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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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c. Jesus von sich als dem
Hochzeits-Bräutigam

Es gehört sich noch einmal auf die Worte der Antwort zurückkehren, die Jesus den Jüngern Johannes des Täufers auf die Frage betreffs der Praxis des Fastens gesagt hat. Hier diese seine Worte:

„... Jesus antwortete ihnen:
‘Können die Hochzeitsgäste denn fasten, während der Bräutigam mit ihnen ist?
Solange sie den Bräutigam mithaben, können sie nicht fasten.
Es werden aber Tage kommen, da ihnen der Bräutigam genommen wird.
Dann werden sie fasten an jenem Tag’ ...” (Mk 2,18-20; s. Mt 9,14-17; Lk 5,33-39).

Worte dieser Antwort führen sofort in das Klima der Hochzeitsfeierlichkeiten ein, von denen schon früher genügend gesprochen wurde. Es kommt uns besonders in Erinnerung, wie Jesus gern an ‘Mahle’ anknüpfte, die spontan das Klima schaffen, das zur Stärkung der Kommunion von Liebe und Leben beiträgt, wie sie in Ehe und Familie herrschen soll (s. ob.: Ehelich-familiäre Kommunion beim gemeinsamen Tisch nach dem Alten Testament; und:
Festmahle beim gemeinsamen Tisch im Neuen Testament)
.
– Wir behalten im Gedächtnis den Bericht von Johannes des Evangelisten über die Einladung Jesu zusammen mit den Jüngern und Maria zur Hochzeit in Kana in Galiläa (s. ob.: Jesus eingeladen zum Vermählungsfest nach Kana in Galiläa).
Wir merken vor allem das Gleichnis-die-Allegorie Jesu vom König, der ein Hochzeitsmahl für seinen Sohn bereitet hat (s. ob.: Verächtlich behandelte Einladung zum Vermählungs-Mahl des Königlichen Sohnes [Mt 22,1-14]). Mit diesem Gleichnis ist enge das Gleichnis-die-Allegorie von den Jungfrauen verbunden, die auf die Ankunft des Bräutigams warten, und den sie am Weg zur Braut begleiten sollen (s. ob.: Gefolge der Jungfrauen in Erwartung auf den Bräutigam [Mt 25,1-13]).
Zuletzt können wir nicht die verwundernden Worte vergessen, die Johannes der Täufer über Jesus gesagt hat als den Messias, den Bräutigam, das Lamm Gottes (s. ob.: Johannes der Täufer von seinem Erhabenen Verwandten: Jesus, dem Sohn Gottes).

Wir bemerken unwillkürlich, dass beim gerade erörtertem Ereignis: als die Delegation der Jünger Johannes dem Meister von Nazaret die Frage bezüglich des Fastens gestellt hat, Jesus im Grund genommen nichts neues sagt. Mit Ausnahme offenbar dessen, dass Er in diesem Fall – gleichsam mit einem Hauch seines Sprechens und als ob Er an diese Einzelheit keine besondere Bedeutung knüpfen möchte, zum ersten Mal seine Identität – als Bräutigams darstellt – selbstverständlich Hochzeits-Bräutigam.

Aber Jesus benutzt auch in diesem Fall den Stil der Sprache von sich selbst in dritter Person:
Können die Hochzeitsgäste denn fasten, während der Bräutigam mit ihnen ist?
Solange sie den Bräutigam mithaben, können sie nicht fasten
...” (Mk 2,19).

Niemand hat offenbar irgendein Zweifel, dass diese Rede in dritter Person sich auf niemanden anderen bezieht, d.h. jemanden, der ‘ein Fremder wäre’, sondern dass Jesus in diesem Moment von sich selbst spricht. Darauf weist der unmittelbare Zusammenhang. Es ist unmittelbare Antwort auf den Vorwurf, oder eher die eigenartige Anklage des Meisters von Nazaret, dass weder Er fastet, noch übt Er seine Jünger in die Praxis des Fastens ein. Die Jünger des Johannes nehmen daran deutlich Anstoß. Zu gleicher Zeit finden sie sich gerade deswegen ganz stolz, dass sie mit ihrem Eifer bei der Fasten-Praxis Jesus und seine Jünger überragen.

Jesus ist aber treu der von sich angenommenen Art und Weise der Selbst-Offenbarung. Er sucht nämlich danach, bei den Zuhörern den Denk-Vorgang auszulösen – und dass sie die sich spontan aufdrängenden Schlüsse mutig ziehen. Er spricht zum Menschen als diesem, der am Erschaffungstag mit jenen von uns immer wieder hervorgehobenen drei grundsätzlichen Eigenschaften des Mensch-Seins ausgestattet worden ist: Selbst-Bewusstsein (Verstand), Selbst-Bestimmung (freier Wille), Befähigung die Verantwortung zu unternehmen.
– Diese Vermögen, die für den Menschen als Menschen typisch sind [im Gegensatz zur Welt der Tiere], sind unabtrittbar und unabdingbar. Als die Zweite Person Gottes – ist Er zugleich Schöpfer des Menschen: Mann und Frau – und sein Erlöser: „Alles ist durch Es [durch das Wort: Gott war das Wort: Joh 1,1] geworden, und ohne Es ist nichts geworden, was geworden ist”  (Joh 1,3). Noch mehr, jeder Mensch ist dazu gerufen, ähnlich Ihm zu werden – dem Gottes Sohn. Jesus bewirkt es, dass wir ‘Söhne in Ihm – als dem Sohn’ werden:

„Denn die Er vorher erkannt hat, die hat Er auch vorherbestimmt,
dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein,
damit Er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern ...” (Röm 8,29; s. dazu: Kol 3,10; Eph 1,4ff.; 4,24; 2 Kor 3,18).

Mit anderen Worten, Jesus scheint seine Antwort auf die Anfrage der Jünger Johannes des Täufers folgender zu formulieren:

Sieht ihr nicht, dass sich Meine Jünger Jetztzeit mit Mir freuen?
Sie freuen sich, weil sie sich am Hochzeitstisch um den
Bräutigam sammeln.
Er geht gerade die Ehe ein: Er ist mit seiner Braut.
Hier gibt es Hochzeit!


Wenn Hochzeit, soll man ‘sich ... am Essen freuen’
(1 Kor 5,8).
Man kann unmöglich bei der Hochzeit da sein
und zu gleicher Zeit fasten


Allerdings nehmt nicht allzu großen Anstoß !
Meine Jünger beginnen zu fasten.
Es kommt die Zeit, wann man ihnen den Bräutigam nimmt.
Dann, an jenem Tag – werden sie fasten
.

Man dürfte fragen: Was hat diese Delegation der Jünger Johannes des Täufers von Jesu Erklärung verstanden? Und auch: was von diesen Worten ihres Meisters die seine Jünger selbst verstanden haben? Jesus beruft sich hier einmal mehr auf die Fähigkeit, ‘denken zu können’ und Schlüsse ziehen zu verstehen.

So handelte Er übrigens wiederholt auch in anderen Umständen. Und sei es auch nach der Heilung des Blinden, den die Rabbiner exkommuniziert haben, als ihm Jesus von neuem begegnet hat und fragte: „Glaubst du an den Menschen-Sohn(Joh 9,35). Auch in diesem Fall sprach Jesus von sich in dritter Person.

Oder als Er nach dem Letzten Abendmahl den Aposteln sagte: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott – und glaubt an Mich! Im Haus Meines Vaters gibt es viele Wohnungen ...” (Joh 14,1f.).

Jesus provoziert die Apostel, dass sie an Ihn als Gott glauben. Man kann doch nur an Gott ‘glauben’. Hier fügt Jesus ermutigend hinzu: „Glaubt auch an Mich”. Wenn Er an sich zu ‘glauben’ heißt, bedeutet das, dass der Glaube seinen Grund darin habt, dass Er eben Gott – IST, also nicht nur Mensch.
– Und doch, Jesus sagt in diesem Moment keinesfalls direkt einen so formulierten Satz: „Ich bin Gott”. Er benutzt also die Selbst-offenbarende Funktion der menschlichen Sprache nicht, weil Er nicht auf das Sprechen von sich in erster Person übergeht.

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Am Montag, dem 4. April (2005) hat das Kollegium der Kardinäle entschieden, dass die Beerdigung im Vatikan am Freitag, dem 8. April, um 10.00 Uhr stattfindet. - Um 17.00 Uhr wurde in Anwesenheit vieler Tausende Gläubigen der Leib Johannes Paul II. im feierlichen Kondukt prozessionsmäßig vom Klementiner-Saal in die Basilika des Hl. Petrus hinübergebracht. -- Mittwoch, der 6.April. In gigantischer, 3 km langer Schlange haben sich etwa ein anderthalb Million Leute zur Basilika St.Petrus gestellt, um die letzte Ehre Johannes Paul II. zu huldigen. Um 22.00 haben die Behörden von Rom entschlossen, die Schlange zu schliesen, in der die Pilger selbst 16 Stunden gewartet haben. Über die Ordnung wachten 15 Tausend Italienische Soldaten und Polizisten, über 1000 Ärzte, 10 Tausend Volontarier: sie ordneten den Verkehr und teilten Wasserbehälter aus: ca. 800 Taus. Liter. -- Es kam der 7. April, Donnerstag. Der Inhalt des Testaments wurde veröffentlicht, den der Heilige Vater polnisch schon 1979 geschrieben hat. - In Kraków fand der Weiße Marsch der Dankbarkeit statt: vom Hauptrink nach den Großen Wiesen, wo eine Heilige Messe gefeiert wurde (Bisch. Józef Guzdek; die Heilige Messe bestellt im Namen ganz Kraków vom Präsidenten der Stadt). Es nahmen an ihr 1 Million Personen teil. In ganz Polen zündete man um 21.00 Uhr ewige Feuer an. - Ähnliche Gebete und Heilige Messe wurden beinahe in allen Ländern gehalten. Es beteten nicht nur Katholiken, sondern auch Gläubige anderer Bekenntnisse, und auch Bekenner anderer Religionen.

Offenbar es kommt vor, dass Jesus trotz allem von sich in erster Person sprechen wird. So lautet z.B. sein Wort:

Ich bin die Auferstehung und das Leben ...” (Joh 11,25);
Ich bin der Gute Hirt ...” (Joh 10,11);
Ich bin der Weg und die Wahrheit, und das Leben ...” (Joh 14,6).

