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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur


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Zweites Kapitel

GOTTES ANGEBOT
UND DES MENSCHEN ‘NEIN’
*       *       *
Gottes ... Braut zu sein?

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Zur Einführung

Wir sind uns bewusst, dass die verwundernde Wirklichkeit: das Angebot Gottes und die Einladung zur ‘Bräutlichen Vereinigung’ mit Ihm, gar nicht immer einen ebenso vertrauensvollen und offenen Widerhall vonseiten des Menschen erfährt, wie ihm der Dreieinige entgegengeht. In unseren Erwägungen beginnen wir uns allmählich einer weiteren Hinsicht der Wirklichkeit bewusst zu werden, in der es uns im Blickpunkt: Gott und der Mensch – zu leben gegeben ist. Es geht um des Menschen ‘NEIN’ angesichts des im vorigen Kapitel dargestellten unbegreiflichen Angebotes Gottes: seiner Einladung zur Bräutlichkeit.

Es gehört sich, dass wir uns in diesem Kapitel und den nächsten Kapiteln über den erwähnten Aspekt der menschlichen Berufung ein wenig hinbeugen. Diese Themen, denen es jetzt die Aufmerksamkeit zu widmen gilt, werden noch einmal im fünften Teil behandelt werden, allerdings dort unter einem anderen Blickpunkt: der Barmherzigkeit Gottes. Die Thematik der zeitweiligen und dieser erwarteten Erwägungen werden teilweise parallel, und doch anders, auch noch in weiteren Teilen unserer Homepage zum Vorschein kommen.

Wir sind zugleich Gottes-Geschriebenem-Wort für jedes noch so kleines Licht dankbar, das entlang unseres Lebensweges aufgestellt wurde. So können wir nämlich immer tiefer begreifen, worum es Gott geht, wenn Er zum EINS-mit-Ihm ruft, und anderseits, was das in seinen letztlichen Folgen bedeutet: die Stimme des Dreieinigen zurückzuweisen. Diese Stimme ruft mit ganzer Glut ihrer Liebe, dass wir uns nicht fürchten und uns Diesem anvertrauen, der uns zu sich nicht nur herbeiruft, sondern dabei reichlich allerlei Hilfen gewährt, dass wir auf dem einmal gewählten Weg, der zum Leben führt, auch ausharren können.

Der Inhalt des beginnenden Kapitels kann in sechs größere Untertitel eingeordnet werden:

A.   FREIHEIT
ALS GRUNDBODEN DER LIEBE

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In Erwartung auf die Antwort

Der Dreieinige, der sein ‘Vorhaben’ (FC 34) in Form der Gebote darstellt, wartet auf die Antwort vonseiten des Menschen. Die Antwort selbst soll Erweis der menschlichen Gegenseitigkeit auf Gottes Liebe sein.

Liebe wird dann zur Gabe, wenn sie auf eine Person ausgerichtet ist: auf Gott – bzw. auf einen Menschen. Der Mensch ist befähigt zu anerkennen, dass seine Entstehung nicht verdiente Gabe Gottes Güte darstellt (ML 117-120). Das Bewusstsein um die empfangene Gabe müsste eine aktive Haltung angesichts des Beschenkenden auslösen: die Haltung einer Dankbarkeit und erwiderter Liebe. Jedes dieser Merkmale setzt Eigenschaften voraus, die erst dem Menschen eigen sind, d.h. der Person.

Gott löst die Gegenseitigkeit in Liebe aus, sooft Er darauf drängt, dass sich der Mensch nach den Geboten richtet. Jesus Christus hat es wiederholt zu erkennen gegeben:

„Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt.
Wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden, und auch Ich werde ihn lieben
– und Mich ihm offenbaren(Joh 14,21).

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Das Segeln mit dem Luftschiff über Länder, über Berge und Seen ...! - Ist Gott noch ... nötig? O Gott, lass nicht zu, dass ich, oder jemand anderer, zum Verstummen Deiner Stimme führe, mit der Du zu mir und zu uns immerwährend sprichst, indem Du auf das Gute hinweist und vor dem Bösen warnst.

Das Drängen auf Leben nach den Geboten Gottes, was Voraussetzung ist, um das ewige Leben zu erlangen, ist keineswegs Beweis des ‘Egoismus’ vonseiten Gottes, noch seiner ‘Eroberungssucht’ – wie sie so manche unreife menschliche Liebe in negativem Sinn kennzeichnet. Gott liebt nicht ‘wegen-für’ irgendetwas: Ist Er doch Schöpfer! In eigentlicher Bedeutung liebt Gott „um seines selbst willen” allein den Menschen. Es ist sein innigster Wunsch, dass dieser Mensch ‘sei’ und dass es ihm ‘gut’ ist: sowohl im irdischen, wie im ewigen Leben. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass er sich für Gottes Leben und Gottes Liebe öffnet.

Die erwiderte Liebe ist der einzige Weg, dass sich der Mensch „in Fülle wiederfindet(GS 24). Nur die Liebe ist die „schöpferische Kraft im Menschen” (DiM 7). Nur sie führt zur Entwicklung, löst das Herauswachsen über sich selbst aus und bricht die Gravitation der Materie zur Stagnation und zum Tod.
– Der Kard. Wojtyła sprach: „Die Liebe ... will geben, Gutes schaffen, mit Glück beschenken” (LuV – poln. S. 111). Es ist der Göttliche Zug einer wahren Liebe:

„Im Wunsch nach dem ‘grenzenlosen’ Gut für das andere ‘Ich’ ist nämlich gleichsam im Keim der ganze schöpferische Drang einer wahren Liebe enthalten – das Streben danach, diese Personen, die man liebt, mit Gutem zu beschenken, um sie glücklich zu machen.
Es ist irgendein ‘göttlicher’ Zug der Liebe. Tatsächlich wenn der ‘Y’ [ein Er] das Gute ‘ohne Grenzen’ für den ‘X’ [eine Sie] will, will er für sie eigentlich Gott. Er allein ist die objektive Fülle von Gut und Er allein kann auch jeden Menschen mit solcher Fülle sättigen. Die Liebe des Menschen geht durch die Beziehung zum Glück, das heißt zur Fülle von Gut, gleichsam am nahesten an Gott vorbei’ (LuV – poln. 111f.).

Daher kann zugleich gefolgert werden, dass die Liebe als „schöpferische Kraft im Menschen”, mit Entscheidungen des Willens zusammenhängt. Anderseits aber, die Liebe, die an jemanden ankommt, heißt ihn eine aktive Haltung angesichts des Liebenden anzunehmen. Denn dieser wird doch für ihn uneigennützige Gabe: er lebt-‘für’ ihn (MuD 37). Wir bemerken, dass nicht irgendetwas anderes, sondern die „Freiheit” im Menschen die Instanz darstellt, wo Entscheidungen mit Bezug auf die Gegenseitigkeit unternommen werden.

Man braucht sich nicht wundern, dass Johannes Paul II., sooft er über die Liebe nachzudenken kommt, immer auch die Rolle des Willens und seiner Freiheit hervorhebt.
– Das betrifft auch die eheliche Kommunion. Ihre getreue Fortsetzung setzt eine ständige Erneuerung der Willensentscheidung voraus, die entstandene Kommunion in der Tat beharrlich aufzubauen:

„Die Wurzeln dieser ehelichen Kommunion gründen in der natürlichen Ergänzung von Mann und Frau.
Sie wird vom persönlichen Willen der Gatten gestärkt, das Ganze Lebensprogramm zu teilen
– das, was sie haben und das, was sie sind.
Deshalb ist eine solche Kommunion Frucht und Zeichen eines tief menschlichen Bedürfnisses” (FC 19).

