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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

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4. Inmitten großer Leiden

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O Seelen, wie ich euch liebe !

+ (20.II.1938) „Heute gab mir der Herr zur Antwort, dass ‘Deine Leiden sind Mir zur Rettung der Seelen nötig’.
– O mein Jesus, tu mit mir, was Dir gefällt. – Ich hatte nicht den Mut, Jesus um größere Leiden zu bitten, denn in der letzten Nacht litt ich so sehr, dass ich nicht einen Tropfen über das, was mir der Herr selbst gab, ertragen hätte (TgF 1612).

Fast während der ganzen Nacht hatte ich so gewaltige Schmerzen, dass es mir schien, als ob alle Eingeweide zerfetzt wären. Die eingenommene Arznei erbrach ich unter Torsionen. Als ich mich auf die Erde neigte, verlor ich mein Bewusstsein und so – den Kopf auf den Boden gestützt, verblieb ich einige Zeit lang. Als mir das Bewusstsein zurückgekehrt war, merkte ich, dass ich mir mit dem ganzen Körper das Gesicht und den Kopf niederdrückte, übergossen mit Erbrochenem. Ich dachte, das wäre schon das Ende. Die liebe Mutter Oberin und Schwester Tarcyzja retteten mich, wie sie nur konnten.
– Jesus verlangte Leiden und nicht den Tod. O mein Jesus, tue mit mir, was Dir gefällt. Gib mir nur die Kraft zu leiden. Wenn mich Deine Macht stützt, halte ich alles aus. O Seelen, wie ich euch liebe” (TgF 1613).

Die Nacht großer Leiden

+ „Als die Nacht anbrach, wurden meine körperlichen Leiden heftiger, zu ihnen gesellten sich geistige Leiden. – Nacht und Leiden. Die feierliche Stille der Nacht bot mir die Möglichkeit, ungezwungen zu leiden. Mein Körper streckte sich auf das Holz des Kreuzes; in furchtbaren Qualen wand ich mich bis elf Uhr. Im Geiste versetzte ich mich zum Tabernakel und machte das Ziborium auf, indem ich mein Haupt auf den Rand des Kelches lehnte. Alle meine Tränen flossen still in das Herz Dessen, Der allein versteht, was Schmerz und Leiden bedeutet. Da erfuhr ich Süße in diesem Leiden und meine Seele verlangte nach diesem süßen Sterben, das ich für keine Schätze der Welt getauscht hätte. Der Herr gab mir Stärke des Geistes und Liebe zu denen, durch die mir das Leiden kommt.
– So war der erste Tag des Jahres (TgF 1454; es ist 1938: ihr letztes Lebensjahr).

Noch an diesem Tage spürte ich das Gebet einer schönen Seele, der [= ihr Beichtvater] für mich betete und mir im Geiste seinen priesterlichen Segen erteilt hat. Ich antwortete gegenseitig mit meinem innigem Gebet (TgF 1455).

O gütigster Herr, wie barmherzig bist Du, weil Du jeden nach seinem Gewissen und seiner Erkenntnis beurteilst und nicht nach menschlichem Gerede. Mein Geist entzückt sich immer mehr und ernährt sich von Deiner Weisheit, die ich immer tiefer kennen lerne. Und hier enthüllt sich für mich noch heller das Unermessliche Deiner Barmherzigkeit. O mein Jesus, all diese Erkenntnis bringt in meiner Seele diese Folge herbei, dass ich mich in Glut von Liebe zu Dir, mein Gott, umwandle (TgF 1456).

+ (2 I 1938) Als ich mich heute auf die heilige Kommunion vorbereitete, forderte Jesus, dass ich mehr schreibe, und zwar nicht nur über die Gnaden, die Er mir erteile, sondern auch von äußeren Dingen – und das zum Trost vieler Seelen (TgF 1457).

+ Nach dieser Nacht der Leiden, als der Priester in meine Zelle mit dem Herrn Jesus eingetreten ist, wurde mein ganzes Wesen von solcher Glut erfasst, dass ich fühlte, würde der Priester noch ein wenig den Moment verlängern, hätte Jesus Sich seiner Hand entrissen und wäre Selbst zu mir gekommen. Nach der Heiligen Kommunion sagte der Herr zu mir, dass: (TgF 1458): ‘Hätte mich der Priester nicht zu dir gebracht, so wäre ich Selbst unter derselben Gestalt zu dir gekommen. Meine Tochter, deine Leiden heute Nacht haben einer großen Zahl von Seelen die Gnade der Barmherzigkeit erwirkt’ ...” (TgF 1459).

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Blut entströmt, Wunden sind nicht zu sehen

„O, wie irreführend ist der Anschein, und ungerecht die Urteile. O, wie oft leidet die Tugend Unterdrückung nur deswegen, weil sie still ist. Mit denen aufrichtigen Umgang pflegen, die beständig Nadelstiche versetzen, verlangt große Selbstverleugnung.
– Der Mensch spürt, dass Blut entströmt, aber Wunden sind nicht zu sehen. O Jesus, wie vieles wird uns erst am Jüngsten Tag enthüllt werden. Was für Freude, nichts von unseren Anstrengungen geht verloren” (TgF 236).

Die Kranke ... ‘spielt vor’ !

„Als ich nach den ersten Gelübden bald erkrankte und sich trotz herzlicher und sorgsamer Pflege seitens meiner Vorgesetzten wie auch ärztlichen Behandlungen mein Zustand weder besserte noch verschlimmerte, begannen an mich Urteile zu kommen, dass ich vortäusche. Damit begann mein Leid, es verdoppelte sich. Das währte ziemlich lange. Eines Tages klagte ich Jesus, dass ich für die Schwestern eine Last sei. Jesus erwiderte:

– ‘Du lebst nicht für dich, sondern für die Seelen. Aus deinem Leiden werden andere Seelen Nutzen ziehen. Dein anhaltendes Leiden wird ihnen Licht und Kraft verleihen, sich Meinem Willen zu fügen’ ...” (TgF 67).

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K.      JESUS  IM  HERZEN

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1. In totaler Trockenheit

(11.X.1933 – Donnerstag) „Ich bemühte mich, die heilige Stunde abzuhalten, doch ich begann sie mit großen Schwierigkeiten. Irgendeine Sehnsucht zehrte an meinem Herzen. Mein Verstand wurde so verdunkelt, dass ich einfache Gebetsformen nicht begreifen konnte. So verging eine Stunde des Gebetes, oder eher des Kampfes. Ich beschloss, eine zweite Stunde zu beten, doch die inneren Peinigungen wurden noch größer. – Große Dürre und Unlust. Ich beschloss, eine dritte Stunde zu beten. Während dieser dritten Stunde des Gebetes, die ich kniend ohne irgendwelche Stütze zu verrichten mir vorgesetzt habe, begann mein Körper nach Entspannung zu verlangen. Aber ich gab nicht nach. Ich breitete meine Arme aus und wenn ich auch keine Worte aussprach, verharrte ich mit dem Akt des Willens.
– Nach einer Weile streifte ich den Ring vom Finger und bat Jesus, auf diesen Ring zu schauen, der doch Zeichen unserer ewigen Vereinigung ist und ich opferte Jesus die Gefühle auf, die ich am Tage der ewigen Gelübde hatte.

Nach einer Weile fühlte ich, dass eine Welle von Liebe mein Herz zu umfassen beginnt. Plötzliche Sammlung des Geistes, die Sinne verstummen, Gottes Anwesenheit durchdringt die Seele. Ich weiß nur, dass Jesus ist und ich. Ich erblickte Ihn in solcher Gestalt, wie ich Ihn im ersten Augenblick nach den ewigen Gelübden gesehen habe, als ich ebenfalls die heilige Stunde abhielt. Jesus stand plötzlich vor mir, Seiner Kleider entblößt, am ganzen Leibe mit Wunden bedeckt, die Augen sanken in Blut und Tränen, das ganze Antlitz entstellt, mit Speichel bedeckt. Da sagte mir Jesus:

– ‘Die Braut muss ähnlich sein wie ihr Bräutigam. Ich begriff diese Worte zutiefst. Hier gibt es keinen Platz für Zweifel. Meine Ähnlichkeit zu Jesus soll durch Leiden und Demut sein.
‘Siehe, was die Liebe zu den Menschenseelen aus Mir gemacht hat. Meine Tochter, in deinem Herzen finde ich alles, was mir eine große Anzahl von Seelen versagt. Dein Herz ist Meine Rast. Oft behalte Ich große Gnaden bis zum Ende des Gebetes zurück’ ...” (TgF 268).