Es sind dann ganz ausnahmslose Bekenntnisse – die zugleich ausnahmslos wichtig sind.

Wir stellen immer wieder fest: Jesus war bei seinen anspruchsvollen Auftretungen nicht ‘leicht’. Auch seine Lehre konnte gar nicht leicht verstanden werden. Er löste bei den Zuhörern ein engagiertes Denken heraus, aber selbst übermittelte er die Inhalte vom Reich Gottes, indem Er gern die Redeweise der Allegorie und Analogie gebrauchte.

Die Zuhörer sollten erraten, worüber Er spricht. Die Leute der damaligen Zeiten waren wohl ‘von Geburt an’ auf Erraten und Umdeutung der Sprache der Allegorie und Metapher eingestellt, was ihr Verständnis angeht. Es gab auch keine Multimedien, die die Haltung der Passivität bei der Wahrnehmung der Wirklichkeit begünstigten. Die Leute waren schlechterdings auf ständige Übung des Gedächtnisses angewiesen.
– Da sie aber vielen Umgang mit der Natur gepflegt haben, eventuell mit Zuchtvieh, waren sie in Rede sparsam, aber dafür waren sie geistreiche Beobachter der umgebenden Ereignisse. Wenn sich Jesus wiederholt auf Beispiele berief, die Er von der Natur, bzw. von Ereignissen schöpfte, die Ihm als Rohstoff zum Spinnen der Metapher und Allegorien dienten, rechnete Er auf das Auffassungsvermögen der damaligen Gesellschaft.

So kommt aber nur umso klarer die Frage auf: wonach sollten die Zuhörer Jesu erkennen, dass Jesus Bräutigam ist? Oder mehr präzise: Worüber sollten seine Zuhörer denken, wenn Er zu ihnen sprach, Er wäre ... Bräutigam? Die äußere Beobachtung seines Lebens ließ mit nichts irgendwelchen Verdacht aufkommen, in seinem Leben sollte in Kürze die Ehe geschlossen werden.

In den bisherigen Erwägungen haben wir nicht wenige Gelegenheiten gehabt, über die Rückwirkungen der Umgebung auf die Auftritte Jesu nachzudenken. Seine Auftretungen waren wiederholt nicht herkömmlich, des Öfteren waren sie ganz kontrovers und selbst aufregend, für die damals angenommene ‘Theologie’ höchstgradig anstoßend und entrüstend.
– Und doch Er strahlte mit ungemeiner Überzeugungskraft und Rechtschaffenheit seines Charakters. Er verblüffte mit seinen Aussagen und verrichteten Taten, die unmöglich einem gewöhnlichen Menschen zugeschrieben werden konnten (s. ob.: Jesus als der Berufende – und die ganze weitere Folge dieses Abschnitts).

Die Menschenscharen bewunderten seinen Mut und seine Radikalität, allerdings nicht selten waren sie mit dem Inhalt dessen, was aus seinem Mund, voller Macht und unerschütterlicher Autorität hervorkam, zutiefst entsetzt und erschrocken.
– So pflegte es besonders dann zu sein, wenn Er sich deutlich der Lehre der bisherigen geistigen Führer des Volkes widersetzte: der ‘Gesetzeslehrern’ und den Pharisäern, die seiner Meinung nach des Öfteren den in den Geboten Gottes enthaltenen Gedanken entstellt haben.
So war es u.a. bei seinen Auftritten in der Eigenart: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ... – Ich aber sage euch ...” (Mt 5,21-48), usw.

Auf diesem Hintergrund kommt umso mehr die oben verdeutlichte Frage auf: Was sollten diejenigen entgegenhalten, die gerade seine Aussage gehört haben: „Können die Hochzeitsgäste denn fasten, während der Bräutigam mit ihnen ist? Solange sie den Bräutigam mithaben, können sie nicht fasten ...” (Mk 2,19).
– Es war klar, Jesus sprach von sich als dem ‘Bräutigam’, dagegen von den Aposteln und den übrigen Jüngern als von ‘Hochzeitsgästen’.

Es ist nicht schwer diese Zuhörer Jesu zu verstehen, die über Jesus so extreme Meinungen geäußert haben, wie diese, die der Hl. Johannes der Evangelist notiert, und die Jesus sehr ‘weh tun’ mussten:

„Es entstand wieder ein Zwiespalt unter den Juden dieser Worte wegen [Jesus vom Vater – und Hingabe seines Lebens]. Viele aber von ihnen sagten: ‘Er hat einen Dämon und ist von Sinnen. Was hört ihr Ihn?’ Andere sagten:‘Diese Reden sind nicht die eines Besessenen. Kann etwa ein Dämon der Blinden Augen öffnen?’ [Anspielung an das Wunder des geheilten Blinden ab Geburt: Joh 9] ...” (Joh 10,20f.).

Die Mengen, die Jesus hörten, waren sich bewusst, dass Jesus dauernd nicht so sehr von irdischen Dingen spricht, sondern von Himmlischen, bzw. vom Reich Gottes. Man war sich bewusst, dass Er die Inhalte, die Er mit dem Mund aussprach, nachher mit Taten bestätigte, die Johannes der Evangelist als „Zeichen” [gr.: seméion – Zeichen das die geistige Wirklichkeit besagt, z.B.: Joh 2,11.23; 3,2; 4,54; usw.] zu bezeichnen pflegte.

Wie oft hat das Jesus mit Nachdruck wiederholt, indem Er jene vielen beachtete, die beständig zweifelten, oder auch nicht den Mut gehabt haben, den spontan aufkommenden Schluss bezüglich seiner Gottheit zu ziehen. So war es u.a. gegen das Ende seiner Rede vom Guten Hirten und seiner Einheit mit dem Vater: „Ich und der Vater sind eins” (Joh 10,30), als die Juden Ihn auf der Stelle steinigen wollten. Jesus hat seine Apologie mit den Worten beendet:

„... ‘Wenn Ich nicht die Werke Meines Vaters tue, dann glaubt Mir nicht!
Wenn Ich sie aber tue, ihr Mir aber nicht glauben wollt, so glaubt den Werken,
damit ihr einseht und erkennt, dass der Vater in Mir ist und dass Ich im Vater bin’.
Da suchten sie abermals, Ihn festzunehmen, doch Er entging ihren Händen” (Joh 10,37ff.).

In der Tat, Jesus bewies wiederholt mit Wundern, die Er nicht zur Schau getan hat, sondern um bei den Zuhörern den Akt des Glaubens-Anvertrauens auszulösen, dass Er so weit Gottes Sohn ist, dass Er ein Eins mit seinem Vater bildet.

Es ist wahr, das von uns gerade erwogene Ereignis: die Delegation der Jünger Johannes in Frage des Fastens, fand in der Anfangsphase der Lehre Jesu statt. Dennoch Jesus hat ab Anfang an seiner öffentlichen Tätigkeit seine Glaubwürdigkeit mit Wundern bestätigt, angefangen vom ‘Zeichen’ der Umwandlung einer riesigen Menge Wasser in Wein in Kana von Galiläa (Joh 2,2ff; es war im Spiel insgesamt Wasser von ca. 400-600 Liter).

Die Kunde von jedem weiteren von Ihm verrichteten Wunder verbreitete sich blitzschnell im ganzen Land, z.B. davon, wie Er auf dem aufgewühlten Meer wie am Lande ging (Joh 6,19; vgl. Mt 14,22; Mk 6,45), das Brot vermehrte (Joh 6,5-15; Mt 14,14-21; Mk 6,34-44; Lk 9,11-17), wenn man schon die von Ihm vollbrachten Wunder einer plötzlichen völligen Heilung übergeht, eventuell den Nachlass der Sünden, d.h. Sache, die zur Zuständigkeit Gottes allein gehört hat, die Er aber mit an der Stelle verrichtetem Wunder bestätigte (z.B.: Lk 5,17-25.23f.).

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d. Hochzeit des Bräutigams und die Vermählung der Braut

Hat also Jesus angesichts der Jünger Johannes des Täufers bekannt, er wäre ‘Bräutigam’, der gerade seine Vermählung erlebt, konnte dahinter nur eine Bedeutung auf dem Spiel stehen:

(0,2 kB)  Jesus stellt die Weiterfolge dar der zahlreichen alttestamentlichen Vertrautheiten Gottes von seiner Bräutlichen Liebe zu seinem Volk, das mit Vorliebe als die „Tochter Zion, Jungfrau Tochter Jerusalem” bezeichnet wurde. Es konnte schwer irgendwelche andere Deutung betreffs seiner eindeutigen Ausdrucksweise von sich Selbst angenommen werden.

(0,2 kB)  Einzig auch solches Verständnis seiner Worte konnte die Tatsache erklären, warum seine Jünger zurzeit gerade kein Fasten unternehmen.

(0,13 kB)  Jesus versteht seinen Status als gerade es erlebenden Bräutigams sehr ernst. Er lässt keinen Zweifel darüber, dass die von Ihm unternommene öffentliche Tätigkeit im zwar metaphorisch-allegorischen-analogischen Sinn, und doch – wie es sich mit jedem Tag immer mehr klar zeigt – tödlich reale Zeit der Hochzeit darstellt.

(0,13 kB)  Als Bräutigam vermählt Er sich in dieser Zeit mit der Braut. Sie ist das Neue Israel. Braut ist hier nicht dieses Israel, das mit biologischen Banden mit Patriarchen des Volkes verbunden ist. Johannes der Täufer sprach nachdrucksvoll: „... Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken” (Lk 3,8).

(0,13 kB)  Braut ist das Israel, das mit Abraham mit demselben Glauben verbunden ist. Denn diesen allen, die das Wort Gottes annehmen, d.h. Jesus, der Wort Gottes IST – das Fleisch geworden ist, gab das-Wort-der-Sohn:

„... Die Macht, Kinder Gottes zu werden, denen,
die an seinen Namen glauben [an den-Sohn-das-Wort],
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches,
nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind” (Joh 1,12f.).

