei PERSONEN ist (s. ob.: Der Heilige Geist = PERSON-die-LIEBE), sind wir uns bewusst, dass das hoffärtige Streben nach UN-ABHÄNGIG-SEIN des erörterten Engel-Teiles typische Sünde gegen den Heiligen Geist darstellt.
– Die erwähnte, endgültige Entscheidung der aufständischen Engel war und bleibt von nun an für immer so sehr endgültig, dass sie sich niemals mehr von dieser dramatischen Entscheidung ihres freien Willens – zu eigenem ewigen Unglück – zurückziehen werden.

Es soll somit einmal mehr hervorgehoben werden: NICHT Gott hat die gefallenen Engel auf die ewige Verdammnis verurteilt ! Sie selbst haben das ewige Verharren im Zustand „OHNE Gott” und zugleich außer Zweifel „Gott ZUM TROTZ” (RP 14) gewählt. Sie wollten es nicht anerkennen, dass sie zuerst von der NICHT-Existenz vonseiten der „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) herausgerufen wurden. Indem sie verkehrt die ihnen geschenkten Vollkommenheiten als ihr Eigentum und ihren persönlichen Verdienst angenommen haben, haben sie sich so sehr sicher ihres Selbst gefunden, dass sie sich es erlauben können, jetzt völlig UN-ABHÄNGIG von Gott weiter existieren zu können. So halten sie Gott von nun an als jemanden für sie ‘NICHT mehr nötigen’. Sie glauben, ab jetzt völlig allein fertig werden zu können und sich ... „OHNE” Gott bestens einzurichten.

Somit haben diese Engel genau das erreicht, was der Hl. Johannes Paul II. von den Aufbauern des Turmes Babel nach dem biblischen Bericht geschrieben hat:

„Die Menschen haben danach verlangt, eine Stadt zu erbauen,
sich in einer Gesellschaft vereinigen,
dass sie stark und mächtig werden
OHNE Gott, wenn nicht direkt Gott ZUM TROTZ ...” (s. Gen 11,1-9: Turm Babel).
(RP 14).

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Der Himmlische Vater sorgt um Nahrung und Trank nicht nur für die Menschen, die Er als lebendiges EBENBILD-Ähnlichkeit seines Vielgeliebten Sohnes erschaffen hat, der als Gott-Mensch – Erlöser der „Sünde der Welt” geworden ist. Gott sorgt voller Liebe – auch ihm Rahmen seiner Gottes Vorsehung um jedes andere Geschöpf. Er hat sie mit entsprechenden Instinkten und Reflexen ausgestattet. Gerade deswegen öffnen die wehrlosen Küklein sperrangelweit ihren Schnabel zum Zeichen für die Vogel-Eltern: Mutter, Vater – ich bin HUNGRIG ! Der Mutter, dem Vögel-Vater – heißt so der Himmlische Vater fliegen und fliegen und nach entsprechender Nahrung für ihre Nachkommenschaft, die ihnen geboren ist, zu suchen ... !
– Gelegentlich kann man in entzückte Verwunderung kommen, wenn man die schönen Farben dieser Geschöpfe betrachtet. Alles ist artistisches Wunderwerk des Schöpfers. Anderseits: wie wunderschön, kunstartig – das Nest für die erwartete Nachkommenschaft gebaut wurde !

Für Gott blieb es übrig, dass Er sich ihrer tragischen Wahl unterordnet und sich vor der Erhabenheit und der Würde seines Geschöpfes zurückzieht (!).
– Selbst Gott hat die von Ihm erschaffenen Engel (ähnlich wie nachher ... den Menschen: Mann und Frau) zur Höhe einer PERSON erhoben. Um ‘Person’ zu sein, muss es bei diesem Geschöpf die nicht fiktive, sondern praktisch ausführbare Befähigung geben zur Selbst-Bestimmung über sich selbst. Gott hat die Entscheidung des freien Willens der Engel geehrt, selbst dass sie sich niemals mehr für irgendwelche Gnade Gottes und das unumfassbare Erbarmen Gottes eröffnen ...

In ihrem blinden Hinstarren auf die empfangene Befähigung der Selbst-Bestimmung über sich selbst haben die gefallenen Engel offenbar sich selbst für ihre ‘SELBST-Schöpfer’ anerkannt. In ihrer sich eingeredeten SELBST-Ausreichendheit, und auch in der Empfindung, dass die ihnen von Gottes Reichlichkeit geschenkte ‘Weisheit’ samt aller ‘ungemeinen Macht’ – daselbst zu ihrem Eigentum geworden ist, sind sie zum absurden Schluss gekommen ab nun an imstande geworden zu sein, den wirklichen, tatsächlichen Schöpfer völlig zu IGNORIEREN. Somit können sie sich es erlauben, mit den Erwartungen Gottes völlig nicht mehr zu rechnen, das heißt sie können Gott ab nun an total ZURÜCKWEISEN.

Anders gesagt sie sind zum Schluss gekommen, sie schaffen es ab nun an OHNE auf Gott als ihren Schöpfer acht zu geben zu existieren. Folgerichtig bestimmen sie sich das Ziel ihres weiteres Existierens ab jetzt an ganz selbst und nach eigenem Gefallen – OHNE auf Gott Acht geben zu müssen. Sie haben sich eingeredet, dass die Gabe des freien Willens ihnen nicht zur verantwortlichen Verwaltung geschenkt wurde, von der sie sich abrechnen werden müssen, sondern den prinzipiellen Grundtitel darstellt um sich von nun an als völlig SEBST-Ausreichende Wesen zu halten. Ihr ‘Grund-ANRECHT’ soll darin bestehen, dass sie sich selbst alles bestimmen, was ihrem eigenen Gefallen entspricht. Sie sind zur Überzeugung gekommen, ihnen stehe das ANRECHT zu angesichts Gottes als Personen vorzukommen, „die STARK genug und MÜNDIG geworden sind”. Mit ihnen muss Gott daselbst volens nolens seriöse rechnen.

In solchem Unter-Zusammenhang birgt sich immer ein riesiges Miss-Trauen angesichts Gottes-als-der-LIEBE. Sie haben den Verdacht zu sich zugelassen, Gott würde sie offenbar auf keinen Fall lieben, trotzdem Er (vermeintlich) ... LIEBE sein sollte. Der Schöpfer hat sie doch vom NICHT-Existieren nur deswegen zum Exisiteren gerufen, weil Er sich mit „liebevoller ALLMACHT des Schöpfers” (DeV 33) ihnen zugute bewogen gefunden hat.
– So ist die Urquelle der Bezeichnung bestätigt, mit der der Hl. Johannes Paul II. Satan dargestellt hat: als den „verkehrten GENIUS der Verdächtigungen” (DeV 37).

So ist es letztlich zur Tatsache geworden. In ihrem verdreht, schlecht gebrauchten freien Willen haben diese aufständischen Engel gleichsam eine dicke, undurchdringliche Betonmauer zwischen sich selbst und Gott aufgebaut. Alles nur dazu, um von nun an für SICH SELBST zu existieren, ohne noch auf Gott zu schauen. Den erwähnten ‘Mauer-Bunker’ haben sie mit dem Akt ihres freien Willens einzig darum aufgebaut, um vor der „liebevollen Allmacht des Schöpfers (DeV 33) nachweisen können, dass sie sich seine Empfehlungen, noch seine Erwartungen nicht mehr wünschen, indem sie sich doch in ihrer Existenz SELBST beliebig einrichten können ... – ohne auf seine ‘Gnade’ rechnen zu müssen!

Gott dem Dreieinigen blieb in dieser Situation das eine: mit unvorstellbarem Schmerz des Herzens als Gottes-der-LIEBE, das von dieser Engel-Gruppe an der empfindsamsten Saite seines Göttlichen Herzens, das voller Väterlicher Liebe zu ihnen erfüllt war, die endgültige Entscheidung ihres Willens nach totaler Abwendung von Ihm – zur Kenntnis anzunehmen.
– Gott wird aber noch diese ihre unabrufbare Wahl deutlich BESTÄTIGEN und anerkennen müssen: als Wirklichkeit, die in ihrem Fall die ... endgültige ist und bleibt. Die gefallenen Engel ... bleiben von nun an ... SELBST-für-sich ...! Sie bleiben so OHNE Gott, und außer jeden Zweifel: Gott ZUM TROTZ.

Gott konnte sich in dieser Lage nicht anders betätigen, als nur die kristallisierte Entscheidung des freien Willens der gefallenen Engel zur Kenntnis anzunehmen: ihres gänzlichen Abbruchs zu Ihm. Und daselbst bis zum Jota den hartnäckigen Wunsch dieses seines anderswo über das eigene Leben geliebten Geschöpfes zu erfüllen: jener ... in dieser Situation auf eigenes ewiges Unglück ... gefallenen Engel.

Allerdings das alles bedeutet das eine: Gott erlässt auf keinen Fall irgendetwas also ob ein von vornherein feindselig existierendes feindseliges ‘Dekret’, in dessen Kraft ER als Gott-LIEBE die aufständischen Engel auf ewiges Existieren im „SEE von Feuer und Schwefel” (Offb 20,14f.) verurteilte. Ganz im Gegenteil, diese aufständischen Engel haben selbst Gott GENÖTIGT, dass Er die von ihnen unternommene Entscheidung der Verselbstständigung von Gott-der-LIEBE für die Dauer: für Ewigkeit zu Ewigkeit – bestätigt.

Nicht Gott hat sie verurteilt, noch umso mehr: NICHT ER hat Er sie verflucht. Sie haben sich selbst verflucht, indem sie ihr weiteres Existieren von Ewigkeit zu Ewigkeit im Pol der totalen Gegensätzlichkeit zu allem gewählt haben, was und wer Gott ist: ‘LIEBE-LEBEN’. Sie haben bis zum Jota das erreicht, was sie sich in ihrer unwiderruflicher Entscheidung zu wollen GEWÜNSCHT haben: bleiben zu wollen SELBST-für-sich – „OHNE Gott” und genau „Gott ZUM TROTZ” (RP 14). Die aufständischen Engel haben Gott als die LIEBE verschmäht, das heißt sie haben die Person des Heiligen GEISTES verachtet. Er ist doch in der Gottheit PERSON-die LIEBE.

Sie haben Gott keinen Glauben geschenkt, Er wäre LIEBE. Noch mehr: mit der Entscheidung ihres freien Willen haben sie Gott nicht erlaubt, für sich LIEBE zu sein. Indem sie aber die von ihnen selbst aufgebaute ‘Mauer’ erstellt haben, um sich völlig von Gott UN-ABHÄNGIG zu machen und sich zu VER-SELBST-STÄNDIGEN, haben sie die Sünde gegen den Heiligen GEIST begangen. Sie haben selbst ihr weiteres DASEIN in EWIGER Verurteilung gewählt: den Ort, in dem auf ihren Wunsch es NICHT ERLAUBT ist, dass irgendwann die heiligmachende Gnade je einmal erscheint. Damit ERLAUBEN sie es doch Gott NICHT, dass Er ihnen irgendwelche Huld und Barmherzigkeit gewährt.

