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VERMERK: Abkürzungen zur angeführten Literatur s. Literatur

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C.   ANNAHME ODER NIEDERTRETUNG
DER STRUKTUR UND DYNAMIK DES AKTES

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Bei natürlicher Methode

Für Eheleute gibt es in der Tat keinen anderen Weg, das eigens begriffene Wohl beim Vollzug der Geschlechtsvereinigung zu erreichen, als indem sie die Erweise ihrer bräutlichen Liebe an das Vorsehungs-Vorhaben der Liebe anpassen, die der Schöpfer in die Geschlechtlichkeit und Person-Struktur von Mann und Frau eingeprägt hat. Solche Art und Weise des Vollzugs des geschlechtlichen Verkehrs entspricht zugleich der Anwendung einer der ethisch korrekten natürlichen Methode der Empfängnisplanung.
– Um das verstehen zu lernen, kommt uns wiederholt Johannes Paul II. zu Hilfe:

„Die Bezeichnungsweise: ‘ethische Empfängnisplanung’ als ‘natürliche’ Methode ... erklärt sich aus der Tatsache, dass das entsprechende Verhalten mit der Wahrheit der Person und somit ihrer Würde übereinstimmt: der Würde, die dem Menschen als vernunftbegabtes und freies Wesen ‘von Natur’ aus gebührt.
– Als vernunftbegabtes und freies Wesen kann und muss der Mensch eingehend jene biologische Regelmäßigkeit ablesen, die zur natürlichen Ordnung gehört. Er kann und soll sich an sie anpassen, um die ‘verantwortliche Elternschaft’ zu befolgen, die nach dem Vorhaben des Schöpfers in die natürliche Ordnung der menschlichen Fruchtbarkeit eingeschrieben ist. Die so aufgefasste ethische Empfängnisregelung ist nichts anderes als Ablesung in Wahrheit – der ‘Sprache des Leibes’.
– Selbst die ‘Zyklizität’ der biologischen Rhythmen gehört zur objektiven Wahrheit dieser Sprache, die von den betreffenden Personen in ihrem vollen objektiven Gehalt abgelesen werden soll ...
– Die ganze Mühe, die dahin strebt, diese biologischen Regelmäßigkeiten auf immer präzisere Weise kennen zu lernen, ... bezwecken keinesfalls eine ‘Biologisation der Sprache des Leibes’ ..., sondern streben nur und ausschließlich danach, die integrale Wahrheit dieser ‘Sprache des Leibes’ zu sichern, mit der die Eheleute miteinander auf reife Weise angesichts der verantwortlichen Elternschaft sprechen sollen” (EL 319ff.; vgl. VSp 47).

Im Fall der „natürlichen”, ethisch korrekten Methode der Empfängnisregelung bleibt also der Akt der Vereinigung in seiner Struktur und Dynamik immer unversehrt. Die beiden lassen ihren Leib mit voller Gelöstheit – im Namen ihrer beiden Personen – zu „sprechen”: von der Ganzheitlichkeit der Vereinigung im beiderseitigen Sich-Schenken aneinander. Die gegenseitige Hingabe ist in der Tat Ganzheitlichkeit der Gabe u.a. demzufolge, weil sie sich jedes Mal ohne irgendwelche Hindernisse für die Empfängnismöglichkeit aufschließt – unabhängig davon, ob der Verkehr am Tag der Fruchtbarkeit – oder Unfruchtbarkeit unternommen wird.

Beabsichtigen die Eheleute gegebenenfalls die Verlegung der Empfängnis, oder sollten sie sich überhaupt auf keine Empfängnis mehr einstellen, wählen sie für den Verkehr allein solche Tage, an denen die Empfängnis kraft Willens Gottes des Schöpfers unmöglich erfolgen kann. Zugleich unternehmen sie dann an Tagen der gerade erscheinenden Empfängnismöglichkeit keine Genital-Intimität, noch intensivere Liebkosungen.
– Mann und Frau sind sich bewusst, dass indem sie sich ihre Liebe mit voller geschlechtlicher Vereinigung an Unfruchtbarkeits-Tagen erweisen, gebrauchen sie schlechthin das ihnen von Gott angebotene Geschenk. Selbst Gott hat doch ihnen diese Möglichkeit in ihre Hände dargereicht, d.h. diese wunderbare Art und Weise, wann sie ihr „Zwei-zu-Einem-Fleisch-Werden” erleben können.
– Gott reicht ihnen diese Gabe in erster Linie dazu, dass sie auch auf diese Weise lieben können, und nicht dazu, dass infolge einer jeden Geschlechtsvereinigung weitere Nachkommenschaft ins Leben geweckt wird. Gott verlangt von ihnen nur das eine: dass sie kein Hindernis dieser Dynamik des Aktes aufstellen, die sich jedes Mal auf elterliche Potentialität aufschließt. Daher sammeln sie sich wirklich darauf, dass sie sich gegenseitig lieben, indem sie sich dann aneinander in Ganzheitlichkeit ihrer Personen dahinschenken. Mit anderen Worten, sie unternehmen die eheliche Vereinigung immer nur als volle Vereinigung: ob an Tagen der Fruchtbarkeit, oder der Unfruchtbarkeit.

Selbst das Bewusstsein darum, dass die Empfängnis am bestimmten Zyklustag aufgrund biologischer Gegebenheiten unmöglich erfolgen kann, hindert sie nicht, dass sie sich völlig vereinigen – samt der selbstverständlich auch dann im Erleben des Mannes erfolgenden weitest möglich werdenden Aufschließung für Leben, was die Struktur und Dynamik des Aktes angeht.
– Die Tatsache selbst, ob die Empfängnis stattfindet oder nicht, zählt bei der ethischen Wertung des Aktes nicht. Da aber die Gatten danach suchen, dass sie „ihr-Selbst-besitzen” und „ihrem-Selbst-herrschen”, willigen sie ohne zu stöhnen darauf ein, ihren Verkehr an Tagen der möglich werdenden Empfängnis aus höheren Gründen aufzugeben, sollte es auch mit Verzicht auf eine bisweilen sehr erwünschte Vereinigung zusammenlaufen.

Beide bleiben schlechterdings „frei”: sie können verkehren – aber müssen es nicht. Trotzdem lieben sie nun einmal – sowohl in einem, wie im anderen Fall. Sie bestätigen ihre Liebe damit, dass sie sich einander dahinschenken gemäß der Wahrheit-ihrer Personen, die sich also nicht dazu verknechten lassen, ihre gegenseitigen Liebe-Erweise nur auf das genitale Ausmaß ihrer Beziehungen herabzuführen.

Bei Verhütung

Darin besteht der grundsätzliche Unterschied zwischen Anwendung einer natürlichen Methode – und der Entfruchtung des geschlechtlichen Aktes. Daselbst können auch die zwei Verhaltensweisen unmöglich aufeinander herabgeführt werden.
– Die Verhütung der Schwangerschaft und allerlei sexuelle Ersatzformen streben auf durchschaubar formulierte Art und Weise nach dem einen: die Prokreationsfähigkeit überhaupt zu  vernichten und sie zu zerstören. Wenn nicht für die Dauer, so zumindest für jetzt und das Sofort. So ist der „Instant-Sex”, der von Würde des Menschen, und umso mehr des in Treue gelebten Ehe-Bundes nichts hören will.