Es bleibt das Rätsel, ob und wie viel Zuhörer die vom Sohn Gottes, Jesus Christus, ausgedruckten Worte – auf solche Weise begriffen haben.

(0,2 kB)  Auch uns wäre es ungemein schwer irgendeinen realen Schluss von der Rede Jesu zu ziehen. Denn auch heute, trotz verwundernden Ergründungen des Depositums der Offenbarung und der ständigen Tätigkeit des Heiligen Geistes, der das Volk Gottes systematisch „in das Verständnis der Wahrheit-Treue der Offenbarung einführt” (vgl. Joh 16,13; DV 8d), gibt es nicht allzu viele Verkünder des Wortes Gottes, die den Mut holen würden, Erwägungen über Jesus Christus als den Bräutigam zu entwickeln, der sich mit der Braut – der Kirche, und jeder einzelnen Person vermählt. Jesus hat sie alle um einen „großen Preis” (1 Kor 6,20) erworben: sein Opfer am Kreuz.

(0,2 kB)  Es ist offenbar klar, dass unsere – und die der Leute der Epoche Christi – menschliche Schwierigkeit, um der von Jesus enthüllten seiner Bräutlichen Liebe zur Kirche und zu jedem einzelnen Menschen Schritt halten imstande zu sein, keinesfalls bedeutet, dass es diese Bräutlichkeit vonseiten Gottes nicht gibt.

(0,2 kB)  Näher der tatsächlichen Wahrheit ist – wie es scheint – die den Menschen begleitende Empfindung einer totalen Schüchternheit angesichts solcher Gottes ‘Herzensergüsse’.
– Indessen, sollte sich selbst Israel der Jesu-Zeiten – ähnlich wie auch unserer Generation – im höchsten Grad wegen der Bräutlichen Bekenntnisse, die von Gott im Sohn Gottes Jesus sei es zur Kirche, sei es zu jedem einzelnem Menschen gelangen, in großer Verlegenheit finden, ‘schämt sich’ der Sohn Gottes selbst diese seine Liebe zu offenbaren bestimmt nicht.

(0,2 kB)  Wie es sich zeigt, Er bleibt zu dieser Liebe unbeugsam treu – bis zum letzten Tropfen seines Göttlich-Menschlichen Blutes am Kreuz. Dort erfolgt der Akt der definitiven und von nun an unabtrittbaren Vermählung mit der Kirche und jedem Menschen: Mann und Frau.

Jesus lässt keinen Zweifel betreffs dessen über, Wie sich seine tatsächliche Vermählung mit der ‘Braut’, deren Er – Bräutigam ist, abspielt. Auch hier führt Jesus nur den alttestamentlichen ‘Faden’ hinsichtlich des Dieners Jahwéhs weiter, der Sühneopfer für die menschlichen Sünden werden wird:

„Durch Gewalt und Gericht wurde Er ergriffen:
wer kümmert sich um seinen Rechtsfall?
Er wurde herausgerissen aus dem Land der Lebendigen:
wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen ...
Jahwéh gefiel es, Ihn durch Leiden zu zermalmen.
Wenn Er sein Leben als Schuldopfer hingibt,
wird Er Nachkommen sehen und viele Lebenstage
und der Plan Jahwéhs wird durch seine Hand gelingen ...” (Jes 53,8ff.).


Einmal mehr sehen wir, dass Jesus sich in seiner Antwort an die Delegation von Johannes den Täufer nicht direkt von der Ihn erwartenden Erlösungs-Passion ausdrückt.
– Andere Sache, ihre Frage galt nicht so sehr für die weitere Zukunft Jesu, noch seiner Jünger, vielmehr es ging ihnen um die Frage des ‘Fastens’. Daher knüpft Jesus in seiner Antwort allein auf jenes ‘Fasten’ an. Trotzdem sollte diese Antwort damals viel zum Nachdenken schaffen.

Jesus stellt vor den Fragenden fest, dass seine Jünger zurzeit in der Nähe zu Ihm als dem Bräutigam – die Zeit des Hochzeits-Mahls erleben. Das Feiern und die Freude, mit der sich ein Hochzeitsmahl kennzeichnet – kann mit gleichzeitig unternommenem Fasten unmöglich vereinbart werden. Diese Feststellung fasst Jesus zuerst in Form eines Frage-Satzes, wonach Er dieselbe Antwort in negative Form aufgreift:

„... Können die Hochzeitsgäste denn fasten, während der Bräutigam mit ihnen ist?
– Solange sie den Bräutigam mithaben, können sie nicht fasten” (Mk 2,19).

Erst jetzt ergänzt Jesus die Frage des ‘Fastens’ mit ganz neuer Feststellung, die die weitere Zukunft seiner Jünger, und offenbar umso mehr seine eigene betrifft. Jesus sagt nämlich:

„... Es werden aber Tage kommen, da ihnen der Bräutigam genommen wird.
Dann werden sie fasten an jenem Tag ...” (Mk 2,20).

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Am 8.April 2005, um 8.00 Uhr wurde die Beerdigungs-Zeremonie in der Basilika des Hl. Petrus mit Teilnahme der strikt bestimmten Gruppe von Kardinälen und der nächsten Mitarbeiter des Papstes zelebriert: das Gesicht des Papstes wurde im Sarg mit einem weißen, seidenen Schleier bedeckt. Der Leib wurde in einen schlichten Zypressensarg gelegt, geschmückt nur mit dem Päpstlichen Wappen. Hineingelegt wurden Gedenk-Medaillen, geprägt in der Zeit seines Pontifikates. Es wurde auch ein versiegelter Notarial-Akt mit kurzem latein geschriebenem Lebenslauf hineingelegt. Der Sarg wurde dann in einer Prozession von Kardinälen von der Basilika herausgebracht und auf einen Teppich unmittelbar auf der Erde gestellt. Auf den Sarg hat Präl. Krajewski Konrad (Zeremoniar von Johannes Paul II.) die geöffnete Heilige Schrift gelegt. Da es aber sehr windig war, begannen sich die Seiten umzuschlagen, bis sich die Heilige Schrift zuletzt im heftigen Wind, samt dem Buchumschlag ganz zugemacht hat. Man kann das auf den hier beigefügten Bildern beobachten. Bei dem vor dem Altar ruhenden Sarg stand der Oster-Leuchter, dagegen von der rechten Seite des Sarges - bei dem Altar, ein großes Kreuz.

Es sind prophetische Worte. Sie erfahren in Kürze eine wörtliche Erfüllung in Form der zunehmenden Überwachung jedes Auftritts Jesu. Diese wird seine Verurteilung und Ermordung herbeiführen – in der Majestät des absichtlich entstellten ‘Gesetzes’.
– Diese Worte sind aber vor allem mit der Tiefe des theologischen Erlösungs-Inhalts durchdrungen.

Jesus wendet sich in dieser Weile an die Delegation der Jünger Johannes des Täufers, die daran Anstoß empfanden, dass die sich in Nähe von Ihm als dem ‘Bräutigam’ sammelnden seine Jünger und Menschenscharen – eine Freude erleben.
– Diese Jünger mussten nur allzu gut merken, was ihr Meister – Johannes der Täufer, gerade von Jesus sprach. Die Leute aber der damaligen Zeiten haben ein vortreffliches Gedächtnis gehabt, so dass man sie nicht wegen einer Lücke-im-Gedächtnis mit Bezug auf Ereignisse und Aussagen, die vor unlängst stattgefunden haben, anklagen konnte.

Das bedeutet, dass diese Jünger Johannes des Täufers unmöglich nicht die Worte des Zeugnisses merken konnten, die ihr Meister von Jesus abgelegt hat. Die Worte seines Zeugnisses haben wir schon ausführlich besprochen (s. ob.: Johannes der Täufer von seinem Erhabenen Verwandten: Jesus, dem Sohn Gottes). Sie haben die drei wesentlichen Feststellungen über Jesus beinhaltet:

(0,3 kB)  Jesus ist „Messias” (Joh 3,28; 1,26f.);

(0,3 kB)  Jesus ist „Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt” (Joh 1,29);

(0,3 kB)  Jesus ist „Bräutigam” (Joh 3,29).

Johannes bezeichnet seine Rolle betreffs Jesus als „Freund des Bräutigams”. Den Johannes binden also mit Jesus Bande der nahesten Freundschaft und des bevorzugten Anvertrauens, wenn Er – Jesus, ihn für sich auserwählt hat, dass er die sensible Funktion des ‘Freundes des Bräutigams’  auf sich nimmt.

Das bedeutet aber zugleich, dass Jesus nur genau dasselbe bestätigt hat, was von Ihm schon Johannes der Täufer als Zeugnis gesagt hat.

(0,3 kB)  Folgerichtig: Die Delegation der Jünger Johannes des Täufers musste nicht mehr ‘von neuem’ die Worte auseinanderlegen, die Jesus in Antwort auf die von ihnen Frage betreffs des ‘Fastens’ gesagt hat.

(0,3 kB)  Jesus stellt nur deutlich fest – vor ihnen, aber auch den eigenen Jüngern und anderen umgebenden Zuhörern, dass Er tatsächlich der „Bräutigam”  IST. Jesus rüttelt nicht nur keineswegs am Zeugnis Johannes des Täufers, sondern bestätigt es und akzeptiert es völlig.

(0,3 kB)  Er bekennt offen – auch wenn Er es mit der Redeweise von sich in dritter Person spricht, dass Er tatsächlich der ‘Bräutigam’ d.h. der zur Vermählung bereit Stehende – ist. Er anerkennt und bestätigt die Situation der gerade erlebten ‘Hochzeit’, oder eher des ‘Hochzeitsmahls’.

(0,3 kB)  Er stellt endlich fest, dass die gerade erlebte Zeitphase des ‘Hochzeitsmahles’ zugleich bindende Erklärung der Freudehaltung bei den um Ihn sich sammelnden Jüngern darstellt, die diese ‘Hochzeits-Woche’  voller Freude erleben.

Zuletzt fügt aber Jesus bemerkenswerte Worte bezüglich dessen, dass diese Zeitphase der ‘Hochzeitsstimmung’ in seiner Nähe als des ‘Bräutigams’ allmählich zu Ende geht:

„Es werden aber Tage kommen,
da ihnen der Bräutigam genommen wird.
Dann werden sie fasten an jenem Tag ...” (Mk 2,20).