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2. Du bist für mich die dauernde Rast

Meine Rast ...

„Als ich im Laufe der Woche zum Beichtvater kam und den Zustand meiner Seele enthüllte, besonders aber dass ich dem inneren Gespräch mit Gott aus dem Wege gehe, erhielt ich zur Antwort, dass: ich darf mich vor innerem Gespräch mit Gott nicht drücken, sondern ich soll mich in die Worte hineinhören, die Er zu mir spricht (TgF 430).

– Ich befolgte die Anweisungen des Beichtvaters und bei der ersten Begegnung mit dem Herrn fiel ich zu Seinen Füßen nieder und mit zerrisenem Herz bat ich um Verzeihung für alles. Da hob mich Jesus vom Boden auf und setzte mich neben Sich. Er erlaubte mir, den Kopf an Seine Brust zu lehnen, damit ich die Wünsche Seines Süßesten Herzens verstehe und besser verspüre. Da sagte Jesus zu mir:
‘Meine Tochter, fürchte dich vor nichts, Ich bin immer mit dir. Alle Gegner werden dir nur so viel Schaden zufügen, wie Ich es ihnen erlaube. Du bist Mir Wohnung und stete Rast. Deinetwegen werde ich die strafende Hand zurückhalten, deinetwillen segne ich der Erde’ ...” (TgF 431).

Viele Seelen haben mich heute herausgewiesen ...

„Während der Vesperandacht hörte ich die Worte:
– ‘Meine Tochter, Ich möchte in deinem Herzen ausruhen, weil mich heute viele Seelen aus ihren Herzen hinausgeworfen haben. Ich habe tödliche Traurigkeit empfunden’.
Ich habe versucht, den Herrn zu trösten und opferte Ihm tausendmal meine Liebe. In meiner Seele spürte ich die Abscheu vor der Sünde” (TgF 866).

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3. Gut ist es Mir an deinem Herzen

Du bist so klein ...

[Januar 1938 ?] „Heute, während der heiligen Messe, erblickte ich an meinem Betstuhl das Kindlein Jesus, ungefähr ein Jahr alt. Es bat mich, dass ich Es auf den Arm nehme. Als ich es in meine Arme nahm, schmiegte es sich an mein Herz und sagte:
– ‘Gut ist es Mir an deinem Herzen’.
– ‘Obwohl Du so klein bist, weiß ich doch: Du bist Gott. Warum nimmst Du die Gestalt eines so Kleinen, um mit mir zu weilen?’
‘Weil Ich dich die geistige Kindheit lehren will. Ich möchte, dass du ganz klein bist, denn wenn du klein bist, trage Ich dich an Meinem Herzen, so wie du Mich jetzt an deinem Herzen hältst’.

In selber Weile blieb ich allein, doch niemand begreift das Gefühl meiner Seele: ich war ganz in Gott versenkt, wie ein ins Meer geworfener Schwamm ...” (TgF 1481).

Dein Herz ist mir der Himmel

„Abend. Jesus, morgen früh soll ich die ewigen Gelübde ablegen. Den ganzen Himmel und die Erde und alles was lebt, rief ich auf, Gott für die große, unbegreifliche Gnade zu danken. In diesem Augenblick hörte ich die Worte:

‘Meine Tochter, dein Herz ist Mir der Himmel’.
Noch eine Weile Gebet und man muss verschwinden – man wird überall fortgejagt, denn für den morgigen Tag wird alles hergerichtet – die Kapelle, der Speisesaal, der Saal und die Küche. Und wir sollen uns hinlegen und schlafen. Von Einschlafen kann aber keine Rede sein. Die Freude hat den Schlaf vertrieben. Ich dachte – was wird wohl im Himmel sein, wenn schon hier in der Verbannung Gott meine Seele so erfüllt” (TgF 238).

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L.      MARIA  UND  DIE  BARMHERZIGKEIT

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Im Tagebuch der Hl. Faustyna begegnen wir des Öfteren auch der Gottesmutter Maria. Einmal wird sie allein gezeigt, ein andermal mit Ihrem Göttlichen Sohn. Es kommt vor, Maria belehrt die Schw. Faustyna, wie es zu handeln gilt und wie ihre Haltung sein soll. Selbst auch Faustyna verhält sich zu Maria immer als Kind, das auf die Empfehlungen ihrer besten Mutter aufmerksam hinhört.

1. Im Gebet für das Vaterland

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„Einmal hörte ich die Worte:
– ‘Gehe zur Oberin und bitte sie, sie möge dir erlauben, neun Tage hindurch täglich eine Stunde Anbetung abzuhalten. Bei dieser Anbetung bemühe dich, dein Gebet mit dem Gebet Meiner Mutter zu vereinen. Bete von Herzen in Vereinigung mit Maria, suche auch in dieser Zeit den Kreuzweg abzuhalten’. Ich erhielt die Erlaubnis, jedoch nicht für eine ganze Stunde, sondern wie es mir die Zeit außer meinen Pflichten gerade zulässt (TgF 32).

– Ich sollte diese Novene für das Vaterland abhalten. Am siebten Tag der Novene erblickte ich die Gottesmutter zwischen Himmel und Erde – in einem hellen Gewand. Sie betete, die Hände auf der Brust gekreuzt und zum Himmel emporschauend. Aus Ihrem Herzen kamen feurige Strahlen: die einen gingen zum Himmel, die anderen bedeckten unsere Erde (TgF 33).

2. Die Gottesmutter der Priester

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(1938 ?) „Erscheinung der Gottesmutter. In großer Helligkeit erblickte ich die Muttergottes: in weißem Kleid, umgezogen mit einem goldenem Gürtel. Kleine Sternchen, ebenfalls gold, waren am ganzen Gewand übersät. Die Ärmel waren im Dreieck, mit Gold ausgeschlagen. Ihr Mantel war saphirblau, leicht um die Schultern übergehangen, auf dem Haupt trug sie einen leicht aufgelegten, durchsichtigen Schleier; die Haare waren offen, wunderschön zurechtgelegt; sie trug eine goldene Krone mit Kreuzchen an den Zacken. Auf dem linken Arm hielt sie das Jesuskind. So hatte ich die Muttergottes noch nicht gesehen.

– In diesem Augenblick schaute sie mich gütig an und sagte: ‘Ich bin die Priesterliche Muttergottes’. Sie ließ das Jesuskind von ihrem Arm auf die Erde herab, erhob ihre rechte Hand zum Himmel und sagte: ‘O Gott, segne Polen, segne den Priestern’. Dann sagte sie noch einmal zu mir: ‘Sag das, was du gesehen hast, den Priestern’.
Ich beschloss, dies bei der ersten Gelegenheit dem Pater zu sagen, doch ich selbst kann von dieser Erscheinung nichts verstehen” (TgF 1585).

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3. Bei der heiligen Messe des P. Andrasz
[= lies: Ándrasch]


(15.VIII.1936) „Während der heiligen Messe, die Pater Andrasz feierte, kurz vor der Wandlung – wurde meine Seele von der Anwesenheit Gottes durchdrungen und meine Seele wurde zum Altar hingezogen. Auf einmal erblickte ich die Gottesmutter mit dem Kind Jesus. Das Jesuskind hielt sich an der Hand der Gottesmutter fest. Aber auf einmal lief das Kindlein Jesus freudig zur Mitte des Altares. Die Gottesmutter sagte mir aber: ‘Siehe, mit welcher Ruhe ich Jesus seinen Händen anvertraue, so sollst auch du deine Seele anvertrauen und ihm gegenüber ein Kind sein’. Nach diesen Worten wurde meine Seele mit sonderbarem Vertrauen erfüllt.
– Die Gottesmutter hatte ein weißes Kleid an, eigenartig weißes, durchsichtiges, auf den Schultern hatte sie einen durchsichtigen blauen Umhang, wie Himmelblau. Sie war mit entblößtem Haupt, aufgelöstem Haar, entzückend und unbegreiflich schön.
– Die Gottesmutter schaute auf den Pater voller Güte, doch nach einer Weile zerbrach er das schöne Kind und es kam wahrhaftig lebendiges Blut heraus, der Pater beugte sich darüber und nahm den lebendigen wahren Jesus in sich auf. Ob er Ihn verspeist hat, ich weiß es nicht, wie das geschieht. Jesus, Jesus, ich kann Dir nicht nachfolgen, weil Du für mich in einem Augenblick unbegreiflich wirst” (TgF 677).