Indessen – wie auf unserer WEB-Site immer wieder hervorgehoben wird: Gott hat die Ehe – und nur die Ehe, mit dem Akt der Vereinigung der beiden Gatten beschenkt, nicht mit ‘Sex-um-des-Sexus’ willen.
– Bei ‘Sex-Praktiken’ sammelt sich das Ziel der Betätigung dieser beiden (oder zumindest eines von diesen beiden) geradeaus um den ‘Sexus’, so dass der Person an sich kaum eine Bedeutung gewidmet wird.
– Dagegen beim Erleben des ehelichen Aktes als Vereinigung, die lange dauern soll, mit Aufmerksamkeit konzentriert um das Herz dieses anderen, geht es um jeden Preis tatsächlich um die Vereinigung als solche. Sie soll sakramental erlebt werden: ist doch die Ehe Sakrament-der-Ehe, daher soll auch der Vereinigungsakt in heiligmachender Gnade erlebt werden. Es kann hier niemals um eine sog. ‘Biologie-Physiologie-der-Liebe’ gehen.

Anlass zur soeben erwähnten, beinahe verbissenen Verhaltensweise angesichts der in die Geschlechtlichkeit unzerstörbar eingeprägten elterlichen Zeugungskraft ist letztlich der Zwang des „Fleisches und Geschlechts”. Die Verhaltensweisen der Partner werden dann vom Götzen des Sexus gesteuert, dem die beiden Ehren huldigen, indem sie das geschlechtliche Ausleben als höchsten Wert halten.
– Bei elterlich-widrigen Praktiken ist es klar ersichtlich, dass die wahre Liebe vom Horizont des Denkens verschwindet. Natur der Liebe ist es doch: bedingungslose Gabe-für-die-Person dieses „um seines Selbst willen”, bis zum Tode Geliebten, zu werden und zu bleiben.
– Dagegen die Entfruchtung zeugt untrüglich davon, dass es den Partnern allein um Zugang zum „Fleisch und Geschlecht” geht, nicht aber um das „Herz”. Triebfeder allen Handelns wird hier das eine: das Geschlecht – dieses anderen, wie auch das eigene – an sich zu reißen, um sich daran auszuleben. Es zu „haben” – zur Befriedigung des eigenen „Ich”! Dieser andere als Person sinkt auf weiten Hintergrund herab. Mehr präzise gesagt: dieser andere existiert überhaupt nicht. Ist er aber dennoch da, so gilt er als ‘Instrument-Sache-zum-selbstsüchtigen-Austoben-daran’ – über die dank ihm erwirkte ... Masturbation.

Die gegenseitige Beziehung wird dann allein aufgrund des Verhältnisses aufgebaut: Fleisch-zu-Fleisch, Leib-zu-Leib, Sex-zu-Sex. Die beiden erfahren so eine einschneidende Verwundung ihrer Würde als Personen. Der Mensch kann nicht auf allein eine „Sache-zum-Ausnützen” herabgeführt werden. Ungeachtet der Stufe der schnöden Misshandlung ihrer personalen Würde, bleiben sowohl er wie sie unabdingbar Person: Subjekt, also nicht Objekt-Sache.

Sexuelle Verhaltensweisen, die hauptsächlich dazu unternommen werden, um die sexuelle Spannung auszulösen bzw. sie zu entladen, werden beim Menschen niemals zu „tierischen” Betätigungen: eines Männchen – dem Weibchen gegenüber. Das Männchen kopuliert mit dem Weibchen aufgrund des ihm eingeprägten Instinkts: um der Arterhaltung willen.
– Dagegen der Mensch bleibt dauernd Person: begabt mit Vernunft, Willen – und bleibt außerdem unabtrittbar und unabdingbar zurechnungsfähig. Nur der Mensch ist zur Liebe befähigt. Liebe, ähnlich wie Sünde, ist Vorrang der menschlichen Person. Bei Tieren kann „Liebe” nicht entstehen, da bei ihnen die Grundvoraussetzung dafür fehlt: die Freiheit in Selbstbestimmung:

„Nur die Person kann lieben, und nur die Person kann geliebt werden. Diese Feststellung ist zunächst ontologischer Natur (= sie kommt vom Sein selbst hervor). Aber in weiterer Folge taucht daraus eine Feststellung ethischer Natur hervor. Die Liebe ist ontische und ethische Pflicht der Person. Die Person soll geliebt werden; denn allein Liebe entspricht dem, wer Person ist. So erklärt sich das Gebot der Liebe ...” (MuD 29).

Die Tiere gehen auf keine Verhütung über. Anderseits kann die Kategorie der ethischen Verantwortung auf Tiere unmöglich bezogen werden. Heiligkeit, und anderseits Sünde – sind Vorrang allein des Menschen.
– Flieht sich der Mensch zur „Technik”, um die Potentialität, Leben wecken zu können – auszuschließen oder sie überhaupt auszurotten, werden die derartigen Betätigungen Umsturz der der menschlichen Person eigenen Natur. So was wird in der Tierwelt nicht begegnet! Nur der Mensch ist imstande, sich selber bewusst und aufgrund der eigenen Wahl in Niederlage zu versenken, die sich gleichsam unterhalb dem ‘Boden’ aller Schöpfung ausweitet. So ein „Geschick” würde Gott, der Liebe und Leben ist, seinem lebendigen Ebenbild offenbar niemals anbieten !

Darin besteht das die menschliche „Natur” vernichtende Wirken desjenigen, der der Böse ist. Er hasst sowohl das Leben, wie umso mehr die Liebe. Die mit Verhütung Benommenen leben die Mentalität (Verhaltensweise), die entschieden gegen das Leben ausgerichtet ist (anti-life-mentality). Den Hauptposten nimmt hier der künstlich vom Menschen auspräparierte „Sexus-um-des-Sexus-willen” ein. Für ihn kommt die Person – ob die eigene, ob die des Partners – nicht in Rechnung angesichts des Zwanges der Begehrlichkeit und des Fleisches, die als „Sex-instant” gesucht werden (Sexus schon-gleich-sofort).

Der Sexus wird zur autonomen Größe. Seine ungestümen Bedürfnisse drängen sich so sehr „schon gleich, für sofort” auf, dass diese beiden nach seiner Befriedigung im wörtlichen Sinn „über Leichen” ihrer potentiellen oder gar schon empfangenen Kinder streben. Sollte nämlich die Verhütung „versagen”, selbst diese abortive, finden es solche Partner als problemlose Frage (bzw. sie möchten sich das zumindest einreden, indem sie an die ewigen Folgen ihres solchen Verhaltens nicht-zu-denken suchen), dass das empfangene Kind mit einem „harmlosen Eingriff” des Schwangerschaftsabbruchs einfach „abgeschafft” wird oder soll, bzw. sie ‘erledigen’ es mittels der Todespille in der Art eines „RU-486” (Mifepriston-Mifégyne; EllaOne; u.dgl). Die ganze Technik wird in den Dienst des „Sexus um des Sexus willen” eingespannt: des sexuellen Auslebens, wann nur die Lust dazu kommt – alles gleich, um welchen Preis es geschieht, sollte es auch über das Blut der eigenen Babies geschehen ...

