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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

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Achtes Kapitel

„LASST UNS MIT ZUVERSICHT HINTRETEN
ZUM THRON DER GNADE,
DAMIT WIR
BARMHERZIGKEIT
ERLANGEN ...”
*       *       *
Fragmente vom Tagebuch der Hl. Faustyna
nach Themen

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VERMERK. Startpunkt zu diesem Kapitel ist die hier stark ausgeweitete Broschüre des Autors (ks. PL) über Gottes Barmherzigkeit: ’Der Barmherzigkeit anvertrauen” [polnisch], Verlag der Herz-Jesu-Priester ‘SCJ’, Kraków 1997, in A-6, 48 S., Imprimi potest: ks. Czeslaw Konior SCJ, Provinzialobere; Nihil Obstat: ks. dr. Krzysztof Gryz; Imprimatur – Kuria Metropolitalna Kraków 18.III.1997, bp Kazimierz Nycz; ISBN 83-86789-11-5.

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Die hier angewandte Abkürzung:
TgF = „Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska” (Deutsche Übersetzung: Dr. Stanislaw Swidzinski, Im Großen Esch 34, D-4420 Coesfeld-Lette), Parvis-Verlag, CH-1648 Hauteville/Schweiz, Januar 1990, ISBN 3-907523-17-2.

Zur ÜBERSETZUNG des ‘Tagebuches’. Gut, dass es die Deutsche Übersetzung des ‘Tagebuches’ der Hl. Schw. Faustyna Kowalska seit 1990 gibt. Leider muss der Verfasser der hiesigen WEB-Site eigentlich ähnliches sagen, was er schon oben über die Qualität der offiziellen Deutschen Übersetzungen der Lehramtlichen Dokumente (Reihe: Deutsche Bischofskonferenz ...) gesagt hat (s. ob.:  Wichtige Bemerkung: Deutsche Übersetzungen Lehramtlicher Texte). Es zeigt sich, dass eigentlich beinahe dasselbe von der genannten Übersetzung des Tagebuches gesagt werden muss. Erst wenn man Wort für Wort den polnischen Originaltext mit der deutschen Version vergleicht, zeigt es sich allmählich immer bedrohlicher, wie oft die Übersetzung ungenau ist, mit Unterlassungen oder ein andermal geringen Ergänzungen usw. Der Verfasser dieser WEB-Site möchte sich einmal mehr von Herzen entschuldigen, aber letztlich behält er kaum einen Satz nach der gedruckten Ausgabe vom Parvis-Verlag, sondern legt meistens seine eigene, genauere Übersetzung vor, sollte sie auch nicht so schön literarisch gestaltet sein. An so manchen Stellen zeigt es sich, dass es nicht genügt, nur den Text zu übersetzen, sondern auch noch in Theologie etwas bewandert zu sein.

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Zur Erklärung

Im 4. Teil unserer WEB-Site (teilweise auch an anderen Orten) wurde ziemlich genau das Sakrament der Versöhnung dargestellt, d.h. das ‘Tribunal der Barmherzigkeit’ (= die Heilige Beichte) und anschließend das Sakrament der Eucharistie. Sowohl das eine, wie das andere Sakrament, wie übrigens jedes andere der Sieben Sakramente ebenfalls, stellt eine verwundernde Gabe Jesu Christi dar. So verweilt Er in seiner Kirche und verlängert sein ’Dasein-mitten-unter-uns” (vgl. Joh 1,14), und anderseits sein immerwährendes „Wiederkehren zu uns” durch den Dienst der Kirche, die Er gegründet hat. So hält es weiter an, bis zur Vollendung der Zeiten (vgl. Mt 28,20).

Der Sinn des Lebens beruht auf der beharrlich bestätigten Aufschließung seiner Selbst für Jesus Christus und der Annahme der Gabe der uns von Ihm angebotenen Erlösung. Jeder Mensch wurde nach Seinem – des Gottes Sohnes – Ebenbild erschaffen. Jedermann wird auch einmal vor Jesus Christus, diesem Gekreuzigtem und Auferstandenen Gott-Menschen stehen bleiben. Er aber übergeht keine Gelegenheit, um aus dem Herzen des Menschen, an das Er voller Ehrerbietung anklopft, den Reflex des Anvertrauens, also der Hoffnung, auszulösen. Daselbst fällt der Mensch im Laufe der ihm als Geschenk gegebenen ‘Zeit’: ab der Empfängnis bis zu seinem letzten Atemzug, eine ständige Wahl: ‘für’ oder ‘gegen’ Diesen, der ist „derselbe gestern, heute und in Ewigkeit” (Hebr 13,8) und Der „wird kommen zu richten die Lebenden und Toten” (Glaubensbekenntnis).

Indem unsere ‘Wahlen’ keinesfalls immer die allernützlichsten vom Blickpunkt aus des ewigen Lebens sind, gehört es sich unserseits so oft diesen Gott zu flehen „... mit zerknirschtem Herzen und mit demütigem Sinn” (Dan 3,39 – JB), Er möge uns die begangenen Sünden vergeben. Ist Er doch „nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten” (Joh 12,47). So war die Verhaltensweise u.a. dieses Zöllners, der „blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: ‘Gott, sei mir Sünder gnädig’ ...” (Lk 18,13).

Gott aber will die Verzeihung verleihen. Für den Sohn Gottes Jesus Christus gibt es gleichsam keine „größere Freude” (vgl. Lk 15,7.10.20), als wenn die so teuer von Ihm errungene Erlösung: um den Preis seines Blutes und Lebens, nicht umsonst wird, sondern Frucht der Bekehrung und Buße bringt. Dessen vielsagendes Beispiel stellt das Gleichnis vom verlorenen Sohn dar. Berührt von Gottes Gnade, fällt er im „inneren Sanktuarium” seiner Seele die erlösende Entscheidung:

„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen:
Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen Dich versündigt.
Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein;
mach mich zu einem deiner Tagelöhner” (Lk 15,18f.).

In diesem Geist haben wir vor, als letztes Kapitel dieses fünften Teiles, der der Erwägung Gottes Barmherzigkeit und der Andacht zu Gottes Barmherzigkeit nach Eingebungen der Hl. Schw. Faustyna gewidmet ist, eine Handvoll Bruchstücke aus dem geistigen „Tagebuch” der genannten Hl. Schw. Faustyna Kowalska (Heiligsprechung: 2000) anzubieten.

Manche der unterhalb gedruckten Texte wurden schon in den bisherigen Erwägungen dargestellt und besprochen. Dennoch glauben wir, es ist nützlich sie noch einmal, dieses Mal schon ohne Kommentar, zu zeigen, allerdings geordnet nach ein paar Themengruppen. Es wird wohl zur Speise für die Seele, und dabei einer nicht trügerischen Ermutigung gereichen. Besonders angewiesen kann sich das für den Fall einer inneren Verwirrung erweisen, wenn es nicht so leicht ist, die vom Erlöser erwartete Haltung des Anvertrauens angesichts der von Ihm angebotenen unerschöpflichen Barmherzigkeit aus sich herauszuschlagen.
– Möge dabei der Werte Leser entschuldigen, dass manches der angeführten Bruchstücke des Tagebuches ebenso gut unter einer anderen Themengruppe gesetzt werden konnte ...

Am Ende des hiesigen Kapitels ...

Ganz am Ende dieses Kapitels wird noch ein „Akt des Anvertrauens” auf Gottes Barmherzigkeit angeboten. Er wurde für den Bedarf der Pfarr-Missionen verfasst, die es dem Autor der hiesigen WEB-Site durchzuführen gegeben war. Dazu gesellt sich noch die Kurzformel einer täglichen Renovierung dieses feierlichen Anvertrauens.

Zuletzt wird dort noch am Ende selbst dieses Kapitels – als innige Ermutigung – der Vorschlag dargestellt, dass man sich zum eigenen Nutzen ein Dokument des persönlichen Anvertrauens auf Gottes Barmherzigkeit anfertigt: ’... für das Leben, das Sterben und alles was nach dem Tod anfängt”. Die gerade erst erwähnten Missionen über Gottes Barmherzigkeit, die der hier schreibende Autor geführt hat, strebten gerade nach dieser Ermutigung, dass sich die Teilnehmer dieser Missionswoche entscheiden, solches persönliches Anvertrauen auf Gottes Barmherzigkeit für sich selbst zu bereiten.