Diese Worte sollten in ihrem unmittelbaren Klanglaut die angekommenen Jünger Johannes des Täufers beruhigen. Sie selbst fanden sich wohl in ihrer Haltung allzu selbstsicher. Es schien ihnen, sie überhöhten die Jünger Jesu entschieden – und Ihn selbst in Frage des ‘Fastens’, das sie gerade diese Tage hindurch erlebten: „Die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten gerade. Da kamen einige und sagten zu Ihm ...” (Mk 2,18).

Allerdings Jesus reicht mit seiner Aussage zweifelsohne bedeutend weiter hin. Er wusste mit Gewissheit des Gottes und menschlichen Wissens, dass die „Seine Stunde” mit Meilenschritten herannaht: die Stunde seines Ruhmes-vom-Kreuz. Es wird die Stunde der Erlösung sein: der Erfüllung bis zum ‘Jota’ der Sendung, die Ihm zu erfüllen der Himmlische Vater aufgetragen hat: sein persönlicher Vater.

In seinem Nachtgespräch mit Nikodemus, dessen Inhalt (s. Joh 3,1-21) sich zweifelsohne auch im Milieu Johannes des Täufers weit verbreitet hat, hat Jesus darauf mit Worten hingewiesen, die voller Anknüpfungen an nur allzu bekannte alttestamentliche Ankündungen von der ‘Erhöhung der Schlange’ waren. Wer auf diese Schlange blickte, hat die Gesundheit und Heilung wieder gewonnen trotzdem er tödlich gebissen wurde:

„... Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat [s. Num 21,4-9; und: Joh 12,32],
so muss der Menschen-Sohn erhöht werden,
damit jeder, der an Ihn glaubt [Ihm anvertraut: auf Ihm seine Hoffnung legt],
in Ihm – das ewige Leben hat.
Denn so sehr hat Gott [= der Vater] die Welt [Welt der Menschen] geliebt,
dass Er seinen Eingeborenen Sohn dahingegeben hat,
damit jeder, der an Ihn glaubt [Ihm sich ganzen anvertraut],
nicht verlorengehe, sondern ewiges – Leben habe” (Joh 3,14ff.).


In diesem Zusammenhang bekommen ihre eigentliche Bedeutung Worte der Antwort Jesu in Frage des ‘Fastens’, das einmal von seinen Jüngern unternommen werden wird. Die Zeit, die ihnen geschenkt wurde zum Feiern der ‘Hochzeitswoche’ ihres Meisters von Nazaret, der der erwartete sowohl Messias ist, wie auch das Lamm Gottes das die Sünde der Welt hinwegnimmt, und endlich der Bräutigam-vom-Kreuz, der als solcher so klar sowohl vom Johannes dem Täufer angekündigt, wie dann von Jesus selbst als solcher bestätigt wurde, läuft in beschleunigtem Tempo seinem Ende zu. Die Ihm anvertraute, schwer zu erfüllende Sendung der Erlösung des Menschen: Mann und Frau, wird schon in Kürze – durch seine Passion, das Kreuz und den Erlösungs-Tod auf ihm vollbracht, wonach aber die Auferstehung folgt, die Himmelfahrt und die Sendung des Heiligen Geistes der Wahrheit Gottes.
– Erst dann „... kommen Tage, da ihnen der Bräutigam genommen wird. Dann werden sie fasten an jenem Tag ...” (Mk 2,20).

Zur Andeutung dieser baldigen Zukunft wendet Jesus die Worte an: „... kommen Tage, da ihnen der Bräutigam genommen wird ...”. Jesus signalisiert hier die von Ihm erwartete ‘seine Stunde’. Soll die steigende Erwartung dieser „Stunde” Ihn selbst mit Freude, oder Trauer erfüllen?

Er sagte einmal – es war schon in der Stunde seiner Verabschiedung mit den Aposteln – nach dem Letzten Abendmahl:

„Die Frau hat Traurigkeit, wenn sie gebiert, weil ihre Stunde gekommen ist.
Wenn sie aber das Kind geboren hat,
gedenkt sie nicht mehr der Bedrängnis um der Freude willen,
dass ein Mensch in die Welt geboren ist.
Auch ihr nun habt jetzt zwar Traurigkeit.
Aber Ich werde euch wieder sehen, und euer Herz wird sich freuen,
und eure Freude nimmt niemand von euch ...” (Joh 16,21f.).

Diese Worte wurden gleichsam eine Replik der Wirklichkeit, von der Jesus in diesem Augenblick spricht – also seiner Antwort an die Delegation der Jünger Johannes des Täufers. Der Tag jener ‘Trauer’ im Zusammenhang mit der den Bräutigam wartenden seiner Passion und seiner ‘Erhöhung’ auf dem Kreuz, wird zugleich in Göttlich-Menschlicher Bedeutung Vermählung des Bräutigams-vom-Kreuz mit seiner Braut: der Kirche werden.

Es wird Freude sein wegen der Bräutlichen Gabe des Gott-Menschen für seine Geliebte: Gabe der vollbrachten Erlösung. Zu dieser Weile – schaudererregenden, aber voller Gottes und Menschlicher Liebe des Menschen-Sohnes, der zugleich Gottes Sohn ist, schmückt Ihn Gott der Vater mit der Krone – des Märtyrertums und Ehre in Gottes Bedeutung dieses Wortes. Diese Stunde kann in Worte gefasst werden, die vom ‘Hohelied’ geschöpft sind:

„Ihr Töchter Jerusalems, kommt heraus und schaut,
ihr Töchter Zions, König Salomo mit der Krone!
Damit hat ihn seine Mutter gekrönt am Tag seiner Hochzeit,
an dem Tag seiner Herzens-Freude ...” (Hld 3,11).

Das alles erregt Schauder. Und doch, Jesus, der Mystische Bräutigam seiner Kirche: des Menschen als Mann und Frau, bietet in dieser Stunde, unter ertragenen Foltern und seiner äußersten Demütigung in Augen der Welt und des Weltalls – seiner über das eigene Leben Geliebten, die Ihm den schändigenden Tod zufügt, den Tod unter ausgesuchten Foltern – seinen Trau-Ring an.
– Es ist der Neue und Ewige Bund, der niemals verrinnt. Vonseiten Gottes-der-Liebe ist er das urewige Offen-Bleiben für jeden Erlösten um diesen schauderhaften Preis. Der Bräutigam-vom-Kreuz bietet ihn mit seiner höchsten Menschlichen und Gottes Liebe an – zu Gutem – diesem ewigen, seiner Geliebten.

Es ist verständlich, dass an Tagen der gerade erfolgenden Erlösung um so großen Preis, sich den Jüngern reichlich Beweggründe und Gelegenheiten bieten werden, um sich jetzt mit ihren Entsagungen und freiwillig unternommenen Opfern, auch in das Fasten einzuschalten, das mit dem Geist zutiefster, demütiger Dankbarkeit durchdrungen sein wird für die vollbrachte Erlösung und die Möglichkeit, so unwahrscheinlich leicht die Vergebung Gottes für die begangenen Sünden und nicht unternommenen Gottes Gnaden, zu erlangen.

Das Fasten nimmt dann Merkmale des Gebetes der Anbetung, Danksagung, Sühne und der Bitte an. Es wird zu Gott dem Vater durch den Bräutigam der Kirche und einer jeden Seele, durch Jesus Christus – im Heiligen Geist, gerichtet. Jesus sagt dann dazu – im Anschluss an die ‘Trauer’ wegen den gegenwärtig ertragenen Widerwärtigkeiten und der neuerlichen Freude, wenn sich der Bräutigam von neuem mit seinen Geliebten wiedersehen wird:

„Ich werde euch wieder sehen, dann wird euer Herz sich freuen,
und niemand nimmt euch eure Freude.
An jenem Tag werdet ihr Mich nichts mehr fragen.
Amen, amen, Ich sage euch: Was ihr vom Vater erbitten werdet,
das wird Er euch in Meinem Namen geben.
Bis jetzt habt ihr noch nichts in Meinem Namen erbeten.
Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist” (Joh 16,22ff.).

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e. Jesus der Hochzeits-Bräutigam
und die Ehe als Sakrament

Zur Beendung der Erwägung über die Antwort Jesu an die Jünger Johannes des Täufers gehört es sich die Schlüsse zusammen zu ziehen, die davon für das Verständnis der Ehe als Sakramentes der Kirche Christi fließen können.

Wir sehen einmal mehr, dass auch in unserem Fall: der Antwort Jesu auf die Frage, die vom Milieu Johannes des Täufers herkam, das Neue Testament sich in keinen Vortrag über die Ehe als Sakrament umgestaltet. Die erörterte Perikope betraf den Vorwurf, den die Jünger Johannes Jesus und seinen Jüngern gestellt haben, Jesus unternähme die Praktiken des Fastens nicht.

(0,3 kB)  Und doch, auch die Erklärung, die Jesus betreffs des Fastens gegeben hat, enthält Elemente, die unmöglich keine schöpferischen Lösungen für die unternommene Nachsuche über die Ehe als eines der Sakramente der Kirche anbieten.

(0,3 kB)  Unmöglich, dass die Bestätigung vonseiten Jesus, dass Er tatsächlich ‘Bräutigam’ ist, der gerade den ehelichen Bund schließt, kein starkes Licht der Gnade Gottes auf die Ehe in ihrem Verständnis und ihrem Erleben in der von Jesus gegründeten Kirche werfen sollte.

Die erörterten Worte Jesu, in denen Er von sich selbst bekennt, dass Er ‘Bräutigam’ ist, sind gleichbedeutend mit dem Bekenntnis, dass Er – Gott ist. Jesus, der beständig mit Worten und Taten, vor allem aber mit vollbrachten ‘Wundern-Zeichen’ seine Würde als Gottes beweist, ist daselbst ‘Bräutigam’ in nur einer Bedeutung: als Weiterfolge der zahlreichen Vertraulichkeiten Jahwéh’s von seiner Liebe als Bräutlicher Liebe zum Volk seiner besonderen ‘Auserwählung’.