Es wurde schon ein paarmal erwähnt: den letzten Faden, der ontologisch (= seinsmäßig; infolge dessen, dass ihr Schöpfer die „liebevolle ALLMACHT des Schöpfers” ist: DeV 33; das heißt, dass nicht sie ‘Schöpfer-ihrer-selbst’ sind) und untrennbar jedes Geschöpf mit der ... „liebevollen Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) verbindet, kann niemand und nichts je einmal zerreißen. An diesem Faden unterhält Gott ebenfalls ihr Existieren, in diesem Fall als das Existieren für die ... UN-Sterblichkeit der Verdammnis.

Gott muss ihnen daselbst die Gabe des Lebens weiter schenken, wie auch die Möglichkeit selbst zu diesem Zweck, dass sie von Ewigkeit zu Ewigkeit fähig bleiben, ihre einmal von ihrem freien Willen unternommene Entscheidung: ihres unsterblichen ... Hasses zu Gott weiter zu unterhalten. Dieser Hass wendet sich für die Ewigkeit GEGEN Gott-die Liebe, das heißt gegen diesen Gott, der mit ihrer verkehrt gebrauchten, ihnen geschenkten Gabe: einen Akt des freien Willens unternehmen zu können, nichts Gemeinsames hatte noch weiter hat.

Ferner, Gott, dem der ganze erschaffene Kosmos von NICHT-Personalen Gegenständen unwillkürlich untertan und gehorsam ist, konnte unmöglich sich nicht nach der Erschaffung eines solchen ‘Geschöpfs’ gesehnt haben, das fähig wäre, von sich aus eine Gott erwiderte LIEBE auszulösen. Nur dass wenn die ‘Liebe’ wahrhaft ‘Liebe’ sein sollte, musste sie als Akt und Entscheidung vonseiten des freien, nicht gezwungenen Willens des betreffenden Geschöpfes herauskommen.
– Zu solchem Geschöpf ist ausschließlich die Erschaffung eines Seins geworden, das PERSON heißt. Nur die ‘Person’, ausgestattet mit dem Vermögen des Selbst-Bewusstseins, der Selbst-Bestimmung, der Fähigkeit, die zurechnungsfähige Verantwortung zu unternehmen, ist daselbst fähig, diese Voraussetzungen auch zu erfüllen. Solche Geschöpfe sind es gerade: einerseits die ENGEL, und anderseits der MENSCH: Mann und Frau.

4. Gottes LIEBE:
anspruchsvoll und schöpferisch

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In dieser Situation stellen wir uns – mit Furcht und Zittern um das eigene Heil (vgl. Phil 2,12) die unvermeidliche grundsätzliche Frage. Diese Frage wächst gleichsam von den Grundlagen selbst des ‘Seins’ heraus:

Ist es, Du Gott, tatsächlich Dein WILLE, dass ausnahmslos JEDE menschliche PERSON: jeder Mann und jede Frau – sich einmal im „HAUS des VATERS” finden (Joh 14,2), das heißt in der Glückseligkeit des Lebens im Himmel?
– Oder auch es besteht irgendetwas als eine dramatische VORHERBESTIMMUNG, dass die einen Personen in der Welt als schon von vornherein von Ewigkeit zu Ewigkeit zur Verurteilung bestimmt erscheinen,
– wogegen die anderen – diese ‘Glückskinder’,  selbst ungeachtet von ihren ethischen Betätigungen, zum Heil in ewiger Glückseligkeit vorherbestimmt sein werden?

Es muss bekannt werden, dass diese Frage eines der besonders schwierigen Probleme für die Theologie darstellt, was das eigentliche VERSTÄNDNIS Gottes angeht, sooft Er eine nächste PERSON von NICHT-Existenz zum Existieren herausruft.

Angesichts dieser Frage ziemt es sich von sich aus nur das Bekenntnis einer empfundener kindlicher, vertrauensvoller Demut herauszuholen, als eines nur Geschöpfs, das seinem Wesen nach unfähig ist, den Erschaffungs- und Betätigungs-Stil Gottes restlos zu erklären. Wir nehmen es schlechterdings zur Kenntnis an, dass der Stil der Erschaffung und Betätigung Gottes das menschliche Verständnis unmöglich nicht überragen kann. Gottes LIEBE und Gottes Weisheit voller Väterlicher Zärtlichkeit kann unmöglich unser rein menschliches Nachdenken, und daselbst die rein irdische Schlussfolgerungs-Fähigkeit nicht übersteigen, und sei es auch um einen ... Mikrometer.

Ferner, indem wir allein ‘Geschöpf’ sind, ziemt es sich in der Haltung eines unbedingten Anvertrauens zu verharren als angesichts geradeaus Gottes der LIEBE. Die grundsätzliche Eigenschaft der Liebe, wie sie Gott IST, kann unmöglich nicht auf UNFÄHIGKEIT beruhen, irgendwelchen Schaden einer PERSON anzutun: ob einem Engel, ob dem Menschen gegenüber. Gott erschafft doch die PERSON jedesmalig als sein lebendiges EBENBILD-Ähnlichkeit. Folgerichtig stattet Er eine jedesmalige PERSON unabtrittbar u.a. mit der Gabe aus des freien Willens. Dieser aber kann unmöglich nicht tatsächlich ‘FREIER Wille’ sein. Sollte Gott einmal eine PERSON jemandes irgendwelchen dazu nötigen, dass sie sich gemäß den Geboten Gottes benehme, würde er daselbst über die ‘Freiheit’ des Willens einen Strich machen. So was kann sich Gott selbstverständlich nicht erlauben: es hieße das eigene Erschaffungswerk ganz zu vernichten.

In dieser Situation gehört es sich einzig in empfundener zutiefster Überzeugung des Glaubens und zugleich des Anvertrauens auf Gott zu bekennen:

O Gott, ich bin nicht imstande Dich restlos in Deinen Fügungen zu begreifen. Ich bin mir dessen bewusst, das Du unmöglich mein nur menschliches Verständnis nicht überragen kannst, was Dich im Geheimnis Deiner Liebe, Deiner Barmherzigkeit und Deines Erschaffungswerkes angeht.
– Daher erlaube, o Gott, dass ich vor Dir niederknie und in zutiefster Überzeugung des Glaubens, der unmöglich irreführen kann, bekenne, dass Du über allen Zweifel LIEBE bei der Erschaffung jeder einzelnen ... PERSON als geradeaus PERSON bist. Ich weiß es, dass Du in Deiner besorgten, voller Hoffnung getragenen LIEBE – ihre spontane, von FREIER Entscheidung fließende Reaktion der Eröffnung für Dich erwartest.

Die erwiderte Liebe vonseiten einer PERSON, wie Du sie so zuversichtsvoll erwartest, ist aber in dieser Deiner Erwartung ein kräftiges – und anspruchsvolles Geheimnis. Deine ‘Erwartung’ ist immer zugleich ‘Erziehung’.
– Nämlich die LIEBE, wie Du selbst sie – BIST, ist ungemein mobilisierende Tatsächlichkeit. Allerdings geradeaus auch demzufolge ist sie wahrhaft liebevolle Wirklichkeit. Sie ist alles andere, aber KEINE ... Sammlung auf subjektiv wahrgenommener Angenehmlichkeit. Sie setzt es voraus, dass jemand dem Geliebten gegenüber Person-GABE, zu seinem wesentlichen GUT wird.
– Wahrhaftes ‘GUT’ wird etwas erst dann, wenn es sich auf dem Weg legt, der das Erreichen des endgültigen Ziels abzielt.
– Die Liebe als Person-GABE muss von der Größe und Würde dieser Wirklichkeit hervorwachsen, wie sie die PERSON-als-Person darstellt. ‘Person-zu-sein’ heißt in zuversichtsvoller-freudiger Wahrnehmung der zurechnungsfähigen Berichtserstattung infolge der sich geschenkten Verantwortung zu leben und sich zu betätigen.

Gerade dieses Merkmal: „die schöpferische Macht der Liebe” (vgl. DiM 7), das heißt die vom Inneren hervorwachsende ihre zentri-FUGALE Dynamik: das fortwährende Hinwachsen AUSSERHALB und ÜBER das eigene Selbst, um für die Person dieses Geliebten GUTES in seiner endgültigen Bedeutung zu SCHAFFEN – wird zum Erkenntniszeichen, auf dessen Grund leicht und von weitem – auf Deinen Spuren und nach Deinem Ur-Muster, o Gott, erkannt werden kann, ob eine unternommene Betätigung Anzeichen der wahren-starken ‘Liebe’ ist, oder auch es geht um eine nur scheinbare-täuschende ‘Liebe’, die sich unter den Namen einer ‘heißen Liebe’ unterschiebt, nur dass sie mit ihr nichts zu tun hat.

Falls unmöglich anders zu erreichendem beabsichtigtem endgültigem GUT für die Geliebte Person auf eine andere Art und Weise, wird die wahre Liebe nicht schwanken, auf die Waagschale ihr eigenes Leben hinzulegen.
– So ist der Prüfungs-Preis einer tatsächlichen ‘Liebe’. Sie zieht einen Strich über die Suche nach eigener Annehmlichkeit, um der Person dieses Geliebten um jeden Preis das endgültige GUT zu sichern
.

5. Bei Gott abgeguckte
zentri-FUGALE Dynamik
des ‘Lieben-Stils’

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Die gerade erst erwähnte Eigenschaft der ‘Liebe’: ihre zentri-FUGALE Dynamik – beginnt selbst mich anzusprechen. Sie befähigt die Unterscheidung der wahren Liebe von ihren täuschenden Formen zu unternehmen. Diese aber werden unentrinnbar zum „weiten Tor und breiten Weg, der ins Verderben führt” (vgl. Mt 7,13). So sieht die eine der Arten und Weisen aus, mit denen der „VATER der Verlogenheit” (Joh 8,44) urewig wirksam „... die ganze Erde verführt” (vgl. Offb 12,9).

Das unumgängliche Kennzeichen der wahren Liebe wird demnach die ihr eigene zentri-FUGALE Dynamik. Sie beruht auf dem Strich durch das eigene ‘ICH’ – damit der GELIEBTE das einzige GUT, dieses schöpferische GUT: das endgültige GUT erreichen kann. Dies ist immer – und es kann nicht anders seine – das ERLÖSUNGS-Gut, das heißt solches, das sich auf der Linie legt, die fähig ist, in das „HAUS des VATERS” (Joh 14,2) hineinzuführen.