Es wird dort auch noch (ganz unten, zur Beendung dieses Kapitels) ein aus zwei Sätzen bestehendes „Gebet der Verzeihung”  hinzugefügt.
– Sowohl das anempfohlene drei Sätze zählende tägliche „Anvertrauen auf Gottes Barmherzigkeit”, wie das aus zwei Sätzen bestehende „Gebet der Verzeihung” – wurde in mehrere Haupt-Sprachen übersetzt. Diese beiden „Gebetchen der Barmherzigkeit” in Übersetzung auf Sprachen können leicht geöffnet werden dank dem ebenda bereitgestellten Link.
– Derselbe ‘Link’ zu den erwähnten zwei ‘Gebetchen der Barmherzigkeit” steht übrigens auch schon auf der PORTAL-Seite der hiesigen Homepage – in ihrem Mittel-Teil, direkt unter der dritten Oval-Grafik mit zwei Kleinkindern (s. den unmittelbaren Link: http://lp33.de/strona-lp33/ind19.htm#mlt = Zwei Gebete der Barmherzigkeit in mehreren Sprachen)

– Auf der linken Seite der gerade erwähnten PORTAL-Seite kann unter derm ersten Oval-Bild mit einem Kleinkind aus Missionsländern ein noch anderer LINK gesehen werden, der erst Mitte 2016 entstanden ist: und zwar der Text der „Koronka zur Barmherzigkeit Gottes in etwa 30 verschiedenen Sprachen. Die Tabelle der meisten betreffenden ‘Sprachen’ enthalten darüber hinaus noch ein paar andere Gebete zur Barmherzigkeit Gottes: und zwar die „Kreuzwegs-Betrachtungen’ in Form des ‘Koronka-Gebetes’ und die ‘Litanei zum BLUT und WASSER’ von der durchbohrten Seite Jesu. Und erst danach werden auch noch einmal die zwei Gebetchen der Barmherzigkeit hinzugefüht, von denen gerade erst oben gesprochen wurde.

Der Autor hält den oben erwähnten Vorschlag des persönlichen ANVERTRAUENS auf Gottes Barmherzigkeit samt dem dazu selbst bereiteten Dokument – ungemein ernst. Jener ‘Akt des Anvertrauens auf Gottes Barmherzigkeit’ soll als Zeugnis gelten nicht nur eines ‘frommen Wunsches’, sondern als tatsächliches Zeugnis des ‘persönlichen LETZTEN Willens’ angesichts Gottes Barmherzigkeit vom Blickpunkt aus der letzen Dinge, das heißt des ewigen Lebens. Es geht also um eine eigenartige ‘Versicherung’ im Antlitz der Barmherzigkeit Gottes – im Bewusstsein um die eigene Sündhaftigkeit und Ungewissheit hinsichtlich des Zustandes, in dem es einmal die Schwelle der Ewigkeit durchzuschreiten gelten wird.
– Wer es mag, benutzt diese Anregung – zu Gutem, dieses Mal diesem endgültigen. Es wird zur völligen Aufschließung für die geheimnisvolle, und doch tatsächliche Strahlung von ‘Blut und Wasser’ aus der durchbohrten Seite Jesu Christi: des Gekreuzigten, Getöteten – und doch Lebendigen: Auferstandenen. Er aber, Jesus Christus, ‘provoziert’ gleichsam jeden der Erlösten weiter, dass er sich nicht fürchtet Ihm mit sich ganzem zu anvertrauen: „Jesus, ich vertraue auf Dich”.


Wir schlagen die folgenden Unterteile des hiesigen Kapitels vor:


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A.      DAS BILD   „JESUS   ICH   VERTRAUE   AUF   DICH”:
ZUVERSICHT AUF GOTTES BARMHERZIGKEIT

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1. Der Hl. Johannes: Zeuge des Geheimnisses
der durchbohrten ‘Seite’

Der Hl. Johannes, Apostel und Evangelist, Augenzeuge der Kreuzigung seines Göttlichen Meisters, „sah” mit eigenen Augen, wie von der Seite Jesu Christi am Kreuz, in die der Soldat kurz nach seinem Tod mit der Lanze stieß, „sogleich Blut und Wasser herausfloss” (Joh 19,34). Die Hl. Faustyna hat in 1900 Jahren später mehrmals ‘gesehen’, wie von Jesus Christus, der die Spuren-Male seiner Kreuzigung trug (seine durchbohrten Füße und Hände, die durchstoßene Seite: das Herz) lebendige, wallende Strahlen herausströmten: rechts von Christus der rote Strahl, und links – der blasse Strahl.

Jesus selbst hat diese Strahlen als ’Blut und Wasser” erklärt. Und ließ mit großem Nachdruck ein Bild nach der erwähnten Vision malen – mit der Unterschrift: ’Jesus ich vertraue auf Dich”.

Hier jetzt eine Handvoll von Botschaften Jesu Christi, die Er uns durch die Hl. Schw. Faustyna Kowalska zukommen lässt. Sie betreffen sowohl das erwähnte ‘Bild’, wie die Verheißungen, die Jesus an seine Verehrung bindet. Voraussetzung, dass sie erlangt werden können, ist offenbar unentwegt die Haltung der Hoffnung, d.h. des Anvertrauens. Es ist also genau dieselbe Haltung, die der Herr von allen jenen voraussetzte, die Ihm zu seiner irdischen Lebenszeit begegnet sind und von Ihm irgendeine Gabe für Leib oder Seele erwarteten. Das wurde schon in den früheren Kapiteln dieses Teiles ein paarmal erklärt (s. genauer:  Hoffnung als Bedingung der Barmherzigkeit – samt dem Zusammenhang; und noch: Dem Gekreuzigten anvertrauen-Ihm-glauben – oder noch: Bemerkung. Das hebräische-griechische Wort: ‘Barmherzigkeit’. – Sieh ebenfalls: Inhalt des Anvertrauens bei der Verehrung der Barmherzigkeit ).
– Mit anderen Worten, die folgenden Wendungen drücken eigentlich unabänderlich fast denselben Inhalt aus: Hoffnung, Anvertrauen, Zuversicht, Glauben, Anblicken auf Jesus selbst, Hoffen, Auf dem Erlöser beruhen, Sich Jesus überweisen, u.dgl.

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2. Plock: den 22. Febr. 1931 und ergänzende weitere
Visionen

Lassen wir die Hl. Schw. Faustyna Kowalska selbst zu Worte kommen. Zum ersten Mal hat sie Jesus mit den charakteristischen Strahlen von seinem durchbohrten Herzen am 22. Februar 1931 gesehen. Es geschah im Klosterhaus des Schwestern-Ordens der Muttergottes von Gottes Barmherzigkeit in Płock, etwa 110 km west-nord von Warszawa, in dem die Hl. Schw. Faustyna damals wohnhaft war (s. das Foto des ganzen Altars mit dem Bild in der bisherigern Kapelle-Kirche in Krakow-Lagiewniki: Altar der Hl. Schw. Faustyna mit dem Bild von Prof. Hyła: Jesus ich vertraue auf Dich):

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Erklärung

(Płock, den 22.II.1931) ‘Am Abend, als ich in der Zelle war, erblickte ich Jesus, den Herrn, in einem weißen Gewand. Eine Hand war zum Segen erhoben, die andere berührte das Gewand auf der Brust. Von der Öffnung des Gewandes an der Brust gingen zwei große Strahlen aus, ein roter und ein blasser. Schweigend betrachtete ich den Herrn; meine Seele war von Furcht, aber auch von großer Freude durchdrungen.
– Nach einer Weile sagte Jesus zu mir: ‘Male ein Bild nach der Zeichnung, die du siehst, mit der Unterschrift: ‘Jesus ich vertraue auf Dich’! Ich wünsche, dass dieses Bild verehrt wird, zuerst in eurer Kapelle, dann auf der ganzen Welt” (TgF 47).

Jesus verwies zugleich von Anfang an auf eine Reihe verwundernder Verheißungen im Zusammenhang mit der Verehrung dieses Bildes:

„Ich verspreche, dass jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht. Ich verspreche auch, hier schon auf Erden, den Sieg über die Feinde, und besonders in der Stunde des Todes. Ich selbst werde sie verteidigen – als meine Ehre” (TgF 48).

Schw. Faustyna erzählt im Anschluss an die ergreifenden, und zugleich ganz genierenden Anweisungen vonseiten Jesu:

„Als ich darüber dem Beichtvater berichtete, erhielt ich zur Antwort: ‘Das betrifft deine Seele’. Er sagte zu mir: ‘Male das Bild Gottes in deiner Seele’.
– Als ich vom Beichtstuhl wegging, hörte ich wiederum folgende Worte: ‘In deiner Seele besteht Mein Bild. Ich wünsche, dass es ein Fest der Barmherzigkeit gibt. Ich wünsche, dass das Bild, welches du mit dem Pinsel malen wirst, am ersten Sonntag nach Ostern feierlich geweiht wird. Dieser Sonntag soll das Fest der Barmherzigkeit sein” (TgF 49).

+ „... ‘Ich wünsche, dass die Priester Meine große Barmherzigkeit gegenüber sündigen Seelen verkünden sollen. Der Sünder soll keine Angst haben, sich Mir zu nähern. Die Flammen der Barmherzigkeit brennen Mich, Ich will sie auf die Seelen der Menschen ausgießen’.
– Jesus beklagte sich bei mir mit den Worten: ‘Das Misstrauen der Seelen zerreißt mein Inneres. Mehr noch tut mir das Misstrauen einer auserwählten Seele weh; trotz Meiner unerschöpflichen Liebe trauen sie Mir nicht; sogar Mein Tod reicht ihnen nicht aus. Wehe der Seele, die sie missbraucht’ ...” (TgF 50).

