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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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Drittes Kapitel

GOTTES   BARMHERZIGKEIT
WIRD
BLOSSGESTELLT
*       *       *
Der Preis
Gottes Barmherzigkeit

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Rückblick auf das Bisherige

In zwei bisherigen Kapiteln dieses fünften Teiles, in dem wir uns die Frage stellen: Wie ist es dazu gekommen, dass Gott sich immer mehr als Barmherzigkeit zu offenbaren begonnen hat, sind wir zu folgenden Feststellungen gekommen:

Und doch, auch wenn die Wahl des Menschen in der Stunde der begangenen Sünde ‘definitive’ Wirklichkeit darstellt: der Mensch in Sünde wünscht nicht, dass der Dreieinige in seinem Herzen weiter bleibt, demzufolge Gott es sofort verlässt, im Prinzip: für immer – erscheint ein gewisses Lichtchen von Hoffnung. Selbstverständlich: falls der Mensch ... noch – lebt! Und zwar, Gott hört nach der Sünde des Menschen nicht auf ... Vater zu sein! Wie viel Glanz einer neuen Hoffnung fließt aus der folgenden Feststellung des Gottes-Geschriebenen-Wortes:

„Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes ...” (2 Kor 1,3).

Vielleicht ersinnt nämlich Gott selbst, als geradeaus „Vater des Erbarmens und allen Trostes” – in der tatgewordenen Lage der ‘Hoffnungslosigkeit’, irgendeine Art und Weise, dass sich die „Liebe erweisen kann mächtiger als die Sünde in der Geschichte des Menschen! Dass die ‘Gabe’ den Sieg davonträge ...” (vgl. DeV 39)?

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A.   ‘GEMISCHTE’ REAKTIONEN GOTTES ANGESICHTS
DER SÜNDE DES MENSCHEN

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1. Noch einmal: Gottes-Geschriebenes-Wort

Wir sind uns ziemlich klar bewusst geworden, dass der Mensch mit der Last der Sünde im wörtlichsten Sinn von sich aus keine Chance hat, die Gott zugefügte Schmach zu sühnen, schon ungeachtet dessen, dass auch so mancher der Nächsten mit seiner Sünde verletzt wird. Diese Schmach und Beleidigung reicht ins Unendliche, weil Gott Unendlich ist, und jede Sünde doch auf Ihn ausgerichtet ist. Indessen der Mensch ist nur vergängliches Wesen.
– So viel muss von der Lage der Sünde gesagt werden, wenn man sie vonseiten des Menschen betrachtet.

Es bleibt noch die Sicht Gottes angesichts des Geheimnisses der Sünde – und die Frage, wie Gott den ... Menschen betrachtet. Im Gottes-Geschriebenen-Wort finden wir u.a. solche Aussage:

„Sind wir doch Sein Gebilde, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken,
die Gott im Voraus bereitgestellt hat, damit wir darin wandeln ...” (Eph 2,10).

So ist das Vorhaben des Dreieinigen mit Bezug auf sein lebendiges Ebenbild: Mann und Frau. Sollte etwa die Sünde – dieses Vorhaben – eben wegen der Sünde des Menschen – endgültig vereitelt haben?

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Erklärung

In den bisherigen Erwägungen haben wir versucht, bei verschiedenen Gelegenheiten die verwunderlichen ‘Reaktionen’ Gottes, darunter auch diese gleichsam gefühlsgeladenen’, angesichts der Sünde des Menschen in Bedacht zu ziehen. Wir sind uns dessen bewusst, dass unsere Ausdrucksweise über Gott bisweilen sehr ‘riskant’ zu sein pflegt. Übrigens: dürfen wir überhaupt von ‘Reaktionen’ Gottes reden – dieses Mal angesichts der Sünde des Menschen, Gottes Ebenbildes: Mann und Frau?

Und doch, wir müssen von vornherein zur Kenntnis nehmen, dass wir uns über Gott nicht anders äußern können, als einzig eben auf ‘menschliche’ Art und Weise. Das geschieht aufgrund der sog. ‘Analogie des Seins’. In vielen Situationen muss auf Gott entweder das Prinzip der Negation angewandt werden, oder umgekehrt: der Potentierung [lat.: processus negationis – processus eminentiae]. Wir müssen nämlich alles verneinen, was auf Gott keineswegs bezogen werden kann. Das gilt von allen Unvollkommenheiten, inwiefern sie mit dem Inhalt eines angewandten Ausdrucks verbunden sind. Zugleich aber müssen wir zur unendlichen ‘Steigerung’ diese Aspekte einer angewandten Bezeichnung erheben, die auf Gott als positives Merkmal bezogen werden können.

Es zeigt sich, dass man in der Heiligen Schrift selbst reichlich viele Beispiele antreffen kann, wo von Gott sei es in Form von Anthropomorphismen, sei es Anthropopathismen gesprochen wird (s. dazu schon ob.: Anthropomorphismen und Anthropopathismen). Die biblischen Äußerungen pflegen bisweilen ganz schockierend zu sein, wenn man gerade solche Ausdrucksweise über Gott in Bedacht zieht: als ob Er sei es die ‘Gestalt’ eines Menschen hätte, sei es ‘Gefühle’ eines Menschen – samt ihrer vollen Gradation, wie sie bei Menschen vorzukommen pflegen.

Wir wissen wohl, dass die Anthropomorphismen ernste Frage vor allem für diese Personen darstellen, die die theologische Korrektheit bei der Ausdrucksweise über Gott überwachen: in Philosophie, bzw. in Theologie, wo jedes Wort korrekt ausgewogen sein muss. Anthropomophismen und Anthropopathismen bilden dagegen kein Problem für ein Kind und die einfachen Leute. Diese Menschengruppe schlägt sich dank ihrer – wesentlich leichter ins ‘Herz’ selbst des Dreieinigen durch.

Auf unserer WEB-Site wurde schon mehrmals über die in der Heiligen Schrift gebrauchten, besonders einigen Anthropomorphismen und Anthropopathismen gesprochen. In einem der nächsten Kapitel werden wir auf das fassende Problem des Gottes ‘Schmerzes’ zurückgreifen müssen (s. u.: Gott der Leidende – Betrübte – Erfreute).
– In diesem Augenblick möchten wir ein Fragment vom Buch des Propheten Hosea anführen, das bei der ‘Betrachtung’ des Antlitzes Gottes besonders ansprechend ist, wenn es nämlich Gott selbst ‘vorkommt’, dass Er sich gegenüber der Sünde des Menschen in ihrer ganzen ‘Schärfe’ zu stellen vermag.

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2. Das Hosea-Buch

Eheliche Erlebnisse des Propheten

Hosea ist einer der Propheten des Alten Testaments. Sein Wirken fiel ungefähr auf die Mitte des 8.Jh. vor Chr. – im Königtum Nord-Israel. Hosea selbst war ein empfindsamer Mann, mit ausgebildetem Gefühlsleben und hohem Moralsinn. Gott heißt ihn als Frau ein leichtes Mädel nehmen, das dauernd nach anderen Männern herumblickt und sich auch nach der Hochzeit auf jedem Schritt untreu erweist. Hosea wehrt sich vor dieser Ehe. Doch Gott dringt darauf, dass er sich gerade mit diesem, solchen Mädchen verheiratet. Und dass er mit ihr Kinder haben wird – eins nach dem anderen.