Eine ähnliche Betonung der Teilnahme des Willens kann aus Worten gelesen werden, wo Johannes Paul II. von der Erziehung zur Liebe, begriffen als ‘Hingabe’, spricht. Liebe ist eine Wirklichkeit, die nach Mobilisation der inneren Geistesenergien verlangt, die zum Hinauswachsen über sich selbst führt, um für den anderen zu leben:

„Die Erziehung zur Liebe, begriffen als Hingabe seiner Selbst ...
Ist doch die Geschlechtlichkeit Reichtum der ganzen Person ...,
das seine tiefe Bedeutung darin offenbart,
die Person zur Hingabe ihrer Selbst in Liebe zu führen ...” (FC 37).

Anteilnahme des Willens bei der Liebe

Wird der wesentliche Anteil des Willens bei der Liebe hervorgehoben, deckt sich das völlig mit ihrem Begriff in der Überlieferung der Kirche. Diese aber wächst aufgrund der ständigen Beobachtung ihrer Kennzeichen bei Gott auf. Nicht umsonst kann in Gottes-Geschriebenem-Wort von der Liebe Gottes des Vaters gelesen werden: „Denn Gott hat die Welt [= die Menschen] so sehr geliebt, dass Er seinen Einzigen Sohn hingab ...” (J 3,16).
– Daher betont auch das Zweite Vatikanische Konzil so stark die Rolle des Willens als Voraussetzung und Bedingung der Liebe – u.a. bei der Trauung:

„Die innige Gemeinschaft des Lebens und der Liebe in der Ehe ... wird durch den Ehe-Bund, d.h. durch ein unwiderrufliches personales Einverständnis, gestiftet.
So entsteht durch den personal freien Akt, in dem sich die Eheleute gegenseitig schenken und annehmen, eine nach göttlicher Ordnung feste Institution, und zwar auch gegenüber der Gesellschaft” (GS 48).

Ist die schöpferische Anlage – charakteristisches Kennzeichen einer wahren Liebe, so erlaubt sie sie zugleich von sinnlicher Leidenschaftlichkeit zu unterscheiden. Denn diese jagt nach Annehmlichkeit und Nutznießung:

„Die Sinnlichkeit ... liefert der Liebe den ‘Rohstoff’,
aber unbedingt notwendig ist bezüglich dieses Rohstoffs
eine entsprechende schöpferische Haltung vonseiten des Willens.
Ohne solche schöpferische Haltung kann keine Rede von Liebe sein” (LuV – poln. 124).

Der um sich selbst bewusste Wille, der die ihn kennzeichnende Befähigung schöpferisch unternimmt, über sich selbst bestimmen zu können, bildet die Voraussetzung, um beim Wünschen des Guten dem Geliebten gegenüber in Treue zu verharren, wie auch um die an ihn kommende Liebe mit Gegenseitigkeit zu erwidern.
– Soll die Liebe ‘sie selbst’ bleiben, muss sie die Treue bewahren – selbst in Situationen, wann diese mit Mühe verbunden ist, oder selbst Heroismus herausfordert.

Auf diese Hinsicht wies Johannes Paul II. u.a. bei der Feier nach der Heiligsprechung des Hl. P. Maximilian Kolbe in Niepokalanów 1983 (in Polen) hin. Er sprach damals vom Hl. Pater Kolbe, Konzentrationslager-Nummer P-16670, der in der grenzhaften Probe der Liebe sein Leben für einen für sich unbekannten Mit-Häftling hingegeben hat:

„Niepokalanów: wo im ständigen Gehorsam gegen den Geist der Wahrheit –
nach dem Muster der Unbefleckten,
der Mensch sich Tag für Tag geschaffen hat,
damit der Heilige den Menschen überwüchse ...
nach dem Maß ... des Märtyrertodes ‘für den Bruder’ ...”
(Johannes Paul II., Zweite Pilgerfahrt in die Heimat, Niepokalanów, 18.VI.1983, Pkt. 6).

Ruf des Gekreuzigten nach Gegenseitigkeit

Zu solcher schöpferischen Haltung der Liebe ruft Gott der Lebende ununterbrochen Mann und Frau. Am leichtesten ‘gelingt’ das Gott, sooft Er auf Jesus Christus, den „für das Leben der Welt” (Joh 6,51) zu Tode Gemarterten und Gekreuzigten Gott hinweist. Unsere Generation ist in dieser Hinsicht in glücklicherer Lage als die Epoche vor Christus, der die Gabe zu erleben, was das heißt: Geheimnis Gottes des Menschgewordenen und Gekreuzigten, nicht verliehen wurde. Indessen:

„Gerade als der Gekreuzigte ist Christus ... Derjenige,
der steht und an der Tür des Herzens eines jeden Menschen anklopft,
indem Er seine Freiheit nicht verletzt,
sondern aus dieser menschlichen Freiheit die Liebe auszulösen sucht ...” (DiM 8).

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Da haben wir erst ein Wunder: das AUTO-Mobile kann vor Krankheit nicht mehr von allein laufen-fahren-gehen! Es musste ein Pferdegespann angemacht werden, um dieses AUTO-Mobile zur Genesung zu bringen. Dass es von der überaus schweren, dramatischen Krankheit heil werde und von neuem auto-mobil-artig dienen kann.

Gott dringt auf Gegenseitigkeit in Liebe. Er erreicht es, indem Er an die Tür des Herzens (Offb 3,20) mit ganzer Feinfühligkeit seiner Ehrachtung vor der Würde der menschlichen Person anklopft.

Es widersetzte sich Gottes Würde, wenn Er die Liebe zu sich erpresste. Liebe ist ‘sie selbst’, wenn sie der freien Entscheidung der Person entströmt. Gott erlaubt sich nicht, dass seine Braut zur Liebe gezwungen werden sollte. Die Liebe würde dann verhasste Fronarbeit, die es mit „knirschenden Zähnen” (Mt 22,13) zu erfüllen gilt.

Eine aufgenötigte ‘Liebe’ wäre aber, der Reihe nach, auch des Menschen als Person unwürdig. Die Person ist ihrem Wesen nach selbstbewusst und entscheidet über sich selbst. Zwang kann mit der Würde der Person unmöglich in Einklang gebracht werden. Liebe braucht notgedrungen den Raum der Freiheit – als Erweis ihrer Autonomie:

„Der Wille ist in der Person gleichsam die letzte Instanz, ohne deren Teilnahme keinem Erlebnis sein voller personaler Wert zusteht, kein Erlebnis sein vollständiges Artsgewicht hat, das einer Person eigen ist.
Dieses Artsgewicht der Person hängt enge mit der Freiheit zusammen, die Freiheit ist aber Eigenschaft des Willens. Besonders aber benötigt die Liebe der Freiheit: das Engagement der Freiheit entscheidet gleichsam über ihr psychologisches Wesen.
– Das, was nicht der Freiheit entströmt, was das Kennzeichen des freien Engagements nicht trägt, sondern das Mal der Determination und des Zwangs trägt, kann nicht als Liebe anerkannt werden, es hat ihr Wesen in sich nicht” (LuV – poln. 94).