In drei Jahren später erklärt Jesus die Einzelheiten des Bildes. Hier der Bericht der Hl. Schw. Faustyna:

+ „Geheimnis der Seele – Wilna 1934. – Als mir einmal der Beichtvater befahl, Jesus nach der Bedeutung der zwei Strahlen, die auf dem Bild sind, zu befragen, sagte ich zu, dass ich den Herrn danach fragen werde. Während meines Gebetes hörte ich innerlich die Worte:
– ‘Diese zwei Strahlen bedeuten Blut und Wasser.
Der Blasse Strahl bedeutet Wasser, das die Seelen rechtfertigt;
der Rote Strahl bedeutet Blut, welches das Leben der Seelen ist ...
– Diese zwei Strahlen drangen aus den Tiefen Meiner Barmherzigkeit, damals, als Mein Herz in Agonie am Kreuz mit der Lanze geöffnet wurde.

Diese Strahlen schützen die Seelen vor dem Zorn Meines Vaters. Glücklich, wer in ihrem Schatten leben wird, denn der gerechte Arm Gottes wird ihn nicht erreichen.

Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern das Fest der Barmherzigkeit wird (TgF 299).
+ Bitte meinen treuen Diener [= Herr Prof. Ks. Michał Sopoćko], dass er an diesem Tag der ganzen Welt von Meiner großen Barmherzigkeit künden soll, dass wer an diesem Tag zur Quelle des Lebens kommt, einen vollkommenen Nachlass der Schulden und Strafen erfährt.
+ Die Menschheit wird keine Beruhigung finden, solange sie sich nicht mit Vertrauen an Meine Barmherzigkeit wendet.

+ Oh wie sehr Mich das Misstrauen einer Seele verletzt. Eine solche Seele bekennt, dass Ich Heilig und Gerecht bin, sie glaubt aber nicht, dass Ich Barmherzigkeit bin, sie glaubt auf Meine Güte nicht. Auch die Satane preisen Meine Gerechtigkeit, doch sie glauben an Meine Güte nicht.

Mein Herz freut sich des Titels ‘Barmherzigkeit’ (TgF 300).
– Sage, dass die Barmherzigkeit die größte Eigenschaft Gottes ist. Alle Werke Meiner Hände sind mit der Barmherzigkeit gekrönt” (TgF 301).

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3. Nachdem das Bild schon gemalt wurde ...

Man kann sich leicht vorstellen, wie viel Zerrissenheiten die Hl. Faustyna durchzustehen hatte, bis sie den Mut gefasst hat die Forderungen Jesu betreffs des Bildes kundzugeben, wie viel Demütigungen und Sticheleien sie vielleicht deswegen ertragen musste.
– Zuletzt ist es Herrn Ks. Prof. Sopoćko gelungen, einen Maler zu finden – Herrn Eugeniusz Kazimirowski in Wilna, der die Aufgabe auf sich genommen hat ein solches Bild zu malen. Ob er davon wusste, dass Schw. Faustyna gerade solchen Jesus als lebendigen gesehen hat?
– Eines Tages hat die Schwester Oberin – die Schw. Faustyna zu diesem Maler mitgenommen. Das Bild war damals noch nicht ganz fertig. Sie berichtet darüber folgender:

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Erklärung

+ „An einem Tage, als ich bei dem Künstler war, der das Bild malt, und ich sah, dass es nicht so schön wird, wie Jesus ist, war ich deswegen sehr betrübt, doch ich verbarg es tief im Herzen.
– Wann wir von diesem Maler weggingen, blieb die Mutter Oberin in der Stadt, um verschiedenes zu erledigen. Ich kehrte allein nach Hause zurück. Sofort begab ich mich in die Kapelle und weinte bitterlich. Ich sagte zum Herrn: Wer vermag Dich so schön zu malen, wie Du bist?
– Darauf hörte ich folgende Worte: ‘Nicht in der Schönheit der Farbe noch des Pinselstrichs liegt die Größe dieses Bildes, sondern in Meiner Gnade’ ...” (TgF 313).

„Der Beichtvater fragte mich einmal, wie die Aufschrift aufgeteilt werden sollte, weil nicht alles auf dem Bild Platz habe. Ich entgegnete, dass ich beten werde und in der nächsten Woche Antwort geben wolle.
– Als ich vom Beichtstuhl am Allerheiligsten Altarsakrament vorbeiging, erhielt ich das innerliche Verständnis, wie die Aufschrift sein soll. Jesus erinnerte mich, wie Er mir zum ersten Mal sagte, das heißt, dass diese drei Worte sichtbar sein müssten. Diese Worte sind folgender: ‘Jesus, ich vertraue auf Dich’. – Ich begriff, dass Jesus wünscht, dass die ganze Formel gesetzt werde, aber er legt keine deutliche Verordnung, außer den drei Worten (TgF 327).
(ANMERKUNG: In polnischer Sprache sind es 3 Worte: Jezu ufam Tobie. In deutscher Übersetzung sind es 5 Worte: Jesus ich vertraue auf Dich).

‘Ich reiche den Menschen ein Gefäß dar, mit dem sie zur Quelle der Barmherzigkeit um Gnaden kommen sollen. Dieses Gefäß ist dieses Bild mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich’ ...” (TgF 327).

Und noch ein ungemein wichtiges Detail, das den Anblick Jesu auf diesem Bild angeht. Es ist der Blick Jesu von der Höhe des Kreuzes, d.h. von der Stunde, als Jesus in Agonie auf dem Kreuz war und zugleich betete: „Vater, vergib ihnen ...” (Lk 23,34):

„Eines Males sagte Jesus zu mir:
‘Mein Blick von diesem Bild ist so wie der Anblick vom Kreuz’ ...” (TgF 326).

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4. Ergänzende Worte

„Einmal sah ich Jesus im hellen Gewand, es war im Glashaus [= in der Orangerie].

‘Schreibe, was Ich dir sage: Es ist Meine Wonne, Mich mit dir zu vereinigen. Mit großem Verlangen warte Ich und ersehne den Augenblick, in dem Ich Mich sakramental in deinem Kloster niederlassen werde. Mein Geist wird in diesem Kloster ruhen. Der Umgebung des Klosters werde Ich besonderen Segen erteilen. Aus Liebe zu euch werde Ich alle Strafen beseitigen, die die Gerechtigkeit Meines Vaters gehörig auferlegt.

Meine Tochter, Ich habe Mein Herz zu deinen Bitten herabgeneigt. Deine Aufgabe und Pflicht hier auf Erden ist es, Barmherzigkeit für die ganze Welt zu erbitten.

– Keine Seele wird Rechtfertigung finden, bevor sie sich nicht mit Vertrauen an Meine Barmherzigkeit wendet. Deshalb soll am ersten Sonntag nach Ostern das Fest der Barmherzigkeit sein und die Priester sollen an diesem Tag den Seelen Meine große und unergründliche Barmherzigkeit künden. Ich stelle dich als Ausspenderin Meiner Barmherzigkeit an.

– Sage dem Beichtvater, dass das Bild in der Kirche ausgestellt sein soll und nicht in der Klausur dieses Klosters. Durch dieses Bild werde Ich den Seelen viele Gnaden erteilen, deshalb soll jede Seele Zugang zu ihm haben” (TgF 570).

+ Jesus: „... ‘Aus allen Meinen Wunden fließt wie in Strömen, Barmherzigkeit für die Seelen, aber die Wunde Meines Herzens ist Quelle der unergründlichen Barmherzigkeit; aus dieser Quelle sprudeln alle Gnaden für die Seelen. Es brennen mich die Flammen des Mitleids, ich möchte sie auf die Seelen der Menschen auszugießen. Künde der ganzen Welt von Meiner Barmherzigkeit” (TgF 1190).

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5. Die erste Ausstellung des Bildes zur öffentlichen Verehrung:
Wilna

Das Bild ’Jesus ich vertraue auf Dich” wurde endlich fertiggemalt. Zum ersten Mal wurde es zur öffentlichen Verehrung in Wilna, April 1935, ausgestellt. Man hat damals in der ganzen Welt – außerhalb von Rom – das Große Jubiläum der 1900 Jahre seit dem Erlösungstod des Gottes Sohnes am Kalvarienberg begangen [selbst in Rom: 1933-1934; außerhalb von Rom: 1934-1935]. Infolge der Bemühungen vonseiten Herrn Prof. Ks. Michał Sopoćko wurde das Bild damals zur öffentlichen Verehrung in der Ostra-Brama [= ‘Steile Pforte’] aufgestellt (Seligsprechung von Prof. Dr. Michael Sopoćko: 28.IX.2008 im Sanktuar der Barmherzigkeit Gottes in Białystok). Es geschah an Tagen 26.-27.-28. April 1935. Das Bild des Barmherzigen Jesus stand an diesen Tagen im Fenster eines Flügels der Gebäude entlang der Straße, über deren Mitte das berühmte Bild der Muttergottes der Barmherzigkeit seit langem ausgesetzt war.

