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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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c. Jesus: Messias – Lamm – Bräutigam

Belehrung der Offenbarung

Wir greifen von neuem das Zeugnis auf, das Johannes der Täufer vor seinen Jüngern abgelegt hat. Ihnen war es schwer mit der steigernden ‘Beliebtheit’ des Meisters von Nazaret fertig zu werden – im Gegenteil zum bisherigen Ruhm des Meisters der Buße, der „die Taufe der Bekehrung zur Vergebung der Sünden” (Lk 3,3) verkündet hat. Die Taufe der Buße hat nach Absichten der Vorsehung Gottes eine Vorbereitungsrolle vor dem Anbeginn der öffentlichen Tätigkeit Jesu erfüllt.

In seiner demütigen Ergebung dem Willen Gottes hat Johannes der Täufer Jesus in der Stunde, als er auf Ihn hingewiesen hat, präzise als Gottes Lamm bezeichnet: „... Nach mir kommt einer, der mir voraus ist, weil Er vor mir war ...” (Joh 1,30). Johannes bekennt in diesen Worten den Glauben an die Prä-Existenz Jesu im Schoß der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Einmal mehr stehen wir angesichts einer unmittelbaren, mächtigen ‘Dosis’ der Wahrheit der Offenbarung, mit der Gott Johannes den Täufer beschert hat. Zu solcher Erkenntnis konnte er mit eigenem Verstand nicht gelangen. Gott beschenkt Johannes den Täufer nicht nur mit allein dem übernatürlichen ‘Erkennen’, sondern wird zugleich Garantie der Gewissheit der auf diesem Weg errungenen Wahrheit der Offenbarung Gottes. Auf der Gewissheit seiner Erkenntnis wird sich der Glaube der Jünger – sowohl dieser seiner, wie auch der Jünger Jesu Christi und des ganzen Volkes Gottes, stützen können.

So kommen wir also an die Worte selbst des Zeugnisses Johannes und zugleich seines Bekenntnisses. Sie spielen eine wesentliche Rolle bei der Nachsuche dieses Kapitels: Nachforschung nach Aussagen des Neuen Testamentes, die irgendein Licht auf die Problematik der Ehe als eines der Sakramente der Kirche Christi zu werfen imstande wären. Johannes der Täufer drückt sich gleich im ersten Satz der Antwort auf die Anfrage seiner Jünger bezüglich der zwei verschiedenen ‘Taufen’ in folgenden Worten aus (s. ob.: Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus – unter ‘a’):

(a-1) „Johannes [der Täufer] antwortete:
‘Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.
Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der Ihm vorausgeht.

(a-2) Wer die Braut hat, ist der Bräutigam.
Der Freund des Bräutigams aber, der bei Ihm steht und Ihn hört, freut sich zum Höchsten über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist jetzt in Erfüllung gegangen.
Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden’ ...” (Joh 3,27-30).

Im ersten Teil dieser Aussage [unter: a-1], der die Einführung zur eigentlichen Antwort darstellt, beruft sich Johannes der Täufer wiederholt unzweideutig auf die dazu empfangene Offenbarung Gottes: „... Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist ...”. Bestätigung dessen für seine Jünger selbst war schon das früher angeführte sein vor ihnen erklärte Geständnis: „Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der Ihm vorausgeht”   (Joh 1,28).

Wir sind voller Bewunderung angesichts der Bescheidenheit Johannes des Täufers. Zugleich aber wegen seiner Selbstkritik angesichts der Wahrheit bezüglich der eigenen Person und der ihm anvertrauten Gottes Sendung.

Wenn schon dieses Bekenntnis Folge der Offenbarung Gottes gewesen war, ist es sie umso mehr das, was Johannes hinsichtlich Jesus feststellt:

(a-2) „Wer die Braut hat, ist der Bräutigam.
Der Freund des Bräutigams aber, der bei Ihm steht und Ihn hört,
freut sich zum Höchsten über die Stimme des Bräutigams.
Diese meine Freude ist jetzt in Erfüllung gegangen ...” (Joh 3,29).

Johannes der Täufer geht auf die Sprache der Metapher über, oder auch der Allegorie [Übertragung, die in Erzählung ausgeweitet wird]. Trotzdem sind die von ihm angewandten Ausdrücke in ihrer Aussagekraft so eindeutig, dass sie bei den Zuhörern keinen Zweifel wecken konnten. Johannes zeigt nämlich eindeutig auch den ‘Schlüssel’ an, der es erlaubt, die hier erwähnten Gestalten zu identifizieren. Es werden drei Personen genannt:

(0,2 kB)  Die Junge Frau, d.h. die Braut [gr.: nýmphe],

(0,13 kB)  Der Junge Mann, d.h. der Bräutigam [gr.: nymphíos],

(0,13 kB)  und der ‘Freund ’ des Bräutigams [gr.: phílos tou nymphíou].

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d. Drei Offenbarungs-Fäden:
Messias-Lamm-Bräutigam

Jesus und das zu vollbringende Werk des Vaters

Bräutigam’ ist nach Johannes dem Täufer der um ein halbes Jahr als er jüngere Jesus. Darauf verweist der ganze Zusammenhang – sowohl dieser mittelbare, wie unmittelbare.
– Johannes antwortet auf die Frage mit Bezug auf die Taufe – diese seine, und diese nach Jesus. Nach der würdevollen Feststellung, dass er diesen Inhalt, den er gerade sagt, nicht auf anderem Weg erreichen könnte, außer „wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist” (Joh 3,27), geht er auf die Sprache der Metapher und Allegorie über: „Wer die Braut hat, ist der Bräutigam” (Joh 3,29). Gleich danach fügt er zur Beruhigung seiner Jünger hinzu, die sich mit der Tatsache bedroht finden, dass viele von ihm abfließen und sich an Jesus anschließen: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden(Joh 3,30).

Mit diesen Worten stellt er fest, dass er die ganze Zeit von Jesus spricht, dessen Popularität mit jedem Tag zunimmt. Das beudeutet daselbst, dass Jesus aufgrund seiner diesbezüglich empfangenen insbesonderen Offenbarung der Bräutigam, d.h. der ‘Junge Mann’ ist. Der ‘Junge Mann’ aber ist nicht jemand Beliebiger, sondern eine Person, die sich Jetztzeit mit dem Ehe-Bund verbindet.

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Dieser Tag: der andere nach dem Tod Johannes Paul II., war Sonntag, das Fest der Barmherzigkeit Gottes. Es wurde Erfüllung eines der innigen Wünsche Jesu, die über die Hl. Schw. Faustyna Kowalska übermittelt worden sind. Johannes Paul II. hat die Faustyna Kowalska sowohl Seliggesprochen (1993), wie nachher auch Heiliggesprochen (2000). - Wir haben schon erwähnt, dass am Vortag, d.h. am Samstag um 20.00 Uhr, bei Johannes Paul II. die Heilige Messe zelebriert wurde eben schon von diesem Festtag. Bei dieser Heiligen Messe hat er noch einmal das Viatikum empfangen, und auch noch das Öl-Sakrament.
– Für den Sonntag selbst hat er noch eine Homilie vorbereitet. Sie wurde vorgelesen. Hier ein Fragment daraus: Der Menschheit, die sich manchmal verloren und von der Macht des Übels, des Egoismus und der Furcht übermächtigt findet, bietet der Auferstandene Herr zum Geschenk seine Liebe an, die die einzige verzeiht und die Seele von neuem für die Hoffnung aufschließt. Es ist die Liebe, die die Herzen bekehrt und mit Frieden bereichert. Die Welt benötigt heute sehr das Verständnis und die Annahme der Barmherzigkeit Gottes. O Herr, Der Du durch Deinen Tod und die Auferstehung die Liebe des Vaters offenbarst, wir glauben auf Dich und sprechen heute mit Zuversicht: JESUS ICH VERTRAUE AUF DICH. Habe Erbarmen für uns und für die ganze Welt!

Man kann sich schwer nicht die Frage stellen: Wie ist das möglich, dass Jesus, der mit der öffentlichen Tätigkeit kaum beginnt, sich dem Johannes dem Täufer mit einem ‘Bräutigam’ [gr. nymphíos] assoziieren sollte? Nichts schien darauf zu weisen, dass Jesus sich ein ‘Mädchen’ zur Hochzeit bereitete. Niemand hat im Fall Jesu, gemäß der damals angenommenen Gewohnheit, irgendwelche Pertraktationen mit der Familie einer eventuellen Bewerberin zur Ehe hinsichtlich des ‘Preises’ für die Tochter unternommen, die der Junge Mann heiraten möchte.
– Das aber war wohl eine der sensiblen Aufgaben dieser Person, die sich der Junge Mann als seinen ‘Freund des Bräutigams’ gewählt hat. Für solchen hat sich aber gerade Johannes der Täufer angegeben.

Aufgrund der Berichte der Evangelien sehen wir, dass Jesus vielen Frauen begegnet und mit ihnen gesprochen hat: sowohl verheirateten, wie bestimmt auch nicht verheirateten. Es waren aber jedes Mal Dialoge der ‘Erlösung’. Sie haben nichts mit Verabredung hinsichtlich einer eventuellen Ehe zu tun gehabt. Jesus war und blieb jungfräulich, ähnlich wie seine Mutter Maria und der Heilige Joseph, sein angenommener Vater.
– Jesus war sich sein ganzes Leben lang voll bewusst, woher Er gekommen ist und was Er anstrebt. Sinn seines Lebens war nicht das Eingehen der Ehe. Er ist gekommen, um das Werk der Erlösung vollzubringen – gemäß der Sendung, die Ihm von seinem Himmlischen Vater aufgetragen worden war:

„Meine Speise ist es, den Willen Dessen zu tun, Der Mich gesandt hat,
und Sein Werk zu Ende zu führen ...” (Joh 4,34).

Jesus ist in die Welt dazu gekommen, um „zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele” (Mk 10,45). Dieses Werk hat Er bis zum Ende und bis zum Letztlichen vollbracht, so dass Er von der Höhe des Kreuzes sagen konnte: „Es ist vollbracht” (Joh 19,30).
– Dasselbe hat Er in seinem Hohepriesterlichen Gebet festgestellt, das Er kurz vor dem Sterbekampf im Ölgarten zu seinem Vater erhoben hat: „Ich habe das Werk zu Ende geführt, das Du Mir aufgetragen hast ...” (Joh 17,4).

Wenn also Johannes der Täufer Jesus als den „[gr.] nymphíos: Jungen Mann = Bräutigam” bezeichnet – und sich auf die diesbezüglich empfangene Offenbarung Gottes beruft, sieht er im Licht der Wahrheit der Offenbarung eine ausgeglichene Einheit der drei Fäden der bisherigen Offenbarung Gottes.

Sohn Mariens – der Messias

Bestürzt mussten von den Zuhörern des Vorgängers Jesu die Worte angenommen werden, dass Jesus, von dem man wusste, Er war „Sohn des Zimmermanns” (vgl. Mt 13,55), genauer: „Sohn Josephs” (Lk 4,22; 3,23), dessen „Mutter ... Maríam heißt” (Mt 13,55) – eben „Dieser ist, von Dem ich gesagt habe: Nach mir kommt Einer, der mir voraus ist, weil Er vor mir war ...” (Joh 1,30), und dass Er der Messias ist.

