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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

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C.   ANKÜNDUNGEN DES DRAMATISCHEN LEBENSFINALS
JESU CHRISTI

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1. Festmahl auf diesem Berg: mit fetten Speisen,
mit alten Weinen ...

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Jede der zur Erinnerung gebrachten Äußerungen – ob Johannes des Täufers über Jesus, oder auch Jesu selbst, bzw. letztlich dieser ab Jahrhunderten bekannten Ankündungen des Alten Testaments (die aber die führenden Schichten in Israel eher nicht zur Kenntnis annehmen wollten) weist unabänderlich auf das dramatische Finale des Lebens Jesu hin – in seiner Beschaffenheit als zugleich Messias, Gottes Lamm, und dabei in verwunderndem Sinn: Bräutigam.

Die damaligen Teilnehmer am Kreuzestod des Sohnes Gottes, und zwar sowohl die religiösen Führer der damaligen Gesellschaft, wie die Jünger selbst Christi – außer allein seiner Mutter Maria, sind mit ihren ‘Gedanken’ sehr wahrscheinlich überhaupt nicht so weit gelaufen, dass sie die Tatsache der Kreuzigung Jesu am Kalvarienberg – direkt bei Jerusalem, und doch außerhalb seiner Mauern, im Glauben als das von Jesaja angekündete „Festmahl” erleben sollten, das Jahwéh auf „diesem Berg” ausgerichtet hat, mit „fetten Speisen, ... mit alten Weinen” (Jes 25,6f.).

Aber auch: sie waren sich in der Tiefe ihres Gewissens nur allzu gut dessen bewusst, dass sich auf diesem ‘Jesus, dem Nazoräer, dem Sohn Davids’ nacheinander bis zur „Jota” (Mt 5,18) alle Prophezeiungen des Geschriebenen-Wortes-Gottes erfüllen. Nur aber: sie haben alles getan, dass sie die Stimme Gottes nicht zur Kenntnis annehmen ...

Indessen hier, gerade in diesem Zeitpunkt, ist auch diese Prophezeiung in wörtlichstem Sinn in Erfüllung gekommen, und sie konnten sie unmöglich ... nicht auswendig kennen:

„Bereiten wird Jahwéh der Heerscharen allen Völkern auf diesem Berg [= Zion; künftiges Golgota]
ein Festmahl mit fetten Speisen, ein Mahl mit alten Weinen.
Auf diesem Berg nimmt Er de Hülle weg, die auf allen Völkern liegt,
und die Decke, die über allen Nationen ausgebreitet ist.
Er vernichtet den Tod auf immer ...” (Jes 25,6f.).

Dieses Fragment haben wir schon früher angeführt – im Anschluss an das im ganzen Geschriebenen-Wort-Gottes ganz deutlich sich abhebende Motiv des „Festmahls”, zumal des Hochzeitsmahls
(s.ob. ausführlicher:  Ehelich-familiäre Kommunion beim gemeinsamen Tisch nach dem Alten Testament – am Ende dieses Fragmentes).
Wer aber von den Führern des damaligen Synedriums würde vermuten
[bzw.: möchte in der Tiefe des Herzens die SCHREIENDE Stimme Jahwéh’s vernehmen wollen],
dass indem sie das Todesurteil auf Jesus als den Sohn Gottes fällen: im Namen des Gesetzes – dem Gesetz zuwider, handeln sie ihrer eigenen Absicht zuwider als Werkzeug, über das sich vollends wörtlich u.a. die Prophezeiung des Alten Testamentes erfüllt vom Festmahl, das die Trinität „auf diesem Berg”, d.h. Jerusalem bereitet – mit „fetten Speisen, mit alten Weinen” !

Wird etwa diese „fette Speise” nicht Jesus werden, d.h. der Sohn Gottes:
„... Mein Fleisch für das Leben der Welt” ? (Joh 6,51)
Es geht hier nicht um das ‘Fleisch’ eines irgendjemanden, sondern selbst des ... Sohnes Gottes. Ist Er doch vom Himmel herabgestiegen und hat das Leib von Maria, seiner Jungfräulichen Mutter angenommen, um „Mittel der Sühnung zu werden durch den Glauben an sein Blut”  (Röm 3,25).

Dazu gesellt sich die nächste Frage: Wird etwa:
Trank der ... „alten Weinen”
nicht das Blut desselben Sohnes Gottes werden, in dem „... die, die aus der großen Bedrängnis kommen und ihre Gewänder gewaschen haben und sie im Blut des Lammes weiß gemacht haben” (Offb 7,14), die Vergebung der Sünden empfangen und das ewige Leben erreichen?

Dem zu Dank können sie Jetztzeit, als Sieger, „nehmen das lebendige Wasser des Lebens umsonst” (Offb 22,17). Denn:
„... Wer Mein Blut trinkt, hat das ewige Leben,
und Ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag” (Joh 6,54)!

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2. Zustimmung auf entsetzende Umstände
der erwarteten Erfüllung

All diese Hinsichten des Erlösungstodes Jesu Christi, des Sohnes Gottes und Menschensohnes zugleich – am Kreuz, sind für Ihn selbst in ihrem grauenhaften Realismus entsetzend. Vom Entsetzen Jesu Christi selbst ganz kurz bevor Er noch einmal, dieses Mal die endgültige, voll bewusste Entscheidung gefällt hat, sich in das Unmaß der schauderhaften Folter einzusenken, zeugt der blutige Schweiß, der in der Heiligen Stunde im Garten Getsemani von Ihm herabgeflossen ist. Das geschah nach der Abschiedsfeier Jesu mit den Jüngern, nach dem Letzten Abendmahl, direkt vor seiner Gefangennahme:

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Erklärung

„Und Er geriet in Angst und betete noch inständiger.
Sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte ...” (Lk 22,45).

Dieses Detail wird nur von Lukas vermerkt, der berufsmäßig Arzt war. Obwohl Jesus diesen grauenhaften Foltern aus dem Weg gehen konnte – wurden sie doch von den Römern selbst als ‘horrendum supplicium’ [entsetzende Quälerei] genannt, bleibt Er doch angesichts auch dieses, schwierigsten Abschnittes des Werks, das Ihm der Vater zu vollbringen aufgetragen hat, mit Fülle seines entschlossenen Bewusstseins auf seinem Posten stehen.

Diese Verhaltensweise Jesu mit Fülle seines scharfgewordenem Bewusstseins, wird vor allem von Johannes, dem Geliebten Jünger Jesu, hervorgehoben:

„... Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war,
um – aus dieser Welt zum Vater hinüberzukommen:
und weil Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte,
so liebte Er sie bis zum Ende ...” (Joh 13,1).

Übrigens Jesus hat schon des Öfteren früher die völlige Freiwilligkeit seiner Bereitschaft zur Hingabe des Lebens zum Ausdruck gebracht, um das Vorhaben des Dreieinigen: die Erlösung des Menschen – Mann und Frau, zu vollbringen. Mit vollem Bewusstsein und ... Liebe zum Menschen, seinem lebendigen Ebenbild, war Er sich samt seinem Vater und dem Heiligen Geist bewusst, dass zum Menschen, der mit dem Gesetz der „Sünde” beherrscht war (vgl. Röm 7,23.25; 8,2) schon nichts anderes sprechen wird, als nur noch – vielleicht – Gott als der DIENER.

Der Dreieinige entscheidet sich vor seinem lebendigen Ebenbild stehen zu bleiben als der in Jesus Christus Gott-zu-Tode-Gemarterte, der dennoch weiter ... verzeiht. Denn auch in dieser seiner Göttlich-Menschlichen Erniedrigung, wird Er unbedingt weiter – lieben: bräutlich lieben (s. auch schon ob.:  Erlösung durch das Leiden? – den ganzen Abschnitt ‘B’):

„Deshalb liebt Mich der Vater,
weil Ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
Niemand nimmt es Mir, sondern Ich gebe es freiwillig hin.
Ich habe Vollmacht, es hinzugeben,
und Ich habe Vollmacht, es wieder zu nehmen.
Diesen Auftrag habe Ich von meinem Vater empfangen” (Joh 10,17f.).

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3. Das Drama der Foltern und Freude des Hochzeitsmahls

Bei ganzem Schauder der Grausamkeiten, die dem Sohn Gottes zugefügt wurden, wird das Gesamte des Geheimnisses seines Leidens, Todes, und nachher seiner Auferstehung und Ergänzung der Erlösung in Form der Sendung des Heiligen Geistes – vom Gesichtspunkt des Dreieinigen das „erschütternde Opfer” (DiM 7d), d.h. Gabe vonseiten des Himmlischen Vaters für den Menschen: Mann und Frau, die Er erschaffen hat, dass sie „dem Bild seines Sohnes gleichförmig werden” (Röm 8,29; vgl. Kol 1,15). Diese Gabe, die Erlösung ist „durch das Blut seines [= Jesu Christi] Kreuzes” (Kol 1,20), wird der Menschen-Familie dargeboten „um seiner [Gottes des Vaters] großen Liebe willen, mit der Er uns liebte” (Eph 2,4; vgl. Joh 13,1) nicht auf eine andere Art und Weise, sondern in Form des Hochzeitsmahls, das Gott der Vater „auf diesem Berg” seinem Eingeborenen Sohn ausgerichtet hat.

Diese Feststellung klingt wie eine Wirklichkeit, die ‘menschlich gesehen’ aufs Äußerte schwer zu begreifen und angenommen werden kann.
– Sollte etwa die Passion des Sohnes Gottes Ausdruck sein eines Sadismus vonseiten des Dreieinigen – der Zweiten Person dieser Trinität gegenüber: des-Sohnes-des-Wortes? Solche Deutung der „Stunde des Menschen-Sohnes” (vgl. Joh 13,1; 12,27; 18,4; 19,28) muss offensichtlich von vornherein ausgeschlossen werden. Wie oft hat doch Jesus mit höchster Zärte und zugleich Gewissheit festgestellt, dass der Vater Ihn liebt (z.B. Joh 5,20; 8,29; 10,17; 11,41f.; 12,28; 14,21; 15,9; 17,23.26)!

