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Ermächtigungen im Bereich der Geschlechtlichkeit

Die erwähnten Feststellungen kommen aus den Grundlagen selbst des Seins hervor. Daher sind sie auch unrüttelbar. Sache des Bewusstseins und des freien Willens des Menschen bleibt es, dass sie offen angenommen werden und dass dem Schöpfer für die empfangenen wunderbaren Gaben seiner Liebe unserseits die gegenseitige Liebe erwiesen wird.

Dann bleibt nur noch die Aufgabe, dass wir all diese Gaben gemäß der uns eingehändigten Zuständigkeiten verwalten. Diese sind aber synthetisch in den Zehn Geboten Gottes enthalten. Ihre Annahme ist Frage der Würde des Menschen: Mann und Frau, und des Friedens, der Freude und ihres Erfüllens mit Herzen. Gott erpresst niemals die Befolgung seiner Gebote. Er bittet dagegen dringend, dass sie liebend ins Leben einverleibt werden – zu vielfältigem Gut. Zugleich bringt Er aber auch offen das tragische Finale für den Fall zum Bewusstsein, falls sie nicht beobachtet werden sollten.

Wir bemerken, dass das Gebiet der Geschlechtlichkeit eine ganz besonders behütete Domäne darstellt, deren Verwaltung Gott dem Menschen anvertraut hat. Sie hängt irgendwie geheimnisvoll sowohl mit Liebe zusammen, wie auch der Möglichkeit, Menschen-Leben wecken zu können. Daselbst berührt das Einschreiten auf dieses Terrain von besonders nahe die gleichsam engste Zuständigkeit Gottes als Gottes. Demzufolge geht dieses Gebiet gleichsam mehr als irgendwelche andere Bereiche der Verwaltung der Mensch-Seins-Gabe – niemals zum ‘Eigentum und Besitztum’ des Menschen über.

Es ist gut, hier noch einmal die schon ein paarmal erwogene Aussage Johannes Paul II. zu wiederholen:

„... Indem Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat
und ihn immerwährend im Dasein unterhält,
prägt Er dem Mensch-Sein von Mann und Frau die Berufung,
also die Befähigung und die Verantwortung für die Liebe und die Gemeinschaft ein.
Die Liebe ist demnach die grundlegende und eingeborene Berufung jedes menschlichen Wesens” (FC 11).

Eine der hier erwähnten Gaben ist die Berufung und die Befähigung, immer andere Gemeinschaften zu gründen. Die grundlegende soziale Zelle aller weiteren Gemeinschaften ist – gemäß dem Vorhaben der Liebe Gottes – der Bund der Liebe und des Lebens, den der eheliche Bund bilden soll.

Die Ehe an sich ist selbstverständlich kein zufälliges Erzeugnis des Menschen, noch Frucht der blinden Kräfte einer Entwicklung (Evolutionismus). Gott erlaubt sich nicht, dass irgendetwas, was direkt sein lebendiges Ebenbild angesichts der Welt betrifft, seiner Schöpfer-Liebe gleichsam ‘entschlüpfen’ sollte. Diese „will doch den Menschen” immerwährend „um seiner Selbst willen” (vgl. GS 24). Daher ist auch die Ehe – gleichsam mehr als irgendetwas anderes, Werk Gottes selbst als des Schöpfers.

Das wurde mit Nachdruck von Paul VI. hervorgehoben:

„Weit davon entfernt, das Produkt des Zufalls oder Ergebnis des blinden Ablaufs von Naturkräften zu sein,
ist die Ehe in Wirklichkeit vom Gott dem Schöpfer zu diesem Zweck klug und vorsehentlich gegründet,
dass sein Vorhaben der Liebe in den Menschen verwirklicht werden kann ...” (HV 8).

Die Erschaffung der Institution der Ehe wurde auch von Jesus selbst, dem Gott-Menschen, mit eindeutigen Worten als eines der Gottes Schöpfer-Werke dargestellt:

„Da traten Pharisäer an Ihn heran, um ihn auf die Probe zu stellen, und fragten:
Ist es dem Mann erlaubt, aus jedem beliebigen Grund seine Frau aus der Ehe zu entlassen?
Er antwortete: ‘Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer
am Anfang den Menschen als Mann und Frau geschaffen und gesagt hat:
Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden,
und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch
.
Was nun Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen’ ...” (Mt 19,3-6; vgl. Mk 10,2-9).

Nicht diese Zweien allein einigen sich im Ehebund, sondern an erster Stelle wird ihr Band als Ehepaars von Gott gebunden und bestätigt.
Zugleich verleiht dann Gott diesen Zweien die nötigen Ermächtigungen, dass sie ihrem Auftrag als Ehepaars und Eltern gerecht werden können.

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Unter den unterschiedlichen Formen, wie die Zärtlichkeit und Liebe sich einander erwiesen werden kann, hat Gott dem Menschen eine ganz besondere zum Geschenk bereitet. Es soll eine Gabe sein, die „eigen und vorbehalten ist” (HV 8; FC 11) für Eheleute. Es ist die Möglichkeit, die eheliche geschlechtliche Vereinigung unternehmen zu dürfen.

Diese Art und Weise, mit der die gegenseitige Liebe von Mann und Frau in der Ehe erwiesen werden kann und darf, unterscheidet sich konstitutiv von allen anderen Arten und Weisen der Liebe-Zeugnisse, in denen es zu keinem Einsatz der Geschlechtsorgane kommt.
– Alle anderen Formen legen sich auf der Linie der Bezeugung vor allem des Liebe-Bandes, wobei sie nicht unmittelbar an ihre Ausrichtung auf Elternschaft anknüpfen.
– Umgekehrt, greifen die Ehegatten nach dieser einen Art und Weise, mit der sie sich einander ganzheitlich hingeben können als Gabe der „Person für die Person” (BF 11), indem sie dann zum „Zwei-zu-Einem-Fleisch” werden, schließt dann sowohl die Struktur des Aktes, wie die mit ihr verbundene Dynamik des Aktes diese beiden in der dann erfolgenden ihrer Vereinigung sperrenangelweit für die Möglichkeit auf, das Menschen-Leben wecken zu können. Das aber engagiert jedesmal einen wesentlichen, unmittelbaren Eingriff Gottes selbst.

Indem also Gott seinem Selbst nach Liebe-Leben ist, hat Er auch die höchste Art und Weise, wie sich die Liebe mit dem Akt der geschlechtlichen Vereinigung in der Ehe erwiesen kann, untrennbar mit seiner jedesmaligen Aufschließung sperrenangelweit für die Potentialität verbunden, Leben einer neuen menschlichen Person übermitteln zu können.
– Das erklärt zugleich, warum Gott das jedesmalige Betreten des Terrains der Geschlechtlichkeit mit besonderen Gesetzen gesichert hat. Denn hier, gleichsam mehr als in irgendeinem anderem Bereich, wird jedesmal die Zuständigkeit allein Gottes unmittelbar berührt.
– Er ist der einzige Eigentümer und Besitzer sowohl der Liebe, wie des Lebens; Eigentümer selbstverständlich auch des Menschen überhaupt. Kein Wunder auch, dass die Gebote, die das Geheimnis gerade des Lebens und der Liebe betreffen, im Dekalog immer miteinander zuengst verflochten sind: „Du sollst nicht töten” (das V.Gebot), „Du sollst nicht die Ehe brechen” (das VI.Gebot).

In seiner Gottes Sorge sowohl um die Liebe, dass sie ‘Liebe sei’ [s. den Haupttitel unserer Homepage !], d.h. dass es „Hingabe der Person an die Person” wird (BF 11), wie der Sorge um das Geheimnis des Lebens, hat Gott das Einschreiten auf das Terrain der Intimität bis mit zwei unter den Zehn Geboten gesichert.
– So wurde das VI. und IX.Gebot Gottes zur besonderen Gabe für den Menschen-den-Mann und den Menschen-die-Frau. Gott hat es so zum besten Gut sowohl dieser beiden als Partner-Eheleute-Eltern entschieden und eingerichtet, wie auch für das Kind, das infolge des unternommenen Aktes empfangen werden kann.

Diese Gebote bestimmen daselbst die unüberschreitbaren Grenzen für die menschliche Zuständigkeit im Bereich der Geschlechtlichkeit. Daran knüpft an – im Anvertrauen auf das aufgetragene Mandat des sichtbaren Stellvertreters Christi, Papst Paul VI. in der Enzyklika Humanae vitae tradendae:

„... Wie nämlich der Mensch ganz allgemein keine unbeschränkte Verfügungsmacht über seinen Körper hat, so auch – ganz im besonderen – hat er sie nicht über die Geschlechtskräfte als solcher, sind doch diese ihrer Natur nach auf die Weckung menschlichen Lebens angelegt, dessen Ursprung Gott ist” (HV 13).

„Will man die Aufgabe der Weitergabe des Lebens nicht menschlicher Willkür überlassen, dann muss man für die Verfügungsmacht des Menschen über den eigenen Körper und seine natürlichen Funktionen unüberschreitbare Grenzen anerkennen, die von niemandem, sei es Privatperson oder öffentliche Autorität, verletzt werden dürfen” (HV 17).

Wer hat also die Genehmigung erteilt?

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Erklärung

Am Hintergrund dieser Feststellungen sollte jetzt noch einmal die Frage aufgestellt werden betreffs der Unternehmung geschlechtlicher Intimität unter vor-ehelichen und außer-ehelichen Partnerschaften. Es zeugte vom Feigesein, wenn die Zweien diese Frage zu übergehen suchten und so handelten, ‘als ob hier nichts besonderes stattgefunden’ wäre. Täuschte sich jemand vor, er wisse überhaupt nicht, worum es hier geht, demzufolge er den Versuch unternimmt, den Strauß zu machen, indem er nicht einmal den Gedanken, über die hier objektiv existierende Wirklichkeit nachzudenken zulässt, ist nicht mächtig, diese Wirklichkeit von der Existenz wegzuwischen. Schlimmer, wenn solche Nicht-Zulassung der Gewissensbisse u.dgl. Zeugnis einer fortschreitenden, bewusst unterhaltenen Verstocktheit des Herzens wäre.

In dieser Lage fragen wir wiederholt – mit aller Distanz vor der Würde jeder menschlichen Person, aber zugleich mit unabtrittbarem Ernst:

(0.13 kB)   Wer hat euch, Ihr Kinder Gottes, die Genehmigung gegeben, vor der eingegangenen Ehe zu verkehren?

(0.13 kB)  Wer hat Euch bevollmächtigt, das Petting zu unternehmen?

(0.13 kB)  Wer hat Euch erlaubt, dass ihr euch gegenseitig in eurer geschlechtlichen Intimität zugänglich macht?

Denn Gott spricht eindeutig klar: „Du sollst nicht die Ehe brechen”. Dieses Gebot stammt von Diesem, der „der Einzige – der Gute ist” (Mt 19,17). Der Heilige Paulus, der Völkerapostel, fügt noch hinzu: „Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige, noch ... Ehebrecher ... werden das Reich Gottes erben” (1 Kor 6,9f.).

Freilich es ist klar: Gott erpresst am Menschen, den Er „um seiner Selbst willen gewollt hat” (GS 24) niemals, dass Er Seine Stimme hört. An sich zeugt die Formulierung des VI.Gebotes untrüglich davon, dass es zwar wahrhaft ein Gebot ist, zugleich aber ist es keine Erpressung irgendeiner Betätigung. Gott beruft sich auf den freien Willen des Menschen. Er trachtet ihn als jemanden Freien, der keiner äußeren Notwendigkeit, noch einer blinden Vorherbestimmung unterliegt. Gott lässt außer Zweifel nicht dazu, dass sich in seinem Gefolge eine Person findet (jeder Engel ist Person; Person ist auch der Mensch – und nur der Mensch), die Sklave wäre, und die seine Verordnungen als verknechtetete erfüllte – voller Hass im Herzen.

So sehen wir, dass gerade solche Haltung Gottes hinsichtlich der Würde der menschlichen Person die Möglichkeit beachtet, die zwar von Gottes Seiten keinesfalls gewollt wird, dennoch die tatsächlich besteht, weil Gott den Menschen mit freiem Willen beschenkt hat, dass nämlich dieser freie Wille der geliebten Person ... das Gebot Gottes zurückweist. Gott wird dann in Kraft der Entscheidung dieses freien Willens genötigt, den Tempel des Herzens dieses Menschen sofort zu verlassen.

Gott tut es auch in seiner Gottes Demut, mit untröstlichem Schmerz seines Herzens – und lässt diesen Tempel auf Wunsch jenes Menschen Beute des Feindes sowohl Gottes, wie des Menschen werden: dieses, der der Böse ist. Das Begehen einer Tat, die sich dem Gebot Gottes widersetzt bewirkt nämlich, dass Gott in diesem bisher schönen Tempel des Heiligen Geistes auf keinen Fall weiter verweilen kann. Gott weicht auf Befehl des freien Willens des Menschen zurück, indem doch dieser – Gott deutlich herausbittet und Ihm zuschreit: „Weg mit Dir! Dein Gebot höre ich sowieso nicht! Dir werde ich nicht dienen” ! (s. ob., die Tabelle: Weg von mir, Du Gott !)

Überschreiten diese Zweien das VI.Gebot (bzw. das IX.Gebot), eignen sie sich zum Besitztum diese Domäne an, über die sie vom Herrn nur zu Verwaltern bestellt wurden. In solchem Fall erfüllt sich im wörtlichen Sinn die Geschichte von den bösen Winzern, die der Meister von Nazaret im Stil eines Gleichnisses kurz vor seinem Kreuzesopfer vorgetragen hat (Mt 21,33-46). Als nämlich der Besitzer zu den Winzern immer andere seine Leute geschickt hat und sie wegen seines Eigentums ermahnte – mit der Stimme des Gewissens und seinen Bissen, haben sie diese geschlagen, bzw. geradeaus getötet. So konnten sie den Acker des Besitzers zum eigenen Besitztum an sich reißen:

„Hört ein anderes Gleichnis: Ein Hausherr legte einen Weinberg an ...
... Dann verpachtete er ihn an Winzer und ging außer Landes.
– Als die Zeit der Weinlese kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte abzuholen. Doch die Winzer ergriffen seine Knechte: den einen schlugen sie, den anderen töteten sie ...
Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen, weil er sich sagte: Vor meinem Sohn werden sie Respekt haben.
– Als aber die Winzer den Sohn erblickten, sagten sie zueinander:
‘Das ist der Erbe! Auf, lasst uns ihn töten und sein Erbe in Besitz nehmen’.
Sie ergriffen Ihn also, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten Ihn ...” (Mt 21,33-39).
(sieh dazu auch unt.: Der vom Vater gesandte – von ‘Seinen’ zurückgewiesene Menschen-Sohn (Mt 21,33-46); und:
Vom Weinberg hinausgeworfener Erbe, der Bräutigam, Sohn des Königs, das Lamm)
.