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Erklärung

Hier ein längeres Fragment vom Tagebuch der Hl. Faustyna. Ihr Bericht betrifft das Ende der Karwoche dieses Jahres und die aufeinanderfolgenden Tage.

„Gründonnerstag, den 18. April [= 1935]. – Am Morgen hörte ich die Worte:
‘Von heute an bis zur Auferstehungsfeier wirst du Meine Gegenwart nicht spürbar merken, aber deine Seele wird mit großer Sehnsucht erfüllt sein’. – Augenblicklich stellte sich eine große Sehnsucht in meiner Seele ein, ich spürte die Trennung vom Geliebten Jesus. Als sich der Kommunionsempfang näherte, sah ich im Kelch, in jeder Hostie das leidende Antlitz des Herrn. Von da an fühlte ich in meinem Herzen eine noch größere [Sehnsucht] (TgF 413).

Karfreitag. Um drei Uhr nachmittags, hörte ich beim Betreten der Kapelle folgende Worte: ‘Ich wünsche, dass dieses Bild öffentlich verehrt wird’.
Sogleich sah ich den unter großen Schmerzen in Agonie sterbenden Jesus am Kreuz und es kamen aus dem Herzen Jesu die gleichen beiden Strahlen hervor, wie sie auf diesem Bild sind (TgF 414).

Samstag. Während der Vesperandacht sah ich den Herrn Jesus strahlend wie die Sonne in einem helllichten Gewand. Er sagte zu mir: ‘Dein Herz möge sich freuen’. Und große Freude kam über mich, die Gegenwart Gottes durchdrang mich vollständig. Sie ist ein unaussprechlicher Schatz für die Seele (TgF 415).

Als das Bild ausgestellt wurde [= 26.-28.IV.1935], sah ich eine lebendige Bewegung der Hand Jesu. Er machte ein großes Kreuzzeichen.
Am gleichen Abend, als ich mich zur Ruhe gelegt hatte, sah ich, wie das Bild über der Stadt ging. Die Stadt war mit Schlingen und Fangnetzen bestückt. Als Jesus vorüberging, durchschnitt Er alle Schlingen und zeichnete am Ende ein großes Kreuz und entschwand.
– Ich sah mich inmitten vieler boshafter Gestalten, die mir großen Hass entgegensprühten. Aus ihrem Mund kamen verschiedene Drohungen, doch keine von ihnen berührte mich. Nach einer Weile verschwand die Erscheinung, aber ich konnte lange nicht einschlafen (TgF 416).

27. IV. [= 1935] – Am Freitag, bei den Feierlichkeiten in der Ostra Brama, bei denen das Bild ausgestellt war [= großes Jubiläum der 1900 Jahre seit der vollbrachten Erlösung: Jahr 33 – 1933], wohnte ich einer Predigt bei, die mein Beichtvater hielt [= Herr Ks. Prof. Michał Sopoćko]. Die Predigt war von Gottes Barmherzigkeit. Es war das erste, wonach Jesus schon so lange verlangt hatte. Als er von der großen Barmherzigkeit des Herrn zu sprechen begonnen hat, nahm das Bild lebendige Gestalt an und die Strahlen drangen in die Herzen der Versammelten, jedoch nicht in gleichem Maß. Einige erhielten mehr, andere weniger. Meine Seele war beim Anblick dieser Gnade Gottes von großer Freude erfüllt.
– Da hörte ich die Worte: ‘Du bist Zeuge Meiner Barmherzigkeit, ewig wirst du vor Meinem Thron stehen als lebendiger Zeuge Meiner Barmherzigkeit’ (TgF 417).

– Als die Predigt zu Ende war, wartete ich nicht bis zum Schluss der Andacht, weil ich es eilig hatte nach Hause zu kommen. Nach wenigen Schritten versperrte mir den Weg eine Menge Teufel, die mir furchtbare Qualen androhten. Man konnte Stimmen hören: ‘Sie hat uns alles entwendet, woran wir so viele Jahre gearbeitet haben’. Als ich sie fragte: ‘Woher seid ihr so große Menge?’ – entgegneten mir diese boshaften Gestalten: ‘Aus den Herzen der Menschen, quäle uns nicht’ (TgF 418).
– Als ich ihren furchtbaren Hass zu mir sah, bat ich sogleich meinen Schutzengel um Beistand. Sofort stand neben mir die helle und strahlende Gestalt des Schutzengels, der mir sagte: ‘Fürchte dich nicht, du Braut Meines Herrn, diese Geister tun dir nichts Böses an – ohne Seine Erlaubnis’.
– Sofort verschwanden die bösen Geister, und mein treuer Schutzengel begleitete mich auf sichtbare Weise bis zum Hause. Sein Blick war bescheiden und ruhig, von seiner Stirn sprühte ein Feuerstrahl.
– O Jesus, ich wünschte mir die Mühen auf mich zu nehmen geben und mich abquälen, und das ganze Leben lang leiden für diesen einen Augenblick, da ich, o Herr, Deine Herrlichkeit und den Nutzen der Seelen gesehen habe” (TgF 419).

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B.       DIE ‘KORONKA’: DER  KLEINE  ROSENKRANZ  ZU
GOTTES  BARMHERZIGKEIT

Die Andacht zur Barmherzigkeit Gottes reimt sich von der Perspektive aus der Jahre ihrer Entstehung auf grundsätzliche Art und Weise mit dem Beten der ‘Koronka’, d.h. des Kleinen Rosenkranzes zur Barmherzigkeit Gottes zusammen. Wir drucken hier ihren Text, und im Anschluss daran auch die Umstände, unter welchen sie von Gott der Hl. Faustyna gleichsam diktiert wurde.
– An das Beten dieser Koronka knüpft Jesus viele unvorstellbaren Gnaden. Allerdings Grundbedingung, um sie zu erlangen, ist das, worüber in den vorigen Kapiteln gesprochen wurde: die tatsächliche aktuell geweckte Hoffnung-Zuversicht, d.h. das demütige, zerknirschte, und doch hoffnungsvolle Anvertrauen auf den Barmherzigen Jesus, wie auch die tatsächliche, in die Tat umgesetzte Erfüllung der Werke der Barmherzigkeit. Sollte es dieses nicht gegeben haben, wäre allein das ‘Beten’ der Koronka ganz verfehlte Tätigkeit.

ANMERKUNG. Vielleicht wünscht jemand, dass hier wiederholt der Text der grundlegenden Gebete, die zur ‘Koronka’ gehören, gedruckt wird. Es geht um die Gebete: Vater unser, Gegrüßet seist Du Maria, Ich glaube an Gott ... – Diese Gebete stehen sofort zur Verfügung, bitte hier klicken: Rosenkranz. Gebete auf den großen und kleinen Perlen des Rosenkranzes

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1.   Text der ‘Koronka’, d.i. des  ‘Kleinen Rosenkranzes
zur Gottes Barmherzigkeit’


  Koronka :  
     Kleiner Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes     


Die Koronka wird am gewöhnlichen Marien-Rosenkranz gebetet:
als 5 Gesätze, mit Betrachtung der Geheimnisse der Erlösung
und bewusst erlebter Zuversicht auf Gottes Barm-
herzigkeit. Je vollwertiger das Anvertrauen
auf Gottes Barmherzigkeit, desto
mehr erhält die Seele

(TgF 474ff.)

Blume (3 kB)

Am Anfang :
Vater unser ...  Gegrüßet seist Du Maria ...  Ich glaube an Gott ...

Auf den ‘Vater-unser-Perlen’ :
Ewiger Vater, * ich opfere Dir auf * den Leib und das Blut * die Seele und die Gottheit * Deines über alles geliebten Sohnes, * unseres Herrn Jesus Christus, * zur Entsühnung für unsere Sünden * und die der ganzen Welt   (1-mal)

Auf den ‘Gegrüßet-seist-Du-Maria-Perlen’ :
Um Seines schmerzhaften Leidens willen, * habe Erbarmen mit uns und der ganzen Welt   (10-mal)

Zum Schluss, nach dem 5. Gesätz :
Heiliger Gott, * Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher * erbarme Dich unser * und der ganzen Welt   (3-mal)

Kwiatek (3 kB)

VERMERK: Lerne diesen ‘Rosenkranz’ und bete ihn öfter, oder eher: täglich. Nicht anstelle des Marien-Rosenkranzes, sondern parallel zu ihm. Möge dieses Gebet zu Deiner Freude und Stärkung werden, und für andere – zu einem ihnen hingeworfenen Rettungsring!