Anwendung natürlicher Methoden

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Erklärung

Im Gegenteil dazu: wird nach einer natürlichen Methode der Empfängnisregelung gegriffen, verhalten sich Mann und Frau angesichts der Prokreationsfähigkeit mit höchster Ehrerbietung. Sie halten die Befähigung selbst: ein Kind zeugen zu können – für eine besondere Gabe Gottes und zugleich Promotion ihres Mensch-Seins.
– Kommt es dann dazu, dass die Empfängnis distanziert werden sollte, verzichten sie an Fruchtbarkeitstagen auf geschlechtlichen Verkehr ohne Verbitterung. Bewusst darum, dass sie sich zurzeit auf keine Empfängnis einstellen können, fällen sie in ihrer inneren Freiheit die Wahl – Jetztzeit keine Formen geschlechtlicher Liebe zu unternehmen, also ab dem Zeitpunkt an, wann sich Signale melden, die auf die schon bestehende Empfängnismöglichkeit hinweisen. Sie verhalten sich in dieser Zeit zueinander jungfräulich – wie in ihrer Brautzeit; und offenbar ohne auf irgendwelche Ersatzformen zu überspringen.
– Diese Verhaltensweise setzen sie fort, bis dann Unfruchtbarkeitstage wiederkehren, an denen sie ihren ehelichen Verkehr neuerlich unternehmen können. Sie danken Gott für die ihnen geschenkte Möglichkeit, die gegenseitige Nähe überhaupt erleben zu dürfen – sowohl wann sie sich vereinigen, wie auch dann, wenn sie einzig in ehelicher Umschließung verbleiben – ohne nach genitalen Liebkosungen zu greifen.

Das Erleben der gegenseitigen Nähe wird so zu dauernder Gelegenheit, die Prüfung in Bezug auf die Qualität der Liebe zu bestehen: ob sie ein Dasein-‘für’ ist, oder auch, falls sie dem Zwang des Fleisches erliegen sollte, in Besitz-Ergreifen des Terrains des „Fleisches und Geschlechts” entartet. In diesem Fall wäre es nämlich auspräparierter Sexus, inwiefern er von der lebendigen Person abgetrennt erlebt wäre als nur sekundäres Element angesichts des allmächtigen Sexus.

Das Lehramt der Kirche scheut sich demnach nicht, auch offen auf die Frage nach dem diametralen Unterschied einzugehen, der zwischen der Anwendung von Verhütung – und der Unterordnung der ehelichen Beziehungen unter den biologischen Fruchtbarkeitsrhythmus besteht. Zwar ist das letztliche Ergebnis in beiden Fällen ähnlich: im Fall der nicht-beabsichtigten Empfängnis wird es tatsächlich keine Schwangerschaft geben sowohl infolge deutlich unternommener elterlich-widriger Maßnahmen, wie infolge des Verkehrs nur an Unfruchtbarkeitstagen. Dennoch der Weg, auf dem dieses Ziel erreicht wird, ist diametral entgegengesetzt.

Mann könnte hier noch eine andere Analogie heranziehen: zwischen dem natürlichen Tod – und diesem infolge der Tötung. Die letztliche Folge ist in beiden Fällen dieselbe: sowohl in diesem, wie in anderem Fall – hört jemand zu leben auf. Nur dass der Tod im ersten Fall die natürliche Beendung des Lebens darstellt, dagegen in diesem anderen Fall kommt der Tod infolge eines Verbrechens zustande.

Verhütung: Zerstörung des Offenbleibens auf Elternschaft

Verhütung der Schwangerschaft – und natürliche Familienplanung unterscheiden sich vor allem an der entgegengesetzten Stellungnahme angesichts der Prokreationsfähigkeit als solcher. Demzufolge können diese beiden Stellungen unmöglich auf gemeinsamen Nenner herabgeführt werden.

(0,18 kB)  Bei elterlich-widrigen Betätigungen wird die Prokreationsfähigkeit an sich überhaupt als Übel betrachtet, das es mit aller Kraft und Wut zu zerstören gilt. Das Kind wird hier als grundsätzliches Verhängnis für das partnerische Verhältnis anerkannt, das das sexuelle Ausleben stört.

(0,18 kB)  Im Gegenteil dazu, bei Anwendung einer der natürlichen Methoden bejahen die beiden die Prokreationsfähigkeit mit höchster Ehrachtung und Liebe. Taucht bei ihnen die Not auf, dass Empfängnisse geregelt werden müssten, verletzen sie nicht nur keineswegs diese Befähigung, sondern sie verzichten fügungsvoll schlechtweg auf das Erleben ihrer geschlechtlichen Nähe an Fruchtbarkeitstagen, indem sie den Verkehr nur auf Unfruchtbarkeitstage verlegen.
– Sie widersetzen sich also keineswegs dem Vermögen selbst, Nachkommenschaft zeugen zu können, sondern sie passen ihre Liebe-Erweise an – an den ihnen von Gott, und nicht vom Menschen, noch von der Medizinwissenschaft, geschenkten biologischen Rhythmus.

Sache der Eheleute bleibt dauernd das eine: den Akt der Vereinigung so zu erleben, wie sie ihn vorfinden: und zwar immer als unverkürzte Vereinigung, ohne ein Hindernis dem natürlichen Ablauf ihrer sich gelöst entfaltenden Struktur und Dynamik aufzustellen.

So wird die Wirklichkeit der ehelichen Nähe immer wieder auf unserer Seite dargestellt und hervorgehoben: Gott bietet den Eheleuten nicht den ‘Sexus’ als ‘Sexus’ an, sondern den „Akt ihrer Vereinigung”.
– Ziel und Bestimmung bei unternommenem Akt der Vereinigung bleibt die Person: die voller Gottes und des Menschen Friedens, tatsächliche Vereinigung dieser beiden.
– Dagegen bei betriebenem ‘Sexus’ – bleibt allem entgegengesetzten Einreden sich selber, die Person – sowohl die eigene, wie dieser des anderen, ganz unwichtig. Die Aufmerksamkeit sammelt sich um den ... ‘Sexus’. Die Betätigung wird dann im Prinzip schnell erledigt. Sie strebt ein maximales sexuelles Ausleben an, nicht aber eine friedvolle, lange und mit Gottes Segen anhaltende Vereinigung dieser beiden.

Wenn die Gatten auf die Stimme Gottes hören und die innere Friedensordnung umfangen, wie sie von Gott in die Unternehmung des Vereinigungsaktes eingeprägt wurde, und demzufolge allein Tage der Unfruchtbarkeit benutzen, bewahren sie dabei im Herzen jedesmalig trotz allem eine vollwertige Bereitschaft, sofort ein Kind anzunehmen, falls es auf nicht beabsichtigte Weise zur Empfängnis kommen sollte – z.B. infolge einer fehl gegangenen Beurteilung der Signale, die – wie sie meinten – für Unfruchtbarkeit sprechen sollten.

Sollte in diesem Fall solche Schwangerschaft im schlimmsten Fall selbst einer tödlichen Lebensgefährdung der Mutter gleichkommen, sind sich doch diese beiden bewusst, dass alle menschliche Macht hinsichtlich des Neuen Menschen ab seiner Empfängnis an – schlechthin zu Ende gelaufen ist. Das Zur-Existenz-Kommen des Kindes wird dann umso mehr zur Erprobung der Qualität der Liebe dieser beiden: ob das von ihnen unternommene Erleben ihrer gegenseitigen Nähe im Rahmen des Sakraments der Ehe – „Gabe” gewesen war, oder auch selbstsüchtige „Aneignung”.

Daher versuchen sie, trotz der schwerwiegenden Prognosen, umso mehr weit offenstehende Gabe für das an ihr Herz pochende Kindlein zu bleiben. Die Empfängnis des Kindes wird Frucht ihrer ganzheitlichen Selbsthingabe aneinander: Frucht ihrer Liebe als „des Wegs zu zweit zum Haus des Vaters”. Indem sie die Gabe des Lebens annehmen, bereiten sie in ihrem Herzen den Platz letztlich immer für Jesus Christus selbst vor – unabhängig vom Preis, den es ihnen demzufolge für sich selbst zu bezahlen gilt.


Die Äußerungen des Lehramts der Kirche über den wesentlichen Unterschied zwischen Verhütung der Schwangerschaft – und anderseits der natürlichen Empfängnisplanung sammeln sich darauf, dass sie die diametral entgegengesetzten Haltungen angesichts der Prokreationsbefähigung hervorheben.