Der Wille betätigt sich in Verkopplung mit der zweiten Befähigung des Geistes: der Fähigkeit denken zu können, das heißt mit dem Selbst-Bewusstsein. Der Verstand reagiert auf Wahrheit – und sucht nach ihr:

„Die menschliche Erkenntnis ... ist zuengst mit Erleben von Wahrheit oder Falschheit verbunden. Hier steckt gerade der meist innere und zugleich am meisten wesentliche Nerv der menschlichen Erkenntnis ...
– Das Erleben von Wahrheit oder Falschheit liegt vollends außerhalb der Grenzen dessen, was aus sich die Materie zu holen vermag” (LuV – poln. 92f.).

Die Erkenntnis von Wahrheit liefert dem Willen den Rohstoff. Dank der Erkenntnis von Wahrheit wird der Wille fähig, eine Wahl zu treffen, die auf das erwünschte Gut hinzielt:

„Die Wahrheit ist Voraussetzung für die Freiheit. Denn der Mensch kann nur insofern die Freiheit angesichts der verschiedenen Gegenstände bewahren, die sich ihm in seinen Betätigungen als gut und verlangenswert aufdrängen, inwiefern er fähig ist, dieses Gute im Licht der Wahrheit zu umfassen und so sein eigenständiges Verhältnis ihnen gegenüber zu gestalten. Ohne diese Fähigkeit wäre der Mensch einer Determination preisgegeben ...
Die Fähigkeit, die Wahrheit zu erkennen, ermöglicht dem Menschen die Auto-Determination, das heißt die selbstständige Bestimmung in Bezug auf die Beschaffenheit und die Ausrichtung der eigenen Taten, worin eben die Freiheit besteht” (LuV – poln. 93).

So ist also die Freiheit Voraussetzung, um „außerhalb von sich” herauswachsen imstande zu sein. Ohne sie kann von schöpferischer Macht der Liebe nicht gesprochen werden, das heißt darüber, dass jemand „... uneigennützige Hingabe seines Selbst” werden kann.

So können wir die verwundernden Initiativen Gottes: des Absoluten, verstehen. Gott bewerbt sich um die Gunst seines lebendigen Ebenbildes! Indem Er an das Herz des Menschen anklopft, sucht der Göttliche Bräutigam „aus der menschlichen Freiheit die Liebe herauszulösen ...” (DiM 8)! Erst die freie Liebe wird fähig, die Entscheidung: Hingabe-‘für’-zu-werden, zu treffen ...!

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B.   VERRAT DER LIEBE
AUF ÜBERREDUNG DES ‘BÖSEN’

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1. Geheimnis Gottes und der Sünde

Gott der Ferne – der Nahe

Die Frage der Sünde kann unmöglich noch länger verschoben werden. Zusammen mit der Sünde geht aber der sich vielerfach ausweisende Tod, „der sich seit den Anfängen der Menschheitsgeschichte mit der Sünde verbündet hat” (DiM 8). Es ist offenbar schwer über die ‘Sünde’ zu sprechen, solange sich der Mensch nicht bewusst wird, wer Gott ist.

Antwort der Sünde ...

Erst auf solchem Hintergrund gehört es sich über die unbegreifliche Gegen-Wirklichkeit nachzudenken, wie sie das „Geheimnis der Gesetzwidrigkeit” (2 Thess 2,7) bildet. Diesmal handelt es sich um die Sünde des Menschen – nach dieser ersten Sünde, die unter ebenso wie der Mensch erschaffenen Wesen begangen worden ist, allerdings in diesem Fall galt es von einem Teil der ‘reinen’ Geister, d.h. von Engeln (vgl. Offb 12,7ff.).

2. Geheimnis der Gesetzwidrigkeit

Perversität der Sünde

Von Sünde kann schwer anders gesprochen werden, als vom „Geheimnis der Gesetzwidrigkeit” (2 Thess 2,7). Der Mensch ist außerstande das Geheimnis der Perversität, die die Wirklichkeit der Sünde ausmacht, ‘bis zum letzten’ zu verstehen. Viele begehen eine Sünde, als ob es nichts besonderes noch Großes geschehen wäre. Indessen die schwere Sünde, d.h. die Tod-Sünde – vor allem diese ist zurzeit Gegenstand unserer Erwägungen – stellt ein Ereignis dar, das mit seinem Widerhall immer den ganzen Kosmos in Erschütterung bringt. Gottes Ebenbild bricht einseitig – widerborstig – das Liebe-Band, das ihm vom Schöpfer des Menschen angeboten wurde. Der Mensch, Mann und Frau, heißt Gott ... wegzugehen! Oder eher, er tötet die Anwesenheit Gottes-in-sich selbst – und gar nicht selten auch in anderen. Trotzdem gerade das Gottes Zugegensein diesen Menschen vielfältig voller Zärte mit Liebe und Leben bereichert.

Logisch genommen ist die Sünde eine unwahrscheinliche Ansammlung von Absurditäten. In der ‘Gewinn-und-Verlust-Rechnung’ ist die Sünde zeitweise, und umso mehr in Sicht der definitiven Sachen unwiederbringliche, und dabei tatsächliche Niederlage. Bestürzendes Merkmal der Todsünde ist es, dass der Mensch sich vortäuscht, erst jetzt wäre er ‘Herr seines Selbst’. Es scheint ihm, er habe die erträumte ‘Freiheit’ erreicht, weil er die ‘Selbstbefreiung’ von diesen unbequemen Geboten vor sich selbst bewiesen hat !

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Wie lieb ist es für das Babykind, wenn es die Mutter an seinen Fingern hält! Das Band mit der Mutter, dem Vater - verlängert sich außerhalb vom SEGENSZUSTAND. Das physische Band wird zwar mit der Zeit immer lockerer, und doch es wird für die Ewigkeit eingeprägt: das Kind ist unverwüstliches Zeugnis der personalen Vereinigung von Ehemann mit Ehefrau und es wird schon auf unabwischbare Art und Weise in Ewigkeit zu Ewigkeit bestehen: im Herz dieses Gottes, der Mutter und Vater dazu befähigt hat, dass sie zu lieben imstande sind allen Schwierigkeiten zuwider, die mit der Elternschaft verbunden sind.

In dieser Vortäuschung und ihrer bewussten Weiterführung liefert sich der Mensch der tödlichen Gefährdung aus infolge der definitiven Katastrophe, von der es schon niemals einen Ausgang geben wird.
– Falls des biologischen Todes in solchem Zustand, erhält der sündigende Mensch genau das, was er sich gewünscht hatte: die definitive Abszission-Abschneidung von Liebe-Leben. Anders gesagt, es wird der Wunsch seines freien Willens von der Stunde seiner Sünde erfüllt: die absichtliche Wahl der Verdammnis im ewigen Feuer – in Verzweiflung, die schon niemand niemals lindert, in Qualen des Geistes und der Sinne – in alle Ewigkeit.

Die Hölle ist das totale, entsetzliche Gegenteil zum Leben der ewigen Vermählung mit dem Dreieinigen, die Gott seinen Geliebten verheißen hat. Allerdings unter der Voraussetzung, dass sie sich für die Liebe Gottes auftun und sie mit Liebe erwidern.