Auf Gottes Empfehlung gibt Hosea dem ersten Kind, einem Mädchen, den symbolischen Namen „Lo-Ruchamáh”, d.h. ‘Nicht-Erbarmen’ [= ‘Für diese gibt es keine Barmherzigkeit mehr’!] (Hos 1,6). Gott selbst erklärt den Sinn dieses Namens:

„... Der Herr sagte zu Hosea: ‘Gib ihr den Namen Lo-Ruchamáh [hebr.: Nicht-Erbarmen]!
Denn von jetzt an habe Ich Kein Erbarmen mehr mit dem Haus Israel,
nein, Ich entziehe es ihnen.
Mit dem Haus Juda jedoch will Ich Erbarmen haben und ihnen Hilfe bringen;
Ich helfe ihnen als der Herr, ihr Gott’ ...” (Hos1,6f).

Die Frau hat dem Propheten ein zweites Kind geboren, dieses Mal einen Sohn. Gott greift wieder ein:

„Da sagte der Herr: ‘Gib ihm den Namen Lo-Am [hebr.: ‘Nicht-Mein-Volk’]!
Denn ihr seid Nicht-Mein-Volk, und Ich bin Nicht der Ich-Bin-Da für euch’ ...” (Hos 1,9).

Auf Jahwéhs Geheiß kommt der Prophet neuerlich zu seiner Frau, die weiter mit anderen Unzucht treibt:

„Der Herr sagte zu mir: ‘Geh noch einmal hin und liebe die Frau, die einen Liebhaber hat und Ehebruch treibt’.
Liebe sie so, wie der Herr die Söhne Israel liebt, obwohl sie sich anderen Göttern zuwenden ...” (Hos 3,1).

Der Prophet hat seine Frau zum zweiten Mal ‘gekauft’, denn sie umsiedelte mittlerweile zu einem anderen. Hosea hat sie also für sich von neuem erworben, indem er diesem anderen Geld für sie gegeben hat:

„Da kaufte ich sie für fünfzehn Silberstücke [= damaliges Geld] und anderthalb Homer Gerste.
Und ich sagte zu ihr: Du bleibst jetzt viele Tage bei mir, ohne als Dirne einem Mann zu gehören.
Und so mache auch ich es mit dir’ ...” (Hos 3,2f.).

Wir hören Gottes Worte, die die so scharfen Schritte ihr gegenüber begründen:

„Denn viele Tage bleiben Israels Söhne ohne König und ohne Fürst,
ohne Opfer und Steinmal, ohne Efod und ohne Terafim.
Danach werden die Söhne Israels umkehren und den Herrn, ihren Gott, suchen und ihren König David.
Zitternd werden sie zum Herrn kommen und seine Güte suchen am Ende der Tage” (Hos 3,4f.).

Gottes Kommentar zu ‘ehelichen’ Erlebnissen nach Gottes Art

Man kann sich ohne große Schwierigkeiten in die Situation des Propheten als Ehemannes seiner untreuen Ehefrau einfühlen. An diese seine menschlichen Erlebnisse als Ehemannes knüpft jetzt der Herr, der Dreieinige, an. Und zwar, am Hintergrund seiner persönlichen ehelichen Erlebnisse legt jetzt Gott dem Propheten die Deutung seiner Beziehungen zu Israel dar, diesem doch seinen Volk, das Er sich zum „Eigentum” erworben hat (s. z.B. Ex 19,5; 20,1; 24,8; 32,10n.27; usw.) – aufgrund des ehemals unwahrscheinlichen Eingriffs, als Er sein Volk nach der ein paar Jahrhunderte langen Knechtschaft aus Ägypten herausgeführt hat. Indessen dieses ‘Sein’ Volk bleibt seinem Gott immer wieder untreu: es sündigt mit der Sünde des ‘Ehebruches’, d.h. seiner ‘Liebe zu anderen, fremden Göttern’. Es sind jedes Mal Sünden des eigenartigen ‘Ehebruchs,’ die in Augen Jahwéh, Gottes Israel, begangen werden.

Wie soll in dieser Situation der Dreieinige gegen sein Volk vorgehen? Soll Er es weiter lieben – oder soll Er es dem Raub seiner Feinde preisgeben, d.h. dieser ‘Götter’, deren Wesen das Nicht-Existieren und die Nicht-Liebe ist?

Gott wendet sich an Hosea gleichsam folgender: Ist es dir ‘süß’ eine solche Frau als Gattin – zu lieben? – Und was soll Ich machen, Euer Gott? Israel, dieses Mein Volk, begeht dauernd Ehebruch: mit Nicht-Göttern. Dies geschieht in Meinen Augen! Wie es für dich, Hosea, gleichsam ‘horizontal gesehen’, unmöglich ist, diese – solche Frau zu lieben [‘horizontal’ betrachtete Beziehung: Ehemann – Ehefrau; es wird vor uns ein horizontaler Balken gezeichnet], so ist es mit Mir, Eurem Gott: Jahwéh, unmöglich, Mein Volk weiter zu lieben.
– Und doch, es ist das Volk meiner ‘Erwerbung-zum-Eigentum’ [Auszug aus Ägypten, Erwerbung im Bund unter Sinai, so viele Wunder-Zeichen ...!]. Gott zeichnet hier gleichsam den vertikalen Balken ab: er betrifft die Beziehungen: Himmel – und die Erde; Gott – und das Volk Gottes, das aber seinen Gott chronisch verrät. Es sind Sünden in erster Reihe immer gegen das Erste Gebot: „Du sollst keine Götter vor Mir haben” ! Es sind daselbst Sünden gegen das ‘eheliche Gelöbnis’, das Gott mit dem Volk-des-Bundes eingegangen ist (sieh dazu die Grafik: Die sich kreuzenden Prioritäten der Bräutlichen Liebe bei Gott – und den Menschen)

Dessen ungeachtet liebt Gott-die-Wahrheit-Treue dieses treubrüchige Volk weiter, dem dauernd begangenen ‘Ehebruch’ zuwider. Noch mehr, Jahwéh unternimmt einen fast ‘hoffnungslosen’ ‘Kampf’ um die Wiedergewinnung der Gegenseitigkeit bei seinem ehebrüchigen Volk. Gott ‘kämpft’ – nicht ‘gegen’ sein Volk, sondern ‘um’ dieses Volk! Dass es in dieser seinen schlechten Wahl nicht etwa Beute des Bösen: Satans – wird, für immer!