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4. Die Welt für die zweite Wiederkunft Jesu Christi
vorbereiten

„Der 25. März. Am Morgen während der Meditation ergriff mich Gottes Anwesenheit auf besondere Art. Ich sah die unermessliche Größe Gottes und gleichzeitig Seine Herabneigung zu den Geschöpfen.

– Da erblickte ich die Muttergottes, die mir sagte:
‘O wie angenehm ist Gott die Seele, die getreu dem Hauch Seiner Gnade folgt. Ich gab der Welt den Heiland und du sollst der Welt von Seiner großen Barmherzigkeit erzählen und sie auf Seine Wiederkunft vorbereiten, wenn Er nicht als barmherziger Erlöser, sondern als Gerechter Richter kommen wird. O, dieser Tag ist schrecklich. Der Tag der Gerechtigkeit ist beschlossen, der Tag des Zornes Gottes; vor ihm zittern die Engel. Künde den Seelen von dieser großen Barmherzigkeit, solange die Zeit des Erbarmens währt. Wenn du jetzt schweigst, wirst du an jenem schrecklichen Tag für eine große Zahl von Seelen verantworten müssen. Fürchte dich nichts, bleibe treu bis zum Ende, ich habe Mitleid mit dir’ ...” (TgF 635).

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5. Die weinende Maria

(1936 r. ?) + September – erster Freitag. Am Abend erblickte ich die Muttergottes mit entblößter Brust, in der ein Schwert steckte. Sie weinte bitterlich und verdeckte uns vor einer großen Strafe Gottes. Gott will uns mit einer furchtbaren Strafe heimsuchen, aber Er kann es nicht, weil uns die Muttergottes verhüllt.
– Schreckliche Furcht durchlief meine Seele, ich bete unentwegt für Polen, das mir teure Polen, das der Gottesmutter so wenig dankbar ist.
– Wenn nicht die Muttergottes, hätten unsere eigenen Bemühungen wenig Nutzen. Ich vervielfachte meine Gebet- und Opferanstrengung für das teure Vaterland; aber ich sehe, dass ich nur ein Tropfen bin gegen eine Welle des Bösen. Wie kann ein Tropfen eine Welle aufhalten?
– O, doch. Aus sich selbst ist der Tropfen nichts, aber mit Dir, Jesus, werde ich der ganzen Welle des Bösen die Stirn bieten und sogar der ganzen Hölle. Deine Allmacht vermag alles” (TgF 686).

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6. Das Erleben der Himmelfahrt des Sohnes

(26.V.1938) „Heute begleitete ich Jesus bei Seiner Himmelfahrt. Das war gegen Mittag. Eine so große Sehnsucht nach Gott ergriff mich. Sonderbar, je stärker ich die Anwesenheit Gottes empfand, desto inniger wurde mein Verlangen nach Ihm. Plötzlich sah ich mich in einer großen Schar von Jüngern und Aposteln, die Gottesmutter war auch dabei. Jesus sagte, sie sollten n die ganze Welt gehen und: ‘lehrt in Meinem Namen’. – Er erhob Seine Hände, segnete sie und entschwand in der Wolke.

– Ich sah die Sehnsucht der Heiligsten Jungfrau. Ihre Seele sehnte sich mit aller Kraft der Liebe nach Jesus, doch Sie blieb so ruhig und Gott ergeben, dass es in Ihrem Herzen keine andere Bewegung gab, als nur das was Gott will (TgF 1710).
– Als ich allein mit der Heiligsten Jungfrau zurückgeblieben war, belehrte Sie mich über das innere Leben. Sie sagte mir: ‘Die wahre Größe einer Seele ist: Gott zu lieben und sich in Seiner Gegenwart zu erniedrigen; sich selbst ganz zu vergessen und sich für nichts halten, denn groß ist der Herr, doch Sein Wohlgefallen gilt nur den Demütigen, den Hochmütigen stellt Er Sich immer entgegen” (TgF 1711).

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M.      DAS  VATERLAND – POLEN

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Jesus äußert zur Heiligen Schw. Faustyna wunderbare Worte mit Bezug auf Polen. Es sind aber keine Worte ‘billiger’ Verheißung, ohne deutliche Voraussetzungen. Die genannten Bedingungen betreffen eigentlich nur aufgrund eines neuen Titels – die folgerichtige Befolgung der Gebote Gottes. Dazu verpflichtet sich jeder Jünger Christi bei der Heiligen Taufe. Dieselben Vorbedingungen werden nachher, besonders bei wichtigeren Stunden des Lebenslaufes, gewöhnlich des Öfteren erneuert.
– Es drängt sich eine tiefe Analogie auf zwischen Jesus Christus vom Kreuz – und Maria mit Johannes, dem „geliebten Jünger” Christi (vgl. Joh 19,26) – und anderseits zwischen Polen, der Heimat der Hl. Faustyna, die wie Johannes – Maria ‘zu sich angenommen’ hat als Mutter und Königin. Vielleicht hat Jesus Christus deswegen Polen, das anderswo so unwürdig ist, irgendwie so besonders geliebt ...?

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1. Polen habe ich ... geliebt ...

„Als ich für Polen betete, hörte ich die Worte:
– ‘Polen habe Ich besonders lieb gewonnen, und wenn es Meinen Willen gehorcht, werde Ich es in Macht und Heiligkeit erhöhen. Aus ihm wird ein Funke hervorgehen, der die Welt auf Mein endgültiges Kommen vorbereitet’ ...” (TgF 1732).
(s. außerdem zum Thema Vaterland: TgF 429.635;1533.1038.39.59.689; Gebet für das Vaterland: TgF 325.286.1251.33.686.1188. 468.561).

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2. Gottes Zorn über Polen

Strafe über das Vaterland als Barmherzigkeit

„Ich sah Gottes Zorn, der auf Polen lastete. Jetzt sehe ich, dass wenn Gott unser Land mit den größten Strafen heimsuchen würde, so wäre darin noch Seine große Barmherzigkeit, denn Er könnte uns mit ewigem Untergang für so große Vergehen strafen. Ich war ganz erschrocken, als der Herr für mich auch nur ein wenig den Vorhang entzogen hat. Jetzt sehe ich klar, dass auserwählte Seelen die Welt in der Existenz unterhalten, damit das Maß erfüllt wird” (TgF 1533).

Polen, Gott erhöht dich, allerdings ...

+ „Polen, mein geliebtes Vaterland, o solltest du wissen, wie viele Opfer und Gebete ich für dich zu Gott bringe. Gib jedoch acht und erweise Gott den Ruhm. Gott erhöht und bevorzugt dich, aber verstehe dafür dankbar zu sein” (TgF 1038).

Androhende Strafe wie auf Sodom und Gomorrha

+ „Eines Tages sagte mir Jesus, Er werde über eine Stadt, die die schönste in unserem Vaterland ist, eine Strafe herabkommen lassen. Die Strafe sollte diese sein, mit der Gott Sodom und Gomorrha gestraft hatte. Ich sah den großen Zorn Gottes und Schauer erfüllte, durchbohrte mein Herz. Mit Schweigen betete ich. Nach einer Weile sagte mir Jesus:

– ‘Mein Kind, vereinige dich während des Opfers eng mit Mir und opfere dem Himmlischen Vater Mein Blut und Meine Wunden zur Sühne für die Sünden dieser Stadt. Wiederhole dies ohne Unterlass während der ganzen heiligen Messe. Tue dies sieben Tage lang’.

– Am siebten Tag erblickte ich Jesus in einer hellen Wolke und begann zu bitten, dass Jesus auf die Stadt und unser ganzes Land hinblicken möge. Jesus blickte gnädig. Als ich Jesu Wohlwollen bemerkt habe, begann ich um Seinen Segen zu flehen. In diesem Moment sagte Jesus: Um deinetwillen segne ich dem ganzen Land’ – und zeichnete mit der Hand ein großes Kreuzzeichen über unser Vaterland. Große Freude hat meine Seele erfüllt, als ich Gottes Güte sah” (TgF 39).

