VERMERK:
Abkürzungen zur angeführten Literatur s. :
Literatur
B. MORGEN- und ABENDGEBET |
1. Einführende Bemerkungen zum GEBET |
Gebet durch die Vermittlung Christi – und Mariens
Es gibt keine steifen Festsetzungen betreffs des ‘Schemas’ der Morgen- und Abendgebete. Jedes Gebet soll eine eigenartige Verflechtung von mündlichen Gebeten darstellen, d.h. fertigen Gebetsformeln, die u.a. vom Familienhaus aus getragen werden, wie anderseits von Betrachtungsgebet, bei dem das Antlitz Jesu Christi ‘betrachtet-angeblickt’ wird. Das geschieht am einfachsten in der ‘Schule Mariens’ (s. dazu besonders: RVM 1.3.5.14.21.40.43; NMI 9.16.37.42; EdE 7.25.53.55.57.62).
Seitdem Gott in seinem Sohn Jesus Christus auf die Erde hinabgestiegen ist, gelangen alle Gebete an die Allerheiligste Dreifaltigkeit durch IHN. Es gibt keinen anderen Weg zu Gott dem Vater. Anderseits hebt Jesus selbst mit großem Nachdruck hervor, dass es „in Seinem Namen” zu beten gilt (Joh 14,13f). Dann wird das Gebet erhört werden (s. auch KKK 2614).
– Diese Tatsache ist aber keinesfalls mit einem Strich über eine untergeordnete Vermittlung gleichbedeutend, die von Gott selbst beabsichtigt ist, und die vor allem von Maria, der Gottesmutter, erfüllt wird. Maria wurde jedem Menschen vom sterbenden Ihrem Göttlichen Sohn selbst zur Mutter geschenkt.
– Ähnliches gilt schließlich für die Fürsprache der Heiligen und Engel, und auch der Seelen im Fegefeuer und aller übrigen Erlösten.
Bedeutung des Betens der Eltern für die Kinder
Mögen die Eheleute und künftige Eltern, wie auch alle, die sich zur Ehe und Familie vorbereiten, das Gebet nicht missachten. Die Mutter und der Vater übermitteln ihren Kindern sich ganz – wortlos: schlechterdings mit ihrem Lebensstil, und offenbar mit dem Stil ihrer Kontaktnahme zu Gott im Alltag. Ein Vater und eine Mutter möchten ihrem Kind zweifelsohne den ‘Himmel’ zuneigen. Mögen sie da nicht warten, bis ihr Kind ‘erwächst’, wann es also fähig wird, seine Wahlen ‘allein’: ganz selbständig zu fällen. Es kann sich dann nämlich bald zeigen, dass es mittlerweile schon einer weitgegangenen Degradation erlegen ist, indem es wirksam von Gott abgewendet wurde – u.a. auf ganz grundsätzliche Art und Weise infolge des Gegen-Zeugnisses des Glaubens vonseiten seiner Eltern und seiner nächsten Umgebung. Derart ‘geistiger Verlust’ kann in der Regel ungemein schwer wieder gutgemacht werden. Möge deswegen das Gebet zur Lebens-Freude werden: im Leben jedes einzelnen, der Ehe und der Familie.
Vier Zwecke des Gebetes
Wir bieten hier eigentlich nur eine Art und Weise unter vielen möglichen an, wie das Morgen- und Abendgebet gestaltet werden kann. Seine Gestalt ist enge verbunden und verändert sich abhängig vom Alter des Menschen, seinen Pflichten und Aufgaben, des Zustandes seiner Gesundheit usw. Es ist klar, dass die Eltern die Anzahl, Länge und Qualität der Gebete an die Entwicklungsstufe des Kindes anpassen müssen.
– Es ist sicherlich sehr erwünscht und nützlich, dass bei den Kindern eine aktive Haltung beim Gebet ausgelöst wird. Sie sollen ermutigt werden, z.B. immer andere Gebets-Anliegen vorzuschlagen.
– Es soll den Kindern (und sich selbst) unbedingt die Überzeugung eingeprägt werden, dass das Gebet sich nicht allein auf nur Bitten an Gott um immer andere Gaben beschränken soll – ob geistiger, oder materieller Natur. Der grundsätzlichen vier Ziele jedes Opfers gemäß, soll sich auch das Gebet mit denselben Zwecken kennzeichnen. Den hauptsächlichen Platz soll immer das Gebet der Verherrlichung und Anbetung einnehmen, dann kommt die Danksagung an die Reihe, nachher die Sühne, und erst am Ende soll sich das Gebet auch als Bitte vonseiten der Person, die betet, äußern.
Wichtige Aspekte des Morgengebetes
Hier die wichtigsten Aspekte, die Bestandteil des Morgen-Gebetes bilden sollen:
1) Gott soll für den weiteren dargeschenkten Tag gedankt werden.
2) Es soll alles, was der beginnende Tag bringt (Gutes oder Schwieriges, usw.) von vornherein Gott geopfert und geweiht werden. Am besten geschieht es durch die Hände Mariens. Es geht darum, um allen Ereignissen und jeder Weile die ‘Ausrichtung’ auf ‘Gott hin’ zu geben.
– Das bedeutet eben die Heilige Taufe. Der Taufspruch, den Jesus selbst eingesetzt hat, lautet [wörtlich vom griech.: Mt 28,19] folgender: „Ich taufe dich auf den Namen des Vaters hin, des Sohnes und des Heiligen Geistes”. Dies ist die ‘Ausrichtung’, die dem Leben des Neu-Getauften angegeben wird.
Bermerkung zu Mt 28,19a+b philologischer Natur. Die Übersetzung Mt 28,19: ‘Im Namen des Vaters ...’ ist nur ‘verschönerte-glatt gemachte’ Übersetzung. Es ist dagegen nicht die wörtliche Übersetzung. In Wirklichkeit soll der Text lauten: ‘und tauft sie auf den Namen des Vaters ...’ usw. Solche Übersetzung zeigt die Elberfelder Studienbibel zur Stelle (ESt 88, mit Hinweis zu Nr. 3541), wie auch die anderen geläufigen Übersetzungen: die Einheitsbibel, die JB.