Johannes bestätigt in dieser Stunde nur so viel, was er schon früher gesagt hat: „Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der Ihm vorausgeht ...” (Joh 3,28). Mit anderen Worten, Johannes weist daselbst auf Jesus als den Messias [hebr.: Mashíach] hin.

Ganze Jahrhunderte haben auf den Messias gewartet. Gott hat durch die Propheten versprochen, dass er gesandt werden wird. Jetzt erscheint der Messias. Auf sein Zugegensein zeigt mit seinem ‘Finger’ Johannes der Täufer, dass niemand einen Zweifel hat, wer Er ist und wann er erwartet werden soll: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe(Mt 3,2).
– Er spricht deutlich, dass die ihm von Gott aufgetragene Aufgabe darauf beruht, das Volk Gottes auf seine Ankunft zu vorbereiten.
– Zu Ende weist er auf Ihn gleichsam bei Namen hin: „Siehe, das Lamm Gottes ...” (Joh 1,29) Es ist synonymische Bezeichnung für den Messias. Es wäre schwer das Dasein des Messias noch deutlicher zu bestätigen.

Allerdings der größte Teil der damaligen Juden haben sich den Messias ganz anders vorgestellt, als darüber Gott gedacht hat. Die Juden warteten auf Messias als den siegreichen politischen Kämpfer, der vor allem Israel von der Okkupation befreit – zurzeit: der Römischen Okkupation [Eroberung Jerusalem durch Pompejus: 63 vor Chr.; Palästina wird Römische Provinz].
– Sie glaubten, der Messias sichert den Juden die Herrschaft über die ganze Welt. Trotzdem Gott das Denken Israels ständig auf innere Wege und das Gewissen lenkte, wollte man an Gott die Sendung eines politischen Messias erpressen. Einmal mehr hat sich bewahrheitet, was so ungemein schwer an die Mentalität der Hebräer treffen konnte, und einigermaßen überhaupt jedes Menschen:

„Denn Meine Gedanken – sind nicht eure Gedanken,
und eure Wege – sind nicht Meine Wege – spricht Jahwéh” (Jes 55,8).

Und noch:

„Denn Ich weiß wohl, was für Gedanken Ich über euch hege – spricht Jahwéh –
Gedanken des Heils, und nicht des Unheils, euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.
Dann, wenn ihr Mich anruft und kommt und zu Mir betet, werde Ich euch erhören ... –
Ich werde Mich von euch finden lassen ...” (Jer 29,11f.14).

So sehen wir also, dass Johannes der Täufer mit seinen Worten zu den Jüngern – im Namen des sich ihm offenbarenden Gottes bezeugt, dass der Messias – schon angekommen ist. Und dass es Jesus ist, der Sohn Mariä.

Sohn Mariä – Lamm Gottes

Aber noch mehr, Johannes der Täufer zeigt noch, dass dieser, der der Messias ist, und zugleich der ‘Junge Mann’, der zur Vermählung bereit steht, auch Lamm Gottes ist. Diese Worte spricht er zu den ihn umgebenden Jüngern: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt”  (Joh 1,29).

Worte, die das ‘Lamm Gottes’ betrafen, erklangen in Israel schon seit sechs Jahrhunderten der Überlieferung der Offenbarung Gottes. Sie widerhallten mit erschreckendem Echo in den Seelen der Hebräer-Juden. Sie stellten das Bild des Leidenden ‘Dieners Jahwéh’ dar. Jeder Israelit wusste darüber besten Bescheid. Dennoch ein großer Teil der Juden war äußerst bemüht, darüber nicht zu denken. Sie wollten die dahinter diesen Worten sich bergende Wirklichkeit in der Vertikale: Gott und der Mensch – nicht zur Kenntnis nehmen.

Leiden des ‘Dieners Jahwéh’, die Er als stellvertretende und Erlösungs-Pein ertrug, hat besonders der Endteil des Jesaja-Buches angekündet, das mit dem Namen Trito-Jesaja bezeichnet wird. Das Wort Gottes stellt dort den leidenden ‘Diener Jahwéh’ mit gleichen Worten vor, wie es gerade erst Johannes der Täufer getan hat:

„Er wurde misshandelt, doch Er beugte sich. Er öffnet nicht seinen Mund.
Wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt,
wie ein Schaf vor dem Scherer verstummt, öffnet Er nicht seinen Mund ...
Durch Gewalt und Gericht ward Er ergriffen [getötet] ...
Er wurde herausgerissen aus dem Land der Lebendigen.
Er wurde wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen ...” (Jes 53,7f.: Mitte des 6 Jh.vor Chr.; s. auch Ex 12,3ff.; Lev 14,13.21.24f.).

Ein halbes Jahrhundert früher vor den gerade angeführten Worten des Trito-Jesaja hat eine ähnliche Bezeichnung vom erwarteten Messias der beinahe sein ganzes Leben lang als Prophet verfolgter Jeremia geäußert:

„... Ich selbst war wie ein zutrauliches Lamm,
das zum Schlachten geführt wird,
und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses planten ...” (Jer 11,19).

Für Juden der Zeiten Jesu war es ganz unfassbar, dass der erwartete Maschíach (Messias, der Gesalbte) durch ein Unmaß von Leiden, Foltern und Demütigungen seiner Menschlichen und Gottes Würde durchgehen müsste.
– Johannes der Täufer zerstreut unter dem Anhauch des Heiligen Geistes mit seinem eindeutigen Wort, dass Jesus, auf den Er gerade erst als den erwarteten Messias hingewiesen hat, außerdem noch das angekündete „Lamm Gottes” ist. Sein Tod wird Bedingung sein, ohne die es kein „Hinwegnehmen der Sünde der Welt” (vgl. Joh 2,39) geben würde.

Es ist nicht schwer sich vorzustellen, wie groß der Schock war, den diese Worte Johannes des Täufers bei den Zuhörern geweckt haben. Dennoch der bisherigen Offenbarung Gottes ist es schon nur allzu sehr unfehlbar gelungen, solchen Preis festzusichern, den der Messias zur Hinwegname der „Sünde der Welt” hinzulegen kommt.

Sohn Mariä – der Junge Mann: Bräutigam

Der dritte Faden der dogmatischen Überlieferung der Offenbarung Gottes ist die Bezeichnung gerade dieses Jesus, der nach Johannes dem Täufer sowohl Messias, wie Lamm Gottes ist – außerdem auch noch der „Junge Mann” ist, Johannes weist auf Ihn hin als den Bräutigam, der sich gerade schickt, sich mit der Jungen Frau zu vermählen.
– Johannes der Täufer bezeugt feierlich, dass sich in der Person Jesu wie im Brennpunkt alle diese drei Fäden der bisherigen Offenbarung Gottes übereinstimmend sammeln. Sie haben bisher das Leben von eigenartig getrennten ‘Fädchen’ der Wahrheit der Offenbarung Gottes geführt.

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Das Gebet am Petrus-Platz für den sterbenden Johannes Paul II., mit dem sich die ganze christliche Welt vereinigt hat, hat im Augenblick, als er in das Haus des Vaters übergegangen ist, nicht nur nicht aufgehört, sondern nahm an Stärke nur zu. Man brachte die Worte in Erinnerung, die er bei seiner Ersten Pilgerfahrt nach Polen in Wadowice, seinem Geburtsort, gesagt hat: dass man nicht vergisst für ihn zu beten zu seiner Lebenszeit und nach dem Tod. Das Rosenkranzgebet wurde auf dem Petrus-Platz vom Kard. Edmund Casimir Szoka geführt. Es waren etwa 100 Taus. Gläubige angesammelt. Nachdem die Kunde bekannt wurde, dass der Heilige Vater in das Haus des Vaters zurückgekehrt ist, hat sich am Petrus-Platz nach dem spontanen Beifall in erster Weile - eine tiefe und erschütternde Stille ergossen. Kurz darauf begann aber das Gebet der Glorreichen Geheimnisse des Heiligen Rosenkranzes. Es erschallte die Trauer-Glocke von der Basilika des Hl. Petrus. Die drei Päpstlichen Fenster leuchteten mit Volllicht auf: zum Zeichen, dass Johannes Paul II. gestorben ist. -- Es begann eine Flut von Kondolenzen aus aller Welt heranzuströmen. In Polen hat die Regierung eine Nationaltrauer bis zum Tag der Beerdigung verordnet. Man betete vor allem unter dem Fenster des Bischofshauses in Kraków, Franziskaner-Straße 3 - und auf der Großen Wiese um den sog. Papst-Felsen, unter Begleitung der Sigismund-Glocke, die 25 Minuten lang läutete. Von nun an hält jeden 2. des Monats, um 21.30 Uhr, das Gebet mit Lichtern vor dem Bischofshaus in Krakow an. Es wird um die baldige Selig- und Heiligsprechung Johannes Paul II. gebetet. - Im Sanktuar der Barmherzigkeit Gottes in Kraków wurde die Hl. Messe für den verstorbenen Papst unter Führung des Kard. Franciszek Macharski am anderen Tag nach dem Tod gefeiert, d.h. am Festtag der Barmherzigkeit Gottes. Es nahmen etwa 100. Taus. Gläubige teil. In Częstochowa beteten 70. Taus. Gläubige auf dem Platz vor den Mauern der Jasna Góra. Auf der Höhe der Mauer wurde der Lehnstuhl Johannes Paul II. gestellt, auf dem er bei seiner ersten Pilgerfahrt in die Heimat, 1979, gesessen hat. - In Warszawa wurde für Johannes Paul II. die Heilige Messe am Piłsudski-Platz zelebriert. Es war an dieser Stelle, wo er bei seinen Pilgerfahrten in die Heimat die Heiligen Messen selbst gefeiert hat. Es nahmen daran 150. Taus. Gläubige teil. - Eine weitere, National-Messe für den verstorbenen Papst wurde am Piłsudski-Platz gehalten, mit Teilnahme des Präsidenten Aleksander Kwaśniewski und der Regierung, unter der Führung des Kard. Josef Glemp am 5. April, am Dienstag. Es haben daran 250 Taus. Personen aus ganz Polen teilgenommen.

In der Mentalität der Israeliten konnte die Möglichkeit von irgendwelcher ihrer Synthese nicht in Rechnung gebracht werden. Dennoch jetzt „ist die Zeit erfüllt, das Reich Gottes ist nahe ...” (Mk 1,15). Es ist die Zeit, wann die bisher gleichsam ‘lose’ in der Offenbarung Gottes zerstreuten Aspekte der ab dem Sündenfall im Paradies angekündigten Erlösung sich unter dem Anhauch des Geistes der Wahrheit in eine mächtige, untrennbare Synthese zusammengeflochten haben.

Es wird demnach keinen Widerspruch darin geben, dass ein und dieselbe Person: der mit dem Finger von Johannes dem Täufer angezeigte Jesus, zugleich der erwartete Messias ist, das Lamm Gottes, und außerdem der Bräutigam, das heißt der Junge Mann zur Vermählung. Es wäre schwer diese mächtige, die Mentalität wohl des größten Teils des damaligen Volkes Gottes völlig überragende Synthese des bisherigen Depositums der Wahrheit der Offenbarung Gottes, auf noch deutlichere Art und Weise darzustellen.