Gott muss durch die Wunden Jesu schauen

(1933) „Eines Males hörte ich in meiner Seele solche Stimme:

– ‘Verrichte eine Novene für das Vaterland. Die Novene wird aus der Allerheiligenlitanei bestehen. Bitte den Beichtvater um Erlaubnis’. Bei der der nächsten Beichte erhielt ich die Erlaubnis und gleich am Abend fing ich die Novene an (TgF 59).
– Zum Ende der Litanei erblickte ich eine große Helligkeit und in ihr Gott den Vater. Vor dieser Helligkeit und der Erde sah ich Jesus an das Kreuz angenagelt und so, dass Gott – wollte Er auf die Erde blicken – durch die Wunden Jesu schauen musste. Ich begriff, dass Gott um Jesu willen der Erde den Segen verleiht” (TgF 60).

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3. Die drei Fürbitter Polens

+ „Ich sah auf einmal den Thronstuhl des Gottes Lammes und vor dem Thron drei Heilige: Stanislaus Kostka, Andreas Bobola und Kasimir den Königssohn. Sie setzten sich für Polen ein.

– Auf einmal erblickte ich ein großes Buch, das vor dem Thronstuhl da ist. Es wurde mir das Buch gegeben, dass ich lese. Das Buch war mit Blut geschrieben. Doch ich konnte nichts lesen, außer den Namen Jesus. Da hörte ich eine Stimme, die mir sagte: ‘Deine Stunde ist noch nicht gekommen’. Und er nahm mir das Buch. Ich hörte die Worte:

– ‘Du wirst von Meiner unendlichen Barmherzigkeit Zeugnis ablegen. In diesem Buch sind Seelen eingeschrieben, die Meine Barmherzigkeit verherrlicht haben’. Eine große Freude hat mich ergriffen, als ich die so große Güte Gottes gesehen habe” (TgF 689).

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N.      NEUNTAGE-ANDACHT  ZU  GOTTES  BARMHERZIGKEIT
Novene zu Gottes Barmherzigkeit

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Es kann schwer geleugnet werden, dass Gott ein besonderes Wohlgefallen an allerlei Novenen hat, d.h. an einem Gebet, eventuell verbunden mit bestimmten Taten, das sich auf ‘neun’ ausweitet. Es geht gewöhnlich um neun Tage, manchmal neun Monate u.dgl. Vielleicht ist es so deswegen, dass diese Zahl an die Zeitdauer des sich ausgestaltenden Kindes im Schoß der Mutter, ungefähr neun Monate hindurch, anspielt? Eine große Rolle spielt hier wohl die Bestätigung des Verharrens in gefassten Entschlüssen – über neun Tage, Monate, Jahre o.dgl. hindurch. In diesem Zeitraum kommen Umstände zutage, die fähig genug sind die einmal gewählte Richtung zu überprüfen, was es z.B. die Beharrlichkeit im Gebet, bzw. der Anpassung an Gottes Willen angeht.

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„Novene zur Göttlichen Barmherzigkeit, die mir Jesus niederzuschreiben und vor dem Fest der Barmherzigkeit zu beten befahl. Sie beginnt am Karfreitag” (TgF 1209; die gesamte Novene: 1209-1229; s. auch: TgF 796).

„Ich wünsche, dass du an neun Tagen Seelen zum Brunnen Meiner Barmherzigkeit herbeiführst, damit sie Kraft und Erquickung und allerlei Gnaden schöpfen, die sie für die Mühsal des Lebens benötigen, besonders aber in der Stunde des Todes.
– An jedem Tag wirst du zu Meinem Herzen eine andere Gruppe von Seelen herbeiführen und sie im Meer Meiner Barmherzigkeit versenken. Ich werde all diese Seelen in das Haus Meines Vaters hineinführen.
– Du wirst das in diesem und im künftigen Leben ausüben. Ich werde keiner Seele, die du zum Quell Meiner Barmherzigkeit hineinführst, etwas versagen. An jedem Tag wirst du Meinen Vater durch Mein bitteres Leiden um Gnaden für diese Seelen bitten’.

Ich entgegnete: ‘Jesus, ich weiß nicht, wie diese Novene abzuhalten ist und welche Seelen ich zuerst in Dein Barmherzigstes Herz hineinführen soll’.
– Jesus antwortete mir, dass Er mir an jedem Tag sagen werde, welche Seelen ich in Sein Herz hineinführen soll” (TgF 1209).

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Erster Tag    (TgF 1210)

„Heute führe Mir die ganze Menschheit zu, besonders aber alle Sünder und versenke sie im Meer Meiner Barmherzigkeit. Damit tröstest du Mich in Meiner bitteren Trauer, in die Mich der Verlust der Seelen versetzt” (TgF 1210).


Barmherzigster Jesus, es ist Dein Merkmal, dass Du Dich unser erbarmst und uns verzeihst. Schaue nicht auf unsere Sünden, sondern auf unser Vertrauen, das wir auf Deine unendliche Güte haben. Nimm uns auf in die Wohnung Deines Barmherzigsten Herzens und lasse uns von ihm für ewig nicht heraus. Darum bitten wir durch Deine Liebe, die Dich mit dem Vater und dem Heiligen Geist verbindet.

O Allmacht Gottes Barmherzigkeit,
Du Rettung des sündigen Menschen,
Du bist Barmherzigkeit und Erbarmens Meer,
Und Hilfe für den, der in Demut Dich erbittet.

Ewiger Vater, schau mit Auge der Barmherzigkeit auf die ganze Menschheit, besonders aber auf die armen Sünder. Sie ist im Barmherzigsten Herzen Jesu eingeschlossen. Um Seines bitteren Leidens willen erweise uns Deine Barmherzigkeit, dass wir die Allmacht Deiner Barmherzigkeit in alle Ewigkeit verherrlichen. Amen (TgF 1211).

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Zweiter Tag    (TgF 1212)

Heute führe Mir alle Seelen der Priester und Ordensleute zu und versenke sie in Meiner unergründlichen Barmherzigkeit. Sie gaben mir die Kraft, das bittere Leiden zu ertragen. Durch sie, wie durch Kanäle, ergießt sich Meine Barmherzigkeit über die Menschheit (TgF 1212).


Barmherzigster Jesus, von Dir kommt alles, was gut ist: vervielfache in uns die Gnade, dass wir würdige Werke der Barmherzigkeit vollziehen, auf dass jene, die auf uns schauen, den Vater der Barmherzigkeit, der im Himmel ist, lobpreisen.

Ein Born der Gottes Liebe,
Ist in reinen Herzen zu Gast.
Umflutet vom Meer des Erbarmens,
Strahlend wie Sterne, hell wie Morgenrot.

Ewiger Vater, siehe mit Auge Deiner Barmherzigkeit auf den auserwählten Kreis in Deinem Weinberg: auf die Seelen der Priester und Ordensleute, und beschenke sie mit der Kraft Deines Segens. Durch die Gefühle des Herzens Deines Sohnes, in dem sie enthalten sind, erteile ihnen die Kraft Deines Lichtes, dass sie anderen auf den Wegen der Erlösung vorangehen können, um Deiner unergründlichen Barmherzigkeit gemeinsam Lob zu singen in Ewigkeit. Amen (TgF 1213).

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Dritter Tag    (TgF 1214)

Heute führe alle frommen und treuen Seelen zu Mir und versenke sie in das Meer Meiner Barmherzigkeit. Diese Seelen haben Mich auf dem Kreuzweg getröstet, sie waren der Tropfen des Trostes im Meer der Bitterkeit (TgF 1214).


Barmherzigster Jesus, Du schenkst uns allen überreichlich Gnaden aus dem Schatz Deiner Barmherzigkeit. Nimm uns in die Wohnung Deines Mitleidendsten Herzens auf und lasse uns aus ihm in Ewigkeit nicht heraus. Wir flehen Dich darum, durch Deine unbegreifliche Liebe, mit der Dein Herz zum Himmlischen Vater brennt.

Unerforscht bleiben der Barmherzigkeit Wunder,
Nicht Sünder noch Gerechter kann sie ergründen.
Auf alle schaust Du mit Auge des Mitleids,
Und alle ziehst Du zu Deiner Liebe herbei.

Ewiger Vater, schau mit Auge der Barmherzigkeit auf die treuen Seelen als auf das Erbe Deines Sohnes. Erteile ihnen, um Seines bitteren Leidens willen, Deinen Segen, und umgreife sie mit Deiner fortwährenden Obhut, damit sie die Liebe und den Schatz des heiligen Glaubens nicht verlieren, sondern mit der ganzen Schar der Engel und Heiligen Deine unermessliche Barmherzigkeit lobpreisen in alle Ewigkeit. Amen (TgF 1215).