Dagegen die im Deutschen Sprachraum angenommene Übersetzung der direkt vorangehenden Worte desselben Jesu Satzes – Mt 28,19a: „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen ...”, kann schwer angenommen werden, und ist letztlich ‘ideologisch’ gesehen schwer annehmbar. Sie widerspricht auch dem unmittelbaren Zusammenhang, in dem Jesus seine Apostel heißt, dass sie in alle Welt gehen und die Völker „lehren, belehren”. Die Übersetzung des griechischen: „...proseuthéntes oun matheteúsate pánta ta éthne, baptízontes autoús ...” – mit der Wendung: ‘und macht alle ... zu Jüngern’ ist gefährlich und kann leicht missverstanden werden. Die Apostel sollen zweifellos alles tun, dass die ‘Völker’, denen sie das Wort Gottes und das Evangelium anbieten, zu Jüngern Christi werden, aber immer mit der Voraussetzung, dass es dabei keinen Zwang und keine Nötigung gibt. Jesus selbst fragt immer um die Zustimmung des freien Willens selbst seiner allernächsten Jünger, und eines Judas selbst. Er versteht es deutlich zu sagen – und zu fragen, so war es u.a. im kritischen Moment, als bei der Ansage der Eucharistie als Verzehrung seines Leibes und Blutes, sich viele zurückzogen: „Wollt auch ihr weggehen”? (Joh 6,67).
Die ‘ideologisch’ gefährliche Übersetzung Jesu Worte mit „macht alle ... zu meinen Jüngern” kann sehr leicht Grundboden für Religionskriege werden, wie es u.a. im Mittelalter vorkam, darunter in der angenommenen Handlungsweise des Kreuzritter-Ordens. Wie oft galt es da nicht um „lehrt alle Völker”, sondern um das falsch begriffene, gegen Jesu Gesinnung und Seinen Gedanken in die Tat umgesetzte „macht sie zu meinen Jüngern” ... mit Schwert und Feuer: Wer Jünger Jesu nicht sein wollte, den galt es umzubringen! Andere ‘bekehrten’ sich auf den Glauben nicht infolge der überzeugenden Belehrung und der inneren Anziehungskraft der Vertreter Jesu Christi, sondern um der Angst willen, nicht getötet zu werden ...
Jesu Stil ist total anders. Er ruft immer den freien Willen an: „Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote ...” (Mt 19,17).
So tritt Jesus auch in Johannes Offenbarung vor: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde Ich eintreten, und wir werden Mahl halten, Ich mit ihm und er mit Mir” (Offb 3,20).
Ähnliches geschieht im Zentrum der kosmischen Steuerung von Flugkörpern: hier wird der Flug der kosmischen Schiffe verfolgt, es müssen systematische Korrekturen des Fluges unternommen werden.
– Sollte jetzt der Jünger Christi im Laufe des Tages selbst die morgens geweckte ‘Absicht-Intention’ vergessen haben, bleiben seine Taten trotz allem direkt auf das Ziel hin ausgerichtet. Es geschieht in Kraft der sog. ‘habituellen’ Intention , d.h. die morgens als dauerhafte Haltung angenommen worden war.
3) Am besten ist es, jeden beginnenden Tag deutlich an Maria zu weihen. Diese Besonderheit des Morgengebetes soll nicht vergessen, noch übergangen werden. Maria wird zweifelsohne nicht täuschen. Wie oft ermutigt Maria in Medjugorje gerade dahin, dass Ihr, Ihrem Unbefleckten Herzen, das ganze Leben „geweiht wird”. Sei es z.B. in Ihrer Botschaft vom 26. Mai 2004:
„Liebe Kinder! Auch heute ermutige ich euch, dass ihr euch meinem Herzen und dem Herzen meines Sohnes Jesu weiht. Nur so werdet ihr jeden Tag mehr mein sein und ihr werdet einander immer mehr zur Heiligkeit anregen. So wird Freude in euren Herzen herrschen und ihr werdet Träger des Friedens und der Liebe sein. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!” (Medjugorje, Botschaft vom 25.III.2004)
4) Zum selben Zweck dient ein herzensvolles, wenn auch kurzes, Gespräch des Dankes, der Bitte um Verzeihung und des Anvertrauens – mit dem Schutz-Engel. Der Himmlische Vater weist ausnahmslos jedem einen gesonderten Schutzengel zu. Wie viel Bemühungen dieser ENGEL unternehmen muss, wie viel er bei Gott wegen seines Schutzempfohlenen anfleht, dem es gar nicht eilig ist, auf ihn zu hören, bis er ihn schließlich „zum ... ewigen Leben hinführt”!
Wichtigste Aspekte beim Abendgebet
Bei dem Abend-Gebet sind die folgenden Anlegen die wichtigsten:
1) Ich soll mich Gott für alles, was es an diesem Tag Gutes gewesen ist, bedanken. Für alles erfahrene Gute, aber auch dieses Gute, das es mir zu vollbringen gegeben worden ist.
2) Um so mehr soll für alles, wodurch ich versagt habe, Gott um Verzeihung gebeten werden. Daher ist es notwendig, einen Akt der Reue zu wecken – nach der Bitte zum Heiligen Geist, Er möge die Gabe des reumütigen Herzens gewähren.
– So erscheint die Notwendigkeit, wenigstens eine kurze Gewissens-Erforschung zu unternehmen. Diese muss damit enden, dass ich mich um die eventuell begangenen Sünden noch einmal besinne. Dabei soll ich meine Entscheidung erneuern, nicht mehr zu sündigen. Es wird wohl nötig sein, Gott um die Gabe der Zuversicht und Hoffnung auf seine Barmherzigkeit zu bitten, sollte ich mich auch um die erfahrene eigene entsetzende Unwürdigkeit bewusst geworden sein. Alles mit Hilfe des Schutzengels – und der Unbefleckten. Nötigenfalls wird es nötig sein die Entscheidung zu fällen, die Reinigung des Gewissens mittels der aufrichtigen Heiligen Beichte zu unternehmen, sollte sie auch schmerzhaft werden. Es müsste in möglichst nächster Zeit geschehen, ohne diesen Termin zu verlegen. Ich soll mich reumütigen Herzens nur noch auf Gottes Erbarmen und Mitleid berufen können, indem ich in mir selbst in Wahrheit keine Grundlagen sehe, dass mir Gott die Sünden vergibt.