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2. Erscheinung die diese ‘Koronka’ initiiert hat

Schauderhaft ist die Vision, die gleichsam an der Wurzel der offenbarten ‘Koronka’ zu Gottes Barmherzigkeit steht. Es handelt sich um zwei enge miteinander verbundene Erscheinungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Hören wir dem Bericht selbst der Hl. Faustyna zu:


‘Am nächsten Tag, Freitag dem 13. September 1935.
Am Abend, als ich in meiner Zelle war, erblickte ich den Engel, den Vollstrecker von Gottes Zorn. Er war in hellem Gewand, mit strahlendem Antlitz, eine Wolke unter seinen Füßen, aus der Wolke gingen Donner und Blitze hervor in seine Hände und aus seiner Hand gingen sie heraus und berührten erst die Erde.
– Als ich dieses Zeichen Gottes Zornes sah, das die Erde treffen sollte, besonders aber eine bestimmte Stelle, die ich aus gerechten Gründen nicht nennen kann, begann ich den Engel zu bitten, er möge ein paar Weilen innehalten und die Welt wird Buße tun. Aber meine Bitte war nichts dem Göttlichen Zorn gegenüber.

In diesem Augenblick erblickte ich die Allerheiligste Dreifaltigkeit. Die Größe ihrer Majestät durchdrang mich bis ins Tiefste und ich wagte nicht, mein Anflehen zu wiederholen. Im gleichen Augenblick fühlte ich in meiner Seele die Macht der Gnade Jesu, die in meiner Seele wohnt. Als ich mich um diese Gnade bewusst geworden war, wurde ich im selben Moment vor den Thron Gottes entrückt. O wie groß ist unser Herr und Gott und wie unbegreiflich ist Seine Heiligkeit! Ich verzichte darauf, diese Größe zu beschreiben, denn bald werden wir Ihn alle sehen, wie Er ist. Ich begann Gott für die Welt zu flehen – mit innerlich vernommenen Worten (TgF 474).

Als ich so betete, sah ich die Ohnmacht des Engels, und er konnte die gerechte Strafe nicht ausüben, die für die Sünden mit Recht zukommen sollte. Mit solcher inneren Macht habe ich noch nie gebetet wie damals. Die Worte, mit denen ich Gott anflehte, sind folgende:

Ewiger Vater, ich opfere Dir den Leib und das Blut auf, die Seele und die Gottheit Deines Geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, zur Entsühnung für unsere Sünden und die der ganzen Welt. Um Seines schmerzhaften Leidens willen habe mit uns Erbarmen(TgF 475).

Am nächsten Tag, morgens, als ich in die Kapelle kam, hörte ich innerlich die Worte:
– ‘Sooft du die Kapelle betrittst, bete gleich das Gebet, das Ich dich gestern gelehrt habe’. Als ich das Gebet verrichtet hatte, hörte ich in der Seele die Worte:
– ‘Dieses Gebet ist zum Beschwichtigen Meines Zornes. Du wirst es neun Tage lang auf einem üblichen Rosenkranz beten, und zwar folgender.

Zuerst betest du ein ‘Vater unser’ und ein ‘Gegrüßet seist Du Maria’ und das ‘Glaubensbekenntnis’, anschließend – an den Vaterunser-Perlen – wirst du die folgenden Worte sagen:

Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines Geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, zur Entsühnung für unsere Sünden und die der ganzen Welt”.

An den ‘Gegrüßet-seist-Du-Maria-Perlen’ wirst du die folgenden Worte beten:
Um Seines schmerzhaften Leidens willen habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt”.

Zum Schluss wirst du dreimal die Worte wiederholen:
Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher – erbarme Dich unser und der ganzen Welt”  (TgF 475).

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3. Verheißungen die mit dem Beten der ‘Koronka’
verbunden sind

Es folgen mehrere Aussagen Jesu mit Bezug auf das Beten der ‘Koronka’ und die verwundernden Verheißungen, die Er an sie geknüpft hat. Dauernd gültig bleibt offenbar, dass in dieser Zeit im Inneren die Haltung des Anvertrauens erarbeitet wird. Es ist die Bedingung, von der Jesus alle Heilung und Beschenkung schon zu seiner Lebenszeit abhängig gemacht hat.
Die weitere Voraussetzung, um die Verheißungen des Koronka-Gebetes zu erlangen, besteht auf Praxis der Barmherzigkeits-Werke. Beim Beten soll man sich auf die Passion des Erlösers berufen.

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Erklärung

„Einmal, als ich durch den Korridor zur Küche ging, hörte ich in meiner Seele die Worte:
– ‘Bete unablässig diese Koronka, die Ich dich gelehrt habe.
Wer auch immer sie beten wird, erfährt in seiner Todesstunde eine große Barmherzigkeit. Die Priester werden sie den Sündern als letztes Rettungsbrett reichen. Sollte es der verstockteste Sünder sein – falls er nur einmal diese Koronka betet, erlangt er aus Meiner unendlichen Barmherzigkeit die Gnade.
– Ich wünsche, dass die ganze Welt Meine Barmherzigkeit erkennt. Unbegreifliche Gnaden will ich jenen Seelen erteilen, die auf Meine Barmherzigkeit vertrauen ...” (TgF 687).

„... Auf einmal hörte ich die Stimme, als ich diese Koronka gebetet habe:
‘O, welch große Gnaden werde Ich den Seelen verleihen, die diese Koronka beten werden. Das Innerste Meiner Barmherzigkeit bewegt sich für diejenigen, die diese Koronka beten. Schreibe diese Worte auf, Meine Tochter, spreche zur Welt von Meiner Barmherzigkeit, möge die ganze Menschheit Meine unergründliche Barmherzigkeit kennen lernen.
– Es ist das Zeichen der Endzeit, danach kommt der Tag der Gerechtigkeit. Solange Zeit ist, sollen sie zur Quelle meiner Barmherzigkeit Zuflucht nehmen; sie sollen das Blut und das Wasser, das für sie entsprang, nutzen’.
O Seelen der Menschen, wohin werdet ihr euch flüchten am Tage des Göttlichen Zornes? Nehmt jetzt Zuflucht zur Quelle der Barmherzigkeit Gottes!
O, welch große Zahl von Seelen sehe ich, die Gottes Barmherzigkeit gepriesen haben und in Ewigkeit das Loblied singen werden” (TgF 848).

‘Als ich in meine Abgeschiedenheit eintrat, hörte ich die Worte:
– ‘Jede Seele, die diese Koronka betet, verteidige ich in der Stunde des Todes als Meine Ehre, oder wenn sie andere bei einem Sterbenden beten, aber sie erhalten den gleichen Ablass.
– Wenn diese Koronka bei Sterbenden gebetet wird, besänftigt sich der Zorn Gottes. Die Seele wird von der unergründlichen Barmherzigkeit umfangen und die Tiefen Meiner Barmherzigkeit bewogen – um des schmerzhaften Leidens Meines Sohnes willen’.

O, würden doch alle erkennen, wie groß die Barmherzigkeit des Herrn ist, aber [auch] wie sehr wir alle dieser Barmherzigkeit bedürfen, und besonders in dieser entscheidenden Stunde” (TgF 811).

„Meine Tochter, rege die Seelen an, die Koronka, die Ich dir gegeben habe, zu beten. Mir gefällt es, durch das Beten dieser Koronka alles zu geben, worum sie Mich bitten. Die verstockten Sünder werde Ich mit Ruhe erfüllen, wenn sie sie beten werden, und die Stunde ihres Todes wird glücklich sein.

– Schreibe es für die betrübten Seelen: Wenn die Seele die Schwere ihrer Sünden sieht und erkennt, wenn sich vor den Augen ihrer Seele der ganze Abgrund ihres Elends, in das sie sich gestürzt hat, ausbreitet, soll sie nicht verzweifeln, sondern sich mit Vertrauen in die Arme Meiner Barmherzigkeit werfen, wie ein Kind in die Arme seiner liebenden Mutter. Diese Seelen haben ein Vorzugsrecht auf Mein mitleidiges Herz, sie haben ein Vorrecht auf Meine Barmherzigkeit.
– Sage, dass keine Seele, die Meine Barmherzigkeit anrief, enttäuscht noch beschämt worden ist. An einer Seele, die Meiner Güte vertraut hat, habe Ich besonderes Wohlgefallen.

Schreibe, wenn sie diese Koronka bei Sterbenden beten werden, werde Ich zwischen dem Vater und der sterbenden Seele nicht als gerechter Richter stehen, sondern als Barmherziger Erlöser” (TgF 1541; s. auch ebd.: 848.811.1565.1128.1035.1731).

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C.      DAS SAKRAMENT DER VERSÖHNUNG:
TRIBUNAL DER BARMHERZIGKEIT

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Hier einige Fragmente des Tagebuches der Hl. Schw. Faustyna Kowalska im Anschluss an das Beichtsakrament. Jesus selbst bezeichnet die heilige Beichte in diesem Zusammenhang ein paarmal als das „Tribunal der Barmherzigkeit”. Diese Bezeichnung wird ab und zu auch von Johannes Paul II. angewandt (vgl. z.B.: RP 31-II).