Von verheißenem ewigen Leben sagt Gott seiner Braut vorläufig so viel, dass es auf unaussprechliche Weise die allergewägtesten Vorstellungen von Glück überragen wird:

„... was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat,
was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist:
das Große, das Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben(1 Kor 2,9).

Nüchterne Einschätzung der Lage

Die gerade dargestellte Wirklichkeit der Sünde ist in keinem Fall übertrieben. Es geht um objektive Warnungen, die in Gottes Offenbarung enthalten sind. Diese ist aber nur allzu seriös, dass sie in Irrtum führen sollte. Am Spiel sind die definitiven Sachen:

„Es muss das Empfinden um die Sünde entdeckt werden,
und dass das erreicht werden kann, muss das Empfinden um Gott entdeckt werden.
Die Sünde ist nämlich Beleidigung Gottes des Gerechten – und Barmherzigen,
die nach entsprechender Expiation in diesem oder künftigen Leben verlangt.
Wie sollte nicht die erlösende Ermahnung in Erinnerung gebracht werden:
‘Der Herr wird sein Volk richten.
Es ist furchtbar, in die Hände des Lebendigen Gottes zu fallen’ ...” (APR 8).

Außer eines sofortigen täuschenden Wohls, bringt die Sünde lauter Übel. Vor allem dieses unvorstellbare: das ewige Leiden. Daher ist das Begehen einer Sünde allein aus diesem Grund ein total irrationales Tun.

Es ist wahrhaft unbegreiflich, wieso es überhaupt zur Sünde kommen kann! Indessen, sollten wir die Sünde der Engel übergehen, nehmen wir doch wahr, dass die menschliche Wirklichkeit für den Alltag total in Sünde untergeht. Angefangen von der Sünde der Ureltern, die sich gut bewusst waren, dass ihre Wahl Gott zum Trotze – dem Menschen als solchem zur immerwährenden Last werden wird [= Erbsünde].

So wird es bis zur letzten Sünde – des letzten Menschen vor dem Ende der Zeiten, sein. Die Welle der Sünde nimmt zu – als eine so universale, von menschlicher Existenz so untrennbare Erscheinung, dass das Gottes-Geschiebene-Wort dem Menschen ein eigenartiges unaussprechliches ‘Schmerz-Gestöhn’ des Herzens dieses Gottes zum Bewusstsein bringt, der weder die Sünde, noch den Tod erschaffen hat:

„Der Herr sah, dass auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen zunahm
und dass alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer nur böse war.
Da reute es den Herrn, auf der Erde den Menschen gemacht zu haben und es tat seinem Herzen weh.
Der Herr sagte: ‘Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen ...,
denn es reut Mich, sie gemacht zu haben’
...” (Gen 6,5-7; s. dazu auch: DeV 39).

Die angeführten, verwundernden Worte vom Genesis-Buch mindern offenbar die biblische Begründung nicht, warum es zur Sintflut kommen musste. Sie heißen aber den Blick des Herzens zu Gott erheben, um sich über die unvermeidliche, und doch wahrhaft unbegreifliche Frage bewusst zu werden: wie Gott selbst die menschliche Sünde ‘erlebt’? Jedenfalls damals – in den Tagen der Sintflut, hat die Welle der Sünden in Form von Ausgelassenheit, Gewalttätigkeit und Ungerechtigkeit – letztendlich alles mögliche Maß überschritten (Gen 6,1-5).

Zum Fall in Sünde kommt es des Öfteren infolge der angeborenen Schwäche und Mangels an Folgerichtigkeit angesichts der angenommenen, und doch nicht realisierten guten Vorsätze. Gott ist Geist, und daselbst für die sinnliche Erkenntnis nicht überprüfbar. Es kann nicht allzu leicht sein, im Glauben zu verharren und nach den Geboten des Dreieinigen zu leben, wenn Ihn die Sinne doch nicht erblicken.
– Indessen vor dem menschlichen Willen bleibt immer wieder ein sich ihm aufdringendes zeitweiliges Wohl stehen, das die Sinne und anderes Begehren ‘schon gleich’ zu befriedigen vermag. Der Mensch kann dann leicht nicht darauf achten, dass dieses Tun sich den Geboten Gottes widersetzt: scheint doch Gott im Augenblick des Sündigens ein eher entfernter Zuschauer zu sein ...

3. Satan an der Wurzel der Sünde

Der Herrscher dieser Welt

Eine grundsätzliche Rolle bei der Wirklichkeit der Sünde spielt jedes Mal der geheimnisvolle „Herrscher dieser Welt” (Joh 12,31; 14,30; 16,11). So bezeichnet Jesus Christus Satan. Gott erlaubt Satan und der Schar der Mit-Gefallenen Engel die Menschen heimzusuchen. Die Lage der Versuchung wird zur Gelegenheit, um vor sich – und vor Gott beweisen zu können, ob der Mensch sein Offenbleiben angesichts des herausfordernden definitiven Guten: des ewigen Heils, aufrecht erhält, oder auch ob der Willensvorsatz, die bräutliche Treue gegen den Dreieinigen zu halten, keinesfalls unbeugsam ist.

Die Erwähnung der Satans Sünde ist im Buch der Offenbarung enthalten. Es wird dort das spannende Drama dargestellt, das sich im Himmel zwischen den Engeln abgespielt hat. Und zwar, Gott konnte unmöglich ihre Liebe zu Sich – nicht einer Probe unterziehen. Jede Person – ob des Engels oder des Menschen, muss die Wahl nach Liebe-als-Hingabe zum Schöpfer treffen – nach dem Maß ihrer Würde und der Liebe dieses Gottes, der auch die Engel mit der Liebe „um ihrer slbst willen” geliebt hat:

„Da entbrannte im Himmel ein Kampf;
Michael [= ‘Wer-als-Gott’?] und seine Engel erhoben sich,
um mit dem Drachen [= eine der Bezeichnungen des Hauptführenden Satans] zu kämpfen.
Der Drache und seine Engel kämpften,
aber sie konnten sich nicht halten,
und sie verloren ihren Platz im Himmel.
Es wurde gestürzt, der große Drache,
die alte Schlange,
die Teufel oder Satan heißt
und die ganze Welt verführt;
der Drache wurde auf die Erde gestürzt,
und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen” (Offb 12,7ff).

Der Sturz Satans, dieses der der Luci-Fer war [= Licht-Tragender; Jes 14,12], widerhallt mit lauten Echo im ganzen Kosmos:

„Weh aber euch, Land und Meer!
Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen;
seine Wut ist groß,
weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt” (Offb 12,12).

Jesus Christus und Satans Sturz

An die Sünde: den Fall der Engel hat eines Males Jesus selbst angeknüpft. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Sünde Satans in seiner verächtlichen Verschmähung Gottes des Gekreuzigten bestanden hat: in verächtlicher Betrachtung des Erlösungs-Werks des Menschen. Gott der Vater hat den Engeln wahrscheinlich seinen Sohn gezeigt – in Gestalt des Herabgewürdigten, in Qual sich windenden Fetzens des Gott-Menschen. ‘Lucifer’ wollte sich in seiner Übermut vor ‘solchem Gott’ ... nicht beugen.

Der Hl. Lukas stellt folgenden Dialog Jesu mit seinen Aposteln dar, die Ihm gerade voller Freude ihre Erlebnisse bei ihren apostolischen Sukzessen erzählt haben:

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Dieser schläft bestimmt nicht. - „Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann ...” (1 Petr 5,8). Satan wird zweifelsohne niemals schlafen: er versucht den Menschen Tag und Nacht, um ihn nur von Gott wegzureißen.