Die Sexpartner können sich vor einer vollen Antwort nicht drücken, die der Wahrheit des Seins würdig wäre: ‘Wer hat euch ermächtigt, dieses Terrain zu beschreiten’?
– Es hilft nichts, wenn jemand sich selber und den anderen einzureden sucht, es handle sich hier allein um ‘Physiologie’. Dass die Kirche die Verantwortung trägt wegen psychisch-physiologischen Problemen von Milllionen junger Leute. Dass ‘uns auch etwas vom Leben’  zusteht. Dass ‘andere dasselbe’ tun. Dass uns das ‘Recht zusteht, einander kennen zu lernen’. Dass wir uns ‘im Recht finden, weil wir uns doch lieben ...’! Und zuletzt: dass die ‘Geistlichen auch so tun ...’!

Die Kirche ist sich einerseits um die unwahrscheinliche Macht bewusst, mit der sie von Ihrem Herrn und Bräutigam-vom-Kreuz, Jesus Christus, beschenkt wurde:

„Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben.
Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein.
Und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein ...” (Mt 16,19).

Zu gleicher Zeit bekennt dieselbe Kirche in aller Demut, die nichts mit ‘Schwäche’ oder Unsicherheit zu tun hat, was die empfangenen Zuständigkeiten angeht – gemäß der Wahrheit des Seins, dass sie nicht mächtig ist, irgendeines der Gebote Gottes zu ändern oder zu modifizieren. Jemand müsste zuerst Gott werden, um ein Gebot Gottes abzuschaffen, zu verdünnen, an die sexualisierte Gesellschaft anpassen zu dürfen, und sei es in sklavischem Gehorsam zu den Anordnungen der Sex-Erziehung, die im breiten Strom vonseiten der höchsten gesetzgeberischen Macht bestimmter internationaler Gremien strömen.

Auf unserer Homepage haben wir schon mehrmals hervorgehoben, dass es keine ‘verdünnte’ Version des VI.Gebotes Gottes gibt. Anders gesagt: unabänderlich voll zeitgemäß bleibt aktuell der wörtliche Lautklang jenes Gebotes: „Du sollst nicht die Ehe brechen”. Weder der Bräutigam noch die Braut – sind (schon) Ehemann, beziehungsweise Ehefrau. In der Heiligen Schrift kann unmöglich ein geringstes Signal gefunden werden mit der Information, Gott hätte für ‘Brautpaare’ eine ein wenig lockerere Version des erörterten Gebotes verordnet.

Das bedeutet demnach, dass Brautleute – im Gehorsam zum Wort Gottes, die ganze Zeit bis zur eingegangenen Ehe einschließlich sich zueinander ohne irgendwelche Verdünnungen oder Re-Interpretationen verhalten sollen, vollständig gemäß des wörtlichsten Lautklangs des Wortes dieses Gottes, der auch ihnen gegenüber Liebe ist und besten Bescheid weiß, was ‘Liebe’ bedeutet.

Betätigen sich aber viele Paare in ihren bräutlichen Beziehungen anders, indem sie nicht wörtlich, dem auch für sie völlig aktuellen Wortklang jenes Wortes Gottes folgen, oder auch noch mehr: einige berufen sich auf allgemein angewandte und angenommene ‘lockerere Deutungen’ dieses Gebotes im Anschluss gerade an die Brautphase, erscheint sofort – vielleicht mit verdoppelter Stärke – diese schon ein paarmal gestellte grundsätzliche Frage:

Wer hat euch bevollmächtigt zur willkürlichen, ‘verwässert’ verstandenem Deutung
jenes klar formulierten Gebotes, das seinem Wortklang selbst nach keine ‘Verdünnungen’ zulässt?

Umso weniger sind hier irgendwelche staatliche Mächte zuständig. Noch irgendwelche gesetzgeberische internationale und allgemein-weltliche Institutionen.

Was für eine Verantwortung ziehen die einzelnen Vertreter der staatlichen Machthaber oder anderer ziviler Einheiten auf sich, die z.B. den ‘Safer-Sex’ fördern, ‘Stuben der Intimität’ in Schulen u.dgl. einrichten lassen, die den ‘Hilfedienst bei Behinderten’ zu unternehmen lassen in Form der ihnen erwiesenen Hilfe beim ‘Berühren des Körpers’, die es genehmigen, dass ‘Hurenhäuser’ entstehen, schon ungeachtet der Gesetzgebung, die den Schwangerschaftsabbruch genehmigt, die Produktion und Verbreitung von Verhütungsmitteln fördert, die Sterilisierung von Männern und Frauen auf administrativem Weg veranlasst, die Abortierungs-Industrie aus Geldern der öffentlichen Steuerzahler fördert, usw. usw.? Es sind jedesmalig Sünden im Typus des Aufstands Satans als Satans – und noch schlimmer: sie bedeuten die Anleitung der Apostasie von Gott, wofür Jesus vom Mühlstein um den Hals auf der Meerestiefe spricht (Mt 18,6f.).

Alle auch, die ihre Stimme für solche Usurpation der Macht abgeben, die ausschließlich Gott gehört, alle die sie zum Gegenstand ihrer Werbung machen, in der ‘Sex-Industrie’ angestellt sind, ziehen aus diesem Grund eine schwere persönliche Schuld auf sich herab, wobei sie zugleich für ‘fremde Sünden’ verantwortlich und schuldig werden (s. ob.: ‘Fremde’ Sünden. – Sieh zu diesem Thema auch noch unt.: Mädchen-Frau und ihre Bekleidungsweise: diesen ganzen §).

Was sagen einmal alle diese, die solche Ermächtigungen und Gesetze verabschieden – jeder einzeln, wenn die Stunde kommt, vor Jesus Christus, dem Richter der Lebenden und der Toten sich stellen zu müssen, und sei es auch nur wegen den ‘fremden Sünden’, mit denen ihr Gewissen in Tausende, oder vielleicht in abermals viele Millionen belastet ist? Diese Stunde kommt aber unausbleiblich heran.

Fortwährend zeitgemäß bleiben Worte der Erinnerung vonseiten Johannes Paul II., die wir gleichsam einen Refrain auf unserer Homepage immer wieder wiederholen – u.a. zur Ernüchterung dieser, die sich mit dem ‘Mammon’ verführen lassen, oder auch sie behalten krampfartig ihren gut situierten Posten, den sie aber nur um den Preis der Niedertretung des eigenen Gewissens und des Gewissens von Tausenden-Millionen Personen besetzen können:

„... Darum gibt es in jedem Menschen
nichts mehr persönliches und unübertragbares,
wie das Verdienst der Tugend oder die Verantwortung für die Schuld” (RP 16).

Und Du – und Ihr beide: Brautleute, also private Leute, ähnlich wie Partnerschaften oder Personen, die miteinander in homosexuellen, lesbischen oder ‘gemischten’ Verhältnissen leben:
Wer bist Du, dass Du dich für den Bereich der geschlechtlichen Intimität usurpatorisch zum Gott-über-Gott-der-WAHRHEIT erklärst?

Gott der Wahrheit der Offenbarung zieht das Gebot niemals zurück: „Du sollst nicht die Ehe brechen” ! Er kann es nicht tun: Denn Er liebt – einzeln jede Person seines lebendigen Ebenbildes angesichts des Weltalls: Mann und Frau. Dieses Gebot hat Er der menschlichen Person angeboten um des Namens willen und in Verteidigung der wahren Liebe, die ER – der Erste – IST. Niemand, der sich diesem Gebot zum Trotz betätigt, entflieht der rechenschaftlichen Verantwortung – gemäß den gerade erst angeführten, zur Erinnerung gebrachten Worten Johannes Paul II. (s. ob.: Persönliche, unüberweisbare Verantwortung).

Sünden-Statistik und das Gebot Gottes

Sollten wir uns auf Partnerschaften und Brautleute beschränken (wir übergehen jetzt also homosexuelle Personen, lesbische Partnerschaften usw.), müsste dazugesagt werden, dass ihre Verhaltensweisen, die im Widerspruch zum Wortlaut des VI.Gebotes stehen, durchaus nicht mit Berufung auf die Tatsache entschuldigt werden können, dass die ‘anderen dasselbe tun’, noch dass ‘auch Leute der Kirche, und selbst hochangestellte Würdenträger der Kirche’  nicht nach dem VI. oder IX.Gebot Gottes leben.

Auch die statistischen Daten bilden kein Konter-Argument gegen das Gebot Gottes, sollten es selbst Brautleute bei 100% sein, die vor der Ehe verkehrt haben und Jetztzeit – „als musterhafte Eheleute” angesehen werden. Auch auf diesen Einwand haben wir schon zu entsprechender Stunde eine Antwort des Glaubens gegeben (s. ob.: Statistik der Nicht-Befolgung der Gebote – und das Gebot selbst; – ebd. das Fragment vom FC 5: Statistische Daten und der Sinn des Glaubens).
– Jeder versteht es auch: es wird hier von der Lehre der Kirche aufgrund des Gottes Mandats gesprochen, nicht aber darüber, wie die einzelnen Gläubigen, bisweilen selbst ihre offizielle Vertreter, in ihrem Leben nicht immer das leben, was sie in Gottes Namen lehren (sieh dazu die Worte Jesu: Mt 23,3).

Es ist klar: Du versteht es vielleicht zu schaffen, aufständischen Herzens und mit entsprechender Verhaltungsweise Gott ins Gesicht die Worte zu schleudern:

Dir werde ich nicht dienen!
Hier bin ICH Besitzer und Herr!
Du wirst mir – und uns beiden, o Gott, nicht diktieren,
wie wir unsere Liebe gestalten sollen” !

Gott zieht sich angesichts solcher Verhaltensweise solcher Paare von ihren Herzen sofort zurück: auf Wunsch, auf Befehl.

Wer so handelte, würde im selben Augenblick genau das erhalten, wie der Wunsch seines Verhaltens gewesen war. In seinem aufständischen Benehmen hat er alle ‘Fäden’ durchgeschnitten, auf denen er ‘auf Gott’ und ‘von Gott her’ herabgehängt. Dieser Mensch bliebe in selber Stunde ... ohne Gott, ganz allein.
– Dennoch er würde ‘von Gott’ .. weiter, aber nur noch auf einem Faden herabhängen. Diesen Faden kann niemand und nichts zerreißen. Es ist der Faden des ... Existierens ... in ewige Ewigkeit!

Sollte es vonseiten sei es nur dieses Vertreters Jesu Christi, dem es gegönnt ist, hier zu Worte zu kommen, ehrlich sein, wenn er die Perspektive, die jemand daselbst auf sich herabgezogen hätte, verheimlichen würde? Wenn z.B. einer von diesen Zweien gerade zu dieser Stunde dahinscheiden sollte, und es würde ihm bei der Überschreitung der Schwelle der Ewigkeit genau das gegeben werden, wie der Wunsch seines Herzens direkt vor seinem biologischen Tod gewesen war: Für-ewig-zu-sein-OHNE-Gott?
– Freilich, wer sollte es ‘lieb und gern’ finden, zu solcher Stunde: des angenehmen ‘Sex-Miteinander-Seins’ – auch noch an Gott und die Ewigkeit zu denken!? Und doch, jedermann muss wohl oder übel (nolens-volens: notgedrungen) zugeben, dass solche Stunde wahrhaft ankommen kann „... zu einer Stunde, da ihr es nicht vermutet ...” (Mt 24,44), wie der Besitzer des Weinberges warnt, dessen Eigentum u.a. gerade diese Zweien eingeräumt hätten und ihre Früchte ... stehlen und sie verzehren würden ... offenbar: ... nur zeitweilig.

Bei allem Durcheinander infolge der Begehrlichkeit des Leibes, die weder auf die eigene Person achtet, noch auf diese des anderen, angeblich Geliebten, indem sie sich des eigenen Sexus, wie dieses des anderen zu ‘bemächtigen’ sucht, wissen die beiden Sündigenden besten Bescheid darüber:
– Wer ist hier Dieser, der ihnen beiden die ‘Ermächtigung’ verleiht, dass sie das nicht eigene Terrain für sich zu Eigen machen können? Man braucht nicht bangen, den Bösen offen bei seinem Namen zu nennen. Er verschenkt ‘Bevollmächtigungen’ zum Einschreiten in nicht eigene Bereiche – reichlich. Er ist es, der jenen Zweien ‘erlaubt’, dass sie auf das Terrain der Intimität einbrechen. Es ist niemals Gott, sondern er: Satan. Es ist dieser: der Gegner der ... Liebe, Gegner und Feind auch des Lebens ! Und noch schlimmer: Gegner ihrer selbst ... als Menschen: Gottes Ebenbilder !

Einerseits offenbart sich der Böse als überaus reichlicher Ausspender dessen, worüber er kein Eigentümer ist. Gelingt es ihm aber, den betrogenen Menschen: das lebendige Ebenbild Gottes zur Niedertretung des Gebotes Gottes zu bringen und zieht er ihn in den Aufstand, d.h. die Sünde hinein, verachtet er ihn dann in nächster Folge und wendet sich von ihm voller Ekel und Abscheu ab. Es ist doch er, der gefallene Geist ! Alles, was ‘Leib’ ist, ist im Vergleich zu ihm – der rein geistiger Natur ist, Abscheulichkeit und Ekel.
– Mit was für einem Widerwillen der ‘Natur’ kehrt sich gerade er – Satan, ganz besonders von denen ab, die sich aufgrund seiner Überredung besonders zur Homosexualität und lesbischen Praktiken verlocken ließen !

Wer ist für uns dieser Erste?

Bemerkst Du in dieser Lage, d.h. willst Du es erblicken, wer für Dich, oder eher: für Euch beide – ‘dieser Erste’, der Wichtigste in der Rangordnung der letztlichen Werte ist und es sein soll? Es geht darum, welche unter den angesprochenen Personen für Dich – für Euch beide, diese Erste ist?