Werden also die Ereignisse der „Heiligen Stunde” zugleich freudevolles Hochzeitsmahl der Vermählung des Menschen-Sohnes mit seiner Geliebten: dem Volk Gottes des Neuen und Ewigen Bundes, werden wir im selben Augenblick im Glauben auf ein himmelhohes Niveau: der Gottes Sicht der zurzeit intensiv verwirklichten „Stunde” des Gottes Vorhabens, emporgehoben. Dieses Vorhaben bestand bei Gott noch bevor das Weltall – samt dem Menschen in diesem Weltall, erschaffen worden ist:

„In ihm [im Sohn: Jesus] hat Er uns auserwählt [Gott der Vater] vor der Grundlegung der Welt,
dass wir heilig und tadellos vor seinem Angesicht seien.
In Liebe [die Dritte Person: der Heilige Geist] hat Er uns im Voraus für sich selbst dazu bestimmt,
seine angenommenen Söhne zu werden durch Jesus Christus,
nach dem Wohlgefallen seines Willens [= Erlösungs-Vorhaben des Vaters],
zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der Er uns begnadet hat in dem Geliebten.
In Ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut
die Vergebung der Vergehen nach dem Reichtum seiner Gnade” (Eph 1,4-7).

Gerade in dieser Stunde: in den entsetzenden Weilen der Passion des Sohnes Gottes, erreicht seinen Gipfel der Sinn der „Freude”, die die Engel den Hirten ca. 30 Jahre früher in Betlehem bei der Geburt Jesus verkündigt haben:

„Denn ich verkünde euch eine große Freude,
die dem ganzen Volk zuteil werden soll.
Heute ist euch in der Stadt Davids der Erlöser geboren,
nämlich der Messias, der Herr [= Jahwéh !] ...”! (Lk 2,10f.) (diese Worte werden bei der Wahl eines nächstfolgenden Papstes verkündet: ‘Annuntio vobis gaudium magnum – Ich verkünde euch eine große Freude ...’).

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Erklärung

Betlehem hat den endgültigen Anfang der definitiven Umsetzung in Tat dieses urewigen Vorhabens in der Zeit der Geschichte des Weltalls und des Menschen bestimmt – des schon hingefallenen Menschen: dass nämlich der Himmlische Vater „... in Ihm [in Christus, dem Sohn Gottes] ... uns auserwählt hat vor der Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor seinem Angesicht seien ...” (Eph 1,4).

Der einzige Beweggrund, nach dem sich Gott dem Geschöpf seiner Vorliebe gegenüber gerichtet hat: dem Menschen – Mann und Frau, war und bleibt seine uneigennützige Liebe. Sie ging so weit voran, dass der Himmlische Vater:

„... so sehr die Welt ... geliebt hat, dass Er seinen Eingeborenen Sohn dahingegeben hat,
damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe” (Joh 3,16).

Der Sohn hat aber genau dieselbe Liebe, wie der Vater – und der Heilige Geist. Auch der Wille und das Wollen sind beim Sohn, dem Wort – genau dieselben, wie bei dem Vater und dem Heiligen Geist.
– Daher akzeptiert der Sohn völlig dieses Vorhaben, das der ganzen Allerheiligsten Trinität gleichsam vom Heiligen Geist vorgeschoben worden ist. Dieser nämlich ist dauernd um die Vereinigung des Menschen mit Gott ‘besorgt’, wie auch um seine Teilhabe am selben Leben, an selber Liebe mit dem Dreieinigen. Daher:

„In Gott gestaltet der-Geist-die-Liebe die Sache der menschlichen Sünde
in neue Beschenkung mit Erlösungs-Liebe um.
Aus Ihm [= dem Heiligen Geist], in Einheit des Vaters und des Sohnes,
wächst jene Erlösungs-Ökonomie hervor,
die die Geschichte des Menschen mit Gaben der Erlösung erfüllt ...
– ... der Heilige Geist wird in das menschliche und kosmische Leiden
mit neuer Beschenkung hineingehen – mit Liebe, die die Welt erlöst” (DeV 39).

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4. Gott der dem Menschen alles gibt, was Er von sich aus
geben konnte

Gott hat von vornherein in Bedacht genommen, dass:
– um der ontologischen Unmöglichkeit des Menschen allein willen, Gott eine zählende Sühne für die Ihm zugefügte Verachtung und das Herausbitten von seinem Herzen anzubieten,
die Sühne an des Menschen statt – Er selbst – in seinem Eingeborenen Sohn, dem Wort, vollbringen wird [s. dazu ob., die Erwägungen vom: V.Teil, 3.-4.Kap.].
Daselbst ist es ‘gewiss’ geworden, Gott hat es gleichsam ‘nicht gepasst’, dass das für den Menschen angebotene Sühnegeld für Gott selbst ... ‘leicht’ erreicht werden wird. In der Tat, Gott bringt für die Erlösung des Menschen den höchstmöglichen Preis ...

Diese Tatsache wird für den Menschen selbst – Mann und Frau, erschütternd. So ‘teuer’ kosten wir als Menschen in Gottes Augen! Denn Gott hat uns als seine künftige ... Geliebte erschaffen: seine Braut! Aus diesem Grund gibt Gott ‘für’ den Menschen alles, was Er in seiner „liebenden Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) von sich aus zu geben ‘imstande’ war:

„... Dennoch, nach diesem Maß, ist die dem Menschen von Gottes Seite in Christus gegebene Gabe ‘ganzheitliche’ also ‘radikale’ Gabe, wie darauf eben die Analogie der bräutlichen Liebe hinweist [das ganze Eph 5,21-32]:
sie ist in gewissem Sinn ‘das Alles’, was Gott von sich aus dem Menschen geben ‘konnte’, wenn man die endlichen Möglichkeiten des Menschen, des Geschöpfes – berücksichtigt.
– In solcher Weise weist die Analogie der bräutlichen Liebe auf die ‘radikale’ Beschaffenheit der Gnade: der ganzen Ordnung der geschaffenen Gnade hin” (EL 206. – s. dazu ob.:  Analogie der Erlösungs-Liebe und der Bräutlichen Liebe – dieses ganze Fragment).

Wir haben schon viele Male darauf aufmerksam gemacht [besonders V.Teil, 3.-4.Kap.], dass falls Gott nicht Liebe wäre – gerade bräutliche Liebe zum Menschen, den der Heilige Geist zu jemanden Einen fügt
(s. Gal 3,28; das ist Wirkung des Heiligen Geistes, der immer die Vielheit der Personen in Jemanden Einen verbindet):
zu dieser Seinen – dieser Einzigen, über das eigene Leben geliebten Braut, würde Er das Werk der Erlösung nie unternehmen, zumal es unter so entsetzenden Umständen verwirklicht werden sollte.
– Zur Erlösung an sich wurde nicht das grauenhafte Leiden und die Foltern, denen Jesus Christus unterzogen worden ist, sondern seine Liebe: diese zum Vater – aber auch diese zu seinen menschlichen Brüdern und Schwestern.

Es ist eine unbeugsam treue Liebe, die verzeiht und unabänderlich liebt. Sie liebt auch unter so entsetzlicher Niedertretung seiner Selbst und so grauenhafter Foltern, die Ihm vonseiten seiner ... Braut zugefügt werden!

Nur die Liebe ist fähig mit Leben zu beschenken: mit ewigem Leben.
So ist die Liebe der ganzen Trinität: des Vaters und des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Da aber die Person Jesu Christi – Gottes Person ist, kann Er unmöglich mit anderem Leben beschenken, als nur mit ... ewigem!

Alle diese charakteristischen Merkmale des Gottes ‘Stiles’ des ‘Liebens’ bilden einen völligen Gegensatz zu dem, wohin der BÖSE strebt: Satan. Dieser hasst mit seinem ganzen Selbst sowohl das Leben, wie umso mehr die Liebe. Zum Gipfelausbruch von Hass bringt den Satan die ... Barmherzigkeit Gottes!

Die Unendlichkeit der Liebe-Glut musste im Herzen Jesu Christi so hinreißend sein, dass ihre Ungestümtheit, die nur das eine vor hatte: mit ewigem – Leben diese Seine zu beschenken, diese Braut, die sich so unvernünftig von ihrem Gottes Bräutigam abwendet – alle erfahrenen Demütigungen und Foltern entschieden überragte. In diesem Sinn, dass der Sohn Gottes in ihrer Kraft sie nicht nur ohne Auflehnung und ohne Verwünschungen ertrug, sondern die ganze Zeit betete, verzieh – und umso mehr: diese Seine, so gründlich betörte, geliebt hat!

Daher hat auch der Sohn Gottes die Ihm vom Himmlischen Vater angebotene Sendung und diesen Dienst: Erlöser zu werden, gleichsam ohne die Augen zuzumachen angenommen. Er nimmt das Sühneopfer und Opfer der Verherrlichung Gottes auf dem Kreuz anstelle und im Namen der Menschen-Familie: dieser seinen befleckten Braut auf sich.

Zu gleicher Zeit aber vereinigt Er sich mit ihr in der gerade hier – am Kreuz, erfolgenden ganzheitlichen Hingabe an sie seiner Selbst in ein Eins-in-Liebe. Er gründet nämlich hier, und besiegelt feierlich in seinem Blut – den Neuen und Ewigen bräutlichen Bund mit seiner Geliebten. Der Sohn Gottes wird mit ihr in dieser Stunde gleichsam zum ehelichen „Zwei-zu-einem-Fleisch”.

Gerade in dieser Stunde – am Kreuz, gibt sich der Sohn Gottes dieser Seinen in der Ganzheitlichkeit der Gabe hin. Er gibt sich auch für sie hin. In dieser seinen Hingabe – nährt Er sie und sättigt sie mit seinem Selbst. Um ihretwillen wird Er – zu ihrem ewigen Leben – der hingegebene Leib, das vergossene sein Blut. Allein auf solche Weise vermag Er ihr das ewige – Leben zu sichern

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5. Preis der Unendlichkeit für das ewige Leben
der ... Geliebten

Die Gabe des eigenen Lebens am Kreuz ist selbstverständlich persönliche Gabe der Zweiten Person der Allerheiligsten Trinität. Diese Gabe wird von ihr sowohl Gott, wie dem Menschen hingegeben – im Mensch-Sein Jesu Christi, des Sohnes Gottes und Menschen-Sohnes (s. dazu: „... dieses Kreuzesopfer ist in vollem Sinn dieses Wortes eigene Tat Christi ...”: DeV 41).