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3. Fragment Hosea 11,1-9

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Erklärung

Am Hintergrund der schwierigen ehelichen Erlebnisse des Propheten – und Gottes Kommentars zu seinen ‘eigenen’, Gottes – ebenfalls ‘ehelichen’ Erlebnissen mit Israel, ist es eigentlich schon leicht ein besonders schönes, dramatisches Fragment des Alten Testaments: Hos 11 – zu verstehen. Der Prophet Hosea wird gerecht als der ‘Johannes des Alten Testaments’ bezeichnet: er ist sehr gefühls-empfindsam, dringt in die Tiefe ein, schwingt sich zum ‘Herz’ selbst des Dreieinigen empor. Dieser aber, also Gott, sehnt sich nach gegenseitiger Liebe vonseiten seines Volkes, das Er sich um einen großen ‘Preis’ erworben hat.
– Wir sprechen vom ‘Herzen des Dreieinigen’, obwohl der Prophet wahrscheinlich nicht bis so genau das Geheimnis des Einzigen, und doch Dreifaltigen Gottes kennen gelernt hat. Darüber sagt genauer erst der Mensch-gewordene Gott in Jesus Christus, wenn das „Wort Gottes – Fleisch” werden wird (Joh 1,14). Und doch, durch Hosea offenbart sich genau derselbe Gott, der zu uns später im Neuen Testament in Jesus Christus sprechen wird.

Text des Fragments Hos 11,1-9

Jetzt führen wir das Bruchstück Hos 11,1-9 an. Es spricht hier Jahwéh selbst, der Gott von Israel. Von der Perspektive aus der Offenbarung in Jesus Christus ist es nicht schwer dieses Fragment sowohl individuell auf sich selbst zu beziehen, wie auch auf die Gesamtheit des Gottes Volkes und der ganzen Menschen-Familie.

Siehe hier die mit ‘Passion’ gekennzeichneten Worte von Jahwéh:

Hos 11, v. 1: „Als Israel jung war, gewann Ich ihn lieb,
Ich rief meinen Sohn aus Ägypten.

v. 2: Je mehr Ich sie rief,
desto mehr liefen sie von Mir weg.
Sie opferten den Baalen
und brachten den Götterbildern Rauchopfer dar.

v. 3: Ich war es, der Efraim gehen lehrte,
Ich nahm ihn auf meine Arme.
Sie aber haben nicht erkannt, dass Ich sie heilen wollte.
v. 4: Mit menschlichen Fesseln zog Ich sie an Mich,
mit den Ketten der Liebe.
Ich war da für sie wie die Eltern,
die den Säugling an ihre Wangen heben.
Ich neigte mich ihm zu
und gab ihm zu essen.

v. 5: Doch er muss wieder zurück nach Ägypten,
und Assur wird sein König sein;
denn sie haben sich geweigert umzukehren.
v. 6: Das Schwert wird in seinen Städten wüten,
es wird seinen Schwätzern den Garaus machen,
und sie wegen ihrer Pläne vernichten.

v. 7: Mein Volk verharrt in der Treulosigkeit;
sie rufen zu Baal,
doch er hilft ihnen nicht auf.

v. 8: Wie könnte Ich dich preisgeben, Efraim,
wie dich aufgeben, Israel?
Wie könnte Ich dich preisgeben wie Adma,
dich behandeln wie Zebojim?
Mein Herz wendet sich gegen Mich
Mein Mitleid lodert auf.
v. 9: Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken
und Efraim nicht noch einmal vernichten.
Denn Ich bin Gott, nicht ein Mensch,
der Heilige in deiner Mitte.
Darum komme Ich nicht in der Hitze des Zornes ...” (Hos 11,1-9).

Ein wenig Erklärung zu V.1: „Als Israel jung war, gewann Ich ihn lieb ...” (Hos 11,1)

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Erklärung

Jetzt können wir mit mehr Aufmerksamkeit die einzelnen Feststellungen vonseiten Jahwéh anblicken, der ganz mit Liebe zu Israel vibriert. Diese Seine Liebe wird prinzipiell fortwährend zutiefst verwundet. Es zeigt sich nämlich, dass dieser Israel, Gottes Mystische Braut, seinen Gott chronisch ‘verrät’. Es geschieht mit Sünde des Götzendienstes – und selbst der deutlichen Apostasie.
– Freilich, es entsteht die Frage: Wer von Leuten müsste nicht von sich selbst sagen, dass auch er die Reihen derjenigen stärkt, die den Dreieinigen beständig ‘verraten’? Das Gottes-Geschriebene-Wort gilt für alle Menschen.
– Gott ‘liebt’ überhaupt jeden Menschen, und hat jeden ‘lieb ... gewonnen’! Jeder Mensch ist für den Dreieinigen Gottes Geliebte Braut, die Er um einen unwahrscheinlich hohen Preis erworben hat ...

Gott spricht hier im ersten Teil des Satzes durch den Propheten von ‘Israel’ auf der Entwicklungsstufe eines noch ‘Klein-Kindes’. Im zweiten Teil des Satzes erscheint als synonymische Bezeichnung der Name „Sohn”. Gott hat ihn in gewissem Sinn „geboren”. Er erzog ihn mit innigster Liebe und pflegte Israel als diese ‘Seine’: seine Braut. In unmittelbarer Folge steht Jahwéh selbstverständlich das Anrecht zu, dass Ihm von dieser ‘Seinen’ die Gemütsregung einer erwiderten Liebe entgegenkommt ... Der Prophet spricht hier im Namen Gottes folgender: „... Ich rief meinen Sohn aus Ägypten” (Hos 11,1b).

Dem unmittelbaren Zusammenhang gemäß betreffen diese Worte Israel. Allerdings einmal, in 8 Jahrhunderten später, wendet der Evangelist Matthäus gerade dieses Wort – unter dem Anhauch des Heiligen Geistes, auf Jesus Christus an (Mt 2,15). Bei Matthäus betrifft die Bezeichnung: „... Ich rief meinen Sohn aus Ägypten” selbstverständlich nicht Israel, sondern im wörtlichen Sinn den Sohn des Ewigen Vaters, Jesus Christus. Er hat doch in Kraft des Heiligen Geistes das Fleisch von Maria, seiner Jungfräulichen Mutter, empfangen. Auf Geheiß des Engels, der sich Josef, dem angenommenen Vater Jesu, offenbart hat, ist die Heilige Familie in der Nacht eilends nach Ägypten geflohen. Auf diese Weise hat Gottes Vorsehung den Kleinen, schon damals verfolgten Jesus, vor dem ausgerechneten Dünkel Herodes des Großen gerettet. Erst nach dem Tode des Herodes wird Maria und Josef mit Jesus aus Ägypten nach Judäa zurückkehren können, um sich dann für die Dauer im Heimatsort Nazaret in Galiläa zu niederlassen (vgl. Mt 2,23).

Im Augenblick der unerwarteten Flucht aus Bethlehem hat Maria und Josef höchst wahrscheinlich gar nicht gedacht, dass sich einmal mehr typologisch im wörtlichsten Sinn das Gottes-Geschriebene-Wort erfüllt, das in der gerade erörterten Prophetenansage von Hosea ca. 750 Jahren früher ausgedrückt worden ist: „Ich rief Meinen Sohn aus Ägypten ...” ! (Hos 11,1b).