„Herr, sogar die Dämonen [= die Satane, die von Besessenen ausgetrieben wurden] gehorchen uns,
wenn wir Deinen Namen aussprechen” (Lk 10,17).

Jesus kühlt ihren Eifer ab, indem Er ihre Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenkt, dass ihre Namen im Himmel eingetragen sind. Außerdem betont aber Jesus zusätzlich:

„Ich sah den Satan
wie einen Blitz vom Himmel fallen ...” (Lk 10,18)!

Satan ist „Vater der Lüge” und „Mörder”. Zuerst betrügt er, um auf der nächsten Stufe zu töten – mit Tötung des Lebens Gottes im Menschen. Darin besteht gerade das Wesen der ewigen Verdammnis:

„Er war ein Mörder von Anfang an.
Und er steht nicht in der Wahrheit; denn es ist keine Wahrheit in ihm.
Wenn er lügt, sagt er das, was aus ihm selbst kommt;
denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge” (Joh 8,44).

Vom selben „Vater der Lüge” spricht ein paarmal Johannes im Buch der Offenbarung, indem er ihn als diesen entlarvt, der „die ganze Welt verführt(Offb 12,9; 20,9.7.3).

Jesus heißt zum Himmlischen Vater beten, dass Er uns von Satan befreie als diesem, der der Böse ist. Das Wort: ‘... sondern erlöse uns von dem Bösen’ am Ende des ‘Vater-unser-Gebetes’ bedeutet kein Adjektiv, sondern ein Substantiv. Es betrifft den eigenen Namen Satans als des ‘Bösen’ (Mt 6,13; s. dazu u.a. ESt ad Mt 6,13, mit Verweis auf die philologische Erklärung, ebd. Nr. 4037). In ähnlicher Bedeutung spricht von Satan des Öfteren sowohl Jesus, wie dann auch die Apostel in ihren Apostolischen Briefen schreiben (vgl. Mt 6,13; 13.19.38; Joh 17,15; 2 Thess 3,3; 1 Joh 2,13; 3,12).

Satans Handlungsweise

Satan kann den Menschen allein von außen her anzugreifen suchen. Trotzdem ist sein Einfluss mächtig (s. z.B. Lk 9,39.42; 8,27-33; Joh 13,27; Offb 12,3f.12; usw.). Man kann das am entsetzlichen Ausmaß des Übels in der Welt bemerken. Satan hat vor, am Menschen das zu zerstören, wodurch er lebendiges Ebenbild Gottes ist: die Liebe als Hingabe – und folgerichtig das Leben, das nur anderer Namen der Liebe ist.

Satan ist selbstverständlich nur Geschöpf : ein Gefallener Engel, nicht aber irgendein Contra-Gott. Gott, der auch ihn „um seiner selbst willen” erschaffen hat – ähnlich wie dann den Menschen, hat ihm nach seinem Fall die ursprünglich ihm geschenkte Macht, noch die ihm geliehene ungemeine Intelligenz nicht weggenommen.

Satan wickelt sich in der Regel mit dieser eigenen Intelligenz und fällt letztlich in Fallen, die er auf Gott und die Menschen aufgestellt hat.
– Anderseits, in der Logik des Bösen steckt irgendwie eine Anti-Dynamik, die die erfahrene Niederlage infolge der eingesetzten Taten – in eigenem gekränkten Stolz an der Umgebung abzureagieren heißt.
– Auch Satan sucht nach Schuldigen außerhalb von sich selbst, indem er seine ewige Niederlage an toten Gegenständen rächt, und umso mehr an Personen, die mit seiner Niederlage nichts zu tun haben.

Außerdem, Satan kennt kein Schamgefühl mehr. Es ist ihm schon an nichts gelegen. Er hat sein ewiges Geschick selbst besiegelt, das er gemäß der unternommenen unwiderruflichen Wahl erhalten hat. Daher geht es ihn nicht mehr an, dass er früher oder später eben als Satan – identifiziert werden wird, d.h. als dieser, der nur die „ganze bewohnte Erde verführt”.
– Sollte man einen unanständigen Vergleich gebrauchen, könnte gesagt werden, dass wenn Satan verächtlich bespuckt wird, empfindet er deswegen nicht nur keine Schande, sondern er ‘schluckt’ gleichsam dieses Dreck und alle Ekelhaftigkeiten, um seine voller Hasses Betätigungen gegen Gott und Gottes Ebenbild auf Erden: Mann und Frau, nur umso mehr zu intensivieren.

Man braucht sich nicht wundern, dass Satan mit allem Gegen-Eifer seiner perversen Intelligenz das doppelte und dreifache unternimmt, um nur den Menschen von dem sich an ihn bräutlich wendenden Dreieinigen abzuschneiden. Die Heilige Schrift stellt fest:

„Doch durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt,
und ihn erfahren alle, die ihm angehören” (Weish 2,23f.).

Ein wenig früher drückt das Gottes-Geschriebene-Wort denselben Inhalt auf gleichbedeutende Weise aus:

„Denn Gott hat den Tod nicht gemacht
und hat keine Freude am Untergang der Lebenden.
Zum Dasein hat Er alles geschaffen,
und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt” (Weish 1,13f.; s. auch EV 53).

Können wir in diesen Worten – die doch Worte erst vom Alten Testament herkommen, genau dasselbe vernehmen, was immer wieder der Erlöser des Menschen wiederholte, Jesus Christus, der ununterbrochen zum Anvertrauen an den Erlösungs-Willen – seinen eigenen und diesen seines Vaters führt? Sagt Er doch eindeutig:
– „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit Er die Welt richtet,
sondern damit die Welt durch Ihn gerettet wird ...”
(Joh 3,17).

4. Entlohnung für die Sünde

Leben der ewigen Verdammnis

Der Tod ist Wirklichkeit, die sowohl ihren physischen, wie geistigen Ausdruck aufweist. Leben stammt nur von Gott und ist nur bei Gott. Gottes Liebe zum Menschen ist so mächtig und dauernd am Erschaffungswerk, dass nichts imstande ist, die Verwirklichung ihrer Bräutlichen Verheißungen zu verhindern.
– Allerdings, Gott erfüllt das Versprechen des ewigen Lebens um den Preis der freiwilligen Entscheidung des Willens: auf Gegenseitigkeit in Liebe. Gottes Wille, der jeden Menschen „um seiner selbst willen” will, bedeutet zugleich die Gewissheit, dass der Leib jedes Menschen zur Auferstehung gebracht werden wird, trotzdem der Mensch von Natur aus dem biologischen Tod verfällt.
– Es wird offenbar eine unterschiedliche Auferstehung geben: entweder die Auferstehung des „Lebens”, oder diese der „Verdammnis” (Joh 5,29): je nach der Wahl des einzelnen Menschen zu seiner Lebenszeit.