Allerdings gleichsam ‘früher’ und umso mehr ursprünglich ist es dauernd Gabe vonseiten des Himmlischen Vaters. In Ohren und im Herzen ertönt uns unabänderlich das Wort des Sohnes Gottes selbst von seinem Vater, der Ihn – den Sohn, „gegeben-ausgeliefert hat” dem Menschen: Mann und Frau ‘zur Verfügung’:

„So sehr hat Gott [= der Vater] die Welt geliebt ...
dass Er seinen Eingeborenen Sohn dahingegeben hat...” (Joh 3,16).

Es schwinden auch von unserem Bewusstsein und unserem Herzensdank diese zwei, ungemein schwierigen und radikalen Aussagen des Geschriebenen-Wortes-Gottes nicht. Sie drücken das Verhältnis des Himmlischen Vaters zur Menschen-Familie aus. Und zwar der Vater liefert seinen Eingeborenen Sohn, das Wort – als Sühne-Opfer aus, um den Menschen von Versklavung an die Sünde herauszureißen:

„Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen [= mit dem Vater].
Er hat [Gott der Vater] den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht,
damit wir in Ihm Gerechtigkeit Gottes würden” (2 Kor 5,20f.).

– Und noch dieses zweite Wort Gottes. Wir hören es mit Herzen, das zutiefst zerknirscht und von Reue bewogen ist:

„Er [= der Vater], der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont,
sondern Ihn für uns alle hingegeben hat,
wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken” (Röm 8,32; s. auch: DiM 7j; 8a).

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6. Gebet des Leidens Christi

Gerade in solchem „Geist” (dem Heiligen Geist) hat Jesus die Ihm zugefügten Foltern erlebt. Es ist schwer zu begreifen, allerdings unter den erduldeten Qualen – war Jesus ein einziges großes Gebet. Die erfahrenen grauenvollen Qualen wurden zum Grundboden, auf dem sein mit nichts unterbrochenes Gespräch als Sohnes mit dem Vater – und umgekehrt, aufgeblüht hat. Es war dabei ein Gebet, auf das dieser Vater, der Jesus „geliebt hat” (z.B. Joh 5,20) mit allerzärtlichster Liebe als seinen Eingeborenen, scheinbar ganz stumm und ungerührt blieb:

Elí, Elí, lammáh sabachtháni:
Mein Gott, mein Gott, warum hast Du Mich verlassen” (Mt 27,46)?!

Diese Worte sind schaudererregend! Es gehört sich hier das Fragment der Erwägung Johannes Paul II. zu diesen Worten aus seinem „Salvifici Doloris” (1984) anzuführen:

„... Man kann sagen, diese Worte über die Verlassenheit kommen aus dem Grund der unauflöslichen Vereinigung des Sohnes mit dem Vater – sie erheben sich aber deswegen, weil der Vater ‘die Schuld von uns allen auf Ihn lud’ [Jes 53,6]. In dessen Folge wird der Hl. Paulus sagen: ‘den, der keine Sünde kannte, hat Gott für uns zur Sünde gemacht’ [2 Kor 5,21] ...” (SD 18).

Allerdings auch diese Worte: „... Warum hast Du Mich verlassen”, die von den Evangelisten im Rahmen der Sieben ‘Worte’ Jesu-vom-Kreuz angeführt worden sind, waren doch nur Gebetsbruchstück des Psalms, als Ausdruck des glühenden Gebetes Israels, voller Anvertrauen-gegen-die-Hoffnung (Ps 22 [21],2).

Man kann schwer hier nicht einmal mehr die von der Tiefe der Kontemplation fließende Äußerung Johannes Paul II. über das Leiden Christi anführen, das der Sohn Gottes als Gebet seiner Hingabe an den Vater als Sohn erlebte:

„Jesus Christus, der Sohn Gottes – hat als Mensch – im inbrünstigen Gebet seines Leidens, dem Heiligen GEIST, der sein eigenes Menschsein schon bis zur Tiefe selbst durchdrungen hat, gewährt, dass es durch den Akt seines Todes als Brandopfers der LIEBE am Kreuz in vollkommenes Opfer umgestaltet werde ...
– ... der Heilige Geist hat in besonderer Weise bei dieser absoluten Selbsthingabe des Menschensohnes mitgewirkt, um das Leiden in erlösende Liebe zu verwandeln” (DeV 40).

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D.   VERMÄHLUNG DES GOTTES BRÄUTIGAMS-VOM-KREUZ
MIT DER KIRCHE-DER-BRAUT

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1. Show der Kreuzigung und Jesus der sich mit der Kirche in ein
Zwei-zu-einem-Fleisch vereinigt

Die aufschreienden Menschenmengen, die sich zu diesem großen ‘Show’ der Kreuzigung Dieses angesammelt haben, den sie gerade erst, ein paar Tage zurück, mit Palmzweigen in Händen mit lauter Stimme lobpreist haben: „Hosanna dem Sohn Davids! ...” (s. Mt 21,1-11), Jetztzeit von ihren Führern perfide gegen denselben Sohn Davids aufgewiegelt, schreien auf eine Art und Weise, die alles Verständnis völlig übersteigt: „Ans Kreuz mit Ihm, ans Kreuz mit Ihm” ! (s. Mt 27,20-25: Aufhetzung der Menschenmengen vor Pilatus gegen Jesus; Verschmähung Jesu des schon Gekreuzigten: Mt 27,39-44; Joh 19,6; usw.).

Sieh da dieses zermalmende Beispiel der ‘Psychologie der Menge’  in ihrer schlimmsten Ausgabe. Es hat sich die Stimme der ‘Mehrheit’ gestaltet, die das Kriterium der Wahrheit nicht mehr in Bedacht zu nehmen vermag: weder Gott, noch den Menschen (vgl. VSp 48.99). Aus Nicht-Denken, oder eher Gegen-Denken, das sophistisch durch einen oder ein paar Anführer manipuliert wird, die es verstehen populistische Parolen des ‘Augenblicks’ im Dienst des Bösen ausspielen zu können, macht sich die Menschenmasse einen Götzen für sich, und stimmt nach einem Herdentrieb selbst auf äußerst offensichtliche Verkehrtheit und schreiende Ungerechtigkeit ab.

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Erklärung

Parallel zu Satan, der in seinen Dienern den Siegesjubel davonträgt, wird auf einer anderen, für flachangelegte Beobachtung unzugänglichen Ebene, das feierliche Geheimnis in Weltskala vollbracht. Es geht um das Weltall, das im Menschen, diesem „einzigen Geschöpf, das Gott um seiner Selbst willen gewollt hat” (GS 24), in dieser Stunde zum Höchstpunkt des Sinnes seines Existierens gelangt.

Es ist die feierliche Stunde, wann der Sohn Gottes, der als Nachkomme Davids Menschen-Sohn geworden ist, den Vermählungs-Ring auf seine gekreuzigte Hand anlegt – und einen gleichen Vermählungs-Ring seiner Braut, der Kirche, anbietet, oder genauer: einem jeden Erlösten ausnahmslos. Nicht als Nötigung, sondern mobilisierendes Angebot der Vermählung-mit-dem-Sohn-Gottes: für immer ...: für die Ewigkeit !

Jesus Christus hat die Endstufe der Totalität seiner Hingabe an den Menschen: Mann und Frau, erreicht. Er hat seine menschlichen Brüder und seine menschlichen Schwestern mit bräutlich-ehelicher Liebe geliebt. Anders kann auf keine Weise sein Gottes – aber auch menschlicher Friede erklärt werden, wie auch die leise, im ‘Hintergrund’ gelebte Freude samt der empfundenen Erfüllung der Sendung, um derentwillen Er vom Himmel herabgestiegen ist.

Alle Äußerungen Jesu, die seiner Passion vorangegangen waren, besagen, dass die Verwirklichung des urewigen Vorhabens des Dreieinigen zu dieser Stunde ihren Gipfel erreicht hat. Dieses Vorhaben strebt das eine an: dass der Mensch – Mann und Frau, dank der Teilhabe an Gottes Leben und Gottes Liebe, ein so untrennbares ‘Eins-in-Liebe’ mit Gott wird, wie es in der Ganzheitlichkeit der gegenseitigen Hingabe von Mann und Frau geschieht, die dann ein „Zwei-in-einem-Fleisch”  werden.

Jesus sagt ganz kurz vor seinem Gebet der Todesangst im Ölgarten:

„Ich habe ihnen [Du, Vater] Deinen Namen kundgetan
und werde ihn weiterhin kundtun,
damit:
die Liebe, mit der Du – Mich geliebt hast,
in ihnen ist
und Ich in ihnen bin” (Joh 17,26).

Gerade das ist der Sinn und das Ziel – Gottes mit dem Menschen-Braut ‘Zwei-zu-einem-Fleisch’. Gott denkt dauernd nicht an sich, sondern an diesen Geliebten, an diese Geliebte: diese seine, Ersehnte: dass sie das ewige – Leben hat!

Hier als Beispiel drei charakteristische Aussagen von beinahe den letzten Minuten des irdischen Lebens Jesu. Ihr Sinn ist in biblischer Sprache – und diese hat Jesus benutzt – eindeutig.

(150 kB)  Hier die erste Aussage dieser Art:

„... Ich habe das Werk vollendet,
das zu vollenden Du [Du, Vater] Mir aufgetragen hast ...” (Joh 17,4).

Das erwähnte ‘Werk’ ist diese eine Sache und das Ziel, warum der Sohn Gottes in die Welt des Gottes Ebenbilds angesichts des Kosmos: des Menschen-Mannes, des Menschen-Frau, gekommen ist. Es geht um die Erfüllung des Erlösungs-Vorhabens des Dreieinigen. Dieses Vorhaben bestand schon vor der Grundlegung der Welt. Der Mensch ist eingeladen worden, ein ‘Eins’ mit seinem Schöpfer zu werden. Dieser wird aber, in zweiter Reihenfolge der Tatsachen – zu seinem Erlöser werden, wenn der Mensch ... in die Sünde hinfällt ...!