Erklärung zu V. 2 (Hos 11,2)

Nach den Worten des ersten Verses, die das Klima der elterlichen Wärme Gottes Liebe eingeführt haben, folgt bei Gott eine völlige Änderung der ‘Gemütseinstellung’ zu Israel, diesem Gottes ‘Kind’:

v. 2: „Je mehr Ich sie rief, desto mehr liefen sie von Mir weg,
Sie opferten den Baalen und brachten den Götterbildern Rauchopfer dar ...”

Gott geniert sich nicht vor dem Menschen, seinem lebendigen Ebenbild, die ‘Gefühle’ seines Herzens zu offenbaren. Der Anhauch des Heiligen Geistes erlaubt es dem biblischen Autor, dass er fast widerstandslos nach Anthropomorphismen greift – den einen stärkeren als den anderen.
– Im gerade erwogenen V.2 sehen wir, wie Gott gleichsam seine Hände ausbreitet, indem Er einen fast totalen Mangel auch nur eines Funkens von Gegenseitigkeit und Liebe bei dem so geliebten, gekuschelten seinen Sohn – Israel, zu sehen bekommt. Was konnte Gott noch dazu tun, um dieses hartnäckige Volk an sich zu ziehen? Wie es ein Vater, eine Mutter tut, die ihr Kindlein herbeirufen, hat beständig auch Jahwéh gehandelt.

Aber, o weh, Israel meldet sich nicht nur nicht sofort, sondern steigert die offene Apostasie von seinem Gott: „Je mehr Ich sie rief, desto mehr liefen sie von Mir weg. Sie opferten den Baalen und brachten den Götterbildern Rauchopfer dar ...”. Diese Worte reimen sich unwillkürlich mit der ersten Sünde der Apostasie der Hebräer zusammen, die gerade erst unter Sinai den feierlichen Bund der Gemeinschaft von Liebe und Leben mit Jahwéh geschlossen haben. Wie weit sind sie da im Fall der Apostasie weggegangen – an Tagen, da Mose auf den Berg hinaufgestiegen ist, um die Gebote Gottes zu empfangen – wogegen sich das Volk, dieses Gottes Volk, ganz schnell einen künstlichen Gott fabriziert hat, einen Nicht-Lebenden – um ihm göttliche Ehre zu huldigen (s. Ex 32,1-6).

Vom Gottes Gesichtspunkt aus war das offensichtlich Sünde des ‘Ehebruches-mit-Satan’, den dieses sündigende Volk zurzeit als seinen ‘Geliebten’ zu ehren trachtet – „zum Trotz” und als offene „Provokation” im Verhältnis zur Liebe Gottes der Wahrheit.
– Mit ähnlicher Sünde der Apostasie hat das Volk der Erwählung seinen Gott kurz vor der Inbesitznahme Kanaans gegen das Lebensende Mose schändlich behandelt. Es geschah in der Probe von „Baal-Pegor” (Nu 25,1-6).
– Letztlich aber ist die ganze weitere „Geschichte von Israel” eine unaufhörliche Kette von sturer Apostasie von Gottes Liebe, zugleich aber auch eine Geschichte des im wörtlichsten Sinn ununterbrochenen ‘Kampfes’ um die Aufrechterhaltung des Ersten Gebotes Gottes in Israel.

Wir kehren zu Hosea zurück. Sollte etwa Antwort der von Jahwéh Geliebten – angesichts immer weiterer Erweise seiner Liebe zu Israel – eine umso mehr wirksame Schmach zu Ihm sein und das Ihm direkt ins Gesicht geschleuderte, diesmal mit vollem Bewusstsein gewählte „Dir werde ich nicht dienen” (Jer 2,20)? Jahwéh selbst kann sich diese schaudererregende Erscheinung gleichsam nicht erklären. Denn je mehr es von seiner Seite aus Beweise der „Liebenden Allmacht” (DeV 33) zu diesem seinen Geliebten Volk gegeben hat, desto mehr ostentativ begehen diese „Verrat der ehelichen Liebe” in Form Sünden des offensichtlichen Götzendienstes: „Je mehr Ich sie rief, desto mehr liefen sie von Mir weg. Sie opferten den Baalen und brachten den Götterbildern Rauchopfer dar ...” !

Sollte etwa diese offene Apostasie vonseiten Israels – bei Jahwéh nicht die höchste Empörung hervorrufen, oder vielleicht eher die ‘Reaktion’ einer furchterregenden Glut Gottes Jähzornes? Wie oft muss das Gottes-Geschriebene-Wort darüber berichten! Es geht immer um die ostentative Haltung der Apostasie des Volkes – doch seiner Erwählung und seiner Liebe! Wie es auch etwa 150 später der Prophet Jeremia auszudrücken versuchen wird:

„Wohl habe Ich immer wieder all Meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt mit der Mahnung:
Verübt doch nicht einen solchen Gräuel, den Ich so hasse’.
– Sie aber haben nicht gehört und Mir ihr Ohr nicht zugeneigt,
so dass sie sich von ihrer Bosheit bekehrt und nicht mehr anderen Göttern geopfert hätten.
– Daher ergoss sich mein Grimm und Zorn und wütete in den Städten Judas und in den Straßen Jerusalems,
so dass sie zu Trümmerstätte und Wüste wurden, wie sie es heute noch sind ...” (Jer 44,4ff.).

Zu Versen 3-4 (Hos 11,3f.)

Menschlich gesagt, sollte Gott den Sünder, und alle Sünder – in ihrer so schrillen Herausforderung seines furchtbaren Zornes zermalmen.

Die Frage hat aber auch noch ihre andere Seite. Und zwar in der Ehe und Familie wird die Untreue dieses Geliebten für diesen treuen ganz unwillkürlich zur Gelegenheit, dass er sich vor sich selbst ausweist, was für eine ‘Liebe’ ihn ob mit diesem ausgearteten Kind, oder auch diesem untreu gewordenen Ehegatten bindet? Es kommt vor, dass die Eltern ihr Kind als eigenartiges lebendiges ‘Spielzeug’ betrachten und es nicht so sehr „um seiner Selbst willen” lieben, sondern eher ‘um ihrer Selbst willen’ : als Erfüllung ihrer ehelich-elterlichen Eigensucht.

Kommt es dazu, dass das Kind den Eltern anstatt Ehre – Schande zu bringen beginnt, kann die elterliche Liebe vor einer ungemein schweren Prüfung hinsichtlich der Qualität ihrer eigenen Lieben gesetzt werden.
– Um so deutlicher erweist sich die Qualität der bisherigen ‘Liebe’ in der Situation zweier Ehegatten, wenn dieser eine auf systematischen Ehebruch der bisherigen Treue-in-Liebe umschaltet ...