Man soll sich vor der Mühe nicht ducken, auf die angestrichene Frage eine redliche Antwort zu erarbeiten. Ist für das Mädchen die ‘Hingabe’ ihrer Selbst an ihren Jungen – wichtiger als Christus im Gottes Gebot: „Mein Kind, ich bitte Dich sehr: Du sollst nicht die Ehe brechen” !, sollte sie darin im grellen Licht, mit Genauigkeit bis zum ‘Millimeter’ die Replik dessen erblicken, was beim Sündenfall der Ur-Eltern im Paradies geworden ist.
– Dasselbe gilt selbstverständlich für den Jungen: den ‘Boy-friend’. Diese Zweien haben zu gewisser Stunde aufgehört, das Antlitz des Herrn, Gottes der Wahrheit, anzuschauen. Sie haben sich selber an Gottes Stelle gesetzt. Das geschah in verknechteter, blinder ‘Nachfolgerschaft’ nach der Stimme „des großen Drachen, der alten Schlange, genannt Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt ...” (vgl. Offb 12,9). Auf ihn, Satan – haben sie gehorcht; um nur nicht auf ... Gott hören zu müssen. Sie sind ihm gehorsam, Schritt für Schritt, gefolgt. Gleich willenlosen ‘Schäflein ... ins Schlachthaus’. In trügerischer – kurzfristiger Überzeugung, sie wären frei geworden. Sie haben die Freiheit ... „von Gott” (vgl. VSp 64.96) – und von Gottes Geboten erlangt!

Für Adam wurde zu dieser Stunde die Ewa die Wichtigere. Sie hat mit sich die Bitte Gottes verschleiert – die Anordnung voller Förderung und Gottes Hoffnung, dass die Frucht von diesem ‘Baum’ nicht gegessen werden soll (vgl. Gen 2,17).
Umgekehrt, für Ewa ist wichtiger als der Herr – die Schlange geworden. Sie hat mit ihm einen Dialog geknüpft – anstelle mit Gott zu reden, und erst so mit ihrem Mann.

Der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, wird einst die maßgebende Rangfolge von Personen aufzeigen, die es in kritischen Situationen anzuwenden gilt, und die anderseits im Herzen-Gewissen jedes Menschen eindeutig eingeprägt ist:

„Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht würdig (korr. nach griech.: gr. áxios).
Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht würdig.
Wer sein Kreuz nicht auf sich nimmt und Mir nicht nachfolgt, ist Meiner nicht würdig.
Wer sein Leben gewinnt, wird es verlieren;
und wer sein Leben um Meinetwillen verliert, wird es gewinnen” (Mt 10,37ff.).

Diese Worte betreffen ohne irgendwelche Modifikation eine jedesmalige Lage sowohl der Brautpaare, wie anderseits der Ehepaare. Ist für den Ehemann, oder anderseits den Jungen wichtiger seine Liebste oder selbst seine Ehefrau, und er hört auf ihre Drängelei, dass sie sündhaft verkehren, stellt er auf den ersten, grundsätzlichen Platz in seinem Leben nicht Gott und nicht Jesus Christus, sondern dieses Mädchens, bzw. jetzt schon seine Ehefrau.

Ähnliches gilt umgekehrt für das Mädchen, bzw. schon die Ehefrau. Bedeutet für sie Wichtigeres, dass sie ihren Buben, ihren Boy-friend befriedigt, oder selbst ihren Ehemann – um den Preis der Zustimmung auf Sünde im Bereich der Sexualität, stellt sie auf den ersten Platz die Alte Schlange: Teufel und Satan. Ihm ist sie zutraulich gehorsam: als seine Sklavin. Das geschieht aber um den Preis, dass Jesus Christus im selben Augeblick vom eigenen Herzen, von ihrer ‘Kommunion’ – ausgewiesen wird.

Es verliert dann: sie,
es verliert der Ehemann bzw. der Junge,
voller Schmerz geht dann weg – Gott bewahre: auf definitive Art und Weise,
der Erlöser des Menschen.

Auf dem Schutterhaufen bleibt mit verachtungsvollem Triumph zum Menschen, der sich auf ‘Sex-Leib-fangen-ließ’ ... die Alte Schlange, der Verführer-Mörder. Jedenfalls es kommt zum vielfältigen Verlust-auf-Verlust:
Der Mann verliert dann seine Frau.
Sie verliert den Mann, eventuell den Jungen.
Mit Herzensschmerz geht der Erlöser des Menschen weg. Sieger, oder eher: GEGEN-Sieger bleibt am Schlachtfeld – voller Verachtung vor dem sich so leicht verknechten lassenden Menschen ‘... der Mörder von Anfang an, der Vater der Lüge’.

Falls nicht allzu reinen Gewissens

Es kann sein, dass wenn jemand die hiesigen Aufzeichnungen nachschlägt, er sie voller Empörung wegwirft. Denn das alles klingt so nicht modern, nicht fortschrittlich, ‘klerikalisch’, widersetzt sich der Psychologie-des.Sexus ...
– Was soll dazu der Priester sagen? Soll er zurückweichen, um ... Jesus Christus zu verraten? Dabei zugleich gerade auch diese jungen Leute verraten, denen er eine Handvoll Argumente anbieten möchte, dass sie über ihre Lage schöpferisch nachdenken können?
– Was aber würde geschehen, falls auf einmal tatsächlich die letzte Stunde ... angekommen wäre? Welche von diesen ‘Gedankengängen’ zeigen sich dann die mehr treffenden?

Sollte es nicht etwa wesentlich besser sein, dass man sich von vornherein mit allem Einreden sich selber und den anderen gegenüber Ruhe gibt, dass ‘mir das Recht zusteht so zu lieben, wie es mir und uns beiden gerade gefällt’, sollte sich selbst diese ‘Liebelei’ auf total raffinierte, vielleicht geradezu entartete Art und Weise gestalten? Wer es will, sieht klar: Niemand verfügt über ein solches ‘Anrecht’, dass er sich gerade so ausdrücken kann, wie es hier angeführt wurde, sollte man selbst solchen Worten des Öfteren begegnen: ‘Mir steht das Recht zu so zu lieben, wie es mir gerade gefällt’. Diese, die ‘Sex’ betreiben, handeln wie Diebe; und sie sind sich dessen klar bewusst. Dies geschieht doch auf dem Terrrain, das keineswegs ihr Eigentum ist.

Würde jemand versuchen die hier aufgeführten Feststellungen nicht anzunehmen, zeugte es nur sehr nicht gut gegen ihn. Nicht die Liebe, sondern die Begehrlichkeit des Fleisches würde diesen Menschen treiben. Derart, dass er alles logische Denken von vornherein zurückweist. Dies aber würde nur – sei es direkt, oder nur mittelbar, seine eigentliche Stellung aufdecken: „Weg mit Dir, Du Gott! Wir wissen Bescheid, was wir tun! Dein Gebot – hören wir sowieso ... nicht” ! (vgl. ob.: Gott hören wir nicht!).

Solltest du Dich, du werter Leser, etwa zu einem nicht völlig reinen Gewissen angesichts des Erlösers und seiner Unbefleckten Mutter finden, mögest Du die innige Ermutigung annehmen: Fürchte Dich nicht den Heiligen Geist um die Gabe der Herzensreumut zu bitten. Wende Dich an Gottes Barmherzigkeit um Verzeihung der Schulden und Strafen, die Du selbst mit der sündigen Tat auf Dich herabgezogen hast. Halte eine wirklich gute, aufrichtige Heilige Beichte ab. Habe es lieb, dieses einigermaßen etwas schwierige VI., und auch IX.Gebot mit Leib und Herz liebend zu umfangen. Sollte selbst das Verharren im Guten noch so viel gekostet haben.

Reiße definitiv die Umstände nieder, die Dich zum Fall führen. Bitte die Unbefleckte und Deinen Lieben Schutzengel, wie auch den Schutzengel dieses anderen, mit dem ihr zusammen gesündigt habt, um Hilfe bei Unternehmung der entschlossenen Vorsätze und ihrer tatsächlichen Umsetzung ins Leben.

Gesegnet sei Gottes Barmherzigkeit, die dem Menschen-in-Sünde die Gabe des Lebens hier auf Erden meistens nicht unverzüglich nimmt. Gott wartet grundsätzlich sehr geduldig ... und lange: Er wartet, wartet, und wartet um die Reumut des Herzens und die Bitte um Verzeihung der begangenen Sünden ...!

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3. Was also mit Intimität vor der Ehe

Dem Gebot ... gehorchen, oder nicht ?

Brautleute, die nicht Spielball des verknechtenden Instinkts werden wollen und sich nicht davor entziehen, sich selber eine innere Disziplin zu auferlegen zur Bewahrung der Würde ihrer Liebe, drücken sich vor der Konfrontation ihrer Lage im Licht tieferer Gründe nicht. Man kann leicht verstehen, dass falls die Ausübung der Intimität schon zu fixierter ‘Gewohnheit’ geworden ist, verzweifelte Bemühungen unternommen werden können, dass solche Konfrontation nicht zugelassen wird.

Und doch, es ist von vornherein unwahrscheinlich, dass die Unternehmung von Betätigungen „ohne Gott, wenn nicht geradeaus Gott zum Trotz” (vgl. RP 14), zum Faktor werden könnte, der diese Zweien ‘nahe zueinander zu bringen imstande wäre’, sollten wir hier die Worte aus der früher angeführten Reihe der Bekenntnisse anwenden vom Briefwechsel der Sofie mit Georg: „Warum sollte man sich völlig isolieren, wenn das sehr nahe bringt ...?” (Brief 2; s. ob.: ‘Das bringt sehr nahe’).

Die werten Leser mögen entschuldigen, dass es in dieser Thematik schwer ist, nicht Gott zu erwähnen. Er kann doch unmöglich hier nicht da sein! Dann aber, Er kann vor allem unmöglich – nicht Liebe sein: gerade dann, wenn Er u.a. dieses, ein wenig schwieriges VI. und IX.Gebot anbietet: genau dasselbe für ‘alle’, wie im besonderen für ... Brautpaare!

Den trügerischen Erwartungen zuwider, ist der voreheliche Verkehr außerstande diese beiden in ein wahres „Eins-in-Liebe” zusammenzufügen. Diese Zweien können es vortrefflich verspüren, sollten sie auch die Gewissensstimme zum Stillschweigen genötigt haben. Es bindet sie die Gemeinschaft bei der begangenen Sünde: die Aneignung des genitalen Terrains zum selbstsüchtigen Nutznießen. Es ist der Definition an sich nach – geradeaus die Gegen-Liebe. Liebe, die dieses Namens würdig ist, wünscht Gutes ‘ohne Grenzen’, d.h. letztlich ... den Himmel. Die Sünde der Nicht-Liebe kann sich außerstande in eine auf Vereinigung ausgerichtete Wirklichkeit umgestalten.

Die wahre Vereinigung betrifft letztlich nicht vor allem die Leiber ihrer beiden an sich, sondern ihre Personen. Beide sind sich in dieser Lage bewusst, dass sie einander auf das Gewissen nehmen, d.h. dass sie gegenseitig die Verantwortung füreinander auf sich nehmen. Es soll Verantwortung für die Liebe sein. Diese aber, falls sie wahr sein soll, muss auf das ewige – Leben: das ewige Leben ausgerichtet bleiben, nicht aber in umgekehrter Richtung.

Beide müssen bekennen, dass es ihnen bei Liebeleien, oder selbst unternommenem Verkehr vor der Eheschließung, um die Erfahrung der ... Masturbation geht, nicht aber um Liebe. Dieser ‘Masturbation’ suchen sie verzweifelt den Namen ‘Liebe’ zu geben, wobei sie sich allzu gut bewusst sind, dass diese Wirklichkeit die Würde dieser Bezeichnung im Keime total erstickt.
– Die Liebe – die als Gabe von Gottes Seiten erst Eheleuten, nicht aber Brautleuten anvertraut wird, muss nach Vereinigung ihrer Personen – als Ehemann mit Ehefrau streben. Wobei die ... Vereinigung tatächliche Vereinigung sein soll, die lange anhält, voller Gottes und des Menschen Frieden strahlt, erlebt im Zustand der Gnade des Sakramentes.
– So kann aber unmöglich ... die Masturbation werden!

Indessen diese beiden beabsichtigen beim Betreiben des vor-ehelichen ‘Sexus’ auf keinen Fall die Vereinigung ihrer beiden Personen. Und sei es um der elterlichen Potentialität willen, die sie grundsätzlich von vornherein ausschließen (angewandte Verhütungsmittel; unterbrochener Verkehr; ganz entarteter Sex). Sie müssten aufrichtig bekennen, dass sie eigentlich ... nach Masturbation streben: Sex-um-des-Sexus willen.

Daselbst muss dann definitiv vom Horizont ... Gott-die-Liebe und das Gebot Gottes schwinden. Am Schlachtfeld bleibt der ... Böse – in Trümmern des total zerstörten Tempels des Heiligen Geistes. Es ist dieser – die Alte Schlange, Er der die ganze bewohnte Erde verführt, in diesem Fall ... wirksam auch diese zweien.

Im Gegenteil, wenn diese Zweien ihre Brautzeit gemäß den Gottes Erwartungen erleben und sie warten geduldig, bis selbst der Herr sie auf das Terrain ihrer Intimität einführt, wird Lohn um des treuen Verharrens wegen bei Christus der Frieden und die Freude infolge des davongetragenen Sieges. Das Ringen der unternommenen Anstrengung am eigenen Charakter bringt Frucht. Im Maß, wie sich diese beiden für die Aktivität der Gnade Christi und die Führung des Heiligen Geistes aufschließen, empfangen sie von Stunde zu Stunde die Kraft, um voller Überzeugung in Reinheit zu verharren. Sie sprüht dann unwillkürlich nach Außen eine innere Freude im Heiligen Geist.

Zu ihrem anderen Namen wird eine beschleunigte Entwicklung in gelebter Brautliebe. Es entwickelt sich diese Liebe, die in Gott selbst eingewurzelt ist und von Ihm aus herauswächst. Gott beschenkt sie dann mit immer tieferer Anteilnahme am Geheimnis seiner Selbst als Liebe und Leben. Die Zeit des Braut-Seins wird dann für diese beiden zur Zeit der Erwartung mit großer Zuversicht auf die Schätze, die ihnen vom Dreieinigen selbst verheißen werden für die Stunden, wenn sie füreinander ganzheitliche Gabe-Person werden können: sie werden dann füreinander wahrhaft Sakrament der Ehe.

Die Brautzeit gestaltet sich in eine Zeit um und in Gabe der dauernd abgelegten Prüfung auf die Qualität-der-Liebe, deren Blick dauernd auf die „Mutter der Schönen Liebe” ausgerichtet ist (Sir 24,17 – Vg). Zu Ihrem Muster werden die Verhaltensweisen von Maria und Josef als Brautpaars, und dann als Ehepaars in der Heiligen Familie, wo der Erste immer ihr Göttlicher Sohn, Jesus Christus war – und auf die Dauer geblieben ist (s. BF 20).