1. Berufung auf die Barmherzigkeit

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„Mögen die größten Sünder ihre Hoffnung in Meiner Barmherzigkeit [legen]. Sie haben vor den anderen das Anrecht zum Vertrauen auf den Abgrund Meiner Barmherzigkeit. Meine Tochter, schreibe von Meiner Barmherzigkeit für die geplagten Seelen. Wonne bereiten mir die Seelen, die sich auf Meine Barmherzigkeit berufen. Solchen Seelen erteile Ich Gnaden über ihre Wünsche.
– Ich kann nicht strafen, sollte auch jemand der größte Sünder sein, wenn er sich auf Mein Erbarmen beruft, sondern Ich rechtfertige ihn in Meiner unergründlichen und unerforschten Barmherzigkeit.

– Schreibe: Ehe Ich als gerechter Richter komme [= Letztes-Jüngstes Gericht: Ende der Zeiten; aber auch Ende des irdischen Lebens eines jeden Menschen], öffne ich zuerst sperrangelweit die Tür Meiner Barmherzigkeit [= vorletzte Stufe vor dem Weltende, bzw. vor dem individuellen Tod].
– Wer nicht durch die Tür der Barmherzigkeit durchgehen will, der muss durchgehen durch die Tür Meiner Gerechtigkeit ...” (TgF 1146).

„Schreibe, spreche über Meine Barmherzigkeit. Sage den Seelen, wo sie Trost suchen sollen. das ist im Tribunal der Barmherzigkeit, dort sind die größten Wunder, die sich ununterbrochen wiederholen. Um dieses Wunder zu erlangen, bedarf es keiner weiten Pilgerfahrt, noch irgendwelche äußeren Zeremonien zu verrichten, sondern es genügt, zu Füßen Meines Stellvertreters mit Glauben hinzutreten und ihm sein Elend auszusprechen, und das Wunder der Barmherzigkeit Gottes zeigt sich in seiner ganzen Fülle.

– Sollte auch die Seele wie eine verwesende Leiche sein und sollte es, menschlich gesehen, keine Auferstehung geben und wäre schon alles verloren – ist es nicht so auf Gottes Art, das Wunder der Barmherzigkeit Gottes bewirkt die Auferstehung dieser Seele in ganzer Fülle.
O Armseligen diejenigen, die von diesem Wunder der Barmherzigkeit den Nutzen nicht ziehen; ihr werdet vergeblich rufen, aber es wird schon zu spät” (TgF 1448).

+ „Heute sagte mir der Herr: ‘Meine Tochter, du Meine Wonne und Mein Wohlgefallen, nichts wird Mich hindern, dir Gnaden zu schenken. Für Meine Barmherzigkeit schafft dein Elend kein Hindernis.

– Schreibe, Meine Tochter, dass je größer das Elend, desto größer hat es das Anrecht auf Meine Barmherzigkeit, und [überrede] alle Seelen zum Anvertrauen auf den unbegreiflichen Abgrund Meiner Barmherzigkeit, denn Ich wünsche sie alle zu erlösen.

– Der Sprudel Meiner Barmherzigkeit ist mit der Lanze am Kreuz für alle Seelen sperrangelweit geöffnet worden: niemanden habe Ich ausgeschlossen’ ...” (TgF 1182).

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2. Das alsdann herabfließende Christi Blut und Wasser


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Erklärung

„Heute sagte mir der Herr:
‘Tochter, wenn du zur heiligen Beichte herantrittst, zu dieser Quelle Meiner Barmherzigkeit, fließt auf deine Seele immer Mein Blut und Wasser, das aus meinem Herzen herausgegangen ist und deine Seele veredelt.

– Jedes Mal, wenn du zur heiligen Beichte herantrittst, versenke dich ganz in Meiner Barmherzigkeit mit großem Vertrauen, damit Ich über Deine Seele die Reichlichkeit Meiner Gnade ergießen kann.
Wenn du zur Beichte kommst, wisse, dass Ich selbst im Beichtstuhl auf dich warte. Ich verhülle Mich nur mit dem Priester, aber in der Seele wirke Ich selbst. Hier begegnet das Elend der Seele dem Gott der Barmherzigkeit.

– Sage den Seelen, dass sie aus dieser Quelle der Barmherzigkeit einzig mit dem Gefäß des Anvertrauens schöpfen können. Wenn ihr Anvertrauen groß sein wird, gibt es keine Grenzen für Meine Freigebigkeit. Ströme Meiner Gnade überfluten die demütigen Seelen. Hochmütige sind immer in Armut und Elend, denn Meine Gnade wendet sich von ihnen ab – hin zu demütigen Seelen” (TgF 1602).

„Schreibe: Ich bin dreimal Heilig und verabscheue die kleinste Sünde. Ich kann eine Seele nicht lieben, die mit Sünde befleckt ist, aber sobald sie bereut, sind Meiner Großzügigkeit ihr gegenüber keine Grenzen gesetzt. Meine Barmherzigkeit umfängt und rechtfertigt sie.

Mit Meiner Barmherzigkeit verfolge Ich die Sünder auf all ihren Wegen und es freut sich Mein Herz, wenn sie zu Mir zurückkehren. Ich vergesse die Bitterkeiten, mit denen sie Mein Herz getränkt haben, und freue Mich über ihre Rückkehr.

– Sage den Sündern, dass keiner vor Meiner Hand entflieht. Wenn sie vor Meinem Barmherzigen Herzen fliehen, fallen sie in Meine gerechten Hände. Sage den Sündern, dass Ich immerfort auf sie warte, Ich horche am Pulsschlag ihres Herzens, wann es für Mich zu schlagen beginnt.
– Schreibe, dass Ich zu ihnen durch Gewissensbisse spreche, durch Misserfolg und Leiden, durch Gewitter und Blitze, Ich spreche sie durch die Stimme der Kirche an. Wenn sie aber alle Meine Gnaden zunichte werden lassen, beginne Ich ihnen zu zürnen, indem Ich sie sich selbst überlasse und gebe ihnen, wonach sie begehren” (TgF 1728).

„Heute belehrte mich der Herr wiederholt, wie ich zum Sakrament der Buße herantreten soll:
‘Meine Tochter, wie du dich in Meiner Gegenwart vorbereitest, so beichtest du auch vor Mir. Ich verhülle mich nur mit dem Priester. Überlege niemals, wie der Priester ist, mit dem Ich mich verhüllt habe. Öffne dich in der Beichte so, wie vor Mir Selbst. Ich werde dann deine Seele mit Meinem Licht erfüllen’ ...” (TgF 1725).

„O mein Jesus, meine einzige Barmherzigkeit, bitte, lass mich auf Deinem Antlitz Zufriedenheit sehen – zum Zeichen der Versöhnung mit mir, denn Deinen Ernst erträgt mein Herz nicht. Wenn Du diesen Augenblick noch verlängerst, reißt es mir vor Schmerz. Du siehst, dass ich schon zu Staub zermalmt bin.
– Im selben Augenblick sah ich mich wie in einem Palast. Jesus reichte mir Seine Hand, setzte mich neben Sich und sagte mit Gütigkeit: ‘Meine Braut, mit der Demut gefällst du Mir immer. Das größte Elend hält Mich nicht auf, dass Ich Mich mit einer Seele verbinde, aber wo Hochmut ist, dort bin Ich nicht da’ ...” (TgF 1562f).

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3. Die Anzahl der Vergebung habe ich doch
nicht bestimmt

Hier ein Bruchstück der langen, wunderlichen ‘Zwiegespräche’ Gottes der Barmherzigkeit mit der Seele des Sünders und immer anderen Abänderungen der Seelen: mit jemandem der nach Vollkommenheit strebt, mit der Seele in Verzweiflung, Entmutigung und im Zusammenbruch (s. TgF1485-1490).


„Gespräch des Barmherzigen Gottes mit der Seele die nach Vollkommenheit strebt.

Jesus: ‘Deine Anstrengungen sind Mir lieb, Seele, die du nach Vollkommenheit strebst. Doch weshalb sehe Ich dich so oft traurig und bedrückt? Sage Mir, Mein Kind, was soll das bedeuten: diese Traurigkeit, und wie ist ihr Grund?’
Seele: ‘Herr, der Grund meiner Traurigkeit ist der, dass ich trotz aufrichtiger Vorsätze fortwährend falle, und zwar in dieselben Fehler. Am Morgen fasse ich den Vorsatz und am Abend sehe ich, wie weit ich von den Vorsätzen weggegangen bin’.

Jesus: ‘Du siehst , Mein Kind, was du aus dir selbst bist und der Grund deiner Niederlagen ist der, dass du zu viel auf dich selbst zählst und dich zu wenig auf Mich stützt. Möge dich das aber nicht übermäßig traurig stimmen. Du hast es mit dem Gott der Barmherzigkeit zu tun. Dein Elend wird sie nicht erschöpfen:

„Die Anzahl der Vergebung
habe Ich doch nicht bestimmt’

Seele: ‘Ja, das alles weiss ich, aber es überfallen mich große Versuchungen und verschiedene Zweifel werden in mir wach, dabei ärgert mich alles und entmutigt mich’.