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e. Blockierung des Zeugnisses hinsichtlich Jesus

Wir kehren noch einmal an die oben signalisierten drei Gestalten, die im Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus angesichts der beunruhigten Jünger signalisiert wurden (s. ob.: Drei im Zeugnis Johannes des Täufers dargestellte Gestalten).

– Einerseits bewundern wir den Mut Johannes des Täufers, der mit äußerster Selbstlosigkeit einher geht, indem er das Zeugnis von der unvergleichbareren Überlegenheit Jesu im Verhältnis zu ihm – seinem Vorgänger, ablegt. Und zwar Johannes der Täufer weist auf Jesus entschieden als den Messias – das Lamm Gottes – und den Jungen Bräutigam hin.

– Anderseits fragen wir, was ist mit diesem seinen so klaren Zeugnis geworden? Niemand hat die Glaubwürdigkeit der Vortretungen von Johannes bezweifelt. Für sie sprach der strenge, bußartige Stil seines persönlichen Lebens und die kompromisslose Radikalität bei der verkündeten Notwendigkeit hinsichtlich der Bekehrung der Herzen. Die Bekehrung sollte den Grundboden schaffen, auf dem der Samen der „Taufe mit dem Heiligen Geist” (vgl. Mk 1,8; Mt 3,11; Lk 3,16) aufkommen kann. Es wird die Verkündung des Wortes Gottes vonseiten Jesus selbst sein, der nicht nur ‘über’ das Wort Gottes sprechen wird, sondern es persönlich-personal – IST.

Es zeigt sich, dass das Evangelium selbst auf die gerade gestellte, grundsätzliche Frage die Antwort liefert. Johannes der Täufer wurde mittlerweile von Herodes Antipas ins Gefängnis geworfen. Er hat ihm die Untreue und Unzucht mit Herodias vorgehalten, der rechtmäßigen Frau seines Bruders Philippus (Mk 6,17f.).

Als schon Eingesperrter schickt Johannes der Täufer eine Delegation seiner Jünger an Jesus mit der Frage: „Bist Du Der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten”? (Mt 11,3; Lk 7,20). Johannes erwartete eine deutliche Bestätigung der Sendung Jesu höchst wahrscheinlich nicht für sich, sondern für die Jünger, denen es weiter schwer war, mit dem Weggehen ihres Meisters Johannes des Täufers in den Schatten einverstanden zu werden.

In Antwort auf diese Frage ließ Jesus Johannes im Gefängnis Worte der Beglaubigung zu wiederholen, die von der Prophetie des Jesaja (Jes 35,5; 61,1) geschöpft sind. Diese Worte waren wohl allen gut bekannt. Sie wiesen auf die wunderreiche Tätigkeit der Messianischen Zeitepoche.
– Nachdem die Boten Johannes weggegangen sind, hat Jesus seinem Vorgänger ein ungemein ruhmvolles Zeugnis gegeben. Er bezeichnet ihn u.a. mit Worten: „Unter den von Frauen Geborenen ist kein Größerer als Johannes der Täufer ...” (Lk 7,28) erschienen.
– Wonach Lukas seinen voller Gottes Schmerz Kommentar im Anschluss an die ‘Folgen’ der vorbereitenden Sendung hinzufügt, die Johannes der Täufer verrichtet hat:

„... Und das ganze Volk, das zuhörte, und die Zöllner haben Gott Recht gegeben, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen.
Die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht,
indem sie sich nicht von ihm taufen ließen ...” (Lk 7,29f.).

Wir sehen, dass die höheren Schichten der geistigen Führer der Nation wirksam dahin gesteuert haben, das Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus, und gleichsam noch früher: die von Johannes dem Täufer inaugurierte unmittelbare Vorbereitung zur Ankunft dieses ‘Erwarteten’: des Messias, des Lammes Gottes, des Bräutigams – möglich völlig zu neutralisieren und sich so darüber hinwegzusetzen.

In einem sachlich ähnlichen Kommentar fasst einmal der Geliebte Jünger die Haltung vor allem der geistigen Elite der Nation zusammen. Er stellt fest, dass zwar viele geistigen Führer auf Jesus glaubten, dennoch sie hielten sich mit der Erklärung für Ihn aus rein menschlicher Rücksicht zurück:

„... Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an Ihn [= Jesu],
doch wegen der Pharisäer bekannten sie Ihn nicht,
damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden.
– Denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott”.
(Joh 12,42f.; vgl. auch: Joh 3,19: „... Die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren Böse”).

Wir sind immer wieder Zeugen, wie das Gute mit dem Bösen ringt, das Vorhaben Gottes: die Erlösung des Menschen – Mann und Frau in Jesus Christus, verwirklicht wird – und parallel systematisch von diesem, der der Böse ist: Satan, der „die ganze Welt verführt” (Offb 12,9), blockiert wird.
– Johannes Paul II. bezeichnet das einmal charakteristisch mit Worten des Hl. Augustinus:

„... die Geschichte stellt nicht einfach einen Vorgang dar, der unbedingt zum Besseren führt,
sondern ist Ergebnis der Freiheit,
oder eher des Kampfes zwischen entgegengesetzten Freiheiten,
das heißt ... zwischen zweierlei Lieben:
der Liebe Gottes bis hin zur Verachtung seiner Selbst –
und der Liebe zu sich, bis hin zur Verachtung Gottes” (FC 6).

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f. Jesus und Jahwéh:
Messias-Lamm-Bräutigam

Jesus als Messias und Lamm getötet um der Sünder willen

Wir greifen noch einmal die im Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus eingeführten drei Gestalten auf (s. ob.: Drei Gestalten die im Zeugnis Johannes gezeigt werden).

Verhältnismäßig am leichtesten, obwohl riskant vom Standpunkt der herrschenden Sicht der religiösen Führenden der Nation, war es, Jesus als Messias zu anerkennen. Trotzdem die inaugurierte öffentliche Tätigkeit Jesu eine fortbestehende Verneinung zu sein schien gegenüber den tief eingewurzelten, nicht Gottes Sicht entsprechenden Vorstellungen, die die geistigen Führer Israels mit seiner Rolle verbanden, und folglich das durch sie gestaltete Volk.

Zweifellos schockierend musste die von Johannes dem Täufer ungemein stark eingeprägte Identifikation der Person Jesu als des Messias – mit Ihm als dem „Lamm Gottes, der die Sünde der Welt hinwegnimmt” (Joh 1,29) wirken. Die dem im gerade seine öffentliche Tätigkeit beginnenden Jesus, identifiziert als Messias – zugleich beigemessene Rolle des ‘Leidenden Dieners Jahwéh’, der ‘als Sühneopfer getötetes Lamm Gottes werden wird’ zur Hinwegnahme der „Sünde der Welt” – hat zwar auf der Linie der ganze Jahrhunderte lang mit Nachdruck geäußerten Wahrheit der Gottes Offenbarung gelegen, allerdings sie bildete einen völligen Gegensatz zu diesem ‘Bild’ des Messias, das dem damaligen Volk Gottes von geistigen Führern der Nation eingeprägt wurde.

Sollte etwa Jesus – Jahwéh-Bräutigam sein

Um so mehr schockierend und bis heute keineswegs leicht zu verstehen und anzunehmen ist die dritte Identifikation, die vom Johannes dem Täufer unter dem Anhauch des Geistes der Wahrheit hinsichtlich dauernd desselben Jesus angewandt wurde. Es geht um seine Worte, die auf Jesus als den „Bräutigam” hinweisen, der sich gerade mit seiner Braut in unauflöslichem ehelichem Bund verbinden soll.

Wenn die Annahme Jesu in der Beschaffenheit des Messias – als zu gleicher Zeit Lammes Gottes, Glauben voraussetzte, der einen solchen Sinn dieser Worte anzunehmen bereit wäre, wie ihn mit ihnen Gott bindet, der sich Selbst und sein Vorhaben offenbart, war solcher Glauben umso mehr nötig für die Annahme desselben Jesus: als Messias und Lammes Gottes, wenn Er zugleich noch als Bräutigam gelten sollte.
– Es ist wahr, die ganze bisherige Offenbarung Gottes erschall in Fülle von Ausdrücken, in denen Gott von sich selbst als Bräutigam seines Volkes Israel spricht. Allerdings wer sollte den Mut haben von Jesus, dem Sohn Mariens auszusagen, Er wäre ... Jahwéh, der „Gemahl Israels”? In Israel hat jeder gehört und das im Jesaja-Buch geschriebene Wort Gottes wohl gekannt:

„... Denn dein Gemahl ist dein Schöpfer, Jahwéh der Heerscharen ist sein Name.
Dein Erlöser ist – der Heilige Israels, Gott der ganzen Erde wird Er genannt ...” (Jes 54,5).

In Israel war man sich alle Jahrhunderte hindurch vortrefflich bewusst, dass diese Worte nicht auf triviale Weise verstanden werden dürfen. Unser Gott ist nicht wie die ‘fremden Götter’ – in ihrer männlichen und weiblichen Abart. Er ist Schöpfer der Geschlechtlichkeit, darunter auch des Menschen als Mann und Frau, die beide auf gleiche Art Gottes lebendiges Ebenbild angesichts des Weltalls sind.

Wenn Gott sich Selbst als Ehemann Israels vorstellt, Gemahl der ‘Tochter Zion, Tochter Jerusalem’, berief Er sich jedesmalig auf die eingeborene Fähigkeit des Menschen, die Sprache der Metapher und Allegorie zu verstehen. Zumal Gott in solchen Fällen immer auch den Schlüssel gezeigt hat, der das Verständnis der Sprache der Metapher und Allegorie nahe bringen sollte.
– Folgerichtig war sich auch Israel nur allzu gut bewusst, warum Jahwéh seinem Volk Israel wiederholt seine Abtrünnigkeit vom feierlich mit Ihm geschlossenen Bund – der angenommenen und feierlich gelobenen, von Ihm angebotenen Kommunion im selben Leben, in selber Liebe vorenthalten hat:

„Du wirst Lieben – Jahwéh, deinen Gott, mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft ...” (Dtn 6,5).

Es war offenbar, dass der Ausdruck: Jahwéh als Ehegemahls der ‘Tochter-Jerusalem-Zion’ in sehr besonderer Bedeutung verstanden werden muss. Jahwéh ist immerwährend ganz-‘für’ sein Volk, das Er sich zu seiner „segulláh: seinem persönlichsten Eigentum” erworben hat. Er hat für diese Seine als ‘Mitgift’ einen übermächtigern Preis gegeben – in Analogie zum ‘Preis’ und Mitgift, die dem Vater der Familie eingehändigt wird, wenn ein Junger Mann sich mit seiner Tochter vermählen wollte.