(0,37 kB)  Wenn Gott selbst – in der Person des Fleischgewordenes Sohnes Gottes, nicht zögert, mit der Sprache der Analogie seine Gottes Liebe zum Menschen: Mann und Frau zu bestätigen, indem Er dazu das Bild der Beziehungen, die unter Mann und Frau in ihrem ehelichen Bund bestehen anwendet, kann sich die Ehe in Gottes Augen unmöglich nicht einer besonderen Bevorzugung freuen.

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Allmählich erwachsendes Mädchen aus einer kinderreichen Familie. Was für eine Lebensaufgabe wird ihr der Herr zu erfüllen auftragen? Es gehört sich zu beten - ganze Jahre hindurch, z.B. auch nur 1 Gegrüßet seist Du Maria - täglich, um seinen eigentlichen Lebensweg zu finden und sich im Leben nicht verirren, und vor allem um dem Angebot, den einem jeden der Himmlische Vater entgegenreicht, nicht zu widerstreben. -- Von den Psalmen: Lehre mich, Deinen Willen zu tun, denn Du bis mein Gott. Dein Guter Geist leite mich auf ebenem Pfad ... (Ps 143[142],10).

Es ist unmöglich und unwahrscheinlich, dass die Ehe schon an sich – schon in Kraft ihrer Entstehung als Sakraments der Schöpfung, nicht der Vermittlung dienen sollte – nicht nur der Liebe und des Lebens im irdischen Sinn, sondern auch dieses übernatürlichen. Die Ehe sollte ab ihrem Ur-Anbeginn an der Versichtlichung angesichts des Weltalls dieser Liebe dienen, mit der der Unsichtbare Gott das Geschöpf seiner Vorliebe geliebt hat: den Menschen, den Er in seiner Männlichkeit und Fraulichkeit als das lebendige Ebenbild und Ähnlichkeit Gottes selbst erschaffen hat.

(0,37 kB)  Es ist von vornherein unwahrscheinlich, dass dieser Jesus-der-Bräutigam, der auch im gerade erörterten Text sehr deutlich an die Ihn erwartende ‘seine Stunde’ anknüpft, d.h. die Stunde der Erlösung des Menschen: Mann und Frau, die für die Jünger zu Gelegenheit wird, um von nun an das Fasten zu unternehmen, also aufgrund der Tatsache selbst, dass Er (gemäß der Bezeichnung von Johannes dem Täufer) getötetes Lamm wird, das die Sünde der Welt hinwegnimmt, nicht daselbst die Ehe erhöhen sollte zum Niveau eines der grundsätzlichen Sakramente in der Wirklichkeit des Neuen und Ewigen Bundes.

(0,36 kB)  Denn gerade hier, in der Ehe, soll alles erfolgen, was mit dem Geheimnis der Liebe zusammenhängt.
– Diese Liebe schöpft ihren Quell von Gott-die-Liebe. Diese Liebe hat Gott unbegreiflich teuer ‘gekostet’: die Hingabe-seines-Selbst-ganzen, zu Gutem, diesem Erlösungs-Guten des Menschen, des Geschöpfes seiner Vorliebe. Das geschieht zur Stunde, wenn der Sohn Gottes Jesus Christus zum Bräutlich-ehelichen Bund mit seiner Kirche – am Kreuz wird.
– Erst so bietet Gott-die-Liebe im Sohn Gottes dem Menschen: Mann und Frau – die Kommunion mit eigener Liebe und seinem eigenen Leben an. Als Erlöser und Bräutigam-vom-Kreuz schlägt Jesus Christus dem Menschen ein eigenartiges Zwei-zu-einem-Fleisch vor, das heißt die Vereinigung – in Analogie zu diesem Zwei-zu-einem-Fleisch, wie es in der ehelichen Kommunion von Liebe und Leben erfolgt.

(0,37 kB)  Es schiebt sich die Konklusion auf: Die Ehe ist allzu heilige und heiligende Wirklichkeit, als dass sie in Gottes Augen nicht ein besonderes ‘Kleinod’ sein sollte, bereichert mit der Erlösungs-Passion, aber umso mehr mit Liebe des Schöpfers.
– Diese Schöpfer-Liebe wird für Mann und Frau – ob sie nun im Ehestand leben, oder – der Reihe nach, ohne in das Eheband eingetreten zu sein, Muster dieses Bandes der unbeugsam treuen Liebe, die unwiderruflich auf das Gute ausgerichtet ist – dieses irdische, aber umso mehr das ewige dieses anderen, wie sie im Ehe-Bund bestehen soll, bzw. parallel und unabhängig von der Ehe im konsekrierten Leben der Hingabe an Gott im priesterlichen Zölibat, oder auch im jungfräulichen Leben im Orden.

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3. Apostolische Schriften
über Jesus-dem-Bräutigam

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Nach der Betrachtung ausgewählter Stellen vom Evangelium, die ein Licht auf die Ehe als Sakrament der von Christus gegründeten Kirche zu werfen imstande sind, muss man noch auf die übrigen Schriften des Neuen Testaments unter demselben Blickpunkt hinschauen. Wir werden schon nicht in tiefere Analyse solcher Stellen eindringen, sondern beschränken uns allein darauf, sie anzuführen. Das lässt sich bewusst zu werden, dass die Ehe unmöglich nicht von Anfang an der Entstehung der Kirche Christi als Sakrament anerkannt werden konnte.

Ganz andere Frage ist die Tatsache, dass anfangs selbstverständlich niemand über die Benennung der Wirklichkeit der Ehe mit dem Namen ‘Sakrament’ nachgedacht hat. Es bedarf langer Jahre, und selbst Jahrhunderte, ehe die Theologie das unermessliche Depositum der Offenbarung und Erlösung einzuordnen vermag.
– Erst dann taucht auch die rationell vom selben Depositum ausgesonderte Frage der Ehe als eines der Sakramente auf, die von Christus gegründet und der Kirche zur Verwaltung gegeben worden ist. Das erlaubt diese Eigenschaften der Ehe herauszuschälen, die in ihr Kennzeichen zu erblicken lassen, welche ausschließlich nur den Sakramenten eigen sind – in Unterscheidung zu allen anderen Gütern, die der Kirche ihr Bräutigam-vom-Kreuz als Erbe übriggelassen hat.

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Aus den Apostolischen Briefen
Paulus – des Völker-Apostels

An Christus vermähltes Korinth-Jungfrau (2 Kor 11,2)

Es wurde schon früher in gewissem Moment die kurze, aber sehr charakteristische Aussage des Hl. Paulus von seinem Zweiten Korinther-Brief angeführt (s. ob.: Paulus über Jesus den Bräutigam). Wir wiederholen diesen Satz noch einmal:

„... Ich bin nämlich eifersüchtig auf euch [es schreibt Paulus an die Korinther]
mit Gottes Eifersucht.
Denn ich habe euch einem einzigen Mann verlobt [= dem Christus],
um euch als eine reine Jungfrau Christus zuzuführen ...” (2 Kor 11,2).

Gemäß der zurzeit angenommenen Methodologie werden wir diese Aussage nicht analysieren, sondern lassen sie nur als ‘angeführten’ Text in seiner reinen Beweiskraft sein. Es gehört sich höchstens zuzufügen, dass diese Aussage sich im Zusammenhang der Apologie des Völkerapostels Paulus vor den Korinthern befindet.

Der Apostel stellt fest, dass auch sie – nach so vielen anderen Gemeinden, sich von einer entstellten Evangelisation betören ließen. Sie wird grundsätzlich von sog. ‘Judaisierenden’ vorgenommen. Diese redeten jenen, die Jünger Christi geworden sind, ein, sie müssten sich zuerst der Beschneidung unterziehen und das Gesetz Mose annehmen, um erst so auch den Glauben an Jesus Christus anzunehmen (s. dazu kräftige Worte des Paulus an die Galater: Gal 1,6ff.).
– Oder auch der Apostel denkt hier an alle jene, die sich selbst als „große Apostel” (2 Kor 12,11) nennen, und an seiner Autorität als des Völker-Apostels zu rütteln suchten.

Wichtig von unserem Gesichtspunkt aus ist das nächste, mit Empfinden um die Wahrheit der Offenbarung übermittelte Wort Gottes der ‘Guten Botschaft’, dass Jesus der „Mann-Bräutigam” seiner Kirche ist – in diesem Fall in seinem Teil: der Kirche die in Korinth gegründet worden ist. Paulus hat in diesem Fall die Rolle gleichsam des ‘Freundes des Bräutigams’ erfüllt. Seine Aufgabe war es u.a. den Bräutigam zur Braut herbeizuführen.

Ähnlich wie Johannes der Täufer, hat Paulus alles getan, „... um euch als eine reine Jungfrau Christus zuzuführen”. Früher hat er schon zur glücklichen ‘Vermählung’ Christi mit diesem Teil der Kirche: Korinth, herbeigetragen: „... Ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als eine reine Jungfrau Christus zuzuführen ...” (2 Kor 11,2).

Paulus knüpft an diese Feststellung des Glaubens an als etwas vortrefflich gut Bekanntes und findet keine Notwendigkeit, diese Hinsicht des Depositums der Offenbarung noch zu beweisen. Deswegen schreibt er diesen seinen Brief – wahrscheinlich gegen das Ende des Jahres 57, als er in einer der Städte in Mazedonien weilte. Es geschah also im Rahmen seiner dritten, längsten Missionsreise (53-58), als er schon Ephesus verlassen hat. Die Glaubens-Überzeugung über Jesus als den Bräutigam-vom-Kreuz musste demnach in dieser Zeit gut eingewurzelt sein. Ab dem Erlösungstod Christi sind es damals nicht ganze 30 Jahre verlaufen.

Vermählung ‘im Herrn’ (1 Kor 7,39)

Ein anderer, ungemein wichtiger Text bei Paulus, was die Eheschließung betrifft, gilt von seiner Bemerkung am Ende des 7. Kapitels des Ersten Korinther-Briefes. Dieses Kapitel ist ganz der Problematik der Ehe und Jungfräulichkeit gewidmet, wie auch der wiederholten Eheschließung für den Fall, wenn einer der Ehegatten gestorben ist.
– In solchem Zusammenhang lesen wir die Worte:

„... Eine Frau ist gebunden, solange ihr Mann lebt.
Wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei zu heiraten wen sie will,
nur geschehe es im Herrn [gr.: mónon en Kyrío] ...” (1 Kor 7,38f.).