Jesus: ‘Mein Kind, wisse, das größte Hindernis zur Heiligkeit ist die Mutlosigkeit und die unbegründigte Unruhe. Die nimmt dir die Möglichkeit, dass du dich in Tugend übst. Alle Versuchungen zusammen sollen dir nicht für einen Moment die innere Ruhe trüben. Die Gereiztheit und Mutlosigkeit sind Frucht deiner Eigenliebe. Du darfst dich nicht entmutigen lassen, sondern sollst dich bemühen, dass anstelle deiner Eigenliebe Meine Liebe herrschen kann.
Also Zuversicht, Mein Kind:

Du sollst dich nicht entmutigen lassen, zu Mir
um Vergebung
zu kommen, wenn Ich doch
immer bereit bin,
dir zu vergeben.
Sooft du Mich darum bittest, preist du Meine Barmherzigkeit’.

Seele: ‘Ich erkenne, was vollkommener ist und Dir besser gefällt, aber ich erfahre so große Hindernisse um zu tun, was ich erkenne’.

Jesus: ‘Mein Kind, das Leben auf Erden ist ein Kampf und zwar ein großer Kampf um Mein Königreich. Aber fürchte dich nicht, denn du bist nicht allein. Ich stehe dir immer bei, stütze dich also auf Meinen Arm und kämpfe, ohne um etwas Furcht zu haben. Nimm das Gefäß der Zuversicht und schöpfe aus dem Brunnen des Lebens nicht nur für dich, sondern gedenke auch anderer Seelen, besonders dieser, die Meiner Güte nicht trauen’ ...” (TgF 1488).

„Heute vernahm ich die Worte:
‘Bete für diese Seelen, damit sie sich nicht ängstigen zum Tribunal Meiner Barmherzigkeit heranzutreten. Werde für die Sünder nicht müde. Du weißt, wie sehr ihre Seelen Mein Herz bedrücken. Lindere Meinen zu Tode führenden Trauer, sei Ausspenderin Meiner Barmherzigkeit’ ...” (TgF 975).

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D.      DAS FEST DER BARMHERZIGKEIT GOTTES
GNADE DER TAUFE

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Bemerkenswert, dass Jesus des Öfteren verlangt hat, es sollte ein Festtag zur Verehrung des Geheimnisses Gottes Barmherzigkeit eingesetzt werden. Seinem Wunsch nach soll dieser Festtag am Ersten Sonntag nach Ostern begangen werden. Somit hat Er selbst auf den engen Zusammenhang zwischen der Erlösung hingewiesen, die am Kreuz am Karfreitag vollbracht wurde – und seiner Auferstehung und der Einsetzung am selben Auferstehungstag des Sakramentes der Sündenvergebung (vgl. Joh 20,22f.).
– Dieser Wunsch wurde vom Heiligen Vater Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung der Hl. Schw. Faustyna Kowalska erfüllt. Es geschah in Rom, am Ersten Sonntag nach Ostern des Jahres des Großen Jubiläums 2000 (am 30.IV.2000). Der Heilige Vater hat diesen Tag als Tag des Festes Gottes Barmherzigkeit verkündet und es dabei auf die ganze Kirche ausgeweitet.
– Viele Aussagen Jesu mit Bezug auf das Fest der Barmherzigkeit wurden schon oben bei der Besprechung des ‘Bildes’ Gottes Barmherzigkeit angeführt. Es ziemt sich aber sie hier noch einmal, gesondert, zu wiederholen.

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1. Verheißung der Gnade der Taufe

„Einmal hörte ich die Worte: ‘Meine Tochter, künde der ganzen Welt von Meiner unbegreiflichen Barmherzigkeit. Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit [= Erster Sonntag nach Ostern] Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders aber für die armen Sünder.
– An diesem Tag ist das Innerste Meiner Barmherzigkeit offen, Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über die Seelen, die sich der Quelle Meiner Barmherzigkeit nähern.
– Jene Seele, die zur Beichte geht und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommenen Nachlass der Schulden und Strafen.
An diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen.

– Möge keine Seele Furcht empfinden, sich Mir zu nähern, sollten auch ihre Sünden wie Scharlach sein. Meine Barmherzigkeit ist so groß, dass sie die ganze Ewigkeit hindurch durch keinen Verstand, weder den menschlichen, noch den von Engeln, ergründet werden wird. Alles was besteht, kam aus dem Inneren Meiner Barmherzigkeit hervor.
Jede Seele wird mit Bezug auf Mich die ganze Ewigkeit hindurch Meine Liebe und Meine Barmherzigkeit erwägen.

– Das Fest der Barmherzigkeit ist aus Meinem Innersten hervorgekommen. Ich wünsche, dass es feierlich am ersten Sonntag nach Ostern begangen wird.
– Die Menschheit wird keine Beruhigung erfahren, solange sie sich nicht zur Quelle Meiner Barmherzigkeit wendet’ ...” (TgF 699).

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2. Preis des Festes der Barmherzigkeit

Jesus vom Kreuz und die Barmherzigkeit

(17.II.1937) ’Heute Morgen, während der heiligen Messe, sah ich den Leidenden Jesus. Sein Leiden widerspiegelte sich in meinem Körper wider, obgleich auf unsichtbare Weise, aber nicht minder schmerzvoll. Jesus sah mich an und sagte:

– ‘Seelen gehen verloren trotz Meiner bitteren Passion. Ich gebe ihnen das letzte Rettungsbrett, das ist das Fest Meiner Barmherzigkeit. Wenn sie Meine Barmherzigkeit nicht verherrlichen, gehen sie in Ewigkeit verloren. Sekretärin Meiner Barmherzigkeit, schreibe, künde den Seelen von Meiner großen Barmherzigkeit, denn der furchtbare Tag ist nahe, der Tag Meiner Gerechtigkeit’ ...” (TgF 964f).

Es brennen Mich die Flammen der Barmherzigkeit

(4.IV.1937) Der Weiße Sonntag, also das Fest der Barmherzigkeit. Früh, nach der heiligen Kommunion, wurde meine Seele in der Gottheit versenkt. Ich war mit den Drei Göttlichen Personen in solcher Weise verbunden, dass wenn ich mit Jesus verbunden war, so war ich es gleichzeitig mit dem Vater und dem Heiligen Geist. Meine Seele versank in unbegreiflicher Freude und der Herr gab mir das ganze Meer und den Abgrund seiner unergründlichen Barmherzigkeit zu erkennen. O, wenn es die Seelen verstehen wollten, wie sehr Gott sie liebt! Alle Vergleiche, auch die zärtlichsten und die kraftvollsten, sind nur blasser Schatten im Vergleich mit der Wirklichkeit.

– Als ich mit dem Herrn verbunden war, erkannte ich, wie viele Seelen die Barmherzigkeit Gottes preisen.(TgF 1073).
Als ich zur Anbetungsandacht ging, hörte ich die Worte: ‘Meine geliebte Tochter, schreibe die Worte, dass Mein Herz heute in diesem Kloster Rast gefunden hat. Künde der Welt von Meiner Barmherzigkeit, von Meiner Liebe.
– Es brennen Mich die Flammen der Barmherzigkeit, Ich will sie über die Seelen der Menschen ergießen. O welchen Schmerz bereiten sie Mir, wenn sie sie nicht annehmen wollen.
Meine Tochter, tue alles, was in der Frage der Verbreitung Meiner Barmherzigkeit in deiner Macht steht. Was dir fehlt, werde Ich ergänzen. Sage der schmerzerfüllten Menschheit, sie möge sich an Mein barmherziges Herz schmiegen und Ich will sie mit Frieden erfüllen.
– Sage, Meine Tochter, dass Ich lauter Liebe und Barmherzigkeit bin. Wenn Mir eine Seele mit Anvertrauen herannaht, erfülle Ich sie mit solcher Fülle von Gnaden, dass sie diese Gnade in sich selbst nicht fassen kann, sondern sie strahlt auf andere Seelen” (TgF 1074).

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E.      BARMHERZIGKEIT ZU ERLANGEN – UND WERKE DER
BARMHERZIGKEIT

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Jesus Christus beschenkt mit Barmherzigkeit überaus leicht und überreichlich, aber unter der Bedingung, dass jetzt, der Reihe nach, der mit Vergebung Beschenkte selbst die Barmherzigkeit reichlich in die TAT umsetzt. Das bedeutet, dass es ohne Werke der Barmherzigkeit keine Chance gibt, Gottes Barmherzigkeit zu erlangen.
– Übrigens Jesus Christus hat das schon zu seiner Lebenszeit ungemein ausdrücklich angesagt (vgl. ’Selig die Barmherzigen...” [Mt 5,7]; wie auch bei der Schilderung des Jüngsten Gerichtes [Mt 25,35-46]).
– Einmal mehr müssen wir zugeben: ‘private’ Offenbarungen stimmen mit der Öffentlichen Apostolischen Offenbarung vollends überein. Das bedeutet auch, dass die Andacht zu Gottes Barmherzigkeit nicht auf süßen Gefühlen beruht. Es ist das Evangelium in seiner reinsten Ausgabe.