Wird eine ähnliche ‘Prüfung’ der Liebe zu seinem lebendigen Ebenbild: Mann und Frau, nicht auch der Dreieinige selbst durchmachen ‘müssen’, wenn seine ‘Vorliebe’: das Volk seiner Erwählung, die gerade erst feierlich gelobene ‘Liebe’ provozierend zu brechen beginnt?

In der Tat, die folgenden zwei Verse enthüllen – zweifelsohne dank des besonderen Eingriffs des Geistes Gottes, der „die Tiefen Gottes ergründet” (1 Kor 2,10) und seine ‘Erlebnisse’ dem Ebenbild Gottes offenbart – gleichsam ein inneres ‘Ringen’, das sich im Herzen Gottes ‘abspielt’. Wir werden zu Zeugen eines eigenartigen Kampfes zwischen der „liebenden Allmacht des Schöpfers” (DeV 33) – und Gottes Strafender Gerechtigkeit:

v. 3: „Ich war es, der Efraim gehen lehrte, Ich nahm ihn auf meine Arme.
Sie aber haben nicht erkannt, dass Ich sie heilen wollte.
v. 4: Mit menschlichen Fesseln zog Ich sie an Mich, mit den Ketten der Liebe.
Ich war da für sie wie die Eltern, die den Säugling an ihre Wangen heben.
Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen”.

Der biblische Autor, der das Gottes Wort – dieses urewige, mit „menschlicher Sprache” auszudrücken sucht (vgl. DV 12a), zeigt hier, wie Gott sich selbst gleichsam die Stunden seiner zärtlichsten Liebe und seiner ‘elterlichen’ Schöpfers-Freude der ‘besten Zeiten’ zur Erinnerung bringt, als das Erweisen von Liebe diesem zurzeit so schwierigen ‘Kind’ ganz spontan zutage kommen konnte und von ‘allein’ aus Tiefen seines Göttlichen Herzens überfloss.
– Wie viel Freude erlebt ein Vater, eine Mutter, wenn sie ihrem Kind die Kunst des „Gehens” beibringen! Wenn sich dem Kind die Füße biegen und es kann in aufrechter Haltung noch nicht stehen bleiben. Die Eltern nehmen es schließlich in ihre „Arme”, schmiegen es in Aufwallung ihrer Zärte an sich und küssen es tausendmal, bzw. sie „neigen sich” zum Kind und schonen ihm die schmeckende, leicht verdauliche „Nahrung” nicht.

Indessen jetzt zeigt es sich, dass die Zeichen dieser elterlichen Liebkosungen zu Israel, dem Kind der Vorliebe Gottes, sich ganz umsonst erwiesen haben: „...Sie aber haben nicht erkannt, dass Ich sie heilen wollte” ! Gott sieht es, dass das Volk seiner Erwählung – Gottes Wirken nicht nur „nicht versteht-erkennt”, sondern umgekehrt: dieses Volk will ganz offensichtlich von seinem Schöpfer nicht geliebt werden! Es vertraut auf Ihn nicht und entwindet sich immer wieder zu Diesem hin, der der Böse ist, d.h. zum „Beherrscher dieser finsteren Welt” (Eph 6,12)!

Verse 5-6 (Hos 11,5f.)

Gott ‘hält aber nicht aus’: Er sieht in seinem Gottes Panorama das Finale, das sich dieses Volk bereitet: „Ach, töricht ist Mein Volk! Mich kennen sie nicht! ... Sie wissen, wie man Böses tut, aber Gutes zu tun verstehen sie nicht” (Jer 4,22)! Nicht vom ‘Egoismus’ der Schöpfer-Liebe, die mit den Sünden Israels gedemütigt wird, werden Gottes ‘Reaktionen’ getragen, sondern mit der Sicht der endgültigen Niederlage, die sich jene bereiten, die dem Nicht-Leben und der Nicht-Liebe ihr Anvertrauen schenken.

So sehen wir die weiteren zwei Verse des besprochenen Fragments, wo Gott von seinen ‘Erlebnissen’ in erster Person spricht:

v. 5: „Doch er muss wieder zurück nach Ägypten – und Assur wird sein König sein;
denn sie haben sich geweigert umzukehren.
v. 6: Das Schwert wird in seinen Städten wüten, es wird seinen Schwätzern den Garaus machen,
und sie wegen ihrer Pläne vernichten”.

Wir sehen, dass sich Gott – angesichts der so ostentativen Abwendung vom geschlossenen Bund und den feierlich abgelegten Versprechungen – ‘zuerst’ ganz ‘extreme’ Lösungen aufzudrängen scheinen. Jeremia wird in einem anderthalb Jahrhundert später schreiben:

„Kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter!
Darum seht, Ich bringe sie zur Erkenntnis,
ja, diesmal bringe Ich sie zur Erkenntnis Meiner Macht und Meiner Gewalt,
und sie werden erkennen: Mein Name ist ‘Jahwéh’, der Herr” (Jer 16,20f.).

Sprechen zu diesem ehebrüchigen Volk keine Argumente mehr, wird Gott genötigt, gleichsam auf ‘Kraft-Lösungen’ zu greifen. Erst dann erkennt Israel den Unterschied zwischen den Göttern, die außerstande sind in irgendwas mit zählender Hilfe zu kommen – und Diesem, dessen Name lautet: „Ich Bin” (Ex 3,14).
– Sollte aber dieses Volk die Frage stellen, wofür Gott sie so sehr ‘straft’, gibt Er ihnen die Antwort, wie Er sie in 150 Jahren nachher durch Jeremia gegeben hat:

„Wenn du nun diesem Volk das alles verkündest und man dich fragt: ‘Warum droht der Herr uns all dieses schwere Unheil an? Worin besteht unsere Schuld, und welche Sünde haben wir gegen ‘Jahwéh’, unseren Gott, begangen?
so antworte ihnen: ‘Eure Väter haben Mich verlassen – Spruch Jahwéh – sie liefen anderen Göttern nach, dienten ihnen und beteten sie an. Mich aber haben sie verlassen und Meine Weisung nicht befolgt.
Ihr selbst aber habt es noch schlimmer getrieben als eure Väter. Seht, jeder von euch folgt dem Trieb seines Bösen Herzens, ohne auf Mich zu hören’ ...” (Jer 16,10ff.).

In dieser Lage bleibt es Jahwéh nur das eine: die längst zum Ausdruck gebrachten Warnungen für den Fall des Abfalls vom geschlossenen Bund in Wirklichkeit umzuschmieden:

„Darum schleuderte Ich euch aus diesem Land hinaus,
in das Land, das euch und euren Vätern unbekannt war.
Dort mögt ihr anderen Göttern dienen Tag und Nacht;
Ich aber werde euch keine Gnade mehr schenken ...” (Jer 16,13)!

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Erklärung

Und doch, Gott ist es von neuem gleichsam ‘Schade’ wegen allen Unglücks, mit dem Er die seine ‘untreu gewordene Braut’ als Androhung warnen muss, da diese immerwährend Versuchungen desjenigen erliegt, der „die ganze bewohnte Erde verführt” (Offb 12,9).