3) So bleibt es Gottes Barmherzigkeit zu bitten um ... Barmherzigkeit und Segen für die beginnende Nacht, wie auch für das weitere Leben, das aber nach den Erwartungen des Himmlischen Vaters gestaltet werden möchte.
4) Ich soll mich von neuem dem Unbefleckten Herzen Mariens und Gottes Barmherzigkeit selbst weihen. Gottes Erbarmen geht mir beständig das erste entgegen: im Erlöser selbst – Jesus Christus. Daher hole ich von den Tiefen meines Herzens um so zuversichtsvoller die Worte hervor: „Jesus, ich vertraue auf Dich!”
5) Mit dem Gebet des ‘Herzens’ soll ich nicht nur die persönlichen Anliegen umfangen, sondern ebenfalls diese der Nächsten, der Kirche, der Heimat, der ganzen Welt, und ganz besonders aller Sterbenden, zumal jener, die nicht vorbereitet, und dabei bedroht sind.
6) Erwünscht ist die Erneuerung des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit (s. unt.: Tägliche Erneuerung des Anvertrauens an Gottes Barmherzigkeit) mit dazugegebenem wenigstens einem ‘Gegrüßet seist Du, Maria’ als ständiger Praxis, die es gilt, das ganze Leben lang beharrlich zu halten.
Das Niederknien zum Gebet
Für all das braucht keinesfalls viel Zeit eingeräumt werden. Sollte es anders nicht gehen, genügt dafür selbst nur ein ‘Gedankenblitz’ – als schon volles Gebet.
– Wenn es nicht anders geht, kann das Gebet bei schon einigen Beschäftigungen – besonders rein physischen (die kein intensives Denken benötigen), verrichtet werden, z.B. auf dem Weg zur Arbeit, bei den gewöhnlichen Sachen zu Hause und woanders usw.
– Dennoch als Regel soll die Praxis behalten werden: für das Gebet am Morgen und Abend soll für die Dauer eine entsprechende Zeit und ein entsprechender Ort herausgewirtschaftet werden – z.B. bei dem kleinen ‘Altar’ in der Familie in einem der Wohnungszimmer. Möge dabei nicht der Gedanke stören, dass mich die anderen bei dem Gebet erblicken. Denn: Jetzt bin ich wirklich beim Gebet – auch für alle Familienangehörigen, und ich brauche mich deswegen nicht schämen.
– Zu diesem Gebet soll ich ruhig niederknien und mich langsam bekreuzigen. Alles soll voller Salbung verrichtet werden – als Gebet wirklich des Herzens, angefangen von einem langsam ausgeführten großen Kreuzzeichen. Übrigens ich bete dann nicht nur für mich selber, sondern auch für alle, die mir, bzw. uns – vom Herrn geschenkt und anvertraut worden sind. Man muss dauernd lebendig der Worte des Hl. Paulus gedenken: „... damit in dem Namen Jesu – jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen ...” (Phil 2,10 – ESt). Es ist merkwürdig: der Teufel kniet vor Gott nieder ... Nur der Mensch schafft das, das er vor seinem Schöpfer und Erlöser nicht niederkniet ...
Gemeinsames Gebet als Ehepaars und Familie
Es gibt viele Situationen, da es gilt gemeinsam mit anderen zu beten. Jeder muss selbstverständlich individuell beten. Und doch soll alles getan werden, dass es zur selbstverständlichen dauerhaften Gewohnheit der Ehe und Familie werde, dass die Ehegatten zusammen beten, wonach erst jeder von ihnen sein Gebet noch eine Weile lang strikt persönlich vervollständigt.
– Zu gemeinsam verrichteten Gebeten soll der täglich gemeinschaftlich gebetete Rosenkranz gehören – vollständig, oder – mit Kindern – zumindest in Form z.B. eines ‘Gesätzes’, abhängig von ihrer Entwicklungsstufe. Für die Kinder ist es eine große Freude, wenn Mutter und Vater sie verschiedene zeitgemäße Intentionen und Anliegen vorschlagen lassen, in denen das Gebet Gott – durch die Fürsprache Mariens, mit großer Zuversicht und Liebe geopfert wird. Möge das jedesmal ein Gebet sein, das ‘mit Herzen’ verrichtet wird, wie es immer wieder Maria in Medjugorje betont. Das heißt: Es gilt ‘über das Gebet nicht so sehr einmal zu diskutieren’, sondern in der Tat ‘zu beten’. Beim Gebet soll daselbst alles andere vom Denkhorizont verschwinden: es bleibt nur mein ‘ICH’ und Gott, und alles andere – erst ‘über’ Gott und sein ‘Herz’, bzw. über das Herz Mariens.
Es gibt viele verschiedene Gebetbücher zur Auswahl, die in immer anderen Verlagshäusern erworben werden können. Manche sind prächtig: modern, angepasst an Bedürfnisse der Kinder, der Jugendlichen, Erwachsenen. Es gibt Gebetsbücher für Ältere Leute (mit großen Buchstaben, usw.). Man soll für den Einkauf eines guten Gebetbuches Geld nicht sparen. Und seinerseits für den Einkauf der Heiligen Schrift – am besten der ganzen Heiligen Schrift, also nicht allein des Neuen Testamentes. Dieselbe Haltung gilt für andere nützlichen Lektüren zur Vertiefung des inneren Lebens – für sich selbst, und seine Nächsten.