Die Beiden scheuen vor keiner Mühe, dass sie das Bewusstsein nicht los werden, dass „der Bräutigam mit euch ist” (Mt 9,15; BF 18.22), wie es von sich selber der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, gesagt hat. Die so gelebte Liebe offenbart sich nicht in Form des ‘Nehmens’, sondern immer mehr in der reifen ‘Hin-Gabe seiner Selbst als Person’. Sie strebt unfehlbar das Gute an – selbstverständlich dieses irdische Wohl, aber umso mehr dieses letztliche: sein eigenes, wie auch dieses des anderen, samt dem immer mehr bewussten Aufgeschlossensein für die Weitergabe der Güter der Erlösung an die in Zukunft erwartete Nachkommenschaft – die Familie, wenn ihnen der HERR die Gabe der Elternschaft gewährt.

Dieser übermächtige Geschlechtsdrang ...

Vielleicht fragt jemand: Warum hat Gott diesen übermächtigen Geschlechtsdrang geschaffen, demzufolge junge Leute – und nicht nur diese, zueinander finden, und der sich gerade im Jungendalter ganz deutlich und wuchtig meldet. Es ist übrigens die Zeit, die sowieso mit vielfältigem anderem Ringen gekennzeichnet ist, das nicht nur für den jungen Menschen mit Schwierigkeiten einhergeht, sondern in seiner Umgebung so manche Probleme auszulösen pflegt.

Finden sich junge Leute auf der Stufe, wenn sie ‘miteinander gehen’, scheint es ihnen als von allein Verständliches, dass sie sich ihr immer stärker werdendes Band nicht nur mit Einheit ihrer Herzen beweisen möchten, sondern auch mit spontan aufkommenden Erweisen von Zärtlichkeiten – bis einschließlich zur Vereinigung im Körper.
– Ist etwa nicht Gott selbst aller menschlicher ‘Not’ in diesem Bereich ‘schuld’? Ist es Gottes Wille, dass sich Junge Leute zur Ehe vorbereiten und aufeinander treffen, konnte Er ihre Leidenschaften abschwächen. Es hat nämlich den Anschein, diese überragen sie mit ihrer Wucht. Kein Wunder, wenn sie trotz aufrichtigen Vorsätzen unter der Versuchung letztens leicht erliegen und hinfallen – dem gut von ihnen kennen gelerntem VI.Gebot zuwider!

Mit was für innerlich empfundener Bitterkeit bekennt Frau Sofie aus den früher angeführten Brief-Fragmenten aus ihrer Brautzeit:

„... Herr Pater, es ist uns beiden schwer. Nicht nur Georg, sondern mir auch.
Ich sehe dazu, dass ich ein kleiner Mensch bin,
indem meine Schwächen stärker sind als ich ...” (Brief 2. – S. ob.: Warum sich isolieren, wenn das sehr nahe bringt?).

Diese beiden würden wohl nicht so viel Mut haben, das so krass zu formulieren, was sich vielleicht auch ihnen aufgedrungen hat – in Form gleichsam einer Wehklage Gott gegenüber wegen der ‘Not’, die es ihnen in diesem Bereich zu erleben gegeben ist.

Solche Gedanken dürfen selbstverständlich nicht zugelassen werden. Sollte Gott etwa diese beiden mit gegenseitiger geschlechtlicher Anziehungskraft unter dem Blickpunkt der Ehe erst nach der eingegangenen Ehe beschenken? In solchem Fall würde niemand daran denken, irgendein Gefühlsband miteinander zu knüpfen! Solche Lösung würde Gottes Weisheit nicht entsprechen. Die gegenseitige Anziehung der Geschlechter im Rahmen der personalen Würde und ihrer unterschiedlichen Berufung, wie sie „sich aus der eigenartigen Verschiedenheit und personalen ‘Originalität’ von Mann und Frau ergeben” (MuD 10), wie auch aus ihrer gegenseitigen Komplementarität, bei Bewahrung ihrer völligen Gleichheit ihrer personalen Würde – ist Gottes Gabe und gehört zur grundlegenden Ausstattung der menschlichen Person.

Gott bewirkt es auch, dass das Bewusstsein um die eigene geschlechtliche Unterschiedlichkeit, samt der Möglichkeit, dass ein Band mit der Person des gegenteiligen Geschlechts gebunden werden kann, sich erst allmählich ausgestaltet – parallel zur psychophysischen Entwicklung des Menschen.

Gerade darin zeigt sich Gottes Weisheit als Schöpfers – und Vaters. Es wird auch ersichtlich, wie sehr das alles von einer mechanistisch begriffenen Entwicklungslehre (Evolutionismus) unabhängig ist. Es ist schwer die Stufen des geistigen Heranwachsens des Menschen auf andere Art und Weise zu verstehen, zumal diese Anfangsstufen, wann das Bewusstsein um die eigene geschlechtliche Zugehörigkeit ein latentes Leben führt. Erst im Maß der biologischen und geistigen Heranreifung entdeckt der Mensch allmählich und wird sich um die geschlechtliche Unterschiedlichkeit der Menschen bewusst.

Der Knabe und das Mädchen schauen sich einander zuerst von Distanz an und legen sich in niedrigeren Schulklassen eher in gesonderte Gruppen von Buben und Mädchen. Sie spielen gesondert, aber beobachten sich auch mit steigendem Interesse. In weiteren Klassen der Grundschule, und umso mehr in Lizealklassen bilden sich allmählich Kameradschaften und Freundschaften aus. Es erscheinen allmählich tiefere Bande – bis zu diesen der Brautzeit, und dann Ehezeit. Die liebende Allmacht Gottes hat alles mit wunderbarer Weisheit dosiert: „Aber alles hast Du geordnet nach Maß, Zahl und Gewicht” (Weish 11,20).

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Erklärung

Auf diesem Hintergrund kann man zugleich begreifen, wie destruktiv sich die programmierte Entfachung der Sexualität mit unverantwortlichen Programmen der ‘Sex-Erziehung’ erweisen kann, samt der sie begleitenden massiven Flut vonseiten der Massenmedien auf Erziehungsstufen, wenn die geistige Reifung des erst heranwachsenden Kindes auf diesem Gebiet ein noch latentes Leben führt.

Wie tief und schwer zu heilen pflegen die psychischen Traumen zu sein, die mit brutalem Niederreißen der Schamempfindlichkeit hervorgerufen werden, die Gott in Form einer Schutzbarriere für den Bereich der Geschlechtlichkeit ins Gewissen jedes Menschen eingeprägt hat! Wie leicht kann man eine innere Unruhe und schmerzhaftes Schuldgefühl hervorrufen, bisweilen geradeaus eine seelische Erschütterung herbeiführen, wenn das Kind unerwartet auf ihm aufgedrängte Pornobilder, oder geradezu Nacktheit, auch direkte Nacktheit des entgegengesetztem Geschlechtes, ausgesetzt wird.

Wie viel Gegen-Verantwortung, von der sich die betreffenden ‘Verantwortlichen’ nicht entschuldigen werden können, steckt in Programmen, die die Kinder angeblich vor sexueller Perversion ‘schützen’ sollen, indes sie leiten in der Praxis nur in homosexuelle und lesbische Betätigungen ein.
– Anderseits gilt das für Programme, die allein darauf berechnet sind, die Betreffenden vor der Sichtbarkeit einer Schwangerschaft zu schützen, indem Mädchen Mittel zur frühen Tötung des Empfangenen eingehändigt werden, dagegen die Knaben und Jungen werden zum Anlegen des Präservativs angeleitet – anstatt ihnen bei der Erarbeitung der Haltung der Reinheit und Ehre zu sich selbst und Personen des anderen Geschlechts behilflich zu sein.

Es ist dann schwer es sich vor den auf die Lippen kommenden Christi Worten zu wehren: „Wehe ...” – dieses Mal mit Bezug auf diese, die anstatt dem heranwachsenden jungen Menschen behilflich zu sein bei seinem allmählichen Heranwachsen zur Liebe, die gelebt werden soll als „Heranführung der Person dahin, dass sie sich selbst in Liebe hingibt” (vgl. FC 37). Es soll dem allmählich heranwachsenden jungen Menschen geholfen werden bei der Unterscheidung, die sich selbst und den anderen Menschen als Person erblickt, und nicht aber als ‘Ding-zur-Ausnutzung’ zum eigenen Vergnügen.

Dagegen Programme der Sex-Edukation belehren nur über Kunstgriffe, wie der so genannte ‘sicherere Sexus’ verrichtet werden kann, also wie es solches Sündigen zu betreiben gilt, dass dabei kein Kind zum Vorschein kommt. Das geschieht vielerorts so, dass in immer weiteren Ländern unter kaum von der Kindeszeit herauswachsenden Mädchen Abortivmittel ... verteilt werden. Die Erziehung in Richtung ‘Liebe’, manchmal als ‘Heranbildung zum Leben in Familie’ bezeichnet o.dgl., wird letztlich Belehrung dahin, wie ein kaltblütig geplanter Mord am nächsten, vorsätzlich umgebrachten Empfangenen falls ‘lustig’ betriebenen Sexus-Spielens, wirksam verrichtet werden kann ...

Wie äußerst grausige Worte gebraucht im Anschluss an solche Depravatoren der jungen Generation der Erlöser des Menschen, Jesus Christus! Diejenigen, die die erwähnten Erziehungs-Programme ins Leben einführen, berufen sich auf die sie verpflichtenden staatlichen Normen, die auf höheren Stufen der programmierten Edukation bestimmt werden. Indessen dort, wo die Sünde am Spiel ist – in diesem Fall geht es um die in Majestät des ‘Gesetzes’ aufgenötigten Anleitungen der unverantwortlich konstruierten ‘Sex-Erziehungs-Programme’ zur Übertretung des Gesetzes Gottes in solcher Art und Weise, dass das Empfangene Menschen-Leben nicht offenbar wird, ist es jedes Menschen Pflicht – ähnlich wie bei aufgenötigter Abortion bzw. Euthanasie u.dgl., offen den „Widerspruch des Gewissens” zu erklären (vgl. EV 89).

Der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, der lauter Barmherzigkeit ist, wendet ungemein drastische Worte angesichts derjenigen an, die Kindern, die beinahe wehrlos auf negative Einflüsse der Umgebung ausgesetzt sind, Arten und Weisen beibringen, wie man sündigen soll und wie es gilt, Gott und Gottes Gebote mit Füßen nieder zu treten:

„Wer aber einem von diesen Kleinen, die an Mich glauben, Anlass zur Sünde gibt,
für den wäre es besser, dass ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt
und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.
– Wehe der Welt wegen der Verführungen! Es müssen zwar Verführungen kommen;
doch wehe dem Menschen, durch den die Verführung kommt ...!” (Mt 18,6f.).

Solches Finale: eines besonders strengen Gerichts Gottes, bereiten sich alle vor, die meistens mit ungemeinem Über-Eifer, mit Hilfe von Erpressung und gegen die prioritären Erziehungsrechte der Eltern gerade im besprochenen Gebiet, die Kinder und Jugendlichen in ihren frühen Entwicklungsstadien in sexuelle Praktiken, wie auch zur Anwendung des „sichereren Sexus” (s. BF 13) anleiten.
– In solcher Erziehungssicht soll die Geschlechtlichkeit einzig zum Rohstoff einer maximal angeschnittenen Exploatation der sexuellen Möglichkeiten der Partner dienen – bei völliger Losreißung vom geistigen Ausmaß des Menschen als Person und aller Verantwortung für sich, für diesen anderen, und umso mehr für das Kind, das dann empfangen werden kann.

Es wird die grundlegende Beobachtung bestätigt: die Gaben Gottes sind voller Schöpfer-Liebe. Allerdings je schöner diese Gaben sind, desto mehr sind sie zerbrechlich, und dabei anspruchsvoll. Erst um den Preis des Ringens mit sich selbst, um so den Sieg davonzutragen, strahlen sie Freude im „Heiligen Geist” (Gal 5,16).

Für zwei Leute, die sich lieben und die Ehe mit Herzen anstreben, das für die Stimme Gottes empfindsam bleibt, ist es nicht schwer, dass sie beiden – am Anfang selbst ihres mit Gefühl einhergehenden Engagements, sich eindeutig sagen: „Intime Kuscheleien und Verkehr behalten wir für die Ehe vor” !

Wie viel Gutes ist es geworden, sei es auch nur dank der in diesem Bereich in den USA entstandenen Bewegung: „Die wahre Liebe wartet” (s. schon ob.: Die wahre Liebe wartet ... – samt der weiteren Folge dieses Fragments)! Möge jedes Paar junger Leute den Glauben fassen, dass es solche Entscheidung ins Leben umzusetzen gar nicht schwer ist. Es ziemt sich, Gott immer zu hören, besonders aber in Zeiten eines werdenden Umbruchs, u.a. bei einer Freundschaft, die sich immer mehr in Brautliebe umwandelt. Von der Treue beim Hören des Wortes Gottes und seiner Erfüllung in der Frühe selbst einer neu entstandenen Situation hängt wesentlich das Geschick des betreffenden Menschen ab, der Gemeinschaft, manchmal selbst ganzer Gesellschaften.

Sollte es letztlich zur Niederlage gekommen sein ...

Sollten diese beiden die Stimme Gottes letztlich nicht gehört haben und sind sie dahin gekommen, dass sie sich einander in ihrer geschlechtlichen Intimität zugänglich gemacht haben, mögen sie nicht denken, jetzt wäre alles sowieso schon verloren. Daher wäre es ‘jetzt fehl am Platz’, wollte man sich davon zurückziehen. Es bedeutete, dass die ‘persönlich Ehre’ daselbst beeinträchtigt wäre.

In Wahrnahme um die eigene Schuld und das steigernde Bewusstsein, dass sie beiden entschieden zu weit vorangekommen sind, möchten letztlich so manche jungen Leute die sich um sie einengende Schlinge der Sünde gern schneiden. Sie finden sich deutlich umzingelt und verknechtet. Sie sehen immer deutlicher, dass das, was sie tun, alles andere ist, nicht aber ‘Liebe’. In solcher Lage neigen sie oft immer mehr dahin, dass sie sich vom weiteren Unternehmen aller Intimität zurückziehen. Nach vielen Niederlagen reift in ihrem Gewissen der Schluss heran, dass es auf der zeitweiligen Stufe wirklich ‘nicht dieser Weg’ ist.

Von der Umgestaltung dieses vorläufig nur Nachdenkens – in tatsächliche Entscheidung und ihre Umsetzung ins Leben werden sie aber von der falschen Mutmaßung verhindert: „Was wird jetzt Er – was wird jetzt Sie von mir denken? Sie nimmt mich für einen ‘Weichling’ ! Sie sagt, ich habe mich vor dem Geistlichen, vor der Hölle erschrocken ...” !