Selbst auch Gott, dieser Unendliche, dieser Drei-Einige – schwankt nicht als der Erste den höchstmöglichen Preis zu diesem Zweck hinzulegen, und zwar sein eigenes LEBEN (Joh 15,13; 10,11.15; 1 Joh 4,19). So zeigt Er selbst, der LIEBE ... IST (1 Joh 4,8.16; s. VSp 117) – an sich selbst und in verbindlicher Art und Weise den Prüfstein, der es erlaubt die wahre Liebe von ihren vermeintlichen Formen zu unterscheiden.

Zur dramatischen Verwirklichung des so vonseiten Gottes begriffenen GUTEN, das heißt des heils-erlösenden GUTEN ist ER selbst geworden: dieser DREI-EINIGE. Es geschah im Eingeborenen Sohn Gottes, den gerade dieser DREIEINIGE „... hingab” in die Hände der „... Welt der MENSCHEN”  gleichsam zu ihrem Fraß (= zentri-FUGALE Dynamik Gottes als LIEBE). Alles nur wegen dieses einzigen Zwecks:

„... damit jeder, der an Ihn glaubt
(= Ihm anvertraut im Leben, im Sterben und nach dem Tod)
nicht verloren geht (= in ewiger Verdammnis),
sondern ewiges Leben hat” (Joh 3,16).

Er ist es, der selbst ist an sich:

„KÖNIG der Könige und HERR der Herren,
der allein die Unsterblichkeit besitzt,
der in unzugänglichem Licht wohnt,
den kein Mensch gesehen hat
noch je zu sehen vermag ...” (1 Tim 6,16)

der angesichts sich selber, aber auch angesichts des ganzen Weltalls darauf zugestimmt hat, was von Ihm der Hl. Paulus, der Völkerapostel in seinem Brief an die Hebräer geschrieben hat:

„... er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude
das Kreuz auf sich genommen,
ohne auf die Schande zu achten ...” (Hebr 12,2).

Warum aber hat Er:

„... wahrer Gott vom wahren Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater” (Credo der Hl. Messe)

das – und auf solche Weise getan? Darin liegt das Geheimnis dessen, wie der Dreieinige die ‘Liebe’, von der wir gerade sprechen, ‘versteht’ und wie Er sie in die Tat umschmiedet.

In Antwort auf diese Frage reicht es wiederholt die entflammenden Worte des Hl. Paul, des Völkerapostels, anzuführen:

„Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
Was ich nun im Fleische lebe,
lebe ich im Glauben (= „Anvertrauen” ) an den SOHN Gottes,
der mich GELIEBT und sich für mich hingegeben hat.
Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise ... ...” (Gal 2,20f.).

Zum Kontrast dürfte dazugesagt werden: zu solcher Hingabe des EIGENEN Lebens für jemanden GELIEBTEN rückt Satan niemals voran. Seine GEGEN-Liebe führt nicht nur zur Hingabe des eigenen Lebens für irgendjemanden zu seinem endgültigen, ewigen ‘GUT’, sondern ganz umgekehrt:

„... Euer Widersacher, der Teufel,
geht wie ein brüllender Löwe umher
und sucht, WEN er VERSCHLINGEN kann ...” (1 Petr 5,8).

Trotzdem die überwiegende Anzahl der Menschen-Familie gerade ihm fortwährend ihr Anvertrauen schenken vermag, wie auch seiner Verführerei, anstatt Gott der Wahrheit der Offenbarung zu vertrauen. Wie leicht viele scheinbaren Jünger Christi eigentlich systematisch das unermüdlich von Diesem BÖSEN unterschobene Prinzip ins Leben einverleiben:

Alles andere mag sperrangelweit akzeptiert werden: mit Beifall !
Nur dass es NICHT – Christus ist !

6. Anvertrauen auf Gott
nach Mariens Muster
trotzdem Er nicht verstanden bleibt

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Es gehört sich einmal mehr zu bekennen: es ist ganz unmöglich, dass Gott den menschlichen Verstand nicht überragen kann. Ungeachtet, dass dieselbe Vernunft außerstande ist Gott in irgendwelchem Maß einen Widerspruch in seinen Gottes Lösungen nachzuweisen (s. zu dieser Frage die Enzyklika Hl. Johannes Paul II.: „Fides et Ratio” ). Zu gleicher Zeit ist Gott zweifellos außerstande der Menschen-PERSON: seinem lebendigen EBENBILD-Ähnlichkeit – irgendwelchen Schaden zuzufügen.

Im totalen, und liebevollen Anvertrauen gerade auf DIESEN Gott „im Leben (leichten oder schwierigen), im Sterben (niemand anderer kommt dann zu Hilfe) und darauf, was ab dem biologischen Tod vorwärts für Ewigkeit zu Ewigkeit beginnt – liegt der Schlüssel unseres Glaubens.
– Das betrifft auch solche Situationen, wenn wir den Stil der ‘Liebe Gottes zu uns’  in gerade erlebten, es kann sein ungemein schwierigen Umständen unmöglich verstehen sollten. Gott überragt schlechterdings unsere menschliche Denkweise und unser Schlussfolgerung, und sollte es zumindest – wie schon erwähnt – um nur ‘einen Mikrometer’ gelten. Eines ist immer gewiss: Gott wird niemals gegen unser GUT in seinem endgültigen Maß handeln.

Hier dürfte man sich auf die Verhaltensweise Mariens berufen, diese Unbefleckt Empfangene Königin des Himmels und der Erde. Denn auch sie hat die Wege Gottes für sie selbst, und in Kürze für ihren Gottes Sohn keinesfalls immer verstanden.

So geschah es u.a. zur dramatischen Stunde, auf die mit verhaltenem Atem seit unzählbaren Jahrtausenden ... das ganze Weltall: der Himmel und die Erde wartete. Es waren die Augenblicke, wann Gott sich an den FREIEN Willen Mariens, dieses Mädchens von Nazaret, das höchstens etwa ca. 12-13 Jahr alt war (gemäß der in diesem dort damals angenommenen Alter des Heiratens). Gott selbst schlug ihr die Annahme vor, sie möge die verwundernde Gabe annehmen: die Mutterschaft seines Eingeborenen GOTTES-Sohnes. Dieser Gottes-Sohn, die Zweite unter den Drei Personen des Einzigen Gottes, als „Gott von Gott, Licht vom Licht, nicht geschaffen, sondern Gezeugt” – existierte und existiert weiter als Wesens-Gleicher mit dem Vater und dem Heiligen Geist.

Maria war außerstande zu verstehen, wie das alles geschehen könnte. Umso mehr, dass sie schon vermählte Ehefrau mit Josef war. Sie wartete nur noch auf den Tag, wenn Josef sie feierlich zu sich durchführt: in sein Haus, um von nun an das Leben als gültige, vollständige Ehe zu beginnen.

Maria ist aufgrund des Dialogs mit dem Sender Gottes, dem Erzengel Gabriel, der sie zu dieser Stunde im Namen des Dreieinigen angesprochen hat, – einzig nur so viel zu verstehen gegeben worden, es wäre innigster Wunsch und Erwartung vonseiten Gottes, dass sie – wiewohl als kaum von ihrer Kindschaft herausgekommenes Mädchen, auf das Angebot Gottes ihr ‘JA-Wort’ äußert. So ist der innigste Wunsch und die sehr herzliche Bitte der ganzen Allerheiligsten Trinität, aber auch ... des ganzen ... WELTALLS !

Aus der Antwort des Erzengels auf die grundlegende Frage Mariens:

„Wie soll dies geschehen,
da ich keinen Mann erkenne?” (Lk 1,34),

hat Maria eigentlich nichts Genaues erfahren außer der allgemein formulierten Vergewisserung, dass Gott damit irgendwie fertig werden wird:

„Heiliger GEIST wird über dich kommen
und Kraft des Höchsten wird dich überschatten ... –
Denn für Gott ist nichts unmöglich(Lk 1,35.37).

Maria hat zu dieser Stunde mit ihrem völligen ANVERTRAUEN die solche Bedeutung der Ihr vermittelten Worte Gottes angenommen, wie sie mit diesen Wort von Gottes Seiten, und nicht von ihr selbst – verbunden waren. Denn die Worte der Ansage Gottes hat sie weiter nicht bis zu Ende verstehen können.
– Der Erzengel selbst, Gabriel, hat ihr keine ausreichende Antwort auf die ihm gestellte Frage erteilt. Er hat nur das angesagte Geheimnis – mit einem weiteren, umso schleierhafteren Geheimnis verhüllt.

Selbst aber Maria hat sich zu dieser Stunde, bei ihrer himmelhohen Auszeichnung – in einer tödlich gefährlichen Falle gefunden: ohne menschlichen ‘Ausgang’ für sich selbst. Sie konnte sich unmöglich nicht sofort klar geworden sein – mit dem Blitz ihres mädchen-jungfräulichen Bewusstseins, auf was für eine Gefahr ihres eigenen Lebens sie sich aussetzt, wenn sie zur Antwort auf den Gottes Botschafter das anderswo von Gott ERWARTETE ‘JA-Wort’ erteilt.
– Es genügte, dass Josef bei der entsprechenden Macht der Führer des damaligen Israels die Mutterschaft seiner Ehefrau anzeigt, offenbar ‘mit jemandem FREMDEN’. Diese Tatsache enthüllt sich in Kurzem und es wird keine Art und Weise geben, dass die Sache verborgen werden kann. Für Maria bedeutete das in dieser Lage ... ihre STEINIGUNGan der Schwelle ihres Elternhauses” (sieh dazu: Dtn 22,20f.). So lautete die für solche Umstände vorgesehene Rechtsgebung Moses.

Die Tatsache jenes NICHT-Verstehens des Willens und Vorhabens Gottes selbst vonseiten der Heiligsten Jungfrau Maria wird markant in der Enzyklika des Hl. Johannes Paul II. „Redemptoris Mater” hervorgehoben:

„... Wenn sie sich (= Maria) auch in jenem Augenblick – durch ihren Glauben – als Mutter des ‘Messias-Königs’ fühlte, so antwortete sie doch: ‘Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast’ (Lk 1,38).
– Vom ersten Augenblick an hat Maria vor allem den ‘Gehorsam dem Glaubens’ zum Ausdruck gebracht, indem sie sich auf SOLCHE Bedeutung der obigen Worte der Verkündigung ergeben hat, wie sie jenen Worten DIESER geben wird, von Dem sie herkommen: wie sie ihnen Gott selbst geben wird” (RMa 15).