Sowohl die gefallenen Engel, wie die Menschen, die das bräutliche Angebot Gottes schändlich zurückgewiesen haben, treffen eine unter allem möglichen allerfataleste Wahl: auf Gegen-Liebe und Gegen-Leben. Sollte den Menschen, dessen Gewissen zurzeit mit Todsünde belastet wäre, der biologische Tod treffen, wird daselbst die Entscheidung auf Lostrennung von Gott unabwendbar besiegelt. Der Mensch, der in schwerer Sünde gestorben ist, wird schon nie eine Chance bekommen, irgendwelche Abänderung zu unternehmen. Das heißt eben die ewige Verdammung, die auch „ewiger Tod” genannt wird: bei bewahrtem ewigen Dasein – unter Qualen des ewigen Feuers.

Davor hat oftmals Jesus, Gott der Barmherzigkeit und Liebe, gewarnt:

„Dann wird Er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen:
Weg von Mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer,
das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!’

... Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten ...” (Mt 25,41.46).

„Der Menschensohn wird seine Engel aussenden,
und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen,
die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben,
und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt.
Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen” (Mt 13,41f.50; Joh 15,6; Jes 66,24; usw.).

Gottes Respekt vor dem definitiven Weggang

Gott ist seriös. Das einmal erschaffene sein lebendiges Ebenbild – sei es der Engel, sei es der Mensch, führt Er schon niemals in ein ‘Nichts’ zurück. Der Dreieinige schlägt dem Menschen das ewige Glück vor – im Leben der ewigen Hochzeit (Offb 19,7ff.). Die freiwillige Zurückweisung Gottes des ‘Vermählungsringes’ ist Akt des freien Willens, der sich zur Stunde des Todes in fixierten, vorsätzlich gewählten Zustand umgestaltet. Gott müsste sich selbst widersprechen, würde Er die Entscheidung des freien Willens des Menschen zunichte machen. Gott ehrt die Befähigung der Selbst-Bestimmung seiner treulosen Braut selbst dann, wenn diese sich entscheidet, von Ihm definitiv wegzugehen.

Die warnenden Worte der Barmherzigkeit Gottes stellen einen dramatischen Versuch dar, den Menschen zum Nüchternwerden zu bringen. Gott bittet ihn auf vielfältige Art und Weise, dass er doch den ihm angebotenen Bund annimmt. Das Leben des Menschen ist nicht auf ein „nirgendwohin” ausgerichtet. Der Ruf zur Erlösung gelangt an jedermann – unabhängig von seiner Einwilligung. Aber Sache selbst des Gottes Ebenbildes ist es, die Wahl zu treffen: ob es den Ruf zur Bräutlichkeit mit dem Dreieinigen annimmt, oder ihn zurückweist. Je nachdem der Mensch in seiner Selbstbestimmung entscheidet, wird es ihm gegeben werden.

Ermutigung zum Ausharren um jeden Preis

Es ist Gottes innigster Wunsch, ausnahmslos alle in sein Haus (Joh 14,2f.) aufzunehmen. Gott dringt zum Eintreten selbst diese, für die es unter gewöhnlichen Umständen keinen Platz beim Hochzeitsmahl da wäre (Mt 22,2.9f.): „Der [Herr] will nicht, ... dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren” (2 Petr 3,9). So ist der Wille des Erlösers, der „... will, dass alle Menschen gerettet werden” (1 Tim 2,4). Gott kann aber die Gabe der Erfüllung in bräutlicher Liebe nicht dem Willen der Geliebten zum Trotze einhändigen.

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Ärztin-Kardiologe bei der kranken Ordensschwester, um mit ihrem Wissen und Spezialisation bestens zu dienen.

Einerseits bewerbt sich um die Liebe-Antwort mannigfaltig Gott – einschließlich bis zum Niederknien vor seinem Geschöpf (Joh 13,5). In Jesus Christus steht Er an der Tür des Herzens seiner Braut und klopft an (Offb 2,20), um nur ihre Freiheit mit Nötigung in keinem Fall zu verletzen. Er strebt danach, aus ihrem Herzen einen Akt der Liebe herauszulösen (DiM 8), sollte sie auch nur um des Mitleids willen für den Gekreuzigten Bräutigam herausgeschlagen werden.
– Anderseits ist um das menschliche Herz unermüdlich dauernd der Feind Gottes und des Menschen: Satan beschäftigt. Satan zielt unabänderlich das eine ab: die Braut Gottes zunichte zu bringen und daselbst seine Rache am Dreieinigen dafür auszuüben, dass er jetzt um seinetwegen ewige Qualen zu ertragen hat.

Der Erlöser warnt – nicht zum Spaß. Er blickt die Braut in der Sicht der definitiven Sachen an. Er ermahnt sie zur Tapferkeit – auch für den Fall, wenn es die Treue zum Bräutigam mit letztlicher Gabe seines Selbst zu bezahlen gelten sollte:

„Euch aber, meinen Freunden, sage Ich:
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.
Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem,
der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen.
Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten” (Lk 12,4f.; vgl. Mt 10, 28).

Des Öfteren knüpft an die Wirklichkeit des Satans Johannes Paul II. an. Satan ist dieser Böse, der „... das Werk der Schöpfung von Anfang an gegen die Erlösung, gegen den Bund und die Vereinigung des Menschen mit Gott [benützt]" (DeV 27).
– Darin beruht die Perversität des Bösen. Er bemäntelt sich mit dem Werk der Schöpfung, die doch „gut ist, die sehr gut ist” (Gen 1,12.18.31), indem er den Menschen anlockt, dass er daran adhäriert. Er strebt danach, seine Aufmerksamkeit am teilweisen Gut des Geschöpfes zu sammeln – in Losreißung von der Sicht der Ewigkeit, und gegen Gottes Angebote. Er sucht danach, dass der Mensch über die kurzfristige Berauschung mit dem Geschöpf den Kontakt zu Gott verliert und von dem ihm angebotenen Gottes Bund abrückt.

Satans Reichlichkeit gegen seine Knechte

Nachdem Satan die Braut Gottes verführt, belohnt sie der Böse mit großzügiger ‘Geste’, wie es sich dem „Beherrscher dieser finsteren Welt” (Eph 6,12) ziemt. Er zahlt damit aus, worüber er verfügt: mit dem Tod – in seinen vielen Abstufungen, einschließlich bis zum Verlust des ewigen Lebens – in ewigem Zustand der Verdammnis:

„Denn der Lohn der Sünde ist der Tod,
die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben
in Christus Jesus, unserem Herrn” (Röm 6,23).

Es ist unbegreifliches „Geheimnis der Gesetzwidrigkeit”, wie leicht sich die Braut Gottes von Gottes Liebe abwenden lässt. Sie kann ohne ihre Augen zuzukneifen den Dreieinigen mit „Ehebruch” mit dem Bösen verraten. Sie tut es offensichtlich in Augen des Gottes Bräutigams und Herrn!
– In der Sünde ereignet sich dank des personalen Aktes des freien Willens (RP 14.16) die Verkoppelung mit der mächtigen Einwirkung des Bösen, der den Menschen auf seine Seite – gegen Gott, durchzieht.
– Erst der Blick des Glaubens:

„... erleichtert uns das zu verstehen, was sich in der Sünde geheim hält,
was das Finstere und Ungreifbare ist.
Die Sünde ist zweifellos Akt der Freiheit des Menschen,
aber unter seiner menschlichen Schicht wirken Faktoren, die ihn außerhalb des Menschen stellen,
am Grenzbereich, dort wo sich das menschliche Bewusstsein, der Wille
und die Empfindsamkeit mit Kräften des Dunkels berühren,
die ... in der Welt tätig sind und sie beinahe beherrschen” (RP 14).