Im Fall gegen-elterlicher Maßnahmen bauen die Partner mit Hilfe technischer Mittel eine Sperre auf, also ein Hindernis, das sie vor der Empfängnis, bzw. vor der Entwicklung eines schon entstandenen Menschen „absichern-schützen” soll. Dieses Hindernis ist nicht Folge biologischer Regelmäßigkeiten, sondern wird von diesen beiden erst aufgestellt. Es hängt also ausschließlich vom freien Willen dieser beiden ab.
– Die Absicht der Partner zielt das gewaltsame „Zurückdrehen der Fruchtbarkeits-Uhr” ab, um die Zeugungsfähigkeit überhaupt abzuschaffen. Die Partner benutzen hier keinesfalls die natürlichen Signale der zeitweilig schwindenden Empfängnismöglichkeit, sondern sie greifen direkt in diese Fähigkeit selbst ein, indem sie weniger oder mehr raffinierte Methoden anwenden, um das Offenbleiben des Aktes auf elterliche Potentialität zu zerstören.

Natürliche Methoden: Anpassung der Zeichen der Liebe

Kommt die Notwendigkeit zum Vorschein, dass die Gatten sich auf eine Empfängnis nicht einstellen können, unternehmen sie nicht nur keine Handlungen, um die elterliche Potentialität des Aktes auszuschließen. Im Gegenteil, sie lassen sie intakt, so dass sie sich bei jedesmaligem Akt ihrer Vereinigung in ihrer vollen, mit nichts betrübten Fülle entfalten kann. Die Zeiten der Empfängnisse regeln sie nicht über das Eingreifen in den Ablauf des Aktes, sondern über das zeitweilige Aufheben des Verkehrs. So meiden sie die Empfängnis, die sie sich zurzeit nicht erlauben können. Mann und Frau lassen also die Struktur und Dynamik des Aktes immer völlig intakt da sein. Sie regeln die Empfängnisse nur mittels der zeitweiligen Verlegung des Aktes, indem sie die Zeichen ihrer Eheliebe an den unabhängig von ihrem Wissen und freiem Willen funktionierenden biologischen Fruchtbarkeitsrhythmus anpassen.

Solche Haltung benötigt natürlich ein wenig Enthaltsamkeit, um „seinem-Selbst-zu-herrschen”, zumal gerade die ‘mehr attraktiven’ Fruchtbarkeitstage gerade da sind, an denen der Verkehr in der Regel leichter und angenehmer zu sein pflegt, als an Unfruchtbarkeitstagen („trocken”). Indem sie aber auf die Möglichkeit: verkehren zu dürfen – verzichten, tun sie es um höherer Beweggründe der Liebe willen, die sie nicht entehren möchten. Ihre „Sprache des Leibes” ist dann an Fruchtbarkeitstagen eher sehr „leise”, und doch umso mehr innig: zart und liebend. Diese leise „Sprache des Leibes” an Tagen jungfräulichen Verhaltens zueinander wird zugleich Vorbereitung zu umso freudigerem Erleben ihrer Gemeinschaft an Tagen der biologischen Unfruchtbarkeit, wann sie ihren Leib mit voller Gelöstheit die Intensität ihrer Liebe auszusagen lassen, die im Erlebnis des Ehemannes, aber ebenfalls der ihn aufnehmenden seiner Gattin, auch dann weit für das Leben offen bleibt.

Abhängig oder unabhängig vom Willen bestehendes Hindernis

Gerade dieser Aspekt der Frage: das Hindernis für die Prokreationsfähigkeit, inwiefern es vom freien Willen des Menschen abhängig ist – oder auch Benutzung der zeitweilig schwindenden Prokreationsfähigkeit, die weder vom Wissen, noch vom freien Willen des Menschen abhängt, bestimmt die ethische Beschaffenheit der Methoden der Schwangerschaftsverhütung – im Unterschied zur Anwendung einer natürlichen Methode. Diese Tatsache wird auch in den diesbezüglichen Äußerungen des kirchlichen Magisteriums gehörig hervorgehoben:

„Sie bleiben auch sittlich korrekt (die ehelichen Akte) bei voraussehender Unfruchtbarkeit, wenn deren Ursache keineswegs im Willen der Gatten liegt; denn die Bestimmung dieser Akte, die Verbundenheit der Gatten zum Ausdruck zu bringen und zu bestärken, bleibt bestehen.
– Wie die Erfahrung lehrt, geht tatsächlich nicht aus jedem ehelichen Verkehr neues Leben hervor. Gott hat ja die natürlichen Gesetze und Zeiten der Fruchtbarkeit in seiner Weisheit so gefügt, dass diese schon von selbst Abstände in der Aufeinanderfolge der Geburten schaffen.
– Indem die Kirche die Menschen zur Befolgung der Gebote des natürlichen Gesetzes (im Sinn: der Natur der personalen Liebe zwischen Mann und Frau; EL 310f.; ebd., 310-323) ermahnt, das sie in ihrer beständigen Lehre auslegt, lehrt sie, dass es notwendig ist, dass ‘jeder eheliche Akt’ von sich aus auf die Erzeugung menschlichen Lebens hingeordnet sein muss” (HV 11).

Man soll dauernd merken, dass der Hauptzweck des Verkehrs im Fall des Menschen nicht in Prokreation besteht, sondern im Erweis der ganzheitlichen Person-Hingabe. Nur dass es keine andere Art und Weise gibt, die Ganzheitlichkeit der beiderseitigen Gabe aneinander zu erweisen, sooft sie beiden dieses Mal ihr Eins-Sein-in-Liebe mit geschlechtlicher Vereinigung zu besiegeln vor haben, als indem diesem Akt das völlige Offenbleiben für elterliche Potentialität beibehalten wird.


Erweis der „Liebe” in der Ehe ist nicht der geschlechtliche Akt als solcher.
– Es bestehen verschiedenartige Liebe-Erweise zwischen Ehemann und Ehefrau, die die Geschlechtsorgane nicht einsetzen. Dies gilt von verschiedenen Formen der ehelichen Zärtlichkeit, die nicht auf Herrufen einer sexuellen Erregung berechnet sind, und die doch Erweise einer tiefsten ehelichen Verbundenheit darstellen und diese beiden auf Ebene sowohl des Herzens, wie der Seele innigst vereinigen. Hier gehören z.B. Worte der Ermutigung, die diese beiden untereinander austauschen, beiderseitige Geschenke, Blicke die gut tun, ein andermal ein liebevolles Streicheln oder Anschmiegen, das nicht auf Auslösung von Erregung abzielt. Es kann ein voller feinfühliger Liebe, nicht erregender Kuss sein; u.dgl.

Anders gesagt: es gibt unterschiedliche Zeichen der ehelichen Verbundenheit, die sich zwar auf dem Nährboden der geschlechtlichen Unterschiedlichkeit von Mann und Frau in der Ehe heranbilden und doch die elterliche Ausrichtung ihres Ehebundes diesmal nicht einsetzen.

Entscheiden sich diese beiden aber im anderen Fall darauf, die Liebe sich gegenseitig im Zeichen ihrer geschlechtlichen Vereinigung zu äußern, setzen sie unabwendbar nicht nur ihre gegenseitige Liebe-Verbundenheit ein, sondern unausbleiblich auch die elterliche Ausrichtung ihres Ehe-Bundes.