Zu diesem Preis wurde vor allem die Herausführung der Hebräer aus Ägypten, vom ‘Haus der Sklaven’ – mit mächtigem Arm; samt der damaligen Auseinandersetzung mit ‘Göttern Ägyptens’ (Ex 12,12; Num 33,4; Jer 10,15; 51,52) und Göttern der Nachbarländer.
– In Israel war man sich völlig bewusst um die großen Erlösungs-Eingriffe Gottes zugunsten der Hebräer, der späteren Israeliten – im Zeitraum aller Jahrhunderte der verwundernden Geschichte Gottes mit diesem ‘Seinen’ Volk, das aber seinen Gott Jahwéh beständig ... verriet. Man wusste nur allzu gut, was das für Jahwéh bedeutet. Jahwéh ist doch Wahrheit-Treue zum einmal dem Volk seiner Erwählung gesagten: ‘Ich liebe Dich, Du Meine, Geliebte: Du Mein Volk !

Folgerichtig war man sich in Israel im Laufenden vortrefflich bewusst, was das bedeutet, die Liebe Jahwéh ununterbrochen mit ständig begangenen Sünden der ‘Unzucht-mit-fremden-Göttern’ zu verwunden.
Ganz Israel – und jeder einzelne Individuelle wusste aber auch, wie derselbe Jahwéh unglaublich leicht vergibt und von neuem zu seiner Liebe aufnimmt, sobald Er nur die aufrichtige Reumut sieht und Abkehr von allem, was „Böse in Jahwéh’s Augen”  ist.

Sollten etwa Jetztzeit – aufgrund der Gottes Offenbarung, die durch den Propheten der Buße und Bekehrung: Johannes den Täufer, übermittelt wurde – all diese Eigenschaften strikt Jahwéh’s, des einzigen Gottes, schlechterdings ohne mit der Wimper zu zucken auf Jesus, den Sohn der Maríam und des Joseph von Nazaret übertragen werden? Sollte Er – etwa Jahwéh selbst sein? Sollte also dieser hier stehende Jesus – in strikter Weiterfolge der bisherigen Offenbarung Gottes-der-Wahrheit-Treue, Bräutigam der ‘Tochter-Zion, Tochter Jerusalem, der Jungfrau Israel’ sein?

Die Worte des Propheten der Wüste waren eindeutig und ließen keinen Platz für irgendwelchen Zweifel zu. Daselbst aber konnten sie unmöglich nicht schockierend auf jeden, der ihnen zugehört hat, wirken.

Identifikation der Braut

Wenn die Jünger Johannes – und auch diese von Jesus, den autoritativen Worten Johannes des Täufers nur mit Schwierigkeit Schritt halten konnten, als er in seinem Zeugnis bezüglich Jesus, mit Berufung auf deutliche Belehrung Gottes, auf Ihn als Messias, Lamm Gottes und Bräutigam hinwies, drängt sich folgerichtig die Frage auf: Wer ist jetzt, der Reihe nach, die Braut, mit der sich Jesus gerade vermählt?

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Mutter, Vater - und das achte Kind: eine weitere Tochter. -- Aus den Psalmen: „Selig der Mann, der fürchtet Jahwéh, der Freude hat an seinen Geboten. Sein Stamm wird im Lande gar mächtig, Segen ruht auf dem Geschlecht der Frommen ...” (Ps 112[111],1f.)

Die Tatsache selbst, dass sich Johannes der Täufer immer wieder auf besonders ihm erteilte Offenbarung Gottes beruft, in deren Kraft er sein so riskantes Zeugnis von Jesus aussagt, überträgt seine Zuhörer – und ebenfalls uns – sofort auf ein höheres Niveau: Gottes, der dem Volk seiner Erwerbung-Auserwählung sich selbst offenbart, und zugleich die sich Jetztzeit mächtig beschleunigende Verwirklichung seines Vorhabens darstellt: der Erlösung von Mann und Frau aus der Knechtschaft der Sünde durch seinen Sohn Jesus Christus.

In dieser Lage gibt es keinen Platz für irgendwelchen Zweifel bezüglich dessen, wer die ‘Braut’ ist, die gleichbedeutend bezeichnet wird als „Verlobte” [gr. nýmphe: Joh 3,29]. Sie ist Israel, das in der Terminologie der Propheten, d.h. im Gottes-Geschriebenen-Wort, gern mit dem Namen: „Tochter-Jungfrau Israel” (z.B. Jes 1,8; 37,22; Jer 18,13; 31,21; usw.) bezeichnet wird.

Wir kreisen offenbar die ganze Zeit hindurch in der Sprache der Metapher-Allegorie und Analogie (s. dazu: MuD 8).
– Treffend, mit wissenschaftlicher Terminologie, stellt diese Analogie Johannes Paul II. dar:

„Wenn der Mensch – Mann und Frau – als Ebenbild und Gleichnis Gottes erschaffen worden ist, kann also Gott mit dem Mund des Propheten von sich selbst sprechen, indem Er sich der – ihrem Wesen nach menschlichen Sprache bedient:
– In dem zitierten Text des Jesaja-Buches [Jes 54,4-8.10] ist die Art, wie die Liebe Gottes ausgedrückt wird – ‘menschlich’, aber die Liebe selbst ist – göttlich. Als Liebe Gottes hat sie einen ‘auf Göttliche Weise’ Bräutlichen Charakter, sollte sie auch ähnlich wie die Liebe des Mannes zur Frau ausgedrückt werden.
– Diese Frau-die-Braut ist Israel als das von Gott Auserwählte Volk, diese Wahl hat aber ihre ausschließliche Quelle in der uneigennützigen Liebe Gottes. Gerade mit solcher Liebe erklärt sich der Bund, der oft als ehelicher Bund dargestellt wird, den Gott immer wieder neu mit seinem auserwählten Volk schließt.
– Der Bund ist von Gottes Seite her beständige ‘Verpflichtung’ : Gott bleibt zu seiner Bräutlichen Liebe treu, auch wenn sich die Braut des Öfteren untreu erwiesen hat” (MuD 23).

Es war ab dem Ur-Anfang ganz klar selbstverständlich, dass Gott seine Bräutlichkeit ausnahmslos allen Menschen anbietet. Umso mehr klar wird das Jetztzeit, wenn die „Fülle der Zeit gekommen ist” (Gal 4,4) und Jesus selbst: dieses Lamm Gottes – die eindeutige Einsicht in das Erlösungs-Vorhaben seines Vaters gewährt:

„Denn so sehr hat Gott [= der Vater] die Welt [= Welt der Menschen] geliebt,
dass Er seinen Eingeborenen Sohn – dahingegeben hat,
damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern ewiges – Leben habe.
– Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit Er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch Ihn erlöst wird ...” (Joh 3,16f.; s. auch: 1 Tim 2,4).

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g. Johannes der Täufer:
Freund des Bräutigams

Aufgabe Johannes des Täufers

Es bleibt noch ein Wort des erörterten Zeugnisses Johannes des Täufers, das er diesmalig von sich selbst sagt. Johannes hat wohl mehrmals seine Rolle betreffs Jesus als dienstbare erklärt, um nämlich das Terrain für die Ankunft dieses eigentlichen Erwarteten zu vorbereiten: Jesus als den Messias – das Lamm Gottes – den Bräutigam. Er sagte nämlich:

„Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt habe:
Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der Ihm vorausgeht ...” (Joh 3,28).

Unmittelbar nach diesem Bekenntnis sagt er die gerade erst oben erörterten Worte über die Braut-und-den-Bräutigam, aber auch von sich selbst. Es gehört sich sie noch einmal anzuführen:

„Wer die Braut hat, ist der Bräutigam.
Der Freund des Bräutigams [gr. phílos tou nymphíou] aber, der bei Ihm steht und Ihn hört,
freut sich zum Höchsten über die Stimme des Bräutigams.
Diese meine Freude ist jetzt in Erfüllung gegangen ...” (Joh 3,29).

Johannes der Täufer bezeichnet sich hier als den „Freund des Bräutigams”. Der Bräutigam selbst: dieser der die Vermählung antritt, ist hier selbstverständlich Jesus.
Johannes der Täufer zeigt also Jesus an, der sich gerade unmittelbar zur Bindung mit dem ehelichen Bund mit einer bestimmten Jungen Frau, seiner Braut [gr. nýmphe], vorbereitet.

(0,3 kB)  Es ist nicht schwer die ersten zwei Gestalten zu identifizieren: den Jungen Bräutigam – und die Junge Braut. Diese sollen sich eben vermählen.

(0,3 kB)  Wir sehen aber auch noch die dritte Person: den „Freund des Bräutigams” [gr. phílos tou nymphíou]. Diese Bezeichnung und die zugleich mit ihr verbundene Funktion, wendet Johannes der Täufer an sich an.

Daselbst muss man sich die Frage stellen: Wen haben die Juden im Altertum als ‘Freund des Bräutigams’ genannt, und: Wie war die Rolle, die er bei der Eheschließung erfüllen sollte?

Rolle des Freundes des Bräutigams

Es zeigt sich, die Antwort auf diese Frage ist nicht allzu einfach. Es gibt Berichte, sei es auch diesen erörterten vom Evangelium des Hl. Johannes (Joh 3,29f.), wo die Person des ‘Freundes des Bräutigams’ zwar erwähnt wird, allerdings die von ihm zu erfüllenden Aufgaben werden nicht genau aufgezählt.

(0,2 kB)  Die Person des ‘Freundes des Bräutigams’ musste sich im Allgemeinen wohl der Bräutigam selbst aussuchen.
– Da die Rolle, die der ‘Freund des Bräutigams’ bei ehelichen Verhandlungen und der Eheschließung selbst zu erfüllen hatte, empfindsam war und viel Taktgefühl voraussetzte, musste es jemand wahrhaft Nächster und restlos Vertrauenswürdiger sein. Es musste schlechterdings ein bewährter Freund sein, fähig das anvertraute Geheimnis zu bewahren. Zugleich musste es jemand sein, der sich in der Freundschaft wirklich treu behauptet, der sowohl bei Erfolg, wie in schwieriger Stunde, wenn viele andere Bekannten und bisherige Freunde versagen, weiter treu bleibt.

(0,2 kB)  Allgemeine Aufgabe des ‘Freundes des Bräutigams’ war es wohl, alle möglichen Schritte zu unternehmen, dass die geplante Ehe tatsächlich geschlossen wird und dass es eine ‘gelungene Ehe’ wird.

(0,2 kB)  Der ‘Freund des Bräutigams’ war zumindest Teilnehmer bei den anfänglichen Verhandlungen mit der Familie der Braut, d.h. grundsätzlich mit dem Vater [hebr.: Bá‘al-Bet] der Verlobten – hinsichtlich des Geldpreises bei der ‘Erwerbung’ der Tochter als Ehefrau.
– Solche Verhandlungen gehörten wohl nicht zu den leichtesten. Anderseits, ohne eine für beide Familien befriedigende Lösung dieser Frage: der Finanzen, konnte von Eheschließung nicht geredet werden. Bei dieser Frage hat die Person des ‘Freundes des Bräutigams’ zweifelsohne eine grundsätzliche Rolle gespielt.

(0,3 kB)  Der ‘Freund des Bräutigams’ hat wahrscheinlich eine grundsätzliche Rolle bei der Verlobung der beiden Jungen Leute gespielt. Sie fand etwa ein Jahr vor der geplanten Ehe statt. Der ‘Freund des Bräutigams’ hat in diesem Fall wohl die Rolle des wesentlichen Vermittlers zwischen Braut und Bräutigam gespielt.
– Ihm fiel auch die ruhmvolle und verantwortliche Funktion, diese Zweien Verlobten auf der nächsten Stufe zur tatsächlichen Trauung zu bringen.