Auch uns, den gewöhnlichen Leuten, wenn nicht umso mehr, gehört es sich, Gott ‘NICHT zu nötigen’, dass Er sich vor seinem Geschöpf von seinen Fügungen und Eingriffen erst entschuldigen soll. Solche Verhaltensweise wäre jedesmalig Ausdruck einer Hoffart im Typus des Aufstands des Satans. Es hieße Gott zu verstehen geben, Er wäre bedeutend NIEDRIGER, als wir selbst. Beweis dafür wäre die Tatsache, dass wir uns die Macht usurpieren, ‘Richter’  zu sein, vor dem Gott selbst einen Rapport ablegen und sich entschuldigen müsste, warum Er es wagt eine solche oder andere Lösung seines Gottes Vorhabens unternommen zu haben, die jedenfalls uns, den gewöhnlichen Leuten – auf keinen Fall ... entsprechen würde !

Angesichts des Geheimnisses Gottes, der seinem Wesen nach jedes seiner Geschöpfe unmöglich nicht überragen kann, – darin auch diese PERSONALEN Geschöpfe, ziemt es sich in der Stunde einer inneren Verwirrung angesichts der unverständlichen Fügungen Gottes einzig auf die Knien zu fallen und in empfundenem kindlichen Anvertrauen auf Ihn als die LIEBE – in Überzeugung des Glaubens, dass Er, als der „EINZIG Gute” (Mt 19,17) seinem Wesen nach unfähig ist, dem Geschöpf seiner Vorliebe irgendeinen Schaden zuzufügen, zu bekennen:

Ich hoffe auf DICH, denn TREU bist Du,
Allmächtig und Barmherzig.
Du verleihst mir der Sünde Vergebung,
gewährst Gnade und ewiges Heil.

O Gott, auch wenn ich Dich nicht begreife,
doch liebe ich Dich über alles;
über alles, was Du erschaffen,
bist Du doch Unendliches GUT”
.

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D.
  LIEBEVOLLE ALLMACHT DES SCHÖPFERS
UND DES FREIEN WILLENS GEHEIMNIS
DER PERSON

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Wir dringen in Verworrenheiten der verschiedenen unternommenen Versuche zur Erklärung der Problematik, warum trotzdem ein beträchtlicher Teil der PERSONEN die Glückseligkeit im HAUS des VATERS erreicht, wo es „viele Wohnungen gibt” (Joh 14,2), doch zumindest ein nicht geringer Teil der übrigen Menschen-PERSONEN zu ihrem eigenen unumkehrbaren ewigen Unglück ... das Dasein im „See, der von Feuer und Schwefel brennt” (Offb 21,8) wählt. Diese Tatsache wurde mehrmals, zu ewigem SCHMERZ seines Göttlich-Menschlichen HERZENS – vom Sohn Gottes, dem Erlöser des Menschen – in der Zeit seines irdischen Lebens festgestellt. Das wird und sei es vom folgenden, mit unendlichem Trauer und Schmerz gefülltem Wort Jesu zum Ausdruck gebracht:

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„Die Ereignisse des Karfreitags und vorher schon das Gebet im Ölgarten führen in den Ablauf der Offenbarung der Liebe und der Barmherzigkeit in der messianischen Sendung Christi einen grundsätzlichen Umschwung ein. Er, der ‘umherzog, Gutes tat und alle heilte’ (Apg 10,38), ‘alle Krankheiten und Leiden heilte’ (Mt 9,35), scheint jetzt selbst das größte Erbarmen zu verdienen und das Erbarmen anzurufen, während er gefangengenommen, beschimpft, verurteilt, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und ans Kreuz genagelt wird, wo er unter unbeschreiblichen Qualen seinen Geist aufgibt (vgl. Mk 15,37; Joh 19,30). Ganz besonders verdient er auf Erbarmen – und erfährt es von den Menschen nicht, denen er Gutes erwiesen hat, und selbst die Allernächsten können Ihn nich beschützen. noch von den Händen der Verfolger entreißen.
– In diesem letzten Abschnitt der messianischen Sendung erfüllen sich an Christus die Worte der Propheten, vor allem aber die Weissagungen Jesajas über den Diener des JAHWÉH: ‘Durch seine Wunden sind wir geheilt’ (Jes 53,5)” (Johannes Paul II., Enzyklika von Gottes Barmherzigkeit, Nr. 7).

„Geht durch das enge Tor!
Denn weit ist das Tor und breit DER Weg,
der ins VERDERBEN führt,
und viele sind es, die auf ihm gehen.
Wie eng ist das Tor und wie SCHMAL der Weg,
der zum LEBEN führt,
und es sind WENIGE, die ihn finden(Mt 7,13n).

„... Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen,
bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte.
Da sagte er zu ihm: Freund, wie bist du hier
ohne Hochzeitsgewand hereingekommen ?

Der aber blieb stumm. Da befahl der König seinen Dienern:
Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis !
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Denn VIELE sind gerufen, WENIGE aber auserwählt(Mt 22,11-14).

Und außerdem – im Anschluss an Lebenskatastrophen, erfahrenen Schaden und Ungerechtigkeit, oder vielleicht selbst Androhungen des Lebensberaubens:

„Euch aber, meinen Freunden, sage ich:
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten
danach aber nichts weiter tun können!
Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt:
Fürchtet euch vor dem, der,
nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch die Hölle zu werfen.
Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten !” (Lk 12,4f.).

1. Urewiger in das
HAUS des VATERS
einladender WILLE des Dreieinigen

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Wir stehen einmal mehr vor der grundlegenden theologischen Frage, die enge mit der Problematik unserer laufenden Erwägung zusammenhängt: der UNMÖGLICH zu vergebenden Blasphemie gegen den Heiligen Geist. Es geht um das schwer zu verstehende und erklärende theologische Problem: die Allwissenschaft Gottes – und der freie Wille der PERSON.

Sooft Gott die nächste Menschen-PERSON vom NICHT-Existieren zur Existenz herausruft, wirkt Er in seiner „liebevollen ALLMACHT des Schöpfers” (DeV 33) zweifellos bewogen mit allerzartester Liebe. Der Mensch ist doch das „einzige Geschöpf auf Erden, das Gott um seiner Selbst willen gewollt hat ...” (GS 24; BF 9; usw.).

Sollten wir Worte des Hl. Johannes Paul II. anführen, würden wir in seinen Spuren bekennen:

„Gott schuf den Menschen als sein EBENBILD und Ähnlichkeit.
Indem Er ihn zum Dasein aus Liebe gerufen hat,
hat Er ihn zugleich zur Liebe berufen ...
Die Liebe ist demnach die grundlegende
und eingeborene Berufung jedes menschlichen Wesens” (FC 11).

Noch mehr, Gott hat jeder der erschaffenen PERSONEN in der Stunde ihres Gerufenwerdens von der NICHT-Existenz das Ziel und den endgültigen Sinn ihres Existierens angewiesen. Dieses Ziel bestand für jede der PERSONEN schon vor der Gründung der Welt. Dieses Ziel kann mit voller Deckung in der Wahrheit des ‘Seins’ als der einzige Sinn und die eigenartige ‘Vorherbestimmung’  der menschlichen Person bezeichnet werden.

Zur Bestätigung dieses und solchen Willens vonseiten Gottes könnte sei es nur diese Äußerung des Geschriebenen-Wortes-Gottes angeführt werden – vom Buch des Propheten Jeremias (ca. 620 vor Chr.), und noch vom Brief des Hl. Paulus and die Epheser:

„Das Wort des Herrn erging an mich:
Noch EHE ich dich im Mutterleib formte,
habe Ich dich ausersehen (= lieb gehabt),
noch EHE du aus dem Mutterschoß hervorkamst,
habe Ich dich geheiligt,
Zum Propheten für die Völker habe Ich dich bestimmt” (Jer 1,4f.n).

„Gepriesen sei der Gott und Vater
unseres Herrn Jesus Christus
Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet
(Gott der Vater – in Christus, seinem Eingeborenen Sohn)
durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt
damit wir heilig und untadelig leben vor ihm.
Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt,
seine Söhne zu werden
durch Jesus Christus, und zu ihm gelangen
nach seinem gnädigen Willen
(= es ist Wille des Vaters im Himmel, der die im Sohn Gottes geschenkte Sohnschaft in Kraft der Erlösung, die Jesus Christus vollbracht hat),
zum Lob seiner herrlichen Gnade.
Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn ...” (Eph 1,1.4ff.).

Sprechen diese Wort, geschöpft sowohl vom Alten, wie vom Neuen Testament, nicht eindeutig über die einzige Vorherbestimmung, die Gott bei der Erschaffung des Menschen: der PERSON vorleuchtet? Gott geht es dann jedesmalig einzig darum, dass die PERSON, nachdem sie die unumgängliche Probe der ihr geschenkten Zeit zur Unternahme einer überlegten Entscheidung besteht, die Wahl nach dem „HAUS des VATERS” (Joh 14,2) trifft, und nicht woanders.

2. „Viele gerufen,
wenige gewählt”

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(0,3 kB) Sollte es erlaubt sein, solche Bezeichnung zu gebrauchen, müsste man von vornherein die folgende Feststellung annehmen:

(0,2 kB) Sooft Gott an die Herausrufung einer nächsten Menschen-PERSON von NICHT-Existenz herantritt (dasselbe betrifft offenbar die Erschaffung der Engel), bestimmt Er zugleich das Endziel ihres Existierens. Es besteht jedes Mal auf Erreichen am Finale ihres Lebens des „HAUSES des VATERS” (Joh 14,2), das heißt der ewigen Glückseligkeit in Vereinigung zum Dreieinigen und allen Erlösten. Zum tatsächlichen Erreichen dieses Ziels schafft Gott zugleich vielartige Hilfsmittel, die dabei benutzt werden können.

(0,3 kB) Es bedeutete Blasphemie und eine sehr tiefschneidende Verwundung Gottes in seiner LIEBE und seinem LEBEN, sollte jemand angenommen haben, im VORHABEN Gottes dürfte ein Gedanke erscheinen, dass irgendwelche PERSONEN mit der Gabe des Da-zu-Seins nur dazu beschenkt werden sollten, dass sie die ewige Glückseligkeit von vornherein unmöglich erreichen, so dass sie letztlich auf ewige Verurteilung des SEES, das Feuer und Schwefel brennt (Offb 21,8) bestimmt sein würden.