Paulus stellt hier Hinweise sowohl für die Jungfräulichkeit-Ehelosigkeit dar, wie auch für die Ehe, abhängig von betreffenden Umständen. So kommt er zum Fall, wenn einer der Ehegatten gestorben ist.

Der Tod beendet den bisherigen Ehe-Bund. Schon damals waren im geäußerten ehelichen Einverständnis, d.h. in der Formel der Eheschließung, außer Zweifel Worte enthalten, die die viele Jahrhunderte lang bestehende Überlieferung sanktioniert haben: „Ich gelobe dir Liebe, Treue, eheliche Ehrlichkeit, und dass ich dich nicht verlasse, bis uns der Tod trennt ...”. Der Tod löst die geschlossene Ehe.

Möchte dann sei es die Witwe oder der Witwer eine neuerliche Ehe schließen, dürfen sie es tun – aber unter der Bedingung, dass die neue Ehe „im Herrn” erfolgt.
– Diese Bemerkung betrifft zweifelsohne die ethische Seite der Ehe, aber umso mehr den Begriff der Ehe von dogmatischer Seite her. Sollte die Eheschließung oder auch die Nicht-Bindung mit Ehe eine rein weltliche Angelegenheit bilden, würde die Bemerkung des Hl. Paulus keinen Sinn haben. Hebt er aber mit großem Nachdruck die grundsätzliche Voraussetzung der Ehe, dass sie „im Herrn” geschlossen wird, ist es klar, dass die Ehe als gesellschaftliche Institution zu gleicher Zeit die grundlegende Institution der Kirche Christi, oder genauer: Christi selbst darstellt. Anders können die hier angewandten griechischen Worte nicht verstanden werden: „... nur geschehe es im Herrn(griech.): mónon en Kyrío” (1 Kor 7,39).

Mit anderen Worten, die christliche Ehe hängt direkt mit Christus als Gott zusammen. Denn solche Bedeutung hat der an Jesus angewandte Titel angenommen: ‘Kýrios’. Er bedeutete vom Anfang an eindeutig: Herr als Gott – Übersetzung des alttestamentlichen ‘Jahwéh’ [= Er IST], eventuell ‘Adonaj’ [Herr].

Erklärung zu solcher Deutung der Ehe – schon in Anfängen selbst, als die Kirche da zu sein begonnen hat, kann nur eines sein: die Ehe wurde von Anfang an der Kirche als das anerkannt, was die spätere Theologie genauer als eines der Sakramente der Kirche Christi bezeichnet hat. Es geht in diesem Fall um die Jahre 51-52. Damals hat Paulus die Christliche Gemeinde in Korinth gegründet. Damals musste er auch den dort lebenden, die an Christus geglaubt haben, die Bedingungen für die Eheschließung in Neutestamentlicher Sicht auslegen.
– Selbst aber das hier angeführte Fragment aus seinem Ersten Brief an die Korinther hat Paulus in Ephesus geschrieben, wo er längere Zeit im Rahmen seiner dritten Missions-Reise weilte (Jahre 53-58).

Ehrachtung angesichts der Ehe (Hebr 13,4)

Es wäre schwer nicht den bündig gefassten Hinweis vom letzten Kapitel des Briefes an die Hebräer zu erwähnen. Der Verfasser des Briefes – der Hl. Paulus, ergreift hier im parenetischen Teil dieses dogmatischen Briefes eine Reihe von Ermahnungen, die zur Gestaltung des Lebens für den Alltag nach Grundsätzen des Neuen Bundes dienen sollen, der mit „Besprengung mit Blut sanktioniert wurde, das lauter spricht als das Blut von Abel” (Hebr 12,24) .

In solchem Zusammenhang schlägt Paulus eine Handvoll schöpferische Räten vor, die bei der Umsetzung der Lebensweise nach dem Evangelium Christi erleichtern können. Er ermutigt, in „brüderlicher Liebe” zu verharren (Hebr 13,1), empfiehlt das Gedenken an die Gefangenen und die Leidenden – nach der Weisung des Bildes vom Jüngsten Gericht, das in erster Linie Gericht von der im Alltag erwiesenen Nächstenliebe ‘um Christi willen’ sein wird (s. Mt 25,31-46).

In diesem Zusammenhang geht er an Hinweisungen betreffs des Lebens in Ehe über:

„Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden,
und das Ehebett bleibe unbefleckt,
denn die Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten” (Hebr 13,4).

Es ist unvorstellbar, dass Paulus hier die Ehe als nur weltliche Institution betrachten sollte.

Die vom Autor des Briefes angewandte Bezeichnung „Ehe: [gr.:] gámos” bedeutet ‘Hochzeit, Fest der Eheschließung zwischen Mann und Frau’.
– Dieselbe Bezeichnung wird vom Hl. Johannes dem Apostel im Buch der Offenbarung mit Bezug auf die „Hochzeit des Lammes”  angewandt (Offb 19,7.9).
– Dieselbe Bezeichnung wird aber auch von den Evangelien in Gleichnissen Jesu von der Ehe und Hochzeit angewandt (Mt 22,2ff.; 25,1ff.) – in Weiterführung der Bräutlichen Beziehungen Jahwéh zu Israel (Jes 54,4ff.; Ez 16,7f.; Hos 2,19), übertragen in die Wirklichkeit jetzt schon des Neuen und Ewigen Bundes: auf Jesus, den Messias-Bräutigam-das-Lamm – gemäß dem Zeugnis Johannes des Täufers (Joh 3,29).

Diese Bezeichnung, die in der griechischen Konstruktion Prädikat ist: „Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden ... – [griech.:] tímios ho gámos” bedeutet: ‘wertvoll, kostbar’. Im Wortschatz des Neuen Testamentes wird es an die Wirklichkeit der Erlösung bezogen.

Gerade diese Bezeichnung wird u.a. auch vom Hl. Petrus angewandt. Er sagt, dass wir durch Christus die Einsicht in das Werk der Erlösung empfangen haben: „Durch die [Erkenntnis Christi] Er uns die kostbaren [gr.: ta tímia ...] und größten Verheißungen geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der Göttlichen Natur werdet” (2 Petr 1,4);
– und noch: „Ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold losgekauft worden seid, ... sondern mit einem kostbaren Blut [gr.: timío hájmati] wie von einem Lamm ohne Fehl und Makel, dem Christi” (1 Petr 1,18f.).

Zuletzt fügt noch der Hl. Paulus zum oben angeführten Wort hinzu:
„Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden ... und das Ehebett bleibe unbefleckt [gr.: kai he koíte amíantos] ...” (Hebr 13,4).
– Das hier vorkommende gr.: ‘koíte’  bedeutet: Bett, ehelicher Verkehr (s. z.B.: Lk 11,7; Röm 9,10; 13,13).
Es handelt sich also um das Erleben der gegenseitigen ehelichen Nähe von Mann und Frau. Es soll sich als „unbefleckt” gestalten – [gr.:] amíantos, d.h.: nicht befleckt, ohne Beschmutzungen, nicht verwelkend.

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Die Mutter-Gans übt ihre Kleinen auf Wasser zu segeln und Nahrung zu finden.

Spricht hier Paulus von „Ehre”, die sich der Ehe gehört, und demzufolge der Verkehr selbst der Gatten unbefleckt sein soll, beruft er sich auf den Preis, den mit Bezug auf die Ehe Jesus gelegt hat, der Erlöser des Menschen: Mann und Frau. Zu diesem Preis wurde sein Blut als des Unbefleckten Lammes: ohne Makel.

Es ist unmöglich, dass der Autor des Briefes an die Hebräer hier die Ehe nur als weltliche Institution betreffs Mann und Frau, die einen ‘rechtlichen Vertrag’ geschlossen haben im Auge hätte, dass diese nämlich von nun an – wohl nur zeitweise – zusammen leben möchten, indem sie dabei eventuell eine Familie schaffen würden.

Paulus zeigt hier unzweideutig, auch wenn nur dem Inhalt nach, auf die Erlösungs-Motivation der Ehe. Das heißt, die Ehe wurde in der Wirklichkeit des Neuen und Ewigen Bundes, den Gott mit der Menschen-Familie im Sohn Gottes Jesus Christus geschlossen hat, auf das Niveau eines der grundsätzlichen Gottes ‘Werkzeuge’ erhoben, über die auf die betreffenden Personen – und ihre Familien – die Schätze der für einen großen, unendlichen Preis vollbrachten Erlösung herabfließen. Solche ‘Werkzeuge der Gnade’, die in Kraft allein ihres Gebrauches wirken, sind eben die Heiligen Sakramente.

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4. Parenetische Bemerkungen bezüglich der Ehe in Briefen
der Apostel

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Es gehört sich jetzt, der Reihe nach, die Aufmerksamkeit noch auf zahlreiche Stellen in Apostolischen Briefen zu lenken, in denen unmittelbar oder mittelbar von der Ehe gesprochen wird, eventuell mehr allgemein: von Familie und den gegenseitigen Beziehungen der Ehegatten und Eheleute-Eltern und Kinder. Auch hier werden wir solche wichtigeren Stellen nur signalisieren, ohne eine eingehendere Analyse ihres dogmatischen und ethischen Inhalts zu unternehmen.

Erwähnungen von Ehe und Familie in der Apostelgeschichte von Lukas

Bei seinem ersten Apostolischen Auftritt am Tage der Sendung des Heiligen Geistes erwähnt der Hl. Petrus, der erste Vertreter Christi auf Erden, u.a. die Ehe und Familie. Das Werk der Erlösung, das Jesus durch seinen Tod am Kreuz und die Auferstehung vollbracht hat, ist deutlich an sie als die Erben des bisherigen Bundes zwischen Gott und dem von Ihm erworbenen Volk gerichtet:

„... Sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: ‘Was sollen wir tun, ihr Brüder?’
Petrus aber sprach zu ihnen: ‘Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.
– Denn Euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird” (Apg 2,37ff.).