Von Distanz aus könnte sofort vortrefflich bemerkt werden, wie mächtig hier der Böse zu handeln beginnt. Lässt nämlich der junge Mensch ‘Gewissensbisse’ zu seinem Bewusstsein zu, ist es untrügliches Anzeichen der aktiven Gnade Gottes. Diese Tatsache zeugt davon, dass Jesus Christus dem Sünder entgegengeht und immer intensiver an sein Herz anpocht. Er hört hin – in Erwartung auf seine Antwort. Der Erlöser wünscht nichts so sehr, als eben Erlöser des ... sündigenden Menschen sein zu dürfen, wenn nur dieser Ihm – sein Erlöser zu sein ‘erlaubt’.

Wie viel nicht trügende Zuversicht steckt hinter den Worten Johannes Paul II.:

„... Aber das Urteil des Gewissens bleibt im Menschen auch als Unterpfand der Hoffnung und der Barmherzigkeit:
Während es bestätigt, dass er das Übel begangen hat, erinnert es zugleich daran, er solle um Verzeihung bitten,
das Gute tun und unaufhörlich mit Gottes Gnade die Tugend üben” (VSp 61).

Unter diesen Umständen tritt aber der Böse mit einem umso mehr verschärftem Gegen-Angriff an. Es ist tatsächlich wahr:

„... Satan benützt das Werk der Schöpfung von Anfang an
gegen die Erlösung, gegen den Bund
und die Vereinigung des Menschen mit Gott ...” (DeV 27)

Er verspürt es, dass die immer mehr weh tuenden Gewissensbisse bei diesen jungen Leuten, die es ihm gelungen ist zum offenen Widerspruch gegen das Gottes Gebot zu verführen, zur Entscheidung führen können, dass sie zum Tribunal der Barmherzigkeit herantreten: zum Sakrament der Heiligen Beichte. So verstärkt er seine Bemühungen, um zu ihrer Versöhnung mit Gott um keinen Preis zuzulassen.

(0,2 kB) ‘Frucht’ seiner Druckwirkung werden immer andere, diesen beiden aufgedrängten Gedanken:

Er ist es, Satan, der den Gedanken betreffs des ‘Ehrgeizes’ unterschiebt, der wegen des Rückzugs vom weiteren Begehen der Sünde angeblich eine unverzeihbare ‘Beeinträchtigung’ erfahren würde.
– Er ist es, der jungen Leuten einredet, die Beichte könnte noch für lange ruhigstens verschoben werden.
– Er schiebt vor, dass sie ‘solange die Zeit es noch erlaubt’, sich noch ‘ein wenig’ an Betreibung des Sexus freuen sollten, um erst nachher, wenn es sich ‘mehr ansammelt’, Gott um Verzeihung einer bedeutenderen Sündenanzahl ‘pauschal’ zu bitten.
– Er ist es, Satan, der heißt, sich nicht allzu oft beim Beichtstuhl sehen zu lassen, dass die Leute den Menschen nicht als ‘Skrupulösen’ bewerten, oder jemanden, der sich im ‘Priester’ verliebt hat.
– Er ist es aber auch, der die Verzweiflung und Verzagtheit auf Gottes Barmherzigkeit wegen der angesammelten Anzahl und des Unmaßes der begangenen Sünden unterschiebt, für die es – seines Urteils nach – schon keine Vergebung gibt ! Sie sind mittlerweile zu groß geworden! Zumal bei vielmalig, mit vollem Bewusstsein wiederholten ‘Blut-Sünden’, wenn diese Zweien systematisch Abortivmittel angewandt haben, so dass von unter ihrem Sexus nur ein „lauter Aufschrei unschuldigen, vergossenen Blutes” (vgl. Gen 4,10) ihrer getöteten empfangenen Kinder, von Monat zu Monat, schon für lange Zeit hindurch, erschallt.
– Diese Sünden sind schon zu groß und zu zahlreich, und vor allem: sie können nicht mehr wieder gut gemacht werden. Daher hat es keinen Sinn sich zu Gott begeben, indem sie doch von Gott sowieso nicht verziehen können werden ...

Solche Gedanken, die ihren Eingang ins Herz einzudringen suchen, sind offensichtlich nur Versuchung vonseiten des Bösen. Satan hat seine Taktik nicht geändert, die er nicht selten sehr ‘wirksam’ immer wieder anwendet, angefangen von der Verführung der Ur-Eltern im Paradies. Er wird diese Taktik auch niemals ändern.
– Zuerst verführt er mit Trugbildern der Annehmlichkeit und Lust.
– Gelingt es ihm, den Menschen auf die so ausgeworfenen Häkchen zu fangen, die meistens ganz primitiv sind, enthüllt er sein wahres Gesicht – und wird Mörder – Mörder des ewigen Lebens:
Er war ein Menschenmörder von Anbeginn. Er steht nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist” (Joh 8,44).
– Der Hl. Petrus, der erste Stellvertreter Jesu Christi, hat besten Bescheid darüber gewusst, was er schrieb, indem er vor Satan warnte als dem „brüllenden Löwen, der umhergeht und sucht, wen er verschlingen kann”  (1 Petr 5,8).

Gott der Wahrheit der Offenbarung ist ganz anders. Es gibt keine Sünde, die irgendwie ‘größer’ wäre als die Möglichkeiten der Barmherzigkeit Gottes: als der Wille Gottes, die Verzeihung zu gewähren. Eine Blockade für Gottes Barmherzigkeit, so dass diese die Seele nicht erreichen kann, stellt immer nur selbst der Mensch auf, wenn er nämlich die Barmherzigkeit Gottes nicht annehmen will, bzw. er nimmt die Vorbedingungen nicht an, um Gottes Verzeihung zu erlangen, angefangen von der Entscheidung: nicht mehr zu sündigen.
– Darüber wurde schon in früheren Teilen unserer WEB-Site genügend gesprochen (s. ob.: In neue Beschenkung mit Liebe umgestaltete Sünde – § E i F; und: Gebenedeites Tribunal: Das Sakrament Gottes Barmherzigkeit – das ganze Kapitel; Verzweiflung der Verdammnis oder Gabe der Erlösung? – das ganze Kapitel; Gottes Liebende Barmherzigkeit – dieser ganze, V.Teil – in 8 Kapiteln; s. außerdem: DiM 13).

Die Rückkehr zu Gott demütigt niemals. Dagegen selbst der Mensch, der Sünder, kann nur emporwachsen, sooft er es Gottes Barmherzigkeit, die unendlich ist und unausschöpflich, ‘erlaubt’, dass sie in ihm den Sieg gerade der Barmherzigkeit Gottes davontragen lässt. Diese Barmherzigkeit, die unendlich ist, unerschöpflich und unausschöplich, ist immer „mächtiger als die Sünde” (DiM 8.13), ähnlich wie Gottes Liebe „mächtiger ist als der Tod”  (DiM 8).

Dessen Beweis wird die Freude wegen des wieder gewonnenen Lebens der Gnade, die Freude infolge der von neuem geschenkten Freiheit. Diese Freude teilt sich unwillkürlich auch diesem anderen des Brautpaars mit, falls es um ein Brautpaar gehen sollte. Diese Freude und das strahlende Gesicht umfängt dann aber überhaupt die ganze Umgebung.

Ob die Intimität also zusammenfügt

Fügt also der Verkehr letztlich in ein Eins zusammen? – Wer es will, versteht den scheinbar roh lautenden Klang dieser Worte. Dennoch hinter ihnen verdeckt sich die ganze LIEBE des Göttlichen Herzens, das allzu gut weiß, was das heißt: den Menschen – Mann und Frau, also die Kinder Gottes, zur Entwicklung und Förderung emporzuziehen: ziehen nach oben hin, indem die ‘Gleichung-nach-unten’ ausgeschlossen wird – gegen den entschiedenen Willen des Bösen, dessen Wunsch betreffs des Menschen dahin steuert, ihn wirksam total zu zerstören.

Bei dem Verkehr in der Zeit vor der Ehe betrifft die Annäherung den Körper-zu-Körper, nicht aber den Geist. Trotzdem es, um das zu verstehen, einer tieferen Überlegung und viel Ehrlichkeit im Denken benötigt. Es fehlt in diesem Fall die Vereinigung im Sinn der selbstlosen Hingabe einander der ganzen eigenen Personen – mit gegenseitigem Anschauen einander in eigener Würde und Berufung zum ewigen Leben, das heißt zum definitiven Gut. Solches Sich-Schenken kann in der Lage der Brautzeit bei unternommenen Liebkosungen, und selbst beim Verkehr – schlechterdings unmöglich verwirklicht werden. Sollte aber gerade dieser Faktor fehlen, kann die unternommene Tat nicht als ‘gut’ geschätzt werden.

Erinnerungshalber dürften hier noch einmal die lehramtlichen Aussagen des Heiligen Vaters Johannes Paul II. angeführt werden im Anschluss an die Bedingungen, die eine Tat erfüllen muss, damit sie als gute Tat bewertet werden kann:

„Nur eine Handlung, die dem Guten entspricht, kann Weg zum Leben sein [Anknüpfung an Jesu Worte: Mt 19,17].
... Das Handeln ist moralisch gut, wenn es die freiwillige Unterordnung der Person unter ihr letztliches Ziel bestätigt und zum Ausdruck bringt, wie auch die Übereinstimmung der konkreten Handlung mit dem Gut des Menschen, das von der Vernunft in seiner Wahrheit erkannt worden ist.
– Wenn dieser Gegenstand der Handlung mit dem wahren Gut der Person nicht in Einklang steht, macht die Wahl dieser Handlung, dass unser Wille und wir selbst moralisch schlecht werden, das heißt, dass wir uns unserem letztlichen Ziel und dem höchsten Gut – also Gott selbst – widersetzen” (VSp 72).

„... Aber diese Hinordnung auf das letztliche Ziel bedeutet nicht, es gehe um das subjektive Ausmaß, das ausschließlich von der Absicht abhängt. Sie setzt voraus, dass selbst diese Handlungen an sich auf dieses Ziel hingeordnet werden können dank ihrer Übereinstimmung mit dem echten moralischen Gut des Menschen, das durch die Gebote geschützt wird.
– Genau daran erinnert Jesus selbst in der Antwort, die Er dem jungen Menschen erteilt hat: ‘Wenn du das Leben erlangen willst, halte die Gebote’ ...” (VSp 73).

Bei aller Intimität, die unter vor-ehelichen Umständen verrichtet wird, kommt die Verbindung dieser Zweien auf der Ebene der Sex-Empfindungen zustande. Jedes von ihnen erlebt sie selbstsüchtig: als Erleben des ‘Sexus’ und Leib-Erfahrungen, nicht aber als Personen-Vereinigung in Liebe, die unmöglich fürs Leben nicht aufgeschlossen sein dürfte. Hier fehlt die besiegelte, unwiderrufliche Entscheidung, dass diese Zweien sich einander ihre Personen hingeben.
– Es gibt hier das zeitweilige gegenseitige Benutzen des einander zugänglich gemachten Leibes. Diese Hingabe kommt aber zur Größe der Person nicht heran.

Hinzu gesellt sich im Grundsatz die Haltung des Ausgeschlossenseins für Elternschaft.
Die Liebe dieser Zweien, die einander in Liebe des Göttlichen Herzens begegnen sollte und es konnte, wird systematisch unterschnitten. Das Herz dieser beiden und ihr Blick ist nicht rein: dort herrscht das „Strahlen mit Freude wegen des Lieben-Könnens” (FC 52) nicht. Gottes Anwesenheit und folglich Gottes Segen dieser Liebe wurde von Herzen dieser beiden wirksam ... herausgewiesen.

Es hat noch keine Sünde gegeben, die die Leute von innen her zusammenzufügen imstande wäre! Allein der Heilige Geist verbindet in ein Eins-in-Liebe! Adam und Eva bildeten ein Eins-in-Liebe bis zur Stunde der Sünde. In dieser Zeit haben sie sich einander in Gott angeschaut. Sie haben auch „reinen Herzens” Gott selbst gesehen – gemäß den Worten, die der Meister von Nazaret einmal in den Acht Preissegnungen darlegen wird (Mt 5,8). Johannes Paul II. sagt:

„... Dieser Fülle der ‘äußeren’ Sichtbarkeit, wie sie sie die ‘physische’ Nacktheit bestimmt (sollte man das so sagen) entspricht die ‘innere’ Fülle des Sehens des Menschen in Gott, das heißt nach dem Maß ‘Gottes Ebenbildes’ [vgl. Gen 1,27] ...” (ML 114).

Infolge der Sünde haben diese Zweien: Adam und Eva begonnen, sich gegenseitig anzuklagen und miteinander zu zanken – selbst in Gegenwart Gottes. Es ist Satan, der ununterbrochen teilt: er zerreißt die Kommunion von Personen, um nachher um so leichter ... einzeln töten zu können.

Grund dessen, dass das, was diese Zweien als „Liebe” bezeichnen möchten und was sich in Wirklichkeit als Gegen-Liebe enthüllt, ist, dass sie in dieser Stunde die Aneignung des Terrains der Geschlechtlichkeit anstreben und sie mit Kraftaufwand Gott zu entreißen suchen. Am Boden selbst des Gewissens besteht dann immer das Bewusstsein, sollte es auch beinahe total abgedämpft werden, dass sie beiden einzig und allein Verwalter ihrer Geschlechtlichkeit sind. Weisen sie das Gebot Gottes zurück, erklären sie sich usurpatorisch als ‘Gott der Quellen selbst des Lebens und der Liebe’. Selbst Gott der Wahrheit beurteilen diese Zweien als Unzuständigen in Sache der ‘Liebe’ (s. ob.:  Betätigungen ‘CONTRA’: Was sagt Gott dazu?” – das ganze Kapitel, besond. ‘C’. Und noch:  Noch einmal: Der Dreieinige und Gottes ‘Leiden-Tröstung’ ...”).

Daselbst schneiden sie sich von der Liebe ab, die Gott allein ist, niemals Satan. Der Weggang von der Liebe gleicht dem Untergang in Anti-Liebe: in Tod. Eine Anti-Liebe kann niemals mit sich selber beschenken: sie versteht nur einzuräumen. Sie sättigt die sexuelle Selbstsüchtigkeit mit dem manipulierten Wort ‘Liebe’.
– Das gilt auch von diesem Fall, wenn solches Verhalten bei beiderseitiger Zustimmung erfolgt. Beide hören auf, frei zu sein mit Freiheit-der-Gabe. Es regiert hier der Zwang-des-Leibes-und-Geschlechts als anonyme Kraft: als ein Etwas, nicht aber ein Jemand.