(0,2 kB)  Eine wesentliche Rolle hat der ‘Freund des Bräutigams’ am Tag selbst der Trauung gespielt. Er war es wohl, der den Bräutigam, in Umgebung des Gefolges der Jungfrauen – in das Haus der Braut geführt hat.

– Auf ihm ruhte dann die Aufgabe, das ganze Hochzeitsgefolge vom Haus der Braut – in das Elternhaus des Bräutigams zu führen, wo im Prinzip die Trauung selbst stattgefunden hat.

(0,2 kB)  Der ‘Freund des Bräutigams’ hat wohl in dieser Stunde eine Ansprache gehalten und brachte dem Jungen Ehepaar Glückwünsche dar. Er musste auch zweifellos über das Gesamte der Hochzeitsfeier wachen, dass die Hochzeit möglichst gelungen wird – als Ankündung des beiderseitigen Glücks der gerade Vermählten.

(0,2 kB)  Eine weitere, sehr sensible Funktion, die es dem ‘Freund des Bräutigams’ zu erfüllen bestimmt war, hat darauf beruht, die beiden Vermählten in das speziell für sie vorbereitete Ehezelt zu führen, wo diese Zweien ihre Ehe vollbringen konnten. Das war eine der grundsätzlichen Stunden bei der Hochzeitszeremonie in Israel. Der ‘Freund des Bräutigams’ stand in dieser Zeit irgendwo in der Nähe und ihm war es als dem ersten erlaubt, die Stimme des Jungen Mannes zu hören, wenn das Junge Ehepaar von neuem zum Kreis der Hochzeitsgäste zurückzukommen bereit war. Der Freund des Bräutigams konnte jetzt verkünden, dass die Ehe jetzt nicht nur geschlossen, sondern auch besiegelt wurde.

Wir können also bemerken, dass die Rolle des ‘Freundes des Bräutigams’ entschieden anders war als die Rolle des ‘Speisemeisters’ [gr.: architríklinos], den Johannes der Evangelist in seinem Bericht von der Hochzeit zu Kana in Galiläa erwähnt (s. ob.: Jesus eingeladen zum Vermählungsfest nach Kana in Galiläa). Der Speisemeister der Hochzeitsfeier war Koordinator der Organisationsfragen der Hochzeit selbst.
– Auf seinem Haupt hat vor allem die Sorge geruht, dass es niemandem der Gäste die guten Hochzeitsspeisen und Getränke fehlte.
– Im Gegenteil, die Funktion des ‘Freundes des Bräutigams’ zeichnete sich mit ihrem mehr geistigen Charakter aus. Er vermittelte bei Begegnungen und Zusammentreffen der Verlobten. Vor allem aber war es seine Aufgabe, den Bräutigam zur Braut herbeizuführen, dass sie das erwartete eheliche Zugeständnis öffentlich erklären, das Grundlage des von ihnen geschlossenen Ehebundes sein sollte.

Johannes der Täufer als Freund des Bräutigams

Auf diesem Hintergrund können wir besser die Worte des Zeugnisses Johannes des Täufers von Jesus verstehen (Joh 3,27-30). Johannes führt sowohl seine unmittelbaren Zuhörer-Jünger, wie auch uns nach so vielen Jahrhunderten, in das Klima der geistigen Deutung der Wahrheit der Offenbarung ein. Sein Gespräch betrifft das, was er im Licht dieses Gottes ‘sieht’, der sich ihm in seiner Wahrheit-Treue zur einmal seinem Volk ‘gelobenen’ Liebe offenbart.

Wir haben schon von der von Johannes dem Täufer angezeigten Gestalt Jesus erwähnt: Jesus als Messias – Lamm Gottes zur Hinwegnahme der Sünde der Welt – und Bräutigam. Das alles geschieht auf übernatürlicher Ebene. Johannes beruft sich deutlich auf die in dieser Hinsicht empfangene Offenbarung Gottes.
– Erst jetzt stellt er seine Person vor – im Rahmen des sich in beschleunigendem Tempo verwirklichenden Vorhabens Gottes. Sich selber bezeichnet er als „Freund des Bräutigams”, indem er die ganze Zeit von Jesus als dem „Bräutigam” spricht, der sich eben schickt, den Ehe-Bund zu schließen.

Wenn Johannes die ganze Zeit auf Sprache der Metapher und Allegorie übergeht, die sich beide auf Analogie, also ‘Ähnlichkeit-in-Un-Ähnlichkeit’ der dargestellten Situationen stützen, muss auch seine Rolle als ‘Freundes des Bräutigams’ im Rahmen der Allegorie und zugleich Analogie verstanden werden.

(0,2 kB)  Es war Aufgabe des ‘Freundes des Bräutigams’, alle Mühe unternommen zu haben, dass diese Zweien: der Verlobte und die Verlobte – einander begegnen und eine tatsächlich ‘gelungene’ Ehe eingehen.

(0,2 kB)  Ihm fiel auch die Rolle zu, um den Preis zu ‘markten’, der für die Erwerbung der Braut zur Ehe eingezahlt werden sollte.

(0,13 kB)  Er sollte die ruhmvolle Aufgabe erfüllen, den Bräutigam – zur Braut herbeizuführen.

(0,13 kB)  Er sollte bei der Erklärung des beiderseitigen ehelichen Einverständnisses assistieren und die Ehe als tatgewordene zu verkünden.

(0,13 kB)  Er sollte eventuell dieser Allernächste sein, der vertraute Treuhänder der beiden Getrauten, der dem Gespräch des Jungen Ehemannes zuhört und die Vollbringung der Ehe verkündet.

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Verwunderndes, sehr weit vorangeschobenes Zeichen des beiderseitigen Vertrauens zwischen der Katze und diesem Knaben, dass sie so an ihren Köpfen verbunden sind.

Wenn – in Weiterführung der wiederholt im Alten Testament bestätigten Bräutlichkeit Jahwéh zum Volk seiner Auserwählung und Erwerbung – Jesus jetzt „Bräutigam” der erreichten „Fülle der Zeit” (Gal 4,4) ist, kommt die ‘Bräutlichkeit’ Jesu einzig im analogen Sinn in Frage.
(0,2 kB)  Es geht die ganze Zeit um die Liebe Gottes, allerdings das Sprechen von ihr und die Art und Weise ihrer Bezeugung ist ‘menschlich’.
(0,2 kB)  Braut Jesu als des Göttlichen Bräutigams, ist Israel – das Volk Gottes, das der Dreieinige auserwählt und mit urewiger Liebe geliebt hat. Es geht um Liebe, die sich nicht gehört hat, die ganz uneigennützig ist, und dabei von Gottes Seiten her: unbedingt treu bleibt.
(0,13 kB)  Gerade diesem Volk Gottes, d.h. dieser ‘Braut’ – ist Jesus, sowohl als Schöpfer, wie ihr Erlöser – bereit, als ‘Ehe-Mitgift’ einen Schatz von unendlichem Wert zu schenken: sein eigenes Göttlich-Menschliches Leben; und offenbar seine Göttlich-Menschliche Liebe.
(0,13 kB)  Das geschieht in Kürze in seinem Kreuzes-Opfer.
(0,13 kB)  Dieses Opfer findet seine Verewigung und zugleich nie aufhörende Vergegenwärtigung in dem am Vortag des Kreuzestodes eingesetzten Eucharistischen Opfer. Es muss festgestellt werden:

„Die Eucharistie ist Sakrament unserer Erlösung.
Sie ist Sakrament des Bräutigams und der Braut ...” (MuD 26).

Johannes der Täufer hat alles getan, was in seiner Kraft war, um zu dieser Göttlich-Menschlichen Vermählung zu bringen. Die ihm vom Dreieinigen anvertraute Aufgabe war es – gemäß dem Wort Gottes vom Buch Maleachi:

„Siehe, Ich [Jahwéh] sende Meinen Boten [= es war Johannes der Täufer],
er soll den Weg für Mich bahnen.
Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht,
und der Bote des Bundes [= der Messias selbst: Jesus], den ihr herbeiwünscht.
Seht, Er kommt – spricht Jahwéh der Heere ...” (Mal 3,1).

Weiter mit Sprache der Analogie, bezeichnen die Evangelien die Gestalt Johannes des Täufers als des eben angekündeten ‘Meines Boten-Engels’, d.h. Meines Gesandten [hebr. Máleach = Gesandter, Engel = Gesandter]. Auch Jesus selbst hat das in seinem Zeugnis über Johannes dem Täufer bestätigt:

„Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen?
Ja, Ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen, als einen Propheten.
Er ist der, von dem es in der Schrift heißt:
Ich sende Meinen Boten vor Dir her, er soll den Weg für Dich bahnen’. ...
Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt.
Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll
....” (Mt 11,9f.13f.; vgl. auch Lk 7,27; Mk 1,1).

Johannes der Täufer hat tatsächlich das damalige Israel zur Vorbereitung zum Neuen Bund durch Bekehrung der Herzen aufgerufen. Es geschah in Erwartung Dessen, der der „Herr des Tempels” ist (Mal 3,1):

Stimme eines Rufenden in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade
...” (Mt 3,3; Mk 1,3; Lk 3,3-6).

Johannes der Täufer

... kam in die ganze Landschaft am Jordan
und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden
...” (Lk 3,3).

So hat er seine feinfühlige Sendung erfüllt: die Braut – für den Bräutigam zu vorbereiten. Das war die ihm aufgetragene Aufgabe hinsichtlich des damals lebenden Geschlechts, ähnlich wie später, nach Jahren, eine ähnliche Aufgabe der Völker-Apostel – der Hl. Paulus mit Bezug auf das weitere Geschlecht erfüllen wird, das jetzt er – zur Vermählung mit dem Bräutigam – Jesus Christus, vorbereiten wird:

„... Ich bin nämlich eifersüchtig auf euch [es schreibt Paulus an die Korinther] mit Gottes Eifersucht.
Denn ich habe euch einem einzigen Mann verlobt [= dem Christus],
um euch als eine reine Jungfrau Christus zuzuführen ...” (2 Kor 11,2).

Darauf hat zugleich die Johannes dem Täufer vom Dreieinigen anvertraute Rolle beruht, die dem ‘Freund des Bräutigams’ eigen ist: um diesen Bräutigam zur Braut herbeizuführen und alle Bemühungen zu unternehmen, dass die geplante Ehe ‘menschlich’ gesehen und vom Gottes Gesichtspunkt aus ‘gelungen’ sei.

Johannes der Täufer ist sich bewusst, dass seine Aufgabe als „Freundes des Bräutigams” zu Ende gekommen ist.

(0,15 kB)  Im ersten ‘Akt’ der erfüllten Rolle des ‘Freundes des Bräutigams’  bereitete er das Volk Gottes vor: das damalige Israel „von innen her” : der Lauterkeit des Gewissens, mit Einsatz aller seiner Kräfte – zur Annahme Jesus als den „Bräutigam”. Dieser war es der Göttliche Bräutigam des Menschen: Mann und Frau.
– Viele Israeliten haben die von Johannes dem Täufer verkündete Botschaft der Buße und Bekehrung angenommen. Es bekehrten sich selbst die Zöllner und – noch mehr: „Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun” (Lk 3,14).
Leider – wie wir schon erwähnt haben, „... die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten haben den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen” (Lk 7,30).