Es muss aber auch ehrlich gesagt werden, dass es manchmal eher schwer ist, ein wirklich gutes Gebetbuch zu finden und es zu kaufen. In den Kirchen wird z.B. der ‘Gotteslob’ in Fülle ausgesetzt, so dass jeder für die Zeit der Heiligen Messe ein Exemplar davon leihen kann. Trotz der reichlichen darin enthaltenen Gebete und Lieder kann es aber schwer sein, das richtige für den eigenen Bedarf zu finden. Wie gut ist es, wenn es in solcher Lage zu Hause alte Gebetbücher gibt, geschrieben in ‘alter Sprache’, gedruckt mit gotischen Buchstaben, und doch trifft der Inhalt der dort gedruckten Gebete sofort ins Wesentliche. Mögen solche ältere Ausgaben der Gebetbücher in Ehre aufbewahrt, und weiter mit Dank gebraucht werden. Sie enthalten meistens wahre Schätze schöner und tiefer Gebete.

Jetzt möchte eines der möglichen ‘Muster’ für ein volles Gebet dargestellt werden, mit dem es sich ziemt den von Gottes Güte und Barmherzigkeit geschenkten – einen Tag mehr, zu beginnen. Der Abdruck der Gebete, die hier dargestellt werden, ist schon offenbar Wiederholung der ‘Grund’-Gebete, die gerade erst oben dargestellt worden sind. Es ist aber wohl gut, dass sie hier noch einmal wiederholt werden, dass sie nötigenfalls jemandem dienen können, der nicht ganz sicher um den Vorrat seines Gedächtnisses sein kann, den er manchmal viele Jahre her, in der Zeit seiner Kindheit, erworben hat.

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Das Kreuzzeichen Morgengebet
Die erste zu verrichtende Tat, die beim Aufwachen unternommen werden soll, ist das Kreuzzeichen. Zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit. Möge es ein großes Kreuzzeichen sein: verrichtet langsam, als Gebet des ‘Herzens’:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen |
Versuche ein Gespräch mit dem Dreieinigen einzugehen. Es könnte z.B. folgender aussehen:
Ich danke Dir – Vater und Sohn, und Du Heiliger Geist, für das mir weiter geschenkte Leben. Du hast mich geliebt – und daher erschaffen. Und darüber hinaus mich erlöst. Ich danke Dir für alles, womit Du mich schon bereichert hast, und womit Du mich noch beschenken wirst.
Ich danke Dir, dass Du mich als Mann – als Frau erschaffen hast. Dass Du mich zum Dasein in der Zeitepoche der schon vollbrachten Erlösung gerufen hast. Dass ich in diesem Winkel der Erde zu existieren begonnen habe, in diesem Land, in dem Du Dich schon fast zwei Tausend Jahre her zu kennen lernen gegeben hast. Ich danke Dir, dass Du mir Eltern gegeben hast, die trotz ihrer eigenen Schwäche, mich doch von Anfang an zu Dir führen. Ich danke für die Lebensbedingungen, auch wenn sie schwierig sind. Für die Ausbildung, die Arbeit, die Talente. Ich danke für die Gesundheit – aber auch die Krankheit. Für die Freuden – aber auch die sehr schwierigen Stunden. Sollte ich etwa klagen dürfen, wenn Du – der Schöpfer, zu Tode gequält ... gestorben bist, und gerade in dieser Stunde im höchstmöglichen Grad: geliebt – und verziehen hast?
Du schenkst mir eine immer weitere Chance, dass ich Gutes tun kann. Aber auch das Übel, das ich begangen habe, irgendwie wieder gutmachen kann. Du hast mich niemals aufgegeben ...
Ich möchte Dich lieben, dass ich Deine Liebe wenigstens ein bisschen erwidern kann. Es kommt mir aber dabei so oft eigentlich nichts heraus. Ich vertraue auf Dich, dass Du mich stützt, auch wenn ich immer wieder versage und auf Deine Güte nicht verdiene. Stärke Du Vater – und Du Sohn, und Du Heiliger Geist meinen schwankenden Glauben und meine wankende Hoffnung.
Hier kannst Du das ‘Fatima’-Gebetchen benützen. Dieses Gebet hat den drei Kindern von Fatima 1916, ein Jahr vor den Offenbarungen Mariens, der Engel übermittelt, der die Kinder auf den Empfang Mariens in 1917 vorbereitete:
Mein Gott: Ich glaube an Dich, * ich bete Dich an, * ich hoffe auf Dich, * ich liebe Dich!
Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die:
an Dich nicht glauben, * Dich nicht anbeten, * auf Dich nicht hoffen, * Dich nicht lieben! |
Jetzt ziemt es sich die Gebete zu beten, die schon oben angeführt wurden – unter ‘§ A’: das ‘Vater unser’ und andere Gebete. Um der Bequemlichkeit halber wiederholen wir sie hier, ohne zusätzliche Verziehrungen in der Tabelle:
Vater unser im Himmel, Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gibt uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des Vaters; von dort wird er wiederkommen zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, * und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn * mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Und das Wort ist Fleisch geworden * und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Bitte für uns, heilige Gottesmutter, * damit wir würdig werden der Verheißung Christi.
Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. – Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen (3x).
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, Und das ewige Licht leuchte ihnen. Lass sie ruhen in Frieden. Amen.
Heiliger Schutzengel mein, lass mich Dir empfohlen sein; in allen Nöten steh mir bei, Erleuchte, beschütze, und halte mich von Sünden frei. An diesem Tag (in dieser Nacht) ich bitte Dich, erleuchte, führe, schütze mich. Amen.
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Hier kannst Du auch die Zehn Gottes Gebote hinzufügen (s. unt.: Zehn Gebote Gottes)
Es soll dagegen der Akt der Hingabe des beginnenden Tages nicht fehlen. Du kannst es mit eigenen Worten tun, die Du dir vielleicht selbst, nach Deinem Gefallen, zusammenstellst. Oder z.B. mit folgenden Worten:
Herr Jesus, ich weihe Dir den heutigen Tag im Geist der Liebe und Sühne, in Vereinigung mit Deinem Heiligsten Herzen und durch das Unbefleckte Herz Mariens.
Ich nehme im Voraus alles an, was Du mir in Deiner Weisheit und Liebe anbietest: angenehmes oder schwieriges, ergreifendes oder unterdrückendes. Meine Freude wird es sein, wenn Du dich würdigst, diese meine Weihe anzunehmen und über sie nach Deiner Liebe zu verfügen – zugute jener, um deren Nöte Du, Jesu, den besten Bescheid weißt.