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Vierter Tag    (TgF 1216)

Heute führe mir die Heiden und jene herbei, die Mich noch nicht kennen. Auch an sie habe Ich während Meines bitteren Leidens gedacht. Ihr künftiger Eifer tröstete Mein Herz. Versenke sie im Meer Meiner Barmherzigkeit (TgF 1216).


Mitleidigster Jesus, Du bist das Licht der ganzen Welt. Nimm in die Wohnung Deines Mitleidigsten Herzens die Seelen der Heiden, die Dich noch nicht kennen, auf. Mögen die Strahlen Deiner Gnade sie erleuchten, dass auch sie gemeinsam mit uns die Wunder Deiner Barmherzigkeit preisen und lasse sie aus der Wohnung Deines Barmherzigsten Herzens nicht fortgehen.

Möge die Leuchtkraft Deiner Liebe,
Der Seelen Finsternis erhellen.
Gib, dass diese Seelen Dich erkennen,
Und zusammen mit uns Deine Barmherzigkeit lobpreisen.

Ewiger Vater, blicke mit Auge Deiner Barmherzigkeit auf die Seelen der Heiden und derjenigen, die Dich noch nicht kennen, die aber im Barmherzigsten Herzen Jesu verborgen sind, herab. Ziehe sie zum Licht des Evangeliums heran. Diese Seelen wissen nicht, was für ein großes Glück es ist, Dich zu lieben. Bewirke, dass auch sie die Reichlichkeit Deiner Barmherzigkeit rühmen in alle Ewigkeit. Amen (TgF 1217).


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Fünfter Tag    (TgF 1218)

Heute führe die Seelen der Getrennten Brüder (in der Originalschrift: Häretiker und Abtrünnigen) zu Mir und versenke sie im Meer Meiner Barmherzigkeit. Im bitteren Leiden zerrissen sie Meinen Leib und Mein Herz, das ist Meine Kirche. Wenn sie zur Einheit der Kirche zurückkehren, dann heilen Meine Wunden und damit lindern sie Meine Qualen (TgF 1218).


Selbst für jene, die das Gewand Deiner Einheit zerrissen,
Fließt aus Deinem Herzen der Brunnen des Erbarmens.
Die Allmacht Deiner Barmherzigkeit, o Gott,
Kann auch diese Seelen vom Fehler hinausziehen.

Barmherzigster Jesus, Du bist die Güte Selbst. Du versagst die Erleuchtung denen nicht, die Dich darum bitten. Nimm in die Wohnung Deines Mitleidigsten Herzens die Seelen der Getrennten Brüder (im Originaltext: der Häretiker und Abtrünnigen) auf und ziehe sie mit Deinem Licht zur Einheit mit der Kirche heran. Entlasse sie aus der Wohnung Deines Mitleidigsten Herzens nicht, sondern bewirke, dass auch sie die Reichlichkeit Deiner Barmherzigkeit preisen.

Ewiger Vater, schaue mit dem Auge Deiner Barmherzigkeit auf die Seelen der Getrennten Brüder (im Originaltext: der Häretiker und Abtrünnigen), die Deine Güter vergeudet und Deine Gnaden missbraucht haben, indem sie hartnäckig an ihren Fehlern festhalten. Siehe nicht auf ihre Fehler, sondern auf die Liebe Deines Sohnes und auf Sein bitteres Leiden, das Er für sie auf Sich genommen hat, weil auch sie im Mitleidigsten Herzen Jesu eingeschlossen sind. Bewirke, dass auch sie Deine große Barmherzigkeit preisen in alle Ewigkeit. Amen (TgF 1219).

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Sechster Tag    (TgF 1220)

Heute bringe stille und demütige Seelen und Seelen kleiner Kinder zu Mir und versenke sie in Meiner Barmherzigkeit. Diese Seelen haben die größte Ähnlichkeit zu Meinem Herzen. Sie stärkten Mich in Meiner bitteren Todesqual. Ich sah sie als irdische Engel, die an Meinen Altären Wache halten werden. Ich ergieße über sie ganze Ströme von Gnaden. Meine Gnade kann allein von einer demütigen Seele entgegengenommen werden; demütige Seelen beschenke Ich mit Meinem Vertrauen (TgF 1220).


Barmherzigster Jesus, Du Selbst hast gesagt: „Lernt von Mir, Ich bin sanftmütigen und demütigen Herzens”. Nimm in die Wohnung Deines Mitleidigsten Herzens sanftmütige und demütige Seelen auf und Seelen kleiner Kinder. Diese Seelen entzücken den ganzen Himmel und stellen besonderes Wohlgefallen des Himmlischen Vaters dar. Sie sind ein duftender Blumenstrauß vor Gottes Thron und Gott selbst erfreut sich an ihrem Wohlgeruch. Diese Seelen haben im Mitleidigsten Herzen Jesu eine ständige Wohnung und singen ununterbrochen bis in Ewigkeit das Loblied der Liebe und Barmherzigkeit (TgF 1221).

Wahrlich, die demütige und stille Seele
atmet das Paradies schon hier auf Erden.
Mit der Duft ihres demütigen Herzens
entzückt sich selbst der Schöpfer (TgF 1222).

Ewiger Vater, schau mit dem Auge der Barmherzigkeit auf die stillen und demütigen Seelen herab und auf die Seelen kleiner Kinder, die in der Wohnung des Mitleidigsten Herzens Jesu eingeschlossen sind. Diese Seelen ähneln am meisten Deinem Sohn. Der Wohlgeruch dieser Seelen erhebt sich von der Erde und erreicht Deinen Thron. Vater der Barmherzigkeit und jeglicher Güte, ich flehe Dich durch die Liebe und das Wohlgefallen, das Du an diesen Seelen hast, segne der ganzen Welt, damit alle Seelen gemeinsam den Lob Deiner Barmherzigkeit in alle Ewigkeit singen. Amen (TgF 1223).

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Siebenter Tag    (TgF 1224)

Heute führe die Seelen zu Mir, die Meine Barmherzigkeit besonders ehren und rühmen, und versenke sie in Meiner Barmherzigkeit. Diese Seelen haben Mein Leiden am meisten mit Wehmut begleitet und sind am tiefsten in Meinen Geist eingedrungen. Sie sind das lebendige Spiegelbild Meines Mitleidigen Herzens. Diese Seelen werden im künftigen Leben in besonderer Helligkeit erstrahlen. Keine von ihnen verfällt dem Feuer der Hölle; in der Stunde des Todes werde Ich jede von ihnen besonders verteidigen (TgF 1224).


Barmherzigster Jesus, dessen Herz lauter Liebe ist, nimm in die Wohnung Deines Mitleidigsten Herzens die Seelen auf, die die Größe Deiner Barmherzigkeit besonders verehren und verherrlichen. Diese Seelen sind machtvoll mit der Kraft Gottes selbst. In aller Drangsal und Widerwärtigkeit gehen sie vertrauensvoll auf Deine Barmherzigkeit voran. Diese Seelen sind mit Jesus vereint und tragen auf ihren Schultern die ganze Menschheit. Diese Seelen werden nicht streng gerichtet werden, sondern Deine Barmherzigkeit umgreift sie in der Zeit des Sterbens (TgF 1225).

Die Seele, die des Herren Güte preist,
Erfährt auch Seine besondere Liebe,
Sie ist dem lebendigen Quell' ganz nah,
Und schöpft Gnaden aus Gottes Barmherzigkeit.

Ewiger Vater, siehe mit Auge der Barmherzigkeit auf jene Seelen hin, die Deine größte Eigenschaft, das heißt Deine unergründliche Barmherzigkeit, preisen und ehren. Sie sind im Mitleidigsten Herzen Jesu eingeschlossen. Diese Seelen sind das lebendige Evangelium. Ihre Hände sind voller Werke der Barmherzigkeit und ihr Herz, mit Freude überfüllt – singt dem Allerhöchsten das Lied der Barmherzigkeit. Ich flehe Dich, Gott, erweise Ihnen Barmherzigkeit nach dem Maß der Hoffnung und der Zuversicht, die sie in Dir gesetzt haben. Möge sich an ihnen die Verheißung Jesu vollziehen, der ihnen gesagt hat, dass: Die Seelen, die Meine unergründliche Barmherzigkeit verehren werden, werde Ich Selbst als meine Ehre verteidigen – im Leben, und besonders in der Stunde des Todes (TgF 1225).