Als Ehegatten „müssen” sie nicht gerade auch geschlechtlich verkehren. Der Geschlechtsverkehr ist ihnen vom Schöpfer der Ehe als Gabe geschenkt worden. Es ist ein Können-Dürfen für sie, d.h. sie dürfen sich auch geschlechtlich vereinigen, diese ist für sie aber keine Nötigung.
– Allerdings wenn sie dieses Mal ausgerechnet nach diesem Liebe-Erweis greifen, erwartet der Schöpfer von ihnen daselbst, dass sie sowohl die Ganzheitlichkeit der Struktur ihres Eheaktes, als auch die mit nichts gestörte Ganzheitlichkeit der sich vollends spontan entwickelnden Dynamik ihres Eins-Werdens walten lassen: von Anfang an bis zum spontanen Abklingen ihres Eins-Seins.

Jedesmaliges Betreten des Geschlechtsbereiches, der niemals zum Besitztum des Menschen, darunter auch von Mann und Frau als Ehepaares, übergeht, sondern nur zur verantwortlichen, zeitweiligen Verwaltung geschenkt wird, wird früher oder später von dem einzigen Eigentümer des Menschen abgerechnet werden: von Gott, als dessen Ebenbild und Ähnlichkeit der Mensch erschaffen worden ist.
– Diese Feststellung bedeutet in keinem Fall Demütigung des Menschen, sondern fördert gerade sein inneres Wachstum und bereichert seine Würde.

Anderseits, die Absicht allein: dass Jetztzeit die Empfängnis folgt, darf nicht zum Hauptzweck des unternommenen Eheaktes werden. In solchem Fall würde nämlich der Akt der Vereinigung seinen Charakter als Liebe-Gabe einbüßen. Das Kind, auch dieses nur potentielle – darf nicht auf die Rolle eines Mittels, d.h. eines Werkzeugs-Mittels herabgewürdigt werden, um über seine Empfängnis hinaus ein anderes, höheres Ziel zu erreichen. Der Empfangene wäre in solchem Fall rein instrumental betrachtet, was unannehmbar ist und der Würde aller hierin Beteiligten widersprechen würde. Die Frau darf nicht als Weibchen behandelt werden, das es zu „besamen” gilt. „Besamungen” dürfen bei Pflanzen und Tieren unternommen werden, niemals aber im Fall des Menschen.

Der Mensch ist zuallererst Person: begabt mit der ihm eigenen Menschen-Würde. Diese äußert sich vor allem in den drei unabdingbaren Befähigungen des Geistes:

(0,3 kB)  dem Vermögen seines Selbst-Bewusstseins (Verstand, Vernunft),
(0,3 kB)  seiner Selbst-Bestimmung (freier Wille),
(0,3 kB)  und dem dritten unabtrittbaren Vermögen, das gleichsam Resultante dieser beiden ist:
!empt (0 kB)dem Vermögen Verantwortlichkeit auf sich nehmen zu können.

Erst dank diesen Eigenschaften des Geistes, die selbstverständlich nicht gerade aktiviert werden müssen (wie es z.B. im Schlaf der Fall ist, bei Ohnmacht; wenn das Baby gerade erst empfangen worden ist, usw.), ist der Mensch – eben Mensch mit seiner unüberbietbaren Würde als Person.
– Außerdem, jedes Menschenkind wird im Zeitpunkt selbst seiner Empfängnis daselbst zugleich auch noch zur Höhe des Schöpfers selbst erhoben. Der betreffende Empfangene wird nämlich in selber Stunde berufen, „Subjekt des Bundes und Partner des Absoluten” zu werden (ML 77).

Indem also die Zielsetzung des ehelichen Aktes nicht auf der „Besamung” der Ehefrau als Weibchens beruhen darf, so dass sie also nicht gleichsam eine „Zeugungs-Maschine” behandelt werden darf, muss er sich umso deutlicher, gemäß seiner Struktur und Dynamik, als Betätigung konzentrieren, die dem eingegangenen Liebe-Bund entspringt: auf gegenseitiger, vom freien Willen und untrüglich treu verwirklichter Liebe. Die Nachkommenschaft möchte den Gatten von Gott immer als Blüte geschenkt werden, die gleichsam „unterwegs, laufend am Weg” ihres ehelichen Eins-in-Liebe, aufkommt. Das Kind soll als Ver-Ewigung der Macht der ehelichen Personen-Kommunion zutage kommen: ihres „Zwei-zu-Einem-Fleisch-Geworden-Seins”.

Daher wehrt den Eheleuten weder Gott, noch die Kirche, an Unfruchtbarkeitstagen verkehren zu dürfen. Auch dann nicht, wenn die Gewissheit besteht, dass die Empfängnis an diesem bestimmten Zyklustag biologisch gesehen – unmöglich erfolgen kann.

Aufgabe der Eheleute beim Vollzug ihrer geschlechtlichen Vereinigung ist dauernd das eine: tatsächlich in Ganzheitlichkeit der bedingungslosen Selbsthingabe einander zu lieben. Und das tun sie auch, indem sie dem Werdegang ihres Aktes freien Lauf sein lassen.
– Dasselbe betrifft u.a. unfruchtbare Ehepaare, wie auch Eheleute in vorangeschrittenen Lebensjahren. Die Kirche hat ihnen niemals den Geschlechtsverkehr untersagt. Ihr Verkehr bleibt ethisch korrekt, gesegnet und sakramental, obgleich es dann keinen Zweifel gibt, dass die Lebensweitergabe in der Ehe dieser beiden (schon) unmöglich geworden ist.

Ob die Kirche sich selbst widerspricht

Paul VI. knüpft folgender an den Einwand an, dass die Stellungnahme der Kirche angesichts der Kontrazeption – und Anwendung der natürlichen Methoden scheinbar widersprüchlich ist:

„Tatsächlich handelt es sich um zwei wesentlich unterschiedliche Verhaltensweisen.
– bei der ersten (natürliche Methoden) machen die Eheleute von einer naturgegebenen Möglichkeit rechtmäßig Gebrauch;
– bei der anderen dagegen (Entfruchtung des Verkehrs), hindern sie den Zeugungsvorgang bei seinem natürlichen Ablauf.
Zweifellos sind in beiden Fällen die Gatten sich einig, dass sie aus guten Gründen Kinder vermeiden wollen, und dabei möchten sie auch sicher sein, dass ein Kind nicht empfangen werden wird.
– Jedoch ist zu bemerken, dass nur im ersten Fall die Gatten sich in fruchtbaren Zeiten des ehelichen Verkehrs enthalten können, wenn aus berechtigten Gründen ein weiteres Kind nicht gewünscht wird. In den empfängnisfreien Zeiten aber vollziehen sie dann den ehelichen Verkehr zur Bezeugung der gegenseitigen Liebe und zur Wahrung der versprochenen Treue.
– Wenn die Eheleute sich so verhalten, geben sie Zeugnis einer wahren und völlig rechten Liebe” (HV 16).

Dieselbe Frage wird auch von Johannes Paul II. aufgegriffen. Er betont zwei extrem entgegengesetzte Typen der Mentalität hinsichtlich der Einstellung angesichts des Lebens überhaupt: die Mentalität, die sich „für” das Leben behauptet – und diese, die „gegen” das Leben auftritt.
– Er bespricht auch die oft vorgeschobenen Einwände, die gegen die Weitergabe von Leben überhaupt, und daselbst für Verhütung sprechen sollen. Er stellt fest, solche Haltung zeuge davon, dass deren Vertreter „das geistige Reichtum eines neuen menschlichen Lebens nicht mehr begreifen (können) und es wegwerfen” (FC 30). Er weist zugleich auf die letztliche Quelle dieser Mentalität hin, die angesichts des Lebens als Lebens überhaupt eine so sehr negative Stellung einnimmt:

„Der letztliche Grund solcher Mentalität ist die Abwesenheit Gottes in Herzen der Menschen, dieses Gottes, dessen Liebe allein stärker ist als alle möglichen Befürchtungen der Welt, und die sie allein überwinden kann” (FC 30; vgl. EV 10-28).