Sollte selbst Gott seine strengsten Androhungen in Kraft setzen und die fürchterlichsten ‘Strafen’ ankünden, beachtet seine „liebende Allmacht des Schöpfers” eigentlich den ‘eigenen Schmerz’ nicht: den Schmerz des zutiefst mit Sünden der Apostasie verwundeten eigenen Herzens. Gott stellt nur die unabwendbare Folge der Ereignisse fest, die sich dieses sein ‘törichte Kind’ bereitet: dieses herausfordernd ehebrüchige Israel.

Gott zeigt an, dass der Abfall von Jahwéh – und jedes Anvertrauen auf Satan, mit dem das Volk der Gottes Erwählung ‘Ehebruch-in-Gottes-Augen’ treibt, geradeaus in die Gefangenschaft führt – schon hier auf Erden. Allerdings diese ‘Gefangenschaft-Knechtschaft’: infolge der Niederlage im Krieg, ist nur Symbol der wesentlich tieferen Versklavung, die die Knechtschaft unter dem Bösen bilden wird.

Das Volk Gottes wusste nur allzu gut, was die Warnungsworte des Propheten Hosea bedeuteten, dass sie „nach Ägypten zurückgehen [werden müssen]und Assur ihr König sein wird” !

Ägypten war Weltmacht von süd-west, wo die Vorfahren Israels ein paar Jahrhunderte lange in Knechtschaft gelebt haben.

Dagegen Assur, genannt meistens mit dem mehr angenommenen Namen ‘Assyrien’, war gleichbedeutend mit dem Geist schaudererregender Grausamkeiten, die die Assyrischen Soldaten bei jedesmaligen ‘Kriegsausfällen’ in die ‘Westländer’ ausgeübt haben, d.h. in Kanaan – und darunter im Nord- und Südreich Israel. Es geht um das 8. und 7. Jahrhundert vor Chr.: das Jahrhundert der Domination der Assyrischen Macht. Assyrien galt als Synonym solcher Torturen wie: Pfählung der Menschen, Abreißen der Haut von Menschen, ergötzendes Eintunken und Baden der Soldatenfüße in Eingeweiden durchschnittener unterworfener Menschen und andere ausgesuchte Grausamkeiten.

In seiner Besorgtheit warnt Gott-die-Wahrheit seinen widerspenstigen ‘Sohn’: Israel, dass die Folgen des Verharrens in Apostasie von ihrem Gott – Jahwéh, so sein werden: „Das Schwert wird in seinen Städten wüten, es wird seinen Schwätzern den Garaus machen, und sie wegen ihrer Pläne vernichten ...” !

In den Worten Gottes Warnungen sehen wir den nicht lange darauf verwirklichten Geschichtsplan, oder eigentlich die definitive Niederlage des Staates Nord-Israel, das von biblischen Autoren meist synonym als ‘Efraim’ bezeichnet wurde [wegen des Hauptteiles der dortigen Bevölkerung: des Stamms Efraim]. Das geschah in 721, im Untergang der Hauptstadt des Staates – Samaria, nach deren Belagerung vom Assyrischen Heer unter Führung Sargon II.

In 100 Jahren später geht zwar Assyrien endgültig unter – es wird im 606 vor Chr. stattfinden. Allerdings dieselben imperialistischen Gelüste übernimmt das Reich Neu-Babylonien, das nach ein paar Deportationen der Judäer aus Juda, d.h. aus Süd-Israel, unter der Herrschaft Nebukadnezar – Jerusalem, die Hauptstadt von Juda, im 586 Jahr vor Chr. erobert, vernichtet und verbrannt hat.
– So war das Finale der Belagerung Jerusalems und seiner Eroberung durch General Nebusardan. Damit ist das endgültige Geschick jetzt des Reichs Juda besiegelt worden. Dies geschah in der Wirkungszeit des Propheten Jeremia in Jerusalem selbst – und parallel dazu des auf Gebieten der Babylonischen Deportation der Judäer wirkenden, ein wenig jüngeren Propheten Ezechiels.

Es hat nichts genützt, Gott und seinen Boten – den Propheten, nachzumachen, wenn diese das Volk Gottes warnten und zur Bekehrung der Herzen aufriefen. Gottes untreue ‘Braut’ täuschte sich vor, Gott hätte vor, mit Ansagen des Unglücks nur in Schrecken zu versetzen, zugleich wäre Er aber zu ‘schwach’, diese ‘Schreckbilder’ auch in die Tat umzusetzen:

„Weh euch, die ihr die Strafe wie mit Ochsenstricken herbeizieht, und die Sünde wie mit Wagenseilen!
Ihr sagt: ‘Was Er tun will, das tue Er schnell, Er soll sich beeilen, damit wir es sehen.
Was der Heilige Israels plant, treffe bald ein, wir wollen es wissen’ ...!” (Jes 5,18f.).

Schon im Alten Testament wartete Gott auf Bekehrung seines Volkes und wollte nicht, dass es verloren geht – hier auf Erden, und daraufhin im ewigen Verlorenwerden. Aller Aufschub der Verwirklichung der angekündeten Warnungen ist und war niemals Anzeichen Gottes ‘Schwäche’ oder seiner ‘Ohnmacht’, sondern seiner barmherzigen Liebe. So drückt es einmal der Hl. Petrus aus, der erste Papst aus:

„Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung,
wie einige meinen, die von Verzögerung reden.
Er ist nur geduldig mit euch, weil Er nicht will, dass jemand zugrunde geht,
sondern dass alle sich bekehren ...” (2 Petr 3,9).

Vers 7 (Hos 11,7)

Kehren wir von neuem auf das besprochene Fragment des Propheten Hosea zurück, können wir bemerken, dass angesichts der unvermeidlichen Folgen, die sich das Volk der Erwählung Gottes selbst mit seinem Weggang vom Gott des Bundes bereitet, Gottes Herz von neuem in Gerührtheit gerät. Gott spricht zu sich selber:

v. 7: „Mein Volk verharrt in der Treulosigkeit;
sie rufen zu Baal,
doch er hilft ihnen nicht auf ...”

Gott allein ist imstande, das Ausmaß der unwahrscheinlichen Unbeständigkeit seines Volkes zu umfangen. Gott sucht gleichsam vor sich selbst zu ‘erklären’, warum diese Seine, so untreue Braut: Israel – so chronisch ehebrecherisch ist. Es ist klar: Keine der ‘künstlichen’ Gottheiten, die sich der Mensch ‘fabriziert’ und ihnen ‘göttliche Verehrung’ huldigt, ist imstande irgendjemanden zu retten. Denn Wesen eines jeden Nicht-Gottes ist geradeaus das Nicht-Leben und die Nicht-Liebe. Im Gegensatz zu Gott-der-Wahrheit, dessen allein schon sein ‘Name’ die Fülle von Macht und Kraft bedeutet:

„Unsere Hilfe steht im Namen des Jahwéh,
Der Himmel und Erde gemacht hat” (Ps 124 [123],8).