(0,3 kB) Wenn wir also von vornherein den Willen Gottes ausschließen müssen, als ob Gott irgendwelche PERSON von vornherein zu ihrer Verdammung erschaffen sollte, bleibt es die Ursache für die Tatsache, warum viele Personen das ewige Leben nicht in ewiger Glückseligkeit erreichen, sondern in Verdammung in der Hölle-von-Ewigkeit-zu-Ewigkeit – ausschließlich aufseiten jener solcher PERSONEN zu finden.

a) Jesus hat einmal, es war gelegentlich der Subsummierung nach Verkündung des Gleichnisses von Gästen, die zum Hochzeitsmahl eingeladen waren, einen sehr charakteristischen Ausdruck angewandt. Diese Worte haben wir auch schon ein wenig höher hervorgehoben (s. ob.: Hochzeitsmahl). Die betreffenden direkt Eingeladenen haben die Einladung des ‘Königs’ leider nicht nur deutlich missachtet, sondern schändeten und selbst töteten die Knechte des Königs (Mt 22,1-14; v.6).

Ohne mit dieser, von ihnen zugefügten, unerhört schmerzhaften Beleidigung entmutigt geworden zu sein, sandte der König andere Knechte aus und empfahl ihnen, für das vorbereitete Festmahl „alle zu sammeln, die sie trafen werden ... Böse und Gute” (Mt 22,10). Als der Saal gefüllt war, ist der König gekommen, um diese von Nahe anzusehen, die die Einladung angenommen haben: jene „Böse und Gute”.
– Da bemerkte er einen „Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte”. Als dieser für sich keine Entschuldigung für die Tatsache gefunden hat, dass er für sich kein Hochzeitsgewand bereitet hat, wiewohl es ihm gelungen ist in seiner abscheulichen Kleidung zu Tisch sitzen zu kommen, hat der König das Urteil gesprochen:

„Bindet ihm Hände und Füße
und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis !
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Denn VIELE sind gerufen, WENIGE aber auserwählt(Mt 22,13f.)

Es dringt sich die Frage auf an den geheimnisvollen Sinn der Aussage Jesu: „ ... VIELE gerufen – WENIGE auserwählt”. Wir dringen hier nicht in die Tiefe der Bedeutungs-Nuancen der von Jesus angewandten Worte ein.

(0,2 kB) Der endgültige Schluss des dargestellten Gleichnisses erliegt keinem Zweifel: zur Erlösung und Glückseligkeit der Teilnahme bei dem ewigen Hochzeitsmahl, das der „König” seinem Sohn bereitet hat, trotzdem Jesus weder den deutlichen ‘Jungen Mann’ darstellt, noch die künftige Junge Frau – werden ausnahmslos alle Menschen eingeladen.

(0,2 kB) Allerdings noch mehr, diese scheinbar höchst Vornehmlichen und würdigsten Hochzeitsgäste, die auf erster Stelle eingeladen wurden, haben sich SELBST von der Teilnahme am Hochzeitsmahl ausgeschlossen.

(0,2 kB) Es geht aber ohne irgendwelchen Zweifel um den König, der Gott der Vater ist. Er ist es, der das Hochzeitsmahl bereitet: die geheimnisvolle Vermählung für seinen Gottes Sohn, Jesus Christus.

Dieses Gleichnis wurde von Matthäus gegen das Ende seines Evangeliums eingetragen. Es spricht hier fortwährend der Sohn Gottes selbst, der im Prinzip von SICH selbst spricht. Dennoch er drückt sich dann gern in Form der übertragenen Sprache aus und greift dabei mit Vorliebe auf den Stil der Analogie. Niemand der Zuhörer konnte zweifeln, dass Jesus von sich selbst spricht.

In diesem Fall spricht Jesus vom Hochzeitsmahl, das der Vater im Himmel für Ihn – den Sohn Gottes, mit seiner Braut vorbereitet hat. Diese konnte keine andere sein, als nur das ganze VOLK Gottes. In Kraft des Heiligen Geistes, des Gottes ‘Spezialisten’ beim Schaffen eines EINS hinsichtlich dessen, was anderswo scheinbar unmöglich zu Vereinen gebracht werden kann, wird in diesem Fall das ganze VOLK Gottes: ... „JEMAND EINER”.
– So wird es vom Hl. Paulus in seinem Galaterbrief bezeichnet. Der Heilige Geist versteht es gerade auf so subtile Art und Weise vollzubringen, wie es der Hl.Paulus im Galaterbrief schreibt. Der Heilige Geist versteht es, diese Aufgabe auf so behutsame Art und Weise zu bereiten, dass keine der Personen eine geringste Beeinträchtigung erfährt, was ihre deutlich zugleich vorhergenommene personal-individuelle Eigenartigkeit angeht:

„Denn alle seid ihr durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich:
Denn ihr alle SEID EINER in Christus Jesus” (Gal 3,26ff.).

Philologische BEMERKUNG: Das griechische Original lautet hier: ‘heis esmen’ = wir sind EINER, also nicht ‘Eins’. Die angeführte ‘Einheits-BIBEL’ ist hier sehr ungenau: der Hl. Paulus schreibt: ‘WIR SIND EINS’ = 1.Person im Plural; die Einheits-Bibel dagegen verdreht es leider: ‘IHR seid EINER in Christus Jesus ...’ (2.Person im Plural). – Sollte Paulus zum Ausdruck geben, dass wir in Christus nur ein ‘EINS’ sind, würde er das Pronomen gebraucht haben:: ‘hen esmen’ = wir sind ein EINS ! Indessen er gebraucht hier sehr bewusst – unter dem Anhauch des Heiligen Geistes, das Pronomen ‘heis = EINER’, nicht aber ‘hen’. Diese Bezeichnung ist ungemein charakteristisch. Man kann dabei Paulus unmöglich vorwerfen, er kenne sich an der griechischen Grammatik nicht aus – in diesem Fall geht es um die griechische Sprache in der Version „koinè diálektos” = universell gebrauchter Dialekt.

b) Das Gleichnis vom bereiteten Hochzeitsmahl des Sohnes Gottes mit der Braut-Israel befindet sich im Zusammenhang noch anderer Gleichnisse. Besonders ausdrucksvoll ist das Gleichnis von den verkehrten Winzern am vermieteten Weinberg. Die Winzer waren verpflichtet dem Gutsherr Regelmäßig die Frucht vom vermieteten Feld zu liefern. Indessen sie haben die vom Gutsherrn gesandten Bevollmächtigten geschändet, und sie selbst getötet. Ähnlich haben sie auch die immer anderen grausam behandelt. Zuletzt hat der Gutsherr zu den Winzern seinen Sohn geschickt. Er dachte, sie werden wenigstens seinen Sohn mit Acht annehmen. Indessen als die Winzer bemerkt haben, dass dieses Mal der Sohn des Gutsherrn herannaht, haben sie ihn ergriffen, außerhalb des Weinbergs geführt und ihn dort getötet. Sie dachten, dass sie so den Weinberg für sich aneignen werden ....

Die Drei Evangelisten, die dieses Gleichnis Jesu anführen, notieren am Ende deutlich:

„Die Schriftgelehrten und die Hohepriester und
hätten gern in derselben Stunde Hand an Ihn gelegt, aber sie fürchteten das Volk.
Denn sie hatten gemerkt, dass Er sie mit diesem Gleichnis meinte
(Lk 20,19; s. auch: Mt 21,45f.; Mk 12,12).

c) Das nächste Gleichnis, wo Jesus wiederholt die übertragene Sprachweise gebraucht, indem er dauernd von Sich spricht, ist das Gleichnis von der Schar der Jungfrauen, die auf den Jungen Mann warten. Dieser soll die vermählte Gemahlin zu sich hinüberführen. Die einen jener Jungfrauen haben um Öl für ihre Lampen gesorgt, dagegen die übrigen haben es vernachlässigt. Infolge ihrer Lässigkeit und Trägheit wurden sie auf das Hochzeitsmahl nicht zugelassen (s. Mt 25,1-13).

Diese Gleichnisse wurden schon ausführlicher an anderer Stelle unserer Homepage erörtert. Die entsprechenden Erwägungen hängen enge mit Worten zusammen, in denen Jesus von sich spricht als dem Messias-Lamm-Bräutigam. Deswegen werden wir hier nicht von neuem in ihren tieferen Sinn eindringen.
(s. die Besprechung dieser Gleichnisse ob.: Jesus: Messias – Lamm – Bräutigam – und ebd.: a) Der vom Vater gesandte – von Seinen zurückgewiesene Menschen-Sohn; b) Verächtlich behandelte Einladung zum Vermählungs-Mahl des Königs-Sohnes; c) Gefolge der Jungfrauen in Erwartung auf den Bräutigam).

In jedem dieser Gleichnisse, die von drei Evangelisten ganz charakteristisch kurz vor der blutigen Erfüllung des ERLÖSUNGS-Werks am Kreuz dargestellt werden, auf dem der Sohn Gottes und Menschen-Sohn zugleich den Neuen und Ewigen Bund geschlossen hat, wie er vom Gott dem Dreieinigen der Menschenfamilie angeboten wurde, hebt Jesus die zurechnungsfähigen Vernachlässigungen hervor, und selbst die entschiedene Zurückweisung der Erlösungs-Angebote vonseiten der „vielen ... Gerufenen”. Jesus erklärt daselbst, warum es zur Zurückweisung dieses Gottes Angebots kommt, trotzdem ausnahmslos alle „gerufen werden”, wogegen doch letztlich „nicht alle auserwählt werden”  einzig deswegen, weil sie sich selbst von diesem ‘Gerufen-Werden’ ausgeschlossen haben.

‘Schuld’ daran, dass sich viele weniger oder mehr entschieden für die beinahe mit unerschöpflicher Geduld erneuerte Einladung Gottes NICHT aufgeschlossen haben, ist unabänderlich NICHT Gott, sondern diese gerade Besprochenen, die das Wort Gottes der herzensvollen Einladung missachtet, und dabei nicht selten Verbrechen an Gottes Sendboten begangen haben.


3. „Mein BLUT des Bundes,
das für VIELE
vergossen wird ...”
(Mt 26,28)

Es wäre schwierig nicht bemerkt zu haben, dass Jesus in seinen Aussagen systematisch auf die ähnliche Feststellung zurückkehrt, wie gerade erst erwähnt: „viele gerufen” – wenige auserwählt”. Besonders sonderbar sind in dieser Hinsicht die Worte, die von Jesus in der Stunde der Einsetzung der Eucharistie angewandt hat. Jesus sprach nämlich u.a. die folgenden Worte über den Kelch mit Wein:

„Dann nahm Er den Kelch, sprach das Dankgebet
gab ihn den Jüngern und sagte:
Trinkt alle daraus.
Das ist mein Blut des Bundes,
das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden”
(griech.: toũto gár estin tò haimá mou tŷs diathékes
perì pollõn ekchynnómenon eis áphesin hamartiõn)
(Mt 26,27).