Dann geht Johannes Paul II. auf zwei unterschiedliche Haltungen angesichts der Frage der Fruchtbarkeit über, u.zw. die Verhütung – und diese, die sich für die Elternschaft öffnet:

„Wenn dagegen die Ehegatten, indem sie sich an Zeiten der Unfruchtbarkeit anpassen, den untrennbaren Zusammenhang des Sinngehaltes von Vereinigung und Zeugung bei der menschlichen Geschlechtlichkeit respektieren, handeln sie als ‘Diener’ Gottes Vorhabens und ‘wenden’ die Geschlechtlichkeit an gemäß ihrer ursprünglichen Dynamik der ‘ganzheitlichen Beschenkung’, ohne Manipulation und Entstellungen” (lat.: „Cum coniuges, contra, per usum temporum infoecundorum observant nexum indissolubilem...”; die deutsche offizielle Übersetzung ist hier einmal mehr ungenau !) (FC 32).

Johannes Paul II. hebt wiederholt den Sinn hervor, wie er in den Akt des ehelichen Verkehrs eingeprägt worden ist: er soll Ausdruck der Liebe als Hingabe sein. Gerade diese Liebe als Gabe wird bei Anwendung jeglicher Kontrazeption zerstört. Der Heilige Vater ermutigt Ehepaare, Vertreter verschiedener Spezialitäten der Wissenschaft und die Theologen, dass sie ihre Bemühungen zum Wohl der Ehe untereinander vereinigen:

„Im Licht der Erfahrung so vieler Ehepaare und der Ergebnisse der verschiedenen Humanwissenschaften kann und muss die Theologie den anthropologischen und gleichzeitig moralischen Unterschied erfassen, und dann hervorheben, der zwischen der Empfängnisverhütung und dem Rückgriff auf die rhythmischen Zeiten besteht. Es handelt sich hier um einen Unterschied, der wesentlich größer und tiefer ist, als man gewöhnlich meint, und der letzten Endes zwei sich gegenseitig ausschließende Konzepten von Person und menschlicher Geschlechtlichkeit betrifft.
– Die Wahl des natürlichen Rhythmus (d.h. der zeitweiligen geschlechtlichen Enthaltsamkeit – im Gegenteil zur Verhütung), zieht nämlich die Bejahung des Zyklus der Person mit, das heißt der Frau, und demzufolge die Bejahung des Dialoges, der gegenseitigen Achtung, der gemeinsamen Verantwortung, des Herrschens seiner Selbst. Die Annahme des Zyklus und des Dialoges heißt ferner, die zugleich geistige und körperliche Beschaffenheit der ehelichen Kommunion anerkennen, wie auch die personale Liebe in Treue zu leben, die von ihr beansprucht wird” (lat.: „Usus cyclorum naturalium secum infert etiam acceptionem temporum ipsius personae, id est mulieris...”) (FC 32).

Der Heilige Vater erwähnt dabei noch weitere Vorteile der zeitweiligen Verlegung des ehelichen Verkehrs. Sie trägt zur Bereicherung der beiderseitigen ehelichen Beziehungen bei, indem verschiedene Formen von Zärtlichkeit und Feingefühl entwickelt werden, die den genitalen Bereich der ehelichen Intimität nicht einsetzen.

Und endlich, um die Vorteile, die mit Anwendung der natürlichen Methoden zusammenhängen nochmals kontrastierend darzustellen, hebt der Petrus unserer Zeit noch einmal die zerstörerischen Folgen der Verhütung hervor:

„So wird (bei Anwendung der natürlichen Methoden) die Geschlechtlichkeit in ihrem wahrhaft und voll menschlichen Ausmaß geachtet und gefördert, sie wird dagegen nicht als ‘Gegenstand’ – ‘gebraucht’, das – indem es die personale Einheit von Seele und Leib zerstört, in das Erschaffungswerk Gottes selbst in seiner tiefsten Zusammenknüpfung von Natur und Person schlagen würde” (FC 32).

Die besprochenen Erwägungen lassen wohl besser die unbeugsame Stellungnahme der Kirche in Frage der elterlich-widrigen Betätigungen verstehen. Falls die Empfängnis verlegt werden soll, gibt es für die Eheleute keine andere Art und Weise, dass sie „sie-Selbst” bleiben, als nur, indem sie ihre Beziehungen an die ihnen von Gott geschenkten Fruchtbarkeits- bzw. Unfruchtbarkeitstage anpassen, ohne den natürlichen Ablauf des Aktes der Vereinigung irgendwie zu entstellen.

Der Mensch bleibt immer „er-Selbst”, inwiefern er sich Gott fügt und seine Stimme hört. Nur dann entfaltet er sich im Band, das in Gottes und des Menschen Friedensordnung gedeiht.
– Erniedrigung und Verknechtung beginnt dann, wenn der Mensch sein bisheriges Vertrauen auf Gott – auf diesen versetzt, der der Böse ist: Satan. In unmittelbarer Folge der entfruchteten ehelichen Annäherung demütigen sich die Gatten immer gegenseitig, manipulieren ihre Geschlechtlichkeit und verfälschen die Ganzheitlichkeit ihres beiderseitigen Sich-Schenkens einander (FC 32). Anstatt Ausdruck von Liebe-Gabe zu sein, wird der Eheakt zu ehrenlos verwirklichter und bestätigter Verlogenheit: die beiden versichern sich dann nur die gegenseitige Masturbation – zu einzeln, oder zu zweit. Die sog. ‘Liebe’ wird dann Bezeichnung, die zur verlogenen gegenseitigen Selbstbefriedigung gebraucht wird, nicht aber zur Hingabe-sich-gegenseitig.

Ist es erdenklich, dass das Lehramt der Kirche etwas anderes, das sich Gott und dem Menschen entgegengesetzte, verlautbaren könnte und es so zu entstellen imstande wäre?

Verzierung

D.   AUS DER GESCHICHTE
DER NATÜRLICHEN METHODEN

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Es wurde schon an die ein paar bestehenden Modelle der natürlichen Methoden angeknüpft (s. ob.:  „Sinn einer Methode”). Dennoch möge es sich lohnen, an einige Einzelheiten aus der Geschichte der Methoden zu erinnern. Vielleicht ergibt es sich so von allein, warum die hier genauer besprochene Billings-Methode als besonders empfehlenswerte dargestellt wird.

Die Kalender-Methode

Die KALENDER-Methode (= Methode des Rhythmus) beruht darauf, dass die Daten der einsetzenden Perioden im Zeitraum einer gewissen Zyklenanzahl analysiert werden. Indem ein Streubereich des Eisprungstages vorausgesetzt wird, der ungefähr 2 Wochen vor der erwarteten Regelblutung erfolgt, wurde statistisch (mathematischer Durchschnitt) der Bereich der Tage angenommen, an denen die Empfängnismöglichkeit anhalten müsste – abhängig vom Zyklen-‘Typus’ der betreffenden Frau, d.h. ihres kürzesten und längsten Zyklus.

Die Kalender-Methode, die in ein paar unterschiedlichen Abänderungen weniger oder mehr genau in aller Welt bekannt ist, hängt mit Namen zwei unabhängig voneinander arbeitenden Forschern zusammen: Prof. Kyusaku Ogino aus Japan – und Dr. Hermann Knaus aus Österreich (Jahre 1929-1930).