Meine Mutter, Maria, nimm meine beiden Hände in Deine Hand, dass mein Leben zu kleiner Freude für Dich und Deinen Göttlichen Sohn wird. Amen. |
Oder auch greife nach einem gedruckten Morgengebet, nach einer Weihe an Maria u.dgl. Wie z.B. in der folgenden Weihe an die Gottesmutter (Abdruck vom DDR-Büchlein: „Jugend vor Gott”, Verl. Butzon u. Bercker Kevelaer 1958, S.237f.):
Weihe an die Gottesmutter
Jungfrau Maria, die Du still und verborgen lebtest und doch stets unterwegs warst zu Gott und zu den Menschen, so bereitwillig geöffnet am Tage der Verkündigung, losgelöst von allem, nur Gott verbunden, unermüdlich ... in der Hilfe für Deine Tante Elisabeth, bei der Hochzeit zu Kana, schließlich zu Füßen des Kreuzes in Erwartung eines neuen Auftrages Deines Sohnes.
Lass mich alle Bequemlichkeit und Selbstgenügsamkeit verabscheuen.
Du hast im Magnificat gesungen: Gott hat Hungernde erfüllt mit Gütern und Reiche arm davongeschickt.
Bewahre mir ein hungriges Herz, Jungfrau Maria, ein Herz, das durch nichts auf der Welt gesättigt wird.
Eine Seele, stets bereit, von sich weg zu gehen, um den anderen besser zu dienen.
Lass mein armes Leben nach Deinem Beispiel nichts anderes als ein Dienst für Gott und die Menschen sein ... |
Füge noch einen Aufopferungsakt des Tages hinzu (hier aus einem alten Gebetbuch ...):
Morgengebet
Zu Dir erwache ich, Du liebster Gott,
Lehr mich stets halten Dein Gebot!
Gib dass ich lebe, fromm und rein,
um ewig einst bei Dir zu sein!
O Gott Du hast in dieser Nacht,
so väterlich für mich gewacht!
Ich lob und preise Dich dafür,
und dank für alles Gute Dir!
Bewahre mich auch diesen Tag,
vor Sünde, Tod und jeder Plag.
Und was ich denke, red und tu,
das segne Bester, Vater Du!
Beschütze auch, ich bitte Dich,
O heiliger ENGEL Gottes mich!
Maria bitt an Gottes Thron,
für mich bei Jesus, Deinem Sohn.
Der hochgelobt sei allezeit,
von nun an bis in Ewigkeit.
Amen. |
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Inneres Klima beim Abendgebet
Beachte was oberhalb im Anschluss an das Abendgebet betont wurde (s. ob.: Wichtigste Aspekte beim Abendgebet). Ähnlich wie beim Morgengebet, gibt es hier keine festgesetzten verpflichtenden ‘Schemen’. Es soll nur dafür gesorgt werden, dass die wichtigsten Aspekte des Abendgebetes nicht fehlen: Dank für das Gute, Gewissenserforschung und Bitte um Vergebung für die Unvollkommenheiten oder gar Sünden, Bitte zum Heiligen Geist und Gottes Barmherzigkeit – am besten durch die Fürbitte der Unbefleckten und des eigenen Schutzengels.
Erst nach solcher Vorbereitung gleichsam des ‘Terrains’ bitte auch um die Gabe einer guten Nacht und die Gabe des weiteren Lebens – offenbar in heiligmachender Gnade, zugleich aber mit diesbezüglichem Anvertrauen völlig auf Gottes Güte.
– Solltest Du dich wegen einer begangenen Sünde schuldig finden, entscheide dich ans Tribunal der Barmherzigkeit, d.h. zum Sakrament der Versöhnung-Beichte heranzutreten, sollte es auch gleich am nächstfolgenden Tag sein. Erlaube dir nicht das ungemein riskante Leben im Zustand der schweren Sünde, sollte es auch nur einen Tag hindurch dauern. Wo würdest Du nämlich gefunden haben, falls Du in solchem Zustand von der Welt scheiden würdest, ohne sich mit Gott und den Menschen versöhnt zu haben? Du weißt es aber nur allzu gut, wie leicht es ist, ganz unverhofft, plötzlich ans Lebensende zu gelangen ...
Bewahre im Gedächtnis, was Gottes Barmherzigkeit im Zusammenhang mit dem Beten des ‘Rosenkranzes zu Gottes Barmherzigkeit’ versprochen hat: „Bete unablässig diesen Rosenkranz, den Ich dich gelehrt habe. Wer auch immer ihn beten wird, erfährt in seiner Todesstunde eine große Barmherzigkeit. Die Priester werden ihn den Sündern als letztes Rettungsbrett reichen. Sollte es der verstockteste Sünder sein – falls er nur einmal diesen Rosenkranz betet, erlangt er aus Meiner unendlichen Barmherzigkeit die Gnade ...” (TgF 687). Es geht selbstverständlich um dieses sein ‘einmaliges’ Beten im Klima des tatsächlichen Anvertrauens nur noch Gottes Barmherzigkeit. In diesem Akt ist alles andere enthalten, u.a. die Entscheidung nicht mehr zu sündigen, Bitte um Vergebung, Bereitschaft den Gott und den Menschen zugefügten Schaden wieder gutzumachen, usw.
a) Vorschlag für das ABEND-Gebet
Hier konkrete Vorschläge, die als Rahmen benützt werden können, um für sich ein eigenes Schema des ABEND-Gebetes zu erarbeiten:
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ABEND-Gespräch mit dem DREIEINIGEN
Wie am Morgen, fange mit dem Kreuzzeichen an. Bekreuzige dich langsam mit einem großen Zeichen des Kreuzes an dir:
Im Namen des Vaters und des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Amen. |
Lege jetzt alle Sorgen des endenden Tages beiseite, sollten es selbst Dramas gewesen sein. In diesem Moment gibt es allein Gott ... und mein ‘Ich’.