Die hier vorkommende Bezeichnung vom Matthäus-Evangelium: perì pollõn (= ‘ ... für viele’ ) ist typischer Semitismus. Sie kann ‘zugleich die Vielheit in Totalität, das heißt alle, die diese Vielheit bilden’  betreffen.

In solchem Sinn drückte sich Jesus schon auch bei einer anderen Gelegenheit, z.B.:

„Wie der Menschen-Sohn
nicht gekommen, um SICH bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen und
sein Leben hinzugeben als Lösegeld für VIELE
(griech.: kaì doūnai tèn psychèn autoũ lútron antì pollõn) (Mt 20,28).

In einigen Ländern begannen diese Worte der Heiligen Schrift des Neuen Testaments manchen ‘Theologen’ als sehr nicht erwünscht angesehen zu werden. Es ist klar: Jesus hat bei der Einsetzung der Eucharistie die seine, heimische Sprache angewandt: die aramäische. An uns sind die Worte Jesu einzig über die Evangelisten gekommen, die aber griechisch geschrieben haben.

Die erwähnten Trends, um die Worte Jesu betreffs des ‘VIELE’ in ‘ALLE’ zu verändern, begannen vor allem (einigermaßen: wie gewöhnlich !) in der Kirche in Deutschland und den deutsch-sprachigen Nachbarländern erscheinen. Diese Trends erhoben sich bald nach der Beendung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Man begann entsprechende Korrekturen in das Römische Missale einzuführen. Anstelle der Formulierung Jesu selbst:

„... Meines Blutes, das für euch und für VIELE vergossen wird ...

wurde ein Neues Missale durchgesetzt und gedruckt (in 1970 r. !) mit der veränderten Formel der Konsekrationsworte:

„... Meines Blutes, das euch und für ALLE vergossen wird ...

Die erwähnten Veränderungen des Textes der Heiligen Evangelien („für ALLE” ), im Widerspruch zum Missale Romanum seit dem Tridentinischen Konzil vom 16. Jahrhundert, im Widerspruch auch mit dem ‘Katechismus’, der vom Tridentinischen Konzil veröffentlicht wurde – hat Papst Benedikt XVI. zurückzuziehen befohlen. Diese Entscheidung hat er infolge seiner vielen Apostolischen Reisen unternommen, wann er volens nolens Zeuge geworden ist einer seriösen Verwirrung und Ungenauigkeiten bei Übersetzungen in nationale Sprachen der Liturgie des Römischen Messbuches – u.a. gerade was die Konsekrationsworte der Gestalt des Weines angeht.

In seiner dringenden Empfehlung für die Rückkehr an die Formulierung der Worte Jesu in Übereinstimmung mit ihrem Laut vom Evangelium des Matthäus und Markus wandte er sich merkwürdig an den Vorsitzenden der Bischöfe Deutschlands, an Erzbischof Robert Zolltisch (Scheiben vom 11.lV.2012 r., veröffentlicht am 24.III.2012). Der Heilige Vater knüpft in seinem Schreiben an den Bericht vom Letzten Abendmahl an nach dem Hl. Matthäus und Markus. Beide Evangelien führen die Worte Jesu in der Form an:

„ Das ist Mein BLUT des Bundes,
das für VIELE vergossen wird,
zur Vergebung der Sünden” (Mk 14,24; Mt 26,28).

Diese Wendung ist eigenartiges Echo der Worte des Propheten Jesaja vom Knecht Jahwéh’s:

„... Er hob die Sünden der VIELEN auf
und trat für die Abtrünnigen ein” (Jes 53,12).

Im Gegenteil dazu, im Bericht des Lukas und beim Hl. Paulus wird bei den Worten Jesu über den Kelch das Pronomen eingetragen. Hier die Worte des Hl. Lukas:

„Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut,
das FÜR EUCH vergossen wird ...” (Lk 22,20).

Im ähnlichen Geist äußert sich der Hl. Paulus:

„Das ist mein Leib
FÜR EUCH ...
Dieser Kelch ist
der Neue Bund in meinem Blut ... ” (1 Kor 11,24).

Papst Benedikt XVI. hebt in seinem Schreiben an den Erzbischof Zolltisch hervor:

„Das ‘für euch’ macht die Sendung Jesu aber ganz konkret für die Anwesenden. Sie sind nicht irgendwelche anonyme Elemente einer riesigen Ganzheit, sondern jeder einzelne weiß, dass der Herr gerade ‘für mich’, ‘für uns’ gestorben ist.
– ‘Für euch’ reicht in die Vergangenheit und in die Zukunft hinein, ich bin ganz persönlich gemeint; wir, die hier Versammelten, sind als solche von Jesus gekannt und geliebt.
– So ist dieses ‘für euch’ nicht eine Verengung, sondern eine Konkretisierung, die für jede Eucharistie feiernde Gemeinde gilt, sie konkret mit der Liebe Jesu verbindet.
– Der Römische Kanon hat in den Wandlungsworten die beiden biblischen Lesarten miteinander verbunden und sagt demgemäß: ‘Für euch und für viele’.
Diese Formel ist dann bei der Liturgie-Reform für alle Hochgebete übernommen worden” (Brief Benedikt XVI. an Erzbischof Robert Zolltisch: 14.IV.2012).

Papst Benedikt XVI. führt weiter fort:

„Ist der Herr denn nicht für alle gestorben? Dass Jesus Christus als menschgewordener Sohn Gottes der Mensch für alle Menschen, der neue Adam ist, gehört zu den grundlegenden Gewissheiten unseres Glaubens. Ich möchte dafür nur an drei Schrifttexte erinnern:
– Gott hat seinen Sohn ‘für alle hingegeben’, formuliert Paulus im Römer-Brief (Röm 8,32).
– ‘Einer ist für alle gestorben’, sagt er im zweiten Korinther-Brief über den Tod Jesu (2 Kor 5, 14).
– Jesus hat sich ‘als Lösegeld hingegeben für alle’, heißt es im ersten Timotheus-Brief (1 Tim 2, 6).

Aber dann ist es recht noch einmal zu fragen: Wenn dies so klar ist, warum steht dann im Eucharistischen Hochgebet ‘für viele’?
– Nun, die Kirche hat diese Formulierung aus den Einsetzungs-Berichten des Neuen Testaments übernommen. Sie sagt so aus Respekt vor dem Wort Jesu, um ihm auch bis ins Wort hinein treu zu bleiben. Die Ehrfurcht vor dem Wort Jesu selbst ist der Grund für die Formulierung des Hochgebets.
– Aber dann fragen wir: Warum hat wohl Jesus selbst es so gesagt? Der eigentliche Grund besteht darin, dass Jesus sich damit als den Gottesknecht von Jes 53 zu erkennen gab (Jes 53,12), sich als die Gestalt auswies, auf die das Prophetenwort wartete.
– Ehrfurcht der Kirche vor dem Wort Jesu, Treue Jesu zum Wort der ‘Schrift’ diese doppelte Treue ist der konkrete Grund für die Formulierung ‘für viele’. In diese Kette ehrfürchtiger Treue reihen wir uns mit der wörtlichen Übersetzung der Schriftworte ein”.

Der Heilige Vater Benedikt XVI. endet seine Schlüssen folgender:

„So wie wir vorhin gesehen haben, dass das ‘für euch’ der lukanisch-paulinischen Tradition nicht verengt, sondern konkretisiert, so können wir jetzt erkennen, dass die Dialektik ‘FÜR VIELE’ – ‘FÜR ALLE’ ihre eigene Bedeutung hat.
– ‘Alle’ bewegt sich auf der ontologischen Ebene – das Sein und Wirken Jesu umfasst die ganze Menschheit, Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft. Aber faktisch, geschichtlich in der konkreten Gemeinschaft derer, die Eucharistie feiern, kommt er nur zu ‘VIELEN’ ...”.

Papst Benedikt XVI. weist auf drei Argumente, die für solches Verständnis jenes „FÜR VIELE” sprechen:

„So kann man eine dreifache Bedeutung der Zuordnung von ‘viele’ und ‘alle’ sehen.

a) Zunächst sollte es für uns, die wir an seinem Tische sitzen dürfen, Überraschung, Freude und Dankbarkeit bedeuten, dass er mich gerufen hat, dass ich bei ihm sein und ihn kennen darf. ‘Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad' in seine Kirch' berufen hat…’.

b) Dann ist dies aber zweitens auch Verantwortung. Wie der Herr die anderen – ‘ALLE’ – auf seine Weise erreicht, bleibt letztlich sein Geheimnis. Aber ohne Zweifel ist es eine Verantwortung, von ihm direkt an seinen Tisch gerufen zu sein, so dass ich hören darf: ‘FÜR EUCH, FÜR MICH’ hat er gelitten. Die ‘vielen’ tragen Verantwortung ‘für alle’.
– Die Gemeinschaft der ‘VIELEN’ muss Licht auf dem Leuchter, Stadt auf dem Berg, Sauerteig für alle sein. Dies ist eine Berufung, die jeden einzelnen ganz persönlich trifft. Die vielen, die wir sind, müssen in der Verantwortung für das Ganze im Bewusstsein ihrer Sendung stehen.

c) Schließlich mag ein dritter Aspekt dazukommen. In der heutigen Gesellschaft haben wir das Gefühl, keineswegs ‘viele’ zu sein, sondern ganz wenige – ein kleiner Haufe, der immer weiter abnimmt. Aber nein – wir sind ‘VIELE’: ‘Danach sah ich: eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen’ (Offb 7,9), heißt es in der Offenbarung des Johannes. Wir sind viele und stehen für alle.

So gehören die beiden Worte ‘VIELE’ und ‘ALLE’ zusammen und beziehen sich in Verantwortung und Verheißung aufeinander” (Schreiben Benedikt XVI. an Erzbisch. Robert Zolltisch).

4. Dazusage vom Katechismus
des Tridentinischen Konzils
zu Worten „FÜR VIELE ... ”

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Im Anschluss an die Debatte über den Laut des liturgischen Textes „Mein Blut, das für euch und viele vergossen wird ...” ziemt es sich die Worte des „Katechismus” anzuführen, der auf Empfehlung des Hl. Pius V. mit dem Dekret des Tridentinischen Konzils herausgegeben wurde. Dieser Katechismus hebt eindeutig die eigentliche Bedeutung der Wort hervor, die Jesus bei der Konsekration der Gestalt des Weines gesagt hat:

„... Hinsichtlich der Wirkkraft (des Opfers Christi) ward das Blut vom Erlöser sicherlich zum Heil aller vergossen;
– hinsichtlich der tatsächlichen Frucht aber, die die Menschen davon sich aneignen, erstreckt sich der Wirkungskreis offensichtlich nicht auf alle, sondern nur ‘auf viele’.
– Mit den Worten ‘für euch’ meinte also der Herr wohl die Anwesenden oder die Auserwählten aus dem jüdischen Volk, ... oder Heiden verstanden wissen.
– Dass es also nicht ‘für alle’ heißt, ist ganz begründet, denn hier ist die Rede nur von den Früchten des Leidens (Christi), das ja nur den Auserwählten die Heilsfrucht bringt.
– Hierauf beziehen sich jene Worte des Apostels: ‘Christus ist einmal hingeopfert worden, um die Sünden vieler wegzunehmen’ (Hebr 9,28).
– Und die Worte des Herrn bei Johannes: ‘Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für jene, die du mir gegeben, weil sie dein sind’ ...” (Joh 17,9)
(Cat.Rom.II. 4 ad XXIV).