Von Knechtschaft unter dem Bösen zur Freiheit in Christus

In tieferer Wertung bedeutet solcher Zustand, dass die persönliche Freiheit verloren gegangen ist: nicht so sehr selbst einem ‘Etwas’ zugute, d.h. der Begehrlichkeit des Fleisches, sondern zugute der Person dessen, der der Böse ist: des „Fürsten dieser Welt” (Joh 12,31). Der Böse ist aber rücksichtslos: er hält seinen Anhänger an der Kette der Knechtschaft. Zugleich redet er aber dem Verknechteten ein, dass gerade solches Verhalten den höchstmöglichen Gipfel der ‘Freiheit’ bedeutet. Gerade diese Hinsicht kann großenteils erklären, warum es so schwer ist von einer Sucht der Sünde frei zu werden: von der Knechtschaft im Satans Dienst, um zu Christus zurückzukehren. Der Böse setzt seine ganze Gegen-Intelligenz und Macht ein, um den Abbruch mit der Sucht und die Bekehrung nicht zuzulassen.

Wir hören das bittere Bekenntnis von Frau Sofie aus ihrer langen Briefe-Reihe, die am Anfang dieses Kapitels angeführt wurde:

„Ich bin mich um meine Plumpheit bewusst, was soll ich aber anfangen,
wenn ‘das’ alles stärker wird als ich...” (Brief 1. – S.: Anfangszeit der gegenseitigen Zuneigung).

Dem Anschein zuwider, geht es beim vor-ehelichen Verkehr um die Vereinigung von Personen – nicht. Diese Zweien werden zueinander nicht von Liebe gezogen, sondern von anonymer Kraft: des Sexus. So hören wir das Bekenntnis: „Das alles wird stärker als ich!”  Das Ignorieren des Gebotes Gottes umwandelt sich in Einimpfung sich selber des Todes: des ewigen Todes. Die Freude bei gegenseitigen Kuscheleien wird Glückseligkeit einer Leere. Hier herrscht nicht ‘Liebe’, sondern der Böse. Sollte es mit drastischen Worten ausgedrückt werden, müsste gesagt werden: der Böse hat diese Zweien auf den Bratrost ‘aufgespießt’ und spielt mit ihnen, indem er sie langsam im Takt des in Gang gesetzten Grillens dreht ...!

Man braucht sich nicht trügen lassen. Der Sexus-als-Sexus, der zum Verkehren antreibt und zur Triebkraft für eine Gegen-Liebe wird, kommt dem Verlust der Freiheit gleich. Diese Zweien werden Knechte des Zwangs des Leibes und Geschlechts, hinter dem es nicht schwer ist, den Bösen zu erblicken. Dieser Zwang hat es in keinem Fall gern, dass er sich dem Selbst-Bewusstsein und der Selbst-Bestimmung unterordnet, und umso mehr der empfundenen Verantwortung (s. dazu ob., z.B.: Grundsätzliche Ausstattung der menschlichen Natur: Vernunft-Wille-Verantwortung). Indessen gerade diese Komponenten bestimmen die Würde der Person in ihrem Ruf zum ewigen Leben – um den Preis, dass die Prüfung bestanden wird: der Liebe begriffen und gelebt als Gabe. Das wird so treffend nach dem Hl. Augustinus von Johannes Paul II. wiederholt

„... die Geschichte stellt nicht einfach einen Vorgang dar, der unbedingt zum Besseren führt,
sondern ist Ergebnis der Freiheit, oder eher des Kampfes zwischen entgegengesetzten Freiheiten,
das heißt ... zwischen zweierlei Lieben:
der Liebe zu Gott bis hin zur Verachtung seiner Selbst
– und der Liebe zu sich, bis hin zur Verachtung Gottes” (FC 6).

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Es dürfte jedes Paar der Brautleuten mit aller Herzlichkeit gebeten werden, dass sie – zum eigenen Wohl: diesem irdischen und ewigen, Christus ihren Glauben schenken. Es gibt keinen anderen Weg zur Vereinigung auf Ebene des Herzens: der Person, als nur durch die Kommunion mit dem Dreieinigen. Auch schon in der Brautzeit.
– Man braucht sich nicht vortäuschen, dass die Liebe als „Hingabe der Person für die Person” (LR 11) um den Preis heranwächst, dass zuerst Gott vom Herzen herausgewiesen wird. Und dass die Sünde „...sehr nahe bringt ... !”

Satan will es nicht, er ist dazu überhaupt unfähig, irgendjemanden zur Liebe nahe zu bringen. Das überragt seine Möglichkeiten, aber umso mehr seinen versteinerten Willen im Übel-um-des-Übels-willen. Er ist auch letztlich daran schuld, dass die Lostrennung von Gott, um seinen Einflüsterungen Gefolge zu machen, nur Verzankung und die gegenseitige Verachtung herbeiführt, sollten diese Zweien anfangs nicht einmal bemerken, dass sie sich im Tod der Gegen-Liebe versenken.
– Im Allgemeinen stellen diese beiden nach der sündigen Tat genau dasselbe fest, was die Ur-Eltern erfahren haben: dass sie „nakt sind” ! Sie haben die Würde ihrer Personen mit Betreiben der Gegen-Liebe geschändet.

Man braucht sich also nicht fürchten, einen radikalen Schnitt zu unternehmen. Im Namen der wieder gewonnenen Liebe und der Beschenkung wenigstens von nun an mit Liebe, die dieses Namens würdig wäre. Solche Wende kann mit so großer Macht einer liebenden Überzeugung stattfinden, dass auch dieser andere sie bejaht als die einzige schöpferische Lösung, sollte es auch anfangs ein wenig schmerzhaft vorgehen.

Wir greifen noch einmal auf das Bekenntnis von Frau Sofie zurück: „Selbstverständlich man könnte nicht mehr verkehren, aber warum sollte man sich völlig isolieren, wenn das sehr nahe bringt” (s. ob.: Warum sich isolieren, wenn das sehr nahe bringt)?
– Niemand heißt die Brautleute ‘sich völlig zu isolieren’! Wir ermutigen, dass man aufmerksam sei es auch nur die hiesige WEB-Site verfolgt. Möge das Lesen mit Nachdenken vorgenommen werden, nicht flach – und dauernd mit begleitendem ‘Gebet’. Vielleicht erscheint eine unmittelbare oder nur mittelbare Antwort auch zu diesem Thema.
– Niemand heißt den Brautleuten von Kilometer-Distanz einander anzusprechen. Man kann nahe einander und miteinander sein, und doch wachsam auf feinste Art und Weise die innere und äußere Reinheit hüten. Wie eine Mutter oder ein Vater, die doch ihr Kind in die Hände nehmen, sie schmiegen es an sich mit Fülle von Freude, und es kommt ihnen kein unangemessener Gedanke in den Kopf, noch umso mehr eine unangehörige Verhaltensweise, die die Reinheit des Herzens betrüben könnte.

Dieses Beispiel gilt selbstverständlich nur als gewisse Analogie, nicht aber Ermutigung der Brautpaare, dass sie von nun auf gegenseitige physische Kuscheleien übergehen. Ihre gegenseitigen Beziehungen stellen doch nicht diese eines Vaters oder einer Mutter, noch ihres Kindes dar. Sie erleben ihre Brautzeit, wo als Richtschnur der wörtliche Wortklang des VI.Gebotes Gottes bleiben muss.

Dennoch, wenn sich diese zweien tatsächlich auf der Stufe des Brautlebens gefunden haben, können sie miteinander in friedsam gelebter Nähe verbleiben, und doch sie rücken auf keine unmittelbare Liebkosung vor. Solche könnte ganz leicht zu gegenseitiger Erregung und Gebärden führen, die den Wortlaut des Gebotes Gottes unmittelbar vorgreifen würden: „Du sollst nicht die Ehe brechen”. Indessen dieses Mädchen ist weiter noch keine Ehefrau, und dieser Junge weiter noch auf keinen Fall Ehemann. Niemand hat diese zweien bevollmächtigt, dass sie sich ihre Zärte in Form von Liebkosungen erweisen dürften, die erst Eigenschaft des ehelichen Standes sein werden.

Sie beiden können sich dagegen eine Art und Weise erarbeiten, wo sie wachsam, verantwortlich mit-einander verbleiben und außerdem nichts anderes vornehmen. Sie werden das Bewusstsein hüten, dass sie in Christus verbunden sind, der für die Dauer als der Lebendige in ihrem Herzen verweilt. Er ist es doch, der um den Preis der Kreuzigung-Erlösung, als ebenfalls ihrBräutigam-vom-Kreuz”, Bräutigam-unter-ihnen-als-Brautpaar wird. Er sendet zugleich in ihre Herzen seinen – und seines Vater – Heiligen Geist (Röm 5,5; s. DeV 24).

Solches Verbleiben beieinander, wenn diese beiden so viele Themen aufgreifen, die in Kürze Wirklichkeit für ihren Alltag sein werden, zusammen mit gemeinsam unternommener, zur Weiterausbildung führenden gemeinsamen Lektüre und heißen Diskussionen zu vielen Themen ihres künftigen Lebens in Ehe, Wirtschaft und Familie, umwandelt sich nicht schwer in leises, mit menschlichem und Gottes Frieden durchtränktes Gebet.

So manche auftauchenden Fragen, nicht wenige erscheinende Zweifel und mit dem Glaubens-Sinn beiderseitig aufgespürte moralisch-ethische Risiken eignen sich zu insbesonderen Diskussionen, eventuell dazu, dass ihre betreffenden Zweifel dem ständigen Beichtvater vorgelegt werden. Sie beiden sollen auch nicht nur für sich gegenseitig beten, sondern auch um gehörige Erleuchtung für ihren ständigen Beichtvater. Dass auch er ihnen den völlig mit Gottes Erwartungen übereinstimmenden Weg aufzeigt. Zu gleicher Zeit müssen sich sie beiden mit einer völligen Bereitschaft ausweisen, die ihnen gestellten Gottes Lösungen ohne irgendwelche Manipulationen anzunehmen. Erst dann wird sich die Zeit ihres Brautlebens an Gottes Segen freuen können.

Wir möchten auf jetzt noch einmal herzensvoll ermutigen, so manches vom letzten, langen Kapitel unserer Homepage genauer anzuschauen und im Gebetsklima zu blättern. Dort werden alle wichtigen typischen Situationen der Brautzeit erörtert. Es handelt sich um den folgenden Inhalt: VII.Teil, sein 3.Kapitel (Junge Leute am Weg zur Ehe: zum Sakrament der Ehe). Es ist ein Kapitel ... mit inhaltsreicher Darstellung allerlei Situationen des gebenedeiten Guten, aber auch drohenden Übels, wie sie auf der Stufe des Leben zweier Verliebten zu erscheinen pflegen.
– Es wäre gut dort u.a. das Fragment zu blättern, das der Jungfräulichkeit gewidmet ist. Dort wird auch eine Reihe positiver Beispiele dargestellt, die zum reinen Erleben dieser Lebensphase ermutigen können (s.: Jungfräulichkeit und Keuschheit). Und ebd., u.a. dieses lebendige Beispiel (s.: Ohne Küsse, ohne Umarmungen).

Sollten Anfragen hinsichtlich des Küssen aufkommen, gehört es sich gleich dazusagen, dass allen, in manchen Milieus allgemein angenommenen Praktiken zuwider, es keine Gottes Akzeptation des ‘Tiefkusses’ geben kann. Begründungen zu dieser Einzelheit können auf mehreren, hier angegebenen Stellen unserer Homepage erwogen werden (s. u.a.: Küsse ...; und s.: Küsse).
– Ebenda, im VII.Teil, 3.Kapitel – werden unterschiedliche Liebkosungen besprochen, samt ihrer ethischen Bewertung (s.: Noch einmal: grundlegende Arten der Liebkosungen).
– Insbesondere wird auch die des Öfteren allgemein betriebene Praktik des ‘Oral-Sexus’ erörtert (s.: Noch einmal: der Oral-Sex. – Und: Kriterium des Gegenstandes der Tat – und der Oral-Sex, der Tief-Kuss).

Dort auch, d.h.im VII.Teil, 3.Kap. – kann die Besprechung vieler anderer Fragen gefunden werden, die mit gegenseitigen Beziehungen auf der Stufe des Brautlebens verbunden sind.

Seinerseits ist es dringend angeraten in dieser Hinsicht schon ‘auf Zuwachs’ den längeren Artikel des hier schreibenden Autors aufmerksam zu studieren, der auf der PORTAL-Seite der hiesigen Homepage gefunden werden kann – s. 4.Kolonne, Nr.3 (Heilige Beichte der Eheleute, Brautpaare und Partnerschaften mit Sünden beim Erleben der Intimität).
– Und anderseits ein ebenfalls langer, gründlicher Artikel über die Treue des Beichtvaters zur Lehre der Kirche unter und mit Petrus – ebd., 4.Kol., Nr.10 (Treue des Beichtvaters zum Apostolischen Glauben: mit Petrus und unter Petrus).

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Sollten wir zurzeit noch einmal zu diesem Brautpaar zurückkommen, dessen Briefe in großen Fragmentem am Anfang dieses Kapitels angeführt wurden, bemerken wir, dass sie nicht weniges Ringen mit ihrer Schwäche durchgemacht haben, bis sie endlich mit Leib und Herz zum Lebendigen Gott zurückgekehrt sind – und erst so auch zueinander im Gottes Begriff der Brautzeit, und danach schon der ehelichen Liebe. Aus diesen Bekenntnissen folgt aber auch, wie schwer es ist, sich vom Terrain zurückzuziehen, auf das jemand als Dieb eingerissen ist, und zwar ohne Gottes Ermächtigung.

Im Laufe des Ringens und vieler Sündenfälle, Aufstiege und Siege, ist die Liebe dieser Zweien allmählich lauterer und reif geworden. Es hat letztlich Jesus Christus den Sieg davongetragen: Gott-die-Liebe in ihren Herzen. Es war aber auch ganz bestimmt ihr eigener Sieg. Die Motivation der Handlungsweisen erhob sich auf ein immer höheres Niveau und wurde immer mehr durchscheinend – sowohl in Gottes Augen, wie auch in ihrer eigenen Sicht. Bis bei ihnen die Sehnsucht dringend wurde so zu handeln, dass ihre Verhaltungsweisen „dem Herrn gefallen könnten” (Brief 3; 2 Kor 5,9).

Die Chance, von neuem das Leben und die Liebe Gottes wieder zu gewinnen, erscheint über den Kampf und die Mühe. Eine Chance zur Entfaltung in wahrer Liebe haben nicht nur diese von angeführten dramatischen Briefen erlebt. Der Zugang zu Gott und erst so zum völlig menschlichen Erleben der Verlobungszeit schließt sich vor jedem Brautpaar ohne Ausnahme auf. Jedes Brautpaar kann ebenfalls dauernd in „Gottes Kindschaft” verbleiben – gewiss nicht nur in jenen „30%”, von denen Frau Sofie schreibt (Brief 2).