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Achter Tag    (TgF 1226)

Heute führe jene Seelen zu Mir, die im Gefängnis des Fegefeuers sind und versenke sie im Abgrund Meiner Barmherzigkeit. Mögen die Ströme Meines Blutes ihre Brandglut kühlen. Alle diese Seelen werden von Mir sehr geliebt. Sie leisten Meiner Gerechtigkeit Genugtuung. Es steht in deiner Macht, ihnen Linderung zu bringen. Nimm aus dem Schatz Meiner Kirche alle Ablässe und opfere sie für sie auf ... O, würdest du ihre Qualen kennen, du würdest ununterbrochen geistige Almosen für sie opfern und ihre Schulden an Meine Gerechtigkeit abtragen (TgF 1226).


Barmherzigster Jesus, Du Selbst hast gesagt, dass Du Barmherzigkeit verlangst. So führe ich in die Wohnung Deines Mitleidigsten Herzens die Seelen des Fegefeuers, die Du sehr lieb hast, die sich aber dennoch aus Deiner Gerechtigkeit loskaufen müssen. Mögen die Ströme Deines Blutes und Wassers, die aus Deinem Herzen hervorgeflossen sind, die Flammen des Fegefeuers erlöschen, auf dass auch dort die Macht Deiner Barmherzigkeit gepriesen werde (TgF 1227).

Aus dem quälenden Feuer des Reinigungsortes,
Steigt Seufzen auf zu Deinem Erbarmen.
Und sie erfahren Trost, Linderung und Erquickung,
Im ergossenen Strom von Blut und Wasser.

Ewiger Vater, schau mit dem Auge der Barmherzigkeit auf die Seelen im Fegefeuer, die im Mitleidigsten Herzen Jesu eingeschlossen sind. Ich flehe Dich durch das schmerzhafte Leiden Jesu, Deines Sohnes, und die ganze Bitternis, mit der Seine Allerheiligste Seele erfüllt war, erweise Deine Barmherzigkeit den Seelen, die unter Deinem gerechtigen Auge sind. Schau auf sie nicht anders, als nur durch die Wunden Jesu, Deines Vielgeliebten Sohnes. Denn wir glauben daran, dass Deine Güte und Dein Mitleid ohne Zahl ist. Amen (TgF 1227).

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Neunter Tag    (TgF 1228)

Heute führe Mir die lauen Seelen herbei und versenke sie im Abgrund Meiner Barmherzigkeit. Diese Seelen verwunden Mein Herz am schmerzlichsten. Im Ölgarten erfuhr Meine Seele den größten Abscheu von erkalteter Seele. Sie waren der Grund, dass ich gesagt habe: ‘Vater, nimm diesen Kelch hinweg, wenn so Dein Wille ist’. Für sie ist ihr letztes Rettungsbrett, dass sie sich zu Meiner Barmherzigkeit flüchten (TgF 1228).


Barmherzigster Jesus, Du bist lauter Mitleid. Ich führe in die Wohnung Deines Mitleidigsten Herzens die erkalteten Seelen hinein. Mögen sich diese vereisten Seelen, die toten Leibern ähneln und Dich mit solchem Ekel erfüllen, am Feuer Deiner reinen Liebe erwärmen. O Mitleidigster Jesus, nimm die Allmacht Deiner Barmherzigkeit in Anspruch und ziehe sie hinein in die Glut selbst Deiner Liebe und schenke ihnen die heilige Liebe, denn Du vermagst alles (TgF 1229).

Feuer und Eis gehören nicht zusammen,
Eines von ihnen schmilzt oder verlischt.
Doch Deine Barmherzigkeit, Guter Gott,
Kann noch größeres Elend erheben.

Ewiger Vater, schau mit Auge der Barmherzigkeit auf die lauen Seelen, die aber im Mitleidigsten Herzen Jesu umfangen sind. Vater der Barmherzigkeit, ich flehe Dich um der Bitternis des Leidens willen Deines Sohnes und durch Sein dreistündiges Sterben am Kreuz, lass, dass auch sie den Abgrund Deiner Barmherzigkeit preisen ...” (TgF 1229).


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O.      ANVERTRAUEN  AN  GOTTES  BARMHERZIGKEIT:
SEINER  SELBST  UND  DER  WELT

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Dieser Text wurde verfasst (vom Autor dieser WEB-Site) für eine Missions-Woche in Pfarrgemeinden, wenn die Missionswoche Gottes Barmherzigkeit gewidmet wird. Der Text selbst wird in der Gipfelstunde dieser Woche gebetet: am Freitag der Missionswoche. In dieser Stunde (die ein paarmal in verschiednenen Stunden des Tages für Einwohner der Gemeinde wiederholt wird, so dass alle Familien zu entsprechenden, ihnen passenden Stunden ankommen können) werden die Gläubigen Familienweise eingeladen, dass die ganzen Familien daran teilnehmen können und dann in der Kirche beieinander stehen bleiben: Ehegatten-Jugendliche-Kinder. Einsame Gläubigen schließen sich an Verwandte-Bekannte an.

Die einzelnen Hauptmessen des ‘Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit’ verlaufen in zwei Stufen:

a) Individuell (mit dem selbstbereiteten Dokument des individuellen Anvertrauens) nach der vorbereitenden Missionspredigt nach dem Evangelium der betreffenden Missions-Messe. Da kommen die einzelnen Gläubigen familienweise zum Tisch vor dem Altar und legen dort ihr Dokument des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit hin – mit der Hand auf dem Bild „Jesus des Barmherzigen”, und dem dabei deutlich gesprochenen Wort: „Jesus, ich vertraue auf Dich”.
– Dieses Dokument wird dann den Familien vom Pfarrer z.B. beim nächstfolgenden Weihnachts-Besuch zurückerstattet – mit dem Stempel der Pfarrei. Dieses Dokument soll dann am besten in einer Tasche hinter dem Bild „Jesus ich vertraue auf Dich” an der Wand zu Hause aufbewahrt werden. Es ist empfohlen, dieses selbstunterzeichnete Dokument nach dem Tod des Betreffenden in den Sarg auf’s Herz zu legen: als Ausdruck seines letzten Willens Gottes Barmherzigkeit gegenüber.

b) Nach der heiligen Messe wird das Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit dieses Mal der ganzen Welt unternommen. Es geschieht vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Es ist die Stunde der Weihe an Gottes Barmherzigkeit – jetzt, der Reihe nach, der ganzen Welt: der ganzen Kirche, aller Familien, aller Kontinente, Völker und und Staate.

Anvertrauen an Gottes Barmherzigkeit
seiner Selbst und der Welt


Gekreuzigter Herr Jesus Christus !

Wir, Deine unwürdigen Brüder und Schwestern * berufen uns voller Reue nur noch * an das Mitleid und Erbarmen * Deines uns zu sich rufenden Herzens (TgF 1146.378).

Du lädst uns ein zu Dir, * entreißt uns der Verzweiflung * und tilgst unsere Sünden, * sooft wir zerknirschten Willens, * wenn auch schwankenden und gebrechlichen, * zu Dir wiederkehren.

Du möchtest so sehr * nicht strafen müssen die Menschen (TgF 1588). * Du rettest sie * solange zur Verfügung da ist * die Zeit der Gnade * mit Deinem Blut und Wasser (TgF 848). * Wir schließen uns weit auf für Dich, * denn auch Du machst weit auf * die Tür deines Erbarmens (TgF 1146). * Stark in Deinem Geist, * erfüllen wir, * was Du von uns verlangst: * täglich barmherzig zu bleiben * in Tat, in Wort, in Gebet (TgF 742.1317).

Lehre uns, Jesu, * Dir zu anvertrauen: * im Leben, im Sterben und nach dem Tod. * Deinem Erbarmen vertrauen wir feierlich an: * uns selber und unsere Kinder, * unsere Eltern und Verwandten, * die Geistlichen und Orden, * unsere mannigfach verwundete Heimat, * die mit Selbstvernichtung bedrohte Welt, * und ganz besonders den Heiligen Vater (Franziscus).

Voller Sorge versenken wir in Dein Erbarmen: * die Grausamen und UN-Barmherzigen; * diejenigen, die verraten den Glauben, * die kämpfen gegen Gott und Mensch, * alle Süchtigen und alle, * deren letztliches Heil * für ewig verloren werden kann.

Verlasse uns, Jesu, nicht * wenn in Versuchung wir erliegen! * Bleibe dann stehen * zwischen Deinem Vater und uns Sündern: * nicht als gerechter Richter, * sondern der uns verteidigende Erlöser (Hebr 7,25: TgF 1541.1075). * Erwecke uns ständig * vom Tode der Sünde * zum Leben der Gnade * mit Deinen Strömen * von Blut und Wasser (TgF 1602).