Wie leicht vorausgesehen werden kann, ist die Kalender-Methode volens nolens sehr ungenau. Die angebotene Art und Weise, wie der Anfang und das Ende der Fruchtbarkeitstage ‘berechnet’ werden soll, beruht auf nur vermutetem, vorauszusehendem Datum der erwarteten Monatsblutung. Solchen Ausgangspunkt für irgendwelche ‘Errechnungen’ gibt es in solcher Lage überhaupt nicht, wie z.B. nach der Geburt, in Wechseljahren, bei bedeutenderer Unregelmäßigkeit, in langen Zyklen, anovulatorischen Zyklen. Es gibt keine Frau, deren Zyklenlänge immer genau gleich lange sind.

Die Temperatur-Methode

Im Laufe der ersten über 20 Jahre nach dem II. Weltkrieg ist ein neues Modell der natürlichen Empfängnisregelung erarbeitet worden: die TEMPERATUR-METHODE. Ihren Ausgangspunkt bildet die Feststellung, dass die Körpertemperatur der Frau, gemessen jeden Morgen nach ihrem Aufwachen, im ersten Zyklusteil auf der üblichen Stufe für die betreffende Frau abläuft, wogegen sie in einem gewissen Zeitpunkt – ungefähr 2 Wochen vor dem Zyklusende – markant ansteigt, um auf diesem erhöhten Niveau die übrigen Zyklentage, bis zum Einsetzen der Regel, anzuhalten.

Die Medizinwissenschaft hat diese Beobachtung schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieben, obwohl sie erst am Anfang des 20.Jahrhunderts genauer erklärt werden konnte. Es hat sich gezeigt, dass der Temperaturanstieg an bestimmten Zyklentagen mit der dann massiven Ausschüttung des Progesterons zusammenhängt, das vom Eierstock ab dem gerade erfolgenden Eisprung sezerniert wird. Das Progesteron schließt sich von nun an – an die weiter sezernierten Östrogene an, deren hohe Werte aber ab dem erfolgten Eisprung wesentlich herabsinken.

Unlösliche Schwierigkeiten für die Temperatur-Methoden

Die Temperatur-Methode verbreitete sich weit in aller Welt. Sie trug zur Lösung ethischer Probleme des ehelichen Verkehrs bei unzählbaren Ehepaaren bei. Dennoch die Temperatur-Methode hängt mit einer Reihe Schwierigkeiten zusammen, deren Überwindung ihre Möglichkeiten übersteigt

Der Temperaturablauf an sich ist zwar an sich ein wertvolles Zeichen, das die mit dem Eisprungsvorgang einhergehende Sezernierungstätigkeit der Eierstöcke widerspiegelt. Allerdings die Körpertemperatur an sich, die in diesem Fall selbstverständlich nicht unter der Achsel gemessen werden soll (allzu ungenaue Gegebenheiten), noch unter der Zunge, sondern entweder in der Scheide, oder im Anus, ist kein sog. spezifisches (wesentliches-entscheidendes-ausschlaggebendes) Symptom der Fruchtbarkeit-Unfruchtbarkeit. Der NACH-ovulatorische Temperaturanstieg stellt nur eines unter noch mehreren anderen nicht-spezifischen Symptomen des Geschlechtszyklus dar.
– Ferner, der Anstieg bzw. Fall der Temperatur kann mit mehreren Faktoren zusammenhängen, die mit dem Eisprungsvorgang nichts zu tun haben, wie es z.B. zu sein pflegt bei Erkältung, Erkrankungen mit gestiegener Körpertemperatur u.dgl. Die Temperatur kann auch infolge mancher angewandten Arzneien und anderer verschiedener physischer bzw. geistiger Faktoren steigen oder fallen.

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Erklärung

Zu einer besseren Gewissheit bei der korrekten Deutung des Temperaturanstieges, der mit dem Eisprung zusammenhängen sollte, hat die Berücksichtigung des Symptoms der Schleimaussonderung beigetragen, die an Fruchtbarkeitstagen erscheint. So ist die Genese der Sympto-Temperatur-Methode.

Die Entstehung der SYMPTO-TEMPERATUR-METHODE hängt vor allem mit dem Namen Dr. Josef Rötzer aus Vöcklabruck, Österreich, zusammen (+ 4.X.2010: im Alter 90 Jahre). Als nach-ovulatorischer Temperaturanstieg sollen nach ihm diese Temperaturen angesehen werden, die auf die Zurückbildung seit 3 Tagen des Symptoms der Ziehbarkeit des Schleimes folgen.
– Später hat er dieses Prinzip präzisiert (es ist einigermaßen Entlehnung einiger Elemente aus der Billings-Ovulations-Methode), indem er an den Schleim hingewiesen hat, der an Eiklar des Hühnereies erinnert, bzw. der als glasiger Schleim bezeichnet werden kann.

Wie aber gewissenhafte Untersuchungen bewiesen haben, die im Milieu der Ovulations-Methode in Melbourne unternommen wurden, muss angenommen werden, dass das Kennzeichen der Ziehbarkeit (Spinnbarkeit) des Schleimes keineswegs das wichtigste Merkmal Schleimes der Fruchtbarkeitstage darstellt. Noch mehr, die Ziehbarkeit kann sich als ein sehr verführerisches Symptom bloßstellen. Die Ziehbarkeit schwindet oft schon vor dem Tag des Gipfel-Symptoms (Gipfel-Tag nach der Billings-Methode) und daselbst vor dem Hochpunkt der Fruchtbarkeit. Das kann leicht zur grundsätzlichen Fehldeutung bei der Bestimmung des Endes der Fruchtbarkeitstage (nach der Temperatur-Methode) führen, usw.

Unabhängig davon, es genügt, dass die Zervixdrüsen geschädigt werden – z.B. infolge angewandter Hormonalmittel, und es erscheint überhaupt kein Schleim mit Kennzeichen, die für die Fruchtbarkeit sprechen sollten. Es fehlen ihm dann seine typischen Merkmale, bzw. er erscheint in ganz spärlicher Menge. Der Zyklus ist dann im Grund genommen unfruchtbar, trotz des zwei-phasigen Ablaufs der Temperaturen.

Eine andere unüberwindbare Schwierigkeit aller Modifikationen der Temperatur- und Sympto-Temperatur-Methode hängt mit der keinesfalls immer leicht zu fällenden Deutung des Temperaturenablaufs zusammen. Es gibt verschiedene Temperaturanstiege: deutliche, steile, treppenartige, oder andernfalls unbedeutende (z.B. vor der Menopause), so dass es schwer sein kann ihnen zu anvertrauen und sie zu deuten. Selbst eine erfahrene Beraterin kann dann schwer zur Gewissheit kommen, was die korrekte Erklärung der entstehenden Aufschreibungen angeht.

Eine zusätzliche Schwierigkeit bildet der Analphabetismus in manchen Erdteilen. Es fehlt dort das Personal, das die Temperaturkurven korrekt ablesen könnte, um eine verbindliche Erklärung zu bieten, schon abgesehen von der Frage, ein Thermometer überhaupt zu bereiten, zumal in Ländern im großen Elend, wo die Familien gerade groß zu sein pflegen und wo zugleich verschiedene Epidemien und schwere Krankheiten herrschen, die eher sparsam über die Fähigkeit Leben übermitteln zu können – verfügen heißen.