(0,15 kB) Im zweiten ‘Akt’ der Vorbereitungen zum geplanten Vermählungs-Bund zwischen Gott und dem Neuen Israel, hat Johannes der Täufer den ‘Bräutigam’, d.h. Jesus – zu gerade dieser Braut herbeigeführt: zu Israel des Neuen und Ewigen Bundes.
– Das geschah, indem er Israel deutlich Jesus gezeigt und Ihn in seiner dreifachen Beschaffenheit identifiziert hat: als „Messias” (Joh 3,28f.), als „Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt” (Joh 1,29) und als „Bräutigam” (Joh 3,29f.).

Dass es keinen Zweifel gibt, in was für einer Bedeutung Jesus ‘Bräutigam’ des Volkes Gottes des Neuen und Ewigen Bundes zwischen Gott und dem Menschen: Mann und Frau werden wird, äußert sich Johannes der Täufer mit ungewöhnlichem Nachdruck, dass dieser Jesus, von dem er sich als dem ‘Bräutigam’ ausdrückt, das „Lamm Gottes ist, das hinwegnimmt die Sünde der Welt” (Joh 1,29).
– Er vermählt sich also mit Israel des Neuen und Ewigen Bundes auf eine einzige Art und Weise: dadurch, dass Er „Sühnung für unsere Sünden ist ... und die der ganzen Welt” (1 Joh 2,2). Dieses Sühne-Opfer vollbringt Er in Kürze am Kreuz.

Dies signalisiert auch bald dieser Gottes Bräutigam selbst – Jesus Christus. Er sagt es bei seinem Nachtgespräch mit Nikodemus. Jesus bringt Nikodemus die von vornherein gesetzte Blockade vieler gegen das Vorhaben Gottes zum Bewusstsein:

„... Amen, amen, Ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir,
und was wir gesehen haben, das bezeugen wir,
und doch nehmt ihr unser Zeugnis [Jesu und des Vaters; Joh 1,1.18; 3,34 usw.] nicht an. ...
Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer Dem,
Der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschen-Sohn.
– Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat [s. Num 21,4-9; und: Joh 12,32: Ankündung des Kreuzes],
so muss der Menschen-Sohn erhöht werden, damit jeder,
der an Ihn glaubt, in Ihm das ewige – Leben hat ...” (Joh 3,11.13).

Jesus kündet hier eindeutig an, dass – indem Er der ‘Bräutigam’ ist, der sich mit der ‘Braut’ vermählt – verbindet Er sich mit ihr im ‘Ehe-Bund’ auf eine einzige Art und Weise: als ihr Erlöser, genauer: Erlöser-vom-Kreuz. Das wird zugleich die Stunde sein, wann das eheliche Zugeständnis vom hier zugegenden Bräutigam erklärt werden wird.

Johannes der Täufer, der Jesus mit seinem ‘Finger’ sowohl als Messias, wie Bräutigam und Lamm Gottes anzeigt, indem er selbst „Freund des Bräutigams” ist, „steht” bei Ihm und „hört Ihn” (Joh 3,29).
– Auch diese Worte kommen in die Rahmen der Sprache der Analogie und Allegorie gut rein. Johannes der Täufer sieht schon von vornherein Jesus als das „Lamm Gottes” getötet zur Hinwegnahme der Sünde der Welt und als Bräutigam-vom-Kreuz. In dieser Stunde vermählt sich jener „Bräutigam” am Kreuz mit seiner „Braut”. Dort bereitet der Vater für seinen Sohn das „Hochzeitsmahl” : ein – Königsmahl (vgl. Mt 22,1-14). Er lädt alle ein, die nur hinkommen möchten. Es wird am Kalvarienberg stattfinden: dicht an den Mauern von Jerusalem, also außerhalb der Stadt selbst:

„Jahwéh Zebaot wird allen Völkern ein fettes Mahl bereiten auf diesem Berg [auf Zion],
ein Mahl von abgelagerten Weinen, von markig-fetten Speisen, mit geseihtem Hefenwein ...
Er vernichtet den Tod auf immer” (Jes 25,6.8).

Johannes der Täufer wird auch in dieser Rücksicht zum ‘Freund des Bräutigams’. In seiner Bescheidenheit und im Bewusstsein des erfüllten Auftrages als gerade des „Freundes des Bräutigams”, äußert er sich von sich selber so, wie es Jesus formuliert hat:

„So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt,
was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen:
‘Wir sind unnützige Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan’ ...” (Lk 17,10).

Johannes der Täufer fasst nämlich seine Sendung in Worten zusammen:

„... Der Freund des Bräutigams aber,
der bei Ihm steht und Ihn hört
freut sich zum Höchsten über die Stimme des Bräutigams.
Diese meine Freude ist jetzt in Erfüllung gegangen.
Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden” (Joh 3,29f.).

Tatsächlich, Johannes sucht danach, bis zum Ende eine uneigennützige Freude aufgrund der Tatsache allein zu erweisen, dass seine Beliebtheit gewaltig abnimmt, dagegen das Volk Gottes an Jesus hängt – dem Lamm Gottes und Bräutigam-vom-Kreuz. Die aufrichtige Herzensfreude angesichts dessen, was menschlich gewertet ganz sicher ihn weh getan hat, ist Echo dieser Wirklichkeit, die auch der Bräutigam selbst: Jesus – als Gottes ‘Freude’ erleben wird.

Wird doch Jesus noch zwischen dem Letzten Abendmahl und seinem Hohepriesterlichem Gebet, d.h. unmittelbar vor dem Anbeginn „seiner Stunde” : der Folter des gerade vollbrachten Erlösungs-Werkes, bis sechsmal von ‘Freude’ sprechen (s. Joh 15,11; 16,20.21.22.24; 17,13).

Johannes wird kurz nachdem er auf Jesus als das Lamm Gottes hingewiesen hat, ins Gefängnis geworfen werden, wonach er unter total nicht erwarteten Umständen: im Ablauf der Geburtstagsfeier des Herodes Antipas, des Sohnes von Herodes des Großen, im Gefängnis enthauptet werden wird. Es war Racheakt an ihm vonseiten der Herodias, die von ihrem Mann Philippus, dem Bruder von Herodes Antipas, weggegangen ist, und seine zweite Frau wurde (s. Mt 14,1-12; Mk 6,14-29; Lk 9,7ff.).

So wurde er auch mit seinem Märtyrertod Vorgänger des treu angekündeten Messias, Bräutigams, Lammes Gottes.

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h. Das Zeugnis Johannes über Jesus dem Bräutigam
und die Ehe als Sakrament

Es gehört sich die Frage aufzustellen, wie der Zusammenhang zwischen dem gerade erörterten Zeugnis des Hl. Johannes des Täufers über Jesus ist: Messias, Lamm Gottes, Bräutigam – und der von ihm selbst bezeichneten eigenen Rolle als des „Freundes des Bräutigams” – und der Ehe als eines der Sakramente der Kirche?

(0,2 kB)  Die besprochenen Aussagen Johannes des Täufers betreffen die Ehe nicht in gewöhnlichem Sinn dieses Wortes: zwischen zweien Personen, die ihren ehelichen Bund schließen, der auf baldige Umgestaltung in Familie ausgerichtet ist.

(0,2 kB)  Johannes der Täufer weist beharrlich auf Jesus – als Bräutigam hin. Er bezeugt aufgrund der im Laufenden empfangenen Erkenntnis der Wahrheit-Treue der Offenbarung Gottes, dass Jesus der Gottes-Bräutigam ist – in enger Weiterführung der gut eingewurzelten bisherigen Offenbarung Gottes, der von Anfang an dem Menschen: Mann und Frau, mit späterer Präzisierung: mit Bezug auf das Volk seiner Auserwählung: Israel – den unentgeltlichen und uneigennützigen Bund der Kommunion von Leben und Liebe anbietet.

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Für diese Art der Tiere gibt es keine Frage – auf steile Felsen hinaufzuklettern, noch das Nachuntengehen. Sie bekommen keinen Kopfschwindel: es ist für sie alles Kleinigkeit. Das Stehenbleiben am Felsenrand über einen erschreckenden Abgrund.

Durch Johannes den Täufer führt Gott das Verständnis dieses Bundes, den Gott gleichsam eines Ehe-Bundes trachtet – in diesem Sinn weiter, dass er präzise auf Jesus hinweist, den Sohn Gottes, als Diesen, der sich mit dem Volk Gottes des Neuen und Ewigen Bundes vermählt. Die Rolle Johannes des Täufers ist im Verhältnis zum Gottes Bräutigam dienstlich, aber zugleich ruhmvoll: ihm ist es anheimgefallen, diese Vermählung zu verkünden und Jesus als Gott-den-Bräutigam zur ‘Braut’ herbeizuführen: zur schwierigen Braut Gottes des Bundes mit der Menschen-Familie, die sowohl bis jetzt, wie von nun an – immer wieder das voller Liebe eheliche Angebot Gottes zurückweist und untreu wird.

(0,2 kB)  Der von Johannes dem Täufer gezeigte Jesus, von ihm verkündet und angezeigt als gleichzeitig „Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt”, verleugnet niemals sein Wort, das Er dieser Seinen, über das Leben Geliebten, einmal gegeben hat, auch wenn diese ihren Gottes Bräutigam beständig verrät und vom Bösen betrogen – Ihn immer wieder zurückweist. Jesus-der-Bräutigam wird für sie das „geopferte Lamm” und „Lösegeld für viele” (Mt 20,28).
– Jesus-der-Bräutigam sagt niemals, dass die einmal seinem lebendigen Ebenbild angebotene, Göttlich-Menschliche Liebe und die Mann und Frau geschenkte Anteilnahme am Göttlich-Menschlichen Leben – ein großer ‘Missgriff im Leben’ gewesen ist. Er bleibt dem einmal dem Menschen angebotenen und geschlossenen ‘ehelichen Bund’, und der ihm gelobenen Liebe treu: nicht nur als Gott, sondern auch als Gott-Mensch, als Menschen-Sohn, geboren von Maria, seiner Jungfräulichen Mutter.

Die Offenbarung Gottes bestätigt daselbst – mit dem von uns erwogenen Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus: dem Messias, Lamm Gottes, Bräutigam, wie auch mit der eigenen Funktion Johannes, der sich selbst als ‘Freund des Bräutigams’ eingeordnet hat – die grundlegende Bedeutung der Ehe im Werk sowohl der Schöpfung, wie auch der Erlösung.

Wenn Gott selbst dem Menschen: Mann und Frau, erschaffen als Gottes Ebenbild und Gottes Ähnlichkeit, immerwährend zum Bewusstsein bringt, dass Er, Gott, der Erste für das Geschöpf seiner Auserwählung: den Menschen – ganz Bräutlich ist, und dass Er zu seiner dem Menschen einmal angebotenen und feierlich gelobenen Liebe unbedingt treu bleibt – der fortwährend wiederkehrenden Apostasie dieser Seinen, über das eigene Leben Geliebten zum Trotz, ist es von vornherein unwahrscheinlich, dass die Ehe im Vorhaben Gottes als des Schöpfers und Erlösers nicht eine ganz grundlegende Aufgabe spielen sollte.