5. „Wie Gott” zu sein ...

Sünde in der Art dieser vom Paradies

Die Sünde kann verschiedenartig begangen werden. Es gibt Sünden in der Art dieser vom Paradies. Und zwar die „Alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt” (Offb 12,9), redet dem Menschen ein, dass wenn er die Frucht des Baumes der „Erkenntnis von Gut und Böse” – Gott zum Trotze isst (Gen 2,17), nicht sterben muss. Im Gegenteil, er wird dann selbst darüber entscheiden können, was das Gute und was das Böse sein soll:

„Da sagte die Schlange zur Frau: ‘Keineswegs werdet ihr sterben!
Sondern Elohim [= Gott] weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst,
eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Elohim [= Gott],
erkennend Gutes und Böses’ ...” (Gen 3,4f – ESt).

Wer zu erkennen und einen Namen zu auferlegen fähig ist, verrichtet die Obermacht über die benannte Sache. Die Sache, die den Namen erhalten hat, steht offenbar ‘niedriger’ als derjenige, der sie erkennt und ihr einen Namen auferlegt: eine Sache muss den ihr auferlegten ‘Namen’ annehmen.
– Satan flüstert die Machteroberung über den Bereich dessen ein, was nach dem verführten Menschen, Gott zum Trotze, das Gute, und was das Böse sein soll.

Johannes Paul II. sagt in der Enzyklika Veritatis Splendor:

„... Die Offenbarung lehrt uns, dass die Macht der Entscheidung über Gut und Böse
nicht dem Menschen, sondern allein Gott zusteht.
Gewiss, der Mensch ist ... frei ... Er freut sich einer ungemein weitgehenden Freiheit,
denn er darf ‘von allen Bäumen des Gartens’ essen [Gen 2,16].

Aber es ist keine grenzenlose Freiheit:
Sie muss vor dem ‘Baum der Erkenntnis von Gut und Böse’ haltmachen,
da sie dazu berufen ist [= die menschliche Freiheit],
das Sittengesetz, das Gott dem Menschen gibt, anzunehmen.
Aufrichtig gesagt verwirklicht sich die menschliche Freiheit wahrhaft und in Fülle
gerade durch diese Annahme des moralischen Gesetzes.
Der ‘allein Gute’ weiß vollkommen, was für den Menschen das Gute ist
und daher befiehlt Er dieses Gute in Geboten aus Liebe zu ihm” (VSp 35).

Autor der Friedensordnung der Natur

Wir verstehen es: Gut oder Böse wird etwas nicht um der willkürlichen Bewertung irgendjemandes. Diese würde sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Gut beziehungsweise Böse ist etwas deswegen, weil es so in objektivem Sinn ist, d.h. unabhängig vom menschlichen Willen und Wissen. Gott allein bestimmt die Friedensordnung der Natur.

Satan versucht das erste Menschenpaar ganz unzweideutig dazu, Gott der Wahrheit zu entthronen. Er spielt die Perspektive vor, dass der Mensch sich selbst als ‘Gott’ bzw. als Gottheit proklamiert – anstelle Gottes des bisherigen, dieses Einzigen, Wahren:

„... eure Augen werden aufgetan werden
und ihr werdet sein wie Elohim [= Gott],
erkennend [= entscheidend darüber, was] Gutes und Böses ...”
(Gen 3,5 – ESt).

Gott kann nicht abschwören, dass Er eben Gott ist. Ungeachtet seiner „Allmacht, die Liebe” ist (vgl. DeV 37). Er kann nicht leugnen, dass Er Schöpfer der inneren Friedensordnung in der Welt und im menschlichen Herzen ist, wie auch Schöpfer der Würde seines Ebenbildes, das zur Bräutlichkeit mit Gott berufen wurde.

Das erste Menschenpaar erlag unbesonnen der Verlogenheit des Bösen. Die Folgen der Sünde haben sich sofort klargestellt:

„Die Frau ... nahm von seiner Frucht und aß
und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.
Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten,
dass sie nackt waren” (Gen 3,6f – ESt).

Gott hat dem biblischen Autor nicht genauer offenbart, worin die „Sünde in ihrer ursprünglichen Gestalt” (DeV 36) bestanden hat. Er erkannte aufgrund der Offenbarung mit Garantie Gottes Wahrheit-Treue allein die Tatsache, dass die Sünde stattgefunden hat, nicht aber ihre Einzelheiten. Um für die Menschen seiner Zeiten darüber anschaulich zu schreiben, bekleidet er diese Tatsache unter dem Anhauch des Heiligen Geistes mit Gestalt von Worten, die dem Prototyp jeder Sünde entspricht.

Johannes Paul II. spricht über das Geheimnis der Sünde folgender:

„Aber in beiden Fällen [= Sünde im Paradies: Gen 3; und die beim Turmbau Babel: Gen 11]
findet ein gewaltsamer Abbruch der Beziehung zu Gott statt.
In dem, was sich im Paradies ereignet hat, findet in ganzer Ernsthaftigkeit und Dramatik das statt,
was das meist innere und Dunkle Wesen der Sünde bildet: der Ungehorsam gegen Gott,
gegen sein Gesetz, die moralische Norm, die Er dem Menschen gegeben hat, indem Er sie ins menschliche Herz eingeschrieben
und sie mit der Offenbarung bestätigt und vervollkommnet hat” (RP 14).

6. Sünde
in der Art der Erbauer von Babel

Kein Einlassen mit Gott – diesem zu ‘Niedrigen’

Es gibt aber auch andere Sünden, nicht minder schwere, also Todsünden, sollten sie sich auch nicht als ein so offener Aufruhr gegen Gott kundgeben, wie es mit der Sünde im Paradies war. Ihr Prototyp ist der biblische Bericht über die Sünde von Erbauern des Turms Babel (Gen 11,1-9).
– Diese Menschen strebten nach demselben Ziel wie die Ureltern im Paradies, nur sie haben es nicht so krass formuliert. Sie redeten sich ein: „Wohlan, wir wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen, und seine Spitze bis an den Himmel!” (Gen 11,4 – ESt).

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Die Heilige Schrift, auch Bibel genannt, ist GOTTES-GESCHRIEBENES-WORT. Eigentum NIEMANDES unter den Menschen, noch einmal der Katholischen Kirche, sondern ausschließliches Eigentum Gottes. So aber, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gründer SEINER Kirche, der Kirche aufertragen hat und sie bevollmächtigte betreffs der VERWALTUNG u.a. gerade dieses Gottes-Geschriebenes-Wortes. Es geht um sein authentisches Verständnis und seine Erklärung. Die Kirche ist kein HERR über die Heilige Schrift, sondern sie DIENT ihr, indem sie sie im Namen Gottes mit dem Siegen der Wahrheit der Offenbarung anbietet. Die Heilige Schrift soll im Gebets-Klima gelesen und betrachtet werden, und zugleich erklärt werden im SELBEN Heiligen GEIST, in dem sie entstanden ist, als der Heilige Geist die biblischen Verfasser seinem Anhauch untergeben hat, wobei Er sie mit dem Charisma der SKRIPTURISTISCHEN Inspiration beschenkte: zu solchem Schreiben des WORTES, das das Wort Gottes nicht nur ENTHÄLT, sondern es wahrhaft IST.