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1. Entschiedene Forderung Jesu des Barmherzigen

Der Glaube taugt ohne Werke nichts

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Erklärung

„Meine Tochter, wenn Ich durch dich die Ehre für Meine Barmherzigkeit von den Menschen verlange, musst du dich als erste mit dieser Hoffnung auf Meine Barmherzigkeit auszeichnen.
Ich verlange von dir Werke der Barmherzigkeit, die aus Liebe zu Mir hervorgehen sollen. Barmherzigkeit sollst du immer und überall den Nächsten erweisen, du kannst dich davor weder drücken, noch ausreden oder entschuldigen.

– Ich gebe dir drei Arten und Weisen, den Nächsten Barmherzigkeit zu erweisen: Erstens – die Tat, zweitens – das Wort, drittens – das Gebet.
In diesen drei Stufen ist die Fülle der Barmherzigkeit enthalten. Es ist ein unumstößlicher Beweis der Liebe zu Mir. So preist die Seele und verehrt Meine Barmherzigkeit.

Ja, der Erste Sonntag nach Ostern ist das Fest der Barmherzigkeit, aber es muss auch die Tat hinzukommen und Ich verlange die Verehrung Meiner Barmherzigkeit durch das feierliche Begehen dieses Festes und die Verehrung des Bildes, das gemalt worden ist.
– Durch dieses Bild werde Ich den Seelen viele Gnaden verleihen. Es soll an die Forderungen Meiner Barmherzigkeit erinnern, denn auch der stärkste Glaube hilft nichts ohne Taten ...” (TgF 742).

Vorwegnahme des Gerichtes mit Barmherzigkeit

„Ich verstehe Deine Worte, Herr, wie auch die Weite der Barmherzigkeit, die in meiner Seele leuchten soll.
Jesus: ‘Ich weiß, Meine Tochter, dass du sie verstehst und alles, was in deiner Macht ist, tust, aber schreibe das auf für viele Seelen, die sich manchmal grämen, dass sie keine materiellen Güter besitzen, um dank ihrer die Barmherzigkeit ausüben zu können. Aber ein viel größerer Verdienst gehört sich der Barmherzigkeit des Geistes, für die man weder eine Erlaubnis, noch einen Speicher haben braucht: sie ist jeder Seele zugänglich.

Wenn die Seele nicht in irgendeiner Weise Barmherzigkeit übt, wird sie am Tage des Gerichts Meine Barmherzigkeit nicht erlangen. Sollten die Seelen verstehen, sich ewige Schätze anzusammeln, würden sie nicht gerichtet werden, indem sie Meinen Urteilen mit Barmherzigkeit zuvorkämen’ ...” (TgF 1317).

„Der Herr gab mir seinen Willen gleichsam in drei Abstufungen zu erkennen, aber alles ist eins.
– Die erste betrifft diese, in der Seelen, von der Welt abgesondert, als Opfer vor Gottes Thron brennen und Barmherzigkeit für die ganze Welt erflehen werden ... – Sie werden den Segen für die Priester erbitten und mit ihrem Gebet die Welt auf die endgültige Wiederkunft Jesu vorbereiten (TgF 1155).

– Die zweite ist diese: Das mit dem Werk der Barmherzigkeit verbundene Gebet. Sie werden besonders die Seele des Kindes vor dem Bösen schützen. Gebet und Werk der Barmherzigkeit schließt in sich alles ein, was diese Seelen tun sollen. In ihren Kreis können selbst die Ärmsten aufgenommen werden. Sie werden sich bemühen, in der selbstsüchtigen Welt die Liebe zu erwecken, die Barmherzigkeit Jesu (TgF 1156).

– Die dritte ist diese: Gebet und Hilfsbereitschaft der Barmherzigkeit, die aufgrund keines Gelübdes verpflichtet, allerdings werden sie für ihre Erfüllung Anteil an allen Verdiensten und Vorrechten des Gesamten haben (TgF 1157).
– Dieser Stufe können alle in der Welt lebenden Menschen angehören. Das Mitglied dieser Abschattierung soll täglich zumindest eine Tat der Barmherzigkeit vollbringen, zumindest – denn sie können auch viele sein, denn es ist jedem leicht sie zu verrichten, sogar dem Allerärmsten, da es eine dreifache Erfüllung der Barmherzigkeit gibt: das barmherzige Wort – durch Vergebung und Tröstung; zweitens – wo du mit dem Worte nicht kannst, da gilt es zu Beten – und das ist Barmherzigkeit; drittens – Taten der Barmherzigkeit. Wenn dann der letzte Tag ankommt, werden wir davon gerichtet werden und werden danach ein ewiges Urteil bekommen” (TgF 1158).

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2. Zur Erinnerung vom Katechismus: Werke
der Barmherzigkeit

Im vorangegangenen Teil wurden am Ende des Kapitels über das Gebet auch noch die sog. Werke der Barmherzigkeit in Bezug auf Leib und Seele zur Erinnerung gebracht (s. ob.:  Leibliche Werke der Barmherzigkeit – und ebd. gleich weiter: Geistige Werke der Barmherzigkeit ). Es scheint aber angewiesen zu sein, dass an dieser Stelle, im engen Zusammenhang mit der unveräußerlichen Forderung, die das Erlangen der Barmherzigkeit vonseiten Gottes bedingt, daran noch einmal erinnert wird: dass jetzt jedermann von uns seinen Nächsten: Freunden und Feinden – ebenfalls so leicht aufrichtig verzeihen muss.


Es werden sieben sog. ‘Leibliche’ Werke der Barmherzigkeit aufgezählt:

Hungrige speisen – Durstige tränken – Nackte bekleiden – Fremde beherbergen – Gefangene befreien – Kranke besuchen – Tote begraben.

Ebenso viele werden sog. ‘Geistige’ Werke der Barmherzigkeit erwähnt:

Sünder zurechtweisen – Unwissende belehren – Zweifelnden recht raten – Betrübte trösten – Unrecht geduldig leiden – Beleidigenden bereitwillig verzeihen – Für Lebende und Tote beten.

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RE-Lektüre: V.Teil, Kapit. 8a:
Stadniki, 15.XI.2013.
Tarnów, 13.II.2019.

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Achtes Kapitel. ’LASST UNS MIT ZUVERSICHT HINTRETEN ZUM THRON
DER GNADE, DAMIT WIR BARMHERZIGKEIT ERLANGEN ...”
Fragmente vom Tagebuch der Hl. Faustyna nach Themen


Zur Erklärung
Am Ende des hiesigen Kapitels

A. DAS BILD ’JESUS ICH VERTRAUE AUF DICH” : ZUVERSICHT AUF GOTTES BARMHERZIGKEIT
1. Der Hl. Johannes: Zeuge des Geheimnisses der durchbohrten ‘Seite’
2. Plock: den 22. Febr, 1931 und ergänzende weitere Visionen
3. Nachdem das Bild schon gemalt wurde ...
4. Ergänzende Worte
5. Die erste Ausstellung des Bildes zur öffentlichen Verehrung: Wilna

B. DIE ‘KORONKA’: DER KLEINE ROSENKRANZ ZU GOTTES BARMHERZIGKEIT
1. Text der ‘Koronka’, d.i. des ‘Kleinen Rosenkranzes zur Gottes Barmherzigkeit’
2. Erscheinung die diese ‘Koronka’ initiiert hat
3. Verheißungen die mit dem Beten der ‘Koronka’ verbunden sind

C. SAKRAMENT DER VERSÖHNUNG: TRIBUNAL DER BARMHERZIGKEIT
1. Berufung auf die Barmherzigkeit
2. Das alsdann herabfließende Christi Blut und Wasser
Mit Meiner Barmherzigkeit verfolge Ich die Sünder ...
3. Die Anzahl der Vergebung habe ich doch nicht bestimmt
Die Anzahl der Vergebung habe Ich ...! Tabelle
Du sollst dich nicht entmutigen lassen. Tabelle

D. DAS FEST DER BARMHERZIGKEIT GOTTES – GNADE DER TAUFE
1. Verheißung der Gnade der Taufe
2. Preis des Festes der Barmherzigkeit
Jesus vom Kreuze und die Barmherzigkeit
Es brennen Mich die Flammen der Barmherzigkeit

E. BARMHERZIGKEIT ZU ERLANGEN UND WERKE DER BARMHERZIGKEIT
1. Entschiedene Forderung Jesu des Barmherzigen
Der Glaube taugt ohne Werke nichts
Vorwegnahme des Gerichtes mit Barmherzigkeit
2. Zur Erinnerung vom Katechismus: Werke der Barmherzigkeit


Bilder-Fotos

Abb.1. Altar der Hl. Sch. Faustyna mit dem Bild von Prof. Hyla: Jesus ich vertraue auf Dich
Abb.2. Wilna, Ostra bram = Steiler Tor
Abb.3. Erste Ausstellung des Bildes Jesus ich vertraue auf Dich
Abb.4. Beichtstuhl: Ort des verrichteten Sakraments der Heiligen Beichte
Abb.5. Alter Löwe mit drei Kleinen, die schnell groß werden
Abb.6. Tarnów: geschmückte Bäume in der Osterzeit