Beim selben Propheten – Hosea, drückt Gott die erstaunliche Leichtigkeit zur Abwendung Israels von versprochener Liebe zu Gott des Bundes noch in einem anderen, bekannten Spruch aus:

„Was soll Ich tun mit dir, Efraim [= Nord-Israel]? Was soll Ich tun mit dir, Juda [= Süd-Israel]?
Eure ‘Liebe’ ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht ...” (Hos 6,4).

Samt der aufgehenden Sonne schwindet alle Spur nach dem Tau in der Nacht oder vom Morgen. Ebenso schnell schwindet infolge jedes leichtesten Wankens alle Spur der bisherigen vermeintlichen ‘Liebe’ Israels zu Jahwéh. Und doch, Gottes Liebe zu seinem Volk, deren erste Eigenschaft Wahrheit-Treue ist, ‘kapituliert’ nicht! Wenn sich dieser so untreuen ‘Braut’ eine endgültige Strafe gehört, überwiegt bei Gott dauernd die eigene Treue dem einmal dem Volk gegebenen Wort: ‘Ich liebe dich, Mein Volk’!

Erklärung zu V. 8 (Hos 11,8)

In dieser Situation sagt Gott in seinen Erwägungen, die Er gleichsam in seinem Selbst vornimmt, weitere Worte, die von Hosea unter dem Anhauch des Heiligen Geistes niedergeschrieben worden sind. Sie schaffen in der Lage der Hoffnungslosigkeit des sündigen Menschen – die Stütze und Gewähr trotz allem für eine Hoffnung auf das Herz Gottes, das dauernd größer als alle Sünden ist, selbst die Sünden dieser treubrüchigen Gottes Braut:

v. 8: „Wie könnte Ich dich preisgeben, Efraim,
wie dich aufgeben, Israel?
Wie könnte Ich dich preisgeben wie Adma,
dich behandeln wie Zebojim?
Mein Herz wendet sich gegen Mich,
Mein Mitleid lodert auf”.

Der Prophet nennt hier deutlich Efraim, d.h. den Staat Nord-Israel, der synonym ‘Israel’ genannt wird. Allerdings im nächsten Teil desselben Verses erwähnt Gott durch den biblischen Autor nicht minder deutlich zwei Städte, die wegen der Sünden einer entarteten Homosexualität von der Erdfläche total verschwunden sind: Adma und Zebojim. Es waren Städte, die samt Sodom und Gomorrha in der Zeit Abrahams von der Erde verschlungen worden sind.
(s. dazu: Dtn 29,22: „... alles ist wie nach der Zerstörung von Sodom und Gomorrha, Adma und Zebojim, die der Herr in seinem glühenden Zorn zerstört hat”. Und noch: Gen 18,20ff.; 19,24-29).

Wir sehen, der Dreieinige ‘ringt fortwährend mit sich selbst’, indem Er gleichsam ‘erwägt’, ob Er diese ‘Untreue’ endgültig bestraften, oder vielleicht – noch auch dieses Mal ... auf ihre Bekehrung warten, und sie daselbst mit Erlösung beschenken soll?

Im dritten Glied des angeführten Verses weist Gott im gewagten Anthropopathismus auf seine gleichsam tiefsten ‘Gefühle’ hin – seiner Liebe und seiner Barmherzigkeit: „Mein Herz wendet sich gegen Mich, Mein Mitleid lodert auf ...”.

Gott spricht von seinem ‘Herzen’ [hebr.: lebh], als ob Er Mutter für sein Volk wäre. Wonach Er diese charakteristische ‘Gefühlsausschüttung’ nur noch verstärkt, indem Er sagt, dass angesichts des Israel androhenden Übels „... wendet sich gegen Mich mein Herz” und zugleich es „... lodert auf mein Mitleid”. Das hier angewandte hebräische Dingwort „Mitleid” [hebr. rachám] bedeutet wörtlich ‘Eingeweide Gottes Barmherzigkeit’, d.h. den Sitz selbst Gottes zärtester Gefühle von Mitleid und Erbarmen.

Man kann schwer nicht der Gerührtheit erliegen, wenn man diese Bekenntnisse Gottes verwundeter Liebe hört: „Wie könnte Ich dich preisgeben wie Adma, dich behandeln wie Zebojim? Mein Herz wendet sich gegen Mich, Mein Mitleid lodert auf”. Gott täuscht nicht vor, wenn Er spricht und warnt:

„So wahr Ich lebe – Spruch Gottes, des Herrn –, Ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen,
sondern daran, dass er auf seinem Weg umkehrt und am Leben bleibt.
Kehrt um, kehrt um auf euren bösen Wegen!
Warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? ...” (Ez 33,11).

Es könnte gesagt werden, im erwogenen Fragment des Propheten Hosea stehen wir vor einem der ‘Neu-Tetamentlichen’ Berichte im ... Alten Testament !

Versus 9 (Hos 11,9)

In der weiteren Folge können wir uns wundern, wenn wir das ‘Ringen’ Gottes mit seinem Selbst – angesichts des menschlichen ‘Nein’ gegen die elementaren Gottes Gebote erwägen, die doch von Diesem herkommen, der „allein der Gute ist” (Mt 19,17). Und zwar: Was überwiegt bei Gott letztlich: die strafende Gerechtigkeit angesichts der Arroganz seiner Geliebten, oder auch seine Barmherzigkeit?
– Hier das Gottes Wort, das in gewissem Sinn das erörterte Fragment vom Hosea-Buch finalisiert und zusammenbindet:

v. 9: „Ich will Meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken
und Efraim nicht noch einmal vernichten.
Denn Ich bin Gott, nicht ein Mensch,
der Heilige in deiner Mitte.
Darum komme Ich nicht in der Hitze des Zornes ...”.

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Erklärung

Gott täuscht nicht vor, wenn Er die Flamme seines strafenden Zornes zurückhält. In diesem Endvers sehen wir schon die ganze Messianische Zukunft: Gott den Fleischgewordenen, Jesus Christus, den der Himmlische Vater aussendet, dass jeder, der auf Ihn glaubt, d.h. der Ihm sein Leben anvertraut – „nicht verloren geht [für ewig], sondern das Leben – das ewige Leben – hat” (Joh 3,16). Der Dreieinige scheut vor keiner Mühe zurück, damit „die Gabe siegt ...” (DeV 39).

Mit anderen Worten, in den „Tiefen” Gottes überwiegt immer wieder die Barmherzige Liebe über Gottes Gerechtigkeit: „Ich will Meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken ... und Efraim nicht noch einmal vernichten” ! Das Gottes-Geschriebene-Wort begründet noch deutlich dieses Gepräge Gottes Verhaltensweise:

„ ... Denn Ich bin Gott, nicht ein Mensch,
der Heilige in deiner Mitte.
Darum komme Ich nicht in der Hitze des Zornes ...” (Hos 11,9).