Dich, o Maria, * Du Mutter Gottes Erbarmens, * flehen wir innigst: * Lehre uns führen * ein Leben im Glauben * in Gehorsam zu Christus (Lk 1,45; 8,21; Joh 2,5)! * Bitte, o Mutter, für uns * jetzt und in unseres Todes Stunde !

Jesus, ich vertraue auf Dich! * Deinem Erbamen vertraue ich mich an! * Verwandle mich (uns), Jesus, in Dich! * Du vermagst doch alles! (TgF 164)!

Amen.


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Tägliche Erneuerung des Anvertrauens
an Gottes Barmherzigkeit


Dokument des Anvertrauens
an
Gottes Barmherzigkeit


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Erklärung


Dieselben Worte – im Text-Format:

„Barmherziger Jesus, ich vertraue (wir vertrauen) auf Dich!
Ich vertraue mich (wir vertrauen uns) Dir an: im Leben, im Sterben, und nach dem Tod!
Maria – nimm mich an (nimm uns an) – mit Deinem Sohn, und dem Heiligen Josef!”

Die obigen Worte der täglichen Renovierung des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit (im Singular, bzw. Plural) ziemt es sich für die Dauer ins Morgen- und Abendgebet einzuflechten. Besonders geeignete Stunde für solche Renovierung sind die Weilen nach dem Empfang der Heiligen Kommunion.

Zur Ermutigung und als Vorschlag:

Bereite dir, du selbst – möglich mit eigener Hand – dein eigenes „Dokument des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit”. Es gehörte sich, dass es schön aussieht, wenn auch diese Rücksicht offenbar nur nebensächliche Rolle spielt. Es soll aber die folgenden, wesentlichen Elemente enthalten:

Ein Kreuz (Zeichen Gottes Barmherzigkeit und zugleich ihr Preis);
Die Worte der drei Sätze des Anvertrauen-Aktes: „Barmherziger Jesus, ich vertraue auf Dich ...” usw.;
Deine eigene Unterschrift (gemäß der Erwartungen selbst des Barmherzigen Erlösers, s. TgF 47) usw.;
Das Datum dieses Anvertrauens;
Geburtsdatum
Anschrift des Wohnortes

Lege dieses persönliche ‘Dokument des Anvertrauens’ an einem dazu bestimmten Ort, z.B. in die Tasche hinter dem Bild: ‘Jesus ich vertraue auf Dich’, das im Zimmer (Schlafzimmer) gut sichtbar aufgehängt ist.
– Bitte deine Nächsten, sie mögen nach deinem Tod dieses von dir unterzeichnete Dokument im Sarg an deinem Herzen niederlegen. Es wird zum Zeichen und Zeugnis deines ‘Letzten Willens’ angesichts Gottes (nur noch) Barmherzigkeit.
Eins ist sicher: Du wirst nicht bedauern müssen, die diesbezügliche Mühe einmal im Leben unternommen zu haben, und zwar des Anvertrauens aufs Leben, Sterben, und alles was nach dem Tod folgt.

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P.      GEBET  DER  VERZEIHUNG

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Verzeihung – Voraussetzung für Gottes Verzeihung

Voraussetzung, dass irgendwelche Gnade Gottes, und umso mehr die Vergebung der begangenen eigenen Sünden erlangt werden kann (vielleicht vielfach herabgezogener ewiger Schulden – und folglich: ewiger Strafen), ist die aufrichtige Verzeihung jedem Nächsten – selbst des schlimmsten zugefügten Schadens, des schmerzvollsten Verrates, der unterschnittenen Lebenskarriere, der zerstörten Gesundheit und des verkürzten eigenen Lebens.

Die Verzeihung im Herzen bedeutet niemals, dass das Übel akzeptiert wird, noch dass man sich vortäuscht, dass der zugefügte Schaden – keinen Schaden darstellt, dass das zugefügte Übel nicht weh tut, dass der Gepeinigte – alles zugefügte Unrecht vergessen hat, dass alle Ungerechtigkeit – keine Ungerechtigkeit gewesen war, u.dgl. Verzeihung bedeutet dagegen das folgende: die berechtigte Gerechtigkeit auf dem Weg und im Geist des Evangeliums zu suchen, sie immer nur auf solche Art und Weise beanspruchen und abfordern.

Anders gesagt: im Herzen darf kein Schatten irgendwelchen Hasses genährt werden, jede Reflexe von Hass müssen sofort ausgeschlossen werden. Im Herzen soll dagegen dauerndes aufrichtiges Gebet Oberhand gewinnen – in Anliegen der Missetäter und jedes Feindes, samt dem fortwährend entwickelten Durchringen zum aufrichtigen, tatsächlichen Wohlwollen selbst dem schlimmsten Feind gegenüber – des wahren Guten, das heißt letztlich Gottes Verzeihung und der Gnade der Erlösung. Da doch der Feind mit genau demselben Blut des Gottes Sohnes Jesus Christus erlöst wurde, wie dieser, der von ihm so viel Ungerechtigkeit erlitten hat.

Die Heiden aus der Anfangszeit der Verfolgungen der Jünger Christi haben mit Staunen sofort das ‘Spezifikum’ des Glaubens derjenigen gefasst, die ‘um Christi willen’ gemartert und umgebracht wurden: dass die Christen geradeaus selbst denjenigen, die sie gefoltert und grausam getötet haben, von Herzen verzeihen und für sie beten ... Und dass sie niemals auf Rache umschalten.

Der Heilige Vater Johannes Paul II. hat in seinem Apostolischen Schreiben zum Eucharistischen Jahr (2004-2005), d.h. in seinem „Mane Nobiscum, Domine – Bleibe mit uns, Herr”, sein markantes Apostolisches Wort niedergeschrieben:

„Wer auf Art des Gekreuzigten Christus die ‘Danksagung zu erweisen lernt’, kann Märtyrer werden, nie aber wird er Verfolger” (MaD 26; gemäß des Zusammenhanges gedenkt hier Johannes Paul II. u.a. der Fälle, die es in der Geschichte manchmal gegeben hat, dass jemand um des Namens Christi willen gegen Nicht Gläubige mit Waffe gekämpft hat, das heißt jemanden mit Schwert, mit Gewaltanwendung zu bekehren beabsichtigte; u.dgl.).

Das Verzeihen pflegt bisweilen äußerst schwierig zu sein. Dennoch es ist immer möglich. Auch wenn es gilt um die Fähigkeit selbst, dem Nächsten aufrichtig verzeihen imstande zu sein, zu Jesus Christus dauernd zu beten. Das betrifft besonders solche erfahrene Ungerechtigkeiten und Übel, die manchmal zum Himmel schreien. Jesus Christus, der Sohn Gottes, zugleich aber auch Menschen-Sohn, hat noch von der Höhe her des Kreuzes seinen Übeltätern verziehen. Noch mehr – Er entschuldigte seine menschlichen Brüder und Schwestern: seine Henker – angesichts seines Vaters. Oder eher noch mehr: Jesus hat selbst seine Feinde (u.a. den Judas) geliebt, d.h. Er hat jedem Sünder die ewige Erlösung angeboten, indem Er zu ihrer Gewinnung den Preis seines eigenen Erlösungs-Leidens auf die Schale gelegt hat.

Die Sache der ‘Rache’ u.dgl. wegen der erfahrenen Schäden und Ungerechtigkeiten soll jedes Mal Gott überlassen bleiben. Sollte es einmal dazu kommen, dass die menschliche Gerechtigkeit auf dem Gerichtsweg erhoben werden müsste, soll es immer ohne irgendwelchen Schatten von Hass im Herzen geschehen – bei gleichzeitigem Wunsch im Herzen, jedem der Feinde und Übeltäter ... die Gnade der Eröffnung für die Erlösung herabzuflehen, und dass sie dereinst samt jedem von uns in das Haus des Vaters finden (vgl. Lk 23,34; Röm 12,21; usw.).


Erwarten wir Gottes Erbarmen und Barmherzigkeit für uns selbst wegen unseren persönlichen Sünden, müssen wir vor allem in solcher Situation nach dem Hinweis Jesu Christi handeln, und das ins alltägliche Leben umschmieden, was Er zu tun geheißen hat:

„Euch, die ihr zuhört, sage Ich: Liebt euere Feinde!
Tut Gutes denen, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen.
Und betet für die, die euch verleumden ...