Gott selbst sendet an den Menschen immer wieder bestätigte Signale, dass das, was Mann und Frau bindet, und zumindest unauflöslich binden soll – nach Gottes Vorhaben zum Menschen eine große und fortbestehende Versichtlichung für die beiderseitigen Beziehungen von Mann und Frau als Eheleuten – dieser immer bedingungslos treuen Liebe ist, mit der sich Gott – auf seine Gottes Art und Weise, umso mehr ‘Bräutlich’, einerseits mit umso mehr unauflöslicher, unbedingt treuer Liebe bindet, wie anderseits mit der Einladung zur Teilnahme am selben Leben mit dem Menschen, den Er unwiderruflich in seiner Männlichkeit und Fraulichkeit als sein Ebenbild und seine Ähnlichkeit erschaffen hat.

Daselbst zeigt der gerade erwogene Bericht vom Zeugnis Johannes des Täufers über Jesus-dem-Bräutigam darauf, dass der Mensch – Mann und Frau, der im Akt seiner Erschaffung zugleich zur Ehe und Familie als des Ur-Sakraments der Schöpfung berufen worden ist, zugleich im Akt selbst der Erschaffung zum Zustand der ursprünglichen Unschuld und Gerechtigkeit erhoben wurde. Dieser Zustand ging dem Sündenfall der ersten Eheleuten-Eltern voran.

Die Berufung des Menschen zur „Heiligkeit und Unbeflecktheit” in Gottes Angesicht war nicht einmal die Sünde imstande, völlig zu erlöschen. Diese Berufung findet ihre nie aufhörende Weiterfolge u.a. dank der Ehe als des Ur-Sakramentes der Schöpfung, dagegen in der vollbrachten Erlösung – durch die Erhebung der Ehe auf das Niveau des Sakramentes der Kirche. Die Sünde hat zwar dem Gewissen tiefe Verwundungen zugefügt. Sie hat sowohl den Willen des Menschen, wie auch seinen Verstand in tiefen Schatten versunken.

Es ist aber die Erlösung gekommen. Erlöser seines lebendigen Ebenbildes wird Gott selbst werden. In Jesus Christus, dem Sohn des Urewigen Vaters, aber auch tatsächlichen Sohn seiner Jungfräulichen Mutter Maria, wird Gott persönlich Sühne-Opfer für die Sünden des Menschen. Das wird der höchstmögliche Erweis der Liebe werden, mit der Gott den Menschen geliebt hat – in Analogie zur Bräutlichen Liebe der menschlichen Brautleute: Mann und Frau. Im Kreuzes-Opfer bietet Gott seiner Braut: der Kirche und jedem Menschen – ganz von neuem den unwiderruflichen Bund an, d.h. die Kommunion in seiner Liebe und in seinem Leben. Vermählungs-Gabe wird der hingegebene Leib Christi – und das vergossene Blut Christi: zur Vergebung der Sünden. Auf solche Art und Weise vereinigt sich Gott auf dem Kreuz – Bräutlich, mit dem Geschöpf seiner Vorliebe.

Sollte es also nicht gerecht sein, dass die Ehe auf „heilige und unbefleckte”  Weise erlebt werden soll, wenn sie im Gottes Vorhaben der Liebe dem Menschen geschenkt wird als immerwährende, spontane Um-Ausrichtung dieser Liebe, mit der Gott den Menschen der Erste geliebt hat – auf diese Liebe, die Mann und Frau unbedingt treu verbinden soll?

In eben diesem Geist gestalten sich die direkt von der Offenbarung Gottes als Wahrheit-Treue geschöpften Aussagen, in denen sich Johannes der Täufer über Jesus als Bräutigam ausdrückt.

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2. Jesus von sich als dem Bräutigam

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a. Frage der Jünger Johannes
des Täufers betreffs des Fastens

In Suche nach Stellen im Evangelium, in denen man irgendwelche Ausgangspunkte zum Aufbau der Theologie der Ehe als Sakraments der Kirche finden könnte, gelangen wir zu noch einer Stelle. Dieses Mal stellt Jesus selbst auf eindeutige Weise sich selbst als Bräutigam vor. Wie es meistens zu sein pflegt, fängt Jesus keine Auseinandersetzung über ein bestimmtes Thema selbst an, dagegen Er greift sofort einen sich ereignenden Anlass auf, um gelegentlich der Antwort eine wichtige dogmatisch-ethische Belehrung zu übermitteln.

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Kommunion der Familie beim gemeinsamen Tisch! Wie gern sammelte Jesus die Jünger beim selben Tisch: des Wortes Gottes und des Brotes Gottes!

Es handelt sich um den Bericht, den mit beinahen identischen Worten die ‘Synoptiker’ beschreiben, d.h. die ersten drei Evangelisten: Matthäus, Markus und Lukas. Es ereignete sich in der Zeit, wann die eifrigen Juden gerade Fastentage verrichteten.

Wir greifen nach der Version des Ereignisses im Bericht des Hl. Markus. Es ist also Bericht im Grund genommen von Petrus selbst. Seine Ansprachen hat auf Bitte der Christen in Rom Markus aufgeschrieben, der damalige untrennbare Jünger-Sekretär des Petrus.
– Markus schreibt:

„Die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten gerade.
Da kamen einige und sagten zu Ihm [zu Jesus]:
‘Warum fasten die Jünger des Johannes und die der Pharisäer, und Deine Jünger fasten nicht?’
– Jesus antwortete ihnen: ‘Können die Hochzeitsgäste denn fasten,
während der Bräutigam mit ihnen ist?
[griech. hier: en ho nymphíos met’auton estin: also nicht ‘bei ihnen’ wie meistens ins Deutsche übersetzt wird, sondern ‘mit ihnen’: Mk 2,19]?
Solange sie den Bräutigam mithaben, können sie nicht fasten.
Es werden aber Tage kommen, da ihnen der Bräutigam genommen wird.
Dann werden sie fasten an jenem Tag’ ...” (Mk 2,18-20; s. Mt 9,14-17; Lk 5,33-39).

Man kann wiederholt den charakteristischen Stil bewundern, wie Jesus eine Auseinandersetzung mit seinen Gegnern geführt hat. Die geistigen Führer des damaligen Israels, also die Pharisäer, die mit ‘Schriftgelehrten’ verbundet waren [hebr.: toráh = Gesetz: Pentateuch von Mose; mit Zuständigen im Gesetz], deren Lehre als maßgebend für das religiöse Leben des Volkes Gottes galt, haben immer andere, neue ‘Fasttage’ empfohlen, oder sie dem Volk auferlegt.

Das ‘Fasten’ an sich war religiöse Praxis, die in Israel tief verwurzelt und angewandt war. Man verrichtete Fasten vor allem um Gottes Barmherzigkeit in Zeiten von Kataklysmen der Nation, der Natur und politischen Ereignisse zu erflehen.
– Fasten pflegte man offenbar auch im individuellen Leben zu unternehmen. Die Unternehmung einer auf sich genommenen Abtötung und Fasten wurde in Gottes Augen Erweis der Lauterkeit der Meinung der betreffenden Person, bzw. ganzer Gruppen von Personen.

Die Haltung eines Menschen, der auf sich die Absage von Empfang reichlicher Nahrung auferlegt hat, bzw. das Essen auf Brot und Wasser allein beschränkte, oder anderseits an Tagen des Fastens auf eheliche Intimität aus religiösen Motiven verzichtet – war damit begründet, Gott beweisen zu wollen, dass man seinen manchmal schwierigen Willen anzunehmen bereit ist und in möglichst genauester Praxis nach den Erfordernissen des Bundes treu verharren will, wie sie von Gott seinem Volk, den Hebräern, den heutigen Israeliten-Juden angeboten wurden.

Beweggrund, um ein religiöses Fasten zu unternehmen, waren nicht allein gesundheitliche Rücksichte. Es ging auch nicht um Übung der ‘Askese-um-der-Askese-willen’, wie es u.a. im Sport zu sein pflegt. Beim religiösen Fasten handelte es sich immer um die innere Läuterung des Gewissens, und zugleich darum, durch das Fasten die Barmherzigkeit Gottes, oder eine besondere Gnade zu erbitten.

Fasten als zutiefst religiöser Akt wird neben dem Gebet und Almosen Erweis von Demut, Anvertrauen auf Gott, und auch Liebe, die für Gott und den Nächsten aufgeschlossen sein will. Kein Wunder, dass mit Fasten im religiösen Sinn dieses Wortes immer ein intensiveres Gebet verbunden war, und parallel dazu eine aufrichtiger erlebte Abrechnung von seinen Verhaltensweisen Gott und den Nächsten gegenüber (s. z.B. Ex 34,28; Lev 16,29ff.; 23,29; Ri 20,26; 2 Sam 12,16f.22; 1 Kön 19,8; 21,27; Jdt 8,6; Est 4,16; Jona 3,7; Joel 2,15f.; usw.).

Es versteht sich von allein, dass parallel mit Fasten eine tatsächliche Bekehrung des Herzens und intensivierte Praxis der Liebe sowohl zu Gott, wie zu den Nächsten einhergehen sollte.
– Wenn mit der Praxis des Fastens nicht die Haltung einer Verfügbarkeit gegen Gott und tatsächliche Werke der Nächstenliebe gemäß den Erwartungen Gottes einher gehen würde, wäre es Ausdruck einer inneren Heuchlerei. So pflegte es allerdings zu sein – sowohl zu Zeiten Jesu, wie in der ganzen Geschichte des Alten Testamentes, und heute auch noch.

Kein Wunder, dass schon die Propheten gegen falsch begriffene Praktiken von Fasten auftraten. Beispiel dafür ist besonders das folgende Fragment vom Trito-Jesaja:

„Rufe aus voller Kehle ...! Verkünde Meinem Volk sein Vergehen ...! Zwar fragen sie Mich Tag für Tag und es gefällt ihnen, Meine Wege zu kennen. Wie eine Nation, die Gerechtigkeit übt ... Sie fordern von Mir gerechte Entscheidungen, haben Gefallen daran, Gott zu nahen:
Warum fasten wir, und Du siehst es nicht, demütigen wir uns, und Du merkst es nicht?’
– Siehe, am Tag eures Fastens geht ihr euren Geschäften nach und drängt alle eure Arbeiter. Siehe, zu Streit und Zank fastet ihr und um mit gottloser Faust zu schlagen.
So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. Ist ein Fasten, an dem Ich Gefallen habe, etwa wie dies: Ein Tag, an dem der Mensch sich demütigt? Seinen Kopf zu beugen wie eine Binse und sich in Sacktuch und Asche zu betten? Nennst du das ein Fasten und einen dem Jahwéh wohlgefälligen Tag?
– Ist nicht vielmehr das ein Fasten, an dem Ich Gefallen habe: Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freie zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dein Brot dem Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Nächsten nicht entziehst?
– Dann wir dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell sprossen. ... Dann wirst du rufen, und Jahwéh wird antworten. Du wirst um Hilfe schreien, und Er [wird sagen]: Hier bin Ich” (Jes 58,1-9).