(163 kB)  Hier ein anderes Wort Jesu, dieses Mal aus seinem Verhör bei Pilatus:

„... Du sagst es: Ich bin König.
Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen,
um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.
Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf Meine Stimme” (Joh 18,37).

Jesus drückt sich hier selbstverständlich mit der Sprache der Offenbarung aus, die in seinem Milieu verständlich war. Er versteht sie also in ihrem biblischen Sinn. Dieses Wort Jesu hat einen zweifachen Ausklang.

Rozmiar: 263 bajtów „Du sagst es: Ich bin König”.

Jesus ist König um mehrerer Titel willen.

a. Jesus ist König als Nachkomme Davids, des Königs. Darauf hat eindeutig der Engel Gabriel in der Stunde der Verkündigung hingewiesen (s. Lk 1,32f.).

b. Jesus ist König vor allem als Sohn dieses Königs – Gottes, der gerade seinem Sohn die Hochzeit ausgerichtet hat (Mt 22,1-11).
Jesus selbst hat auf diese Tatsache gerade erst, ein paar Tage her, angeknüpft.
Jetztzeit findet Er sich in der Lage des Verurteilten vonseiten der religiösen Führer des Volks. Er wird als der gefährlichste Übeltäter verurteilt, den es gilt sofort, auf möglich höchst raffinierte Art und Weise, zu ermorden.

Zu gleicher Zeit sind wir aber, gerade um diese Stunde, Zeugen dessen, was Gott im Gottes-Geschriebenen-Wort angekündigt hat von der Stunde der Vermählung des Erwarteten ‘Königs’, eben dieses ‘Salamons’:

„Kommt heraus, Zions Töchter, und schaut, ihr Töchter Zions,
König Salomo mit der Krone,
mit der seine Mutter Ihn krönte am Tag seiner Hochzeit,
am Tag seiner Herzensfreude ...” (Hld 3,11).

Für welchen Jungen Mann: einen Bräutigam, könnte sein Vermählungstag – nicht der Traum-Tag voller Freude sein!?
– Es wird hier von Krönung mit einer Krone gesprochen, die von der Mutter des jungen Königs ... vorgenommen wird.
Wir sind uns bewusst, dass das Buch des Hoheliedes eine große Allegorie darstellt. „Mutter” ist in diesem Fall das ... Volk Gottes.

Die Huldigung dem neuen König vonseiten des Volks gehört sich als Voraussetzung, dass die Regierung angetreten werden kann (vgl. 1 Sam 11,15; 1 Chr 11,10; 29,22).
– Der Tag der Antretung an den Thron ist zugleich Tag der Mystischen Vermählung des Königs-Jahwéh mit dem Volk-der-Braut. Die dauernd untreue Gemahlin wird in dieser Stunde neuerlich vonseiten Jahwéh-des-Bräutigams zur Gnade angenommen. Der Neue und Ewige Bund wird hier zugleich als die erste eheliche Vereinigung dargestellt (vgl. Jes 61,10; 62,3ff.). ‘Eheliche Vereinigung ...’ selbstverständlich im Gottes Begriff dieses Ausdrucks.

Wir beginnen weiter zu verstehen: Die Krönung des Jungen Königs mit der Krone – „... am Tag seiner Hochzeit, am Tag seiner Herzensfreude” – scheint deutliche Anspielung auf die Krönung Jesu mit der Dornenkrone ... zu sein.

So sieht gerade die Einführung seiner Hochzeitsfestlichkeit aus:
– nach der Geißelung des Gottes Bräutigams,
– jetzt seiner Krönung mit Dornen,
– werden Ihm zuletzt Marter am Kreuz zugefügt.

Dieses Kreuz wird zum Thron der ‘Freude seines Herzens’ und der Bräutlichen Vereinigung mit seiner Geliebten ...

Es kann sein, dass diese Seine Geliebte, diese fortwährend untreue, ehebrüchige Braut ... Ihn vielleicht als SOLCHEN ..., Gekreuzigten, Zerfetzten ... annehmen wird?! Vielleicht, vielleicht: wird sie wenigstens von nun an – getreue Braut ... !?

(258 kB)  Im soeben angeführten Dialog mit Pilatus als dem Richter im Auftrag von Rom, sagt Jesus ein paarmal das Wort: ‘Wahrheit’ aus.

Pilatus hat dieses Wort sehr wahrscheinlich nicht verstanden.
Und vor allem: er wollte dieses Wort nicht verstehen (Joh 18,38)!

Er hat es ganz deutlich verspürt (in seinem Gewissen), dass das Kennenlernen des Inhalts dieses Wortes: ‘Wahrheit’ für ihn zu dieser Stunde eine sehr unbequeme Verpflichtung darstellte:
es forderte eine entschiedene Wende im Ablauf des Prozesses Jesu.

Er aber hat sich vor der ihn einschüchternenden Menge erschrocken, oder genauer: er erschrak vor der führenden Sphäre der Erzpriester und ihrer Anhänger (Joh 19,11f.15). Trotzdem er Angestellter der Römischen Macht ... war!

Angesichts der Wahl: Gerechtigkeit dem Unschuldigen gegenüber,
oder dem besetzten Posten – hat er das zweite gewählt ... !

Das Wort ‘Wahrheit’  beinhaltet auf den Lippen Jesu selbstverständlich einen einzigen Sinn: ihren strikt biblischen Sinn.
Es geht also nicht um Wirklichkeit, die gegenseitig dargestellt wäre zur Nicht-Wahrheit, d.h. zur Unwahrheit, bzw. zur Falschheit und Verlogenheit.
Am Spiel ist dagegen die biblische, von Offenbarung herkommende Bedeutung des Wortes ‘Wahrheit’, die die Bücher des Alten Testamentes mit dem hebräischen Dingwort bezeichnen „hémet”.
– Dieses aber bedeutet in Anwendung an Gott, dass Er unwiderruflich beständig-treu-unbeugsam ist, was die Umsetzung in die Tat seines einmal dem Menschen: Mann und Frau gegebenen Wortes angeht: „Ich liebe dich, Du Meine, Du Meine Braut” !

Noch mehr: Jesus hat sich selber als ... Person-Wahrheit bezeichnet:
Ich bin – der Weg und die Wahrheit, und das Leben” (Joh 14,6).
Johannes der Evangelist setzt diese Feststellung Jesu zwischen dem Abendmahl und dem Hohepriesterlichen Gebet.

Unabhängig davon: das Gottes-Geschriebene-Wort, d.h. die Heilige Schrift, ist eine andere Art und Weise der Präsenz der Zweiten PERSON der Allerheiligsten Trinität: des Sohnes-Wortes, unter den Menschenkindern – gerade als Person-„Wahrheit”.

Deutlich und eindeutig stellt das Jesus selbst fest in seinem Hohepriesterlichen Gebet ganz kurz vor Getsemani. Er betet hier zum Vater, indem Er von sich selbst u.a. feststellt:
Dein WORT IST – WAHRHEIT” (Joh 17,17).

Dies ist eine der sehr sprechenden Selbst-Bezeichnungen des Sohnes Gottes, der Zweiten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit: des Sohnes, des Wortes.
Er hat zu seiner Gottes Natur – außerdem die Menschen-Natur angenommen, indem Er Menschen-Sohn geworden ist. In dieser Beschaffenheit ist Er Gott-Bräutigam.
– Er vermählt sich mit dem Volk des Neuen und Ewigen Bundes gemäß den unveräußerlichen Eigenschaften der Ehe: Liebe, Treue, eheliche Redlichkeit, und dass Er diese Seine, mit der Er sich hier am Kreuz vermählt, niemals verlässt. Auch dann nicht, wenn sie – vom Bösen versucht, sich zu ihrem Gottes-Bräutigam mit dem „Rücken”  zu wenden (vgl. Jer 6,24; 15,6) und Ihn – in seinen Augen ... verrät !

(152 kB)  Und noch eine Äußerung Jesu, die ebenfalls von seinem Hohepriesterlichem Gebet ganz kurz vor dem Anfang seines Leidens im Ölgarten herkommt. Sie ist inhaltsgemäß sehr ähnlich wie die gerade erst oben angeführten Endworte desselben Hohepriesterlichen Gebetes Jesu.
(s. ob.: Text Joh 17,27: Damit die Liebe, mit der Du Mich geliebt hast, in ihnen ist und Ich in ihnen bin):

„Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbart,
die Du Mir aus der Welt gegeben hast.
Dein waren sie – und Mir hast Du sie gegeben ...” (Joh 17,6).

Der „Name” Gottes, d.i. das, WER Er ist und gleichsam ‘WOZU’ Er ist, ist unabänderlich diese eine Wirklichkeit: „Gott IST – Liebe” (1 Joh 4,8.16). Es ist aber – wie es unveränderlich von ganzer Alttestamentlichen Überlieferung bezeugt wird: Liebe, die von Anfang an bräutlich-eheliche Liebe ist.

Wir bleiben uns selbstverständlich dauernd bewusst, dass es unsere menschliche Art und Weise ist, wie wir uns über Gottes ‘Bräutlichkeit’ ausdrücken. An sich überragt sie uns und ist für uns unfassbar – und doch völlig WIRKLICHKEIT !

In aller Schlichtheit und Tiefe seines betenden Glaubens hat das Johannes Paul II. in seinen von uns schon wiederholt angeführten Worten gefasst:

„... Die Art, wie die Liebe Gottes ausgedrückt wird, ist ‘menschlich’,
aber die Liebe selbst ist Göttlich.
Als Liebe Gottes hat sie selbst dann eine ‘auf Göttliche Weise’ bräutliche Beschaffenheit,
wenn sie nach Ähnlichkeit der Liebe des Mannes zur Frau ausgedrückt wird” (MuD 23).

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2. Akt der Amtlichen Vermählung des Sohnes Gottes
mit der Kirche-der-Braut

Wir sehen unabänderlich, dass Jesus die endgültige Erfüllung auch dieses, der Reihe nach, Fadens der Wahrheit der strahlenden Offenbarung ist, die in der sich entfaltenden Geschichte des Alten Testamentes an der Glut der allerinngsten Gottes Vertrautheiten betreffs seiner Bräutlichkeit immer mehr intensiv wurde (s. ob.:   Die sich in Büchern der ‘Großen Propheten’ zu kennen gebende Bräutlichkeit Gottes).