Sollte es sich um Gottes Gerechtigkeit handeln, müsste sie selbstverständlich in solchem Sinn betrachtet werden, wie sie von der Heiligen Schrift verstanden wird. Gott ist Gott der Gerechtigkeit in dem Sinn, dass Er sich vor sich selbst verpflichtet, seinem Vorhaben: der Erlösung aller in Jesus Christus – treu zu bleiben [= so ist Gottes hémet = Gottes Wahrheit-Treue-Liebe]. Diesem Ziel strebt das ganze Alte Testament zu.

Einmal mehr stehen wir im Angesicht Gottes, dessen ‘anderer Name’ seine (hebr.:) hémet ist. Dieses Dingwort, das üblich als Gottes ‘Wahrheit’ übersetzt wird, bedeutet gemäß der Israelitischen Mentalität [= Denkweise, die ‘konkret’ ist und sich ‘dynamisch’ gestaltet, also nicht statisch] Gottes sich mit nichts aus dem Gleichgewicht bringen lassende Treue-in-Verwirklichung des einmal aufgegriffenen Vorhabens: der dringenden Einladung des lebendigen Ebenbildes Gottes: Mann und Frau – zur Kommunion von Liebe und Leben mit sich als dem Dreieinigen.

Kein Wunder, dass Gott in den letzten Worten des besprochenen Fragments vom Hosea-Buch (Hos 11,1-9) beteuert: „... Denn Ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme Ich nicht in der Hitze des Zornes ...”. In dieser Hinsicht, also des Willens, den Menschen in Jesus Christus zu erlösen, ändert sich der Dreieinige außer jeden Zweifel niemals. Denn Er ist eben Gott, nicht aber ein seinem Wesen nach veränderlicher, schwankender und in seinen Vorsätzen unbeständiger Mensch.

Beinahe spontan reimen sich diese Worte mit Worten des Propheten Jeremia zusammen, der an die Geretteten Vertriebenen aus Juda, die nach der Jerusalems Verbrennung in 586 vor Chr.nach Babilonien umgesiedelt wurden:

„Denn so spricht der Herr der Heerscharen, der Gott Israels:
Lasst euch von euren Propheten, die in eurer Mitte sind, und von euren Wahrsagern nicht täuschen
[= Propheten der Lüge, die zur Apostasie versuchen] ...
Denn Lüge weissagen sie euch in Meinem Namen [= sie lügen, Gott hätte sie gesandt!].
Ich habe sie nicht gesandt – spricht der Herr ...
– Denn Ich kenne ja die Gedanken, die Ich über euch denke, – spricht der Herr,
Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil ...
Ruft ihr Mich an, geht ihr hin und betet zu Mir, dann werde Ich auf euch hören.
Und sucht ihr Mich, so werdet ihr Mich finden.
Ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach Mir,
so werde Ich Mich von euch finden lassen ...” (Jer 29,8f.11-14).

In diesen Worten kann das ganze urewige Vorhaben des Dreieinigen erkannt werden:

„Denn in Ihm [= in Christus] hat Er uns auserwählt [= d.h.: der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus]
vor Grundlegung der Welt, auf dass wir heilig seien vor seinem Angesicht und makellos.
In Liebe hat Er uns durch Jesus Christus dazu vorausbestimmt, zur Sohnschaft hin zu Ihm
nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade,
mit der Er uns in dem Geliebten begnadet hat.
In Ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen,
nach dem Reichtum seiner Gnade ...” (Eph 1,4-7; Text: JB).

Sehr charakteristisch lauten außerdem noch die weiteren Worte des Endabschnitts des erörterten Fragmentes vom Hosea-Buch:

[Ich bin] ...der Heilige in deiner Mitte.
Darum komme Ich nicht in der Hitze des Zornes ...” (Hos 11,9b).

Diese Worte lauten ganz neutestamentlich: von Maria, unter deren Herzen in der Stunde, als die „... Fülle der Zeit gekommen ist” (Gal 4,4) – Jener da zu sein begonnen hat, der angefangen vom Fall der Ureltern im Paradies „das begehrenswerte Gut der ewigen Hügel” (Gen 49,26; Text: ESt ) war.
– Ihn hat auch schon – seiner eigenen Überzeugung zum Trotz – der heidnische Prophet Bileam erwähnt:

„... Er hat gesegnet, und ich kann’s nicht wenden ...
Der Jahwéh, sein Elohim [der Herr, sein Gott] ist in ihm!
Des Königs strenge Majestät ist in ihm ...” (Num 23,20f.; eigene Übersetz. vom Hebr.).

Um so deutlicher äußert der Prophet Zefania ähnliche Worte [= etwa 120 Jahre nach Hosea, ca. 630 vor Chr.] – im Fragment, das einstimmig als ‘Marianisches’ Fragment im Alten Testament gehalten wird:

„Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich, und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem!
... Der König Israels, der Jahwéh [= Herr] ist in deiner Mitte, du hast kein Unheil mehr zu fürchten! ...
An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen:
‘Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken’!
Jahwéh, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt,
Er freut sich und jubelt über dich,
Er erneuert seine Liebe zu dir, Er jubelt über dich und frohlockt ...” (Zef 3,14-17).

Es ist Jener, der „gekommen ist, um zu suchen und zu retten, was verloren ist” (Lk 19,10; Mt 18,11; vgl. Joh 8,11; usw.).
Und der „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Wahrheit gelangen
[= Gottes Treue gegen seine eigene Liebe zum Menschen](1 Tim 2,4).

Verzierung

RE-Lektüre: V.Teil, Kapit.3a:
Stadniki, 15.XI.2013.
Tarnów, 9.III.2017.

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3. Kap. GOTTES BARMHERZIGKEIT WIRD BLOSSGESTELLT.
Der Preis Gottes Barmherzigkeit


Rückblick auf das Bisherige

A. ‘GEMISCHTE’ GOTTES REAKTIONEN ANGESICHTS DER SÜNDE DES MENSCHEN
1. Noch einmal: Gottes-Geschriebenes-Wort
2. Das Hosea-Buch
Eheliche Erlebnisse des Propheten
Gottes Kommentar zu den ‘ehelichen’ Erlebnissen nach Gottes Art

3. Fragment von: Hosea 11,1-9
Text des Fragments: Hos 11,1-9
Ein wenig Erklärung zu V.1: „Als Israel jung war, gewann Ich ihn lieb ...” (Hos 11,1)
Erklärung zu V.2 (Hos 11,2)
Zu Versen 3-4 (Hos 11,3f)
Verse 5-6 (Hos 11,5f)
Vers 7 (Hos 11,7)
Erklärung zu V. 8 (Hos 11,8)
Versus 9 (Hos 11,9)


Bilder-Fotos

Abb.1. Kreuzweg der Busse – barfuss, auf Krizevac, Medjugorje
Abb.2. Schönes Mädchen beim Lachen
Abb.3. Krokodil am Ufer
Abb.4. Der Schutzengel hütet das Kind
Abb.5. Oh dieser Kleine! ...