Es wurden also in der liturgischen Formulierung nicht grundlos Worte gebraucht: „ ... FÜR ALLE”, wenn es bei der Feier der Heiligen Messe allein um Früchte des Leidens Jesu geht. Diese bringt die Heilige Messe allein denjenigen, die sich auf sie eröffnen, das heißt also: ... „für VIELE”.

Es gehört sich ferner diese alle zu beruhigen, die in der Lage der Veränderung der Liturgie-Worte der Heiligen Messe im Verhältnis zu den Worten des Herrn Jesus Christus vom Eintrag des Evangeliums bei dem Hl Matthäus und dem Hl. Markus – nachfragen, ob diese Heilige Messe auch ‘gültig’ ist. Sowohl das Konzil in Trier, wie die Päpste sprechen eindeutig, dass zur Gültigkeit der Konsekration der Gestalt von Brot und Wein die Anfangsworte allein der Konsekration gehören. Es sind also die folgenden Worte:

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Ist es nicht merkwürdig, dass die Leute die Kirchen und Tempel im Grund genommen auf einem Berg gebaut haben? Denn auch Jesus ging zum Gebet, das Er zu seinem Vater erhob – grundsätzlich in der Einöde, vor allem aber auf einem Hügel. Dort sprach er in der Stille der umgebenden Natur ... mit seinem Vater.

„Hoc est enim Corpus meum”
(= Das ist Mein Leib ...).

und:

„Hic est enim calix Sanguinis mei”
(= Das ist der Kelch Meines Blutes).

Die übrigen Worte der Konsekrations-Formel sind nicht mehr wesentlich, was ihre Gültigkeit angeht, trotzdem es sich ihnen die Achtung des Glaubens gehört und es ist sie zu ändern nicht erlaubt.


ANMERKUNG: In immer weiteren Editionen des ‘Missale Romanum’ (Römischen Messbuchs) wurde ganze Jahrhunderte hindurch ein gesondertes Kapitel gedruckt: „De defectibus – Fehler die bei der Feier der Heilige Messe vorkommen können”. Dieses Kapitel hat es auch noch im ‘Missale Romanum’ gegeben, das vom Papst dem Hl. Paul VI. ausgegeben wurde.
– Im Paragraph betreffs der Konsekrationsworte der Gestalt des WEINES standen dort unabänderlich die Worte: „.... Sanguinis mei, qui pro vobis et pro MULTIS effundetur ... – Das für euch und und für VIELE vergossen wird ...”.
– Alle Editionen des ‘Missale Romanum’ haben die folgende Bemerkung bezugs der Gültigkeit der Worte der Konsekrationsform enthalten:

Defectus ex parte formae possunt contingere, si aliquid desit ex iis quae ad integritatem verborum in ipsa consecratione requiruntur. Verba autem Consecrationis, qui sunt forma hujus Sacramenti, sunt haec:
Hoc est enim Corpus meum. Et:
Hic est enim Calix Sánguinis mei, novi et aetérni testaménti: mystérium fídei, qui pro vobis et pro multis effundétur in remissiónem peccatórum.
– Si quis autem aliquid diminueret, vel immutaret de forma consecrationis Corporis et Sanguinis, et in ipsa verborum immutatione verba idem non significarent, non conficeret Sacramentum.
– Si vero aliquid adderet, quod significationem non mutaret, conficeret quidem, sed gravissime peccaret.

Übersetzung (= eigene Übersetzung): Es kommt zu einem Fehler betreffs der Form vor, wenn etwas fehlt, was mit der Integralität für die Konsekration an sich vorausgesetzt wird. Die Konsekrationsworte, die die Form selbst dieses Sakraments bilden, sind die folgenden:
Denn das ist mein Leib. Und:
Denn das ist der Kelch meines Blutes, des Neuen und Ewigen Bundes: Geheimnis des Glaubens, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
– Sollte jemand irgendetwas wegnehmen oder irgendwas von der Konsekrations-Form des Leibes und Blutes ändern, so dass sie infolge der Änderung der Worte an sich nicht mehr dasselbe bedeuteten, würde das Sakrament NICHT gefeiert geworden sein.
– Dagegen wenn jemand irgendetwas dazugeben sollte, was ihre Bedeutung nicht ändern sollte, würde er zwar das Sakrament gefeiert haben, allerdings er würde daselbst eine ungemein schwere Sünde begangen haben.
(Missale Romanum ex decreto Concilii Tridentini restitutum s.Pii V Ponitficis Maximi jussu editum aliorumque Pontificum cura recognitum, a s.Pio X. reformatum et Benedicti XV auctore vulgatum – Reimpressio editionis XXVIII juxta typicam Vaticanam, Bonn ad Rhenum. – V. De defectibus formae).

5. Und doch
„... für VIELE”
und: „... WENIGE auserwählte”

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Der Heilige Vater Benedikt XVI. beweist in seinem Schreiben an den Vorsitzenden der Bischofskonferenz Deutschlands, dass von philologischen Gesichtspunkt aus, wie auch aufgrund des typischen Semitismus – die Einführung der Veränderung der Worte vom Eintrag des Evangeliums nach Matthäus und Markus: „ ... vergossen für VIELE” – in: „... vergossen für ALLE”  zwar inhaltlich annehmbar ist. Es würde auch u.a. die Gültigkeit der gefeierten Heiligen Messe nicht verletzen. Dennoch es soll in diesem Fall enstschieden die Treue und die Achtung vor den Worten des Eintrags in Evangelien überwiegen.

Wir sehen deutlich, dass Benedikt XVI. als PAPST über die weiteren Diskussionen zum Thema jenes ‘ALLE – VIELE’ einen Strich führen will und fordert, dass in liturgischen Texten auf die Formel der Worte zurückgekehrt wird, die von Jesus selbst gebraucht wurden, wie sie beim Evangelisten Matthäus und Markus eingetragen werden und in der heiligen Liturgie viele Jahrhunderte hindurch von Generation zu Generation übermittelt wurden.

Es zeigt sich somit, dass der Wechsel der Worte des Herrn Jesus (das heißt: Mein Blut vergossen wird für euch und für VIELE ...), so wie sie bei Matthäus und Markus gefunden werden – in: „ALLE” schon nur und allein Interpretation der eindeutigen Worte des Sohnes Gottes, des Erlösers des Menschen darstellen.
– Die Bezeichnung, die von Jesus angewandt wurde: „... für VIELE” wird im Geschriebenen-Wort-Gottes allzu oft wiederholt, als dass sie nur und allein gleichsam einer ‘zufälligen Aussage’ wäre. Jesus selbst hebt diesen Standpunkt mehrere Male hervor, und sei es bei dieser markantem Selbstbezeichnung:

„... ist nicht gekommen, SICH bedienen zu lassen,
sondern zu dienen und
sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele(Mt 20,27f; Mk 10,45),

beziehungsweise auf analoge Art und Weise beim oben erwähnten Gleichnis:

„... Denn viele sind berufen,
wenige aber auserwählt(Mt 22,14),

oder in Worten:

„Aber ENG ist das Tor und SCHMAL der Weg,
der ins Leben führt, und WENIGE sind es, die ihn finden(Mt 7,13f.).

Es gehört sich einmal mehr festzustellen: dem Originaltext des Evangeliums gehört sich unbedingte Ehre und Achtung. Alle Übersetzungen solle Übersetzung sein, die auf maximale treue Weise den ursprünglichen Gedanken des Autors wiedergibt. Zur Deutung-Interpretaion des Textes, der des Öfteren nicht allzu eindeutig und klar ist – soll die erklärende Fußnote dienen. Die Fußnote soll den eigentlichen Sinn der Aussage darstellen. Dazu dient u.a. eine Vorlesung, eine Konferenz, eine Predigt. Die Übersetzung soll Übersetzung sein – nicht aber ‘Deutung-Interpretationint’. Das wird u.a. vom Papst Benedikt XVI. im oben angeführten Schreiben an Erzbischof Zolltisch hervorgehoben. Der Papst schreibt darin, dass hier „dringendst eine entsprechende Katechese” zum Thema jenes: ‘Viele-Alle’ vorangehen muss.

Es sollte auch gut sein, hier die Worte der Dogmatischen Konstitution des Vatikanum II „Dei Verbum”  von der Rolle des Magisteriums der Kirche angesichts des Geschriebenen-Wortes-Gottes anzuführen:

„Quod quidem Magisterium non supra verbum Dei est, sed eidem ministrat, docens nonnisi quod traditum est, quatenus illud, ex divino mandato et Spiritu Sancto assistente, pie audit, sancte custodit et fideliter exponit, ac ea omnia ex hoc uno fidei deposito haurit quae tamquam divinitus revelata credenda proponit”

In Übersetzung:

„Das Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nichts lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott geoffenbart vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft” (Dei Verbum, 10c).

Und wie dürften hier nicht die Warnungsworte angeführt werden aus dem Endteil selbst des Buches der Offenbarung des Hl. Johannes des Apostels:

„Ich bezeuge jedem, der die prophetischen Worte dieses Buches hört:
Wer etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen,
von denen in diesem Buch geschrieben steht.
Und wer von den prophetischen Worten dieses Buches etwas wegnimmt,
dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens
und an der heiligen Stadt wegnehmen,
von denen in diesem Buch geschrieben steht” (Offb 22,18f.).

Trotzdem auch diese Worte des Offenbarungs-Buches verschieden gedeutet werden können, ist es schwer zu leugnen, dass ihr Inhalt die Gesamtheit des Gottes-Geschriebenen-Wortes betrifft. Es entstand von Anfang an bis zu Ende unter dem ANHAUCH des Heiligen Geistes und ist WORT GOTTES, Eigentum allein nur Gottes. Die ‘Kirche’ und das Magisterium der Kirche ist aufgrund des Gottes Auftrags einzig der zurechnungsfähiger Verwalter, nicht aber Eigentümer. Die Kirche ist DIENERIN, die die erste dazu verpflichtet ist, „das Wort Gottes zu hören und es befolgen” (vgl. Lk 11,28).