Eine der besonders sprechenden Krönungen der Offenbarung dieser bräutlich-ehelichen Liebe Gottes schon im Alten Testament sind die von uns schon ein paarmal angeführten Bekenntnisse der Selbst-Offenbarung Jahwéh an sein Volk, das sich zurzeit schämen muss als die vom Ehemann für lange beiseite geschobene Gattin – wegen ihres fortwährenden Ehebruchs. Jetzt, wenn sie sich in Herzensreue von Jahwéh völlig verlassen findet, wird sie von Jahwéh ‘getröstet’: Jahwéh bietet ihr eine völlige Verzeihung und Versöhnung an.

Parallel dazu erlebt vor allem selbst Jahwéh eine überwältigende Freude wegen des neuerlichen „Zwei-zu-einem-Fleisch-Werdens” – Seiner als Gottes mit ihr als seiner Braut:

„... Denn dein Gemahl ist dein Schöpfer ...,
dein Erlöser ist der – Heilige Israels”

(Jes 54,5; usw.)

Dieser ganze prophetische Inhalt der zunehmenden Gottes Offenbarung war, wie es sich ergibt, auf Jesus Christus ausgerichtet, der das Epi-Zentrum der ganzen Schöpfung ist: Gott inmitten seiner Schöpfung.
– In Christus – gibt sich Gott ausnahmslos jedem Menschen restlos hin, wenn dieser nur die ‘Stimme’ seines Anklopfens zu hören vermag und Ihm die Tür seines Herzens auch nur ein wenig ‘öffnet’ (vgl. Offb 3,20; Joh 14,23f.; s. TgF 1506f.). Dann kann die Hingabe Gottes an den Menschen erfolgen.
– Immer insofern, wie es Ihm dazu von diesem Menschen ... erlaubt wird.

Die Ära des Alten Testamentes: des ‘ehelichen’ Bundes Gottes mit Israel erst auf der Übergangs- und Vorbereitungsstufe – ist jetzt definitiv zu Ende gekommen. Jetzt besteht schon kein Zweifel, dass alles, was im Alten Testament von ‘Jahwéh’ als dem „Gemahl – der Tochter Zion, Tochter Jerusalem” gesagt worden ist, Jesus Christus betraf.

Zum Anfang der Wendezeit in der Geschichte des Weltalls wurde diesbezüglich die Geburt Jesu, des Sohnes Gottes in Betlehem. Sie wurde gleichbedeutend mit der Vereinigung Gottes mit ausnahmslos jedem Menschen – in derselben menschlichen Natur.
– Es ertönen in unserem Herzen fortwährend die Worte des Zweiten Vatikanischen Konzils:

„Denn Er, der Sohn Gottes, hat sich durch seine Menschwerdung
irgendwie mit jedem Menschen vereinigt ...” (GS 22).

Diese Tatsache wurde daselbst zur unwiderruflichen, gleichsam ontologischen Vermählung des Sohnes Gottes mit der ganzen Menschen-Familie. Es war die Vermählung Gottes mit dem Menschen gleichsam ‘in actu primo’, d.h. keimartig, als gleichsam feierliche „Verlobung”. So ist der Sinn des Geheimnisses der Menschwerdung.

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Erklärung

Allerdings die Geschichte Jesu Christi hat Jetztzeit den Gipfelpunkt des zweiten Teils seiner Sendung erreicht: das Geheimnis der Erlösung.
– Um diese Stunde, wann Jesus am Kreuz aufgehangen war, bringt die Trinität in Jesus Christus – angesichts des Himmels und der Erde, d.h. des ganzen Weltalls, ihren gleichsam im rechtlichen Sinn verstandenen Ehelichen Konsens zum Ausdruck.

Der Menschgewordene Sohn Gottes verbindet sich Jetztzeit unwiderruflich mit der in dieser Stunde vermählten seiner Braut, dem Volk Gottes des Neuen und Ewigen Bundes. Jesus, der am Kreuz sich selbst in Ganzheitlichkeit der Gabe seiner Person dahingibt, ist der mit Tat und Wort zum Ausdruck gebrachte, offizielle Akt der in dieser Stunde feierlich eingegangenen Ehe. Dieser Akt wird in Anwesenheit der Zeugen ausgedrückt. Es sind der ganze Himmel – und die ganze Erde: das ganze Weltall.

Diese Feststellung kann im Empfang selbst der Jünger Christi wunderlich und unwahrscheinlich klingen. Und doch ist sie Ausdruck des Kristallquells der Wahrheit der Offenbarung und des Apostolischen Glaubens der Kirche aller Zeiten, auch wenn nicht allzu viele es unternehmen, diesen Faden der Offenbarung in ihren Erwägungen zu entfalten.
– Freilich, wir befinden uns zurzeit ‘mit beiden Füßen’ in der Sprache der Analogie.

Möge es erlaubt sein, um jeden Vorbehalt, Befürchtigungen und Zweifel zu zerstreuen, noch einmal die bündige, treffende Charakteristik der hier angewandten Analogie des Glaubens anzuführen, wie sie von Johannes Paul II. dargestellt wird. Diese Aussage haben wir schon ein paarmal angeführt:

„... Die Art, wie die Liebe Gottes ausgedrückt wird, ist ‘menschlich’,
aber die Liebe selbst ist Göttlich.
Als Liebe Gottes hat sie selbst dann eine ‘auf Göttliche Weise’  bräutliche Beschaffenheit,
wenn sie nach Ähnlichkeit der Liebe des Mannes zur Frau ausgedrückt wird ...” (MuD 23).

Der Sohn Gottes bezeugt auf dem Kreuz – dieses Mal nicht mit Wort, sondern mit Tat der Ganzheitlichkeit der Hingabe seiner Selbst, die Er mit seinem vergossenen Blut bis zum letzten Tropfen besiegelt hat (vgl. Joh 19,34), – dass um seiner Bräutlichkeit willen, denn:
„... Weil Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, so liebte Er sie bis zum Ende(Joh 13,1),
Er mit der ganzen Menschen-Familie: Mann und Frau als seiner Braut,
den unwiderruflichen Neuen und Ewigen Bund schließt.

Diesen seinen Willen, d.h. seinen eigenartigen – in Gottes dieses Wortes Bedeutung „Ehe-Konsensus” : der Bindung durch den Ehebund mit dem Volk seiner Auserwählung: seiner Geliebten, Braut [= liturgisch-gerechtliches Moment der Eheschließung], kann niemand und nichts irgendwann annullieren. Selbst die Zurückweisung dieses Bräutlichen Bundes vonseiten eines bestimmten Menschen, der Gott Ähnliches sagen würde wie z.B. dieses: „Deine Stimme, Gott höre ich sowieso nicht ...!” (vgl. ob., z.B.: Gott hören wir nicht!  – und die Tabelle ähnlich wie dort, ein wenig weiter nach unten).

Es ist die Hoch-Stunde der Geschichte der Kommunion Gottes mit dem Weltall. Es folgt die endgültige Realisierung des Inhalts dieser Wirklichkeit, die wir auf Bogen unserer Internet-Seite des Öfteren erörtert haben. Wir haben auf mehrere Arten und Weisen versucht uns die Bedeutung der oft vorkommenden biblischen Bezeichnung zum Bewusstsein zu bringen: „Vorhaben Gottes”, „Erlösungs-Plan”  Gottes dem Menschen zugute, was noch anders mit dem hebräischen Wort bezeichnet wird: ‘hémet’ = Wahrheit – im Sinn: Gottes Treue dem einmal dem Menschen gegebenen Wort: Ich liebe Dich!

Die folgerichtige Verwirklichung dieses Vorhabens erfolgt als unbeugsamer Umsatz in die Tat der „Gottes hémet” [hebr. hémet = Wahrheit-Standhaftigkeit-Treue-Unbeugsamkeit bei Verwirklichung des einmal gegebenen WORTES]. So ist der vielschichtige, dynamisch-konkrete Inhalt jener „hémet” : Gott als Wahrheit-Treue dem einmal dem Menschen: Mann und Frau – gegebenen seinem Bräutlichen Wort (s. dazu ob., z.B.: Hebr. émet. ‘Wahrheit-Treue’: philologisch-meritorische Erwägung).

Jesus flüstert gleichsam von der Höhe des Kreuzes zu dieser Seinen, der Braut, d.h. zu jedem Menschen – in seinem Ausgespanntsein am Kreuz. Er kann vom Kreuz eigentlich nicht einmal schauen: sein rechtes Auge war sehr wahrscheinlich mit einem Dorn durchstochen. Schon ungeachtet dieser Tatsache, dass von unter den Dornen dauernd Ströme von Blut flossen.

Jesus ist in dieser Zeit aufgehangen wörtlich zwischen Himmel und Erde. Er kann diese Erde, auf die Er vom Himmel herabgestiegen ist, um ihren ‘König’: den Menschen-Mann, Menschen-Frau – zu erlösen, nicht einmal berühren. Diese Seine – über das eigene Leben Geliebte Braut, hat Ihn außerhalb der Erde hinausgestoßen, außerhalb der tastbaren Wirklichkeit.
– Er aber ... bleibt unbeugsam treu dem einmal ihr gegebenen, seinem Göttlich-Menschlichen Wort – „Ich liebe Dich” :

(5.5 kB) „Ich liebe Dich, Du Meine.
Ich bin von nun an für immer Dein.
Du bist von nun an für immer die Meine:
die Erlöste, Heilige und Makellose.
Wenn Du nur ... annimmst
Mein Angebot:
das Bräutliche Angebot”
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Alles, was wir hier feststellen, ist Gegenstand des Glaubens, und nicht einer Erkenntnis, die sich auf Beobachtung allein des materiellen Ablaufs der Ereignisse beschränkte. Und doch dieser ‘Glaube’ hat für sich die Gewissheit der Wahrheit der Offenbarung. So ist der Apostolische Glaube der Kirche. Unabhängig davon, wie viel Verkünder des Evangeliums an diesen Aspekt des Depositums der Offenbarung anknüpfen werden.