Eine weitere unüberwindliche Schwierigkeit für diejenigen, die sich nach der Temperaturmethode in ihren verschiedenen Modifikationen richten, kommt in der Nachgeburtslage zum Vorschein – vor der ersten Periode nach der Geburt. Die Temperaturanstiege, die mit dem Eisprung zusammenhängen, pflegen in dieser Zeit ganz unbedeutend und kurz zu sein und es besteht keine Gewissheit, ob sie Ausdruck des erfolgenden Eisprungs sind.
– Unabhängig davon, Temperaturanstiege können dann mit vielen anderen Umständen bedingt sein, was leicht verstanden werden kann in der Lage des erst allmählich erfolgenden Überganges auf normale Zyklizität nach der Zeit der Prägnanz und Geburt.

Eine noch weitere, für die Temperaturmethode eigentlich kaum lösbare Lage, bringen die die Menopause vorangehenden Jahre. Die Temperaturanstiege können dann so unbedeutend sein, dass man ihnen schlecht trauen kann.

Eine andere ernste Schwierigkeit in dieser Zeit hängt mit großer Zerstreuung der Zyklenlänge zusammen, wie sie für dieses Alter typisch ist.
Eine ähnliche Schwierigkeit schaffen anovulatorische Zyklen, die ab und zu bei jeder Frau vorkommen können, und immer häufiger in Wechseljahren.

Die erwähnten Schwierigkeiten sind für die Temperatur- und Sympto-Temperaturmethode unüberwindbar. Dessen tieferer Grund beruht darin, dass selbst der Temperaturablauf, Grundlage für die Bestimmung (also nicht Identifikation-Erkennung) der Fruchtbarkeitszeit, kein spezifisches Symptom der Fruchtbarkeit-Unfruchbarkeit darstellt.

Alle Abänderungen der Temperaturmethode hängen mit ihrer noch weiteren unüberwindbaren Unbeholfenheit zusammen. Der Temperaturablauf ist nämlich nicht imstande eine verbindliche Information bezüglich des ersten Zyklusteiles zu bieten: ob an Tagen nach der Periode – noch weiter die (vor-ovulatorische) Unfruchtbarkeit anhält, oder ob die Gatten schon in Fruchtbarkeitstage eingeschritten sind. Alle ‘Bestimmungen’ hinsichtlich des Endes der vor-ovulatorischen Unfruchtbarkeit und des Anbeginns der Fruchtbarkeitstage, die bei Anleitungen in immer weitere Modifikationen der Temperaturmethode angegeben werden, beruhen auf kombinierten Errechnungen: der Kalendermethode – mit einigen Elementen aus der Temperaturmethode. Sie hängen also mit Biologie nur mittelbar zusammen.

Daher muss letztlich festgestellt werden, dass die Temperatur- und Sympto-Temperaturmethode (in all ihren Abänderungen) zwar eine natürliche Methode darstellt, die aber zugleich keine biologische und keine spezifische Methode ist.

Die Temperatur-Methode in all ihren unterschiedlichen Modifikationen ist vor allem eine nur nach-ovulatorische Methode. Sie bietet die Information dar, dass der Eisprung in diesem Zyklus mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit schon vorbei ist, falls es schon etliche (3 oder 4) Punkte der höheren Temperatur gibt, die das Niveau der vorangegangenen ca. 6 niedrigeren Temperaturen überragen.

Es kann hier nur von einem gewissen Wahrscheinlichkeits-Marginale gesprochen werden, da der Temperaturanstieg nicht mit dem Eisprung zusammenhängen kann. Es passiert auch, dass nach einem Anfangsanstieg, der schon seit ein paar Tagen anhält, sich noch ein anderer Anstieg ausbildet, und erst dieser zeigt sich von der Perspektive aus des weiteren Zyklusablaufes als nach-ovulatorischer Anstieg. Solche Fälle münden leicht in eine nicht geplante Schwangerschaft.
– Die Aufschreibung der Temperaturen dient in solchem Fall eher der Beraterin, die dann dem Ehepaar beweisen kann, dass es den ersten Anstieg voreilig als schon nach-ovulatorischen Anstieg gedeutet hatte. Die Eheleute suchen selbstverständlich nach solcher Methode, die über die Möglichkeiten der Empfängnis auf dem Laufenden, und nicht erst von der Perspektive aus einer tat gewordenen Schwangerschaft zu informieren imstande ist ...

Dies sind die wichtigeren schwachen Seiten, die mit der Temperaturmethode in all ihren Modifikationen unüberwindbar zusammenhängen.
– Das soll nicht bedeuten, dass der Temperatur-Test irgendwie „übel” ist. Es werden hier nur ehrlich die Möglichkeitsgrenzen dargestellt, wie diese Methode für das Anliegen der Familienplanung angewandt werden kann.

Die Temperatur- und Sympto-Temperaturmethode wäre weiter empfehlenswert, wenn nicht inzwischen eine wesentlich bessere, und dabei einfachere Art und Weise erscheinen würde, wie Tage der möglich bzw. unmöglich werdenden Empfängnis erkannt werden können: die Billings-Ovulations-Methode.

Die Billings-Ovulations-Methode

Abgesehen von noch anderen Versuchen, Tage der Fruchtbarkeit-Unfruchtbarkeit zu bestimmen, denen es letztlich nicht gelingt, sie in eine neue, zum Allgemeingebrauch bestimmte Methode zu erarbeiten (u.a. die Methode zum Testen des ‘Speichels’; Methode mit kleinem Mikroskop; aufgrund der Abtastung am Muttermund selbst; usw.), soll insbesondere der dritte grundlegende Typus der natürlichen Methoden der Empfängnisregelung besprochen werden: die Billings-Ovulations-Methode (BOM; engl.: The Billings Ovulation Method; oder die: OMB: Ovulation-Method-Billings).

Diese Methode wurde in Australien in den 50-60-ger und darauf folgenden Jahren erarbeitet – von Prof. Dr. John J. Billings, in Zusammenarbeit mit seiner Frau, Dr. Evelyn L. Billings, und eines beachtlichen Teams vorragender wissenschaftlicher Mitarbeiter, und natürlich zahlreicher Ehepaare in aller Welt.
– Die Billings-Methode wurde schon oben, im vorigen Kapitel bündig, und doch ziemlich genau, im ersten Kapitel dieses ersten Teiles unserer WEB-Site besprochen.

Es dürfte hier nur noch einmal betont werden, dass die „Billings-Methode” nicht nur natürliche Methode ist – im Sinn, der zuvor dargelegt wurde: sie entspricht nämlich völlig der Würde und dem personalen Band zwischen Mann und Frau in der Ehe. Sie ist außerdem eine tatsächlich biologische, und darüber hinaus eine strikt spezifische Methode, was von keiner anderen unter den bisherigen natürlichen Methode gesagt werden kann.

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RE-Lektüre: I.Teil, Kapit. 2b.
Tarnów, 23.IX.2016.
Tarnów, 17.VI.2019.


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C. ANNAHME oder NIEDERTRETENG der STRUKTUR und DYNAMIK des AKTES

Bei natürlicher Methode
Bei Verhütung
Anwendung natürlicher Methoden
Verhütung: Zerstörung des Offenbleibens auf Elternschaft
Natürliche Methoden: Anpassung der Zeichen der Liebe
Abhängig oder unabhängig vom Willen bestehendes Hindernis
Erweise nur des Bandes – oder darüber hinaus der elterlichen Bereitschaft
Ob die Kirche sich selbst widerspricht

D. AUS DER GESCHICHTE DER NATÜRLICHEN METHODEN

Die Kalender-Methode
Die Temperatur-Methode
Unlösliche Schwierigkeiten für die Temperatur-Methoden
Die Billings-Ovulations-Methode


Bilder-Fotos

Abb.1. In Gnade der Nähe zu Johannes Paul II.: zwei ältere Frauen
Abb.2. Johannes Paul II. mit einem Baby in der Hand umgeben von Kindern