Auf der Spitze der Türme im Altertum Mesopotamiens, der sog. Zikkurát, befand sich immer ein Tempel, das einer der Gottheiten gewidmet war. Die Religion der Offenbarung konnte das nicht erdulden: Nur Jahwéh ist Gott ! Es gibt keinen anderen Gott, noch kann es andere ‘Götter’ geben außer Ihm allein (s. z.B. Jes 45,5f.; 44,11; usw.).
– Zum Akt des Götzendienstes hat sich noch der Akt des Stolzes und Überheblichkeit der Erbauer hinzugesellt, einen Bau zu errichten, dessen Gipfel den ‘Himmel’ selbst reichte.

Ein ähnliches Ziel strebte die spätere stolzgeschwollene Stadt Tyrus an, das auf steilen Felsen aufgebaut war, die direkt vom Mittelmeer nahe vom Ufer des heutigen West-Palästina hinausragten. Über Tyrus, gleichsam einer ‘Person’, schreibt der Prophet Ezechiel:

„... Weil dein Herz hoch hinaus will
und du sagst: ‘Gott bin ich, den Wohnsitz der Götter bewohne ich im Herzen der Meere!’
während du doch nur ein Mensch bist und nicht Gott;
du aber erhebst dein Herz [= Zentrum des Denkens !], als wäre es Gottes Herz ...
In die Grube werden sie dich hinabfahren lassen,
und du wirst den Tod eines Erschlagenen sterben im Herzen der Meere.
Wirst du dann angesichts deiner Mörder auch noch sagen: ‘Gott bin ich!’
während du doch nur ein Mensch bist und nicht Gott, in der Hand derer, die dich durchbohren?” (Ez 28,2.8f. – JB).

Kommentar Johannes Paul II. zur Sünde von Babel

Der Heilige Vater Johannes Paul II. fasst folgender den biblischen Bericht von den Erbauern des Turmes Babel zusammen. Diese Leute versuchten sich in eine Gesellschaft in Unabhängigkeit von Gott zu vereinigen, indem sie Gott als ‘Unnötigen’ angesehen haben:

„Die Menschen haben danach verlangt [= angeführte biblische Darstellung von Bauleuten des Turmes Babel: Gen 11], eine Stadt zu erbauen, sich in einer Gesellschaft zu vereinigen und stark und mächtig zu werden ohne Gott, wenn nicht sogar Gott zum Trotz ...
Wir stehen angesichts der Ausschließung Gottes durch einen offenen Widerspruch gegen sein Gebot, durch die Rivalität Ihm gegenüber, durch das täuschende Streben sein zu wollen ‘wie Er’.
– In der Geschichte vom Turm Babel erscheint der Ausschluss Gottes nicht so sehr als deutlicher Konflikt mit Ihm, es ist eher Vergessenheit und Gleichgültigkeit Ihm gegenüber, als ob im Plan des Handelns und der Zusammenfügung der Menschen Gott auf Aufmerksamkeit nicht verdienen sollte ...” (RP 14).

Darin steckt das Wesen dieser Sünde. Sowohl dieser vom Paradies, wie der Bauleute von Babel: in der Ignorierung Gottes, wenn nicht seiner deutlichen Zurückweisung. Es handelt sich um die Verselbständigung von Gott und eine arbitrale Selbstbestimmung des Daseins-Zieles, samt der Zusammenfügung zwar in eine Gesellschaft, aber ohne Gott:

„Der Ausschluss Gottes, Abbruch mit Gott, Ungehorsam gegen Gott:
Das war in der ganzen Menschheitsgeschichte immer und ist es weiter Sünde.
Sie nimmt verschiedne Formen an,
und kann bis zur Verneinung Gottes und Seiner Existenz reichen;
es ist dann die Tatsache des Atheismus.
Die Sünde ist Ungehorsam des Menschen,
der mit dem Akt seiner Freiheit Gottes Herrschaft in seinem Leben nicht anerkennt,
zumindest im bestimmten Augenblick, wo er sein Gesetz überschritt ...” (RP 14).

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Man sollte sich zum Bewusstsein bringen, dass unsere Zeiten sich sowohl mit dem einen, wie dem anderen Typus des ‘Sündigens’ kennzeichnen.
– Einerseits mit dem anmaßenden Streben danach, um zu sein „wie Gott” und eigenständig zu bestimmen, was das „Gute und Böse”, was „Leben und Tod” sein soll.
– Anderseits aber – und desto öfter, kennzeichnen sich unsere Zeiten mit dem zweiten Typus des Sündigens: mit der maximalen Ausscheidung Gottes aus immer weiteren Lebensbereichen, oder eher mit voranschreitender Nicht-Beachtung Gottes überhaupt. Der Mensch gibt Gott weniger oder mehr anmaßend zu erkennen, dass er „ohne Ihn auskommen kann” !

Im besten Fall ‘lässt’ er zwar Gott ‘da sein’, wenn es schon ‘nicht anders gehen kann’ und Gott schlechterdings ‘da ist’. Allerdings: „Hände weg für diesen Gott” von Einmischung in ‘unsere’ Sachen! Das erlaubt die moderne Zivilisation, zumal diese „Zivilisation des Todes” – mit ganzer, des Satans würdigen Verbissenheit – Gott nicht. Daher der versessene Trend der Anti-Zivilisation: um den Namen Gottes, und um so mehr Gottes Gebote wirksam auszuscheiden.

Verzierung

RE-Lektüre: IV.Teil, Kapit.2a:
Stadniki – 11.XI.2013.
Tarnów, 18.IV.2022.

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2. Kap. GOTTES ANGEBOT UND DES MENSCHEN ‘NEIN’ ... Gottes ... Braut zu sein?

Zur Einführung

A. FREIHEIT ALS GRUNDBODEN DER LIEBE
In Erwartung auf die Antwort
Anteilnahme des Willens bei der Liebe
Ruf des Gekreuzigten nach Gegenseitigkeit

B. VERRAT DER LIEBE AUF ÜBERREDUNG DES ‘BÖSEN’
1. Geheimnis Gottes und der Sünde
Gott der Ferne – der Nahe
Antwort der Sünde ...

2. Geheimnis der Gesetzwidrigkeit
Perversität der Sünde
Nüchterne Einschätzung der Lage

3. Satan an der Wurzel der Sünde
Der Herrscher dieser Welt
Jesus Christus und Satans Sturz
Satans Handlungsweise

4. Entlohnung für die Sünde
Leben der ewigen Verdammnis
Gottes Respekt vor dem definitiven Weggang
Ermutigung zum Ausharren um jeden Preis
Satans Reichlichkeit gegen seine Sklaven

5. „Wie Gott” zu sein ...
Sünde in der Art dieser vom Paradies
Autor der Friedensordnung der Natur

6. Sünde in der Art der Erbauer von Babel
Kein Einlassen mit Gott – diesem zu ‘Niedrigem’
Kommentar Johannes Paul II. zur Sünde von Babel


Bilder-Fotos

Abb.1'Fot4-10. Mit dem Luftschiff über Meer und Länder
Abb.2. Das AUTO-Mobile muss vom Pferdegespann abgeführt werden: Drama!
Abb.3. Kindlein schläft ruhig: die Mutter hält es an seinen Fingern
Abb.4. Der Löwe: liegt, aber wacht aufmerksam
Abb.5. Ärztin bei kranker Ordensschwester
Abb.6. Bibel: das Gottes-Geschriebene-Wort