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D.   UNÜBERSCHREITBARE GRENZEN

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Klar bestimmte Grenzen

Wie gilt es also die gegenseitige Nähe zu leben, dass sie Startpunkt zum Wachstum in Liebe als Gabe wird, nicht aber Neugebilde und Gewebe einer verlogenen Liebe?

Es gibt Brautpaare, die sich in dieser heißen Zeit ihrer Vorbereitungen auf die Ehe als Sakrament an folgerichtig gelebter Keuschheit freuen können.
– Andere Paare haben vielleicht schon sehr wehtuend ihre Unbeständigkeit bei der Einhaltung der feierlich vorgenommenen Versprechungen erfahren. Man muss wachsam und vorsichtig vorgehen, dass die Keuschheit sowohl des Herzens, wie des Leibes nicht verunehrt wird. Man braucht sich mit allein einem nur ‘Wunsch’, die Keuschheit zu bewahren, nicht trügen lassen, wenn diese Zweien zueinander sich auf provokatorische Art und Weise verhalten. Damit geben sie sich einander deutliche Signale, dass sie genau die Überschreitung der Barrieren abzielen, die um keinen Preis überschritten werden dürfen.

Diese aber sollen sie sich beide ganz klar bestimmen, ab wann Sympathie unter ihnen entsteht, dann eine Freundschaft, und umso mehr wenn sie seriöse zu denken beginnen, sich im Ehebund zu verbinden. Schlimm beginnt es zu werden, wenn sie diese Frage nicht auf die Ebene ihres deutlichen Dialogs hochbringen.

Bei gegenseitigem Zusammentreffen meldet sich wohl in der ersten Phase ihrer Bekanntschaft zuerst ein Widerstand, der die gegenseitige Zugänglichkeit verhindert. Es ist Gottes Gabe der Sittsamkeit und Schamhaftigkeit. Sie bilden ein natürliches Staubecken und zugleich Schutz des Bereiches der Intimität vor jemandem, der hier nicht berechtigt ist.
– Dieser Bereich schmilzt aber stufenartig. Dies geschieht im Maß, wie das gegenseitige Vertrauen zueinander zunimmt. Es führt dazu, dass der eine dem anderen immer weitere eigene innere Geheimnisse und Erlebnisse vertraut, von denen bisher niemand anderer irgendetwas gewusst hat. Jedes Anvertrauen solcher Erlebnisse hängt zwar mit dem Risiko zusammen, dass sein Inhalt einmal entgegengesetzt benutzt werden kann, als es infolge des Gefühlszuflusses gedacht war. Darüber möchten aber beide – oder zumindest die eine Seite von ihnen, Jetztzeit lieber nicht denken.

Zum zunehmenden Gefühl und der einander enthüllten eigenen Geheimnisse kann sich leicht ein zunehmendes Drängen hinzugesellen, dass man sich auch in eigener leiblicher Intimität immer weiter und weiter aufschließt. Ein gleichzeitiges ‘Ja’ und ‘Nein’, das sich anfangs zu kennen gab, kann im Maß, wie der Versuch, einen aufrichtigen, oder nicht allzu aufrichtigen Widerstand aufzustellen – der Magie des Wortes erliegen: ‘Ich liebe Dich! Bezeuge mir Deine Liebe! Du liebst mich offenbar nicht, denn Du traust mir nicht ...’ u.dgl. Der Stil der Beziehungen kann leicht der zunehmenden Verknechtung mit Begehrlichkeit des Fleisches erliegen, die sich immer mehr vom eigentlichen Inhalt der ‘Liebe’ entfernt.

Daher ist es so wichtig, dass man sich deutliche Grenzen bezüglich der Qualität der erwiesenen Zärtlichkeit bestimmt, die von diesen beiden unter keinem Vorwand überschritten werden werden. Solche Entscheidung sollte im „Gehorsam dem Glauben(Röm 1,5; 16,26; korrig. nach griech.Originaltext) gefasst werden, aber umso mehr im liebenden Anvertrauen auf Gott, der weiter im geringsten Maß – LIEBE für diese beiden zu sein nicht aufgehört hat.

Wie schon ein paarmal hervorgehoben, die eindeutige ‘Barriere’, die über die gerade erörterte Frage der Ausdrucksweise der Zärtebezeugungen zwischen Brautleuten entscheidet, wird vom Wortlaut selbst des Gebotes bestimmt: „Du sollst nicht die Ehe brechen ...”. Dieses Wort heißt vor allem jedes Beschreiten des Gebietes der geschlechtlichen Intimität die ganze Zeit hindurch vor der Ehe von vornherein auszuschließen.

Beweggrund für die Annahme solcher Haltung wird das Bewusstsein, dass dieses Gebot kein Ausdruck der ‘willkürlichen Anonymität’ irgendwelcher blinden, personen-losen, und dazu bösartigen Macht ist. Im Gegenteil, dieses Gebot ist Ausdruck der besorgten liebenden Person: Gottes-als-Liebe. Daran haben wir schon früher unsere Aufmerksamkeit gerichtet. Bevor Gott irgendein Gebot vorschlägt, offenbart Er sich immer zuerst als Person, die liebt. Erst um dieser Liebe willen bittet Er dann dringend um Annahme auch dieser, vielleicht ein wenig schwieriger Anordnung, die ‘Gebot’ heißt: „Du sollst nicht die Ehe brechen” (s. ob.: Gebote: zuerst die Person-die-Liebe – nachher Empfehlungen – samt der ganzen weiteren Folge dieses §). Als Vater, ist Gott außer Zweifel unfähig irgendjemandem einen Schaden zuzufügen, darunter auch diesen Zweien als Brautpaar.

Anderer Beweggrund für die Annahme so gestalteter Haltung wird das Bewusstwerden um die Tatsache, dass hier die „Quellen selbst von Leben und Liebe” im Spiel sind. Sowohl das eine, wie das andere sind striktes Besitztum Gottes. Die Einführung irgendwelcher Veränderung in diesem Bereich überragt alle Zuständigkeiten des Menschen – sowohl eines individuellen (z.B. dieser beiden als Brautpaars), wie auch irgendwelcher gesetzgeberischen Gremien, und offenbar auch der Kirche.

Wortlaut des Gebotes Gottes

Brautleute sollen sich also ohne Unklarheiten sagen: In unserem Fall wird es kein Anschauen, noch keine Berührungen der Geschlechtszone geben. Dies ist eine negativ formulierte Festsetzung, gefasst in Form eines keine Ausnahme kennenden ‘Nein’! So ist aber diskussionslos der Inhalt des Gebotes Gottes. Alle Normen des Gesetzes Gottes, die in negative Formel gefasst sind, verpflichten immer und überall – ausnahmslos alle Menschen. Nicht deswegen, weil es so die ‘Kirche’ festgesetzt hat, sondern dass diese Wirklichkeit aus der Wahrheit selbst der gegenseitigen Verhältnisse hervorwächst, die es zwischen dem Schöpfer – und dem Menschen als Geschöpfes Gottes Liebe gibt.

Hier – erinnerungshalber wiederholt die Worte Johannes Paul II. zu diesem Punkt:

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Erklärung

„Den negativen Normen des Gesetzes der Natur steht eine universale Kraft zu:
sie verpflichten alle und jeden, immer und unter jedem Umstand.
– Es handelt sich hier um Verbote, die eine bestimmte Handlung ‘semper et pro semper’ [= immer und für immer] verbieten, ohne Ausnahme, weil die Wahl einer entsprechenden Verhaltensweise in keinem Fall mit dem Gutsein des Willens der handelnden Person, mit ihrer Berufung zum Leben mit Gott und zur Kommunion mit dem Nächsten vereinbar ist.
– Es ist niemandem und niemals erlaubt die Gebote zu übertreten, die rücksichtslos alle verpflichten, die allen Menschen gemeinsame Würde der Person im anderen Menschen, und vor allem in sich selbst, nicht zu beleidigen” (VSp 52; vgl. auch Nr. 81).

Als Erinnerung dürfte auch noch einmal dazu gesagt werden, wie die Bedingungen sind, die eine Tat als moralisch gut zu qualifizieren lassen (s. ein wenig früher: Bedingungen zur Bewertung einer Tat als gut; und noch ob.: Kriterien zur Einschätzung einer Tat als ‘gut’ – samt den folgenden Unterpunktem: 4.5.6.7.).

Hier also weitere Worte von der Lehre Johannes Paul II:

„Die Antwort Jesu und die Berufung auf die Gebote [= Mt 19,17: ‘Willst du aber ins Leben eingehen, so halte die Gebote!’] bedeutet auch, dass der Weg zum Ziel auf der Befolgung der Gottes Gesetze, die das Gut des Menschen schützen, beruht. Nur eine Handlung, die mit dem Guten übereinstimmt, kann Weg sein, der zum Leben führt.
– Die rationale Hinordnung der menschlichen Tat auf das Gute in seiner Wahrheit und das freiwillige Streben nach diesem Gut, das mit Vernunft erkannt wird – siehe worauf die Sittlichkeit beruht.
– Man kann also das menschliche Handeln nicht einzig aus diesem Grund als sittlich Gut anerkennen, weil es zum Erreichen eines solchen oder anderen Zieles führt, oder auch nur deswegen, weil die Absicht des Subjektes gut ist. Das Handeln ist moralisch Gut, wenn es die freiwillige Unterordnung der Person ihrem letztlichen Ziel bestätigt und zum Ausdruck bringt, wie auch die Übereinstimmung der konkreten Handlung mit dem Gut des Menschen, das von der Vernunft in seiner Wahrheit erkannt worden ist.
– Wenn dieser Gegenstand der Handlung mit dem wahren Gut der Person nicht in Einklang steht, bewirkt die Wahl dieser Handlung, dass unser Wille und wir selbst moralisch böse werden, das heißt dass wir uns unserem letztlichen Ziel und dem höchsten Gut – also Gott selbst – widersetzen” (VSp 72).

Würde jemand der Lehre der Kirche weiter nicht trauen können, sollten ihn die vom Hl. Paulus radikal aufgezählten Taten überzeugen, die „ihrem Wesen nach Böse” sind. Jedermann, der solche Tat begeht, schließt sich selber vom ewigen Leben aus. Daher erinnert Johannes Paul II.:

„Der Grund, warum die gute Absicht nicht genügt, sondern es auch der ordnungsgemäßen Wahl der Taten bedarf, ist die Tatsache, dass die menschliche Handlung von ihrem Gegenstand, das heißt davon abhängt, ob sie auf Gott, auf Den, der ‘allein der Gute ist’, hingeordnet werden kann und ob sie die Person so zur Vollkommenheit führt.
– Eine Handlung ist daher Gut, wenn ihr Gegenstand dem Gut der Person entspricht – dadurch, dass sie die Güter berücksichtigt, die für sie vom moralischen Gesichtspunkt her wesentlich sind ...” (VSp 78).

„Das erste und maßgebliche Element für die moralische Bewertung ist der Gegenstand der menschlichen Handlung,
der darüber entscheidet, ob sie auf das letzliche Gut und das Ziel, das Gott ist, hingeordnet werden kann ...” (VSp 79).

„Dank dem Zeugnis der Vernunft wissen wir aber, dass es Gegenstände der menschlichen Akte gibt, die nicht auf Gott hingeordnet werden können, weil sie dem Gut der Person, die nach Seinem Ebenbild erschaffen worden ist, radikal widersprechen. Die traditionelle moralische Lehre der Kirche spricht von Taten, die ‘innerlich übel’ sind [= intrinsece malum]: die Übel sind immer und von selbst aus, das heißt aufgrund ihres Gegenstandes, und nicht abhängig von eventuellen Absichten der handelnden Person, noch von den Umständen” (VSp 80).

„Wenn die Kirche vom Bestehen innerlich Böser Handlungen lehrt,
beruht sie auf der Doktrin der Heiligen Schrift.
Der Apostel Paul stellt kategorisch fest:
Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige, noch Götzendiener,
weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder,
noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber
– werden das Reich Gottes erben” [1 Kor 6,9f.] (VSp 81).

Dieses letzte Wort, d.h. das gerade angeführte Fragment des Gottes-Geschriebenen-Wortes, müsste jeden Zweifel zerstreuen, ob die eindeutige Lehre der Kirche im besprochenen Bereich ‘Erfindung der Geistlichen’ ist, oder auch Erfüllung einmal mehr der manchmal undankbaren Sendung, die der Erlöser des Menschen der von Ihm gegründeten – Seiner Kirche auferlegt hat.

Es spricht der Gott-Mensch, Jesus Christus, der Erlöser des Menschen – im Abschieds-Wort unmittelbar vor seiner Himmelfahrt:

„Da trat Jesus näher, redete sie an und sagte:
‘Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht hin und lehrt alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was Ich euch geboten habe.
Seht, Ich bin mit euch alle Tage hindurch – bis Ende der Welt’ ...” (Mt 28,18ff. – eigene Überstzg nach dem griech. Originaltext).

Solche Haltung setzen die Apostel und ihre Nachfolger in apostolischer Sendung – in ihrer Lehre ins Leben um. Solche Haltung nimmt auch unabänderlich die Heilige Kirche an, die in dieser Hinsicht in der Jurisdiktionseinheit mit Petrus der aktuellen Zeiten verbleibt.

Hier wieder Worte Johannes Paul II.:

„Als Bischöfen obliegt uns die Pflicht, die Sorge zu tragen um die getreue Übermittlung des Gottes Wortes ...
Ihre Autorität [= der Lehre der Kirche], unterstützt mit Hilfe des Heiligen Geistes und eingesetzt in der Kommunion ‘cum Petro et sub Petro[= in Kommunion mit Petrus und unter Petrus], hat ihre Quelle in unserer Treue dem katholischen Glauben gegenüber, den wir von den Aposteln übernommen haben.
– Auf uns, als Bischöfen, lastet die schwerwiegende Pflicht, persönlich darüber zu wachen,
dass in unseren Diözesen die ‘gesunde Lehre[1 Tim 1,10] des Glaubens und der Moral gelehrt wird ...” (VSp 116; s. ebd. 5,30; und noch: 2 Tim 4,1-5; Tit 1,10.13f.).

Wörtliche Anwendung des Gebotes

Das gegenseitige Erweisen der Verbundenheit und Liebe über die Einsetzung der Geschlechtsorgane ist Gottes Gabe, die ausschließlich für die Ehe vorbehalten ist. Daher spricht auch die Lehre der Kirche vom geschlechtlichen Verkehr als dem „Akt, der der Ehe eigen und vorbehalten ist” (vgl. FC 11; HV 8. – s. auch ob.: Für die Ehe „eigener und vorbehaltener” Akt). Bejahen diese Zweien von Anfang an mit Willen und Herzen dieses vom Dreieinigen von ihnen erwartete ‘Nein’, was genitale Liebkosungen betrifft, wissen sie zugleich Bescheid, nach welchem Grundsatz sie sich richten sollen. Dann tut auch die Bewahrung der Keuschheit nicht so sehr ‘weh’.