Die Apostelgeschichte erwähnt ein Ehepaar, und zwar die Eheleuten Hananias und Saphira. Sie haben eine Geldgabe zu Füßen der Apostel hingelegt, sie aber in irregeführt, es handelte sich um das Gesamte des errungenen Gewinnes vom verkauften Besitztum (s. Apg 5,1-11). Sie waren von niemandem verpflichtet solches Opfer darzubieten. Ihre Lüge hatte ein dramatisches Finale erfahren.

Von einem anderen Ehepaar, das zugleich intensiv in das missionarische Ausmaß der Ehe engagiert war, erzählt Lukas in seinem Bericht über Korinth in der schon stark entwickelten Folge seiner Apostelgeschichte. Es handelt sich um das Ehepaar Aquila und seine Frau Priscilla. Sie haben ihr Werk betrieben, und zwar Zelte beruflich produziert (Apg 18,2f.26; 2 Tim 4,19).

Erwähnungen von Eheleuten und Familie beim Hl. Paulus

Eine Reihe Erwähnungen von Ehe und Ethik der ehelichen Beziehungen können im Brief des Hl. Paulus an die Römer gefunden werden.
– Gleich im ersten Kapitel knüpft Paulus an den furchtbaren Sittenverfall an. Er gab sich kund in Form von Entartungen der betriebenen Homosexualität, die direkt die Ehe und Familie zerstört. Paulus beweist, dass ohne Christus sowohl die Juden, als auch die Heiden auf Untergang verurteilt sind. Denn Gott hat in das Herz-Gewissen eines jeden Menschen das sittliche natürliche Gesetz eingeprägt (Röm 1,18-32; 15f.).

Ein wenig weiter knüpft Paulus an die Verpflichtungen der Eheleute an zur gegenseitigen Liebe und ehelichen Treue. Diese Verpflichtung verliert seine Kraft, wenn einer der Eheleute stirbt (Röm 7,2f.). Auch in der weiteren Folge des Briefes knüpft Paulus an die eheliche Ethik an (Röm 13,9.13).

Des Öfteren erwähnt Paulus die Ehe in ihren verschiedenen Hinsichten in seinen beiden Briefen an die Korinther. Der Ehe und ehelichen Ethik, aber anderseits der Frage nach Leben im Zölibat um Gottes willen widmet Paulus seine Aufmerksamkeit vor allem in 1 Kor 7.
– Charakteristisch ist seine Bezeichnung der gegenseitigen Beziehungen zwischen Mann und Frau im Fall, wenn eine von den Seiten an Christus glaubt, dagegen die andere im Heidentum lebt. Hier seine Worte:

„... Den übrigen sage ich, nicht der Herr:
– Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat und sie willigt ein, weiter mit ihm zusammen zu leben, soll er sie nicht verstoßen. Auch eine Frau soll ihren ungläubigen Mann nicht verstoßen, wenn er einwilligt, weiter mit ihr zusammen zu leben. Denn der ungläubige Mann ist durch die Frau geheiligt, und die ungläubige Frau ist durch ihren gläubigen Mann geheiligt. Sonst wären eure Kinder unrein; sie sind aber heilig ...” (1 Kor 7,12f.).

Wir bleiben folgerichtig und dringen in tiefere Analyse der gerade angeführten Texte nicht ein. Es gehört sich nur signalisieren, dass Paulus mit großem Nachdruck die Unauflöslichkeit der Ehe hervorhebt und sie deutlich mit dem „Gebot des Herrn”  verbindet (s. Mt 19,6; 1 Kor 7,12).

Die einzige Ausnahme stellt das gerade erörterte Fragment dar, das allgemein als „Privilegium Paulinum”Paulus-Privileg genannt wird. Sie betrifft den Fall, wenn einer der Eheleute den Glauben an Christus annimmt, dagegen der andere gerade dessentwegen das Leben in Ehe nicht weiterführen will, sondern dann ständige Streitigkeiten unternimmt.

Dagegen im Fall, wenn die heidnische Seite auf eine weitergeführte, friedsam sich gestaltende Kommunion in Leben und Liebe einstimmt, zeigt sich der von der glaubenden Seite ausgeübte Einfluss als Faktor, der dieses Band zu „heiligen” vermag.
– Es ist wahr, die von Paulus angewandte Bezeichnung betreffs der ‘Heiligkeit’ bezieht sich in gewissen Maß auf den Stand der Auserwählung von Gott zum Volk Gottes, und nicht unbedingt auf die Heiligkeit im ethischen Sinn, dennoch parallel zu so begriffener ‘Heiligkeit’ gestaltet sich die heiligende Einwirkung der glaubenden Seite auf diese nicht glaubende durch die Ehe als Versichtlichung der Bräutlichen Liebe Jesu Christi zur Kirche und zu jedem Gläubigen (das ist das Thema vor allem in Eph 5,21-33).

Die Familie, die ihren Anbeginn der so begriffenen Ehe verdankt, tritt daselbst als Bestandteil in die Gesamtheit des Volks Gottes des Neuen und Ewigen Bundes ein.
– Dieser Text wird daselbst zum eigenartigen Zeugnis der Ehe in der Kirche Christi – als institutionellen Werkzeugs der Gnade der Erlösung, also der Wirklichkeit, die im Laufe der Zeit den Namen ‘Sakrament der Ehe’ erwarten wird.


An mehreren Stellen der beiden Briefe an die Korinther spricht Paulus von moralischen Aspekten der Ehe, samt der Aufzählung bei Namen Sünden der Unzucht, von der selbst bei den Heiden nicht gehört wird (1 Kor 5,1).

Besonders ausdrucksvoll in dieser Hinsicht ist die vom Paulus aufgezählte Reihe mehrerer Sünden, die aufgrund ihrer selbst vom Eintritt in das Reich Gottes, d.h. in das ewige Heil ausschließen. In diesem Zusammenhang spricht der Völker-Apostel:

„Wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?
Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige, noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Männer die mit Männern Unzucht treiben, noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.
Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reiniggewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi des Herrn, und im Geist unseres Gottes” (1 Kor 6,9ff.).

Der größte Teil der von Paulus erwähnten Sünden betrifft Entartungen und Sünden im Bereich der Sexualität des Menschen. Der Hl. Paulus hebt aber im zweiten Satz die heiligende Wirkung des Erlösungs-Werks hervor, das durch Jesus Christus vollbracht wurde.

In diesem Zusammenhang ist die gegenseitige Hierarchie der Autorität und Abhängigkeit in der Vertikale Ehefrau-Ehemann-Christus bemerkenswert:

„Ihr sollt aber wissen, dass Christus das Haupt des Mannes ist,
der Mann das Haupt der Frau und Gott – das Haupt Christi ...” (1 Kor 11,3).

Paulus zieht daraus die Folge bezüglich der angenommenen Gewohnheit, dass die Frau mit bedecktem Kopf gehen soll. Dennoch Paulus bemerkt selbst, dass es in diesem Fall kein Befehl Christi ist, sondern es sich um seine Anordnung handelt, d.h. es ist disziplinäre, nicht aber dogmatische Frage (1 Kor 11,16).

Dagegen die wichtigere Frage: der scheinbaren Ungleichheit zwischen Frau und Mann, die in den damaligen Zeiten nach dem Gewohnheitsrecht allgemein herrschte (und in vielen Milieus bis heutzutage kultiviert wird) ist Frage der „gegenseitigen Unterwerfung in der Furcht vor Christus” (Eph 5,21).
– Darüber spricht Paulus deutlich u.a. im Brief an die Kolosser. Er betont ausdrücklich, dass es letztlich um die Unterordnung im „Herrn” geht. Daher geht es nicht nur um die gegenseitigen Beziehungen unter den Ehegatten, sondern auch in Familie (Kol 3,18f.-25).
– Diese Frage wurde von uns schon in den früheren Erwägungen unserer WEB-Site erörtert. Ihre theologische und kulturelle Erklärung hat besonders Johannes Paul II. dargestellt (s. MuD 24; und noch: Eheliche Liebe. S. auch unt.: Neuheit des Evangeliums von der gegenseitigen Unterordnung der Ehegatten [Eph 5,21] – samt den folgenden Erwägungen).

An die gegenseitigen Beziehungen Mann und Frau und die Aufgaben – zumal der Ehefrau bei Gebären von Nachkommenschaft, knüpft die Hl. Paulus in seinem Ersten Brief an Timotheus an (1 Tim 2,8-15; s. auch: 1 Tim 4,3; 5,9.11.14).
– Hier und da kann beim Hl. Paulus eine Erwähnung von der besonderen Rolle gefunden werden, die die Frauen bei der Übermittlung des Glaubens spielen: sei es als Ehefrauen und Mütter, sei es ältere Frauen mit Bezug auf ihre Enkel (z.B.: 2 Tim 1,5).
– Viele gute Räte bezüglich der gegenseitigen Beziehungen im Rahmen der Familie liefert der Hl. Paulus in seinem Brief an Timotheus (1 Tim 2,15; 3,4.12; 5,4.10.14).
– Wertvolle Hinweise betreffs der Gestaltung der ehelichen Liebe und Leben in Familie für den Alltag enthält der Brief des Hl. Paulus an Titus (Tit 2,2-5) und an die Epheser (Eph 6,1-4).

Hinweise für die Gestaltung der ehelichen und Familien-Beziehungen in Briefen des Hl. Petrus

An die Thematik der Ehe und Familie knüpft in seinen Briefen ein paarmal der Hl. Petrus der Apostel an. In einer längeren Ausführung widmet er die Aufmerksamkeit besonders der Rolle der Frau bei der Übermittlung des Glaubens. Er ermutigt die Frauen zugleich zur Bescheidenheit in äußerem Aussehen, um umso schöner und mutiger das Innere in Gottes Augen zu gestalten. Zu gleicher Zeit sollen sie sich von Verhaltensweisen lostrennen, die ihre und Gottes Würde schänden würden (1 Petr 3,1-7; 2 Petr 2,14).

Das Bild der Braut des Gottes Bräutigams im Buch der Offenbarung

Wir stehen endlich vor dem Panorama der Vermählung, das unter dem Anhauch des Heiligen Geistes der Geliebte Jünger Jesu, der Hl. Johannes der Apostel, im Buch der Offenbarung zeichnet.