Mein ENGEL, Du mein Geliebter Beschützer, hilf mir, dass ich mich sammle und gut beten kann.
Maria, Du Mutter! Du bist immer bei mir. Du bist es auch jetzt. Du bist immer dort, wo Dein Göttlicher Sohn erhöht wird. Aber um so mehr dort, wo Jesus eine Erniedrigung erfährt, oder selbst ... wo Ihm von neuem der Tod durch Kreuzigung zugefügt wird! Du steht dann – unter dem Kreuz. Aber gerade dort hat Dein Göttlicher Sohn auch mir – Dich als ... MUTTER geschenkt. Du hast auch mich dort zum ... Sohn angenommen!
 O meine Mutter, Maria! Kannst Du mich auch jetzt ... annehmen? Ekelt es Dich nicht ... vor mir? Befleckst Du dir deinen Mütterlichen Mantel nicht, wenn Du mich unter ihn fliehen lässt?
 Verhilf mir, Mutter, den endenden Tag so anzublicken, wie ihn Dein Göttlicher Sohn sieht: der Schöpfer und Erlöser. Mit Dir ist es mir, Maria, immer ... leichter.
Noch einmal: schiebe alle Sorgen des endenden Tages beiseite. Alles, was außerhalb von mir ist, die Familie nicht ausgenommen. Möge alles im Göttlichen Herzen Jesu und Dem Unbefleckten Herzen Mariens enthalten bleiben.
GEWISSENSERFORSCHUNG
Was habe ich heute GUTES verrichtet?
Habe ich mit einer TAT – mit der Absicht ‘um CHRISTI willen’ (vgl. TgF 742), eine kleine Freude Christus, aber auch den Nächsten: zu Hause, im Arbeitsmilieu, für die Heimat, bereitet ?
Habe ich unter den Beschäftigungen des Tages für meine Nächsten gebetet? Für Sünder, zumal jene Sterbende und Bedrohte? Für die Seelen im Fegefeuer?
Habe ich mein Leben nach den Forderungen der WAHRHEIT gestaltet, wenn das auch riskant war und ich mich ‘um Christi willen’ auf verschiedenes Misslingen aussetzen musste?
Habe ich den zugefügten Schaden wieder gutzumachen versucht: – mit Tat, Wort, Gebet?
Habe ich bewusst Gelegenheiten vermieden, die zur Untreue gegen Christus führen konnten?
Habe ich jemandem SCHADEN zugefügt ?
War es so zu Hause, gegen diesen Anderen in der Ehe, gegen das Kind? Im Milieu des Berufs, in Kontakten mit den zufällig Begegneten?
Vielleicht habe ich ein schlechtes Beispiel gegeben: mit meiner Verhaltensweise, die angesichts der bekannten Prinzipien inkonsequent war? Ohne Worte angewandt zu haben, habe ich gelehrt, WIE es zu sündigen und die Gebote Gottes nieder zu treten gilt: mit Wort, Geschrei, mit der Tat? Ich habe feige geschwiegen, dort wo ich eindeutig an Gottes Seite standhalten sollte. Dieses Tun widersetzte sich deutlich diesem, jenem, und noch diesem anderen der Gebote ...
Dabei habe ich noch ... den Nächsten gedemütigt, um mich selbst um seinen Preis willen in günstigerem Licht vorzustellen?
Worin habe ich heute Jesus ENTTÄUSCHT ?
Ich besinne mich im Geist eins nach dem anderen über die Gebote Gottes. Gott hat sie mir ANGEBOTEN, dass es sowohl mir selbst, wie den Nächsten mit ihnen GUT sei. Und dass ich zum ewigen – LEBEN gelangen kann.
Du aber, Jesu, hast mir ihren eigentlichen GEIST aufgeschlossen. Es war damals, bei Deiner Bergpredigt, in den Acht Seligpreisungen, im Gebot der Liebe zu Gott und dem Nächsten. ...
Ich sehe, Jesu, ein, dass ich Dich in so vielen Sachen enttäuscht habe. Ich habe Dein Herz betrübt, als ich Dich direkt verraten habe. Ich habe deutlich GEGEN das Gebot gehandelt: gegen dieses, und jenes, und noch dieses weitere ebenfalls ...
Noch mehr, mit dieser meiner Tat und diesem meinen Wort habe ich eine FREMDE Sünde begangen. Ich habe daselbst die Nächsten zur Sünde eingeleitet. Noch mehr: ich habe das mit meinem Leben nur noch bestätigt – als dem GEGEN-Zeugnis.
Was für eine Verantwortung und Last: die FREMDE Sünde ...! Zumal angesichts dieser meinen: der Mitglieder meines Hauses!
Dazu auch noch diese meine Tat ...! Jesus, ich sehe das jetzt klar: Diese Handlung widersetzte sich artgemäß so sehr Deiner Makellosigkeit, dass Du im selben Moment das Haus meines HERZENS verlassen musstest. Ich blieb ganz ALLEIN. Mit der schweren Sünde am Gewissen. Und darüber hinaus mit der ... FREMDEN Sünde ... ! |
ZERKNIRSCHTEN HERZENS schon nur noch an Gott als ... Seine Barmherzigkeit
Bewusst um die eigenen Schulden und – Gott bewahre – die Tod-Sünde, aber um so mehr bewusst um die eigene unwahrscheinliche Schwäche und Untreue gegen das oftmals erneuerte Versprechen und alle Beteuerungen, wende dich doch an Gottes Barmherzigkeit um so mehr schon nur noch um ... MITLEID und ERBARMEN.
Dauernde Hilfe zum ewigen LEBEN ist jetzt für Dich mehr als jemals anders dein Heiliger Schutzengel. Aber um so mehr die beständig für Dich sprechende Unbefleckte.
Jesus! Ich sehe einmal mehr ein, wie sehr ich Deines Anblicks unwürdig bin. Ich habe den Mut nicht, meine Augen auf Dich zu heben. Ich habe Dein Antlitz beleidigt und geschändet. Auch ich war – auf Dir bekannte Art und Weise – bei Deiner Geißelung, Krönung mit Dornen, Deiner Kreuzigung ...