Es muss dabei bekannt werden: ein Schauder überläuft den Menschen bei dem Gedanken selbst, dass Gott ... in Jesus Christus einen jeden der Erlösten um einen so unwahrscheinlichen Preis zur ... Bräutlichkeit mit Sich einlädt!

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3. Wortlaut des ‘Ehe-Konsensus’-vom-Kreuz

Indessen weder der Dreieinige, noch der Sohn Gottes Jesus Christus – wirft ein Wort ‘in den Wind’. Wir haben schon reichlich genug Gelegenheit gehabt, das ganze Alte Testament in der gerade erörterten Hinsicht anzublicken: Gottes bräutlicher Beziehungen zur Menschen-Familie ab Anfang an selbst ihrer Erscheinung (s. ob., VI. Teil, bes. 4.-8.Kap.). Gott ist wirklich außerstande anders zu lieben, als nur bräutlich – auf seine, Gottes Art und Weise diese Wirklichkeit zu begreifen, wie sie bei zwischenmenschlichen Beziehungen beobachtet wird.

Es genügt, dass wir noch einmal diesbezügliche Aussagen schon allein der Evangelien erwähnen. Sie wurden ausführlicher schon in unseren früheren Erwägungen dargestellt. Hier verweisen wir auf sie noch einmal – in Form einer nur bündigen Synthese.

Jesus ist allzu ernst, um irgendetwas nur ‘zum Scherz’ auszusagen. Indessen wir beobachten ganz verwundert:

(349 kB)  Jesus hat niemals das Zeugnis Johannes des Täufers widerlegt, Er wäre:
Messias
Lamm Gottes, das die Sünder der Welt tilgt
der Junge Mann: Bräutigam, der gerade den Ehebund schließt.

(380 kB)  Jesus hat das Zeugnis Johannes des Täufers nicht berichtigt, als dieser sich selbst als Freund des Bräutigams bezeichnet hat. Daselbst hat Er deutlich zu kennen gegeben, dass dieser Bräutigam selbst Er ist, d.h. er selbst: Jesus.

(368 kB)  Jesus hat mehrere Male sich selbst mittelbar als den Jungen Mann, d.h. den Bräutigam vorgestellt. Diese Zeugnisse nahmen immer mehr zu, vor allem am letzten Abschnitt seiner öffentlichen Tätigkeit, wann es schon ganz kurz war zu der „Seinen Stunde” : der Stunde, wann der Göttlich-Menschliche Neue und Ewige Bund geschlossen werden sollte.
Es ging um das Eingehen des bräutlich-ehelichen Bundes mit der ganzen Menschen-Familie.

Diese Stunde konnte unmöglich ein anderes Ereignis betreffen, als gerade die Darbringung des eigenen Lebens als Gabe – in der Stunde seiner Kreuzigung.

(370 kB)  Entschlossen klar hat Jesus sich selbst vorgestellt, diesmalig direkt und unmittelbar, als den Jungen Mann, d.h. als den Bräutigam – gelegentlich der Auseinandersetzung über das Fasten. Viel Fastenzeiten haben die Jünger Johannes gehalten, wogegen die Jünger Jesu in dieser Zeit Freude-Tage erlebten – und deswegen nicht fasteten.

(361 kB)  Jesus hat klar und ohne Zweideutigkeiten gleichsam mit dem ‘Finger’ – auf sein Opfer am Kreuz hingewiesen als die Gründung des Neuen Bundes. Das geschah bei der Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl. Dieses Opfer, das eingesetzt wurde und verrichtet im Rahmen des Mahles des Paschafestes und zugleich als Abschiedsmahl mit den Aposteln, hat Er unwiderruflich mit seinem Erlösungs-Leiden am Kreuz verbunden.
– Dieses sollte am nächsten Tag vollbracht werden – am Kar-Freitag. Jesus drückt sich in dieser Stunde – bei dem Letzten Abendmahl, sehr präzise aus:

„Und Er nahm Brot, sprach das Dankgebet,
brach es und gab es ihnen mit den Worten:
‘Das IST Mein Leib, der für euch hingegeben wird’ ...” (Lk 22,19).

„Dann nahm Er einen Becher, sprach das Dankgebet
und gab ihn ihnen mit den Worten:
‘Trinkt alle daraus.
Denn das IST Mein Blut des Bundes,
das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden’ ...” (Mt 26,27f; s. Mk 14,24).

Lukas übermittelt dasselbe Ereignis ein wenig anders, und doch inhaltlich auf identische Weise:

„Dieser Becher ist der Neue Bund in Meinem Blut,
das für euch vergossen wird” (Lk 22, 20).

Es gibt keinen anderen ‘Bund’ zwischen Gott und dem Menschen, als nur den bräutlichen Bund. In tiefer Analogie zum Ehebund – in Gottes dieses Wortes Begriff, der unser Verständnis überragt.

Demzufolge, das Geheimnis des vollbrachten Werks der Erlösung am Kreuz ist Erfüllung der Prophezeiungen des ganzen Alten Testamentes, und umso mehr der in Erinnerung gebrachten, deutlichen Äußerungen des Sohnes Gottes als Selbst-Offenbarungen.

Das Opfer seines Todes am Kreuz ist in höchst vollem Sinn dieses Wortes, nach dem Vorhaben des Dreieinigen – im Sohn Gottes verwirklichter Akt der feierlichen Vermählung mit der Menschen-Familie, die in der von Jesus Christus gegründeten – seiner Kirche vertretet wird.

Die Hingabe seiner Selbst „bis zum Ende” – ist in Konsequenz seines: „Weil Er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, so liebte Er sie bis zum Ende(Joh 13,1), in dieser Lage – der mit Tat zum Ausdruck gebrachte Ehe-Konsensus Jesu als des Bräutigams-vom-Kreuz.

Als zu gleicher Zeit Sohn Gottes, ist Jesus zugleich ‘Gottes Bevollmächtigter’ der Allerheiligsten Trinität, die in Ihm mit dem Menschen: Mann und Frau den „Neuen und Ewigen Bund” schließt, den Er mit eigenem Blut in ganzer Realität und Symbolismus dieser Tatsache besiegelt.

(6.6 kB)
Rozmiar: 245 bajtów  So besteht also kein Zweifel, dass Jesus am Kreuz, als zugleich:

Messias
Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt
Junger Mann, d.h. der Gottes Bräutigam seiner Braut,
die zu Ihm herbeizuführen Johannes der Täufer bestrebt war

– in seiner „Erhöhung selbst von der Erde” (vgl. Joh 3,14; 12,32), indem Er Himmel mit Erde verbindet, mit seinen durchbohrten Händen den Horizont und die Vertikale umfängt: „die Breite und Länge, die Höhe und Tiefe(Eph 3,18), – in verwundernd aufrecht erhaltenem seinem vollen Bewusstsein – Worte des Ehe-Konsensus vorbringt, zu dem Er sich das ganze Leben lang vorbereitete:

Ich gelobe Dir,
Du Kind Meiner Vorliebe, Du Meine, Du Braut:
Ich habe Dich über mein eigenes Leben geliebt!


Ich gelobe unwiderruflich – für die Ewigkeit:
Liebe, Treue, Eheliche Ehrlichkeit.
Und dass:
Ich dich nicht verlasse
bis uns der Tod trennt

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In dieser Stunde – unter Konvulsionen seines Sterbens, und vom Gottes Blickpunkt aus: bewogen mit Liebe, d.h. der Ganzheitlichkeit der-Gabe-des-Lebens-‘für’ seine Braut: die Kirche und jeden der Erlösten – wird der Sohn Gottes zum – auf Gott-Menschliche Art und Weise – gelebten Zwei-zu-einem-Fleisch mit der Menschen-Familie, die im Heiligen Geist ein Jemand Einer geworden ist: seine Mystische Braut (s. Gal 3,28).

Es ist also zu gleicher Zeit die Stunde der auf Gottes Art und Weise erlebten Vollbringung der Konsumierung der hier eingegangenen Ehe – über die Gabe für diese Geliebte seiner Selbst Ganzen bis „zum Ende” – und zum Letztlichen.

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Diese Gabe wird aus Jesu Christi Willen und Einsetzung in erster Linie in jeder einzelnen gefeierten und empfangenen Eucharistie vergegenwärtigt.
– Das Sakrament der Eucharistie ist doch Verzehrung des Leibes Christi – und Stillen seines Durstes, indem „sein Blut” zum ewigen – Leben hin getrunken wird.

Wir kreisen in der Welt des Geheimnisses der Göttlich-Menschlichen Beziehungen. Und doch, es gibt hier nichts vom Einreden sich selber und anderen einer nicht-existierenden Wirklichkeit. So ist – bei ihrer ganzen, schauderhaften Dramatik der Passion des Sohnes Gottes und seines Todes am Kreuz – die für uns Frohe Botschaft der Wirklichkeit der Erlösung und des Neuen, Ewigen Bundes Gottes mit uns.
– Wir erfahren von ihm über den Apostolischen Glauben, dem, dem Willen Christi und des Heiligen Geistes nach, die Garantie-Versicherung der Wahrheit der Offenbarung zusteht.

Einmal mehr gehört es sich die schon ein paarmal angeführten Worte Johannes Paul II. von seinem Apostolischen Brief Mulieris Dignitatem (1988) klar zum Bewusstsein zu bringen:

„Wir befinden uns hier im Mittelpunkt selbst des Pascha-Geheimnisses
[= Ereignisse die das Erlösungswerk zur Vollbringung führen sollten],
das die bräutliche Liebe Gottes bis zum letzten offenbart.
Christus ist Bräutigam, WEIL Er ‘sich selbst hingegeben’ hat:
Sein Leib wurde ‘hingegeben’, sein Blut wurde ‘vergossen’ [Lk 22,19f].
So hat Er ‘bis zum ... Letzten geliebt’ [Joh 13,1].

Die im Opfer des Kreuzes enthaltene ‘uneigennützige Gabe’
hebt in endgültiger Weise den Sinn der bräutlichen Liebe Gottes hervor.

Christus ist Bräutigam der Kirche als Erlöser der Welt.
Die Eucharistie ist Sakrament unserer Erlösung.
Sie ist Sakrament des Bräutigams und der Braut.