Die Notwendigkeit, dass dieses ‘Nein’ betreffs der Geschlechtssphäre angenommen wird, wird demnach keineswegs von der ‘Kirche’, noch von ‘Priestern’ aufgenötigt. Niemandem unter den Menschen steht die Zuständigkeit zu, um zu bestimmen, bzw. zu ‘verabschieden’, was das Gute, oder auch, der Reihe nach, das Böse – ist, bzw. sein sollte. Daher sind auch allerlei solcher Art Gesetzgebungen und Genehmigungen der Parlamente, die irgendwelche, zum Gebot Gottes in Widerspruch stehenden Genehmigungen verabschieden, in dieser Hinsicht von vornherein ungültig. Die Quellen, aufgrund deren uns das Gut vom Bösen zu unterscheiden gegeben ist, kommen nicht von der ‘Erde’. Sie erwachsen aus der Weisheit und Liebe dieses Gottes, der den Menschen „um seiner Selbst willen’ (GS 24) als sein „Ebenbild und seine Ähnlichkeit” (Gen 1,27) erschaffen hat. Indem Er ihn dabei mit freiem Willen ausgestattet hat, hat Er ihn zugleich zur Anteilnahme am eigenen, Gottes Leben – und an seiner eigenen Liebe berufen.

Damit aber dieses lebendige Ebenbild Gottes: Mann und Frau – beim Suchen nach dem Weg zum „Haus des Vaters” (Joh 14,2f) nicht irren muss, hat der Schöpfer ins Herz ausnahmslos jedes Menschen „ein Gesetz, das von Gott seinem Herzen eingeschrieben ist” niedergelegt, „dem zu gehorchen seine Würde ist und gemäß dem er gerichtet werden wird” (vgl. Röm 2,14ff.; GS 16; VSp 54).

Dieses Gesetz, das die urewige, unabänderliche, universale, vom menschlichen Wissen und Wollen unabhängige Einprägung im Herzen des Menschen bildet, findet seinen Ausdruck in der Stimme des Gewissens. Das Gewissen des Menschen besteht aber unabhängig von der Einwilligung und dem Wissen des einzelnen Menschen:

„Das Gewissen ist nämlich ‘die verborgenste Mitte und das Sanktuar im Menschen, wo er allein ist mit Gott,
dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist und klar ‘in den Ohren des Herzens tönt:
Tu dies, meide jenes’ ...” (DeV 43; GS 16).

Wir haben schon viele Male auf unserer WEB-Site erwähnt, dass der Mensch diese ‘Stimme’ nicht erst erzeugt, sondern sie nur entdeckt:

„... Im Inneren seines Gewissens entdeckt der Mensch ein Gesetz,
das Er sich nicht selbst auferlegt,
sondern dem er gehorchen soll
und dessen Stimme ihn immer zur Liebe und zum Tun des Guten
und zur Unterlassung des Bösen anruft ...” (GS 16).

Und zwar:

„Gott der Schöpfer ist nämlich die einzige und letztliche Quelle der sittlichen Friedensordnung in der von Ihm geschaffenen Welt. Der Mensch kann nicht aus sich allein bestimmen, was Gut und was Böse ist, er kann nicht ‘wie Gott Gut und Böse erkennen(vgl. Gen 3,5). In der erschaffenen Welt bleibt Gott die erste und souveräne Quelle, die das Gut und Böse – über die innere Wahrheit des Seins bestimmt, die Abglanz des Wortes ist, das das Wesensgleiche und ewige Wort des Vaters ist.
– Der nach dem Ebenbild Gottes erschaffene Mensch wird vom Geist der Wahrheit mit dem Gewissen beschenkt, damit das Ebenbild getreu sein Ur-Muster widerspiegelt, das zugleich Weisheit und Urewiges Gesetz, Quelle der moralischen Friedensordnung im Menschen und in der Welt ist” (DeV 36).

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Es sollte noch einmal hervorgehoben werden, dass der Beweggrund, der es auszuschließen heißt, vor der Eheschließung nach irgendwelcher genitalen Intimität zu greifen, die mit Tat bestätigte Liebe sowohl zu Gott, wie gegeneinander sein soll. Diese Zweien sollen sich gegenseitig voller Liebe sagen: Solche Haltung bewahren wir, weil wir uns lieben! Nicht der Aufstand und nicht ‘Bedauern’ der Kirche oder geradeaus Gott gegenüber, sondern das Zartgefühl der Liebe, die die anspruchsvolle Wahl anzunehmen versteht, aber gerade deswegen freudevoll und schöpferisch erlebt wird, soll im Herzen der beiden Brautleute herrschen.

Diese ins Leben umgesetzte Haltung bewahren die Zweien ganz unabhängig davon, was in ähnlicher Lage andere Brautpaare tun. Solcher Haltung sind sie treu offensichtlich auch unabhängig von den Massenmedien, die die Genitalerfahrungen aufdringlich als Frucht einprägen werden, die „es köstlich wäre ... zu essen und lieblich anzusehen” (Gen 3,6).

Dauernd zeitgemäß bleibt die grundlegende Erinnerung Johannes Paul II. angesichts der bisweilen übermächtig wirkenden Strukturen der Sünde und ideologischen Systeme, die der Gottes Friedensordnung der Natur des Menschen als Person in ihrem Ruf zum ewigen Leben widersprechende Lösungen aufdrängen:

„Darum gibt es in jedem Menschen nichts,
was so persönlich und unübertragbar ist,
wie das Verdienst aus der Tugend
oder die Verantwortung für die Schuld” (RP 16).

Wir werden nicht davon gerichtet werden, was in ähnlichen Umständen die anderen tun, sondern was wir selbst tun. Daher tragen auch keine ‘statistischen’ Daten betreffs des vermeintlich allgemein praktizierten Übersehens des Gottes Gebotes zur Frage überhaupt nichts (vgl. FC 5) bei.
– Nichts nutzt auch die Anzeige an Tatsachen, dass ebenfalls ‘die Priester, und manchmal selbst hochangestellte Hierarchen’ leidenschaftliche Taten begehen und damit Ärgernis schaffen.
– Weiter zeitgemäß bleibt die im menschlichen Herzen unabänderlich, vielleicht nur noch leise zur Ernüchterung, individuell rufende Stimme dieses Gottes, der vielleicht verwundernd geduldig auf die Stunde wartet, wann sich das lebendige Gottes Ebenbild davon abwendet, was böse ist, um „nicht für ewig verloren gehen”  zu müssen (vgl. Joh 3,16-21).

Wir werden nicht davon gerichtet, was in ähnlichen Situationen die anderen tun, sondern was wir selbst tun. Daher fügen alle ‘statistischen’ Daten zum Thema des anscheinend allgemeinen Übersehens des Gebotes Gottes überhaupt nichts zur erörterten Frage hinzu (vgl. FC 5).

Die dargestellte Wahl stellt hier die einzige schöpferische Lösung dar. Sie ist geboten, und doch zugleich mit tiefster Befürchtung vonseiten des liebenden Herzens, am Menschen von Gott selbst nur erbeten.
– Die so bestimmte Barriere geht aber auch mit besorgter Gottes Warnung einher:

„Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen,
doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen.
Denn sobald du davon isst (= vom Baum des Guten und des Bösen),
wirst du sicher sterben(Gen 2,17)

Gott, der außer jedem Zweifel auch in diesem Bereich Weisheit und Liebe ist, kann unmöglich nicht vertraut werden, sollten auch nicht alle von Ihm vorgeschlagenen Lösungen in diesem Augenblick verständlich sein.

Die dargestellte Festsetzung: das völlige Ausschließen aller genitalen Intimität, ist kein Beweis einer prüden Haltung dem Leib gegenüber, noch ‘priesterlicher Normen’, die in Einzelheiten des strikt ‘privaten, intimen Lebens’ des Menschen herabsteigen. Diese Barriere betrifft die Grenz-Erfahrung zwischen der Brautzeit und der Ehe. Sie erwächst also direkt vom Gebot Gottes. Weder das Mädchen, noch der Junge sind zu dieser Stunde [schon] zu Eheleuten geworden. So wird es bis zur ihrer Trauung fortdauern. Das Umschalten auf irgendwelche Form genitaler Intimität vor der Ehe oder außerhalb der Ehe muss immer als eindeutiger Ehebruch qualifiziert werden.

Brautleute [und Partner die nicht Brautpaar sind] sind offenbar mächtig genug, mit dem Akt ihres freien Willens das Gebot Gottes zurückzuweisen, so dass sie mit dem Schöpfer der Friedensordnung nicht rechnen. In solchem Fall würden sie sich aus eigener Wahl auf alle dessen Folgen aussetzen, einschließlich auf den von vornherein bejahten Verlust des ewigen Lebens. Sie können nicht erhoffen, dass ihr Eigenwille – und zwar der von vornherein sperrangelweit angenommene Verlust des ewigen Lebens, den Segen für ihre Willkür erwartet – infolge der autonomen und usurpatorischen Art und Weise der Aneignung nicht ihres Eigentums. Diese Gaben möchte ihnen Gott erteilen und so wird es auch sein, doch noch nicht Jetztzeit.

Es gehört sich die Worte des Heiligen Vaters Johannes Paul II. immerwährend vor Augen zu halten:

„... Die Offenbarung lehrt uns, dass die Macht, über Gut und Böse zu entscheiden,
nicht dem Menschen, sondern allein Gott zusteht.
– Der Mensch ist offenbar von dem Augenblick an frei, in dem er die Gebote Gottes begreifen und annehmen kann.
Er freut sich einer ungemein weitgehenden Freiheit, denn er darf ‘von allen Bäumen des Gartens’ essen.
Es ist aber keine unbegrenzte Freiheit: Sie muss vor dem ‘Baum der Erkenntnis von Gut und Böse’ haltmachen,
sie wurde nämlich dazu berufen, das moralische Gesetz anzunehmen, das Gott dem Menschen gibt ...” (VSp 35).

Brautpaare sollen mit allem Ernst, aber auch aller Liebe sich gegenseitig mit Hilfe dienen – u.a. beim Verharren in einer kristallischen, nach Christus gestalteten Keuschheit. Sie beiden haben sich gegenseitig in dieser Zeit so vieles zu sagen. Es ist klar, sie sollen deutlich auch dieses Thema aufgreifen, das gerade Jetztzeit sie beide so sehr lebendig betrifft. Sie sollen sich einander um Hilfe bitten, dass sie die Treue in der Entscheidung der so festgesetzten Barrieren ihrer beiderseitigen Zärtlichkeit bewahren. Beide möchten sich zweifelsohne gegenseitig zum Wachstum im wahrhaften Gut dienen, nicht aber Schlingen voreinander legen. Mit einer gleichen Hilfe werden sie sich später auch in der Ehe selbst dienen:

„Mit seiner Gattin soll der Mann in einer ‘ganz besonderen Form der Personen-Freundschaft leben’. Der Christ ist aber dazu berufen, eine neue Haltung der Liebe zu entwickeln, indem er seiner eigenen Braut jene feinfühlige und zugleich starke Liebe erweist, die Christus zu seiner Kirche hegt” (FC 25).

Sowohl der Jüngling, wie das Mädchen kennen wohl gut ihre eigene Schwäche und Neugierde: jenen sich blindlings kennen gebenden Zwang des Leibes, trotzdem sie sich doch auch um die durchaus positiven Seiten ihres Charakters bewusst sind. Es wird nichts demütigendes in einer gegenseitigen Bitte sein: „Sollte ich mich vergessen haben und allzu weit vorandringen wollen, halte und besinne mich, bitte” ! Eine so verstandene Hilfe strömt vom Gabe-Sein-füreinander, das auf das wahrhafte Gut ausgerichtet ist – bis einschließlich zu diesem ewigen.

Kein Wunder, dass die beiderseitige ‘Hilfe-zu-Gutem’ ihren Ausdruck im nicht minder entschiedenen beiderseitigen Gebet und beiderseitiger Herantretung zu den Heiligen Sakramenten erfährt: sowohl zum Tribunal der Barmherzigkeit, wie darauf zur oft empfangenen Heiligen Kommunion.

Es geht um den eigentlichen Start zur künftigen Ehe – gemäß dem Vorhaben der Friedensordnung der Liebe, die ihnen beiden der Schöpfer selbst von Mann und Frau anbietet. Hat nämlich die „liebende Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) auf solche Art und Weise die Gabe der gegenseitigen Verhaltensweisen auf der Stufe der Brautzeit gesonnen: als fortwährende Ablegung einer Prüfung von der Qualität der Liebe, die sich zur Sicht der Person in ihrem Ruf zum Leben der Gnade durchringt, gehört es sich dem Wort Gottes zu anvertrauen: als dem einzigen Weg, um das Glück der Liebe und den Frieden des Herzens zu finden.

Die Gebote Gottes entsprechen zweifelsohne den tiefsten Bedürfnissen des Herzens und der Person. Ihr Umsatz ins Leben wird Auslösung einer beschleunigten Heranreifung in der Tiefe ihres beiderseitigen Bandes „mit demselben Zartgefühl und der zusammen bindenden Liebe, mit der Gott selbst jedes Geschöpf anregt, es aufrechterhält und zu der ihm eigenen Seligkeit führt” (FC 34).

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RE-Lektüre: VI.Teil, 1.Kapitel, Datei ‘c’.
Stadniki, 16.XII.2014.
Stadniki, 18.X.2015.
Tarnów, 10.IX.2016.
Tarnów, 20.IX.2016.
Tarnów, 4.IV.2017.


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Ermächtigungen im Bereich der Geschlechtlichkeit
Wer hat also die Genehmigung erteilt?
Sünden-Statistik und das Gebot Gottes
Wer ist für uns dieser Erste?
Falls nicht allzu reinen Gewissens

3. Was also mit Intimität vor der Ehe
Dem Gebot ... gehorchen, oder nicht gehorchen
Dieser übermächtige Geschlechtsdrang ...
Jesus und Verführung von Kindern
Sollte es letztlich zur Niederlage gekommen sein ...
Ob die Intimität also zusammenfügt
Bedingungen dass die Tat als Gut erkannt werden kann
Von Knechtschaft unter dem Bösen zur Freiheit in Christus

D. UNÜBERSCHREITBARE GRENZEN

Klar bestimmte Grenzen
Wortlaut des Gebotes Gottes
Wörtliche Anwendung des Gebotes


Bilder-Fotos

R6-7. Platz vor der erneuerten Basilika des Hl. Petrus voller Pilger
R6-8. Wunder der Natur
R6-9. Affe-Mutter mit ihrem Kleinen am Bauch