Im erörterten Fall geht es aber um Worte, mit denen das Sakrament des Priestertums und der Eucharistie eingesetzt werden. Jesus Christus bleibt zu dieser Stunde – nach den Evangelisten – direkt im Mittelpunkt selbst der „SEINEN STUNDE” (s. dazu: Joh 2,4; 12,23; 13,1): des letzten Aktes des ungemein schwierigen zu vollbringenden ERLÖSUNGS-Werkes, mit dem Ihn der Himmlische Vater beauftragt hat. Zu solcher Stunde überwiegt selbst jeder gewöhnliche Mensch nur allzu gut jedes der gebrauchten Worte.

Umso mehr betrifft das die Worte des Sohnes Gottes. Er bleibt schon-schon angesichts der erschütternden (s. DiM 7), blutigen Erfüllung des Ihm vom VATER aufgetragenen Werks, als:

„... die Sühne für unsere Sünden.
Aber nicht nur für unsere,
sondern auch für die der ganzen Welt” (1 Joh 2,2).

Gebraucht hier Jesus die Bezeichnung: „... VIELE’, bedeutet sie schlechterdings tatsächlich „VIELE”, nicht aber ‘alle’. Selbstverständlich NICHT in diesem Sinn, als ob der Sohn Gottes nicht alle erlöst hätte, sondern in diesem Sinn, dass diese ‘alle erlösten’ keineswegs dazu zaudern, diese Erlösung anzunehmen und ihr Leben danach einzuordnen.

Vom Anfang an der Welt gibt es viele solche, die vor dem inständigen Angebot Gottes in Antwort nur das eine, ihr persönliches, von ihrem freien Willen strömendes Wort herauszuholen imstande sind:

‘NEIN’ !
weil:
‘NEIN’ !


Theologische ANMERKUNG. – Papst Franziskus hat drei Veränderungen in die Liturgie der Heiligen Messe eingeführt. Sie sind ab Ostern 2021 verpflichtend (4.IV.2021) – vorläufig für die Kirche in Italien.
Auf diesem Hintergrund gehört es sich noch einmal an das oben erwähnte Schreiben Papst Benedikt XVI. an den Vorsitzenden des Bischöfe Deutschland anzuknüpfen, und zwar an Erzbischof Zolltisch. Papst Benedikt XVI. hebt hervor:
– „... zwischen den verschiedenen Übersetzungen ist manchmal kaum eine Gemeinsamkeit zu finden und (so) dass der zugrundeliegende gemeinsame Text oft nur noch von weitem erkennbar bleibt. Dabei sind dann Banalisierungen unterlaufen, die wirkliche Verluste bedeuten. ...’
– In diesem Zusammenhang ist vom Heiligen Stuhl entschieden worden (2012), dass bei der neuen Übersetzung des Missale das Wort ‘pro multis’ (= für ‘viele’ ) als solches übersetzt und nicht zugleich schon ausgelegt werden müsse. An die Stelle der interpretativen Auslegung ‘für alle’ muss die einfache Übertragung ‘für viele’ treten. Ich darf dabei darauf hinweisen, dass sowohl bei Matthäus, wie bei Markus kein Artikel steht, also nicht ‘für die vielen’, sondern ‘für viele’.
– Wenn diese Entscheidung von der grundsätzlichen Zuordnung von Übersetzung und Auslegung her, wie ich hoffe, durchaus verständlich ist, so bin ich mir doch bewusst, dass sie eine ungeheure Herausforderung an alle bedeutet, denen die Auslegung des Gotteswortes in der Kirche aufgetragen ist.
– Denn für den normalen Besucher des Gottesdienstes erscheint dies fast unvermeidlich als Bruch mitten im Zentrum des Heiligen. Sie werden fragen: Ist nun Christus nicht für alle gestorben? Hat die Kirche ihre Lehre verändert? Kann und darf sie das? Ist hier eine Reaktion am Werk, die das Erbe des Konzils zerstören will?
– Wir wissen alle durch die Erfahrung der letzten 50 Jahre, wie tief die Veränderung liturgischer Formen und Texte die Menschen in die Seele trifft; wie sehr muss da eine Veränderung des Textes an einem so zentralen Punkt die Menschen beunruhigen. Weil es so ist, wurde damals, als gemäß der Differenz zwischen Übersetzung und Auslegung für die Übersetzung ‘viele’ entschieden wurde, zugleich festgelegt, dass dieser Übersetzung in den einzelnen Sprachräumen eine gründliche Katechese vorangehen müsse, in der die Bischöfe ihren Priestern wie durch sie ihren Gläubigen konkret verständlich machen müssten, worum es geht. Das Vorausgehen der Katechese ist die Grundbedingung für das Inkrafttreten der Neuübersetzung.
– Soviel ich weiß, ist eine solche Katechese bisher im deutschen Sprachraum nicht erfolgt. Die Absicht meines Briefes ist es, Euch alle, liebe Mitbrüder, dringendst darum zu bitten, eine solche Katechese jetzt zu erarbeiten, um sie dann mit den Priestern zu besprechen und zugleich den Gläubigen zugänglich zu machen ...
– Die Jünger wissen, dass die Sendung Jesu über sie und ihren Kreis hinausreicht; dass er gekommen war, die verstreuten Kinder Gottes aus aller Welt zu sammeln (Joh 11, 52). Das ‘für euch’ macht die Sendung Jesu aber ganz konkret für die Anwesenden. Sie sind nicht irgendwelche anonyme Elemente einer riesigen Ganzheit, sondern jeder einzelne weiß, dass der Herr gerade ‘für mich’, ‘für uns’ gestorben ist.
– ‘Für euch’ reicht in die Vergangenheit und in die Zukunft hinein, ich bin ganz persönlich gemeint; wir, die hier Versammelten, sind als solche von Jesus gekannt und geliebt. So ist dieses ‘für euch’ nicht eine Verengung, sondern eine Konkretisierung, die für jede Eucharistie feiernde Gemeinde gilt, sie konkret mit der Liebe Jesu verbindet ...

– Aber nun noch einmal: Warum ‘für viele’? Ist der Herr denn nicht für alle gestorben? Dass Jesus Christus als menschgewordener Sohn Gottes der Mensch für alle Menschen, der neue Adam ist, gehört zu den grundlegenden Gewissheiten unseres Glaubens. Ich möchte dafür nur an drei Schrifttexte erinnern:
a) Gott hat seinen Sohn ‘für alle hingegeben’, formuliert Paulus im Römer-Brief (Röm 8,32).
b) ‘Einer ist für alle gestorben’, sagt er im zweiten Korinther-Brief über den Tod Jesu (2 Kor 5,14).
c) Jesus hat sich ‘als Lösegeld hingegeben für alle’, heißt es im ersten Timotheus-Brief (1 Tim 2,6).
– Aber dann ist erst recht noch einmal zu fragen: Wenn dies so klar ist, warum steht dann im Eucharistischen Hochgebet ‘für viele’ ? Nun, die Kirche hat diese Formulierung aus den Einsetzungs-Berichten des Neuen Testaments übernommen. Sie sagt so aus Respekt vor dem Wort Jesu, um ihm auch bis ins Wort hinein treu zu bleiben. Die Ehrfurcht vor dem Wort Jesu selbst ist der Grund für die Formulierung des Hochgebets.
– Aber dann fragen wir: Warum hat wohl Jesus selbst es so gesagt? Der eigentliche Grund besteht darin, dass Jesus sich damit als den Gottesknecht von Jes 53 zu erkennen gab, sich als die Gestalt auswies, auf die das Prophetenwort wartete.
– Ehrfurcht der Kirche vor dem Wort Jesu, Treue Jesu zum Wort der ‘Schrift’, diese doppelte Treue ist der konkrete Grund für die Formulierung ‘für viele’.
In diese Kette ehrfürchtiger Treue reihen wir uns mit der wörtlichen Übersetzung der Schriftworte ein” (Schreiben Benedikt XVI. an den Erzbischof Zolltisch).


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ks. Paweł Leks, SCJ
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Tarnów, 26.VIII.2021.
RE-Lektüre: 8.XII.2021.

Anschrift an den Autor:
Adresse des Autors


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5.Kap. SÜNDE DER BLASPHEMIE GEGEN DEN HEILIGEN GEIST
– Gibt es für mich tatsächlich keine Vergebung Gottes mehr?


Erklärung zum Thema

A. GOTT IN DER ERSCHAFFUNG DER WELT VON PERSONEN
UND NICHT-PERSONEN


1. Erschaffung von PERSONEN in der Welt von NICHT-PERSONEN
a. PERSON: dank Eigenschaften ihrer Natur – und Über-Natur
b. PERSONEN als reiner Geist – PERSONEN als Geist-Materie
2. Instrumentale Erschaffung der Welt der NICHT-PERSONEN

B. QUALITÄT DER LIEBE DER ENGEL-PERSONEN UNUMGÄNGLICH
AUF PROBE GESTELLT


1. PERSONEN der Engel angesichts ihrer Probe
2. Endgültiges ‘NEIN’ angesichts Gottes-der-LIEBE
3. ALLEIN: unabhängig von Gott zu sein
4. Psychologisch-theologische Prämisse
5. Missachtung des Sohnes Gottes als Menschen-Sohnes
6. Jesus Zeuge des blitzartigen Satans Absturzes
7. Das Drama des Kampfes der Engel im Himmel
8. Sünde der Engel: Sünde gegen den Heiligen GEIST

C. SOLLTE ETWA GOTT VERTRAUEN GESCHENKT WERDEN BEI SEINEN
SCHWER ZU VERSTEHENDEN FÜGUNGEN


1. Am Ausgangspunkt
2. Unumgänglich für jede PERSON erforderte Probe auf die Qualität
ihrer Liebe

3. Noch einmal Sünde der Engel: von ihnen zurückgewiesener
Gott als die LIEBE

4. Gottes LIEBE: anspruchsvoll und schöpferisch
5. Bei Gott abgeguckte zentri-FUGALE Dynamik des ‘Lieben-Stils’
6. Anvertrauen auf Gott nach Mariens Muster trotzdem Er nicht
verstanden bleibt


D. LIEBEVOLLE ALLMACHT DES SCHÖPFERS UND DES FREIEN
WILLENS GEHEIMNIS DER PERSON


1. Urewiger in das HAUS des VATERS einladender WILLE
des Dreieinigen

2. „Viele gerufen, wenige gewählt”
3. „Mein BLUT des Bundes, das für VIELE vergossen wird ...” (Mt 26,28)
4. Dazusage vom Katechismus des Tridentinischen Konzils zu Worten
„FÜR VIELE ... ”

5. Und doch „... für VIELE” und: „... WENIGE auserwählte”


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