Ich habe Dich genötigt, das Haus meines Herzens zu verlassen. Du hast diesen meinen Befehl ... sofort erfüllt ! Du, Schöpfer, der Du dich mit HERZENS-Schmerz Deinem Geschöpf unterordnest! Es ist unmöglich, dass Du weiter im Sanktuar der Seele zu verweilen imstande bist, wo der ... BÖSE den Thron in Besitz genommen hat!
Aber sollte ich selbst eine Todsünde NICHT begangen haben, habe ich doch sovielmal Dein Antlitz betrübt, Du Sohn Gottes, Jesu Christe!
– Ich habe dem Himmlischen Vater Schmerz bereitet. Er hat mich so sehr geliebt, dass Er mir DICH als Erlöser geschenkt hat.
– Ich habe den Heiligen Geist betrübt, der an mir im Sakrament der Firmung seinen Siegel eingeprägt hat. Dabei habe ich Ihm feierlich versprochen, dass ich die Prüfung bestehen werde: nicht nur meines ‘Glaubens’, sondern auch meines ... ‘Charakters’!
Zu WEM soll ich mich aber begeben, Jesu Christe, als nicht zu Dir? Ich habe mir sovielmal vorgesetzt, gerade DIESE Tat NICHT mehr zu begehen ...! Ich habe versprochen, dass ich mich eben in dieser konkreten Situation nach Deinem Gefallen verhalten werde. Indessen ich habe, Jesu, total versagt. Ich habe nur Deinen Groll, o Vater im Himmel, ausgelöst. Ich habe mich Deiner Führung, Du Heiliger Geist, widersetzt.
Vater, ich bin nicht mehr würdig, noch weiter Dein ‘Sohn’ genannt zu werden ...
JESU Christe, Du Sohn des Ewigen Vaters, aber auch Sohn Mariens! Ich lebe ... NOCH. Du hast mir das LEBEN – in meiner Sünde – nicht sofort genommen ... !
– Ich bin Sünder, aber sündigen – will ich NICHT. Zugleich halte ich aber in guten Vorsätzen nicht aus ...
Jesus, Du hast mich SOLCHEN ... erlöst. Mich ganzen: den Sünder. Ich verdiene auf Deine Vergebung nicht. Du hast mir schon so viele Male verziehen. Und ich kehre immer wieder in dieselben Sünden zurück ...
Ich bitte Dich, Jesu, hab ERBARMEN mit mir, Unwürdigen ! Lass nicht zu, dass ich von Dir weggehe und ... in Sünde sterben sollte ...! Ich flehe Dich, mein Erlöser: rette mich vor der Verdammnis, auch wenn ich sie geradezu sovielmal gewählt habe: mit der einbezogenen ewigen SCHULD und folgerichtig der ewigen STRAFE. Jesus, ich will in Sünde NICHT VERBLEIBEN. Reiß mich von den Klauen des Satans los! Er ist stark und gibt die Beutet nicht auf. Er verführt mich immer wieder. Und ich vergesse Dich völlig im Augenblick der Versuchung. Ich gedenke des WORTES nicht, das ich Dir gegeben habe. Ich erliege diesem, der der BÖSE ist. Und lasse mich von meinem Elend hinreißen.
Es bleibt mir nichts anderes, als dass ich mich von neuem nur noch auf Dein ERBARMEN BERUFE ... ! Du, Gottes Sohn, und Sohn Mariens!
– Ich weiß es, Jesu, Du ZÄHLST die Anzahl der Vergebungen NICHT (s. TgF 1488). Du nimmst mich jedesmal an, als ob es erst ... zum ersten Mal geschehen sollte! Ich weiß es auch, dass ich Dir die höchste Freude, JESU, bereite, wenn ich Dir einmal mehr erlaube ... Erlöser zu sein!
Möge Dein Blut und Wasser vom Kreuz – für mich, aber auch für andere Sünder, nicht umsonst herabfließen!
– Jesu, Du Menschensohn! VERSENKE sowohl mich, wie uns alle Sünder, ganz tief in den Abgrund Deiner Barmherzigkeit! Ich bitte Dich, Jesu, mit großem VERTRAUEN, Du kannst ja alles: Lass mich NICHT mehr von Dir zu entfernen. Lass nicht zu, dass ich Dich noch je einmal von meinem Herzen herausbitte!
Jesu, ich VERTRAUE ... auf DICH ! Ich vertraue auf Deine BARMHERZIGKEIT.
– Ich vertraue mich Dir an, oder eher: Wir VERTRAUEN uns ALLE Dir an – im Leben, dann einmal im Sterben, und um so mehr auf alles, was mit dem Tod und aufwärts beginnt.
– Und Du, MARIA, nimm mich – und uns alle – an: zusammen mit Deinem Sohn, und dem Heiligen Josef !
Mein Vater im Himmel, Du ABBÁ – VATER ! Dein Sohn hat von Dir gesagt: Dass Du die Welt – und mich auch, so sehr GELIEBT hast, dass Du Deinen Eingeborenen Sohn HINGEGEBEN hast, damit jeder, der an Ihn GLAUBT, also Ihm ANVERTRAUT – NICHT VERLOREN GEHT, sondern das ewige ... LEBEN hat (Joh 3,16).
– Dein Sohn hat von Dir auch gesagt: „Denn das ist der WILLE meines VATERS, dass jeder, der den Sohn sieht und an Ihn GLAUBT, ewiges Leben habe und dass Ich ihn auferwecke am Jüngsten Tage” (Joh 6,40 – JB).
– Du aber, Gottes Sohn, Du Erlöser, hast noch hinzugefügt: „Wer zu Mir kommt, den werde Ich NICHT abweisen” (Joh 6,37).
Jesu, ich GEBE Dir das, was ich HABE – als strikt ‘meines’: meine SÜNDEN, meine Unbeständigkeit, Untreue, Undankbarkeit – und mich ganzen: den Abgrund meines Elends. Ich glaube an Dich, Jesu! Ich hoffe auf Dich! Ich will DEIN sein. Aber ich bin unbeständig. Ich glaube, dass Du mich Unwürdigen ... nicht abweist.