Die Eucharistie vergegenwärtigt und verwirklicht von neuem – auf sakramentale Art –
die Erlösungs-Tat Christi, die die Kirche, seinen Leib, ‘bildet’.
Mit diesem ‘Leib’ ist Christus vereinigt, wie der Bräutigam mit der Braut.

Das alles ist im Brief an die Epheser enthalten.
In dieses ‘Große Geheimnis’ Christi und der Kirche
wird die urewige ‘Einheit-der-Zweien’ eingefügt,
wie sie ‘von Anfang an’ zwischen Mann und Frau gegründet worden ist” (MuD 26).

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E.   „ICH ABER, WENN ICH VON DER ERDE ERHÖHT BIN,
WERDE ALLE AN MICH ZIEHEN”

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1. „Er hat angesichts der vor Ihm liegenden Freude,
das Kreuz auf sich genommen ...”

Wir wollen wiederholt Jesus anblicken, als Er am Kreuz ausgespannt ist. Dieser Anblick geht mit Herzensreue einher für unsere eigenen Sünden und die der ganzen Welt. Aber umso mehr mit Herzen voller unermesslichen Dankes und Anbetung. Hier wurde Jesus zum Bräutigam dieser Seinen, seiner Braut: Mann und Frau.

Angefangen vom Sündenfall des ersten Menschen war diese Seine – die Braut, mit Sünde befleckt. Jesus ist ihr Bräutigam auf eine einzige Art und Weise geworden: nicht über Suche nach irgendwelchem eigenen Nutzen, noch irgendwelcher eigener Annehmlichkeit dank solchen ‘Ehebandes’. Jesus Christus wurde Bräutigam der Menschen-Familie als seiner Braut ausschließlich als Erlöser des Menschen: Mann und Frau.

Gerade deswegen wird von uns folgerichtig der Ausdruck angewandt: Bräutigam-vom-Kreuz. Die einzige, gleichsam ungestüme Absicht Jesu als des Bräutigams-Erlösers, ist das Folgende: die Geliebte, so oft total Unwürdige, zugleich tödlich mit Verlust des ewigen Lebens bedrohte seine Braut, vom Rachen des Bösen: Satan – herauszureißen. Immer vorausgesetzt, dass sie ... ihre Zustimmung auf die Annahme der Gabe der Erlösung äußert ...

Annehmlichkeiten des ‘Lebens’ hat Jesus eigentlich gar keine erlebt – außer den Tagen des Baby-Seins, wann Ihn Maria und Josef geschmiegt und gekuschelt haben. Diese beiden konnten sich aber nicht verzeihen, dass sie dem Sohn Gottes schon nicht einmal die Göttlichen, aber die meist elementaren ... ‘menschlichen’ Lebensbedingungen anbieten konnten.

Abgesehen von der ersten Phase seines Daseins auf Erden: den Ereignissen in Betlehem, dem nicht-gefundenen Gasthaus, der Ankunft in die Welt nicht zu Hause, sondern in einer offenen Grotte, vielleicht unter Vieh; der Nachtflucht vor Herodes usw., war die ganze Zeit seiner öffentlichen Tätigkeit mit Obdachlosigkeit und einer Reihenkette von Spionage Ihm gegenüber gezeichnet, mit Verfolgung, des Öfteren kaum vermiedenem Todes durch Steinigung auf der Stelle, bis zur schreiend ungerechten Verurteilung auf den grausamsten und damals höchst entwürdigenden Tod durch Kreuzigung.

Das Gericht über Jesus war Gericht des Menschen über ... Gott ! Gericht des Menschen über seinen Schöpfer – und Erlöser! Über Diesen, der allein seinen Anklägern die Frage stellen konnte:

„Wer von euch kann Mich einer Sünde überführen?
Wenn Ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr Mir nicht?
Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes.
Ihr hört sie deshalb nicht, weil ihr nicht aus Gott seid ...” (Joh 8,46f.).

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Erklärung

Der Hl. Paulus, der längere Zeit hindurch des eigenen Lebens die Jünger Jesu persönlich verbissen verfolgt hatte (s. z.B. Gal 1,13f.), allerdings später, berührt von der Gnade der Einsicht, sich bekehrt hat und auf die ihm eigene Weise seine bisherige Haltung mit Zuwachs ‘abgebüßt hat’ – mit der Ganzheitlichkeit seines Anvertrauens an Ihn, diesen Gekreuzigten (s.: Gal 2,19n; 6,14; Phil 1,21. – S. auch seine Apologie: 2 Kor 11f.), bekennt im Brief an die Hebräer:

„Wir wollen hinblicken auf den Urheber
und Vollender unseres Glaubens,
auf Jesus, der um der vor Ihm liegenden Freude willen das Kreuz auf sich nahm, ohne auf die Schande zu achten – und sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.
Denkt an Den, der solchen Widerspruch vonseiten der Sünder gegen sich erduldete, damit ihr nicht ermattet und den Mut verliert. Noch habt ihr nicht bis aufs Blut im Kampf gegen die Sünde widerstanden ...” (Hebr 12,2ff.).

Jetzt aber, von der Höhe des Kreuzes, indem Er mit angenagelten Händen den ganzen Horizont der Welt umfängt, mit der Vertikalen aber, unten, stark in der-Erde-dem-Weltall hineingefügt, oben die Erde mit dem Himmel zusammenbindend: mit dem Haus des Vaters – ist Jesus ganz mit dem einzigen, glühenden Wunsch eingenommen: dass diese Seine, Geliebte, auch wenn sie so oft ganz befleckt ist, die Gabe der Erlösung annimmt: des bräutlichen Eins-mit-ihrem-Gott, dem Bräutigam-vom-Kreuz. Damit auf diese Art und Weise „... die Schafe das Leben haben, und es in Fülle haben” (Joh 10,10).

Gerade hier: auf dem Kreuz ausgespannt als Gott, der sich dem Geschöpf seiner Vorliebe dahingibt: dem Menschen – bis zum Letzten, verteidigt Jesus angesichts des Vaters jeden Sünder, und bittet seinen Vater um Gnade der Verzeihung für ihn.

So ist der Bräutigam-vom-Kreuz! Er, der „... da allezeit lebt, um für sie einzutreten ...” (Hebr 7,25), d.h. für uns Sünder.

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2. Völliges Bewusstsein – Herrschen des Bräutigams-vom-Kreuz
über die Situation

Unser Blick richtet sich weiter auf Jesus – die drei Stunden lang seines Sterbens am Kreuz. In dieser Haltung spricht Er mit seinem ganzem Selbst den „Ehe-Konsensus” seines unlösbaren Bandes mit der von Ihm gegründeten, seinen Kirche – seiner Mystischen Braut – und in ihr mit jedem der Erlösten:

„Ich gelobe Dir, Du Meine, Geliebte:
Liebe!
Ja, die Liebe! ... Liebe und ...
... Treue!
Von der Treue ziehe Ich mich niemals zurück!
Liebe und Treue, und ...
... Ehrlichkeit.

Und
Und dass Ich Dich nicht verlasse:
bis zum Tod”!

Wir können unmöglich nicht bemerken, dass Jesus keinen Augenblick die Fülle seines Bewusstseins vermisst. Trotz den Ihm zugefügten, grauenhaften Foltern, die bei jedem anderen zum Verlust des Bewusstseins führen würden.

Diese Tatsache schafft Verwunderung: sie kann schwer erklärt werden. Hier erduldet Qualen – betend – der Schöpfer! Er hat zugestimmt, „diesen Kelch” bis auf den Grund zu trinken (vgl. Lk 22,42; Mk 14,36; Mt 26,39.42): ... mit vollem Bewusstsein – ohne Anästhesiemittel.

Zu gleicher Zeit bleibt Er die ganze Zeit der Ihm zugefügten Qualen Herr über die Lage – Er, und nicht seine Henker. Diese, die ringsherum da sind, suchen nur danach, sich künstlich emporzuschwingen: in eigenen Augen und Augen der Umgebenden.

Sie spüren allzu gut ihre ‘Verlorene’ angesichts Dieses unbeugsam Treuen – Liebenden. Da greifen sie nach einem Argument, das überhaupt keinen Nachweiswert hat, allerdings mit ihm kann dem Gekränkten nur noch zusätzlicher Schmerz einer Niedertretung seiner Würde zugefügt werden: nach dem Argument des Zynismus. Das sind diese von den höchsten Schichten des damaligen Judentums, in der Regel sehr wohlhabende: die Erzpriester, die Pharisäer. Und viele von Schrift-Gelehrten. Alles Ankläger Jesu.

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(0,37 kB)  In seiner Gottes Demut, aber auch als Sieger-vom-Kreuz, sagt Jesus von der Höhe des Kreuzes das autoritative, voller Liebe Wort der ersten „Kanonisation: Heiligsprechung”. Im Zeugnis, dass hier die ganze Zeit hindurch dennoch Er – Herr der in dieser Stunde erfolgenden Ereignisse in Kosmos-Skala bleibt.
– Und auch als Erstlinge der Früchte des gerade vollbrachten Werkes der Erlösung:

Amen, Ich sage dir:
Heute noch wirst du mit Mir
im Paradies sein

(Lk 23,43)

Jesus kann unmöglich lügen. Er führt – in keinen Irrtum. Er – täuscht mit seinem Wort nicht! Sagt Er: „Heute” – bedeutet das in wörtlichstem Sinn: ‘Heute’ !

Hast Du, Jesus, ein wenig Freude erfahren, dass Du in diesem Augenblick – Deiner Braut zuliebe – angesichts des ganzen Kosmos – das Wort ausgesprochen hast: dass Du ‘sie’  hineinführst „dort, wo auch Du bist”  (Joh 14,3; 17,24)?