Auch diese Texte werden wir hier nicht auseinandersetzen, und befriedigen uns allein mit ihrer Signalisierung. Mit der Darstellung jenes Vermählungsfestes Jesu mit seiner Ehefrau – der Kirche, endet das Buch der Offenbarung und daselbst das Gottes-Geschriebene-Wort des Neuen Testaments.
– Diese Beschreibung bildet also gleichsam eine eigenartige Klammer der Darstellung der Ehe als Sakraments der Schöpfung am Ur-Anfang im Genesis-Buch (Gen 2,22ff.) – und der endgültigen ‘Vermählung’, die als Erfüllung der Gottes Bräutlichen Liebe in der Stunde erfolgt, wenn die Zeit ihrem Ende zuläuft.

Hier ein Schnappschuss der Darstellung der Vermählung des Lammes – dieses Getöteten, Geopferten, und doch Lebendigen-Auferstandenen (s. Offb 1,18). Sie folgt auf das Gericht über die „Große Hure, die mit ihrer Unzucht die Erde verdorben hat”  (Offb 19,2).
– Diese Beschreibung betrifft wohl den systematisch sich ereignenden Widerspruch gegen das Werk Gottes der Erlösung. Der Böse, der Gott am Anfang gesagt hat: „Ich werde Dir nicht dienen(s. Jer 2,20), unternimmt nie müde werdende Bemühungen, um die einzelnen Menschen und ganze Völker zur Apostasie von Gott und der Beobachtung des Ersten Gebotes zu verführen. Die Bestrafung der ‘Hure’ drückt sich folgender aus: „Der Rauch [dieser Strafe] steigt auf in alle Ewigkeit” (Offb 19,3).

Erst jetzt kommt die Stimme des Triumphs und des endgültigen Sieges jener, die das Heil erlangt haben:

„... Da hörte ich etwas wie den Ruf einer großen Schar und wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen und wie das Rollen mächtiger Donner, die riefen:
Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allherrscher, hat die Königsherrschaft angetreten.
Wir wollen uns freuen und jubeln, und Ihm die Ehre erweisen.
Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes,
und seine Gemahlin hat sich bereit gemacht. Sie durfte sich kleiden in strahlend reines Leinen’ ...
Jemand sagte zu mir: ‘Schreib auf: Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist!’ ...” (Offb 19,6-9).

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Was ist dieser Affe so neugierig? Untersucht er, mit was für einem Stoff dieser Rock genäht wurde? Oder interessiert ihn etwas anderes bei diesem bunten Rock?

Das Buch der Offenbarung endet mit der Erscheinung des Neuen Jerusalem, das vom Himmel herabsteigt als glänzend geschmückte Braut zur Hochzeit mit dem Lamm. Hier die Vision Johannes vom Buch der Offenbarung:

„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde,
denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.
Ich sah die Heilige Stadt – das Neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen, sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.
Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen:
Siehe, das Zelt Gottes unter den Menschen. Und Er wird in ihrer Mittel wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Er, Gott, mit ihnen, wird ihr ‘Gott-mit-Ihnen’ sein.
Er wird jede Träne von ihren Augen abwischen
... ...
Und es kam einer von den Sieben Engeln ...
Er sagte zu mir: ‘Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes’.
Da entrückte er mich in der Verzückung auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die Heilige Stadt – Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, erfüllt von der Herrlichkeit Gottes ...” (Offb 21,1-4.9f.).

Es folgt die Darstellung der Einzelheiten des Neuen Jerusalems, das herabsteigt vom Himmel als Braut, die zur Hochzeit mit dem Lamm geschmückt ist.
– Preis dieser Vermählung ist das Blut des Lammes. Dank ihm haben ‘unsere Brüder’ – den großen Drachen, Satan, die Alte Schlange „besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und Zeugnis. Sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod” (Offb 12,10f.).
Es sind alle, die „aus der großen Bedrängnis kommen. Sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht”  (Offb 7,14; vgl. 22,14).

Die letzten Worte des Buches der Offenbarung bringen schon nur – im Heiligen Geist – die gegenseitige Sehnsucht der Liebe der Braut, der Kirche, zum Ausdruck – nach der letztlichen Vereinigung mit Jesus – dem-Bräutigam-dem-Lamm:

„... ‘Ich, Jesus, habe Meinen Engel gesandt als Zeugen für das, was die Gemeinden betrifft.
Ich bin die Wurzel und der Stamm Davids, der strahlende Morgenstern’ [a. Jes 11,1.10; Röm 1,3; Num 24,17].
Der Geist [der Heilige Geist: die Dritte Person der Dreifaltigkeit]
und die Braut aber sagen: ‘Komm’ !
Wer hört, der rufe: ‘Komm’ ! ... ...
Er, der dies bezeugt, spricht: ‘Ja, Ich komme bald’
Amen. Komm, Herr Jesus [aramäisch: Marana tha]!
Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen”! (Offb 22,16-21).

Der dreimaligen Vergewisserung Jesus, dass Er ganz sicher kommt, auch wenn die genaue Stunde dieser Ankunft nicht bekannt ist (Offb 22,7.12.20) – entspricht ein ebenfalls dreifaches, erwidertes, voller Zuversicht Gebet der Kirche und eines jeden einzelnen der Erlösten: ‘Komm’ (Offb 22,17[2x].20)!

Die hier vorkommenden letzten Worte der Offenbarung: „Komm, Herr Jesus” (Offb 22,20), sind in das liturgische Gebet der ursprünglichen Kirche eingegangen. Sie lauten aramäisch: „Marana-thá” [Komm, Herr!]. Im aramäischen Wortlaut werden sie vom Hl. Paulus am Ende seines Ersten Briefes an die Korinther (1 Kor 16,22) angeführt.

Wir haben keine Auseinandersetzung der gerade angeführten Aussagen des Gottes-Geschriebenen-Wortes durchgeführt. Aber niemand kann bezweifeln, dass das Wort Gottes selbst, d.h. die Zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, hier seine Vermählung mit der Braut: der Kirche der Erlösten, um den höchsten Preis: des Göttlich-Menschlichen Blutes Jesu Christi, darstellt. Um diesen Preis hat Jesus, der Sohn Gottes und Sohn Mariens zugleich, das „Lamm Gottes zur Hinwegnahme der Sünde der Welt”, jeden einzelnen Menschen erworben: den Menschen als Mann und Frau. Jetztzeit, nachdem Er den zuerst erschaffenen Menschen – erworben hat – schon nicht selbst aufgrund der Erschaffung, sondern umso mehr: seiner Erlösung, vereinigt sich der Sohn Gottes mit jedem der Erlösten wie Mann und Frau im engsten Eins-in-Liebe und Eins-im-selben-Leben ihrer Ehe.

Sollte etwa in dieser Situation die ‘Ehe’ nicht ‘nicht von Anfang an’vor der Erlösung: Sakrament der Schöpfung in ihrem ehelichen Ausdruck sein, jetzt aber, nach der vollbrachten Erlösung – Sakrament der Kirche Christi?

Allzu heilige Dinge und eine allzu heilige Wirklichkeit soll die Ehe in all ihren Ausmaßen versichtlichen, als dass sie eine nur weltliche, laische Institution sein sollte, die nicht viel mit Gottes Anliegen zu tun haben sollte. Hat Gott den Menschen als sein Ebenbild und seine Ähnlichkeit erschaffen, die sich in der menschlichen Männlichkeit und Fraulichkeit widerspiegelt, hat Er „von Anfang an” beabsichtigt, dass seine Gottes Unsichtbarkeit – in die Sichtbarkeit der Welt übertragen werde.
– Nichts hat sich so sehr zu dieser Art Versichtlichung der Gottes, voller Gottes Sehnsucht zum Geschöpf seiner Vorliebe: Mann und Frau, ‘geeignet’, als gerade die Ehe – mit der in der Ehe unternommenen Vereinigung dieser beiden in Zeiten, wenn sie sich in ihrer Intimität vereinigen.

Daselbst ist es aber von vornherein sicher, dass die ganze eheliche Wirklichkeit eine Erhöhung zum Niveau der Erlösung erfahren musste, indem sie in Kraft des Kreuzesopfers Christi zum gewöhnlichen Werkzeug der Vermittlung natürlicher und übernatürlicher Gnaden für diese Zweien und der in ihrem ehelichen Bund erscheinenden Kinder wurde.

Aber Solches ‘Werkzeug der Gnaden’, das von der Gründung Jesu herkommt, das zugleich sichtbares Zeichen ist: in diesem Fall des Bandes von Mann und Frau als Eheleuten, trägt den von der Theologie geprägten Namen: es ist eines der Sieben Sakramente der Kirche Christi.

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RE-Lektüre: VI.Teil, 9.Kapitel, ad ‘c’.
Stadniki, 13.VIII.2015.
Tarnów, 17.VIII.2021.


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c. Jesus von sich als dem Hochzeits-Bräutigam
Tabelle. ‘Es kommt die Zeit, wann man ihnen den Bräutigam nimmt’
d. Hochzeit des Bräutigams und die Vermählung der Braut
e. Jesus der Hochzeits-Bräutigam und die Ehe als Sakrament

3. Apostolische Schriften über Jesus-dem-Bräutigam
Aus den Apostolischen Briefen Paulus – des Völker-Apostels
An Christus vermähltes Korinth-Jungfrau (2 Kor 11,2)
Vermählung ‘im Herrn’ (1 Kor 7,39)
Ehrachtung angesichts der Ehe (Hebr 13,4)

4. Parenetische Bemerkungen bezüglich der Ehe in Briefen der Apostel
Erwähnungen von Ehe und Familie in der Apostelgeschichte von Lukas
Erwähnungen von Eheleuten und Familie beim Hl. Paulus
Hinweise für die Gestaltung der ehelichen und Familien-Beziehungen in Briefen des Hl. Petrus
Das Bild der Braut des Gottes Bräutigams im Buch der Offenbarung


Bilder-Fotos

Abb.1. Kard. Ratzinger mit Weihrauchfass um den Sarg herum. Heilige Schrift geöffnet
Abb.2. Blätter der Heiligen Schrift im kräfigen Wind
Abb.3. O Herr, was für eine Aufgabe schickst Du für mich im Leben?
Abb.4. Gänsefamilie am Teich: Gänslein bei der Gans-Mutter
Abb.5. Was gefällt diesem Äffchen am Rock des Mädchens