– Besonders glaube ich, ich bitte darum innigst und VERTRAUE auf Dich, dass Du mich einmal, in der Stunde meines Sterbens – wie einst den Petrus, RUFST, dass ich zu DIR komme ... auf den Wellen des aufgewühlten Sees (s. Mt 14,28). Ich glaube, dass wenn ich auch Sünder bin, ich mich im Abgrund Deiner Barmherzigkeit – für immer – finde. Zu Deiner, Jesu, Freude: Du mein Erlöser! Zum Beglücktsein Mariens, die Du mir als Mutter geschenkt hast. Zur Beruhigung meines so oft meinetwegen betrübten Schutzengels. Zum Glück der Heiligen Dreifaltigkeit und des ganzen Himmels. |
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b) Andere Muster für das ABEND-Gebet
Es gibt freilich auch andere Muster für ein Abendgebet, zumal diese schon fertigen, gedruckten. Du findest sie mit Leichtigkeit in jedem Gebetbuch. Hier einige solche Schemen, eines ebenso bündigen, und doch tiefgreifenden Gebetes. Z.B.:
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ABENDGEBET (a)
Vater, mit dankbarem Herzen erscheine ich am Ende dieses Tages wieder vor Dir. Danken möchte ich Dir für alle Wohltaten, die ich von Dir empfangen habe.
Deinem Segen verdanke ich alle gute Arbeit und allen Erfolg des Tages. Jede Gelegenheit, Gutes zu tun, jeder Sieg über mich selbst – ist Deine Gabe.
Aber wie wenig und wie unvollkommen ist das Gute, das ich getan habe, wie viel das, was ich hätte tun können und nicht getan habe.
Hier erinnere Du dich an deine Sünden und Vernachlässigungen. Mache eine kurze GEWISSENSERFORSCHUNG und wecke den Vorsatz der Besserung.
Vater, ich bitte Dich innig: verzeihe mir alle Sünden, Fehler und Nachlässigkeiten. Du mein höchstes Gut, ich habe Dich mit meinen Sünden beleidigt und betrübt. Ich verabscheue meine Sünden und nehme mir stark vor, mich mit Hilfe Deiner Gnade, um die ich Dich demütig und voller Vertrauen bitte, zu bessern.
Göttliche Tugenden
Ich GLAUBE an Dich, o mein Gott, weil Du die unfehlbare Wahrheit bist.
Ich HOFFE auf Dich, weil Du unendlich gütig, barmherzig und getreu bist.
Ich LIEBE Dich, weil Du das höchste Gut bist.
Ich BEREUE es von Herzen, dass ich Dich durch meine Sünden beleidigt habe.
Nochmals HERZENSREUE
Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz,
Und ist mir dies der größte Schmerz,
Dass ich erzürnt Dich, höchstes Gut;
O wasch mich rein in Deinem Blut!
Vor dem Schlafengehn
Bevor ich mich zu Ruh begeb,
Zu Dir o Gott, mein Herz ich heb.
Und sage: Dank, für jede Gab'
die ich von Dir empfangen hab.
Und hab ich heut missfallen Dir,
So bitt ich Dich, verzeih es mir.
Dann schließ ich froh die Augen zu,
Es wacht ein Engel, wenn ich ruh.
Maria, liebste Mutter mein'
O, lass mich Dir empfohlen sein.
Dein Kreuz, o Jesus, schütze mich,
vor allem Bösen jediglich.
In Deine Wunden schließ mich ein,
Dann schlaf ich sicher, keusch
und rein.
Amen. |
ABENDGEBET (b)
Mein Herr und mein Gott, der Tag ist vergangen und die Nacht herangenaht. Da komme ich zu Dir, um Dir mein Tagewerk zu übergeben und mich selbst in Deine Hände zu empfehlen.
Doch bevor ich es tue, lass mich bedenken und erkennen, was der Tag heute vor Dir wert gewesen ist.
Gewissenserforschung:
War ich dankbar? Habe ich den Nächsten gern geholfen? Hab ich jemandem nicht Schaden zugefügt? Habe ich mich nach der Liebe und Verständlichsein gerichtet? Vielleicht habe ich Gelegenheit zum Übel gegeben? Was habe ich vernachlässigt?
Vater, voller Reue, aber auch Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit, bitte ich: Verzeihe mir meine Sünden. Nimm mich in Deine Liebe wieder auf. Lass nichts in meinem Herzen sein, was mich von Dir trennt und mich hindert, ganz Dein Eigentum zu sein.
Ich vertraue mich ganz Deiner Väterlichen Liebe an. Ich habe den festen Willen, Dir wirklich zu gehören und Dich zu lieben.
Ich empfehle Dir meine Eltern, meine Geschwister, Freunde und Bekannten; den Heiligen Vater, alle Bischöfe, Priester und Ordensleute; alle denen ich zu Dank verpflichtet bin. Erleuchte die Irrenden, tröste die Einsamen, gib allen, die in Versuchung sind, Klarheit und Kraft. Gib den Kranken Geduld und Heilung, den Gefangenen Erlösung, den Suchenden die Wahrheit, den Sündern Umkehr und wahre Buße. Den Seelen der Verstorbenen gib die Ruhe in Deinem Haus und das Licht Deiner ewigen Seligkeit.
Jesus, Dir lebe ich! Jesus, Dir sterbe ich! Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode!
O mein Gott, habe Erbarmen mit mir wegen Jesus, Deines geliebten Sohnes!
Jesus, sei mir armen Sünder gnädig und barmherzig.
Jesus, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist.
Jesus, Maria, Joseph, euch schenke ich mein Herz, meinen Leib und meine Seele!
Jesus, Maria, Joseph, steht mir bei im Todeskampf!
GÖTTLICHER HAUSSEGEN
Wo Glaube, da Liebe.
Wo Liebe, da Friede.
Wo Friede, da Segen.
Wo Segen, da Gott.
Wo Gott, keine Not.
FÜR JESUS UND MARIA
Jesu und Maria, ich liebe Euch.
Rettet die Sünder! |