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(0,37 kB)  Jetzt aber spricht Jesus vom Thron seiner Kreuzigung ... das Wort der Verzeihung und Entschuldigung aus, seinen Henkern gegenüber – in Augen seines Vaters:

Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht,
was sie tun

(Lk 23,34)

Hat Jesus nicht etwa seine Jünger in die Fähigkeit eingeübt, den Feinden zu verzeihen? Und doch: Er weiß es aus eigener Erfahrung, wie schwer das gerade sein kann! Dennoch es ist augenscheinlich möglich: gibt Er doch dessen persönliches Beispiel, das zugleich fähig genug ist, einem solchen Stil des Liebens in seinen Jüngern die Kraft und Mut einzuflößen. Es wird dann die Art, nach der Gott selbst ... liebt:

„Euch, die ihr zuhört, sage Ich:
Liebt eure Feinde!
Tut Gutes denen, die euch hassen!
Segnet die, die euch verfluchen.
Und betet für die, die euch verleumden ...” (Lk 6,27f.; s. ebd., V. 27-36; und: Mt 5,43-48; usw.).

Die Haltung des Meisters von Nazaret wird für alle Zeiten einer der grundlegenden Wege seiner Nachfolge vonseiten seiner Jünger werden. So dass in Kürze selbst die Heiden ihre Haltung: des Verzeihens, selbst den Henkern gegenüber, zu bewundern beginnen, zumal wenn die Jünger Christi, unter ihnen zugefügten entsetzlichen Foltern, sie stattdessen – mit Worten des Gebetes in ihren Anliegen und mit Verzeihung zu beschenken wissen.

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(0,36 kB)  Und endlich, im äußersten Nicht-Denken an sich, vertieft „... im inbrünstigen Gebet seines Leidens” (DeV 40), setzt Jesus seine Mutter – als Mutter Johannes und aller Erlösten ein.

Auch noch diese, so persönliche Gabe, hat Jesus allen seinen menschlichen Brüdern und Schwestern zum Geschenk gegeben.
– Der Bräutigam-vom-Kreuz bleibt am Kreuz im wörtlichen Sinn „ausgezehrt-aufgerieben’ von allem, was Er ‘gehabt hat’.
– Selbst seine „Kleider” haben die Vollstrecker des Exekutionskommando untereinander verteilt (Mt 27,35; Joh 19,23f.).

Jetzt aber schenkt Jesus seiner Braut – der Kirche und allen Erlösten – von sich aus noch ... seine Mutter:

Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger,
den Er liebte, dabeistehen,
sagte Er zu seiner Mutter:

‘Frau, siehe, dein Sohn’.

Dann sagte Er zu dem Jünger:

‘Siehe, deine Mutter’
... ”
(Joh 19,26f.)


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Die ganze Zeit hindurch seines grauenhaften Leidens ist Jesus im tiefen Gebet versunken. Den Schmerz der Qualen erlebt Er nicht passiv – als passives ‘Erfahren’ von Foltern, sondern er bleibt fortwährend Er Selbst: Person. Er ist voll aktiv – durch das Gebet der Vereinigung mit dem Vater, aber ebenfalls mit seiner Geliebten, der Braut, der Er seinen Leib, sein Blut anbietet:

[Vater! ...] Für sie heilige Ich mich,
damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind” (Joh 17,19).

Als Messias, Lamm Gottes, und Bräutigam – verrichtet Jesus das „inbrünstige Gebet seines Leidens” (DeV 40), wie es Johannes Paul II., selbst das Gebet lebend, ausgedrückt hat. Jesus spricht mit dem Vater und vertraut sich der Liebe dieses Vaters an, der – wie es scheinen könnte, Ihn in diesem schauderhaften Sturm völlig verlassen hat. Es könnte den Anschein haben, dass der Vater entweder nicht wollte, oder auch ... vielleicht nicht konnte, seine Flehbitte um Befreiung „von diesem Kelch” zu erhören?

Petrus, der lebendige Teilnehmer des Gebetes im Garten Getsemani, hat über Markus, den Evangelist, das Wort des Gebetes seines Meisters von der Stunde unmittelbar vor der Gefangennahme des Meisters fast im aramäischen Original-Wortlaut übermittelt – was den Anruf angeht, mit dem sich Jesus an seinen Geliebten Vater wandte:

„... Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich –
und begann zu erschauern und zu verzagen. Und Er sagte zu ihnen:
Meine Seele ist betrübt bis in den Tod. Bleibt hier und wacht’.
Dann ging Er ein wenig weiter, warf sich auf die Erde nieder und betete,
dass die Stunde, wenn es möglich wäre, an Ihm vorübergehe. Er sprach:
Abbá! Vater! Alles ist Dir möglich! Lass diesen Kelch an Mir vorübergehen.
Doch nicht was Ich will, sondern was Du willst, soll geschehen”
(Mk 14,33-36).

Jetzt, schon auf dem Kreuz und vom Kreuz her, besiegelt Jesus im „inbrünstigen Gebet seines Leidens” (DeV 40) mit eigenem Blut der Erlösung, den in diesem Zustand: der Kreuzigung, seinen zum Ausdruck gebrachten unwiderruflichen, Göttlich-Menschlichen ‘Akt des Konsensus’ : der Annahme zur Ehegattin seiner Braut: der Kirche – genauer gesagt: der ganzen Menschen-Familie.

Der Sohn Gottes und Menschen-Sohn zugleich schließt mit ihr in dieser Stunde den Ehe-Bund. Es ist Bund in Form des menschlichen, ehelichen Bundes – mit der über das eigene Leben Geliebten Braut: der von Ihm gegründeten Kirche, und in ihr mit jedem einzelnen Menschen: Mann und Frau.

(6.6 kB)

(0,38 kB)  Es gehört sich im unmittelbaren Anschluss an diese Betrachtung noch zum Bewusstsein zu bringen, dass ein ganz besonderes ‘Teilchen’ der Kirche, der Braut, deren Jesus Bräutigam-vom-Kreuz geworden ist, die jedesmaligen Mann und Frau als Ehegatten darstellen. Von ihnen aus wird sich die Familie entwickeln. Die Ehegatten werden mit der Tatsache selbst des eingegangenen Sakraments der Ehe Abspiegelung der Kirche-der-Braut ‘in-Miniatur’. Sie werden – samt ihrer Familie – zur ‘Haus-Kirche’.

Die Ehegatten selbst sollen sich aber bewusst werden, dass die Tatsache der Sakramentalität ihrer Ehe schon etwas nur Sekundäres ist in Zusammenstellung mit der Kirche, der Braut des Erlösers-vom-Kreuz.

Das bedeutet, dass nicht die ‘Ehe’ zweier Leute Ausgangspunkt für die Sakramentalität ihres Bundes darstellt. Im Gegenteil, die menschliche Ehe schöpft ihre Heiligkeit und sakramentale Kraft von der Tatsache her, dass Bräutigam selbst – zuerst der Dreieinige ist. Nur dass der Himmlische Vater seinen Eingeborenen Sohn, sein Wort, das Fleisch geworden ist, in die Welt gesandt hat.
– In Ihm hat Gott der Dreieinige den Neuen und Ewigen Bund – im Typus des bräutlichen Bundes, geschlossen.

Erst so, als die in Gottes Bedeutung verstandene Ähnlichkeit-Analogie dieses Bandes Gottes mit der ganzen Menschen-Familie – ist die menschliche Ehe zum Rang des Sakramentes erhoben worden. Auch erst so wurde es Werkzeug, um besondere Gnaden der Bräutlichen Erlösung zu erhalten durch den Sohn Gottes. Diese Gnadenschätze der Erlösung werden an das Leben der zweien in Ehe und Familie angepasst sein.


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RE-Lektüre: VII.Teil, Kapitel 1, ad ‘b’.
Stadniki, 28.VIII.2015.
Stadniki, 18.X.2015.
Tarnów, 1.IX.2016.
Tarnów, 9.VII.2017.


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C. ANKÜNDUNGEN DES DRAMATISCHEN LEBENSFINALES JESU CHRISTI
1. Festmahl auf diesem Berg: mit fetten Speisen, mit alten Weinen ...
2. Zustimmung auf entsetzende Umstände der erwarteten Erfüllung
3. Das Drama der Foltern und Freude des Hochzeitsmahls
4. Gott der dem Menschen alles gibt, was Er von sich aus geben konnte
5. Preis der Unendlichkeit für das ewige Leben der ... Geliebten
6. Gebet des Leidens Christi

D. VERMÄHLUNG DES GOTTES BRÄUTIGAMS-VOM-KREUZ MIT DER KIRCHE-DER-BRAUT
1. Show der Kreuzigung und Jesus der sich mit der Kirche in ein Zwei-zu-Einem-Fleisch verbindet
Text Joh 17,27: Damit die Liebe, mit der Du Mich geliebt hast, in ihnen ist und Ich in ihnen
Text Joh 18,37: Jesus - König - Wahrheit
Text Hld 3,11: Die Mutter hat König Salomon am Tag seiner Hochzeit-Freude gekrönt
Text Joh 17,26: Ich habe Den Deinen Namen den Menschen offenbart
2. Akt der Amtlichen Vermählung des Sohnes Gottes mit der Kirche-der-Braut
Tabelle. Dein Gemahl ist dein Schöpfer (Jes 54,5)
Tabelle. Ich liebe Dich, Du Meine ... Erlöste. Ich vermähle mich mit Dir
3. Wortlaut des ‘Ehe-Konsensus’-vom-Kreuz
Tabelle. Der ‘eheliche’ Konsensus des Bräutigams-vom-Kreuz

E. „ICH ABER, WENN ICH VON DER ERDE ERHÖHT BIN, WERDE ALLE AN MICH ZIEHEN”
1. „Er hat angesichts der vor Ihm liegenden Freude, das Kreuz auf sich genommen ...”
2. Völliges Bewusstsein – Herrschen über die Situation des Bräutigams-vom-Kreuz
Tabelle: Ich gelobe Dir ... Liebe, Treue ... Und dass Ich dich nicht verlasse ...
Tabelle: Heute noch wirst du mit Mir im Paradies sein
Tabelle: Vater, vergib ihnen...
Tabelle: Siehe, dein Sohn! Siehe, deine Mutter (Joh 19.26f.)


Bilder-Fotos

Fot7a6. Verwüstung nach der Überschwemmung
Fot7a7. Enkel im Bett bei dem Opa
Fot7a8. Überschwemmung - Polen 2010: alles unter dem Wasserr
Fot7a9. Überschwemmung, Polen Mai 2010: Piekary bei Krakow
Fot7a10. Vertrauliches Lächeln des Kindes: Vergegenwärtigung des Himmels