Jesus hat die Praxis des Fastens niemals verboten. Auch selbst hat Er Fasten unternommen, z.B. vor dem Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit (Mt 4,2; Lk 4,2).
Als die Apostel den Mondsüchtigen von der Verknechtung vom Bösen Geist nicht befreien konnten (Mt 17,18), hat Er das auf Bitte seines Vaters getan:

„Jesus bedrohte ihn, und der Dämon fuhr von ihm aus. Und von jener Stunde an war der Junge geheilt.
Da traten die Jünger für sich allein zu Jesus und sprachen: ‘Warum haben wir ihn nicht austreiben können?’
– Er aber spricht zu ihnen: ‘Wegen eures Kleinglaubens ... – Und nichts wird euch unmöglich sein. Diese Art fährt nicht aus außer durch Gebet und Fasten’ ...” (Mt 17,18-21; vgl. Mk 9,29).

Die Apostel haben die Haltung Jesu in dieser Frage im Gedächtnis gut behalten. Der Völker-Apostel Paulus war selbst des Öfteren hungrig und durstig. Trotzdem hat er noch selbst, zusätzlich, wiederholt Fasten unternommen (vgl. Apg 9,9; 2 Kor 6,5; 11,27). Ähnlich handelten die übrigen Apostel und die Ursprüngliche Kirche (vgl. Apg 13,2f.; 14,23).

Jesus hat aber deutlich vor Pharisäismus in der Praxis des Fastens gewarnt, d.h. vor Unternehmung der Fastens ‘zur Schau’  der Umgebung. Hier das Wort Jesu:

„Habt Acht auf eure Gerechtigkeit, dass ihr sie nicht vor den Menschen übt,
um von ihnen gesehen zu werden!
Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist” (Mt 6,1).

Daher fügt Er im Anschluss an unternommenes Fasten hinzu:

„Wenn ihr aber fastet, so seht nicht düster aus wie die Heuchler!
Denn sie verstellen ihre Gesichter, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen.
Wahrlich, Ich sage euch, sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,
damit du nicht den Menschen als ein Fastender erscheinst,
sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist.
Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten ...” (Mt 6,16ff.).

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b. Lizitieren um Fasten zur Schau

Im besprochenen Fall: des von uns erörterten Fragments (s. ob.: Fasten und der Bräutigam: Text von Markus), haben wir mit eigenartiger ‘Prahlerei’ der Jünger Johannes des Täufers wegen unternommenen Fastens zu tun. Nach Matthäus sind gerade diese Jünger von Johannes zu Jesus gekommen und haben Ihn direkt – angeblich nur um seine Jünger gefragt:
Warum fasten Deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten” (Mt 9,14)?
Eine so formulierte Frage war selbstverständlich direkt gegen Jesus gerichtet und äußerte die tiefe Entrüstung der Jünger Johannes angesichts des von ihnen bemerkten ‘Mangels an Frömmigkeit und Eifrigkeit’ im Kreis der Jünger Jesu aus.

Noch derber formuliert den Jesu gestellten Vorwurf der Evangelist Lukas. Er berichtet:
Die Jünger des Johannes fasten oft und verrichten Gebete, ebenso auch die der Pharisäer; die deinen aber essen und trinken” (Lk 5,33). Man kann deutlich bemerken, die Jünger Johannes des Täufers lizitierten sich beim unternommenen Fasten und vielleicht langen Gebeten mit jenen, die sich der Geistlichkeit, die von Jesus strahlte, unterzogen haben. Sie nahmen daran Anstoß, zugleich aber haben sie sich als ‘die Besseren’ gehalten. Das zeugt von nicht allzu lauterer Absicht des unternommenen Fastens, das großenteils ‘zur Schau’ verrichtet wurde.

Noch mehr, über Jesus, der die Einladung selbst vonseiten der Zöllner nicht verachtete, wie auch von seinen Jüngern, kreisten Meinungen voller Pharisäischen Anstoßes. Solche Ansichten konnten unmöglich nicht an Jesus selbst gelangen.

Der Meister von Nazaret hat zuletzt die von Ihm umlaufenden, beleidigenden Stichelworte angeführt. Es war im Zusammenhang mit dem Zeugnis, das Jesus über Johannes den Täufer abgelegt hatte.
– Gei Gelegenhalt hat Er damals erwähnt, wie die „Pharisäer und die Gesetzesgelehrten den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos gemacht haben” (Lk 7,30), indem sie sich von Johannes dem Täufer nicht taufen ließen. Er stellte damals auch die Wertschätzung des geistigen Gesichts der damaligen Gesellschaft dar:

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Warum weint dieses Mädelein so bitter? Sie musste eine bittere Ungerechtigkeit und Schaden erfahren haben. Denn das Weinen eines Babys ist leicht verständlich. Dagegen solches Weinen wie hier bei diesem groß werdenden Mädchen kommt niemals leicht zum Vorschein ohne einen tiefschneidenden Schaden. Wie wichtig ist es, dass im Haus-Familien-Milieu immer das Klima des gegenseitigen Vertrauens herrscht!

„Wem soll Ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? ... –
Sie sind Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und einander zurufen und sagen:
Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt;
wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint’
.
Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der weder Brot aß noch Wein trank, und ihr sagt:
‘Er hat einen Dämon’.
Der Menschen-Sohn ist gekommen, der da isst und trinkt, und ihr sagt:
Siehe, ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund von Zöllnern und Sündern’.
Und die Weisheit ist gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern” (Lk 7,31-35).

Jesus führt hier Meinungen über sich und Johannes den Täufer an. Es hat sich gezeigt, dass man mit der damaligen Gesellschaft unmöglich ‘zurechtkommen’ kann. Als nämlich Johannes der Täufer, der ein großer Büßer war, seine Tätigkeit fortgeführt hat, der dabei „weder Brot aß noch Wein trank”, haben die Pharisäer und Rabbiner seine Botschaft zurückgewiesen. Sie strebte danach, das Volk Gottes zur Ankunft Seiner – des Menschen-Sohnes, zu vorbereiten: des Messias – Lammes Gottes – Bräutigams.

Indessen die geistigen Führer des Volkes haben sein Zeugnis missachtet und – wie wir oben gesehen haben – sie haben Schritte unternommen, um die Worte Johannes des Täufers mit Bezug auf Jesus zu neutralisieren (s. ob.: Blockierung des Zeugnisses hinsichtlich Jesus). Sie haben im Volk die negative Meinung verbreitet, die aber offene Sünde gegen den Heiligen Geist war:
„... der weder Brot aß noch Wein trank, und ihr sagt: Er hat einen Dämon’ (Lk 7,33).
– Umgekehrt: als Jesus zu den ‘Sündern und Zöllnern’ ging, indem Er die sich ihnen öffnende Chance der Erlösung zeigte, haben sie Jesus angeklagt:
Siehe ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder” (Lk 7,34).

Es drängte sich ein einfacher Schluss auf: Die geistigen Anführer des Volkes haben wohl oder übel die Haltung der inneren Verstocktheit erwiesen. Sie wollten auf die von ihnen manipulierte Art und Weise, wie es Gott zu begreifen gilt, nicht verzichten. Sie hatten ganz deutlich vor, das Erlösungs-Vorhaben Gottes – dem von sich selber gestalteten ‘Vorhaben’ zu unterordnen.
– Dieses stand aber im totalen Gegensatz dazu, was Gott angestrebt hat als den von sich aus angebotenen Neuen und Ewigen Bund mit dem Menschen: Mann und Frau. Dieser Bund war ab dem Ur-Anfang vorgekündet, und nachher immer deutlicher – zumal durch die Propheten – dargestellt.

Allerdings schon die Propheten mussten wiederholt mit Herzensschmerz feststellen:

„Doch sie wollten nicht hören, sondern versteiften ihre Nacken wie die Väter,
die nicht auf Jahwéh, ihren Gott, vertrauten ...” (2 Kön 17,14).

Erst auf diesem Hintergrund wird die Aussagekraft dieser Worte ersichtlich, mit denen Jesus die Haltung seiner Jünger erklärt und zugleich rechtfertigt, was die Praxis des ‘Fastens’ angeht.
– Diese Praxis wird in der Jetztzeit inaugurierten Zeitepoche dessen ins Leben einverleibt, was als weitere „Neuheit des Evangeliums” (dieser Ausdruck wird mehrmals gebraucht u.a. in: MuD 11.12.13.20.23.24) genannt werden muss im Verhältnis zu dem, was es ‘bisher’ gegeben hat.

Die neue Geistlichkeit, die samt der erreichten „Fülle der Zeit” (Gal 4,4) beginnt – dieses Mal im Bereich der unternommenen Abtötungen und Fasten, wird keinen Bruch mit der bisherigen dogmatischen Überlieferung darstellen. Sie wird dagegen ihre Läuterung und Weiterführung bedeuten, die aber auf die Bedingungen des Neuen und Ewigen Bundes angepasst werden wird, die Gott in seinem Sohn Jesus Christus mit der Menschen-Familie, jetzt schon auf neuen Voraussetzungen, schließen wird.

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RE-Lektüre: VI.Teil, 9.Kapitel, ad ‘b’.
Stadniki, 12.VIII.2015.
Tarnów, 17.VIII.2021.


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c. Jesus: Messias – Lamm – Bräutigam
Belehrung der Offenbarung
Offenbarung bezüglich Jesus den Messias. Text Joh 3,27-30
Jesus der Bräutigam. Text: Joh 3,27-30
Im Zeugnis Johannes dargestellte drei Gestalten

d. Drei Offenbarungs-Fäden: Messias-Lamm-Bräutigam
Jesus und das zu vollbringende Werk des Vaters
Sohn Mariens – der Messias
Sohn Mariä – Lamm Gottes
Sohn Mariä – der Junge Mann: Bräutigam

e. Blockierung des Zeugnisses hinsichtlich Jesus

f. Jesus und Jahwéh: Messias-Lamm-Bräutigam
Jesus als Messias und Lamm getötet um der Sünder willen
Sollte etwa Jesus – Jahwéh-Bräutigam sein
Identifikation der Jungen Frau
Liebe Gottes – menschlich ausgedrückt. Text: MuD 23

g. Johannes der Täufer: Freund des Bräutigams
Aufgabe Johannes des Täufers
Rolle des Freundes des Bräutigams
Johannes der Täufer als Freund des Bräutigams
Paulus vom Jesus-dem-Bräutigam

h. Das Zeugnis Johannes über Jesus dem Bräutigam und die Ehe als Sakrament

2. Jesus von Sich als dem Bräutigam
a. Frage der Jünger Johannes des Täufers betreffs des Fastens
Jünger Johannes bei Jesus: dem Bräutigam. Text Mk 2,18-20

b. Lizitieren um Fasten zur Schau


Bilder-Fotos

Abb.1. Johannes Paul II. - Im Sarg in der Klementiner-Kapelle (a)
Abb.2. Johannes Paul II. - Beerdigungs-Zeremonien (b)
Abb.3. Der Herr hat mit weiterem, achten Kind beschert ...: Familie mit 10 Kindern
Abb.4. Was für Vertrautheit: Knabe mit Katze
Abb.5. Gämse am Felsenrand über den Abgrund
Abb.6. Bitter weinendes heranwachsendes Mädchen