– ... Vielmehr liebt euere Feinde!
Tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerwarten.
Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein.
Denn Er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist” (Lk 6,27f.35f.; Mt 5,44-48).


Allerdings das bedeutet daselbst sofort auch umgekehrt: Sollte jemand in seinem Herzen und in der Tat seinem Feind im Geist Christi, selbst diesen äußerst tiefschneidenden Verrat und alles entsetzlichste erfahrene Übel nicht verziehen haben, und würde er mit Herzen voller aufrichtigen Wohlwollens dem Feind gegenüber nicht immer wieder Akte einer tatsächlichen Verzeihung wecken, noch für ihn beten, – soll er auf keinen Fall damit rechnen, dass Gott imstande sein wird, jetzt ihm selbst irgendwelche seine Sünden zu vergeben.

Gott wäre in solcher Lage: des Nicht-Verzeihens im Herzen seinem Feind gegenüber – genötigt, die zu Ihm, Gott, erhobene Bitte beim Beten des „Vater unser” als Gegen-Bitte zu erhören: „Vater unser, ... und vergib uns unsere Schuld, WIE auch wir unsern Schuldnern vergeben haben” (Mt 6,12; so nach dem griech. Originaltext: also nicht nur „wie auch wir vergeben...”, sondern: „wie ... wir den Schuldnern schon vergeben haben ...”).

Wenn also diese Worte von jemandem gebetet werden, der vor hat seinem Feind nicht zu verzeihen, nehmen daselbst gerade diese Worte genau solchen Sinn an, wie ihn ihnen jener Mensch geben würde, der die Verzeihung seinem Feind verweigert. In der Verbissenheit seines Herzens würde er in solchem Fall wünschen, dass Gott seine eigenen Schulden genau so betrachtet, wie er in dieser Stunde die Schulden seines Feindes trachtet, dem er jedenfalls weder im Herzen, noch in der Tat verzeihen will. Jedes Nicht-Verzeihen dem Feind gleicht einer Blockade, die den Zugang der Gnaden Gottes und Gottes Barmherzigkeit für sich selbst vereitelt.

Dauernd zeitgemäß ist das Wort Jesu Christi von seiner Bergpredigt: „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen” (Mt 5,7).

Die Haltung der Nicht-Verzeihung widersetzt sich total der Zugehörigkeit zu Jüngern Jesu Christi. Jemand, der seinem Feind nicht verzeihen kann, nötigt Gott, dass Er – der Reihe nach – die ihm selbst gehörigen Strafen für seine begangenen Sündenschulden ... – auf keinen Fall ... verzeiht.

Es mögen hier die Worte des Hl. Paulus, des Völkerapostels, angeführt werden:

„... Legt an als Auserwählte Gottes ... herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde und Geduld!
Ertragt und verzeiht einander, wenn einer gegen den anderen eine Beschwerde hat.
Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr” (Kol 3,12f.).

Und:

„Seid vielmehr gütig zueinander und barmherzig.
Vergebt einander, wie auch Gott euch durch Christus vergeben hat” (Eph 4,32).

Und auch noch:

„Lass dich nicht vom BÖSEN überwinden (= diesem, der der Böse ist: Satan),
sondern überwinde das BÖSE (= diesen, der der Böse ist: Satan) – durch das GUTE (= durch umso größere Liebe)(Röm 12,21).


Dass es ein wenig leichter wird, angesichts der vielleicht schon lange anhaltenden, erfahrenen Schäden und Ungerechtigkeiten, und folglich vielleicht jahrelang unternommenen Bemühungen, um im eigenen Herzen zur aufrichtig verzeihenden Liebe zu den Übeltätern ‘durchzubrechen’ – kann das folgende private ‘Gebet des Verzeihens’ benutzt werden. Es wird hier schlechterdings noch einmal dargestellt, da diese Worte auch schon früher angeboten wurden (sieh schon ob.: Zwei Barmherzigkeits-Gebete in mehreren Sprachen; und auch noch: Gebet der Verzeihung und des Anvertrauens auf Jesus).



Gebet der Verzeihung

(0.58 kB)„Jesus und Maria, ich verzeihe von Herzen (dem... und dem ...) allen, die mir irgendein Übel zugefügt haben.
(0.58 kB)Ich will darauf nicht wiederkehren: weder in Gedanken, noch im Wort, außer im Verzeihen”.

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winogrono (2 kB)

Jesus und Maria! Ich liebe Euch!
Rettet die Sünder!”

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Unterhalb stellen wir die soeben angeführten zwei Gebete der Barmherzigkeit:
(0.58 kB)a) Das tägliche Anvertrauen auf Gottes Barmherzigkeit; und
(0.58 kB)b) Das Gebet der Verzeihung
im Format dar, der leicht kopiert bzw. ausgedruckt werden kann.
Außerdem zeigen wir ganz am unten der hiesigen Seite noch einmal den Link zu diesen zwei Barmherzigkeits-Gebetchen in mehreren Sprachen – in Form, die sich zum Sofort-Kopieren-Druck eignet:


Zwei
‘Gebete der Barmherzigkeit’

vom Endabschnitt dieses Kapitels

zum Ausdruck
und ihrem Einbezug in das Morgen- und Abendgebet
wie auch nach dem Empfang der Hl. Kommunion::


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Tägliches Anvertrauen an Gottes Barmherzigkeit:

„Barmherziger Jesus, ich vertraue (wir vertrauen) auf Dich!
Ich vertraue mich (wir vertrauen uns) Dir an: im Leben, im Sterben, und nach dem Tod!
Maria, nimm mich (uns) an – mit Deinem Sohn, und dem Hl. Josef!”
Gebet der Verzeihung:

„Jesus und Maria, ich verzeihe von Herzen (dem... und dem ...) allen, die mir irgendein Übel zugefügt haben!
Ich will darauf nicht wiederkehren: weder in Gedanken, noch im Wort, außer als Verzeihen!”

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Derselbst Text der „zwei Barmherzigkeits-Gebete”
in mehreren Sprachen
bitte klicken:

Zwei Gebete der Barmherzigkeit in mehreren Sprachen


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RE-Lektüre: V.Teil, Kapit.8c:
Stadniki, 15.XI.2013.
Tarnów, 13.II.2019.

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4. Inmitten großer Leiden
O Seelen, wie ich euch liebe !
Die Nacht großer Leiden
Blut entströmt, Wunden sind nicht zu sehen
Die Kranke ... ‘spielt vor’ !

K. JESUS IM HERZEN
1. In totaler Trockenheit
2. Du bist für mich die dauernde Rast
Meine Rast ...
Viele Seelen haben mich heute herausgewiesen ...
3. Gut ist es Mir an deinem Herzen
Du bist so klein ...
Dein Herz ist mir der Himmel

L. MARIA UND DIE BARMHERZIGKEIT
1. Im Gebet für das Vaterland
2. Die Gottesmutter der Priester
3. Bei der heiligen Messe des P. Andrasz
4. Die Welt für die zweite Wiederkunft Jesu Christi vorbereiten
5. Die weinende Maria
6. Das Erleben der Himmelfahrt des Sohnes

M. DAS VATERLAND – POLEN
1. Polen habe ich ... geliebt ...
2. Gottes Zorn über Polen
Strafe über das Vaterland als Barmherzigkeit
Polen, Gott erhöht dich, allerdings ...
Androhende Strafe wie auf Sodom und Gomorrha
Gott muss durch die Wunden Jesu schauen
3. Die drei Fürbitter Polens

N. NEUNTAGE-ANDACHT ZU GOTTES BARMHERZIGKEIT
Erster Tag
Zweiter Tag
Dritter Tag
Vierter Tag
Fünfter Tag
Sechster Tag
Siebenter Tag
Achter Tag
Neunter Tag

O. ANVERTRAUEN AN GOTTES BARMHERZIGKEIT SEINER SELBST UND DER WELT
Anvertrauen an Gottes Barmherzigkeit
Tägliche Erneuerung des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit
– Dokument des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit


P. GEBET DER VERZEIHUNG
Verzeihung – Voraussetzung für Gottes Verzeihung
Gebet der Verzeihung...

Zwei ‘Gebete der Barmherzigkeit” zum Ausdruck: Link
Tägliches Anvertrauen an Gottes Barmherzigkeit – Gebet der Verzeihung


Bilder-Fotos

Abb.1. Dokument des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit